In dem Allgemeinen Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen (GATS) der Welthandelsorganisation werden vier Erbringungsarten von Dienstleistungen (Modes) unterschieden.Inhaltsverzeichnis
1 Erbringungsarten1.1 Grenzüberschreitende Erbringung
1.2 Inanspruchnahme im Ausland
1.3 Geschäftliche Anwesenheit (Niederlassung)
1.4 Anwesenheit natürlicher Personen
2 Schema
3 Klassifikation von Dienstleistungen in GATS (Sektoren)3.1 1. Unternehmerische und berufsbezogene Dienstleistungen
3.2 2. Kommunikationsdienstleistungen
3.3 3. Bau- und Montagedienstleistungen
3.4 4. Vertriebsdienstleistungen
3.5 5. Bildungsdienstleistungen
3.6 6. Umweltdienstleistungen
3.7 7. Finanzdienstleistungen
3.8 8. Medizinische und soziale Dienstleistungen (andere als freiberufliche Dienstleistungen)
3.9 9. Tourismus und Reisedienstleistungen
3.10 10. Erholung, Kultur und Sport (andere als audiovisuelle Dienstleistungen)
3.11 11. Transportdienstleistungen
4 EinzelnachweiseErbringungsarten[Bearbeiten]
Beispiel für Österreich
Grenzüberschreitende Erbringung[Bearbeiten]
Mode 1: Grenzüberschreitende Erbringung: z. B. ORF-Sendung, die europaweit ausgestrahlt wird.
Inanspruchnahme im Ausland[Bearbeiten]
Mode 2: Inanspruchnahme im Ausland: z. B. Ein Österreicher fährt zur Zahn-Behandlung nach Ungarn.
Geschäftliche Anwesenheit (Niederlassung)[Bearbeiten]
Mode 3: Geschäftliche Anwesenheit: z. B. Um eine Dienstleistung anbieten zu können, ist eine Niederlassung erforderlich.
Anwesenheit natürlicher Personen[Bearbeiten]
Mode 4: Anwesenheit natürlicher Personen: z. B. Ein ägyptischer Arzt eröffnet eine Privatklinik in Österreich mit ägyptischen Personal.
Mode 3 und Mode 4 sind die durch Gats vorangetriebenen neuartigen Modes, der Mode 3 kann als eine Abwandlung das MAI gesehen werden, Mode 4 als Migrationsabkommen gesehen werden.
Schema[Bearbeiten]
Da es keine allgemein geteilte definitorische Abgrenzung zu Gütern gab, wurde im Rahmen der Verhandlungen zum GATS ein Schema entwickelt, das Dienstleistungen in 12 Sektoren unterteilt, die wiederum in rund 155 Subsektoren untergliedert sind und die auch von GATS betroffen sind. Jeder dieser Sektoren wird in jedem Mode als eigener Punkt verhandelt.
Unter das GATS fallen also volkswirtschaftliche Schlüsselbereiche und Querschnittsfunktionen (wie Finanz- oder Telekommunikationsdienstleistungen) und gesellschaftliche Basisdienstleistungen wie Bildung, Gesundheit und audiovisuelle Medien. [1]
Klassifikation von Dienstleistungen in GATS (Sektoren)[Bearbeiten]
1. Unternehmerische und berufsbezogene Dienstleistungen[Bearbeiten]
A. (Frei-) berufliche Dienstleistungen z. B. Tierärzte, Ärzte, Anwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Architekten, Ingenieure
B. EDV-Dienstleistungen
C. Forschung
D. Grundstücks- und Immobilien-Dienstleistungen z. B. Makler, Instandhaltung
E. Miet-/Leasing ?Dienstleistungen ohne Personal z. B. bezogen auf Schiffe, Transportausrüstung, Maschinen
F. Andere gewerbliche Dienstleistungen z. B. Werbung, /Unternehmens-/Personalberatung, Reparaturen, Druckereien
2. Kommunikationsdienstleistungen[Bearbeiten]
A. Postdienste
B. Kurierdienste
C. Telekommunikationsdienstleistungen z. B. Telefon, E-Mail, Datentransfer, Telex
D. Audiovisuelle Dienstleistungen z. B. Film-/Video-/Musikproduktion, Radio, Fernsehen
E. Andere
3. Bau- und Montagedienstleistungen[Bearbeiten]
A. Allgemeine Bauausführung für Gebäude (Hochbau)
B. Allgemeine Bauausführung für Tiefbau
C. Installation und Montage-Arbeiten
D. Baufertigung
E. Andere
4. Vertriebsdienstleistungen[Bearbeiten]
A. (Provisions-) Vertreter
B. Großhandel
C. Einzelhandel
D. Franchising
E. Andere
5. Bildungsdienstleistungen[Bearbeiten]
A. Kindergarten/Grundschule
B. Schulbildung
C. Berufs-/ Universitätsausbildung
D. Erwachsenen- und Weiterbildung
E. Andere Bildungseinrichtungen
6. Umweltdienstleistungen[Bearbeiten]
A. Abwasserbeseitigung/Kanalisation
B. (Sperr-) Müllabfuhr
C. Sanitäre Einrichtungen/Hygiene
D. Andere
7. Finanzdienstleistungen[Bearbeiten]
A. Alle Versicherungen und versicherungsbezogenen Dienstleistungen z. B. Lebens-, Unfall, Krankenversicherung, Rückversicherung, Versicherungsvertrieb/-vertreter
B. Bank- und Finanzdienstleistungen (außer Versicherungen) z. B. Einlagen/Kreditgeschäft, Geldhandel, Derivate, Investmentbanking, Fonds-/Anlagemanagement, Datenverarbeitung und Beratung für Finanzdienstleistungen
C. Andere
8. Medizinische und soziale Dienstleistungen (andere als freiberufliche Dienstleistungen)[Bearbeiten]
A. Krankenhausdienstleistungen
B. Sonstige Gesundheitsdienstleistungen
C. Soziale Dienstleistungen
D. Andere
9. Tourismus und Reisedienstleistungen[Bearbeiten]
A. Hotel und Restaurants (incl. Catering)
B. Reiseagenturen und Reiseveranstalter
C. Fremdenführer/Reisebegleitung
D. Andere
10. Erholung, Kultur und Sport (andere als audiovisuelle Dienstleistungen)[Bearbeiten]
A. Unterhaltungsdienstleistungen (inkl. Theater, Live Bands und Zirkus)
B. Nachrichtenagenturen
C. Büchereien, Archive, Museen und sonstige kulturelle Dienstleistungen
D. Sport und andere Erholungsdienstleistungen
E. Andere
11. Transportdienstleistungen[Bearbeiten]
A. Seeschifffahrt z. B. Fracht, Personen, Reparatur und Instandsetzung, Unterstützungsdienste für die Seeschifffahrt
B. Binnenschifffahrt
C. Lufttransport
D. Raumfahrt
E. Schienenverkehr
F. Straßenverkehr
G. Pipeline Transport
H. Hilfsdienste für Transportdienstleistungen z. B. Lagerung, Frachtumschlag, Vermittlungsagenturen
I. Andere TransportdiensteEinzelnachweise[Bearbeiten]↑ [http://www.gats.de/modules.php?name=Content&amp;pa=showpage&amp;pid=24] (Log-In erforderlich)<!–NewPP limit report
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Der Begriff Dienstleistungsgesellschaft zielt auf den gesellschaftlichen Strukturwandel ab, der sich beginnend in den 1970er Jahren auf unterschiedliche Weise in allen westlichen Industriestaaten vollzogen hat. Tatsächlich handelt es sich um einen Euphemismus für den Abbau von Infrastrukturen in der Montanindustrie, weniger um eine allgemeine De-Industrialisierung. In der Summe ist der Wandel mit einem erheblichen Rückgang der Zahl der Arbeitsplätze verbunden.
Zunächst verlagerten sich in der Grundstoff­industrie viele Produktions­mengen in Länder mit günstigeren Gewinnungs­methoden für Kohle und Erze sowie Mineralöl und Erdgas. Dann verblieben in der verarbeitenden Industrie aufgrund von Automatisierung und Produktivitätssteigerung immer weniger Arbeitsplätze und gleichzeitig konnte die Nachfrage nach Industrieprodukten immer kostengünstiger durch Transport von neuen Herstellern zu den Verbrauchern befriedigt werden, so dass der Dienstleistungssektor (im Sinne der Drei-Sektoren-Hypothese von Jean Fourastié) einerseits immer mehr Arbeitskräfte und andererseits immer mehr Kaufkraft an sich binden konnte.
Sektorale Verteilung der Beschäftigten in der EG / EU in&#160;% der Gesamtbeschäftigten
Der Prozess der Umwandlung einer Industriegesellschaft hin zur Dienstleistungsgesellschaft wird als Tertiarisierung bezeichnet.
Neben den veränderten materiellen Grundlagen wird mit Dienstleistungsgesellschaft auch eine Veränderung gesellschaftlicher Werte und Normen verbunden.Inhaltsverzeichnis
1 Ursachen der Tertiarisierung
2 Entwicklung in Deutschland
3 Folgen der Tertiarisierung
4 Siehe auch
5 Literatur
6 Weblinks
7 EinzelnachweiseUrsachen der Tertiarisierung[Bearbeiten]
Eine Reihe von Hypothesen versuchen das Phänomen der Tertiarisierung zu begründen. Hierzu zählen u.&#160;a. die Auslagerungsthese und die Interaktionsthese. Tatsächlich verwandelt sich die Struktur der Nachfrage in der Gesellschaft nicht, sondern durch Prekarisierung nimmt der Anteil der Personen mit geringem Einkommen zu und die frühere Vollbeschäftigung endet.
Durch die Produktivitätssteigerung in den ersten beiden Sektoren wurden Arbeitskräfte frei und der Dienstleistungsbereich diente als „Auffangbecken“ für die freigesetzten Arbeitskräfte. Zudem trennen sich im Rahmen des Outsourcing Unternehmen von Aktivitäten, die nicht zu den Kernkompetenzen gehören und kaufen diese Leistungen bei spezialisierten Anbietern für unternehmensbezogene Dienstleistungen ein. Beispiele: Instandhaltung, EDV, Wachdienst.
Es existiert eine beachtliche private, kaufkräftige Nachfrage nach Dienstleistungen, unter Umständen verstärkt durch die Veränderungen in den Lebensbedingungen (sinkende Arbeitszeit führt zu Nachfrage nach Freizeitangeboten) und in der Bevölkerungsstruktur.
Zusätzlich gibt es bei konstantem Bedarf im Bereich der Planung und Durchführung der Güterproduktion einen erhöhten Bedarf an Dienstleistungen bei der Lagerung und Verteilung der Güter innerhalb des produzierenden Gewerbes und zu den Verbrauchern. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer industriellen Dienstleistungsgesellschaft in den Industriestaaten.
Eine Folge ist die wachsende Komplexität sozialer und ökonomischer Systeme. Voraussetzung für die Anpassung ist die allgemeine Verbreitung moderner Informationstechnik und schnellerer Kommunikations­pfade. Dabei steigt der Bedarf an Vermittlung und Steuerung, hingegen kommt die Systematik der Regelung und die erforderliche Kapitalisierung nicht in gleichem Maße nach. Insgesamt führt die Entwicklung also zu weiter verstärkter Arbeitsteilung. Zugleich kommt es zu vermehrter Bürokratisierung der Gesellschaft. Daneben nehmen die Ausfälle durch Insolvenzen und durch Nachfrageschwankungen zu. Die Anforderungen an flexiblere Methoden der Betriebsführung und die Organisations­formen entwickeln sich nur langsam weiter.
Entwicklung in Deutschland[Bearbeiten]
Legt man die Beschäftigungsverhältnisse in den jeweiligen Wirtschaftssektoren oder den Anteil der Sektoren am BSP (Bruttosozialprodukt) als Maß an, lässt sich daraus schließen, dass Deutschland bis Ende des 19. Jahrhunderts eine Agrargesellschaft und bis in die 70er des 20. Jahrhunderts eine Industriegesellschaft war. In dieser Lesart überholte dann der expansive tertiäre Sektor in den 1970ern den sekundären Sektor und man kann seitdem in der Bundesrepublik Deutschland von einer Dienstleistungsgesellschaft sprechen.
Interpretiert man die klassische Drei-Sektoren-Theorie von der Nachfrageseite her und betrachtet man dahingehend den Konsum klassischer personenbezogener Dienstleistungen (tertiärer Produkte) wie z.&#160;B. Frisör-, Konzert- oder Restaurant/Cafébesuche bzw. die Inanspruchnahme von Reinigungs- oder Renovierungsservice, kann man jedoch zu anderen Schlüssen kommen. Wie Jonathan Gershuny für Großbritannien und Boris Loheide für Deutschland nachgewiesen haben, ist dieser Konsum zumindest in den 1970er, 1980er und 1990er Jahren widererwartend nicht nennenswert gestiegen. Stattdessen kauften die Menschen zunehmend Produkte des sekundären Sektors, mit denen solche Dienstleistungen ersetzt werden bzw. man sie sich selbst erbringen kann, wie z.&#160;B. Waschvollautomat, Home-Cinema oder Espressomaschinen. Gleichzeitig wälzen viele Unternehmen Serviceleistungen auf den Verbraucher ab, indem sie ihn sich sein Essen bzw. Kaffee selber am Tresen abholen (Systemgastronomie), sein Geld selber ziehen (Geldautomat) oder seine Möbel selber zusammenbauen (IKEA) lassen. Demzufolge leben wir weniger in einer Dienstleistungs- als in einer Selbstbedienungsgesellschaft.[1]
Die DDR hatte zum Zeitpunkt des Mauerfalles (1989) die gleiche sozioökonomische Struktur wie die Bundesrepublik Deutschland um 1965. Die Ursachen dafür liegen in der niedrigen Produktivität und der Vernachlässigung des Dienstleistungssektors durch die sozialistische Wirtschaftsplanung. Es waren zu viele Menschen in den ersten beiden Sektoren beschäftigt. Der Einsatz und Arbeitsumfang von Dienstleistungen ist schwer im Voraus planbar. Nach der Wiedervereinigung haben die neuen Bundesländer sich schnell zu einer Dienstleistungsgesellschaft entwickelt.
Folgen der Tertiarisierung[Bearbeiten]
Arbeitsmarkt insgesamt: Die Berufe mit den höchsten Beschäftigungszuwächsen sind etwa: Bürokräfte, Pflegeberufe und Datenverarbeitungsfachleute. Die Anforderungen an die Arbeitnehmer steigen vor allem im Bereich der fachlichen und inhaltlichen Qualifikation und der sozialen Kompetenzen (zum Beispiel Teamfähigkeit und Eigenständigkeit).
Die über Jahrhunderte bedeutende Schicht der Bauern verlor immer mehr an Bedeutung. Heute sind sie in der EU mit weniger als 1 Prozent Anteil an allen Erwerbstätigen eine zu vernachlässigende Größe. Die Bauern verfügen über erhebliche Vermögenswerte, aber ihre finanzielle Situation ist häufig sehr angespannt. Bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 59 Stunden ist das durchschnittliche Nettohaushaltseinkommen pro Kopf sogar niedriger als das eines Arbeiters.
Seit der industriellen Revolution im 18. Jhd. war die Arbeiterschaft eine dominierende Schicht bis sie Ende der 1970er Jahre von den Beamten und Angestellten abgelöst wurden. Im Zuge des Wirtschaftswunders ist die zahlenmäßig schrumpfende Arbeiterschaft sozial aufgestiegen. Sie erreichte einen höheren Lebensstandard und eine bessere soziale Absicherung, doch ihre schwere physische Belastung blieb.
Kinder aus Arbeiterfamilien haben immer noch schlechtere Bildungschancen und das Arbeitermilieu bleibt unter sich. Menschen, die der Arbeiterschaft angehören, haben im Allgemeinen ein niedrigeres soziales Ansehen. Die Gefahr, arbeitslos zu werden, ist für Menschen aus dieser Gesellschaftsschicht höher.
Angestellte und Beamte: Heute ist die größte Gruppe in der Mitte der Gesellschaft die der Angestellten. Diese gesellschaftliche Schicht tritt erstmals um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in Erscheinung. Bis heute ist ihr Anteil an den Erwerbstätigen bis auf 50 Prozent gestiegen.
Man kann ihre Tätigkeiten in drei klassische Bereiche gliedern: Kaufmännische Tätigkeiten, technische Tätigkeiten und Büro- und Verwaltungstätigkeiten. Viele Angestellte finden sich aber auch in den Berufsfeldern Verkehr, Kommunikation und Information. Die meisten Angestellten finden sich im tertiären Sektor. Seit der Tertiarisierung des sekundären Sektors gibt es außerdem eine zunehmende Zahl von Angestellten in der Industrie.
Die typischen Berufe der Dienstleistungsgesellschaft gelten als rationalisierungsresistent, da oft die Qualität der Arbeit von ihrer Quantität abhängt.
Siehe auch[Bearbeiten]Postindustrielle GesellschaftLiteratur[Bearbeiten]Baethge, Martin &amp; Wilkens, Ingrid: Die große Hoffnung für das 21. Jahrhundert. Perspektiven und Strategien für die Entwicklung der Dienstleistungsbeschäftigung Leske &amp; Budrich, Opladen 2001
Bell, Daniel: Die nachindustrielle Gesellschaft Campus, Frankfurt 1985
Bender, Christiane &amp; Graßl, Hans: Arbeiten und Leben in der Dienstleistungsgesellschaft UVK, Konstanz 2004
Fourastié, Jean (1954): Die große Hoffnung des zwanzigsten Jahrhunderts Bund, Köln 1954
Gartner, Alan &amp; Riessmann, Frank: Der aktive Konsument in der Dienstleistungsgesellschaft. Zur politischen Ökonomie des tertiären Sektors Suhrkamp, Frankfurt 1978
Gershuny, Jonathan I.: Die Ökonomie der nachindustriellen Gesellschaft. Produktion und Verbrauch von Dienstleistungen Campus, Frankfurt 1981
Loheide, Boris: Wer bedient hier wen? – Service oder Selfservice – Die Bundesrepublik Deutschland als Dienstleistungsgesellschaft, Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2008.
Häußermann, Hartmut &amp; Siebel, Walter: Dienstleistungsgesellschaften Suhrkamp, Frankfurt 1995 (Auszug: siehe Weblinks)Weblinks[Bearbeiten]Eine wichtige Säule des amerikanischen Beschäftigungserfolgs: der Dienstleistungssektor – Analyse des IAB (PDF-Datei; 30 kB)Einzelnachweise[Bearbeiten]↑ Loheide, Boris: Wer bedient hier wen? – Service oder Selfservice – Die Bundesrepublik Deutschland als Dienstleistungsgesellschaft, Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2008.<!–NewPP limit report
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Das Sydney Opera House zählt zu den weltbekannten Architekturikonen.
Architekturikone ist ein Begriff aus der Architekturkritik und bezeichnet Bauwerke, die wegweisend sind beziehungsweise waren oder aufgrund ihrer Gestaltung Einzigartigkeit beanspruchen.Inhaltsverzeichnis
1 Beispiele
2 Definition
3 Kritik
4 Liste (Auswahl)
5 Literatur
6 Weblinks
7 EinzelnachweiseBeispiele[Bearbeiten]
Seagram Building in New York City
Ein Beispiel dafür ist das Seagram Building in New York, das zur Ikone des modernen Hochhauses und in den nachfolgenden Jahrzehnten weltweit zum meist imitierten Beispiel seiner Gattung wurde. Der Bau des Sydney Opera House wiederum war Teil eines Umdenkens in der Architektur der 1950er Jahre.„Als Ikonen eines Ortes oder einer Zeit errichtet man heute eher Bauwerke wie das Opernhaus in Sydney oder das Guggenheim-Museum in Bilbao. Sie haben jedoch eine ähnliche Funktion wie einst die Kolossalstatuen und prägen international das Bild der jeweiligen Stadt.“[1]Definition[Bearbeiten]
Diese herausragenden Bauwerke, Gebäude und Ensembles erfüllen mehrere der folgenden Kriterien:allgemeine Anerkennung
Popularität
Originalität
Symbolwert
Bedeutung für die Entwicklung der Architektur
Repräsentativ für einen ArchitekturstilSabine Thiel-Siling schreibt in ihrem Vorwort zu Architekturikonen des 20. Jahrhunderts:„Die Bauwerke sind jeweils spektakulär für ihre Zeit und ihr Umfeld, sei es durch ihre konstruktiven Errungenschaften oder innovative Materialverwendung, durch ihre Formensprache oder weil sie erstmals einen völlig neuen Gebäudetyp verkörperten.“[2]Manche Bauten haben sich zu Pilgerstätten von Architektur-Enthusiasten entwickelt oder sind gar zu Wahrzeichen von Städten, ja sogar Ländern geworden. Doch oft wurden sie auch von Laien missverstanden, selbst wenn sie Vorbild für ganze Architektengenerationen wurden.
Tom Wright, der Architekt des Burj al Arab, sagte zum gleichen Thema:„Woran erkennt man, dass ein Gebäude zum Symbol geworden ist? Wenn man es in fünf Sekunden zeichnen kann, und jeder weiß was es ist.“[3]Kritik[Bearbeiten]
Farnsworth House
Oft planen die Architekten, um ein abstraktes Ziel zu erreichen, an den Bedürfnissen ihrer Auftraggeber vorbei. Die Chicagoer Ärztin Edith Farnsworth, die Ludwig Mies van der Rohe im Jahr 1945 den Auftrag erteilte, ein Wochenendhaus zu entwerfen, in das sie sich zur Erholung zurückziehen konnte, war nicht angetan vom Purismus ihres Hauses, das sie viel Geld kostete und äußerte sich dem Architekten gegenüber folgendermaßen:„Ich wollte etwas „Bedeutungsvolles“ haben, und alles was ich bekam, war diese glatte, oberflächliche Sophisterei.“[4]Und gerade dieses Haus wurde zu einem Wallfahrtsort für Architekturtouristen. Menschen von denen LeBlanc schreibt:„Der Architekturtourist ist ein beherzter Mensch, der ohne weiteres eine ganze Reise plant, um ein bestimmtes Bauwerk zu sehen; der einen halben Tag sucht, um es zu finden; der stundenlang an der Türschwelle herumlungert, in der Hoffnung, hineinzukommen. Doch seine Hartnäckigkeit lohnt sich, denn um ein Gebäude voll und ganz zu verstehen, muss man es selbst sehen.“[4]Dass man ein Gebäude selbst sehen muss, das greift auch Jürgen Tietz auf, der sich in der Neuen Zürcher Zeitung kritisch mit dem Drang nach immer neuen architektonischen Symbolen auseinandersetzt, der durch den so genannten „Bilbao-Effekt“ von Frank O. Gehrys Guggenheim-Museum im baskischen Bilbao ausgelöst wurde. Zuerst erfasste diese Modewelle die Metropolen bevor sie auch die kleineren Städte erreichte, denn je unverwechselbarer ein Gebäude ist, desto besser ist es zu vermarkten. Bekannte Gebäude sorgen dafür, dass einzelne Orte sofort erkennbar sind: So steht der Eiffelturm für Paris und die Akropolis für Athen.
In den Zeiten der Globalisierung werden Architekturikonen zu Markenzeichen im Wettstreit der Metropolen.„Zugleich droht die wachsende Inflation auf dem Catwalk der Architekturbilder zur allgemeinen Verwirrung beizutragen. Stand dieses Haus in Hamburg, Tokio oder Paris? War es das Museum in Bern, Manchester oder Seoul? Hiess der Architekt Eisenman, Koolhaas oder Piano?“[5]Das Dilemma dieser auf Bildwirkung hin ausgerichteten Architektur ist es, dass sie auf den raschen Blick vertrauen muss. Tietz nennt es „ein möglichst leicht konsumierbares architektonisches Fast Food“. Dabei wird oft vergessen, dass, was die Qualität von Architektur ausmacht, nur vor Ort erfahrbar ist.„Doch auch der Baukasten der Moderne generiert laufend neue Bilder für die weltweite Vermarktung im Architekturzirkus: ökologisch ambitioniert bei Foster, elegant expressiv bei Gehry, zackig dekonstruiert bei Libeskind.“[5]Durch diese am Computer entworfenen, gebauten Marketingstrategien droht aber, laut Tietz, die Architektur zum Klischee zu erstarren, die voll Potemkinscher Dörfer ist.
Liste (Auswahl)[Bearbeiten]
Diese Liste kann niemals vollständig werden, sie soll aber eine Übersicht über die Vielfältigkeit des Bauens geben.
Bild
Name / Jahr
Architekt
Ort
AnmerkungenPantheon
119/125Rom, Italien
Das unter Kaiser Hadrian fertiggestellte Pantheon besaß für mehr als 1700 Jahre die größte Kuppel der Welt, gemessen am Innendurchmesser, und gilt allgemein als am besten erhaltenes Bauwerk der römischen Antike.Hagia Sophia
537Istanbul, Türkei
Die als Kuppelbasilika errichtet Hagia Sophia setzte im 6. Jahrhundert neue architektonische Akzente. Die bauhistorische Bedeutung der Kuppel liegt nicht in ihrer Größe, sondern darin, dass sie erstmals auf nur vier Pfeilern ruht und so gleichsam über dem darunterliegenden Raum schwebt.Kathedrale von Chartres
1260Chartres, Frankreich
In der Kathedrale von Chartres laufen viele kunst- und kulturhistorische Strömungen zusammen. Es gab zu Beginn der klassischen Phase der gotischen Architektur zwei grundlegend verschiedene Ansätze, von denen sich nur einer durchgesetzt hat und der wesentlich bekannter geworden ist.La Rotonda
1571
Andrea Palladio
Vicenza, Italien
Ideales Renaissance-Gebäude, dessen Ästhetik den antiken Vorbildern gleichzukommen suchte. Thomas Jefferson reichte anonym beim Wettbewerb um die Gestaltung der Präsidentenresidenz in Washington D.C. einen Plan ein, der eine Variation der Villa Rotonda war. Dieser Entwurf wurde zwar nicht angenommen, doch griff er Elemente für sein eigenes Wohnhaus in Monticello auf.Crystal Palace
1851
Joseph Paxton
London, Großbritannien
Vorgefertigtes Gebäude, das auf seriell gefertigten, modularen Bauteilen beruht. Die Konstruktion bei repräsentativer Architektur so bewusst zur Schau zu stellen war ein Novum.Sagrada Família
1882
Antoni Gaudí
Barcelona, Spanien
Die Sagrada Família ist ein ungewöhnliches Werk der Sakralarchitektur, das gotische Motive mit modernen Mitteln neu interpretiert.Eiffelturm
1889
Gustave Eiffel
Paris, Frankreich
Die Stahlfachwerkkonstruktion war seit ihrer Errichtung 41 Jahre lang höchstes Bauwerk der Erde und löste eine weltweite Turmbauwelle aus. Die architektonisch herausragende Stellung begründet sich zum einen durch viele Bauwerke, die dem Konstruktionsprinzip folgten, das Aussehen teilweise sogar kopierten, zum anderen ist der Turm völlig ohne historisches Vorbild entstanden.Rietveld-Schröder-Haus
1924
Gerrit Rietveld
Utrecht, Niederlande
Das Gebäude zählt zu den wichtigsten Bauwerken der De Stijl-Bewegung.Chilehaus
1924
Fritz Höger
Hamburg, Deutschland
Das Chilehaus war beispielgebend für den Backsteinexpressionismus der 1920er Jahre. Mit seiner an einen Schiffsbug erinnernden Spitze wurde es zu einer Ikone des Expressionismus in der Architektur.Einsteinturm
1924
Erich Mendelsohn
Potsdam, Deutschland
Das Observatorium im „Wissenschaftspark Albert Einstein“ auf dem Telegrafenberg in Potsdam ist ein für seine Entstehungszeit revolutionäres Bauwerk.Hufeisensiedlung
1925 – 1930
Bruno Taut
Berlin, Deutschland
Die Hufeisensiedlung, zu der auch das Ferienhaus "Tautes Heim" gehört, gilt international als Schlüsselwerk des reformorientierten städtischen Wohnungsbaus.Bauhaus Dessau
1926
Walter Gropius
Dessau, Deutschland
Das Besondere ist neben der damals neuartigen funktionalen Trennung durch einzelne, zu einem Organismus gefügten Einzelbaukörpern die völlig in Glas aufgelöste Wand des Werkstättentraktes.Barcelona-Pavillon
1929
Ludwig Mies van der Rohe
Barcelona, Spanien
Das Gebäude, das stilbildend für die moderne Architektur wurde, verwirklichte zwei Entwurfsprinzipien van der Rohes: der „freie Grundriss“ und der „fließende Raum“.Villa Tugendhat
1930
Ludwig Mies van der Rohe
Brünn, Tschechien
Konstruktion und Wand wurden strikt voneinander getrennt und sollten einen „frei“ einteilbaren Grundriss ermöglichen.Fallingwater
1937
Frank Lloyd Wright
bei Pittsburgh, USA
Der Bauherr wünschte sich ein Gebäude mit Ausblick auf den Wasserfall. Nach einer genauen Vermessung des Bauplatzes, die auch alle Bäume und zutage tretenden Felsen einbezog, schlug Wright jedoch vor, das Gebäude über dem Wasserfall zu errichten.Villa Malaparte
1940
Adalberto Libera
Capri, Italien
Der Schriftsteller Curzio Malaparte ließ die Villa auf einem vorspringenden Felsen über dem Meer erbauen. Malaparte wollte eine „casa come me“, ein „Haus wie ich“, bauen: „triste, dura, severa“ – „traurig, hart und streng“.Glass House
1949
Philip Johnson
New Canaan, USA
Das Glass House zeichnet sich durch eine radikale Reduzierung der Außenwände aus.Farnsworth House
1951
Ludwig Mies van der Rohe
Plano (Illinois), USA
Die Außenwände sind vollkommen aus Glas und ermöglichen in jeder Situation einen direkten Bezug zur Natur, als Sichtschutz sind lediglich leichte Vorhänge vorgesehen.Notre Dame du Haut
1955
Le Corbusier
Ronchamp, Frankreich
Auf Grund der organischen Bauform ist die Kirche auch ein Pilgerort für Architekten und Kunstinteressierte.Solomon R. Guggenheim Museum
1959
Frank Lloyd Wright
New York City, USA
Wright schuf eine sich windende Rampe und einen Aufzug, der die Besucher zum höchsten Punkt der Rampe transportiert, sodass sie an den Kunstwerken vorbei nach unten laufen können.Berliner Philharmonie
1963
Hans Scharoun
Berlin, Deutschland
Durch die Architektur wird die Trennung zwischen Künstler und Publikum weitgehend aufgehoben, die Künstler sitzen „inmitten“ der Zuhörer.Montreal Biosphère
1967
Richard Buckminster Fuller
Montreal, Kanada
Der US-amerikanische Pavillon bei der Expo 67 in Montreal besteht aus Stahl und Acryl und war Vorbild für zahlreiche Nachfolgebauten.Kathedrale von Brasília
1970
Oscar Niemeyer
Brasília, Brasilien
Kathedrale und Parlamentsgebäude prägen die neu erbaute brasilianische Hauptstadt.Finlandia-Halle
1971
Alvar Aalto
Helsinki, Finnland
Der Baustil ist funktionell ausgerichtet und bietet einen lebhaften Kontrast zur oft schwermütig wirkenden Landschaft.Olympiastadion München
1972
Günter Behnisch
München, Deutschland
Die Architektengruppe Olympiapark entwarf ein Stadion, das in die Landschaft eingebettet ist. Das Olympiastadion wurde zum Symbol einer neuen Leichtigkeit der
westdeutschen Nachkriegsarchitektur.
Sydney Opera House
1973
Jørn Utzon
Sydney, Australien
Das Opernhaus von Sydney ist eine beliebte Touristenattraktion, Wahrzeichen von Sydney und Australien. Auch Dänemark sieht das Opernhaus heute als Bestandteil seines kulturellen Erbes an.Centre Georges Pompidou
1977
Renzo Piano, Richard Rogers und Gianfranco Franchini
Paris, Frankreich
Das Tragwerk und Rohre für Gebäudetechnik und Erschließung wurden sichtbar an den Gebäudeaußenseiten angeordnet. Bedeutender Schritt nach Modernismus und Postmoderne.Glaspyramide im Innenhof des Louvre
1989
Ieoh Ming Pei
Paris, Frankreich
Die Pyramide besteht aus 602 rhombenförmigen und 69 dreieckigen Glassegmenten. Als Vorbild für die Proportionen diente die große Pyramide von Gizeh.Feuerwehrhaus des Vitra-Werks
1993
Zaha Hadid
Weil am Rhein, Deutschland
Der Baukörper setzt sich aus klar zugeschnittenen Zacken und Kanten in Scheibenbauweise zusammen.Oriental Pearl Tower
1995
Jia Huancheng
Shanghai, China
Seine einzigartige Konstruktion aus elf verschieden großen Kugeln auf unterschiedlichen Höhen, die von Säulen getragen werden, ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Shanghai geworden.Therme Vals
1996
Peter Zumthor
Vals, Schweiz
Das Bad erinnert an einen Steinbruch, aus dem Quader herausgeschnitten wurden. Die verbleibenden Blöcke und die dazwischenliegenden Hohlräume bilden das gesamte Gebäude.Museu de Arte Contemporânea de Niterói
1996
Oscar Niemeyer
Niterói, Brasilien
Das Museu de Arte Contemporânea de Niterói (MAC) hat einen Durchmesser von 50 m und erinnert mit seiner Form an den Fuß eines Atompilzes oder an ein UFO.Guggenheim-Museum Bilbao
1997
Frank Gehry
Bilbao, Spanien
Das sehr skurrile Gebäude ist für seinen dekonstruktivistischen Baustil berühmt. Der Museums-Bau steht aber auch für wirtschaftlichen Erfolg, siehe Bilbao-Effekt.Burj al Arab
1999
Tom Wright
Dubai, Vereinigte Arabische Emirate
Der Bauherr wünschte sich ein Wahrzeichen für Dubai, was der Architekt mithilfe einer einprägsamen Form umsetzte. Innerhalb kürzester Zeit wurde das Luxushotel in Form eines Jachtsegels zum Identifikationsmerkmal Dubais.Nationalstadion Peking
2008
Herzog &amp; de Meuron
Peking, China
Aufgrund seiner Form hat das Stadion den Spitznamen „Vogelnest“. Der Architekt Jacques Herzog hofft, dass „dieses Bauwerk für Peking das wird, was der Eiffelturm für Paris ist“.Burj Khalifa
2010
Adrian Smith
Dubai, Vereinigte Arabische Emirate
Der Burj Khalifa ist seit 2008 das höchste Bauwerk der Welt. Die Investoren hielten die Höhe bis zur Eröffnung am 4. Januar 2010 geheim. Mit dem Burj Khalifa gehen die verschiedenen Kategorien der Rekorde des höchsten Bauwerks zum ersten Mal seit Errichtung des Empire State Building 1931 wieder an ein einziges Gebäude.Metropol Parasol
2011
Jürgen Mayer H.
Sevilla, Spanien
Das neue Wahrzeichen von Sevilla hat eine Länge von 150 Metern, eine Breite von 70 Metern und eine Höhe von 26 Metern und gilt als größte Holzkonstruktion der Welt.
Literatur[Bearbeiten]Charles Jencks: The Iconic Building: The Power of Enigm. Rizzoli, 2005, ISBN 0-8478-2756-9.
Isabel Kuhl: 50 Bauwerke, die man kennen sollte. München 2007, Prestel Verlag, ISBN 3-7913-3837-4.
Jonathan Lee: 50 große Abenteuer. Besondere Orte und die Menschen, die sie geschaffen haben. München 2006, Prestel Verlag, ISBN 3-7913-3530-8.
Andres Lepik: Wolkenkratzer. München 2005, Prestel Verlag, ISBN 3-7913-3454-9.
Neil Parkyn: Siebzig Wunderwerke der Architektur. München 2006, Frederking &amp; Thaler Verlag, ISBN 3-89405-536-7.
Sabine Thiel-Siling (Hg.): Architektur! Das 20. Jahrhundert. München 1998, Prestel Verlag, ISBN 3-7913-2013-0.Weblinks[Bearbeiten]Gebaute Zeichen – Welche Bedeutung haben Architektur-Ikonen? (Neue Zürcher Zeitung vom 30. Januar 2006)
calitreview.com (Interview mit Charles Jencks, englisch)Einzelnachweise[Bearbeiten]↑ Lepik: „Wolkenkratzer“
↑ Thiel-Siling: Architektur!
↑ Lee: 50 große Abenteuer
↑ a b LeBlanc: Moderne Architektur in Amerika
↑ a b Gebaute Zeichen – Welche Bedeutung haben Architektur-Ikonen? Artikel der Neuen Zürcher Zeitung vom 30. Januar 2006<!–NewPP limit report
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Dieser Artikel behandelt den allgemeinen Begriff. Zum Architekturstil der römischen Wandmalerei siehe Römische Wandmalerei.
Unter Baustil (auch Architekturstil), versteht man einen regional oder international bedeutsamen Stil in der Architektur und im Bauwesen. Es ist die für einen Architekten, eine Architektenschule oder eine historische Epoche oder Region typische Formensprache.
Die wichtigste Einteilung von Baustilen erfolgt nach zeitlichen Abschnitten im Kontext gewisser Räume und Kulturen. Diese ist eng bis lose verwandt mit anderen Stilrichtungen innerhalb der Kunstgeschichte, eng zum Beispiel den Möbelstilen, weniger eng mit denen der Malerei und Bildhauerei. In die Innenarchitektur und Ornamentik spielen auch die Stile der Kleidermode hinein. Architekturstile sind aufgrund des Umfangs des Werkes naturgemäß langsam veränderlich, folgen kaum schnelllebigen Moden, und finden ihre breite Anwendung oft erst ein bis zwei Generationen nach analogen Entwicklungen in anderen Kunstsparten, oder breiten sich entsprechend langsam aus. Auch überlappen sich aufeinanderfolgende Stile durchwegs über Jahrzehnte.Inhaltsverzeichnis
1 Übersicht wesentlicher Stile1.1 Mittelalter
1.2 Neuzeit
1.3 19. Jahrhundert
1.4 20. Jahrhundert
2 Literatur
3 Weblinks
4 NotizenÜbersicht wesentlicher Stile[Bearbeiten]Siehe auch: Geschichte der Architektur – Überblick über die wichtigsten Stile der BaugeschichteMittelalter[Bearbeiten]Romanik (1000–1250)
Gotik (1250–1520)Neuzeit[Bearbeiten]Renaissance (1510–1620)
Barock/Rokoko (1600–1770)
Klassizismus (1770–1830)19. Jahrhundert[Bearbeiten]Historismus (1830–1900)
Jugendstil (1890–1910)20. Jahrhundert[Bearbeiten]Heimatschutzarchitektur
Moderne (Architektur)Expressionismus
Neues Bauen
Organisches Bauen
Neue Sachlichkeit
Bauhausstil
Funktionalismus
Konstruktivismus
Rationalismus
Minimalismus
Nachkriegsmoderne
Internationaler Stil
Brutalismus
Kritischer Regionalismus
Postmoderne (nach 1959)
Dekonstruktivismus (nach 1983)Literatur[Bearbeiten]&#160;Wilfried Koch: Brockhaus Baustilkunde. 31.&#160;Auflage. Wissenmedia, Gütersloh 2013, ISBN 978-3-577-00302-5, S.&#160;528.[1]
&#160;Richard Reid: Baustilkunde. E.A. Seemann, Leipzig 2000, ISBN 978-3-86502-042-0, S.&#160;432.Weblinks[Bearbeiten]
&#160;Commons: Baustil&#160;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
&#160;Wiktionary: Baustil&#160;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Notizen[Bearbeiten]↑ mit fünfsprachigem Glossar<!–NewPP limit report
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Dieser Artikel beschäftigt sich mit Methodik und Gebiet des Faches Architekturgeschichte, zur Geschichte der Architekturstile in chronologischer Reihenfolge vergleiche den Artikel Geschichte der Architektur
Die Architekturgeschichte ist der Teil der Kulturwissenschaften, der sich mit vorwiegend kunstwissenschaftlicher und in zweiter Linie mit ingenieurwissenschaftlicher und soziologischer Methodik mit der historischen Dimension der Architektur beschäftigt.Inhaltsverzeichnis
1 Gebiet
2 Interesse
3 Methodik
4 Der Diskurs um Methodik und Abgrenzung
5 Geschichte
6 Architekturgeschichte als Studienfach
7 Anwendungsgebiete
8 Literatur
9 Weblinks
10 EinzelnachweiseGebiet[Bearbeiten]
Architekturgeschichte erforscht die Geschichte der Architektur, also der Bauwerke, der Architekturtheorie und des Diskurses um Architektur, wie auch des Städtebaus und der Siedlungsgeschichte. Denn auch wenn die Stadtbaugeschichte ein eigener Zweig der Architekturgeschichte ist, so kann eine Architekturgeschichte doch nie ohne die städtebauliche Dimension auskommen.
Interesse[Bearbeiten]
Da jede Zeit, jedes Land und jede Region ihre eigene Ausformung von Architektur hat, möchte die Architekturgeschichte diesem Phänomen auf die Spur kommen. Sie bestimmt die jeweiligen personenbezogenen, örtlichen und zeitlichen Faktoren, die bei der Errichtung eines Bauwerks, oder, auf höherer Ebene, im Charakter einer Periode oder Epoche hineinspielen. Ziel dabei ist, den kulturgeschichtlichen Stellenwert der Architektur innerhalb des gesellschaftlichen Kontextes zu verstehen. Seit den 1980er Jahren hat sich dabei zunächst innerhalb der Denkmalpflege und bald auch darüber hinaus der Gedanke durchgesetzt, alle Epochen, und so auch die der Moderne und Nachkriegsmoderne objektiviert zu sehen, und nicht etwa eine von ihnen zu diskriminieren, indem man ihr die Geschichtlichkeit abspricht.[1][2]
Methodik[Bearbeiten]
Wie die Architektur in ihrer alltäglichen Praxis und ihrer gesellschaftlichen Wahrnehmung sich in einer Mittlerrolle zwischen Kunst und Funktion befindet, wendet auch die Architekturgeschichte sowohl Methoden der Kunstwissenschaft, wie auch der Technik, der Technikgeschichte und der Soziologie an. Konkret kann kein Bauwerk untersucht werden, ohne dass der künstlerische Aspekt, zum Beispiel die Gestaltung der Gliederung, die Kombination der Materialien etc. zusammen mit dem technischen Aspekt gesehen wird. Zu den technischen Aspekten gehören etwa Tragwerkstechnik, Materialherstellung, -verfügbarkeit und -beschaffenheit. Insbesondere die Konstruktionstechniken bilden ein zentrales Unterscheidungsmerkmal der verschiedenen Zeiten, hängt mit ihnen doch immer auch die konkrete Ausbildung der Bauwerke zusammen. Diese Methodik ist eine der Moderne, sie ist jedoch ebenso bei Vitruv oder Andrea Palladio anzutreffen.
Die Arbeitsweise des Architekturhistorikers lässt sich daher wie folgt beschreiben:
Häufig geht die Architekturgeschichte zunächst von einer Bauanalyse aus, ohne den historischen Kontext unmittelbar zu berühren. Das heißt, dass man zunächst beschreibt und beurteilt, wie an Bauten mit Material, Konstruktion, Funktion, Raum, Dekoration, Farbe etc. umgegangen wird. In dieser Phase spielt die „Historische Bauforschung“ eine bedeutende Rolle.[3] Sie leistet die zeichnerische und photographische Dokumentation eines Gebäudes mit allen seinen Teilen und bedient sich ferner diverser analytischer Methoden der Datierung.
Der zweite Schritt, der manchmal auch vorher erfolgt, ist die Suche nach Schriftquellen und sonstigen Aussagen zu dem Gebäude, z.&#160;B. in Bauämtern und anderen Archiven, die Befragung von Zeitzeugen und Bewohnern. Auch die Lektüre einschlägiger Publikationen gehört dazu. Schließlich muss das Umfeld analysiert werden, in dem das Bauwerk steht.[4]
Die Ergebnisse der beiden Schritte werden in einen örtlichen, persönlichen und historischen Kontext gebracht: Der Zusammenhang der Bauherrenintention und seiner sozialen Stellung etc., ebenso die Architektenpersönlichkeit und schließlich die Zusammenhänge, in denen Materialien und Techniken jeweils stehen. Das Bauwerk kann so schließlich in seinen Bezügen verstanden werden, die zu seiner spezifischen Ausprägung führten. Die Zusammenschau vieler solcher Einzelanalysen führt zum Verständnis der Bezüge, in denen eine Periode oder Epoche der Architekturgeschichte mit ihrer spezifischen Ausprägung steht.
Der Diskurs um Methodik und Abgrenzung[Bearbeiten]
Architekturgeschichte entspricht einer gesellschaftlichen Aufgabe. Zur inhaltliche Abgrenzung und Methodik haben jedoch sowohl Fachvertreter wie auch Vertreter benachbarter Disziplinen unterschiedliche Auffassungen geäußert.
Ein Hintergrund der Auseinandersetzung ist der Streit, ob Architektur eine Kunst oder eine Ingenieurleistung ist. Die Zuordnung zur (Bau-)Kunst oder zum Ingenieurwesen führt dazu, dass das Fach entweder der Kunstgeschichte oder der Technikgeschichte bzw. konkret dem jüngeren Fach der Bautechnikgeschichte zugeordnet wird.[5] 2005 wurde bei einer der Einführungsreden des Kunsthistorikertages die Meinung geäußert, Architekturgeschichte solle sich nicht als eigenes Fach benennen. Hier bestand von Seiten meinungsführender Kunsthistoriker die Auffassung, Architekturgeschichte könne sich auf die Untersuchung von künstlerischen Aspekten beschränken und sei von der Kunstgeschichte daher nicht zu trennen. Aus der Architektenschaft gibt es den Einwand, Architekturgeschichte sei kein eigenes Fachgebiet, sondern Teil der Architektur. Der Kölner Kirchenbaumeister Rudolf Schwarz vertrat 1953 die Auffassung, Architekten sollten sich mit der Architekturgeschichte keine “überzählige Geisteswissenschaft ins Bett” legen lassen.[6] Schwarz glaubte, Architekten selbst sollten die Architekturgeschichte erforschen, und wollte keine Vertiefung in einer akademischen Geisteswissenschaft.
Entgegen dieser Vielzahl von gegensätzlichen Positionen vertritt die hier gegebene Definition die Auffassung, dass Architekturgeschichte ein eigenständiges komplexes Fach mit einem anspruchsvollen methodischen Repertoire ist. Architekturgeschichte bemüht sich, technische, künstlerische, kulturhistorische und biographische Aspekte zu berücksichtigen, um zu einem angemessenen Verständnis des Kulturphänomens Architektur zu gelangen.
Geschichte[Bearbeiten]
Man könnte bereits den antiken Architekten Vitruv mit seinem Buch "De Architectura" oder etwa die Renaissanceliteraten Alberti und Palladio als Architekturhistoriker bezeichnen, wobei jedoch der Unterschied zur modernen Architekturgeschichte des 19. und 20.&#160;Jahrhunderts ins Auge fällt: Die älteren Theoretiker haben ihre Werke hauptsächlich im Sinne einer Sammlung von Mustern gesehen, die sie interpretieren, um darauf ihre eigene Architekturtheorie zu stützen.
Die Anfänge der architekturgeschichtlichen Forschung[7] liegen jedenfalls im Interesse der italienischen Renaissancearchitekten an der antiken Architektur besonders der Stadt Rom, die sie zeichneten, vermaßen und analysierten, um Vorbilder für ihre eigenen Werke zu gewinnen. Im 18. Jahrhundert suchten europäische Bildungsreisende im Zuge ihrer Grand Tour die Kunststätten Italiens auf und beschrieben die dortigen architektonischen Meisterwerke, wobei sich das Augenmerk vornehmlich auf Antike und Neuzeit als vorbildliche Stilepochen konzentrierte. Im Kontext der Wiederentdeckung antiker Architektur (wie Pompeji in den 1750ern, oder Troja um 1830), wurde antike Architektur über den bisherigen Kanon hinaus greifbar. Vereinzelt traten aber auch schon die großen Kathedralen des Mittelalters nördlich der Alpen in den Blick, die als Objekte der lokalen oder nationalen Geschichte und als technische Meisterwerke bewundert werden. In Frankreich, England und Deutschland sah man den „gotischen“ Stil als nationale Errungenschaft an. Nachdem mit dem Ende des Klassizismus die Antike als einzige Norm der Kunst abgelöst war, führte die Suche nach historischen Vorbildern für das Kunstschaffen der Gegenwart zu einer intensiveren Beschäftigung mit der Architektur aller Zeiten und Völker. Im Zuge des Aufblühens der Geschichtswissenschaft und der akademischen Kunstgeschichte im 19. Jahrhundert wurden Stilkategorien (vgl. Stilkunde) für die Analyse der Architekturgeschichte ausgebildet. Die Abgrenzung der Stilepochen untereinander entwickelt sich jedoch erst im Laufe der Zeit. „Gotik“ und „Romanik“ sind Begriffe aus der Architekturgeschichte, die sich in der gesamten Stilgeschichte verbreitet haben. Die Erforschung der nationalen Kunstdenkmäler wurde in Angriff genommen, parallel zu den Anfängen der Denkmalpflege. Aus der Restaurierungstätigkeit der Architekten (z.B. Viollet-le-Duc) an den mittelalterlichen Kathedralen ergaben sich viele Erkenntnisse zur Baugeschichte. Orts- und regionalgeschichtliche Forschungen durch Geschichtsvereine (Vorreiter ist England mit seinen Archaeological Societies, in Frankreich folgen die Societés Archéologiques diesem Vorbild) stehen neben den ersten Überblicksdarstellungen (z.B. Franz Kugler, Geschichte der Baukunst. Stuttgart 1856–1859). Die Lehre an den Architektenschulen richtete sich zunehmend historisch aus. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wandte man sich mehr und mehr vernachlässigten und missachteten Epochen wie dem Barock zu. Dabei stand das Forschungsinteresse stets in einem Zusammenhang mit den ästhetischen Vorurteilen der jeweiligen Gegenwart. Die städtebaulichen Aufgaben der Gründerzeit weckten das Interesse an der Stadtgeschichte und historischen Stadtplanung. Auch die Moderne und die folgenden Strömungen stellen sich trotz der radikalen stilistischen Neuerungen nie außerhalb der Rezeption historischer Baukonzepte.
Vitruv schrieb als Architekt für Architekten. Moderne Architekturgeschichte erforscht Architektur als Kulturphänomen für die Allgemeinheit. Sie geht dabei über eine reine Baukunde und Baudenkmalforschung hinaus und findet in fächerübergreifenden Ansätzen wie Urbanistik, Raumordnung und Landschaftsplanung Anwendung. Längst auch erfasst sie die Bautätigkeit aller Kulturen in globaler Perspektive.
Architekturgeschichte als Studienfach[Bearbeiten]
Architekturgeschichte wird in der Regel nicht als eigenes Fach studiert, sondern stattdessen eine Kombination aus Fächern, die zum Verständnis der besonderen Arbeitsweise der Architekturgeschichte dienen, wie etwa Kunstgeschichte, Architektur, Denkmalpflege. Auch Klassische Archäologie ist als ein Studium von Architekturhistorikern häufig.
Anwendungsgebiete[Bearbeiten]
Herausforderung Architekturgeschichte: Berlin, Neue Schönhauser Straße. Der geknickte Straßenverlauf durch die Entstehung parallel zur Befestigung Memhardts 1658-62, die niedrigeren Häuser Mitte des 19. Jahrh., die höheren aus Historismus und der Reformarchitektur um 1900, so das „Volkskaffeehaus“ von Alfred Messel, 1890. Haus rechts von 1887, 1929 überformt. Darüber Hochhaus am Alexanderplatz, 1970, Kollektiv Roland Korn.[8]
Eine Person, die Architekturgeschichte professionell und mit kritischem Methodenbewusstsein betreibt, nennt sich Architekturhistoriker. Architekturgeschichte hat vielfältige Anwendungsgebiete, von denen drei jedoch die häufigsten sind: Architektur, Denkmalpflege und Stadtführungen.
Architekten verwenden die Architekturgeschichte, um für aktuelle Projekte Anregungen zu finden, die Bewältigung ähnlicher Probleme zu vergleichen oder ein Bauwerk mit seinem Umfeld abzustimmen, d.h. es entweder einzupassen oder abzusetzen. Im Falle der bewusst gewählten Anpassung handelt es sich letztlich um einen Fall der Stadtbildpflege oder Denkmalpflege.
In der Denkmalpflege zielt die Erforschung der Architekturgeschichte zunächst auf eine Bewertung der Bauten eines Gebietes, um zu bestimmen, welche einen so hohen kulturhistorischen Wert haben, dass sie mit wissenschaftlicher Begründung als Baudenkmal eingetragen werden müssen (Phase der Inventarisation). Die architekturhistorische Erforschung eingetragener Denkmäler dient ihrem Schutz. So muss einerseits durch die Bauforschung ein Gebäude in seinen Teilen (wie vorher in der Phase der Inventarisation als Ganzes) bewertet werden, um zu entscheiden, welche unbedingt, welche bedingt und welche überhaupt nicht schützenswert sind (Phase der Begleitung einer Baumaßnahme). Andererseits dienen die architekturgeschichtlichen Publikationen der Denkmalpflege zur öffentlichen Vermittlung der Baudenkmäler. Diese Publikationen tragen mit dem Mittel der Überzeugung zu ihrem Schutz bei.
Im Bereich Tourismus und Stadtführungen ist die Architekturgeschichte einer Stadt oder eines Gebiets das eindringlichste Mittel, seinen Charakter und seine Identität zu erklären.
Literatur[Bearbeiten]Richard Strobel und Felicitas Buch: Ortsanalyse. Zur Erfassung und Bewertung historischer Bereiche. Arbeitshefte des Landesdenkmalamts Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 1986.
Michael Petzet, Gert Mader: Praktische Denkmalpflege. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin und Köln 1993.
Norbert Huse: Unbequeme Baudenkmale. C.H. Beck, München 1997 (Dieses Buch entwickelt ein von der Denkmalpflege angeregtes, differenziertes Bild verschiedener Aspekte der Architekturgeschichte).
Robert Suckale: Kunst in Deutschland. Von Karl dem Großen bis Heute. Monte von DuMont, Köln 1998.
David Watkin: The rise of architectural history. Architectural, London 1980.
Hans Ibelings: "Europäische Architektur seit 1890", JOVIS Verlag Berlin 2011, ISBN 978-3-86859-038-8
Pavlos Lefas: "Architecture – A Historical Perspective", JOVIS Verlag Berlin 2014, ISBN 978-3-86859-315-0Weblinks[Bearbeiten]
&#160;Wiktionary: Architekturgeschichte&#160;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, ÜbersetzungenSociety of Architectural Historians
Kolldewey-Gesellschaft, Vereinigung für Baugeschichtliche ForschungEinzelnachweise[Bearbeiten]↑ Norbert Huse: Unbequeme Baudenkmale. C.H. Beck, München 1997
↑ Roman Hillmann: Anti-Modernism and Architectural Rhetoric: The Case of Prince Charles, in: Edinburgh Architectural Research, Vol. 29, 2004, pp.67-71.
↑ Michael Petzet, Gert Mader: Praktische Denkmalpflege. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin und Köln 1993.
↑ Richard Strobel und Felicitas Buch: Ortsanalyse. Zur Erfassung und Bewertung historischer Bereiche. Arbeitshefte des Landesdenkmalamts Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 1986
↑ Rezension zum Dritten Internationalen Kongress zur Bautechnikgeschichte an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus vom 20. bis 24. Mai 2009, in: Kunsttexte.de 2009, Nr. 3 (PDF; 375&#160;kB)
↑ Rudolf Schwarz: Bilde Künstler, rede nicht. In: Baukunst und Werkform. 6. Jahrg. 1953, Heft 1, S. 9–17.
↑ vergleiche etwa Robert Suckale: Kunst in Deutschland. Von Karl dem Großen bis Heute. Monte von DuMont, Köln 1998, dort Seiten 416-421
↑ Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Berlin. Bezirk Mitte. Ortsteil Mitte, Michael Imhof, Berlin und Petersberg 2003, Seiten 447-451<!–NewPP limit report
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