In gleichem Maße, wie die Architektur selbst unterschiedlichen Sphären angehört (Baukunst, Technik, Kultur, Umwelt etc.), gliedert sich auch die Architekturtheorie in mindestens drei übergeordnete Bereiche:
1. Architekturtheorie als Theorie des Faches Architektur, als theoretische Fundierung des Handelns und der Rolle der Architekten sowie – wie in jeder anderen akademischen Disziplin auch – der Inhalte und Ausdrucksformen ihrer Profession: Angefangen bei Vitruv als Verfasser des ersten architekturtheoretischen Traktats zur Architektur als Fachgebiet über Alberti, Palladio u.v.a.m. bis hin zu Semper für den Bereich der Alten Architektur sowie fortgesetzt von den Mitbegründern der Neuen Architektur wie Le Corbusier, F.L. Wright, Gropius, Mies van der Rohe etc. über Kahn, Venturi, Rossi u. v. a. m. bis hin zu den Protagonisten der zeitgenössischen Architektur.
2. Architekturtheorie als Theorie der Baukunst, als Teilbereich der Kunstgeschichte und der „allgemeinen Kunsttheorie, der sie als Bestandteil angehört“[1], wobei die Kunsthistoriker ihr Augenmerk eher auf die schon seit längerer Zeit fertiggestellten Bau-Kunstwerke, auf deren Einordnung in stilistische Zusammenhänge sowie auf Querverbindungen zu anderen Kunstgebieten richten.
3. Architekturtheorie als Reflexion über Architektur als Kulturphänomen insgesamt mit all seinen künstlerischen, technologischen, ökonomischen, ökologischen, politischen, gesellschaftlichen, energetischen und ästhetischen Implikationen, als theoretische Auseinandersetzung über Inhalte und Ausdrucksformen ebenso wie über die Auswirkungen der Architektur auf die Umwelt und das Leben der Menschen. Im Zentrum steht dabei das Betrachten und Beurteilen von Konzepten oder bereits fertiggestellten Ergebnissen, das Nachdenken über Architektur als Spiegelbild gesamtgesellschaftlicher Prozesse.Inhaltsverzeichnis
1 Weitere Definitionen
2 Das Wesen der Architektur
3 Themen
4 Maßgebliche Autoren und Werke
5 Sekundärliteratur
6 EinzelnachweiseWeitere Definitionen[Bearbeiten]
„Theorie der Architektur (ist) disziplinunabhängiges oder […] interdisziplinäres Nachdenken über Architektur, zudem Methodenreflektion, Wissenschafts- und Metatheorie der Architektur.“ (Selbstbeschreibung des Lehrstuhls für Architekturtheorie TU Cottbus)
Architekturtheorie fragt nach Ästhetik, Wesen und Bedeutung der Architektur, erforscht deren „ideen- und geistesgeschichtlichen Hintergründe“ und betreibt deren Einordnung in größere historische, kulturelle, soziale und künstlerische Zusammenhänge. Architekturtheorie ist „Teil (der) Kunstliteratur, die sich zwar mit Architektur (befasst), auch Aussagen zum Berufsbild des Architekten und zur Entwurfslehre (trifft), meist aber zunächst im Zusammenhang mit der allgemeinen Kunsttheorie und der Diskussion an den akademischen Institutionen zu begreifen (ist).“ (Zitate aus Selbstbeschreibung des Lehrstuhls der Architekturtheorie am Karlsruher Institut für Kunstgeschichte)
Architekturtheorie ist die „Theorie einer Handlungswissenschaft“, die „anders als naturwissenschaftliche Theorien, die provisorische Schneisen durch noch unerforschtes Gelände legen, […] auf Gründe, Haltungen und Weltanschauungen (verweist), welche das Handeln von Architekten motivieren und leiten .[…] Sie (betrachtet) die gebaute Wirklichkeit im Licht von Verfassererklärungen, Regeln, Traktaten, Dogmen und Doktrinen. Sie sucht auch dort nach Erklärungen und verborgenen Motiven, wo das Bauen scheinbar ganz ohne Theorie oder bekennende Autoren vonstatten geht.[…] Sie interessiert sich für Sachverhalte, die […] über den Horizont unmittelbarer und einmaliger Bezüge hinausführen. Sie fragt nach Ideen, Themen und Topoi, die im Verlauf der Geschichte entdeckt, vergessen und reaktiviert wurden.“ (Zitate aus Selbstbeschreibung des Lehrstuhls für Architekturtheorie RWTH Aachen)
Architekturtheorie ist „einerseits Reflexion der Architektur im Hinblick auf ihre Wirklichkeitspotenziale, das heißt in Hinblick auf ihr Gemachtwerden und Gemachtsein, also auf die praktische Umsetzung und Materialisierung architektonischer Ideen. In diesem Sinne ist Architekturtheorie eine praktische Ästhetik. Andererseits ist Architekturtheorie das kritische Nachdenken über die kulturelle Funktion der Architektur, also über ihre Möglichkeitsbedingungen im großen kulturellen Ganzen, besonders dort, wo sich dieses in einem ständigen Umbauprozess befindet. Wo es um die kulturellen Bedingungen für die Architektur geht, findet die Erweiterung der Architekturtheorie zur Philosophie der Architektur statt.“[2]
Das Wesen der Architektur[Bearbeiten]
Zu den zentralen Aufgaben jeder Architekturtheorie gehört die Definition des Begriffs "Architektur" selbst, die Klärung ihres besonderen Charakters zwischen Bauen und Baukunst. Diese Klärung kann nur im Fadenkreuz historischer und vergleichender Betrachtung erfolgen, denn zum einen hat sich die Bedeutung des Begriffs "Architektur" im Laufe der Geschichte mehrfach geändert (vom Teilbereich der Bildenden Künste bis zum Hochbaugebiet), zum anderen kann der besondere Charakter der Architektur nur in Abgrenzung zu den benachbarten Gebieten Kunst, Wissenschaft, Technik, Design etc. herausgearbeitet werden. "Von den Künsten trennt sie der Graben der Zweckgebundenheit – aber sie kann trotzdem große Kunstwerke hervorbringen. Von dem streng methodischen Vorgehen der Wissenschaft trennt sie das Spontane, Intuitive – aber sie verarbeitet dennoch ständig die neuesten wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften. Vom allgemeinen Bauen trennt sie der Qualitäts- und Gestaltungsanspruch – aber sie muß trotzdem alle Gewerke des Bauens perfekt beherrschen. Von der mangelnden Steuerbarkeit der künstlerischen Produktion trennt sie die Notwendigkeit der Auftragsplanung, die nicht allein auf die Zufälle von Kreativität und Originalität vertrauen kann, sondern auf erlernbare gestalterische und ästhetische Qualifikationen zurückgreifen muß. Architektur ist daher per se weder Bauen noch Baukunst sondern die Kunst des Bauens."[3]
Themen[Bearbeiten]
Architekturtheorie kennt viele Protagonisten und nicht selten einander widersprechende Standpunkte. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte sowohl durch individuelle, als auch national-kulturelle Sichtweisen und Eigenarten geprägt. Auch der allgemeine technisch-wissenschaftliche Fortschritt, insbesondere die damit einhergehenden Änderungen und Neuerungen im Bauwesen, hat die Architekturtheorie immer wieder beeinflusst. Dies macht einen vollständigen enzyklopädischen Überblick über die Disziplin nahezu unmöglich. Für einen umfänglichen historischen Abriss sei deshalb ausdrücklich auf die entsprechende Literatur zur Geschichte der Architekturtheorie verwiesen. Im Folgenden werden stichwortartig relevante Teilaspekte, Disziplinen und konzeptionelle Ansätze, die Grundlage architekturtheoretischer Diskurse waren oder immer noch sind, aufgeführt:
Teilaspekte: Proportionslehre, Entwurfslehre, Typologien, Tektonik, Wahrnehmungslehre, Morphologie, Raumtheorie, Gestaltungslehre, Gestalttheorie, etc.
Beteiligte Disziplinen: Das Fachgebiet Architektur, Architektur- und Kunstwissenschaft, Architekturkritik, Kunstgeschichte, Kunsttheorie (als Bestandteil der Ästhetik, die wiederum Teilbereich der Erkenntnistheorie ist), Architekturgeschichte, Kommunikationstheorie, Semiotik, Architektur- und Stadtsoziologie, Ökologie, Umweltwissenschaften, etc.
Konzeptionelle Architekturansätze als Grundlagen architekturtheoretischer Diskurse: Funktionalismus, Konstruktivismus, Rationalismus, Strukturalismus, Poststrukturalismus, Minimalismus, Materialästhetik, Parametrisches Design, Digitales Gestalten, etc.
Maßgebliche Autoren und Werke[Bearbeiten]Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Statt aktueller bibliographischer Angaben sollten hier Erläuterungen zur Bedeutung der Autoren und Werke stehen, inklusive ihrer Zuordnung zu Themen und Stilepochen. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.Antike
Vitruv: De Architectura libri decem, um 30 v. Chr.
Deutsch: Zehn Bücher über Architektur, Übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Curt Fensterbusch, Primus Verlag, Darmstadt 1996, ISBN 3-89678-005-0.
Spätgotische Sakralbauten
Werkmeisterbücher
15.–17. Jahrhundert
Leon Battista Alberti: De re aedificatoria libri decem. Florenz 1485
Deutsch: Zehn Bücher über die Baukunst, Unveränderter Nachdruck der Ausgabe Wien/Leipzig 1912, Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1991
Filarete: Trattato d'architettura, Mailand 1460
englisch: Filarete's Treatise on Architecture: Being the Treatise by Antonio di Piero Averlino, Known as Filarete. Originally composed in Milan c. 1460 Translated by John R. Spencer. Facsimile ed. 2 vols. New Haven: Yale University Press 1965
Francesco di Giorgio Martini: Trattati di architettura, ingegneria e arte militare. Hrsg. Corrado Maltese, Transkription von Livia Maltese Degrassi, 2 Bde., Mailand 1967
Sebastiano Serlio: Sette libri dell'architettura – Tutte l'opere d'architettura et prospetiva, Venedig 1584
Hans Blum: Qvinqve Colvmnarvm Exacta descriptio atque deliniatio, cum symmetrica earum distributione. Froschauer, Zürich 1550. (Digitalisat)
Andrea Palladio: Quattro libri dell’architettura. Venedig 1570
Deutsch: Die vier Bücher zur Architektur, Deutsche Übersetzung nach der Ausgabe Venedig 1570, Birkhäuser Verlag, 1993, ISBN 3-7643-5561-1.
Vincenzo Scamozzi: L'idea della architettura universale. Venedig 1615, A. Forni (Sala Bolognese) 1982
Nicolas-François Blondel: Cours d'Architecture Civile, Bände 1–5, Paris 1675–1683
18. Jahrhundert
Giovanni Battista Piranesi: Della Magnificenza ed Architettura, de’Romani. Rom 1761; Reprint ed. John Wilton-Ely, in: Giovanni Battista Piranesi, The Polemical Works, 1972
Marc-Antoine Laugier: Essai sur l'architecture, anonym veröffentlicht Paris 1753, personalisiert veröffentlicht Paris 1755
Deutsch: Das Manifest des Klassizismus, Verlag für Architektur Artemis, Zürich 1989, ISBN 3-7608-8124-6.
Edmund Burke: Philosophical Enquiry into the Origin of our Ideas of the Sublime and Beautiful, 1757
Deutsch: Philosophische Untersuchungen über den Ursprung unserer Begriffe vom Erhabenen und Schönen, aus dem Englischen von Friedrich Bassenge, neu eingeleitet und herausgegeben von Werner Strube, 2. Auflage. Hamburg 1989
Anonym: Untersuchungen über den Charakter der Gebäude, über die Verbindung der Baukunst mit den schönen Künsten und über die Wirkungen, welche durch dieselbe hervorgebracht werden sollen. 1785, Reprint m. einer Einf. v. H.-W. Kruft, Nördlingen 1986
Étienne-Louis Boullée: Architecture. Essai sur l’art, 1793
Deutsch: Architektur. Abhandlung über die Kunst, Hrsg. Beat Wyss, Zürich München 1987
Claude-Nicolas Ledoux: L'Architecture considérée sous le rapport de l'art, des moers et de la législation, Paris 1804, Neuauflage in zwei Bänden, ohne Text 1847 unter dem Titel L'Architecture de Claude Nicolas Ledoux
Johann Joachim Winckelmann: Anmerkungen über die Baukunst der Alten, Dresden 1762; Reprint: Baden-Baden, Strasbourg 1964
19. Jahrhundert
Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung, (Band 1 1819, Band 2 1844) Textkrit. bearb. u. hrsg. v. Wolfgang von Löhneysen [zur Architektur: Bd. 1, § 43–44; Bd. 2, Buch III, Kap. 35 »Zur Ästhetik der Architektur«], 3 Bde. Frankfurt am Main 1986
John Ruskin: The Seven Lamps of Architecture. London 1849, Reprint Dover Verlag 1990, ISBN 0-486-26145-X
Deutsch: Die sieben Leuchter der Baukunst, Dortmund 1994
Heinrich Hübsch: In welchem Style sollen wir bauen?, Karlsruhe 1828
Eugène Viollet-le-Duc: Dictionnaire raisonné de l'architecture française du XIe au XVe siècle. 10 Bände, Paris 1854–1868
Deutsch: Definitionen. Sieben Stichworte aus dem Dictionnaire raisonné de l’architecture mit einem deutsch-französischen Inhaltsverzeichnis der neunbändigen Ausgabe des „Dictionnaire“ von 1869, Birkhäuser Architektur Bibliothek, Basel u. a. 1993
Jean-Nicolas-Louis Durand: Precis des lecons d'architecture donnees a l'Ecole Polytechnique. 2 Bde., Paris 1817–1819; Reprint: Unterschneidheim 1975
Auguste Choisy: Histoire de l'architecture. 2 Bde., Paris 1899; Reprint der Ausgabe von 1899. Genf-Paris 1982
Karl Friedrich Schinkel: Das Architektonische Lehrbuch. dokumentiert in: Goerd Peschken, Das Architektonische Lehrbuch (Karl Friedrich Schinkel. Lebenswerk) München-Berlin 1979
Gottfried Semper: Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten oder Praktische Ästhetik, Reprint der Ausgabe von 1860-1863, Mittenwald 1977
Heinrich Wölfflin: Prolegomena zu einer Psychologie der Architektur, Ludwig-Maximilians-Universität München 1886, Nachdruck Gebr. Mann Verlag Berlin 1999
Louis Sullivan: The Tall Office Building Artistically Considered in Lippincott's Magazine 1896
Camillo Sitte: Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen, 1. Auflage. Wien 1889, Reprint d. Ausg. 1904, Wien 1972
20. Jahrhundert
Adolf Loos: Ornament und Verbrechen, 1908, Nachdruck Prachner, Wien 2000, ISBN 3-85367-059-8.
Paul Scheerbart: Glasarchitektur, Verlag Der Sturm, Berlin 1914; Neuausgabe München 1971
Hermann Sörgel: Architektur-Ästhetik. Theorie der Baukunst. Berlin 1921, Nachdruck Gebr. Mann Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-7861-1992-9.
Adolf Behne: Der moderne Zweckbau. Drei Masken Verlag, Berlin 1926, Nachdruck Bauwelt Fundamente Bd. 10, Berlin; Frankfurt 1964, Nachdruck Gebr. Mann Verlag, Berlin 1998
Bruno Taut: Architekturlehre. VSA-Verlag, Hamburg/Westberlin 1977
Le Corbusier: Vers une architecture. Paris 1922
Deutsch: Kommende Baukunst, Leipzig 1923; Ausblick auf eine Architektur, Bauwelt Fundamente Band 2, Birkhäuser 2001
Le Corbusier: Feststellungen. 1929, Bauwelt-Fundamente Bd. 12, Vieweg, Braunschweig 1978
Henry-Russel Hitchcock, Philip Johnson: Der Internationale Stil. Bauwelt Fundamente, Bd. 70, Vieweg, Braunschweig 1985
Emil Kaufmann: Von Ledoux bis Le Corbusier: Ursprünge und Entwicklung der autonomen Architektur. Wien, Passer 1933, Neuauflage Gert Hatje, Stuttgart 1985
Sigfried Giedion: Space, Time & Architecture: The Growth of a New Tradition, 1941
Deutsch: Raum, Zeit und Architektur: Die Entstehung einer neuen Tradition, Birkhäuser Verlag 2000, ISBN 3-7643-5407-0.
Hans Sedlmayr: Verlust der Mitte. Die bildende Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts als Symptom und Symbol der Zeit. Otto Müller Verlag, Salzburg 1998, 11. Aufl., ISBN 3-7013-0537-4.
Martin Heidegger: Bauen, Wohnen, Denken, Vorträge und Aufsätze, Klett-Cotta 1951, ISBN 3-608-91090-5.
Peter Eisenman: Eisenman Inside Out. Selected Writings 1963-1988, New Haven-London, Yale University Press 2004
Colin Rowe, Robert Slutzky: Transparency, 1964
Deutsch: Transparenz, Birkhäuser Verlag 1997, ISBN 3-7643-5615-4.
Robert Venturi: Complexity and Contradiction in Architecture, 1966
Deutsch: Komplexität und Widerspruch in der Architektur, Bauwelt Fundamente Band 50, Birkhäuser Verlag 2007.
Louis I. Kahn: Architektur: Stille und Licht (1970), in: Louis I. Kahn: Die Architektur und die Stille. Gespräche und Feststellungen, hrsg. v. Alessandra Latour, Basel; Boston; Berlin 1993
Robert Venturi, Steven Izenour, Denise Scott Brown: Learning from Las Vegas: The Forgotten Symbolism of Architectural Form, 1972, Überarbeitete Fassung The MIT Press 1977
Deutsch: Lernen von Las Vegas. Zur Ikonographie und Architektursymbolik der Geschäftsstadt. Bauwelt Fundamente Band 53, Wiesbaden 1979
Christian Norberg-Schulz:Logik der Baukunst. Ullstein Bauweltfundamente 15, Berlin 1965, DNB 453602797.
Vom Sinn des Bauens. Die Architektur des Abendlandes von der Antike bis zur Gegenwart. Ernst Klett, Stuttgart 1979, ISBN 3-88448-002-2.
Genius Loci. Landschaft, Lebensraum, Baukunst. Klett-Cotta, Stuttgart 1982, ISBN 3-608-76157-8.
Christopher Alexander: A Pattern Language. Towns, Buildings, Construction. Oxford University Press, New York 1977, ISBN 0-19-501919-9
Deutsch: Eine Muster-Sprache. Städte, Gebäude, Konstruktion, Wien, Löcker Verlag 1995, ISBN 3-85409-179-6.
Charles Jencks: The Language of Postmodern Architecture, 1977
Deutsch: Die Sprache der postmodernen Architektur – Entstehung und Entwicklung einer alternativen Tradition, Stuttgart 1988, ISBN 3-421-02940-7.
Rem Koolhaas: Delirious New York: A Retroactive Manifesto of Manhattan, 1978
Deutsch: Delirious New York: Ein retroaktives Manifest für Manhattan, Arch+, 3. Auflage. 2006
Roger Scruton: The Aesthetics of Architecture. Princeton University Press 1979
Colin Rowe, Fred Koetter: Collage City, The MIT Press 1984, Birkhäuser Verlag 1997, ISBN 3-7643-5608-1.
Rudolf Arnheim: Die Dynamik der architektonischen Form, DuMont Buchverlag, Köln 1980
Alberto Perez-Gomez: Architecture and the Crisis of Modern Science. MIT Press 1983
Fischer, Fromm, Gruber, Kähler, Weiß: Abschied von der Postmoderne. Bauwelt Fundamente, Bd. 64, Vieweg, Braunschweig 1987
Julius Posener: Vorlesungen zur Geschichte der Neuen Architektur. Arch+-Verlag, Aachen 2003
Reyner Banham: Die Revolution der Architektur. Theorie und Gestaltung im ersten Maschinenzeitalter, Bauwelt Fundamente, Bd. 89, Vieweg, Braunschweig 1990
Günther Fischer: Architektur und Sprache. Grundlagen des architektonischen Ausdrucksystems. Karl Krämer Verlag, Stuttgart 1991
Jacques Derrida: Am Nullpunkt der Verrücktheit – Jetzt die Architektur. In: Wolfgang Welsch, (Hrsg.): Wege aus der Moderne – Schlüsseltexte zur Postmoderne-Diskussion, S. 215–232, Weinheim 1988
Oswald Mathias Ungers: Entwerfen mit Vorstellungsbildern, Metaphern und Analogien. Anmerkungen zu einem morphologischen Konzept. In: Architektur 1951–1990, Stuttgart 1991
Die Thematisierung der Architektur, 1983, herausgegeben von Technische Universität Dortmund und Walter A. Noebel, Niggli Verlag, 2009, ISBN 978-3-7212-0698-2.
Heinrich Klotz: Die zweite Moderne. Verlag C. H. Beck, München 1996
Jürgen Pahl: Architekturtheorie des 20. Jahrhunderts. Prestel Verlag 1999
21. Jahrhundert
Michael Wilkens: Architektur als Komposition. Birkhäuser 2000, ISBN 3-7643-6330-4.
Derrick de Kerckhove: Die Architektur der Intelligenz – Wie die Vernetzung der Welt unsere Wahrnehmung verändert. Birkhäuser Verlag 2001, ISBN 3-7643-6488-2.
Fritz Neumeyer: "Der Klang der Steine. Nietzsches Architekturen." Mann Verlag 2001, ISBN 978-3-7861-2418-4.
Eduard Heinrich Führ: Denken im Bestand: zur Praxis der Architekturtheorie. Materialverlag, Hamburg 2004, ISBN 3-932395-77-8.
Wolfgang Meisenheimer: Das Denken des Leibes und der architektonische Raum. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2006, ISBN 3-88375-841-8.
Steven Holl, Juhani Pallasmaa, Alberto Perez-Gomez: Questions of Perception: Phenomenology of Architecture, William Stout Publishers, 2006, ISBN 0-9746214-7-1.
Margitta Buchert, Carl Zillich (Hrsg.): Performativ? Architektur und Kunst. Jovis 2006, ISBN 3-939633-14-3.
Stephan Trüby: Exit-Architektur. Design zwischen Krieg und Frieden, Springer Verlag, Wien/New York 2008, ISBN 978-3-211-71906-0.
Jörg H. Gleiter: Architekturtheorie heute. Transcript Verlag, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89942-879-7.
Georg Franck, Dorothea Franck: Architektonische Qualität, Hanser-Verlag, München 2008.
Ákos Moravánszky, Ole W. Fischer: Precisions – Architektur zwischen Wissenschaft und Kunst. JOVIS Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-939633-42-6.
Günther Fischer: Vitruv NEU oder Was ist Architektur?. Bauwelt Fundamente Band 141, Birkhäuser, Basel 2009, ISBN 978-3-7643-8805-8
Fritz Neumeyer, Hans Kollhoff: "Das architektonische Argument: Texte zur Baukunst." Gta Verlag 2010, ISBN 978-3-856762-72-8.
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Quellensammlungen
Ulrich Conrads (Hrsg.): Programme und Manifeste zur Architektur des 20. Jahrhunderts. Bauwelt Fundamente Band 1, Berlin: Ullstein-Verlag, 1964
Fritz Neumeyer, (Hrsg.): Quellentexte zur Architekturtheorie. Prestel Verlag, München 2002
Gerd de Bruyn und Stephan Trüby (Hrsg.): architektur_theorie.doc. Texte seit 1960, Birkhäuser Verlag, Basel 2003
Bernd Elvers und Christof Thoenes (Hrsg.): Architekturtheorie von der Renaissance bis zur Gegenwart. Taschen Verlag, Köln 2003, ISBN 3-8228-5082-9.
Akos Moravánszky (Hrsg.): K.M. Gyöngy (Assistent): Architekturtheorie im 20. Jahrhundert: Eine kritische Anthologie, Springer Verlag, Wien 2003, ISBN 3-211-83743-4.
Vittorio Magnago Lampugnani, Ruth Hanisch, Ulrich Maximilian Schumann und Wolfgang Sonne (Hrsg.): Architekturtheorie 20. Jahrhundert. Positionen – Programme – Manifeste, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2004
Thomas Friedrich, Jörg H. Gleiter (Hrsg.): Einfühlung und phänomenologische Reduktion Grundlagentexte zu Architektur, Design und Kunst, LIT Verlag, Münster 2009, ISBN 978-3-8258-9366-8.
Susanne Hauser, Christa Kamleithner, Roland Meyer (Hrsg.): Architekturwissen. Grundlagentexte aus den Kulturwissenschaften. Bd. 1: Zur Ästhetik des sozialen Raumes, transcript-Verlag, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-8376-1551-7.
Susanne Hauser, Christa Kamleithner, Roland Meyer (Hrsg.): Architekturwissen. Grundlagentexte aus den Kulturwissenschaften. Bd. 2: Zur Logistik des sozialen Raumes, transcript-Verlag, Bielefeld 2013, ISBN 978-3-8376-1568-5.Sekundärliteratur[Bearbeiten]Geschichte der Architekturtheorie
Georg Germann: Einführung in die Geschichte der Architekturtheorie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980, ISBN 3-534-08148-X
Hanno-Walter Kruft: Geschichte der Architekturtheorie. Von der Antike bis zur Gegenwart. 5. Auflage. C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-34903-X.
Kari Jormakka: Geschichte der Architekturtheorie. Institut für Architekturwissenschaften: Architekturtheorie, Technische Universität Wien, Edition Selene 2007, ISBN 978-3-85266-197-1.Einzelnachweise[Bearbeiten]↑ Hanno-Walter Kruft: Geschichte der Architekturtheorie, S. 12
↑ Jörg H. Gleiter: Architekturtheorie heute. S. 8.
↑ Günther Fischer: "Architekturtheorie für Architekten". Die theoretischen Grundlagen des Faches Architektur, S. 60.<!–NewPP limit report
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Dieser Artikel behandelt den allgemeinen Begriff. Zum Architekturstil der römischen Wandmalerei siehe Römische Wandmalerei.
Unter Baustil (auch Architekturstil), versteht man einen regional oder international bedeutsamen Stil in der Architektur und im Bauwesen. Es ist die für einen Architekten, eine Architektenschule oder eine historische Epoche oder Region typische Formensprache.
Die wichtigste Einteilung von Baustilen erfolgt nach zeitlichen Abschnitten im Kontext gewisser Räume und Kulturen. Diese ist eng bis lose verwandt mit anderen Stilrichtungen innerhalb der Kunstgeschichte, eng zum Beispiel den Möbelstilen, weniger eng mit denen der Malerei und Bildhauerei. In die Innenarchitektur und Ornamentik spielen auch die Stile der Kleidermode hinein. Architekturstile sind aufgrund des Umfangs des Werkes naturgemäß langsam veränderlich, folgen kaum schnelllebigen Moden, und finden ihre breite Anwendung oft erst ein bis zwei Generationen nach analogen Entwicklungen in anderen Kunstsparten, oder breiten sich entsprechend langsam aus. Auch überlappen sich aufeinanderfolgende Stile durchwegs über Jahrzehnte.Inhaltsverzeichnis
1 Übersicht wesentlicher Stile1.1 Mittelalter
1.2 Neuzeit
1.3 19. Jahrhundert
1.4 20. Jahrhundert
2 Literatur
3 Weblinks
4 NotizenÜbersicht wesentlicher Stile[Bearbeiten]Siehe auch: Geschichte der Architektur – Überblick über die wichtigsten Stile der BaugeschichteMittelalter[Bearbeiten]Romanik (1000–1250)
Gotik (1250–1520)Neuzeit[Bearbeiten]Renaissance (1510–1620)
Barock/Rokoko (1600–1770)
Klassizismus (1770–1830)19. Jahrhundert[Bearbeiten]Historismus (1830–1900)
Jugendstil (1890–1910)20. Jahrhundert[Bearbeiten]Heimatschutzarchitektur
Moderne (Architektur)Expressionismus
Neues Bauen
Organisches Bauen
Neue Sachlichkeit
Bauhausstil
Funktionalismus
Konstruktivismus
Rationalismus
Minimalismus
Nachkriegsmoderne
Internationaler Stil
Brutalismus
Kritischer Regionalismus
Postmoderne (nach 1959)
Dekonstruktivismus (nach 1983)Literatur[Bearbeiten]&#160;Wilfried Koch: Brockhaus Baustilkunde. 31.&#160;Auflage. Wissenmedia, Gütersloh 2013, ISBN 978-3-577-00302-5, S.&#160;528.[1]
&#160;Richard Reid: Baustilkunde. E.A. Seemann, Leipzig 2000, ISBN 978-3-86502-042-0, S.&#160;432.Weblinks[Bearbeiten]
&#160;Commons: Baustil&#160;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
&#160;Wiktionary: Baustil&#160;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Notizen[Bearbeiten]↑ mit fünfsprachigem Glossar<!–NewPP limit report
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Dieser Artikel behandelt die Architektur im klassischen Sinne; zu weiteren gleichnamigen Bedeutungen siehe Architektur (Begriffsklärung).
Schnitt durch den Diokletianpalast, um 300 n.&#160;Chr. George Niemann, 1906
Historische Architektur: Himeji-jō in Japan aus dem 17. Jahrhundert
Zeitgenössische Architektur: Sony Center in Berlin, fertiggestellt 2000
Das Wort Architektur (vom lateinischen architectura für „Baukunst“) bezeichnet im weitesten Sinne die handwerkliche Beschäftigung und ästhetische Auseinandersetzung des Menschen mit gebautem Raum. Das planvolle Entwerfen, Gestalten und Konstruieren von Bauwerken ist der zentrale Inhalt der Architektur. Es gibt eine Vielzahl von Definitionen des Begriffes, die der Architektur verschiedene Aufgaben, Inhalte und Bedeutungen zuschreiben. Einige werden im Folgenden dargestellt.
Bereits Vitruv spricht von der „Mutter aller Künste“, womit sowohl die zeitliche Abfolge als auch die rangliche Einstufung der Architektur gegenüber Bildhauerei und Malerei gemeint sein kann. Anders als bei den übrigen Bildenden Künsten steht bei der Architektur die Funktion im Vordergrund; die ästhetische Gestaltung ist von nachrangiger, wenngleich nicht unwichtiger Bedeutung.Inhaltsverzeichnis
1 Bezeichnung1.1 Wortherkunft
1.2 Eingrenzung des Begriffs
1.3 Abgrenzung zum „bloßen Bauen“
1.4 Raumbildung
1.5 Weitere Definitionen
2 Architekturgeschichte
3 Einflüsse
4 Bedeutung
5 Wichtige Themen
6 Bezüge
7 Siehe auch
8 Literatur
9 Filme9.1 Dokumentarfilm
9.2 Spielfilm
10 Weblinks
11 EinzelnachweiseBezeichnung[Bearbeiten]
Wortherkunft[Bearbeiten]
Baumeister im Mittelalter
Die Baukunst. Figur am Orangerieschloss (Potsdam)
Bei dem Wort „Architektur“ handelt es sich um die eingedeutschte Version des lateinischen architectura, das sich vom altgriechischen αρχιτέκτων [architékton] herleitet. Letzteres setzt sich zusammen aus αρχι- [archi-], „Haupt-“ und τέκτων [tékton], „Baumeister“ oder „Zimmermann“ und ließe sich demnach etwa als „Oberster Handwerker“ oder „Hauptbaumeister“ übersetzen. Die Definition dessen, was „Architektur“ heute ist, hängt demnach auch vom Betätigungsfeld des Architekten ab. Der Begriff hat sich im Laufe der Geschichte immer wieder gewandelt und ist in seiner ganzen Tiefe nur historisch fassbar.
Eingrenzung des Begriffs[Bearbeiten]
Der St. Galler Klosterplan ist eine berühmte mittelalterliche Architekturzeichnung
In der engeren Bedeutung des klassischen Architekturbegriffs meint Architektur die Kunst und/oder Wissenschaft des planvollen Entwurfs der gebauten menschlichen Umwelt, d.&#160;h. die Auseinandersetzung mit dem vom Menschen geschaffenen Raum und insbesondere der Wechselbeziehung zwischen Mensch, (vom Menschen geschaffenen) Raum und Zeit. Dabei schließt der klassische Architekturbegriff verschiedene Bedeutungsfacetten mit ein. Er stehtfür die Baukunst, die Schaffung und ästhetische Gestaltung von Bauwerken / baulichen Anlagen aller Art. Allerdings ist der Begriff Baukunst heute nicht mehr sehr scharf. In einer Erweiterung des Begriffs steht der Begriff Architektur heute im akademischen Diskurs oft allgemein für die Kunst des Schaffens und Gestaltens von Räumen allgemein.
als Titel einer Bau-Typologie (hier auch mit Pluralbildung).
als Bezeichnung für das Berufsfeld des Architekten.
als Oberbegriff für die Werke der Architekten.
als Bezeichnung für die Wissenschaft vom Bauen (weniger gebräuchlich Architektonik).Über Jahrhunderte hinweg wurde Architektur im allerweitesten Sinne als Bauen jeglicher Art verstanden. Architektur war die Gestaltung von Bauwerken, die Kunst zu bauen, daher der Begriff Baukunst. Architektur beschäftigt sich mit einzelnen Bauwerken, vorwiegend im Bereich des Hochbaus. Die Liste von Bauwerken nach Funktion gibt einen Überblick über die Vielfältigkeit der Aufgaben. In größerem Maßstab beschäftigt sich der Städtebau mit der Gestaltung von Städten und großen Gebäudekomplexen und dem Zusammenspiel von Gebäuden und ihrer Umgebung. Die Landschaftsarchitektur dagegen beschäftigt sich mit der gestalteten Landschaft unter architektonischen Gesichtspunkten. Die Innenarchitektur hat die Gestaltung von Innenräumen zum Ziel, ein Teilbereich ist zum Beispiel der Messebau.
Diese Definition ist aber insbesondere seit Beginn des 20.&#160;Jahrhunderts umstritten. Entsprechend werden die meisten Definitionsversuche nur im Kontext bestimmter Debatten um Inhalt, Aufgabe und Bedeutung der Architektur verständlich, wobei auch das jeweilige zeitgenössische Bauen mit seinen ästhetischen, technischen, ökonomischen und politischen Implikationen zu berücksichtigen ist. Ähnlich wie beim Begriff des Kunstwerkes scheint es beim Architekturbegriff nicht möglich, sich auf die bloße Beschreibung eines Wortes oder einer Sache zu beschränken.
Jede differenziertere Begriffsbestimmung erweist sich bei näherer Betrachtung als ein Ringen um Definitionshoheit und Geltungsmacht (siehe dazu die Schriften von Michel Foucault). Aufgrund des so implizierten normativen Aspektes bleibt jede inhaltliche Bestimmung von Architektur kontrovers und ist im Kern ideologisch geprägt. Jeder Definitionsversuch –&#160;soweit er eine Reflexion enthält&#160;– ist bereits Architekturtheorie. Die Definition von Architektur beruht im Wesentlichen auf der jeweiligen Haltung und dem Wertesystem der definierenden Person, sei es Bauherr, Architekt oder Architekturtheoretiker.
Dass die Bewertungen der jeweiligen Werke der Architekten meist kontrovers ausfallen, ist unvermeidlich, da es sich nicht nur um einen Wettbewerb von Talent und Kompetenz handelt, sondern auch um die Gültigkeit der individuellen Wertesysteme. Durch die Varianz der Architekturauffassungen ist heute ein großer Formenreichtum in der Architektur gegeben.
Hier sollen einige gängige Definitionen erläutert werden. Die Zitate zeigen jeweils das Spannungsfeld der Diskussion.
Abgrenzung zum „bloßen Bauen“[Bearbeiten]
Wo fängt Architektur an und hört „bloßes Bauen“ auf?
Über die Frage, was „Architektur“ (als Kunst) von bloßem „Bauen“ unterscheidet wird seit langem ein (stark ideologisch gefärbter) Diskurs geführt. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass Architektur durch ihre besondere gestalterische Qualität über einfache Zweckbauten, die maximalem Nutzen verpflichtet sind, hinausgeht und damit zur Baukunst wird (siehe dazu auch Ästhetik).
Baukunst im Barock
Die Vorstellung, was bei Entwurf und Herstellung eines Bauwerkes die eigentliche architektonische Leistung ist und das Bauwerk über das rein Zweckhafte hinaushebt, hat sich im Laufe des vergangenen Jahrhunderts deutlich gewandelt: Bis Ende des 19.&#160;Jahrhunderts war es vor allem die Verwendung überlieferter Bauformen –&#160;der so genannte Stil&#160;– mit meist reichen ornamentalen Ausschmückungen, in denen sich der künstlerische Rang als Mehrwert und Schönheit eines Bauwerkes in bewusster Opposition zu einer Sphäre purer Pragmatik manifestierte.
Bauhaus Dessau
Hingegen wurde mit dem sogenannten Funktionalismus des 20.&#160;Jahrhunderts ein Begriff von Architektur vorherrschend, der auf den ersten Blick nur zweckhaft bedingte Gebäude (auch Ingenieurkonstruktionen) als Architektur verstanden wissen wollte. Dabei wurden die konstruktiven, proportionsgebenden und raumbildenden Aspekte des Bauens zum eigentlichen gestalterischen Thema von Architektur erklärt. Mitunter hat man auch die geringfügigsten gestalterischen Interventionen im Rahmen funktionalistischer Planungen in den Rang einer (bau-)künstlerischen Leistung erhoben. Zugleich wurde mit zahlreichen Proklamationen zur „Modernität“, „Fortschrittlichkeit“ und dem „Ausdruck unserer Zeit“ eine symbolische Überhöhung oder Verklärung der funktionalistischen Architektur angestrebt. Nach mehreren Versuchen, diese Auffassung in der so genannten Postmoderne und dem Dekonstruktivismus zu revidieren, lebte das funktionalistische Architekturverständnis wieder auf.
Zitate:„Dabei ist meist angenommen worden, dass ein Bauwerk erst anfange ein Kunstwerk zu werden, wenn es mehr tue als dem bloßen Bedürfnis zu genügen.“ (Hermann Muthesius: 1908 über den Architekturbegriff des 19.&#160;Jahrhunderts in: Die Einheit der Architektur)
„Das Schlagwort «das Zweckmäßige ist auch schön» ist nur zur Hälfte wahr. Wann nennen wir ein menschliches Gesicht schön? Die Teile eines jeden Gesichts dienen einem Zweck, aber nur wenn sie vollkommen sind in Form, Farbe und wohlausgewogener Harmonie, verdient das Gesicht den Ehrentitel „schön“. Das gleiche gilt für die Architektur. Nur vollkommene Harmonie in der technischen Zweck-Funktion sowohl wie in den Proportionen der Formen kann Schönheit hervorbringen. Und das macht unsere Aufgabe so vielseitig und kompliziert.“ (Walter Gropius: 1955 in: Architektur)
„Architektur ist, unabhängig davon, wie profan oder anspruchsvoll der Zweck ist, dem sie dient, letztlich die Gesamtheit der durch Menschenhand veränderten Umwelt und damit eine kulturelle Leistung der Menschen.“ (Meinhard von Gerkan: 1982 in: Die Verantwortung des Architekten)Raumbildung[Bearbeiten]
Beim Barcelona-Pavillon von Mies van der Rohe spricht man von „fließendem“ Raum
Architektur kann über ihren Raum schaffenden Charakter definiert werden. Aus diesem Blickwinkel besteht Architektur in der Dualität von Raum und Hülle. Architektur schafft eine Grenze zwischen außen und innen. Durch diese Grenze oder Hülle entsteht ein Raum zum Aufenthalt und Tätigwerden von Menschen sowie zur Aufbewahrung seiner Dinge, geschützt vor den unerwünschten Einflüssen der Außenwelt.
Zitat„Das zentrale Problem der Architektur ist der Raum, der den Menschen an Leib und Seele gesund erhält.“ (Justus Dahinden: In Architektur – Architecture (Monografie 1998).)Weitere Definitionen[Bearbeiten]Nach Vitruv (De Architectura) beruht Architektur auf drei Prinzipien: Stabilität (Firmitas), Nützlichkeit (Utilitas) und Anmut (Venustas).[1]
Architektur ist „Harmonie und Einklang aller Teile, die so erreicht wird, dass nichts weggenommen, zugefügt oder verändert werden könnte, ohne das Ganze zu zerstören.“ (Leon Battista Alberti: 1452 in: De re aedificatoria)
Architektur ist nach Louis Sullivan (1896), „das Gesetz aller organischen und anorganischen, aller physischen und metaphysischen, aller menschlichen und übermenschlichen Dinge, aller echten Manifestationen des Kopfes, des Herzens und der Seele, dass das Leben in seinem Ausdruck erkennbar ist, das die Form immer der Funktion folgt.“ (siehe auch: form follows function)
„Architektur entsteht heute nach ökonomischen, konstruktiven und funktionellen Gesetzmäßigkeiten. Wir stehen im harten Kampf mit der Wirklichkeit. Und wenn dann noch etwas Ähnliches wie das, was man mit dem Attribut Kunst bezeichnet dazukommt, dann kann man in seinem Leben von einem unwahrscheinlichen Glück sprechen.“ (Egon Eiermann: Grosse Architekten. HäuserBuch-Verlag)
„Architektur kombiniert Kunst und Wissenschaft (oder Technologie), um die Umwelt nach den Bedürfnissen des Menschen zu ordnen“ (Louis Hellman)
„Architektur ist Wissen um die Technik, Empfänglichkeit gegenüber der künstlerischen Seite der Angelegenheit.“ (Arne Jacobsen)
„Der elementare Ausdruck architektonischer Formen ist ein gestischer. Er beruht einerseits auf Zeigequalitäten der gebauten Dinge, anderseits auf Empfindungen des fühlenden, sich bewegenden Leibes.“ (Wolfgang Meisenheimer: Das Denken des Leibes und der architektonische Raum)Architekturgeschichte[Bearbeiten]
→ Hauptartikel: Geschichte der Architektur&#160;und Architekturgeschichte
Torhalle Lorsch aus dem 9. Jahrhundert
Die Geschichte der Architektur ist so alt wie die Menschheitsgeschichte und mit dieser als kulturelles Element eng verwoben. Entsprechend dieser hohen Bedeutung werden enzyklopädisch zwei Begriffe geschieden: Einen chronologischen Überblick über die einzelnen Entwicklungsschritte findet man unter den Stichworten Geschichte der Architektur beziehungsweise Baustil, die Erläuterungen zu Methodik und Gebiet des Faches im Artikel Architekturgeschichte. Das Fach Architekturgeschichte ist der Teil der Kulturwissenschaften, der sich mit vorwiegend kunstwissenschaftlicher und in zweiter Linie mit ingenieurswissenschaftlicher und soziologischer Methodik mit der historischen Dimension der Architektur beschäftigt.
Museen
Große Architekturmuseen finden sich in Berlin, Frankfurt (DAM) und München → Architekturzentrum.
Einflüsse[Bearbeiten]
Gebauter Absolutismus: Das Schloss Versailles – der König als zentraler Bezugspunkt
Gebaute Demokratie: Das Reichstagsgebäude – das Volk über dem Parlament
Architektur manifestiert sich in einem einzelnen Gebäude, einem Gebäudekomplex, einer Siedlungsstruktur oder auch in einer gesamten Stadtanlage. Sowohl Einzelgestalt kleinerer und größerer Einheiten als auch die gesamte Stadtmorphologie werden insbesondere durch klimatische, technische, topografische und wirtschaftliche Randparameter beeinflusst. Daneben haben aber auch rechtliche, religiöse, politische und andere gesellschaftliche Gegebenheiten massiven Einfluss auf Architektur, Städtebau und Stadtplanung. Vor allem die repräsentative Architektur ist oft der sichtbare Ausdruck der jeweiligen Gesellschafts- und Herrschaftsform. Zum Beispiel das Schloss Versailles als Ausdruck des Absolutismus. Die Architektur ist somit ein wesentlicher Teil der kulturellen Identität einer Gesellschaft.
Bedeutung[Bearbeiten]
Der moderne Mensch ist ununterbrochen von Gebäuden und Architektur umgeben. Sie kann Stimmung und Psyche positiv wie negativ beeinflussen. Auch auf die physische Gesundheit kann sie Einfluss haben. Architektur hat also für jeden Menschen eine sehr konkrete Bedeutung und bestimmt das alltägliche Leben viel stärker als Musik, Literatur oder Malerei. Die Qualität des Lebensumfeldes sollte der Gesellschaft daher ein wichtiges Anliegen sein.
Nur ein Teil aller Bauwerke und Gebäude ist von Architekten geplant. In wirtschaftlich wenig entwickelten Gebieten wird der überwiegende Teil in Eigenbauweise oder durch Handwerker ohne viel Planung errichtet. In den Industrienationen herrscht die standardisierte Produktion von Gebäuden vor. Architekten werden vor Allem bei komplexen Planungen oder repräsentativen Bauwerken hinzugezogen. Daraus resultiert auch die weit verbreitete Meinung, Architektur bezöge sich nur auf besondere Gebäude und sei vom „profanen“ Bauen zu differenzieren. Die negativen Folgen dieser Abgrenzung zwischen Architektur und Bauen sind in allen modernen Städten sichtbar.
Das Thema Architektur wird in Deutschland nicht gerade oft in der breiten Öffentlichkeit diskutiert und oft wird die Debatte über zeitgenössische Architektur den „Fachleuten“ überlassen. Die Verantwortung für die gebaute Umwelt liegt aber nicht allein bei den Architekten. Der jeweilige Bauherr wählt den Architekten aus und macht entscheidende Vorgaben. Das öffentliche Baurecht gibt wesentliche Rahmenbedingungen vor. Ein allgemeingesellschaftliches Bewusstsein für die Bedeutung der Architektur ist daher für eine gute gebaute Umwelt unabdingbar.
In Deutschland versucht die Bundesstiftung Baukultur, das Bewusstsein für die hohe Bedeutung der Architektur zu stärken. In Österreich gibt es in der Kunstsektion des Bundes eine eigene Abteilung für Architektur und Design, außerdem eine Architekturstiftung und die Plattform für Architekturpolitik und Baukultur. In einigen Ländern ist gute Architektur sogar als Staatsziel anerkannt, in Frankreich schon seit 1977 und Finnland seit 1998.
In manchen Fällen erreicht Architektur eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung, die in einem Bauwerk ein Symbol ihrer Werte und Lebenseinstellung sieht. Beispiele sind der Eiffelturm in Paris (als Sinnbild für die Stadt) oder die Twintowers in New York, die als Symbol des Kapitalismus und der westlichen Kultur zerstört wurden.
Zitate„Architektur und Städtebau sind weder kultureller Luxus noch entbehrliche Dekoration. Vielmehr erwächst aus diesen grundlegenden Bausteinen einer Stadt lebenswerte Umwelt und städtische Identität.“ (Aus der Zielsetzung des Wiesbadener Architekturzentrums)
„Unser Alltag wird zu einem wesentlichen Teil durch die Architektur bestimmt, die uns Tag für Tag umgibt. […] Die Architektur schafft den notwendigen baulichen Rahmen, in dem wir uns bewegen. Ohne Architektur wäre die menschliche Gesellschaft nicht denkbar.“ (Jürgen Tietz: 1998 In: Geschichte der Architektur des 20. Jahrhunderts.)Wichtige Themen[Bearbeiten]
Form: Bei der Basilius-Kathedrale in Moskau unterstreichen Farben, Material und Ornamente die Teilformen des Gebäudes
Konstruktion: Leipziger Messe
Fassade: Die BIX Medienfassade des Kunsthauses Graz
Orientierung und Energiestandard: Passivhaus in Darmstadt
Bestimmte Themen beschäftigen die Architekten immer wieder, unabhängig von Stil und Epoche. Diese Themen sind zugleich die grundlegenden Kriterien der Architekturkritik. Sie sind bei jedem Entwurf, der im Allgemeinen ein Unikat ist, neu zu bedenken.Raum: Die Definition, Dimensionierung, Disposition, Fügung und formale Gestaltung von Räumen ist die wichtigste Aufgabe der Architektur. Siehe dazu: Raum (Architektur)
Positionierung und Orientierung: Die Positionierung eines Bauwerks in der Landschaft beziehungsweise auf der zur Verfügung stehenden Fläche (Grundstück) und seine Orientierung geben den Ausschlag über das Erscheinungsbild des Bauwerks, den Grad der Privatsphäre gegenüber dem öffentlichen Raum, die Erschließung, das Verhältnis von Außenraum und Innenraum und mögliche solare Wärmegewinne.
Form: Die Gestalt des Gebäudes, also sein Grundriss, seine Form und Kubatur, seine Proportion, das alles sind ästhetische Aspekte, die sich nicht allein von der Funktion ableiten lassen. Ein Entwurf lässt sich nicht anhand aller Randparameter „generieren“. Dazu kommt immer die Komponente der ästhetischen und formalen Gestaltung.
Funktion: Das gute Funktionieren eines Gebäudes ist oberstes Ziel eines Entwurfes. Das betrifft sowohl die Funktionsabläufe, das technische Funktionieren der Gebäudehülle als auch ästhetische und nicht-technische Funktionen, die ein Bauwerk zu erfüllen hat. Da Architektur eine der wenigen praktischen Künste ist (siehe auch Design), die neben dem ästhetischen Wert auch einen Gebrauchswert haben, steht sie immer im Spannungsfeld von Kunst und Funktion. Siehe auch: Liste von Bauwerken nach Funktion
Konstruktion: Um die gewünschten Räume zu erzeugen, ist die Wahl der richtigen Baukonstruktion entscheidend. Dabei müssen zum Beispiel auch Kosten- und Terminfaktoren bedacht sowie Komfortstandards erreicht werden. Die Skelettbauweise ermöglicht zum Beispiel einen freien Grundriss, für einen Apartmentblock ist unter Umständen die Raumzellenbauweise die beste Lösung. Der Rahmen der Möglichkeiten erweitert sich dabei kontinuierlich, man vergleiche einmal eine romanische Kirche mit der Leipziger Messe.
Fassade: Wie sollen die Fassaden, also die äußere Hülle eines Gebäudes aussehen? Welche Farben und Materialien werden verwendet? Das alles liegt im Ermessensspielraum der Gestalter (und damit sowohl des Architekten, aber auch des Bauherren).
Lesbarkeit: Darunter versteht man, inwieweit an der äußeren Erscheinung eines Bauwerks zu erkennen ist, „was in ihm steckt“, also zum Beispiel, welche Funktion es hat, welche Konstruktion, welche innere Gliederung oder auch welche Bedeutung. Ob ein Gebäude dies nach außen zeigen soll, kann sehr unterschiedlich beantwortet werden. Die Französische Nationalbibliothek zum Beispiel hat die Form von vier aufgeklappten Büchern und signalisiert somit ihre Funktion nach außen. Etwas subtiler gingen die Architekten Herzog &amp; de Meuron bei der Bibliothek der Fachhochschule Eberswalde vor, wo die Fassade mit Fotomotiven überzogen ist, was den Informationsgehalt einer Bibliothek nach außen hin symbolisiert. Andere Gebäude verschleiern ihr Innerstes dagegen hinter einer Schaufassade.
Bezüge zur Umgebung: Das idealisierte Leitbild der Architektur ist der Entwurf eines Bauwerks, das mit der Umgebung in vielschichtiger Art und Weise in Verbindung steht. Ein Bauwerk kann sich in seine Umgebung einfügen oder bewusst als Kontrast gestaltet sein. Die Beziehung wird äußerlich zum Beispiel durch Formgebung, Farbgestaltung und Materialauswahl hergestellt. Sichtbezüge, Raumabfolgen und Wegeführungen außen und innen spielen eine entscheidende Rolle für den Bezug zwischen Bauwerk und Umgebung.
Ideeller Bezug: Im Rahmen der Denkmalpflege haben bestimmte Orte, Straßen, Plätze oder Gebäude eine besondere Bedeutung. Der ideelle Bezug leitet sich dabei weniger aus formal-ästhetischen Gesichtspunkten ab, sondern aus einem oder mehreren historischen Ereignissen, Gegebenheiten oder einem besonderen historischen Kontext, in dem ein Areal oder ein Gebäude steht oder stand, z.&#160;B. bestimmte Abschnitte der ehemaligen Mauer bzw. die Übergangsstelle Checkpoint Charlie in Berlin, Geburtshäuser oder Wohn- bzw. Arbeitsstätten bedeutender Persönlichkeiten, Stätten politischen Umbruchs usw.; selbst bei fehlender architekturhistorischer Bedeutung haben Architekten und Planer bei Rückbauten, Rekonstruktionen, Umnutzungen, Umbauten oder Erweiterungen solcher historisch und gesellschaftlich spezifischen Orte den ideellen Bezug zu berücksichtigen.
Nachhaltigkeit, Ökologie und Energieverbrauch: Seit den 1980er Jahren, jedoch verstärkt seit die Debatte um die Globale Erwärmung immer breiter geführt wurde, sind Nachhaltigkeit, Ökologisches Bauen und die Verminderung des Energieverbrauchs von Gebäuden zu wichtigen Themen in der Architektur geworden. Viele Gebäude haben einen hohen Heiz- und Kühlenergiebedarf; auf die Lebensdauer des Gebäudes projiziert gibt es erhebliche Energie-Einsparungspotenziale. Beim Entwurf von Gebäuden werden heute die Ausrichtung, die Form des Baukörpers, die Gebäudehülle und die Baustoffe auch in Hinsicht auf ökologische Aspekte gewählt. Dies hat zum Teil weitreichende Auswirkungen auf die Architektur der Gebäude. Unter dem Stichwort Solararchitektur werden Konzepte zusammengefasst, die eine weitgehende Minimierung des Energieverbrauchs zum Ziel haben. Viele zeitgenössische Gebäude erreichen heute einen guten Energiestandard.
Kosten: Das Budget, das der Bauherr zur Errichtung eines Gebäudes bereitstellt, ist ein zentraler Faktor, der über die Qualität des Ergebnisses entscheidet. Oft werden Entwurfsentscheidungen aufgrund des Budgets getroffen, es hat also wesentlichen Einfluss auf die Architektur. Das Thema Kosten begleitet die Planer durch den gesamten Planungs- und Ausführungsprozess.
Weitere häufig auftauchende Schlagwörter in der Architekturdebatte sind:Ehrlichkeit – siehe zum Beispiel Paulhans Peters, ehemaliger Chefredakteur des Baumeister (Zeitschrift).
Minimalismus
form follows functionBezüge[Bearbeiten]Musik: Musik und Architektur gehören seit langer Zeit zum menschlichen Kulturgut. In der griechischen und römischen Antike waren sie viel enger miteinander verknüpft als dies heute der Fall ist. Die Proportionslehre in der Architektur (vor allem der Renaissance) bezieht sich auf die Harmonielehre in der Musik. Architekten, Musiker und Philosophen haben in den Jahrhunderten nicht nur immer wieder Verbindungen zwischen den beiden Künsten gesucht und auch geschaffen, sondern sich auch wechselseitig neue Impulse gegeben. Der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph Schelling sagte im Jahre 1859: Architektur ist erstarrte Musik. In ähnlicher Weise ist bei Arthur Schopenhauer zu lesen: Architektur ist gefrorene Musik. Auch die Akustik eines Gebäudes spielt eine große Rolle (z.&#160;B. bei Opernhäusern, Konzerthallen, Theatern, etc.).
Psychologie: Die Psychologie setzt sich mit der Architektur unter verschiedenen Aspekten auseinander. Die Künstlergruppe der Situationisten befasste sich in den 1960er-Jahren mit diesem Forschungsgebiet (siehe „Psychogeografie“).
Studien zeigen, dass Architekten und Laien eine völlig unterschiedliche Wahrnehmung von Architektur haben. Dieses beruht auf dem unterschiedlichen Wissensstand und der daraus resultierenden unterschiedlichen Sichtweise. Die Architekturvorstellungen von Laien werden darüber hinaus stark durch Medien und durch Rollenvorbilder beeinflusst.[2]
Aus den Erkenntnissen über die Wechselwirkung von Mensch und bebauter Umwelt ging die Architekturpsychologie hervor.[3] Von Bedeutung ist auch die farbpsychologische Wirkung der Gestaltung von Innenräumen und Fassaden. So sind Architekturpsychologen in der Lage, z.&#160;B. patientenorientierte Praxisräume[4] zu gestalten.[5] Erforderlich sind Schemata und Erhebungsinstrumenten zur Beurteilung von Büros, Wohnungen, Schulen, Universitäten und Krankenhäusern.[6]
Die Architekturpsychologie bezieht Ihre Erkenntnisse aus empirischen Studien. Sie ist nicht mit den spirituellen Lehren des Feng-Shui zu verwechseln.
Soziologie: Bei der Architektursoziologie geht es um die symbolische Interaktion zwischen den sozial handelnden Menschen mittels der Konstitution und Gestaltung von Räumen, beispielsweise von Städten, Landschaften (Parks), Häusern, Brücken, Denkmalen oder besonderen Bauteilen (Türmen, Türen u.&#160;a.) bis hin zur Innenarchitektur; also auch um den Beruf des Architekten, um Baupolitik, Bauwirtschaft und Wohnen.
Gesetzgebung: In fast allen Ländern unterliegen Bauwerke umfassenden gesetzlichen Bestimmungen und einer behördlichen Überwachung. Die erforderlichen Bedingungen u.a. der Standsicherheit, der Sicherheit im Betrieb, der städtebaulichen Einbindungen, der technischen Versorgung und der Energieeffizienz nehmen auf die Architektur Einfluss.Siehe auch[Bearbeiten]
&#160;Portal: Architektur und Bauwesen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Architektur und BauwesenTraditionelle Architektur, Architekturikone, Architekturstil, Architekturtheorie, Baukultur
Architekturdarstellung: Zeichnung, Computerunterstützte Visualisierungen, Modell
Architekturstudium, ArchitektenkammerLiteratur[Bearbeiten]
Über ArchitekturLouis Hellman: Architektur für Anfänger (Architecture A-Z – A Rough guide). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1988, ISBN 978-3-499-17551-0.
Hermann Hipp, Ernst Seidl (Hrsg.): Architektur als politische Kultur. philosophia practica. Reimer, Berlin 1996, ISBN 3-496-01149-1.
Joshua Comaroff/Ong Ker-Shing: Horror in Architecture. Oro Editions, San Francisco, Kalifornien, USA 2013.
Visionary Architects , University of St Thomas, Library of Congress Card Number, 68-24454. S.W. Swan Services, New York, 1968.NachschlagewerkeHans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X.
Nikolaus Pevsner: Lexikon der Weltarchitektur, elektronische Ressource, Digitale Bibliothek Band 37, Directmedia Publishing Berlin 2004, ISBN 3-89853-437-5.
Ingo Sauer, Christine Kretschmer: Kinder entdecken Architektur – Projekte für die Grundschule. Klett-Kallmeyer 2011.[7]
Ernst Seidl (Hrsg.): Lexikon der Bautypen. Funktionen und Formen der Architektur. Philipp Reclam, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-15-010572-6.Siehe auch „Literatur“ in den Artikeln: Geschichte der Architektur, Architekturtheorie
Filme[Bearbeiten]
siehe auch Kategorie:Architektur im Film
Dokumentarfilm[Bearbeiten]Sense of Architecture, Regie: Heinz Emigholz, 2009Spielfilm[Bearbeiten]Die Forsyte-Saga, 1. Staffel (Folgen 1-3), 2002
Ein Mann wie Sprengstoff, 1949Weblinks[Bearbeiten]
&#160;Commons: Architektur&#160;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
&#160;Wiktionary: Architektur&#160;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
&#160;&#160;Wikiquote: Architektur&#160;– Zitate
&#160;Wikisource: Architektur&#160;– Quellen und Volltexte
Online-Datenbanken zu Architekten und BauwerkenarchINFORM – weltweit größte Internationale Architekturdatenbank mit Informationen zu Bauten und Architekten (dt. Version)
nextroom – architektur im netz umfangreiche Datenbank aktueller Architektur ab 1900 (vorwiegend Österreich)LiteraturrechercheInformationen zu Architektur im Portal SPK digital der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Pläne, Fotografien, digitalisierte Sammlungen
Digitalisierte Bücher zur Architektur auf den Seiten der Universitätsbibliothek Heidelberg
Datenbank der Fachbibliografie zur Architektur in tschechischen Fachzeitschriften 1897-1939Artikel, Referatearchinoah.de – Architekturportal und Forum für Architektur – viele Referate, Informationen und aktuelle Veranstaltungen im Bereich Architektur.
Telepolis-Special Architektur (Memento vom 4. Juni 2004 im Internet Archive)
BauNetzEinzelnachweise[Bearbeiten]↑ Vitruv: Zehn Bücher über Architektur. Übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Dr. Curt Fensterbusch. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1964, ISBN 3-534-01121-X, S. 45.
↑ Interview mit dem Psychologen Stephan Grünewald zur Wirkung von Medienbildern in der Architektur in: archimaera (Heft 2/2009).
↑ Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, Lehrstuhl R. Bromme, Thema: Experten-Laienkommunikation in der Architektur
↑ Artikel von dem Architekturpsychologen Ralf Zeuge zur Gestaltung patientenorientierter Praxisräume In 'Zahnärztliche Mitteilungen', zm 98, Nr. 12 vom 16. Juni 2008, Seite 88-89
↑ Seminare von Riklef Rambow, BTU Cottbus
↑ Forschungsarbeiten von Rotraut Walden, Universität Koblenz
↑ Eva Pfister: Wie man Kinder für Architektur begeistert. rp-online.de. 10.&#160;August 2011. Abgerufen am 10.&#160;September 2011.Normdaten&#160;(Sachbegriff): GND: 4002851-3 (AKS)
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