Tempietto di Bramante, Rom, 1502
Die Architektur der Renaissance ist die Architektur des Zeitraums zwischen dem frühen 15. und späten 16. Jahrhundert in verschiedenen Regionen Europas, die bewusst ein Wiederbeleben und Weiterentwickeln bestimmter Elemente der Römischen Antike anstrebte. Die klassische griechische Architektur ging der römischen Architektur voraus, wurde aber von den Architekturtheoretikern der Renaissance ignoriert. Stilistisch folgte die Architektur der Renaissance auf die gotische Architektur und wurde abgelöst von der Barock-Architektur. Zuerst in Florenz mit Filippo Brunelleschi als ihrem bedeutendsten Schöpfer entwickelt, breitete sich der Renaissance-Stil schnell auf andere italienische Städte aus. Der Stil gelang zu unterschiedlichen Zeiten und mit unterschiedlicher Wirkung in das europäische Ausland wie Frankreich, Deutschland, England oder Russland.
Der Renaissancestil betont die Symmetrie, die Proportion, die Geometrie und die Anordnung der Bauteile, wie sie in der Architektur des Alten Roms in vielen erhaltenen Bauwerken zu sehen war. Die nach festgelegten Regeln erfolgte Anordnung der Säulen, Pilaster und Lisenen, der Bau von Bögen, Kuppeln, Nischen, auch als Wandnische (Ädikula), ersetzten die komplexen Proportionssysteme und unregelmäßigen Profile gotischer Bauteile und Bauwerke.Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Die Hauptphasen
3 Die Hauptmerkmale der Renaissance-Architektur
4 Die Einflüsse der Entwicklung der Renaissance-Architektur in Italien
5 Entwicklung der Renaissance-Architektur in Italien – Frührenaissance5.1 Brunelleschi
5.2 Michelozzo
5.3 Alberti
6 Die Ausbreitung der Renaissance in Italien
7 Die Hochrenaissance7.1 Bramante
7.2 Sangallo
7.3 Raphael
8 Manierismus8.1 Peruzzi
8.2 Giulio Romano
8.3 Michelangelo
8.4 Giacomo della Porta
8.5 Andrea Palladio
9 Die Entwicklung von der Frührenaissance zum Barock
10 Die Ausbreitung der Renaissance-Architektur außerhalb Italiens10.1 Deutschland
10.2 Frankreich
10.3 Niederlande
10.4 England
10.5 Skandinavien
10.6 Spanien
10.7 Portugal
10.8 Polen
10.9 Ungarn
10.10 Russland
10.11 Kroatien
11 Die Nachwirkung der Architektur der Renaissance
12 Einzelnachweise
13 Quellenschriften
14 Literatur
15 WeblinksGeschichte[Bearbeiten]
Das Wort „Renaissance“ stammt vom italienischen Ausdruck „la rinascita“ für „die Wiedergeburt“. Es wurde in Giorgio Vasaris Vite de' più eccellenti architetti, pittori, et scultori Italiani (Künstler der Renaissance, 1550–1568) erstmals als Ausdruck für eine Kunstepoche verwendet.
Der Ausdruck „Renaissance“ wurde vom französischen Historiker Jules Michelet geprägt, der ihn von Jacob Burckhardt kannte, dessen Buch Die Kultur der Renaissance in Italien von 1860 zum Standardwerk zur Interpretation der italienischen Renaissance wurde.
Der Bildband mit maßstabsgerechten Zeichnungen Édifices de Rome moderne; ou, Recueil des palais, maisons, églises, couvents et autres monuments (Die Bauten des modernen Roms), um 1840 erstmals veröffentlicht, spielte eine bedeutende Rolle für das wiedererstarkte Interesse an diese Periode.[1]
Die Hauptphasen[Bearbeiten]
In der Fachliteratur wird die Renaissance in Italien in drei Phasen gegliedert[2]. Wenn Kunsthistoriker von der Frührenaissance reden, schließen sie die Literatur (z. B. Petrarcas), Malerei und Bildhauerei des 14. Jahrhunderts Italiens mit ein. Letztendlich meint der Begriff „Renaissance“ unter Architekturhistorikern die Periode von 1420 bis ca. 1525, mit später folgenden Ausprägungen im europäischen Ausland.
In der Fachliteratur finden sich folgende Einteilungen:
Die Fassade des Pellerhauses in Nürnberg von 1605 galt bis zu ihrer Zerstörung 1945 als eine der bedeutendsten profanen Renaissancefassaden. Sie kann zur Phase des Manierismus gezählt werden.Renaissance (ca. 1400–1500); besser bekannt als Quattrocento[3] oder auch Frührenaissance[4]
Hochrenaissance (ca.1500–1525)
Manierismus (ca. 1520–1600)Das Quattrocento (Frührenaissance)
Im Quattrocento wurde das grundlegende Konzept der architektonischen Ordnungen entwickelt, und die Regeln sind festgelegt (siehe weiter unten: Hauptmerkmale der Renaissance-Architektur). Die Studien der römischen Bauwerke führten zur Einbeziehung und Übernahme der altrömischen Vorbilder wie der Säulenordnung, der Ornamentik und weiterer Details.
Der Raum als das Element der Architektur wurde anders behandelt als im Mittelalter. Er wurde klar strukturiert durch Proportionssysteme, seine Form in Länge, Breite und Höhe geometrisch definiert, seine Bauteile, etwa Wände durch Pilaster oder Lisenen, rhythmetisiert. Ein frühes Beispiel ist die Basilika di San Lorenzo in Florenz durch Filippo Brunelleschi (1377–1446).[5]
Die Hochrenaissance
Während der Hochrenaissance reiften die Architekturkonzepte aus, immer noch wesentlich von den altrömischen Vorbildern abgeleitet, und wurden mit immer größerer Sicherheit angewendet. Der bekannteste Architekt jener Zeit war Bramante (1444–1514), dem meisterhaft die Neuinterpretation der (römischen) Antike in zeitgenössischer Architektur gelang. Sein Tempietto (1503) verweist deutlich auf die altrömischen Rundtempel. Er hielt sich dabei streng an die antiken Vorbilder, was die Gestaltung der Säulen, der Fassaden usw. betraf. Der von ihm definierte Stil prägte die Architektur im Italien des 16. Jahrhunderts.[6]
Der Manierismus
In der manieristischen Periode experimentierten die Architekten mit den Formen, um die räumlichen Beziehungen künstlerischer und freier herauszuarbeiten. Das Ideal der Renaissance von der Harmonie machte den Weg frei für den spielerischen und auf Wirkung ausgerichteten Umgang mit dem Rhythmus. Der bekannteste Architekt, der als Hauptvertreter des Manierismus gilt, ist Michelangelo (1475–1564), dem die Erfindung der Kolossalordnung zugeschrieben wird. Seine Pilaster für das Kapitol in Rom reichen vom Fuß der Fassade bis zum Dachgesims.[7]
Vor dem 20. Jahrhundert hatte der Ausdruck Manierismus eine abschätzige Bedeutung, heute bezeichnet er die Zeitphase ohne eine Wertung.[8]
Von der Renaissance zum Barock
Als sich der neue Stil über Italien hinaus ausbreitete, verstanden andere europäische Länder den Stil als eine Art Frührenaissance und entwickelten schnell eine veränderte Formensprache, noch bevor sie die ersten Bauten im Renaissancestil errichteten. Jedes Land ließ dabei seine eigenen, regionalen Traditionen in diesen neuen Stil einfließen, und so fanden die dortigen Renaissancebauten höchst unterschiedliche Ausprägungen.
Innerhalb Italiens gestaltete sich der Wandel von der Renaissance-Architektur zum Manierismus als weicher Übergang mit einer breiten Palette des künstlerischen Ausdrucks, wie es an den Werken von Michelangelo, Giulio Romano und Andrea Palladio abzulesen ist. Besonders Romanos Palazzo de Té in Mantua gibt bereits deutliche Gestaltungselemente für den Barock vor.
Außerhalb Italiens war die Barock-Architektur schneller formuliert und in gebauter Form realisiert als der Renaissancestil, wie an signifikanten Bauwerken in Mexiko[9] und den Philippinen.[10] zu erkennen ist.
Die Hauptmerkmale der Renaissance-Architektur[Bearbeiten]
Raphaels unausgeführter Plan für den Petersdom
Augenfällig werden die wesentlichen Gestaltungselemente der römischen Antike von den Renaissancearchitekten übernommen. Aber die Formen und Nutzungen der Gebäude haben sich über die Zeit hin gewandelt, das gilt auch für die Stadtstruktur. So waren die frühesten Bauwerke der Renaissance Kirchen, ein Bautypus, den die alten Römer so nie gebaut haben, denn ihre Tempel dienten nicht als Versammlungsort der Gläubigen. Auch gab es keine Vorbilder für die Gestaltung von weitaus größer gewordenen Städten, mit starker Prägung durch den europaweiten Handel. Freilich gab es kaum Bedarf mehr für öffentliche Bäder, wie sie in den altrömischen Städten gang und gäbe waren. Die alten Ordnungen wurden analysiert und neu und verändert rekonstruiert, um neuen Bestimmungen zu dienen.[11]
Der Grundriss
Die Grundrisse von Renaissancebauten wurden meist rechtwinklig und symmetrisch organisiert, ihre Proportionen üblicherweise durch ein Modul abgeleitet. In der Kirche konnte sich das Modul als Tiefe der Seitenschiffe zeigen oder als ein festgelegtes Maß; dafür sind die zeitgenössischen Längenmaße (Fuß, Elle, etc.) zu beachten. Neu im Entwurf war, dass der Grundriss und die Fassade sich gegenseitig bedingten und nicht losgelöst voneinander betrachtet wurden. Diesen Anspruch formulierte Filippo Brunelleschi als erster, ohne diesem in seinen eigenen Werken immer gerecht zu werden. Der erste Architekt, dem dies gelang, war Alberti mit Sant Andrea in Mantua. Im nichtkirchlichen Bereich setzte Palladio mit seinen Villenentwürfen den Höhepunkt im 16. Jahrhundert.
Sant'Agostino, Rom, Giacomo di Pietrasanta, 1483
Die Fassade
Die Fassaden wurden symmetrisch über ihre vertikale Achse gestaltet. Kirchenfassaden erhielten Ziergiebel, ergänzt mit Pilastern, Bögen und Säulengebälk. Die Fassadengestaltung sollte den Blick des Betrachters auf das Zentrum lenken.
Die erste echte Renaissancefassade war die der Kathedrale von Pienza (1459–1462), die vom Florentiner Architekten Bernardo Gambarelli (genannt Rossellino) mit vermuteter deutlicher Unterstützung von Alberti gestaltet wurde.[12]
Wohnhäuser erhielten meist auskragende Dachgesimse. Die Stadtpaläste der führenden Familien hatten außen eine steinerne Sitzbank, die ringsum geführt wurde, auf der Bittsteller um eine Audienz bei den hochgestellten Hausherren nachsuchten. Mittig befand sich das Eingangsportal, betont durch einen darüber befindlichen Wandschmuck oder Balkon. Die Fassade, meist dreigeschossig, zierte im Erdgeschoss die sogenannte Rustika, ein grober Verputz, der raues Gestein darstellte, darüber im ersten Obergeschoss das piano nobile, das die aufwändigere und feinere Gestaltung erhielt. Darüber befand sich das Mezzaningeschoss, das deutlich weniger aufwendig gestaltet wurde, niedrigere Raumhöhen hatte usw. und den Dienstboten zugedacht war. Das früheste und oft kopierte Beispiel war die Fassade für den Palazzo Rucellai (1446 bis 1451) in Florenz, ein Werk Albertis mit drei Reihen von Pilastern.
Die fünf Ordnungen, aus Vignolas Regole delle cinque ordini d'architetturaSäulen und Pilaster
Die Säulenordnung, bestehend aus der toskanischen, dorischen, ionischen, korinthischen und kompositen Ordnung, wurde von den Alten Römern übernommen. Die Säulen trugen Arkaden, Architrave wurden aber als Pilaster bzw. Lisenen auch mit nur rein dekorativer Funktion eingesetzt, wie beispielsweise am Palazzo Ruccelai. Die Architekten benutzten Säulen und Pilaster als ein feststehendes, geregeltes System. Brunelleschi gestaltete als erster mit Säulen in seinem Ospedale und mit Pilastern in der Alten Sakristei in San Lorenzo (1421–1440).
Die Bögen
Bögen bestanden aus Halbkreisen oder waren aus Kreissegmenten zusammengesetzte Ovale, etwa im Manierismus. Sie trugen Arkaden, gestützt von Pfeilern oder Säulen mit Kapitellen und wurden auch als Fensterabschluss eingesetzt. Die Gestaltung der Bögen korrespondierte mit dem Gebälk aus der Säulenordnung. Alberti setzte erstmals Bögen mit monumentaler Wirkung bei San Andrea in Mantua ein.
Das Gewölbe
Die Gewölbe der Renaissance haben keine Rippen. Sie bestehen aus Halbkugeln oder Kugelsegmenten, im Grundriss basieren sie auf einem Quadrat, während in der Gotik Gewölbe überwiegend auf rechteckigem Grundriss mit Kreuzrippengewölbe ausgeführt wurden. Das Tonnengewölbe wurde durch Alberti wieder in das Architektenvokabular aufgenommen, wie seine Sant´Andrea in Mantua zeigt.
Kuppeln
Der Petersdom in Rom
Die Kuppel wurde häufig als Gestaltungselement eingesetzt, war ihre imposante Wirkung doch für jeden Architekten am erhaltenen Pantheon in Rom spürbar. Im Mittelalter wurden Kuppeln deutlich seltener verwendet, denn das Rippengewölbe war viel einfacher zu bauen. Der Erfolg der Kuppel des Florentiner Doms und die Planung einer Kuppel in Bramantes erstem Plan für den Petersdom und seinem Tempietto machten die Kuppel zu einem wichtigen Gestaltungselement in der Renaissance, zunächst nur für Kirchenbauten. Es war Palladio, der erstmals eine Kuppel in einem Profanbau, der Villa Rotonda, einsetzte.
Die Dächer und Decken
Die Dächer wurden raumseitig geschlossen (abgekoffert), mit flachen Decken oder Gewölben, die meist mit Fresken oder Gemälden bemalt wurden. Die Dachkonstruktion war verdeckt, im Mittelalter war sie meist sichtbar. Die Neigung der Dächer war relativ niedrig (20-35°, meist einem Steigungsverhältnis von 1:3), während nördlich der Alpen wegen der höheren Schneelasten steilere Dächer gebaut wurden.
Die Türen
Die Türen zieren waagerechte Türstürze, quadratische Innenfelder, ergänzt wurden die Türrahmen oben mit dreieckigen oder halbkreisförmigen Ziergiebeln. Öffnungen, die keine Türen haben, wurden mit Bögen versehen, mit oft dekorativ gestaltetem Schlussstein.
Die Fenster
Die Fenster wurden einzeln oder auch paarweise angeordnet, dann aber mit einem darüber befindlichen Bogen zusammengefasst. Die Fenster haben waagerechte Stürze oder einen Bogen. Er wurde dekorativ als Gesims ausgebildet, passend zur verwendeten Säulenart, und auch an den Seiten heruntergeführt. Oberhalb des Fensters sind dreieckige oder halbrunde Giebel zu sehen, teilweise auf einer Geschossebene im Wechsel. Mit großer kunstvoller Wirkung ist die Fenstergestaltung am Palazzo Farnese in Rom (begonnen um 1517) zu bewundern.
Der Innenhof des Palazzo Strozzi, Florenz
Im Manierismus erfuhr das Palladiofenster (auch „Palladiomotiv“ genannt) eine Renaissance in der Architektur; es handelt sich hier um eine Kombination aus drei mit waagerechten Balken abgeschlossenen Fenstern. Auf das mittlere ist dabei ein Bogen gesetzt und als Teil des Fensters ausgebildet. Palladio verwendet es erstmals in der Basilika Palladiana, dem Rathaus von Vicenza. Dieses Fensterensemble wird auch „Serliana“ genannt; Serlio veröffentlichte dies in seinem vierten Buch der Architektur. Er dürfte von seinem Lehrmeister Bramante auf diese Anordnung hingewiesen worden sein, findet es sich doch bereits bei Hadrians Villa. Dieses Motiv wurde gerne im Barock, im Neohistorismus Ende des 19. Jahrhunderts und auch in der Postmoderne eingesetzt.
Die Wände
Außenwände sind meist verputzt oder erhielten eine Verkleidung mit Natursteinplatten, meistens aus Marmor. Die Ecken der Gebäude wurden mit imitiertem Bossenwerk betont. Das Erdgeschoss erhielt eine Rustikaverkleidung, wie im Palazzo Medici Riccardi (1444–1460) in Florenz zu sehen ist.
Innenwände wurden plastisch gegliedert, wobei die Architektur auch nur gemalt angedeutet wird, die herrschende Farbpalette war hell. Repräsentative Räume wurden mit Fresken ausgeschmückt.
Einzelne Baudetails
Gesimse, Friese und die weiteren dekorativen Details wurden mit größter Präzision gestaltet. Das Studium der altrömischen Bauwerke bildete eine der wichtigsten Grundlagen der Architekturtheorie der Renaissance. Die verschiedenen Ordnungen erforderten ein System, um die daraus resultierenden, vielen Details in ihrer Ausführung und ihrer Verwendung zu regeln. Einige Architekten wendeten die klassischen Regeln strenger an als andere, dennoch bildete sich ein einheitlicher Sprachkanon heraus. Gesimse rahmten Türen und Fenster ein, mit besonderen Effekten, wenn die seitlichen Rahmen unterbrochen wurden. Skulpturen wurden in Nischen gestellt oder auf Bodenplatten oder Podeste gestellt. Sie wurden zur Zierde herausgestellt und nur selten Bestandteil der Architektur wie in der Gotik (siehe etwa Regenwasserspeier an Kathedralen).[13]
Die Einflüsse der Entwicklung der Renaissance-Architektur in Italien[Bearbeiten]
Das Italien des 15. Jahrhunderts und besonders die Stadt Florenz gelten als die Wiege der Renaissance. Der neue Stil erwuchs dort nicht langsam, wie die gotische Architektur sich aus der romanischen entwickelte, sondern der Übergang wurde bewusst und abrupt von einzelnen Architekten forciert, die sich auf die ruhmreiche Vergangenheit des alten römischen Reichs beriefen. Die theoretisch begründete Annäherung der Architektur zur längst vergangenen Antike traf günstigerweise mit dem zeitgleichen Fortschritt in Wissenschaft und Bildung zusammen. Die Renaissance erstand so aus einem Gemenge verschiedener Faktoren.
Florenz, Baptisterium San Giovanni
Die Architektur
Italienische Architekten bevorzugten stets Formen, die klar zu definieren waren und ihren künstlerischen Vorstellungen am ehesten entsprachen.[13] Viele romanische Bauwerke der Toskana weisen diese Merkmale auf, wie das Baptisterium von Florenz und der Dom zu Pisa.
Der gotische Baustil hat sich in Italien nicht durchsetzen können. Der Mailänder Dom bildet die große Ausnahme, ist er doch überwiegend ein Werk deutscher Baumeister. Typisch gotische Spitzbogenfenster finden sich jedoch am Dogenpalast in Venedig, am Castel del Monte und am Palazzo Pubblico (Siena) in Siena. Vasari bezeichnete die Gotik als kunstlose Zeit.[14]
Die vorhandenen Bauwerke der römischen Antike, besonders in Rom, zeigten die klassischen Ordnungen und dienten als Inspiration in einer Zeit, als sich auch die Philosophie auf die Antike berief.[13]
Die politische Situation
Im 15. Jahrhundert war Italien in konkurrierende Stadtstaaten zersplittert. Florenz, Venedig und Neapel weiteten ihre Macht aus, indem sie die neue Kunstrichtung förderten und so Florenz durch seine Vorreiterrolle an Einfluss und Bedeutung gewinnen konnte. Über den Krieg zwischen Mailand und Frankreich breitete sich die Renaissance auch dort aus.
Als 1377 der Papst aus seinem Exil in Avignon zurückkehrte, erneuerte er den päpstlichen Hof in Rom und brachte so Wohlstand und Macht in die Stadt zurück, besonders nach dem Konzil von Konstanz von 1417, das die Macht des Papstes stärkte. Erfolgreiche Päpste, etwa Papst Julius II. (1503–1513), trachteten danach, die Macht des Papsttums über Italien und darüber hinaus auszudehnen.[15]
Handel, Wirtschaft
In der Frührenaissance kontrollierte Venedig den Seehandel im vorderen Orient. Die größeren Städte Norditaliens wuchsen durch den Handel mit dem restlichen Europa. Genua profitierte vom Seehandel nach Frankreich und Spanien, Mailand und Turin pflegten intensive Handelsbeziehungen mit Mitteleuropa. Wolle aus England landete in Florenz und wurde dort durch Spinnereien und Webereien zu feinen Stoffen verarbeitet. Durch die Herrschaft über Pisa erhielt Florenz einen Seehafen und konkurrierte nun auch mit Genua.
In diesem Klima konnte sich eine Familie besonders erfolgreich behaupten, indem sie vom Handel zum lukrativeren Geldverleih überging und das Bankenwesen herausbildete. Die Medici wurden die Chefbanker vieler europäischer Fürsten- und Königshäuser. Florenz beherrschten sie als informelle Macht und steigerten den Wohlstand der Stadt sowie den ihrer Familie. Entlang der Handelsrouten sorgten sie für Sicherheit und stärkten ihre kaufmännischen Interessen, indem sie nicht nur Waren, sondern auch Künstler, Wissenschaftler und Philosophen aussandten.[15]
Sixtus IV. ernennt Platina zum Präfekten der Vatikanischen Bibliothek Fresko von Melozzo da Forlì im Vatikanpalast
Kirche und Religion
In Rom erstarkte das Papsttum wieder, das sich in der Folge als Mittelpunkt des christlichen Lebens herausbildete und dort einen Bauboom von Kirchen und Palästen förderte, wie es sie die tausend Jahre zuvor nicht gegeben hatte. Dieser Boom reichte von der Mitte des 15. Jahrhunderts (Bau der Sixtinischen Kapelle) bis zum Neubau des Petersdoms, dessen Grundsteinlegung um 1503 und Fertigstellung ca. 120 Jahre später bis weit in den Barock reichte.[16]
Im wohlhabenden, republikanischen Florenz diente der Kirchenbau eher bürgerlichen als religiösen Zwecken. Der unvollendete Zustand des Doms schadete dem Ruf der Stadt. Mit unerschütterlicher Zuversicht, ihrer Finanzkraft und neuen technischen Ideen gelang es, die monumentale Kuppel zu vollenden. Der imposante Dom gereichte nicht nur der Jungfrau Maria zur Ehre, sondern seinen Architekten, der Kirche aber auch der Signoria (der Stadtregierung von Florenz), der Handwerksgilden und auch der einzelnen Stadtteile. Der Dom inspirierte die Stadtherren zu weiteren bedeutenden Kirchenbauten.
Vier humanistische Philosophen unter dem Schutz der Medici: Marsilio Ficino, Cristoforo Landino, Angelo Poliziano und Demetrius Chalcondyles. Fresko von Domenico Ghirlandaio.
Philosophie
Der aufkommende Buchdruck, die Wiederentdeckung der antiken Schriften, die sich ausweitenden politischen Kontakte, der europaweite Handel und nicht zuletzt die Entdeckung Amerikas vermehrten das Wissen und die Nachfrage nach Forschungen und umfangreicher Studien.
Die Lektüre der Philosophen, die nicht auf der christlichen Theologie basierten (Platon, Aristoteles u.a.) führten zur Herausbildung des Humanismus, denn dadurch lernten die Humanisten, dass nicht Gott allein das Universum schuf und bestimmte, es war der Mensch, der die Ordnung in der Gesellschaft festlegte.[17]
Das aufkommende Bürgertum
Cosimo I. de’ Medici, Kopf der Medici-Bank, trat als Mäzen auf. Posthumes Porträt von Pontormo.
Im Zeitalter des Humanismus wuchsen die Städte und stärkten deren Position gegenüber den ländlichen Feudalherrn, das Bürgertum etablierte sich selbstbewusst als neue gesellschaftliche Schicht. Dieser Bürgerstolz zeigt sich auch in neuen Gebäudetypen, wie Brunelleschis Ospedale degli Innocenti, welches als erster reiner Renaissancebau gelten kann, der mit seiner eleganten Kolonnade die neue Formensprache formuliert, oder der Laurenziana, die von der Medici-Familie finanzierte Bibliothek, deren mächtiges Vestibül auch heute noch beeindruckt.[18]
Bei einigen wichtigen Kirchenbauten bestimmte nicht die Kirche, sondern die mächtigen Handwerksgilden und Zünfte die Ausgestaltung, repräsentierten diese doch den Wohlstand der Stadt. Die acht Segmente der Kuppel des Florentiner Doms (eigentlich keine Kuppel, sondern ein achteckiges Klostergewölbe) standen unter der jeweiligen Schirmherrschaft eines Stadtteils.[19]
Das Patronat
Viele der Städte in Italien wurden faktisch von einzelnen, mächtigen und reichen Familien dominiert. Diese sahen ihre Aufgabe auch darin, das öffentliche Wohl zu steigern, indem sie Bildungseinrichtungen schufen oder philosophische und wissenschaftliche Diskurse ermöglichten. Ihr universales Vorbild glaubten sie in Platonischen Akademie in Athen zu erkennen. Sie protegierten die berühmtesten Künstler, Wissenschaftler und natürlich auch Architekten ihrer Zeit. Die berühmtesten Familien waren:die Medici in Florenz
die Gonzaga in Mantua
die Sforza in Mailand
die Farnese in Rom
die Malatesta in Rimini.Architektur-Theorien
→ Hauptartikel: Traktat (Architektur)
Während der Renaissance war Architektur nicht nur eine Frage der Praxis, sprich Bautechnik, sondern Gegenstand intensiver theoretischer Diskussionen. Die Erfindung des Buchdrucks forcierte die Verbreitung der neuen Ideen.Die erste Abhandlung über Architektur war De re aedificatoria (Deutsch: Zehn Bücher über die Baukunst) von Leon Battista Alberti um 1450. Sie basierte auf Vitruvs De architectura (Deutsch: Über die Baukunst), ein Manuskript, das 1415 in einer Bibliothek in der Schweiz wiedergefunden wurde. De re aedificatoria war 1485 das erste gedruckte Buch über Architektur.
Sebastiano Serlio (1475–ca. 1554) veröffentlichte den nächsten bedeutenden Text 1537 in Venedig: „Regole generali d'architettura […]“ Heute ist er bekannt als die „Fünf Bücher des Serlio“ (Serlio plante jedoch, sieben Bücher zu schreiben).
1570 veröffentlichte Andrea Palladio (1508–1580) I quattro libri dell'architettura („Die vier Bücher zur Architektur“) in Venedig. Diese Bücher wurden oft nachgedruckt und waren verantwortlich für die Ausbreitung der Ideen der Renaissance in Europa.
Giacomo Barozzi da Vignola, (1507–1573), war als Nachfolger Michelangelos am Bau des Petersdoms beteiligt. Er hinterließ das architekturtheoretische Lehrbuch Regola delle cinque ordini d'architettura (Regeln der fünf Ordnungen der Architektur) von 1562, das bis ins 19. Jahrhundert als das Standardwerk für die Architektenausbildung in Europa galt. So definierte er die Säulenordnung als ein relatives System der einzelnen Bauteile (Kapitell – Säule – Fuß und Höhe – Durchmesser der Säule) zueinander, so dass es sich leicht und regelgerecht anpassen ließ.
Francesco di Giorgio, 1439–1502, Schöpfer der Kirche Madonna di Calcinaio vor Cortona, hinterließ sein Trattato di Archtettura (Traktat der Architektur). Es wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in starker Bearbeitung und 1967 werkgetreu transkribiert herausgegeben (in italienischer Sprache). Von der Anlage her diente es ihm und seinen direkten Schülern als Lehrbuch. Es formuliert in knapper präziser Sprache die Ideen der Renaissancearchitektur und gewährt einen Einblick, wie Architekten vor der Erfindung des Buchdrucks studiert und gearbeitet haben. Ungedruckt übte es jedoch nur geringen Einfluss auf die dem Autor nachfolgenden Architektengenerationen aus,Diese Bücher wurden nicht nur von Architekten gelesen, sondern auch von ihren Mäzenen und Bauherren.
Entwicklung der Renaissance-Architektur in Italien – Frührenaissance[Bearbeiten]
Die führenden Architekten des Quattrocento oder der Frührenaissance waren Brunelleschi, Michelozzo und Alberti.
Brunelleschi[Bearbeiten]
Ospedale degli Innocenti in Florenz.
Die Person, der die „Erfindung der Renaissance“ allgemein zugeschrieben wird, ist Filippo Brunelleschi, (1377–1446), doch durch sein umfangreiches Werk ist er als ein Mann des Übergangs von der Gotik zu Renaissance zu sehen.[20]
Anfang des 15. Jahrhunderts experimentierte Brunelleschi mit zeichnerischen Sichtweisen auf die Welt, die zur Entwicklung der Zentralperspektive führte. Er untersuchte regelmäßige geometrische Strukturen wie das achteckige Baptisterium von Florenz und erkannte die geometrischen Zusammenhänge, wie das menschliche Auge den Raum wahrnimmt und wie sich diese zeichnerisch in eine Zeichnung übertragen ließen.
Die Ruinen und erhaltenen Bauwerke des antiken Roms, die Brunelleschi studierte, ließen ihn erkennen, dass ihre Proportionen auf einfache mathematische Verhältnisse fußten, die er für die gotischen Bauwerke ausschloss. Ein Bauelement beherrschte für ihn die Baukunst: der Bogen, gebildet aus einem exakten Halbkreis ist er genau doppelt so breit wie hoch. Der gotische (Spitz-)Bogen war für ihn ins Unbestimmte gestreckt oder gestaucht, ein schlüssiges und auch angewandtes Proportionssystem vermochte er nicht zu erkennen.
Santa Maria del Fiore, der Dom zu Florenz
Das Studium der Architektur Roms verstärkte in ihm das Verständnis, Bauwerke symmetrisch zu gliedern, seine Teile nach einem klaren, definierten, proportionalen System gegenseitig in Beziehung zu setzen. Jedes Bauteil hing proportional von nächstem ab und konnte nicht ohne das andere bestehen.[21] Brunelleschi erfreute sich großer Unterstützung bedeutender und mächtiger Gruppen und Herren, wie die Seidengilde von Florenz und Cosimo de’ Medici.
Der Dom zu Florenz
Die Kirche von San Lorenzo
Brunelleschis erster großer Beitrag für die Architektur war der Bau der Kuppel für die Kathedrale von Florenz, dem Dom. Als der Bau um 1350 nach einem Entwurf von Arnolfo di Cambio begonnen wurde, war den Beteiligten völlig unklar, wie die Vierung mit der geplanten Kuppel geschlossen werden sollte. Der Bürgerstolz protzte vor Zuversicht, die dann erforderliche Technik entwickeln zu können.
Brunelleschi wurde 1420 nach einem Wettbewerb die Bauaufgabe übertragen, und er löste sie höchst innovativ und schlüssig. Er ließ den Tambour höher mauern, um die Seitendächer zu überragen, die Kuppel, eigentlich ein achteckiges Klostergewölbe, ließ er zweischalig bauen, die durch Rippen miteinander verbunden waren. Dadurch wurde die Konstruktion deutlich leichter, die Vermauerung der Segmente in neuartigen Fischgrätmuster erleichterte ihm die Gerüstarbeiten. Das Auge des Pantheons in Rom misst neun Meter im Durchmesser, im Dom zu Florenz acht Meter, die 1435 mit einer Laterne nach Brunelleschis Entwurf geschlossen wurde.
Das von Arnolfo konzipierte Bauwerk ist von seiner Grundriss- und Fassadenkonzeption eine Mischung aus Gotik und Romanik. Die Kuppel mit seinen markanten hellen Rippen lässt diese von der Gestaltung und der Bautechnik her als ein Werk der Gotik erkennen, obwohl der Dom weithin als Geburtsbau der Renaissance gilt.[20]
Das Ospedale degli innocenti
Das Ospedale degli innocenti, ein Findelhaus, gilt als erstes Bauwerk der Renaissance. Brunelleschi entwarf es um 1419, gebaut wurde es bis 1427. Die Fassade zur Straße besteht aus einer Arkade, die von Bögen gehalten wird, die den Proportionsregeln Brunelleschis folgen. Die Bögen werden durch ein kräftiges Gesims verbunden.[22] Das obere Geschoss mit den Fenstern in der Achse des Bogens wurde später hinzugefügt.
Die Kirche San Lorenzo
Die neue architektonische Philosophie wird an den Kirchenbauten von San Lorenzo und Santo Spirito deutlich. Brunelleschi entwarf sie um 1425 und 1428, beide haben das Lateinische Kreuz als Grundriss. Die Grundrisse basieren auf einem Modul, das durch die Breite und Tiefe des Seitenschiffs repräsentiert wird. Das Hauptschiff misst zwei Module. Die gleiche Formel liegt den vertikalen Maßen zugrunde. Bei Santo Spirito wird das Proportionskonzept eingehalten, Querhaus und Chor sind identisch, das Mittelschiff ist die erweiterte Form davon.
Um 1434 entwarf Brunelleschi mit dem Oratorium Santa Maria degli Angeli den ersten Zentralbau. Um ein zentrales Achteck waren an jeder Seite Kapellen angeordnet, an zwei sich gegenüberliegenden jeweils der Eingang und der Altarraum. Dieser Bau blieb zwar unvollendet und ist heute nur rudimentär erhalten, löste aber bei späteren Architekten und Künstlern (Sangallo, Leonardo, u. a.) eine starke Rezeption aus und diente als Vorbild für viele ähnliche Bauten.[23]
Michelozzo[Bearbeiten]
Palazzo Medici Riccardi von Michelozzo
Michelozzo (1396–1472) war ein weiterer Architekt unter dem Patronat der Medici-Familie, sein bekanntestes Werk ist der Palazzo Medici Riccardi, den er im Auftrag von Cosimo de'Medici 1444 entwarf. Ein Jahrzehnt später realisierte er die Villa Medici in Fiesole. Unter seinen weiteren Arbeiten findet sich auch die Bibliothek San Marco. Er begleitete Cosimo ins Exil nach Venedig. Er war einer der ersten Architekten, der ein Bauwerk außerhalb Italien im Renaissancestil realisierte, einen Palast in Dubrovnik.[16]
Der Palazzo Medici Riccardi ist in seinen Details klassisch, was die Art der Fenster und zurückgesetzten Türen anbelangt. Anders als Brunelleschi und Alberti hat dieser Bau keine Säulen, folgt also keiner klassischen Ordnung. Stattdessen trug Michelozzo dem Wunsch seiner Bauherrn Rechnung, indem er die Rustika in verschiedenen Ausführungen über die ganze Fassade zog, gekrönt mit einem über 2,50 Meter auskragenden Dachgesims.[13]
Alberti[Bearbeiten]
Leon Battista Alberti, als Sohn einer exilierten Florentiner Familie in Genua geboren (1402–1472), war ein klassischer Humanist; er verfügte über herausragende Allgemeinbildung und Sprachkenntnisse, wurde als Mann der Kirche päpstlicher Notar (Abbreviatore), verfasste Schriften zu vielen Themen der Mathematik, Philosophie und Malerei. Sein Architekturbuch De re Aedificatoria hatte nachhaltige Wirkung. Er beriet Papst Nikolaus in Architekturfragen sowie weitere Fürsten und Machthaber wie die Medici. Er stellte Untersuchungen an und machte den Menschen zum Maß der Dinge. Dem Architekten gedachte er große soziale Verantwortung zu.[24][25]
Sant’Andrea (Mantua), Die Fassade
Er entwarf eine Reihe von Bauwerken, aber im Gegensatz zu Brunelleschi sah er sich nicht als Architekt, der auf der Baustelle wachte. Ihm genügte die Ausfertigung oder auch nur Anregung baukünstlerischer Entwürfe. Es gelang ihm mit Sant' Andrea in Mantua die Ausformulierung des Kirchenbautypus der Renaissance. Sant' Andrea ist im Grundriss und in seiner Hauptfassade eine Neuinterpretation des Salomonischen Tempels (siehe 1. Buch der Könige, Kapitel 6 und 7). Die Fassade als Motiv dem römischen Triumphbogen nachempfunden, findet sich im Innern wieder: Es gliedert als rhythmisches Joch (rhythmische Travée) die Innenwände des Hauptschiffes. Die Pilaster der Fassade haben weder eine tragende Funktion noch deuten sie die Lage der Innenwände an, sie erfüllen allein proportionale Aufgaben. Sant' Andrea war von Alberti ohne die heutige Vierung mit Kuppel und drei Armen geplant, sie sind spätere Ergänzungen.[26]
Fassade von Santa Maria Novella, 1456–1470
Alberti arbeitete an vier Kirchen, wobei er mit Sant' Andrea als seinem letzten Bau die Reife fand:Santa Maria Novella, 1446–1451. Alberti entwarf die Fassade der gotischen Kirche, die in mehreren Phasen zwischen 1246 und 1350 errichtet worden war. Er orientierte sich dabei an dem Baptisterium und verwendete die gleichen zwei Marmorarten. Zum Verkleiden der Dachsteigung der Seitenschiffe setzte er als erster Schnecken ein, die für spätere Bauten als Vorbild dienten.
San Francesco in Rimini für die Herrscherfamilie Malatesta. Alberti entwarf eine neue Fassade, die der gotischen Kirche vorgebaut wurde. Mit dem Tod des Sigismondo Malatesta 1466 endeten die Bauarbeiten, die Fassade blieb unvollendet.
San Sebastiano in Mantua. Alberti gestaltete die Kirche mit ebenerdiger Krypta in Form des Griechischen Kreuzes. Der Bau wurde in der Folge mehrfach verändert, so dass das ursprüngliche Konzept Albertis nicht sichtbar ist.
Sant' Andrea ab 1470.Ein weiteres Bauwerk Albertis ist der Palazzo Rucellai, für den er die Fassade entwarf. Es ist proportional für fünf Joche durchkomponiert, die Bauherren erweiterten die Fassade um weitere drei Joche, so dass dieses Gebäude nunmehr zwei gleichwertige Eingangsportale hat. Die Fassade unterteilte Alberti mit drei Geschossen durch Gesimse und Pilaster, für die Alberti auch die Kapitelle entwarf.[27]
Die Ausbreitung der Renaissance in Italien[Bearbeiten]
Scuola Grande di San Marco, Venedig.
Im 15. Jahrhundert wurden die verschiedenen Höfe in Italien zu Zentren, die für die Ausbreitung der Renaissance-Philosophie, Kunst und Architektur sorgten. In Mantua entwarf Alberti zwei bedeutende Kirchenbauten für die Familie Gonzaga: Sant Andrea und San Sebastiano. Urbino war ein Machtzentrum, weithin sichtbar mit dem neuen Herzogspalast. In Ferrara, unter der Familie Este, entstanden mehrere neue Paläste wie der Palazzo dei Diamanti und der Palazzo Schifanoia für Borso d’Este. In Mailand schufen die Visconti die Certosa di Pavia, ehe sie von den Sforza vertrieben wurden, die das Castello Sforzesco errichten ließen.[13]
In Venedig erhielt San Zaccaria seine Renaissancefassade unter der Leitung von Antonio Gambello und Mauro Codussi, begonnen um 1480.[28] Giovanni Maria Falconetto, der Veroneser Architekt und Bildhauer, führte die Renaissance-Architektur in Padua mit der Loggia Cornaro im Garten von Alvise Cornaro ein. In Süditalien rief Alfons V. (Aragón), nachdem er das Königreich Neapel eroberte, Renaissancebaumeister zu sich. Die bedeutendsten Beispiele der Renaissance-Architektur sind die Cappella Caracciolo, Bramante gewidmet, und der Palazzo Orsini di Gravina, erbaut von Gabriele d'Angelo zwischen 1513 und 1549.
Die Hochrenaissance[Bearbeiten]
Im ausgehenden 15. und dem frühen 16. Jahrhundert zeigen Architekten wie Bramante, Antonio da Sangallo der Jüngere und andere ihre Meisterschaft darin, den neuen Stil für Kirchen und Stadtpaläste anzuwenden, die sich von ähnlichen Bauwerken der altrömischen Zeit deutlich unterschieden. Der Stil wurde dekorativer, mit aufwändigen Ornamenten versehen, Kuppeln wurden bedeutsam. Diese Phase, als Hochrenaissance bezeichnet, fiel mit dem Wirken so bedeutender Künstler wie Leonardo, Michelangelo und Raphael zusammen.
Bramante[Bearbeiten]
Santa Maria delle Grazie, Mailand
Donato Bramante, (1444–1514), wurde in Urbino geboren, kam über die Malerei zur Architektur und fand mit Ludovico Sforza, Herzog von Mailand einen Mäzen, für den er über 20 Jahre eine Reihe von Bauwerken errichtete. Nach dem Fall Mailands an die Franzosen 1499 reiste Bramante nach Rom, wo er unter dem Patronat des Papstes zu großem Erfolg kam.
Bramantes bedeutendstes Werk in Mailand ist der Anbau der Vierung, des Chors und des Querhauses für die Abteikirche Santa Maria delle Grazie. Der Backsteinbau folgt ganz der Tradition Norditaliens und wurde 1465 als gotischer Bau begonnen. Bramante beendete ihn 1492 im Renaissancestil. Die Bauteile, die Bramante zugeschrieben werden können (in der Literatur teilweise strittig), sind die Kuppel mit seinem Durchmesser von gut 20 Metern, das Eingangsportal und der Chorraum. Die Kuppel erscheint von außen als Kreis und von innen als ein oktogonales Gewölbe.
In Rom schuf Bramante mit dem Tempietto für das Kloster San Pietro in Montorio die „Vollendung der Renaissance“. Dieser kleine, kreisrunde Bau misst kaum fünf Meter im Durchmesser und ist ein meisterhaftes Spiel mit der Perspektive. Es war das Bauwerk, welches Papst Julius bewog, Bramante mit dem Neubau des Petersdoms zu beauftragen. Bramante gewann den Wettbewerb für den Petersdom und musste sich namhafter Konkurrenz erwehren. Er plante, ähnlich wie Alberti mit San Andrea, ein Langhaus. Seine Nachfolger veränderten seinen Entwurf mehrfach.[13]
Sangallo[Bearbeiten]
The Palazzo Farnese, Rom (1534–1545). Entworfen von Sangallo und vollendet von Michelangelo.
Antonio da Sangallo der Jüngere, (1485–1546), entstammte einer berühmten Architektenfamilie. Sein Onkel Giuliano da Sangallo war einer derjenigen, der ebenfalls einen Entwurf für den Petersdom einreichte, wenn auch erfolglos.[16]
Antonio da Sangallo folgte Raphael nach dessen Tod als Bauleiter von St. Peter. Während seiner Baumeistertätigkeit gelangen nur geringe Fortschritte, zu oft hinderten Geldmangel oder langwierige und dann doch nicht realisierte Umplanungen den Weiterbau. Nach seinem Tod folgte ihm Michelangelo.
Sein Ruhm rührte nicht von St. Peter, sondern eher von seinem Entwurf für den Palazzo Farnese her. Es diente als Vorbild für viele spätere Palastbauten. Es ist proportional ausgewogen, aber inwieweit Michelangelo, der das oberste Stockwerk mit dem dominanten Dachgesims hinzufügte, dazu beitrug, bleibt offen. Die einfache Reihung der Fenster mit dem Wechsel von dreieckigen und runden Giebeln im Piano Nobile (1. Obergeschoss) betonen das Hauptgeschoss, vor dem die beiden anderen zurücktreten.
Raphael[Bearbeiten]
Raphael, (1483–1520), Urbino, ausgebildet unter Perugino in Perugia, bevor er nach Florenz kam. Er war später einige Zeit lang Chefarchitekt (nach dem Tod seines Onkels Bramante) für den Petersdom. Auch entwarf und baute er einige weitere Gebäude, die meisten Bauwerke wurden von anderen vollendet. Das einzige von ihm beendete Bauwerk war der Palazzo Pandolfini in Florenz. Es ist ein zweistöckiger Bau, der als markantes Gestaltungselement die Fensteranordnung des Palazzo Farnese vorwegnimmt (Wechsel der dreieckigen und halbrunden Giebel) sowie die Fassung mit dem Bossenwerk an den Gebäudeecken.[13]
Manierismus[Bearbeiten]
Im Manierismus drifteten die Stilrichtungen in der Architektur weit auseinander, was in den Werken so unterschiedlicher Architekten wie Michelangelo, Giulio Romano, Baldassare Peruzzi und Andrea Palladio abzulesen ist. Der Manierismus leitete den Übergang zum Barock ein.
Palazzo Massimo alle Colonne in Rom.
Peruzzi[Bearbeiten]
Baldassare Peruzzi, (1481–1536), war ein in Siena geborener Architekt, der in Rom arbeitete. Seine Arbeiten bilden die Brücke von der Hochrenaissance zum Manierismus. Seine Villa Farnesina von 1508–1511 ist ein U-förmiger zweigeschossiger Bau, der sich zum Garten mit einer fünfjochigen Loggia öffnet.[13]
Peruzzis bekannteste Arbeit ist der Palazzo Massimo alle Colonne in Rom. Die Straßenfassade folgt dem gekrümmten Straßenverlauf. Im Erdgeschoss markieren sechs Säulen, die inneren vier paarweise angeordnet, den Eingangsbereich. Über dem Piano nobile befinden sich zwei Mezzaningeschosse mit quadratischen Fenstern.[27]
Palazzo Te in Mantua
Giulio Romano[Bearbeiten]
Giulio Romano, (1499–1546), war ein Schüler von Raphael, dem er bei verschiedenen Arbeiten im Vatikan assistierte So malte er die vatikanischen Loggien mit aus. Romano war auch ein hochtalentierter Bildhauer, er arbeitete für den Herzog von Mantua, Federigo Gonzaga, und entwarf für diesen den Palazzo del Te und weitere Gebäude in Mantua. Der Palast ist gemäß den Regeln der Renaissance gestaltet, bereichert mit skulpturalen Effekten, die die Bildhauerhandschrift im Entwurf offenbaren. Er setzte illusionistische Effekte bei den Skulpturen und Freskenmalereien ein und deutete die kommende Verspieltheit des Barock an. Romano starb am 1. November 1546 in Mantua, als er gerade im Begriff war, als neu ernannter Architekt des Petersdoms in Rom die Stadt zu verlassen.[16]
Michelangelo[Bearbeiten]
Michelangelo Buonarroti (1475–1564) wurde von seinen Zeitgenossen „Il divino“ (Ital. für „Der Göttliche“) genannt, so stark wurde sein Wirken für die Bildhauer- und die Malkunst und der Architektur eingeschätzt. Er hinterließ auf diesen drei Gebieten herausragende Werke, von denen hier drei architektonische Arbeiten näher dargestellt werden:die Laurenziana in Florenz
das Kapitol in Rom
der Petersdom in Rom.Das Vestibül der Laurenziana
Die Laurenziana
Michelangelo gestaltete für die Bibliothek, die Teil der Klosteranlage von San Lorenzo in Florenz ist, vor allem das Vestibül. Dieses Treppenhaus führt zum Lesesaal der Bibliothek, die nach Lorenzo I. de’ Medici benannt ist. Michelangelo wurde von Papst Clemens VII., vormals Giulio di Medici, um 1523 beauftragt. Ab 1526 ist seine Planung dokumentiert. Durch den Sacco di Roma ruhten die Bauarbeiten. Um 1555 schrieb Michelangelo einen Brief an Giorgio Vasari, der zusammen mit Bartolomeo Ammanati den Weiterbau leitete, indem er diesem einen neuen Vorschlag unterbreitete. Um 1559 lieferte Michelangelo ein Modell für die Treppe.
Die Treppe dominiert das Treppenhaus derart, dass die Grenzen von Architektur und Bildhauerei fließend erscheinen. Die Treppe strömt wie Lava in den Raum, so Pevsner.[27][29] Der Treppenraum ist deutlich höher als breit, der Abstand der freistehenden Treppenanlage zu den Innenwänden ist zwar so breit wie die seitlichen Läufe, ist aber kaum wahrzunehmen.
Die Treppe führt in drei parallelen Läufen nach zehn Stufen zu einem Zwischenpodest und von dort in sechs Steigungen zum langgestreckten Lesesaal. Die Stufen des mittleren Laufes sind konvex geformt. Die oberste Stufe trifft dort auf das untere Gesims, welches um den gesamten Raum herumläuft. Auf diesem Band unterteilen paarweise angeordnete, toskanische Säulen jeweils drei Felder einer Wand. Dieser Säulenteil wird durch ein Gesims von der dritten Ebene abgetrennt, die anstelle der Säulen Pilaster erhielt. Dort sind auch die Fenster in den Feldern angebracht, die den Treppenraum beleuchten. Auf der Ebene der Säulen sind die Fensterfelder „blind“ ausgeführt. Ein Gesims unter dem Dach bindet die Konstruktion. Unter dem unteren Gesims sind jeweils unterhalb der Säulen flache „Schnecken“ angebracht, die statische Funktionen vortäuschen.[30]
Senatorenpalast
Konservatorenpalast
Das Kapitol
Das Kapitol war im Rom der Kaiserzeit der Platz, auf dem die heimkehrenden Kriegshelden geehrt wurden, hier endeten die Triumphzüge. Durch den Sacco di Roma von 1527 weitgehend verwüstet, beauftragte Papst Paul III Michelangelo 1536 mit der Neugestaltung des Platzes aus Anlass des Besuches von Kaiser Karl V.
Michelangelo fand zwei Gebäude vor: den Senatorenpalast, der größtenteils aus antiken Gebäudeteilen des Tabulariums (Staatsarchiv) bestand (erbaut 78 vor Chr.), und den Konservatorenpalast mit einer Arkade zum Platz hin. Beide Gebäude stehen nicht rechtwinkelig zueinander, der Konservatorenpalast dreht ca. acht Grad aus der Achse hervor. Der Zustand des Platzes lässt sich anhand erhaltener Zeichnungen Maarten van Heemskercks erahnen.
Als erste Maßnahme wurde eine antike Reiterstatue (Markus Aurelius) in der Achse zum Senatorenpalast gestellt, das Postament ist ein Entwurf Michelangelos. Für den Senatorenpalast entwarf Michelangelo eine doppelläufige Treppe, vor die er einen Brunnen stellte. An den Rändern setzte er zwei Risalite, die um etwa vier Grad zur Fassade der seitlichen Nachbarpaläste gedreht waren; so vermittelte er die Unrechtwinkeligkeit der einzelnen Gebäude zueinander. Die Fassade des Senatorenpalastes erhielt unten eine Rustika, das obere Geschoss eine Kolossalfassade mit angedeutetem Mezzaningeschoss.
Der Konservatorenpalast erhielt ebenfalls eine Fassade in Kolossalordnung, nur reicht sie hier vom Erdboden der Arkade bis zum Dachgesims. In der Fassade verrät sich Michelangelo als ein Meister der Proportion und der optischen Täuschung. An den kurzen Fassadenseiten ließ er nur zwei kurze Joche bauen, die Längsseite müsste bei gleichen Maßen neun solcher Felder erhalten. Michelangelo verbreiterte hier die Felder, so dass nur noch sieben davon Platz fanden. Dem Betrachter wird so erschwert, die Schiefstellung der Gebäude zu erkennen.
Michelangelo platzierte ein spiegelgleiches Gebäude, den Palazzo Nuovo, den Konservatoren gegenüber, für das er damals noch keine Nutzung vorsah. Der neue Platz bildete so ein Trapez, für den er ein platzgestaltendes Oval mit auffälliger Pflasterung vorsah. Die freie Seite des Platzes erhielt die Cordonata, die Rampe.
Zu seinen Lebzeiten erlebte Michelangelo die Fertigstellung der Treppe mit dem Brunnen, der Cordonata und den Beginn der Umbauarbeiten für die Fassade des Konservatorenpalastes. Der Bau des Palazzo Nuovo erfolgte im 17. Jahrhundert, die auffällige Pflasterung wurde erst in der Regierungszeit Mussolinis verändert realisiert.
Der Petersdom
Der Petersdom
Der heutige Petersdom ist das Ergebnis von Entwurfsarbeiten einer Reihe bedeutender Architekten. Bramante zeichnete den Siegerentwurf, und 1506 erfolgte die Grundsteinlegung. Ihm folgten Raphael und Peruzzi und Sangallo, die mit mehrfach geforderten umfangreichen Umplanungen und stetem Geldmangel nur geringe Baufortschritte erzielten. Im Dezember 1546 übernahm Michelangelo die Bauleitung, nachdem der Papst seine Baupläne akzeptiert hatte. Er griff Bramantes Ursprungsplan auf und redigierte ihn zu einer klareren einfacheren Struktur; besonders die Seitenarme und Kuppeln erhielten eine neue Gestaltung. Er vereinfachte den Grundriss, indem er über das Hauptquadrat ein gedrehtes Quadrat gleichen Ausmaßes darüber legte, dessen Ecken angerundet wurden. Die von Bramante erbauten Pfeiler ließ er verstärken. Für die Außenfassade entwarf er eine Kolossalordnung, die an den Rundungen und an den Ecken wie ein Band um das Gebäude herumläuft.
Michelangelos Kuppel ist ein architektonisches Meisterwerk und besteht aus zwei verbundenen Schalen, die mit Rippen unterteilt sind, ähnlich der Domkuppel in Florenz. Für die Kuppel wurde ein aufwendiges Präsentationsmodell anfertigt, es wird Giacomo della Porta zugeschrieben, der als Nachfolger Michelangelo dessen Pläne für die Kuppel nochmals veränderte. Von Michelangelo hat sich ein Holzmodell für das Gewölbe der südlichen Apsis erhalten, das ihm half, die von ihm gewählten Proportionen zu überprüfen. Es misst 39 * 79,5 * 47 cm (Innenmaße).[31] Die beiden Kuppelschalen sind nicht proportionsgleich: Die innere umschreibt genau einen Halbkreis, die äußere ist, für das Auge kaum wahrnehmbar leicht überhöht (gestelzter Bogen), sie wirkt dadurch imposanter, was ihm für die Fernwirkung der Kuppel in der Stadtsilhouette vermutlich wichtig war; zudem leiten sie so statische Kräfte besser ab.[32]
Il Gesù, Fassadenentwurf von Giacomo della Porta
Giacomo della Porta[Bearbeiten]
Giacomo della Porta, (ca. 1533–1602), wurde als der Architekt bekannt, der dem Petersdom mit dessen markanten Kuppel die heutige Außenwirkung verschaffte. Er folgte Vignola, seinem Lehrer, im Amt des Chefarchitekten für den Petersdom. Er vollendete auch dessen Kirchenbau für il Gesù. In Weiterentwicklung der Kirchenbauten von Albertis San Andrea, der den antiken Triumphbogen als Vorbild nahm, und Palladios San Giorgio in Venedig, der zwei Fassaden übereinanderlegte, um die Seitenschiffe einzubinden, schuf Porta in seinem Entwurf eine einheitliche, kohärent wirkende Musterfassade. Einige Architekturhistoriker schreiben diesem Entwurf auch eine deutliche Mitwirkung von Vignola und Michelangelo zu; der Grundriss und der Innenraum stammen eindeutig von Vignola, der viele Gestaltungselemente von San Andrea übernahm (Tonnengewölbe, Gliederung der Innenschiffswände).
Della Porta gliederte die Fassade in fünf Joche (Abschnitte), das mittlere birgt das Eingangsportal, die beiden anschließenden, mit kleineren Türen, präsentieren sich als Teil des Hauptschiffs; sie ragen gleich hoch wie das Portaljoch, und alle drei verbindet ein Dreiecksgiebel. Die beiden äußeren Joche deuten die Seitenkapellen, bzw. Seitenschiffe an, sie sind tür- und fensterlos. Sie sind deutlich niedriger und schließen mit den Schnecken, die Alberti in Santa Maria di Novella eingeführt hatte, zum Mittelteil auf. Unterteilt werden die einzelnen Joche mit doppelten Pilastern, gehalten durch ein kraftvoll wirkendes Gesimsband. Die Pilaster, die an die mittlere Eingangstür stoßen, treten als korinthische Säulen etwas aus der Fassade hervor.
Andrea Palladio[Bearbeiten]
Villa Capra, La Rotonda
Andrea Palladio, (1508–1580), gilt als „der einflussreichste Architekt der gesamten Renaissance“.[13] Als Steinmetz ausgebildet, traf er im Alter von knapp dreißig Jahren den Dichter und Humanisten Giangiorgio Trissino, der sein Talent erkannte, ihm die Ausbildung zum Architekten (mehrere Studienreisen) ermöglichte und ihn mit potenziellen Bauherren bekanntmachte. Zusammen mit Daniele Barbaro übersetzten beide sehr frei den Vitruv und steuerten mathematische und geometrische Studien bei. Palladio fertigte dafür alle Illustrationen an. Dies gab ihm das theoretische Rüstzeug, um eine eigene Architektursprache zu finden. Nach ihm ist eine Kunstgattung benannt – der Palladianismus, der im England des 18. Jahrhunderts seinen Anfang nahm.[16] Palladio veränderte den architektonischen Stil von Palästen und Kirchen. Auf Studienreisen nach Rom, die ihm sein Mäzen Tressino ermöglichte, untersuchte er das Kolosseum, das Pantheon und auch den Tempietto von Bramante. In seinen Vier Büchern zur Architektur finden sich davon umfang- und detailreiche Zeichnungen.
Das berühmteste Bauwerk Palladios ist die Villa Capra, oder auch La Rotonda genannt, sie liegt auf einer Anhöhe vor Vicenza. Der zentrale Raum ist kreisrund, („La Rotonda“ = italienisch für „die Runde"), von diesem gehen kreuzförmig vier Flure ab, die zu Außentüren führen. Jeder der verbleibenden Flächen ist mit gleichen Zimmerfluchten gefüllt. Das Mezzanin- und das Untergeschoss ist nur durch Dienstbotentreppen zu erreichen, die in den Ecken der Zimmerfluchten gestellt sind. Jeder der vier Flure führt nach draußen. Die Außentür führt unter einem großen, überdachten Vorbau mit dreieckigem Giebel, der von sechs Säulen getragen (Hexastyl) wird, zu einer Treppenanlage die förmlich zur parkähnlichen Freifläche lädt. Der ganze Bau ist eine Inszenierung, ließ aber einen Johann Wolfgang von Goethe an dessen Wohnwert zweifeln: „Inwendig kann man es wohnbar, aber nicht wöhnlich nennen.“[33][34]
Der Bau ist bis ins kleinste Baudetail proportional komponiert, wenn man die von ihm angefertigten Holzschnitte zugrunde legt, mit vielen Verweisen auf die Vitruvübersetzung. Allerdings weicht der reale Bau von den angegebenen Maßen ab, was Proportionsanalysen erschwert.[35]
Palladio hat über 30 Bauwerken hinterlassen, von seinen Villen ist die Villa Cornaro zu erwähnen, wo er die Gartenfassade mit einer zweigeschossigen Loggia gestaltet, die gemäß den Regeln der Säulenordnung unten ionische und oben korinthische Säulen tragen.[36] Die Regeln der Zentralperspektive wendet er anschaulich in seinem Teatro Olimpico an.
Die Entwicklung von der Frührenaissance zum Barock[Bearbeiten]
In Italien vollziehen sich die Übergänge von der Frührenaissance über die Hochrenaissance und den Manierismus bis zum Barock scheinbar nahtlos. Pevsner deutete die Wandgestaltung von Michelangelos Laurenziana derart, dass er diesen zum „Vater des Barock“ erkor. Präsentierte sich die Renaissance Italiens als eine kontinuierliche Entwicklung, galt das nicht für andere Regionen Europas. Dort ging die Übernahme deutlich langsamer vonstatten; als in Rom die ersten Teile der alten Peterskirche abgebrochen wurden, ließ Heinrich VII. (England) an die Westminster Abbey in bester englischer Gotik die Neue Sakristei bauen.
Als sich der Barock Anfang des 17. Jahrhunderts etablierte, wurden mit dem Queen's House und Banqueting House in Whitehall (London) die ersten reinen Renaissancebauten errichtet. Vorher wurde dort mit unterschiedlichen Stilformen mit Anleihen aus der klassischen Architektur experimentiert. Die Wiederherstellung der Monarchie 1660 wandelte das gesellschaftliche Klima, und der Wandel zum Barock setzte ein. In ähnlicherweise Weise erfolgte in vielen Teilen Europas die Hinwendung zur Renaissance, die Bauwerke Brunelleschis oder Michelozzis galten als klassische Vorbilder, die schnell den regionalen Bedingungen angepasst wurden.[37] Die Ausbreitung des Barock und die Auseinandersetzung mit der als konservativ geltenden Renaissance wurde durch die Religionskonflikte um die Reformation und Gegenreformation bestimmt.[27]
Die Ausbreitung der Renaissance-Architektur außerhalb Italiens[Bearbeiten]
Das 16. Jahrhundert war durch die wirtschaftliche und politische Vormachtstellung Frankreichs und Spanien bestimmt, später drängten auch Holland, England, Deutschland und Russland hervor. Der Renaissancestil wurde hier als Ausdruck der kulturellen Identität gesehen, und die ersten Bauwerke der neuen Art entstanden.
Italienische Architekten waren im Europa des 16. Jahrhunderts begehrt, so zog es Sebastiano Serlio nach Frankreich, Aristotele Fioravanti nach Russland, und Francesco Fiorentino wirkte in Polen. Bald studierten Nicht-Italiener im Ursprungsland der Renaissance und importierten den neuen Stil: Philibert de l’Orme in Frankreich, Juan Bautista de Toledo in Spanien und Inigo Jones in England.[37]
Bücher und Kunstdrucke warben mit Plänen und Zeichnungen für den neuen Stil und verbreiteten sich bis weit nach Nordeuropa. Bekannte Zeichner waren Androuet du Cerceau aus Frankreich oder Hans Vredeman de Vries aus den Niederlanden. Der Deutsche Wendel Dietterlin veröffentlichte seine Architectura um 1598 in Nürnberg, in der die Renaissance sehr frei interpretiert wird.
Das Juleum in Helmstedt
Deutschland[Bearbeiten]
Italienreisende wie der Philosoph Johannes Reuchlin und der Maler Albrecht Dürer, dessen Schriftwechsel mit Raphael sich erhalten haben, importierten die neuen Ideen. Sehr interessiert waren unter den Auftraggebern für neuartige Architektur besonders die um sichtbares Prestige konkurrierenden Fürsten und reiche Kaufleute in größeren Handelsstätten.[38] Als bedeutende Bauten der Renaissance in Deutschland gelten die Fuggerhäuser in Augsburg, die Stadtresidenz Landshut, das Heidelberger Schloss, das Schloss Johannisburg in Aschaffenburg und das Augsburger Rathaus. In Köln realisierte Wilhelm Vernukken ab 1567 den zweigeschossigen Vorbau für das Rathaus. Die Kirche St. Michael in München, errichtet zwischen 1583 und 1597, ist die größte Renaissancekirche nördlich der Alpen und wurde zu einem katholischen Zentrum der Gegenreformation. Der Einfluss der Kirche Il Gesù in Rom ist deutlich erkennbar.
Beim Augsburger Rathaus ist der flämische Einfluss am Giebel deutlich erkennbar. In Norddeutschland sind die neuen Treppengiebel an vielen Bürgerhäusern wie in Stralsund, Lüneburg oder Lübeck und an vielen Bauwerken an der Straße der Weserrenaissance zu sehen. Einige freistehende Schlösser entstanden zur gleichen Zeit: Schloss Güstrow, Schloss Plön, Schloss Glücksburg und der Umbau des Schweriner Schlosses. Sie halten sich meist in ihrer Ornamentik zurück. Kunsthistorisch zählen sie zur nordischen Renaissance.[13][15]
Frankreich[Bearbeiten]
Französische Renaissance: Schloss Chambord (1519–1539)
Frankreich war im 16. Jahrhundert in mehrere Kriege in Norditalien verstrickt, eine Beute war der Renaissancestil, der so Einzug in Frankreich hielt. Im Loiretal entstanden schnell mehrere Burgen und Schlösser, von denen das Schloss Amboise künstlerisch hervorsticht, nicht nur weil Leonardo da Vinci seit ca. 1495 hier seine letzten Lebensjahre verbrachte.[13]
Weitere bedeutende Bauten, die teilweise wegen der langen Bauzeit in anderen Baustilen beendet wurden, sind:Schloss Chambord ab 1519 unter Einbeziehung der älteren Bauteile wie der Rundtürme
Schloss Fontainebleau ab 1528 durch Gilles le Breton
Louvre in Paris, ab 1546 unter Pierre Lescot.[39]Niederlande[Bearbeiten]
Antwerpen, Rathaus (fertiggestellt um 1564)
Wie in der Malerei benötigte die Renaissance-Architektur ihre Zeit, um in den Niederlanden Fuß zu fassen. Das erste bedeutende Bauwerk, das Rathaus von Antwerpen, das um 1564 fertiggestellt war, schuf Cornelis Floris de Vriendt. Es bildete mit seinem mittigen Turm für lange Zeit das Vorbild für viele Rathäuser im nördlichen Europa. Die niederländische Renaissance zeigte auch das Weiterverwenden gotischer Architektur, die nun mit größeren Fenstern dem neuen Stil angepasst wurden.
Im frühen 17. Jahrhundert beeinflusste Hendrick de Keyser maßgeblich die Architektur seines Landes, die geprägt war durch schmale Bürgerhäuser, die Straßenfronten dominierten Treppengiebel, die in der Renaissance und im aufkommenden Barock beibehalten wurden und auch mit Schnecken verziert wurden, die so als Volutengiebel zu bezeichnen sind. Die Steinmetzarbeiten wurden hier eher flach ausgeführt, im Gegensatz zu Italien.[13]
England[Bearbeiten]
Englische Renaissance: Hardwick Hall (1590–1597).
Die Renaissance-Architektur erreichte England in der Regierungszeit von Elisabeth I.; erste Bauten wurden unter starkem Einfluss der niederländischen Abwandlung der Renaissance auf dem Land errichtet. Ein Beispiel dieser Art ist das Longleat House.
Der erste Architekt, der die Renaissance in England zur Blüte brachte, war Inigo Jones. Er hatte in Italien studiert, und die Arbeiten Palladios beeinflussten ihn stark. Nachdem er nach England zurückgekehrt war, schuf er voller Enthusiasmus das Queen’s House bei Greenwich ab 1616 und das Banqueting House bei Whitehall drei Jahre später.[13][40]
Nordische Renaissance: Schloss Frederiksborg (1602–1620)
Skandinavien[Bearbeiten]
Die Renaissance-Architektur, die ihren Weg nach Skandinavien fand, war durch die flämische Architektur beeinflusst, was am Schloss Frederiksborg an den hohen Giebelfeldern abzulesen ist. Sie erreichte Dänemark unter der Regierungszeit von Friedrich II und besonders Christian IV. Durch die zeitgleich entstandenen französischen Schlösser angeregt, entwarfen flämische Architekten Meisterwerke wie das Schloss Kronborg in Helsingør und das Frederiksborg Schloss in Hillerod (1602–1620). Letzterer ist der größte Palast der Renaissance in Skandinavien.
Als sich Gustav I. Wasa als neugewählter König von Schweden daran machte, die protestantische Reformation zu sichern, kam der Bau von Kirchen und Adelspalästen nahezu zum Stillstand. Er konzentrierte sich zwecks Machterhalt darauf, schlossartige Burgen zu bauen. So entstanden zu seiner Zeit das Schloss Gripsholm (1537–1544), das Schloss Kalmar und das Schloss Vadstena; alle erhielten durch umfangreiche Umbauten von Vorgängerbauten ihren heutigen Renaissance-Charakter.
Die Renaissancearchitektur in Norwegen konnte sich aufgrund der Pest nur deutlich langsamer durchsetzen. So wurden nur wenige Bauwerke im neuen Stil errichtet, der bekannteste ist der Rosenkranzturm als Teil der Festung Bergenhus. Weitere sind die Baronie Rosendal in der Region Hardanger sowie die Festung Akershus, die von 1596 bis 1646 von italienischen Festungsbaumeistern von einer Festung zu einem Renaissanceschloss umgebaut wurde. In Finnland haben sich keine nennenswerten Bauwerke der Renaissance erhalten.
Der Escorial, Spanien
Spanien[Bearbeiten]
In Spanien des ausgehenden 15. Jahrhunderts erfolgte die Übernahme der Renaissance mit deutlichen Weiterverwendungen gotischer Formen. Der neue Stil wurde Plateresque genannt, wegen ihrer extrem dekorierten Fassaden, die an die überbordenden Dekorationen der damaligen Silberschmiedearbeiten, die Plateros, erinnern. Die klassische Ordnung wurde übernommen und mit traditionellen und starken maurischen Einflüssen zu einem neuen Ganzen verwoben.
Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts gelang es, einen stärkeren Bezug zur römischen Antike herzustellen, mit Anleihen an den Manierismus, wie die Arbeiten der Architekten wie Pedro Machuca, Juan Bautista de Toledo und Juan de Herrera zeigen. Die bekanntesten Beispiele sind der Palast Karl V in Granada und der Escorial.[13]
Gnadenkirche in Évora, Portugal (1530–1540)
Portugal[Bearbeiten]
Wie in Spanien vollzog sich die Übernahme des Renaissancestils in Portugal in Abschnitten. Bauwerke, in gotischem Stil erbaut, wurden mit Stilelementen der Renaissance dekoriert. Dieser Stil wird Manuelinik, (ca. 1490–1535), genannt. Der Torre de Belém, eine gotische Verteidigungsanlage, wurde um eine Loggia im Renaissancestil ergänzt. Das Mosteiro dos Jerónimos (Hyronimus-Kloster) in Lissabon erhielt Portale, Säulen und einen Kreuzgang, die mit Renaissance-Ornamenten dekoriert wurden.
Die ersten reinen Renaissancebauwerke erschienen unter der Regierungszeit Johanns III, wie die Kapelle Nossa Senhora da Conceição in Tomar (1532–1540), die Porta Especiosa an der alten Kathedrale von Coimbra und die Gnadenkirche in Évora (ca. 1530–1540), der Kreuzgang der Kathedrale von Viseu(ca. 1528–1534) und des Convento de Cristo in Tomar (1557–1591). In Lissabon zählt die São Roque-Kathedrale (1565–1587) zur Frührenaissance, das Kloster São Vicente de Fora (1582–1629) zum Manierismus, beide wurden zum Vorbild für Nachfolgebauwerke in den portugiesischen Kolonien.[13]
Innenhof der Wawel-Burg, Krakau
Polen[Bearbeiten]
Die polnische Renaissance-Architektur wird in drei Zeitabschnitte unterteilt: Die erste Periode (1500–1550) wird auch die italienische genannt. Die meisten Renaissancebauwerke wurden von italienischen Architekten errichtet, so der Innenhof der Wawel-Burg und die Sigismund-Kapelle von Francesco Fiorentino und Bartolomeo Berrecci aus Florenz.
In der zweiten Periode (1550–1600) war die Renaissance-Architektur in Polen angekommen; eine Reihe von Bauwerken entstanden, die Anklänge an den Manierismus aufweisen oder den flämischen Einfluss besonders in Pommern zeigen: die Krakauer Tuchhallen, von Santi Gucci Rathäuser von Tarnów, Sandomierz (Umbau eines gotischen Vorgängerbaus), Chelm (zerstört) und am bekanntesten das in Posen.
In der dritten Phase (1600–1650) beherrschten die immer mächtiger werdenden Jesuiten im Zuge der Gegenreformation die Entwicklung und forcierten den manieristischen und barocken Baustil.[41]
Ungarn[Bearbeiten]
Burg Rákóczi in Sárospatak mit Reanissance-Wohnturm[42]
Das Königreich Ungarn war eines der ersten Länder, die von der Renaissance beeinflusst wurden; der Stil erreichte das Land, als König Matthias Corvinus 1476 Beatrix von Aragón, die Tochter des Königs von Neapel, heiratete. Viele italienische Künstler und Handwerker begleiteten die neue Königin in ihre neue Heimat. Die Basilika von Esztergom mit der Bakócz-Kapelle ist ein herausragendes Ergebnis.[43]
Der Facettenpalast im Moskauer Kreml
Russland[Bearbeiten]
Großfürst Ivan III lud eine Reihe italienischer Architekten ein und führte so die Renaissance in Russland ein. Der Renaissancestil wurde mit heimischer Tradition gemischt. 1475–1479 leitete der Bologneser Architekt Aristotele Fioravanti den Neubau der Uspenski-Kathedrale; sie liegt im Moskauer Kreml.
1485 beauftragte Ivan III den Architekten Aloisio da Milano mit dem Bau des Terem-Palastes im Kreml sowie mit dem Bau mehrerer Wehrtürme für die Kremlmauer. Ebenfalls für den Kreml ließ er ab 1492 den Facettenpalast errichten, und zwar unter der Leitung der italienischen Baumeister Marco Ruffo und Pietro Antonio Solari. 1505–1509 ließ Ivan III. zwölf Kirchen durch Aleviz Novyi bauen, darunter die Erzengel-Michael-Kathedrale.
Kathedrale des Heiligen Jakob (Šibenik)
Kroatien[Bearbeiten]
Kroatien war im 15. Jahrhundert in drei souveräne Staaten geteilt. Der nördliche Teil mit Slowenien gehörte zum Königreich Ungarn, Dalmatien, mit Ausnahme des unabhängigen Dubrovnik, stand unter der Herrschaft Venedigs. Die Kathedrale des Heiligen Jakob (Šibenik) wurde ab 1441 noch gotisch durch Giorgio da Sebenico erbaut. Ab 1477 bis 1505 vollendeten italienische Baumeister diese im Renaissancestil. Eine Besonderheit ist das ungewöhnliche Tonnengewölbe, das aus Steinplatten gebaut wurde.[44]
Die Nachwirkung der Architektur der Renaissance[Bearbeiten]
Es gab mehrere „Wiedergeburten“ der Renaissance. So lässt sich der Klassizismus, als Abgrenzung der überladenden Architektur des Barock und des Rokokos, als ein Rückgriff auf die römische und auch griechische Antike begreifen. Die Unterscheidung klassizistischer und Neorenaissance-Bauten ist mitunter schwierig.
In England bewirkte Richard Boyle, 3. Earl of Burlington, (1694–1753) eine erneute intensive Beschäftigung mit Vitruv und Palladio. Er ließ deren Schriften ins Englische übertragen, wofür er Illustrationen neuer englischer Bauwerke anfertigen ließ, deren Bau er größtenteils finanzierte: Das Burlington House ab 1719 diente ihm zunächst als eigenes Wohnhaus in London und beherbergt heute die Royal Academy of Arts. Das Chiswick House, erbaut 1726 bis 1729, heute London, ist eine Neuinterpretation von Palladios La Rotonda. Durch das gemeinsame Studium der Schriften des Plinius mit William Kent entwickelte er den englischen Landschaftsgarten. In der Folge kam es in England zu zahlreichen Nachbauten von Palladios Villen und Paläste.[45]
In Deutschland wurde der Wörlitzer Park maßgebend vom Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1736–1800) gestaltet. Obwohl das Schloss eindeutig klassizistisch ist, sind zahlreiche Nebengebäude nur als Rückgriff auf die Antike und Renaissance und hier besonders Palladio zu verstehen. Die Bogenbrücke, erbaut 1776, scheint direkt aus Palladios „Vier Bücher der Architektur“ entnommen zu sein. In Hamburg, genauer im damals dänischen Altona, baute sich der dänische Architekt Christian Frederik Hansen ein Haus ganz im Stil Palladios. Mitte des 19. Jahrhunderts gestaltete Gottfried Semper in Dresden das Semperforum, so orientiert er sich für die Sempergalerie an Vasaris Uffizien in Florenz.
Monticello in Virginia
In den neu gegründeten USA wurde der spätere dritte Präsident Thomas Jefferson, zunächst Botschafter in Paris, von der Palladio-Rezeption beeinflusst. Er nutzt diese Stellung für Studienreisen in Norditalien. Sein Wohnhaus Monticello in Virginia gestaltet er nach Palladios La Rotonda. Sein architektonisches Mitwirken am Bau des Kapitols und dem Bau des Weißen Hauses in Washington ist dokumentiert. Die Kuppel des Kapitols weist deutlich auf das Vorbild des Petersdoms hin.[46][47]
Im 19. Jahrhundert wurden im Neohistorismus nahezu alle Kunstepochen revitalisiert; auch die Renaissance wurde mit neuen Baumethoden neuinterpretiert. 1841 schuf Charles Barry mit dem Neubau des Reform Club in London eine kleinere Version des Palazzo Farnese. In Paris schuf Charles Garnier zwischen 1860 und 1875 die nach ihm benannte Opéra Garnier.[27]
Piazza d’Italia in New Orleans
In der Postmoderne (ab 1960 zunächst in der Literatur, ab 1980 in der Architektur) wird die Renaissance Teil der zeitgenössischen Architektur. In New Orleans entwarf Charles Willard Moore (1925–1993) mit der Piazza d’Italia eine fröhliche, fast comicartige Neuinterpretation der Renaissance. Weitere Architekten, die sich in ihren Arbeiten mit der Renaissance auseinandersetzten, sind unter anderem Ricardo Bofill, der in 1985 mit seiner Wohnsiedlung in Marne-la-Vallée, Paris, die Renaissance neu dimensionierte, Rob Krier, Phillip Johnson und viele andere. Oswald Mathias Ungers (1926–2007) bezog sich in seinen Entwurf für die Galerie der Gegenwart als Teil der Kunsthalle Hamburg direkt auf Palladios La Rotonda. Die Rotunde in Palladios Gebäudemitte mutiert bei Ungers zu einem Quadrat.
Einzelnachweise[Bearbeiten]↑ Erwin Panofsky, Renaissance and Renascences in Western Art, (New York: Harper and Row, 1960)
↑ Einige Architekturhistoriker wie beispielsweise Sir Banister Fletcher sehen im Barock ebenfalls eine Phase der Architektur der Renaissance.
↑ Der italienische Ausdruck lässt sich als „Vierzehnhundert“ interpretieren und entspricht im Deutschen dem 15. Jahrhundert.
↑ Die Frührenaissance in der Architektur wird auch zur Unterscheidung der Entwicklung in Venedig gebraucht, wo ein fließenderer Übergang von mittelalterlicher und Renaissance-Baukunst als in Florenz zu beobachten ist. Siehe: John McAndrew Venetian Architektur of the Early Renaissance (Cambridge: The MIT Press, 1980).
↑ Howard Saalman. Filippo Brunelleschi: The Buildings. (London: Zwemmer, 1993).
↑ Arnaldo Bruschi. Bramante (London: Thames and Hudson, 1977).
↑ Einige Architekturhistoriker schreiben diese „Erfindung“ der Kolossalordnung Palladio zu, der sie um 1542 bei der Villa Pisani noch ganz dezent einsetzt. Vergleiche: Lionello Puppi, Andrea Palladio, 1982, München, ISBN 3-423-02881-5
↑ Arnold Hauser. Mannerism: The Crisis of the Renaissance and the Origins of Modern Art. (Cambridge: Harvard University Press,1965).
↑ Cathedral of Chihuahua, 1725–1826
↑ Basilica Minore del Santo Niño, gegenwärtiger Zustand 1735–1739
↑ Die Liste der folgenden Gestaltungselemente ist von Banister Fletcher, History of Architektur on the Comparative Method übernommen.
↑ Alberti gestaltete zuvor Kirchenfassaden für Santa Maria di Novella (Florenz) und Tempio MalatestianoSan Francesco (Rimini). Beide Bauwerke entstanden bereits in der Gotik.
↑ a b c d e f g h i j k l m n o Banister Fletcher, History of Architektur on the Comparative Method (first published 1896, current edition 2001, Elsevier Science & Technology ISBN 0-7506-2267-9).
↑ Giorgio Vasari: Künstler der Renaissance, 1997, Köln, ISBN 3-88059-927-0
↑ a b c Andrew Martindale, Man and the Renaissance. 1966, Paul Hamlyn
↑ a b c d e Ilan Rachum, The Renaissance, an Illustrated Encyclopedia. 1979, Octopus, ISBN 0-7064-0857-8
↑ J.R.Hale, Renaissance Europe, 1480–1520. 1971, Fontana ISBN 0-00-632435-5
↑ Helen Gardner, Art Through the Ages, 5th edition, Harcourt, Brace and World.
↑ Agnes Heller, Der Mensch der Renaissance, 1982, Köln-Lövenich, ISBN 3-8147-0015-5
↑ a b Heinrich Klotz, Fillippo Brunelleschi, 1990, Stuttgart, ISBN 3-421-02989-X
↑ Heinrich Klotz, Die Frühwerke Brunelleschis und die mittelalterliche Tradition, 1970, Berlin.
↑ Attilio Pizzipione, Filippo Brunelleschi, 1991, München und Zürich, ISBN 3-7608-8127-0
↑ Giovanni Fanelli, Brunelleschi. 1980, Becocci editore Firenze
↑ Jacob Burckhardt, Die Kultur der Renaissance in Italien, 1997, Frankfurt am Main/Leipzig, ISBN 3-458-33682-6, S. 144.
↑ Anthony Crafton, Leon Battista Alberti – Baumeister der Renaissance, 2002, Berlin, ISBN 3-8270-0169-2
↑ Joseph Rykwert, Leonis Baptiste Alberti. Architectural Design, Vol 49 No 5–6, Holland St, London
↑ a b c d e Nikolaus Pevsner, An Outline of European Architektur, Pelican, 1964
↑ Marion Kaminski, Art and Architektur of Venice. 1999, Könemann, ISBN 3-8290-2657-9
↑ Ludwig Goldscheider, Michelangelo. 1964, Phaidon.
↑ James S. Ackermann, The Architecture of Michelangelo. 2 Bände. Zwemmer, London 1961, (Studies in architecture 4–5, ISSN 0562-3588).
↑ Bernd Evers (Hrsg.), Architekturmodelle der Renaissance. 1995, Berlin, ISBN 3-7913-1396-7, S. 379.
↑ Auf diese beabsichtigte Außenwirkung weisen Pevsner und Gardener hin, schließlich konnte Michelangelo diese an der Florentiner Kuppel und der deutlich unscheinbareren Kuppel des Pantheons studieren.
↑ J. W. Goethe, Reise-Tagebuch 1786. Tagebuch der Italienischen Reise für Frau von Stein. 2 Bände im Schuber, geb., Faksimile und Transkription: Band 1: Faksimile der Handschrift von Goethe, 440 S. mit 6 Federzeichnungen Goethes und 2 Einlegeblättern u. Band 2: Transkription von Wolfgang Albrecht, 154 S., hrsg. von Konrad Scheurmann und Jochen Golz, ISBN 3-8053-2001-9, Eintragung vom 21. September im 9 Kapitel
↑ Manfred Wundram, Thomas Pape, Paolo Marton, Andrea Palladio. Taschen, ISBN 3-8228-0271-9
↑ Rudolf Wittkower: Grundlagen der Architektur im Zeitalter des Humanismus. München 1983; Lionel March, Architectonics in Humanism, 1998, Chichester, S. 246–298; Roger Popp, Die Mittelmaße in der Architektur, 2005, Hamburg, ISBN 3-8300-1973-4, S. 118–127.
↑ Branco Mitrovic and Stephen R. Wassell, Andrea Palladio: Villa Cornaro in Piombino Dese (New York: Acanthus Press, 2006, ISBN 0-926494-36-8)
↑ a b H. W. Janson, F. Anthony: History of Art. Harry N. Abrams, New York 1997, ISBN 0-8109-3442-6.
↑ Schunicht-Rawe, Anne; Lüpkes, Vera (Hrsg.): Handbuch der Renaissance. Deutschland, Niederlande, Belgien, Österreich, Schweiz. Köln 2002.
↑ Fritz Baumgart, Stilgeschichte der Architektur, 1977, Köln, ISBN 3-7701-0715-2.
↑ John Summerson, Architektur in Britain 1530–1830. 1977 ed., Pelican, ISBN 0-14-056003-3
↑ Harald Busch, Bernd Lohse, Hans Weigert, Baukunst der Renaissance in Europa. Von Spätgotik bis zum Manierismus. Frankfurt af Main, 1960
Wilfried Koch, Style w architekturze, Warsaw 1996
Tadeusz Broniewski, Historia architektury dla wszystkich Wydawnictwo Ossolineum, 1990
Mieczyslaw Gebarowicz, Studia nad dziejami kultury artystycznej póznego renesansu w Polsce, Torun 1962
↑ Rákóczi Castle Zugriff am 23. Oktober 2006
↑ Image of Bakócz Chapel (1506–1508)
↑ St Jacob’s Cathedral (Memento vom 6. Mai 2009 im Internet Archive)
↑ Jürgen Bracker (Hrsg.): Bauen nach der Natur – Palladio – Die Erben Palladios in Nordeuropa. Osterfildern bei Stuttgart 1997, ISBN 3-7757-0694-1.
↑ Baldur Köster, Palladio in Amerika, 1990, München, ISBN 3-7913-1057-7
↑ Martin Warnke (Hrsg.), Politische Architektur in Europa, 1984, Köln, ISBN 3-7701-1532-5, hier der Beitrag von Paul F. Norton, Latrobe-Klassizismus S. 336–352Quellenschriften[Bearbeiten]Leon Battista Alberti: Zehn Bücher über die Baukunst. Darmstadt 1975, ISBN 3-534-07171-9. (um 1450)
Sebastiano Serlio: The Five Books Of Architecture. New York, ISBN 0-486-24349-4. (Nachdruck der englischen Ausgabe von 1611)
Andrea Palladio: Die vier Bücher zur Architektur. Zürich/München 1570, 1983, ISBN 3-7608-8116-5.Literatur[Bearbeiten]Hubertus Günther: Was ist Renaissance? Eine Charakteristik der Architektur zu Beginn der Neuzeit. Darmstadt 2009.
Krista De Jonge, Konrad Ottenheym: Unity and discontinuity. Architectural relations between the Southern and Northern Low Countries 1530 – 1700. Turnhout 2007.
Anne Schunicht-Rawe, Vera Lüpkes (Hrsg.): Handbuch der Renaissance. Deutschland, Niederlande, Belgien, Österreich, Schweiz. Köln 2002.
Jean Guillaume (Hrsg.): Architecture et vie sociale. L´organisation intérieure des grandes demeures à la fin du moyen âge et la renaissance. Actes du colloque tenu à Tours du 6 au 10 juin 1988. Paris 1994.
Rudolf Wittkower: Grundlagen der Architektur im Zeitalter des Humanismus. dtv-wissenschaft, München 1983, ISBN 3-423-04412-8.
Nikolaus Pevsner: An Outline of European Architecture. Pelican, Harmondsworth, Middlesex, England 1964.
John Summerson: Architecture in Britain 1530–1830. Pelican, Harmondsworth, Middlesex, England 1977, ISBN 0-14-056003-3.
Manfredo Tafuri: Interpreting the Renaissance: Princes, Cities, Architects. Vorwort Daniel Sherer. Yale University Press in association with the Harvard GSD, New Haven/London Cambridge, MA 2006.
Robert Erich Wolf, Ronald Millen: Renaissance and Mannerist Art. Harry N. Abrams, 1968.
Jacob Burckhardt: Die Baukunst der Renaissance in Italien. Nach der Erstausgabe der "Geschichte der Renaissance in Italien" (= Jacob Burckhardt Werke 5). München 2000.Weblinks[Bearbeiten]Renaissance-Architektur in Great Buildings Online<!–NewPP limit report
Parsed by mw1045
Cached time: 20151211160610
Cache expiry: 2592000
Dynamic content: false
CPU time usage: 0.356 seconds
Real time usage: 0.428 seconds
Preprocessor visited node count: 2237/1000000
Preprocessor generated node count: 0/1500000
Post‐expand include size: 2082/2097152 bytes
Template argument size: 438/2097152 bytes
Highest expansion depth: 9/40
Expensive parser function count: 1/500
Number of Wikibase entities loaded: 0–><!–Transclusion expansion time report (%,ms,calls,template)
100.00% 83.5031 – -total 9.23%7.7091 – Vorlage:Webarchiv 5.87%4.9051 – Vorlage:Hauptartikel 4.07%3.3951 – Vorlage:Webarchiv/Wayback 2.50%2.0871 – Vorlage:Falsche_ISBN
–><!– Saved in parser cache with key dewiki:stable-pcache:idhash:6567380-0!*!0!!de!4!* and timestamp 20151211160610 and revision id 148952873–>

Außenansicht des Architekturmuseums, 2011
Das Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin ist eine Sammlung von Architekturzeichnungen überwiegend preußischer Architekten des 19. und 20. Jahrhunderts.Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Bestand
3 Ausstellung
4 Onlineangebot
5 WeblinksGeschichte[Bearbeiten]
Das Architekturmuseum wurde 1885/86 an der Technischen Hochschule Berlin gegründet und ist eine der ältesten Einrichtungen dieser Art in Europa. Nach verschiedenen organisatorischen Veränderungen und entsprechenden Umbenennungen (1932: „Architektur-Archiv der TH Berlin“, ca. 1950: „Plansammlung der Architekturfakultät“, 1972: „Plansammlung der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin“) führt die Einrichtung seit 2007 wieder den Namen „Architekturmuseum“.
Bestand[Bearbeiten]
Fotobeispiel: Treppenhalle des OLG Düsseldorf (1910)Architektur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts („Altbestand“)
Historische Fotografien
Ehemalige Bestände des Berliner Architektenvereins
Größere Einzelnachlässe und -teilnachlässe:
Gustav Allinger (1891–1974), Erwin Albert Barth (1880–1933), Erich Blunck (1872–1950), Karl Böttcher (Architekt) (1904–1992), Carl von Diebitsch (1819–1869), Gerhard Graubner (1899–1970), Herta Hammerbacher (1900–1985), Hermann Jansen (1869–1945), Otto Kohtz (1880–1956), Paul Lehmgrübner (1855–1916), Carl Johann Lüdecke (1826–1894), Werner March (1894–1976), Hermann Mattern (1902–1971), Alfred Messel (1853–1909), Karl Wilhelm Ochs (1896–1988), Helmut Ollk, Hans Poelzig (1869–1936), Martin Punitzer (1889–1949), Ernst Sagebiel (1892–1970), Paul Schwebes (1902–1978), Hans Simon (Architekt) (1909–1982).Ausstellung[Bearbeiten]2011: Architekturbilder. 125 Jahre Architekturmuseum der TU Berlin, Bauakademie-Provisorium, BerlinOnlineangebot[Bearbeiten]
Seit 2002 wird der Sammlungsbestand digital erfasst. Zurzeit (2009) sind ca. 90&#160;% des Bestandes digital verzeichnet – 110.000 Datensätze – und können auch online recherchiert werden. Bis auf wenige Ausnahmen kann ein Digitalisat des Originals online eingesehen werden. Die Bestände des Architekturmuseums können außerdem über das BAM-Portal recherchiert werden.
Weblinks[Bearbeiten]
&#160;Commons: Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin&#160;– Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienInformationen zu Architekturmuseum TU Berlin in der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB)Informationen zu Architekturmuseum TU Berlin im Portal SPK digital der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Architekturmuseum der TU Berlin
Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste: Institut für Architektur52.51361111111113.323888888889Koordinaten: 52°&#160;30′&#160;49″&#160;N, 13°&#160;19′&#160;26″&#160;O
Normdaten&#160;(Körperschaft): GND: 10369483-3 (AKS) | SWD in der DNB: 7651042-6
<!–NewPP limit report
Parsed by mw1029
Cached time: 20151218140142
Cache expiry: 2592000
Dynamic content: false
CPU time usage: 0.085 seconds
Real time usage: 0.116 seconds
Preprocessor visited node count: 979/1000000
Preprocessor generated node count: 0/1500000
Post‐expand include size: 8413/2097152 bytes
Template argument size: 2098/2097152 bytes
Highest expansion depth: 20/40
Expensive parser function count: 0/500
Number of Wikibase entities loaded: 0–><!–Transclusion expansion time report (%,ms,calls,template)
100.00% 80.3931 – -total64.13% 51.5551 – Vorlage:Coordinate58.94% 47.3831 – Vorlage:CoordinateComplex50.89% 40.9131 – Vorlage:CoordinateMain22.02% 17.7031 – Vorlage:CoordinateLink10.32%8.2981 – Vorlage:LDLBerlin10.23%8.2251 – Vorlage:Normdaten 8.91%7.1611 – Vorlage:Coordinate/LatRange 8.76%7.0451 – Vorlage:Coordinate/LonRange 7.43%5.9731 – Vorlage:Coordinate/to_DMS
–><!– Saved in parser cache with key dewiki:stable-pcache:idhash:2232172-0!*!0!!de!4!* and timestamp 20151218140142 and revision id 148881403–>

Dieser Artikel befasst sich mit dem Studium der Architektur, also mit dem wissenschaftlich ausgerichteten Erlernen und Erforschen des planvollen Entwerfens und Gestaltens von Bauwerken.Inhaltsverzeichnis
1 Inhalte
2 Form der Lehre
3 Deutschland3.1 Zugangsvoraussetzungen
3.2 Studiendauer
3.3 Studienrichtungen
3.4 Abschluss
3.5 Lehre
4 Liechtenstein
5 Österreich
6 Schweiz
7 Weblinks
8 EinzelnachweiseInhalte[Bearbeiten]
Die Inhalte des Architekturstudiums ändern sich wie die Aufgaben des Architekten ständig. Das abwechslungsreiche und weit gestreute Studium ist je nach Hochschule unterschiedlich; von der Ausbildung zum Generalisten bis zur Konzentration auf einzelne Bereiche. Die Studienfächer sind oder können sein: Entwerfen, Darstellungstechnik, Gebäudekunde, Geschichte der Architektur bzw. Bau- und Kunstgeschichte, Architekturinformatik, Architekturtheorie, Baukonstruktion, Baumanagement, Bauchemie oder Baustoffkunde, Bauphysik, Haustechnik, Tragwerkslehre oder Baustatik im Bereich Betonbau, Holzbau, Stahlbau, (ggfls. Grundbau) sowie Städtebau und Bauleitplanung, Baurecht (bzw. Bau- und Planungsrecht), Freiraum- und Landschaftsplanung ggfls. auch Innenraumplanung.
Je nach Fachbereich und individuellen Interessen gibt es verschiedene Vertiefungsrichtungen. Das Architekturstudium vermittelt den Studenten grundlegende Kenntnisse und das nötige Wissen, um später als Architekt arbeiten zu können. Wichtig neben der reinen Wissensvermittlung ist jedoch auch das Training der individuellen Fähigkeiten, Strategien und Arbeitstechniken.
Nach seiner Ausbildung ist der Absolvent in Deutschland noch nicht Architekt im Sinne des Architektenrechts. Erst eine mehrjährige praktische Tätigkeit berechtigt ihn zur Eintragung in die Architektenlisten der Architektenkammern in den Ländern. Grundvoraussetzung zur Aufnahme in eine Kammer ist in den meisten Ländern der Abschluss eines mindestens achtsemestrigen Architekturstudiums, sowie zwei Jahre Berufserfahrung. Bei der optionalen Vertiefung Städtebau trägt man auch als Mitglied einer Architektenkammer nicht die Berufsbezeichnung "ArchitektIn", sondern "StadtplanerIn".
Form der Lehre[Bearbeiten]
Die Form der Lehre ist von Fach zu Fach und von Professor zu Professor sehr unterschiedlich. In den Fächern, in denen es um Wissensvermittlung geht, findet die Lehre vornehmlich in Vorlesungen und Übungsseminaren statt. In den Fächern zur Steigerung der kreativen und individuellen Fähigkeiten der Studenten und der Entwicklung einer eigenen Haltung zum Entwerfen und zur Baukonstruktion werden im Rahmen individueller Aufgabenstellungen und Projekte mit viel Eigeninitiative Kenntnisse von den Studenten selbst erarbeitet. Dies hat zur Folge, dass viele Modulprüfungen innerhalb des Studiums nicht in form von Klausuren, sondern in form von Abgabeleistungen (vor allem Entwürfe und Werkpläne) absolviert werden.
Dabei sind die Grundleistungen bei einer Entwurfsaufgabe, die bis zur Abgabe des Entwurfs gefordert werden, meist Grundrisse, Schnitte und Ansichten, sowie ein Entwurfsmodell. Oftmals ist die Präsentation und Erläuterung des Entwurfs im Plenum dabei Teil der Aufgabenstellung.
Es gibt Lehrende, die den Studenten in Form einer „Meisterklasse“ ihr Architekturkonzept, ihre Techniken „beibringen“. Die Studenten profitieren dabei unmittelbar von der Erfahrung des Lehrenden. Viele Professoren aus dem Bereich Entwurf bringen als Architekten ihre Erfahrungen ein oder leiten oft noch neben der Lehre ein Architekturbüro.
Deutschland[Bearbeiten]
Die Ausbildung zum Beruf des Architekten kann an insgesamt 64 Hochschulen erfolgen. Von einer Gesamtstudentenschaft von ca. 2.5 Millionen, fast 31.000 eingeschriebene haben im Jahr 2011 eine Architekturfachrichtung studiert. [1]
Zugangsvoraussetzungen[Bearbeiten]
Die Zugangsvoraussetzungen (Abitur, Fachhochschulreife, Praktikum, Berufsausbildung im Baubereich) sind unterschiedlich. Da sie sich öfter ändern ist es sinnvoll, sie direkt von der jeweiligen Hochschule zu erfragen. Einige Hochschulen führen ein eigenes Auswahlverfahren zur Studieneignung durch, in dem die künstlerische Eignung der Studienbewerber geprüft wird (Vorlage von Zeichnungen, Gespräche etc.). In Deutschland wird an 21 Hochschulen nur der Abiturnachweis gefordert, an 11 Hochschulen wird eine Eignungsprüfung verlangt und an 32 Hochschulen ist ein Praktikum erforderlich.[1][2]
Studiendauer[Bearbeiten]
Die Studiendauer ist je nach Hochschule und angestrebten Abschluss unterschiedlich. Ein Studium mit dem Abschluss Diplom-Ingenieur (Dipl.-Ing) dauert normalerweise als Regelstudienzeit an einer Universität zehn Semester und an einer Fachhochschule acht Semester. Ein konsekutives Bachelor-Master-Studium dauert 10 Semester einschließlich der Masterthesis, wobei an den meisten Hochschulen der Bachelor mit sechs und der Master mit vier Semestern ausgelegt ist. Bei einigen Hochschulen ist ein Praxissemester in den Studienablauf integriert. Die durchschnittliche Studiendauer liegt – vor allem an den Universitäten – jedoch oft über der theoretischen Regelstudienzeit.
Studienrichtungen[Bearbeiten]
Grundsätzlich sind in Deutschland drei verschiedene Studienrichtungen zu unterscheiden, auf die man sich bereits durch die Wahl der Hochschule festlegt: Architektur (Hochbau), Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur. Beim „klassischen“ Architekturstudium (Hochbau) gibt es dann meist verschiedene Vertiefungsrichtungen, die man nach dem Grundstudium wählt, z. B. Städtebau, Baudenkmalpflege, Baumanagement, Landbau.
Abschluss[Bearbeiten]
Im Jahr 2010 haben ca. 6.000 Studentinnen und Studenten die Abschlussprüfung erfolgreich abgelegt.[1] Je nach Hochschule ist der Abschluss verschieden. Bisher war es vor allem der Diplom-Ingenieur / die Diplom-Ingenieurin Architektur (Dipl.-Ing.). Die Berufsbezeichnung „Architekt“ ist in Deutschland geschützt und darf nur von Mitgliedern der Architektenkammern getragen werden. Nur mit dieser Berufsbezeichnung ist man in Deutschland uneingeschränkt bauvorlageberechtigt (große Bauvorlageberechtigung).
Im Zuge des Bologna-Prozesses werden die Diplomstudiengänge auslaufen und auf gestufte Studiengänge umgestellt. Daher ist es bereits an zahlreichen Hochschulen nur noch möglich, einen Abschluss als Bachelor und Master zu erwerben. Dabei werden in der Regel die Abschlüsse Bachelor of Arts (B.A.), Bachelor of Science (B.Sc.) oder Bachelor of Engineering (B.Eng.) sowie Master of Arts (M.A.), Master of Science (M.Sc.) oder Master of Engineering (M.Eng.) vergeben. Ein Absolvent eines Architekturstudiums kann beispielsweise die Bezeichnung "B.Sc. of Architecture" tragen.
Der Bachelor-Abschluss wird jedoch teilweise von den deutschen Architektenkammern als nicht berufsqualifizierend angesehen, weshalb man trotz erfolgreichen Abschlusses nicht die Berufsbezeichnung „Architekt“ führen darf. Vorteile dieses Abschlusses sollen in dem modularen Studienaufbau und der höheren internationalen Vergleichbarkeit liegen.
Lehre[Bearbeiten]
Im Studiengang Architektur sind 1.004 Professoren und Professorinnen tätig, davon sind 16,8&#160;% Frauen (169 stand Wintersemester 2012/2013). [1][2][3][4]
Liechtenstein[Bearbeiten]
Die Architektenausbildung an der Universität Liechtenstein im Fürstentum Liechtenstein erfolgt nach dem international etablierten Bachelor-, Master- und Doktoratssystem. Lehrende und Studierende aus über 20 Nationen sind vertreten. Das Masterstudium mit den Vertiefungsrichtungen „Sustainable Design“, „Design Theory“ und „Urbanscape“ erfolgt ausschließlich auf Englisch. Weiterhin werden u.a. Weiterbildungskurse für Architekten angeboten, für Baumanagement, Bauökonomie, Energie und Ökologie, Immobilienbewertung und Schadenfreies Planen.
Österreich[Bearbeiten]
Universitäten mit Architekturausbildung:Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz: Architektur und Urbanistik, Holzbaulehrgang (Master)
Technische Universität Graz: Architektur
Universität Innsbruck: Architektur
Technische Universität Wien: Architektur und Raumplanung
Universität für angewandte Kunst Wien: Architektur
Akademie der bildenden Künste Wien: ArchitekturHochschulen mit Architekturausbildung:Fachhochschule Joanneum in Graz: Architektur und Projektmanagement (Master), Bauplanung und Bauwirtschaft (Bachelor)
Fachhochschule Kärnten: Architektur(Bachelor), Architektur – Objektentwicklung (Master)
FH Campus Wien: Green Building (Bachelor) – Green Building (Master, ab 2016/2017)Schweiz[Bearbeiten]
Universitäten und Hochschulen mit Architekturausbildung::Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ); Aufsicht und Ausbildungsregelung durch den Bund
Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne, EPFL); Aufsicht wie in Zürich
Universität der italienischen Schweiz (Università della Svizzera italiana, USI) – kantonale Uni, interkantonale Koordination
Kantonale Fachhochschulen (FH) unterstehen der Aufsicht und Ausbildungsregelung durch den Bund, zumeist Bachelor- und MasterausbildungHochschule für Gestaltung und Kunst (HGK) in Basel im Verbund der Fachhochschule Nordwestschweiz bietet die Fachrichtung Innenarchitektur und Szenografie an.
Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau in Burgdorf und Biel
Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur in Chur
Hochschule Luzern – Technik &amp; Architektur
Hochschule für Technik der Fachhochschule Nordwestschweiz im Verbund der Fachhochschule Nordwestschweiz, Standorte in Brugg, Windisch in Aargau und Muttenz
Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur im Verbund der Zürcher Fachhochschule
Hochschule für Technik Zürich (HSZ-T) im Verbund der Zürcher FachhochschuleSiehe auch Schweizer Universitäten und Fachhochschulen
Weblinks[Bearbeiten]
Allgemein:CHE-Hochschulranking auf Zeit-Online
Hochschulranking, auf DetailXDeutschland:www.archinoah.de – archinoah.de, ein Internetportal und Forum für Architektur
www.tektorum.de – tektorum.de – Forum für Studenten der Architektur, Innenarchitektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung und des Bauingenieurswesens.
www.architektur-studieren.info Informationen für Studieninteressierte, Erstsemester im Architekturstudium und ArchitekturstudentenWebseiten der Universitäten/ Hochschulen:www.ufg.ac.at – Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung LinzEinzelnachweise[Bearbeiten]↑ a b c d Ulrike Eichhorn:&#160;Architektinnen. Ihr Beruf. Ihr Leben.&#160;Edition Eichhorn, Berlin 2013.&#160;ISBN 978-3-8442-6702-0
↑ a b Faculty of Architecture and Landscape Sciences – http://www.uni-hannover.de/en/fakultaeten/fk-arlan/
↑ HafenCity Universität Hamburg – https://www.hcu-hamburg.de/en/bachelor/architecture/professoren/
↑ Technische Universität Hamburg-Harburg – http://www.tuhh.de/tuhh/studium/studienangebot/masterstudiengaenge/bauingenieurwesen.html<!–NewPP limit report
Parsed by mw1174
Cached time: 20151210011644
Cache expiry: 2592000
Dynamic content: false
CPU time usage: 0.044 seconds
Real time usage: 0.047 seconds
Preprocessor visited node count: 341/1000000
Preprocessor generated node count: 0/1500000
Post‐expand include size: 0/2097152 bytes
Template argument size: 0/2097152 bytes
Highest expansion depth: 3/40
Expensive parser function count: 0/500
Number of Wikibase entities loaded: 0–><!–Transclusion expansion time report (%,ms,calls,template)
100.00%0.0001 – -total
–><!– Saved in parser cache with key dewiki:stable-pcache:idhash:208163-0!*!0!!de!*!* and timestamp 20151210011644 and revision id 148417791–>

Zeitgenössische Visualisierung eines Architekturprojekts mit Hilfe des Computers
Unter Architekturdarstellung versteht man die visuelle Darstellung einer gebauten oder geplanten Architektur. Während der Entwurfsphase eines Gebäudes und im Rahmen von Architekturwettbewerben dient die Architekturdarstellung der ästhetischen und meist dreidimensionalen Überprüfung und Präsentation der geplanten Idee. Bei dreidimensionalen Darstellungen in grafischer Form spricht man auch von Visualisierung.
Die Darstellung kann in verschiedenen Formen und Medien erfolgen. Die klassische Form ist die Architekturzeichnung und das Modell. Früher wurde beides stets per Hand angefertigt. Heute kommen jedoch immer häufiger aufwendige Visualisierungen und Computersimulationen zum Einsatz. Anfänglich wurden computergenerierte Zeichnungen auf Papier ausgedruckt, mittlerweile spielen Präsentationen digitaler Daten direkt am Computer (zum Beispiel mit Powerpoint), virtuelle Kamerafahrten und Animationen eine immer wichtigere Rolle.Inhaltsverzeichnis
1 Darstellungsformen1.1 Skizzen
1.2 Zeichnungen
1.3 Zeichnerische Visualisierungen
1.4 Computerunterstützte Visualisierungen1.4.1 3D Modell
1.4.2 Rendering
1.4.3 Bildbearbeitung
1.4.4 Animationen
2 Medien2.1 Papier
2.2 Modell
2.3 Computerunterstützte Präsentation
3 Siehe auch
4 WeblinksDarstellungsformen[Bearbeiten]
Skizzen[Bearbeiten]
Beispiel einer Architekturskizze
Das einfachste Mittel der Architekturdarstellung ist eine Skizze, eine schnelle Strichgrafik, die in einer zumeist perspektivischen Darstellung ein Projekt oder eine Idee darstellt. Wobei die Skizze oft nur zur schnellen Überprüfung der eigene Idee dient. Blei-, Filz, Kreidestift, Feder oder Kugelschreiber sind die gebräuchlichsten Zeichenmedien. Siehe auch Croquis.
Zeichnungen[Bearbeiten]
Entwurfszeichnung "Torwärterhaus", Berlin, Architekt Ludwig Persius
→ Hauptartikel: Zeichnung (Architektur)
Als Architekturzeichnung bezeichnet man die zeichnerische Darstellung eines Entwurfs. Der Architekt benutzt diese Zeichnungen als Arbeits- und Entwurfswerkzeuge, um seine Ideen zu entwickeln, zu artikulieren und schließlich zu präsentieren. Eine sprachliche Umschreibung wäre sehr viel unpräziser.
Für Präsentationen werden zusätzliche, aufwändigere Darstellungsweisen verwendet: Perspektive, Zeichnung (Kunst), Collage, Malerei, Grafik und verschiedene Mischtechniken. Diese Techniken ermöglichen spezifische Aussagen hervorzuschälen und andere Eigenschaften auszublenden. Selten ist das originalgetreue Abbilden die Absicht, sondern eher eine Interpretation oder das Vermitteln eines bestimmten Ausdrucks.
Zeichnerische Visualisierungen[Bearbeiten]
Wettbewerbszeichnung für das "Narkomtiazhprom"-Gebäude auf dem Roten Platz in Moskau (Perspektive)
Die Visualisierung ist schon sehr alt, denn schon immer hat es die Bauherren interessiert ihre Gebäude vor der Entstehung zu sehen. Bekannte Architekten der Moderne, welche die Darstellung revolutionierten: z.&#160;B. von Frank Lloyd Wright, Otto Wagner und Helmut Jacoby. Einige namhafte Architekten erhoben die Visualisierung ihrer Entwürfe zu einer eigenen Ausdrucksform, die für ihr Werk charakteristisch ist. Dazu zählen unter anderen Étienne-Louis Boullée, Otto Wagner, Antonio Sant’Elia, Leon Krier, Rob Krier, Aldo Rossi und Zaha Hadid.
Computerunterstützte Visualisierungen[Bearbeiten]
Simples 3D Modell
→ Hauptartikel: Computergrafik
In den letzten Jahren wurden die traditionellen, analogen Illustrationsmethoden, zunehmend durch den Einsatz des Computers verdrängt. Dies bietet viele Vorteile, wie eine schnelle Verarbeitung und die Möglichkeit ein photorealistisches Bild zu erzeugen.
3D Modell[Bearbeiten]
Seit den 90er Jahren kann das Modell eines Gebäudes dreidimensional im virtuellen Raum erzeugt werden. Mit Hilfe von CAD-Technik lässt sich daraus neben den Bauzeichnungen unmittelbar eine perspektivische Darstellung generieren. Siehe dazu auch Modell (Architektur)#Computermodelle.
Rendering[Bearbeiten]
→ Hauptartikel: Architekturrendering
Photorealistisch gerenderte und nachbearbeitete Darstellung
Die virtuellen Modelle können mit spezieller 3D-Grafiksoftware weiterbearbeitet und gerendert werden. Dabei wird in der Software (z.B. Cinema 4D oder Studio Max 3D) das virtuelle Modell mit Texturen belegt. Anschließend wird eine Perspektive gewählt und diese in einer hohen Auflösung „gerendert“, also in ein zweidimensionales Abbildung konvertiert. Heute weitverbreitet ist die sogenannte "photorealistische Darstellung", bei der realitätsnahe Bilder erzeugt werden. In der Praxis können Innen-, Außen-Ansichten und sog. Vogelperspektiven erzeugt, die realitätstreu alle Größen-Berechnungen und Umfeld-Informationen beinhalten.
Ein Haupt-Aspekt des Renderings (dt.: berechnen) oder auch Bildsynthese, ist die Berechnung des Lichts und der Lichtquellen, die auf Objekte und deren Materialeigenschaften sich unmittelbar auswirken. Hier fällt ein besonderer Stellenwert der Simulation des Aussehens von Oberflächen, beeinflusst durch deren Materialeigenschaften (Shading) und die Berechnung der Lichtverteilung innerhalb der Szene, die sich unter anderem durch die indirekte Beleuchtung zwischen Körpern äußert, zu.
Bildbearbeitung[Bearbeiten]
In das Foto werden mittels einer Bildbearbeitungssoftware (z.B. Photoshop) Fotos von Maßstabs-bildenden Elementen (Menschen, Autos usw.) integriert und farblich und perspektivisch so angepasst, dass ein räumlicher Eindruck entsteht. Im Gegensatz zu den handwerklichen Illustration besteht hier die Möglichkeit der nachträglichen, einfachen Korrektur und Anpassung.
Animationen[Bearbeiten]
→ Hauptartikel: Architekturanimation
Noch einen Schritt weiter geht die Animation, bei der auf Grundlage von CAD-Daten Filme erstellt werden. So ist es möglich, schon vor dem ersten Spatenstich virtuell durch das Gebäude zu gehen. Neben Kamerafahrten werden so auch Material- und Lichtsimulationen, individuelle Energie- und Akustiksimulationen und Aufbausimulationen möglich. Die Grenzen der Darstellung sind heute nicht mehr handwerklich bedingt, sondern eine Frage des effektiven Einsatzes der richtigen Mittel und somit letztendlich auch eine Kostenfrage.
Medien[Bearbeiten]
Papier[Bearbeiten]
Heute werden die einzelnen Zeichnungen mit Hilfe von Layout-Software zusammengestellt, angeordnet und grafisch gestaltet, so dass schließlich ein fertiger Präsentationsplan entsteht. Dieser wird mit Hilfe von Plottern oder Druckern (Tintenstrahl- oder Laserverfahren) in Farbe oder monochrom aufs Papier gebracht.
Modell[Bearbeiten]
Physisches Modell
Siehe Hauptartikel Modell (Architektur)
Besonders anschaulich wird die räumliche Konzeption eines Entwurfes durch ein Modell zum Ausdruck gebracht. Dabei werden die einzelnen Elemente aus den Bauzeichnungen maßstabsgetreu in ein geeignetes Material übertragen. Wichtig ist bei diesen Modellen nicht unbedingt eine hohe Detailtreue sondern vor Allem die Darstellung der zentralen Ideen und des Konzeptes, des Entwurfs.
Computerunterstützte Präsentation[Bearbeiten]
Eine echte Alternative stellen inzwischen Beamer-Präsentationen dar. Die Zeichnungen werden dann nicht mehr ausgedruckt, sondern mithilfe eines Projektors an die Wand gestrahlt. Vorteile sind die Größe der Darstellung bei Präsentationen vor vielen Menschen und die Möglichkeit, Videosequenzen und Ton/ Musik einzubinden. Ein großer Nachteil ist dabei sicherlich die extreme Flüchtigkeit der Bildinformationen, die eine hohe Konzentration bei den Zuschauern erfordert und eine anschließende Diskussion über den Entwurf erheblich erschwert.
Siehe auch[Bearbeiten]Portal:Architektur und Bauwesen, Architektur
Entwerfen, Planung
Museum für ArchitekturzeichnungWeblinks[Bearbeiten]
&#160;Commons: Architectural drawings&#160;– Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma
&#160;Commons: Architectural visualisation drawings&#160;– Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich LemmaDiskussionsforum für Architekturdarstellung bei tektorum.de — Diskussionen zu Plangrafik, CAAD, 3D Visualisierung, Bildbearbeitung, Handzeichnung und Modellbau<!–NewPP limit report
Parsed by mw1057
Cached time: 20151204094526
Cache expiry: 2592000
Dynamic content: false
CPU time usage: 0.073 seconds
Real time usage: 0.083 seconds
Preprocessor visited node count: 396/1000000
Preprocessor generated node count: 0/1500000
Post‐expand include size: 3803/2097152 bytes
Template argument size: 656/2097152 bytes
Highest expansion depth: 6/40
Expensive parser function count: 4/500
Lua time usage: 0.005/10.000 seconds
Lua memory usage: 574 KB/50 MB
Number of Wikibase entities loaded: 0–><!–Transclusion expansion time report (%,ms,calls,template)
100.00% 35.2871 – -total76.32% 26.9312 – Vorlage:Commonscat21.49%7.5824 – Vorlage:Hauptartikel
–><!– Saved in parser cache with key dewiki:stable-pcache:idhash:2152882-0!*!0!!de!4!* and timestamp 20151204094526 and revision id 147641121–>

Dieser Artikel beschäftigt sich mit Methodik und Gebiet des Faches Architekturgeschichte, zur Geschichte der Architekturstile in chronologischer Reihenfolge vergleiche den Artikel Geschichte der Architektur
Die Architekturgeschichte ist der Teil der Kulturwissenschaften, der sich mit vorwiegend kunstwissenschaftlicher und in zweiter Linie mit ingenieurwissenschaftlicher und soziologischer Methodik mit der historischen Dimension der Architektur beschäftigt.Inhaltsverzeichnis
1 Gebiet
2 Interesse
3 Methodik
4 Der Diskurs um Methodik und Abgrenzung
5 Geschichte
6 Architekturgeschichte als Studienfach
7 Anwendungsgebiete
8 Literatur
9 Weblinks
10 EinzelnachweiseGebiet[Bearbeiten]
Architekturgeschichte erforscht die Geschichte der Architektur, also der Bauwerke, der Architekturtheorie und des Diskurses um Architektur, wie auch des Städtebaus und der Siedlungsgeschichte. Denn auch wenn die Stadtbaugeschichte ein eigener Zweig der Architekturgeschichte ist, so kann eine Architekturgeschichte doch nie ohne die städtebauliche Dimension auskommen.
Interesse[Bearbeiten]
Da jede Zeit, jedes Land und jede Region ihre eigene Ausformung von Architektur hat, möchte die Architekturgeschichte diesem Phänomen auf die Spur kommen. Sie bestimmt die jeweiligen personenbezogenen, örtlichen und zeitlichen Faktoren, die bei der Errichtung eines Bauwerks, oder, auf höherer Ebene, im Charakter einer Periode oder Epoche hineinspielen. Ziel dabei ist, den kulturgeschichtlichen Stellenwert der Architektur innerhalb des gesellschaftlichen Kontextes zu verstehen. Seit den 1980er Jahren hat sich dabei zunächst innerhalb der Denkmalpflege und bald auch darüber hinaus der Gedanke durchgesetzt, alle Epochen, und so auch die der Moderne und Nachkriegsmoderne objektiviert zu sehen, und nicht etwa eine von ihnen zu diskriminieren, indem man ihr die Geschichtlichkeit abspricht.[1][2]
Methodik[Bearbeiten]
Wie die Architektur in ihrer alltäglichen Praxis und ihrer gesellschaftlichen Wahrnehmung sich in einer Mittlerrolle zwischen Kunst und Funktion befindet, wendet auch die Architekturgeschichte sowohl Methoden der Kunstwissenschaft, wie auch der Technik, der Technikgeschichte und der Soziologie an. Konkret kann kein Bauwerk untersucht werden, ohne dass der künstlerische Aspekt, zum Beispiel die Gestaltung der Gliederung, die Kombination der Materialien etc. zusammen mit dem technischen Aspekt gesehen wird. Zu den technischen Aspekten gehören etwa Tragwerkstechnik, Materialherstellung, -verfügbarkeit und -beschaffenheit. Insbesondere die Konstruktionstechniken bilden ein zentrales Unterscheidungsmerkmal der verschiedenen Zeiten, hängt mit ihnen doch immer auch die konkrete Ausbildung der Bauwerke zusammen. Diese Methodik ist eine der Moderne, sie ist jedoch ebenso bei Vitruv oder Andrea Palladio anzutreffen.
Die Arbeitsweise des Architekturhistorikers lässt sich daher wie folgt beschreiben:
Häufig geht die Architekturgeschichte zunächst von einer Bauanalyse aus, ohne den historischen Kontext unmittelbar zu berühren. Das heißt, dass man zunächst beschreibt und beurteilt, wie an Bauten mit Material, Konstruktion, Funktion, Raum, Dekoration, Farbe etc. umgegangen wird. In dieser Phase spielt die „Historische Bauforschung“ eine bedeutende Rolle.[3] Sie leistet die zeichnerische und photographische Dokumentation eines Gebäudes mit allen seinen Teilen und bedient sich ferner diverser analytischer Methoden der Datierung.
Der zweite Schritt, der manchmal auch vorher erfolgt, ist die Suche nach Schriftquellen und sonstigen Aussagen zu dem Gebäude, z.&#160;B. in Bauämtern und anderen Archiven, die Befragung von Zeitzeugen und Bewohnern. Auch die Lektüre einschlägiger Publikationen gehört dazu. Schließlich muss das Umfeld analysiert werden, in dem das Bauwerk steht.[4]
Die Ergebnisse der beiden Schritte werden in einen örtlichen, persönlichen und historischen Kontext gebracht: Der Zusammenhang der Bauherrenintention und seiner sozialen Stellung etc., ebenso die Architektenpersönlichkeit und schließlich die Zusammenhänge, in denen Materialien und Techniken jeweils stehen. Das Bauwerk kann so schließlich in seinen Bezügen verstanden werden, die zu seiner spezifischen Ausprägung führten. Die Zusammenschau vieler solcher Einzelanalysen führt zum Verständnis der Bezüge, in denen eine Periode oder Epoche der Architekturgeschichte mit ihrer spezifischen Ausprägung steht.
Der Diskurs um Methodik und Abgrenzung[Bearbeiten]
Architekturgeschichte entspricht einer gesellschaftlichen Aufgabe. Zur inhaltliche Abgrenzung und Methodik haben jedoch sowohl Fachvertreter wie auch Vertreter benachbarter Disziplinen unterschiedliche Auffassungen geäußert.
Ein Hintergrund der Auseinandersetzung ist der Streit, ob Architektur eine Kunst oder eine Ingenieurleistung ist. Die Zuordnung zur (Bau-)Kunst oder zum Ingenieurwesen führt dazu, dass das Fach entweder der Kunstgeschichte oder der Technikgeschichte bzw. konkret dem jüngeren Fach der Bautechnikgeschichte zugeordnet wird.[5] 2005 wurde bei einer der Einführungsreden des Kunsthistorikertages die Meinung geäußert, Architekturgeschichte solle sich nicht als eigenes Fach benennen. Hier bestand von Seiten meinungsführender Kunsthistoriker die Auffassung, Architekturgeschichte könne sich auf die Untersuchung von künstlerischen Aspekten beschränken und sei von der Kunstgeschichte daher nicht zu trennen. Aus der Architektenschaft gibt es den Einwand, Architekturgeschichte sei kein eigenes Fachgebiet, sondern Teil der Architektur. Der Kölner Kirchenbaumeister Rudolf Schwarz vertrat 1953 die Auffassung, Architekten sollten sich mit der Architekturgeschichte keine “überzählige Geisteswissenschaft ins Bett” legen lassen.[6] Schwarz glaubte, Architekten selbst sollten die Architekturgeschichte erforschen, und wollte keine Vertiefung in einer akademischen Geisteswissenschaft.
Entgegen dieser Vielzahl von gegensätzlichen Positionen vertritt die hier gegebene Definition die Auffassung, dass Architekturgeschichte ein eigenständiges komplexes Fach mit einem anspruchsvollen methodischen Repertoire ist. Architekturgeschichte bemüht sich, technische, künstlerische, kulturhistorische und biographische Aspekte zu berücksichtigen, um zu einem angemessenen Verständnis des Kulturphänomens Architektur zu gelangen.
Geschichte[Bearbeiten]
Man könnte bereits den antiken Architekten Vitruv mit seinem Buch "De Architectura" oder etwa die Renaissanceliteraten Alberti und Palladio als Architekturhistoriker bezeichnen, wobei jedoch der Unterschied zur modernen Architekturgeschichte des 19. und 20.&#160;Jahrhunderts ins Auge fällt: Die älteren Theoretiker haben ihre Werke hauptsächlich im Sinne einer Sammlung von Mustern gesehen, die sie interpretieren, um darauf ihre eigene Architekturtheorie zu stützen.
Die Anfänge der architekturgeschichtlichen Forschung[7] liegen jedenfalls im Interesse der italienischen Renaissancearchitekten an der antiken Architektur besonders der Stadt Rom, die sie zeichneten, vermaßen und analysierten, um Vorbilder für ihre eigenen Werke zu gewinnen. Im 18. Jahrhundert suchten europäische Bildungsreisende im Zuge ihrer Grand Tour die Kunststätten Italiens auf und beschrieben die dortigen architektonischen Meisterwerke, wobei sich das Augenmerk vornehmlich auf Antike und Neuzeit als vorbildliche Stilepochen konzentrierte. Im Kontext der Wiederentdeckung antiker Architektur (wie Pompeji in den 1750ern, oder Troja um 1830), wurde antike Architektur über den bisherigen Kanon hinaus greifbar. Vereinzelt traten aber auch schon die großen Kathedralen des Mittelalters nördlich der Alpen in den Blick, die als Objekte der lokalen oder nationalen Geschichte und als technische Meisterwerke bewundert werden. In Frankreich, England und Deutschland sah man den „gotischen“ Stil als nationale Errungenschaft an. Nachdem mit dem Ende des Klassizismus die Antike als einzige Norm der Kunst abgelöst war, führte die Suche nach historischen Vorbildern für das Kunstschaffen der Gegenwart zu einer intensiveren Beschäftigung mit der Architektur aller Zeiten und Völker. Im Zuge des Aufblühens der Geschichtswissenschaft und der akademischen Kunstgeschichte im 19. Jahrhundert wurden Stilkategorien (vgl. Stilkunde) für die Analyse der Architekturgeschichte ausgebildet. Die Abgrenzung der Stilepochen untereinander entwickelt sich jedoch erst im Laufe der Zeit. „Gotik“ und „Romanik“ sind Begriffe aus der Architekturgeschichte, die sich in der gesamten Stilgeschichte verbreitet haben. Die Erforschung der nationalen Kunstdenkmäler wurde in Angriff genommen, parallel zu den Anfängen der Denkmalpflege. Aus der Restaurierungstätigkeit der Architekten (z.B. Viollet-le-Duc) an den mittelalterlichen Kathedralen ergaben sich viele Erkenntnisse zur Baugeschichte. Orts- und regionalgeschichtliche Forschungen durch Geschichtsvereine (Vorreiter ist England mit seinen Archaeological Societies, in Frankreich folgen die Societés Archéologiques diesem Vorbild) stehen neben den ersten Überblicksdarstellungen (z.B. Franz Kugler, Geschichte der Baukunst. Stuttgart 1856–1859). Die Lehre an den Architektenschulen richtete sich zunehmend historisch aus. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wandte man sich mehr und mehr vernachlässigten und missachteten Epochen wie dem Barock zu. Dabei stand das Forschungsinteresse stets in einem Zusammenhang mit den ästhetischen Vorurteilen der jeweiligen Gegenwart. Die städtebaulichen Aufgaben der Gründerzeit weckten das Interesse an der Stadtgeschichte und historischen Stadtplanung. Auch die Moderne und die folgenden Strömungen stellen sich trotz der radikalen stilistischen Neuerungen nie außerhalb der Rezeption historischer Baukonzepte.
Vitruv schrieb als Architekt für Architekten. Moderne Architekturgeschichte erforscht Architektur als Kulturphänomen für die Allgemeinheit. Sie geht dabei über eine reine Baukunde und Baudenkmalforschung hinaus und findet in fächerübergreifenden Ansätzen wie Urbanistik, Raumordnung und Landschaftsplanung Anwendung. Längst auch erfasst sie die Bautätigkeit aller Kulturen in globaler Perspektive.
Architekturgeschichte als Studienfach[Bearbeiten]
Architekturgeschichte wird in der Regel nicht als eigenes Fach studiert, sondern stattdessen eine Kombination aus Fächern, die zum Verständnis der besonderen Arbeitsweise der Architekturgeschichte dienen, wie etwa Kunstgeschichte, Architektur, Denkmalpflege. Auch Klassische Archäologie ist als ein Studium von Architekturhistorikern häufig.
Anwendungsgebiete[Bearbeiten]
Herausforderung Architekturgeschichte: Berlin, Neue Schönhauser Straße. Der geknickte Straßenverlauf durch die Entstehung parallel zur Befestigung Memhardts 1658-62, die niedrigeren Häuser Mitte des 19. Jahrh., die höheren aus Historismus und der Reformarchitektur um 1900, so das „Volkskaffeehaus“ von Alfred Messel, 1890. Haus rechts von 1887, 1929 überformt. Darüber Hochhaus am Alexanderplatz, 1970, Kollektiv Roland Korn.[8]
Eine Person, die Architekturgeschichte professionell und mit kritischem Methodenbewusstsein betreibt, nennt sich Architekturhistoriker. Architekturgeschichte hat vielfältige Anwendungsgebiete, von denen drei jedoch die häufigsten sind: Architektur, Denkmalpflege und Stadtführungen.
Architekten verwenden die Architekturgeschichte, um für aktuelle Projekte Anregungen zu finden, die Bewältigung ähnlicher Probleme zu vergleichen oder ein Bauwerk mit seinem Umfeld abzustimmen, d.h. es entweder einzupassen oder abzusetzen. Im Falle der bewusst gewählten Anpassung handelt es sich letztlich um einen Fall der Stadtbildpflege oder Denkmalpflege.
In der Denkmalpflege zielt die Erforschung der Architekturgeschichte zunächst auf eine Bewertung der Bauten eines Gebietes, um zu bestimmen, welche einen so hohen kulturhistorischen Wert haben, dass sie mit wissenschaftlicher Begründung als Baudenkmal eingetragen werden müssen (Phase der Inventarisation). Die architekturhistorische Erforschung eingetragener Denkmäler dient ihrem Schutz. So muss einerseits durch die Bauforschung ein Gebäude in seinen Teilen (wie vorher in der Phase der Inventarisation als Ganzes) bewertet werden, um zu entscheiden, welche unbedingt, welche bedingt und welche überhaupt nicht schützenswert sind (Phase der Begleitung einer Baumaßnahme). Andererseits dienen die architekturgeschichtlichen Publikationen der Denkmalpflege zur öffentlichen Vermittlung der Baudenkmäler. Diese Publikationen tragen mit dem Mittel der Überzeugung zu ihrem Schutz bei.
Im Bereich Tourismus und Stadtführungen ist die Architekturgeschichte einer Stadt oder eines Gebiets das eindringlichste Mittel, seinen Charakter und seine Identität zu erklären.
Literatur[Bearbeiten]Richard Strobel und Felicitas Buch: Ortsanalyse. Zur Erfassung und Bewertung historischer Bereiche. Arbeitshefte des Landesdenkmalamts Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 1986.
Michael Petzet, Gert Mader: Praktische Denkmalpflege. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin und Köln 1993.
Norbert Huse: Unbequeme Baudenkmale. C.H. Beck, München 1997 (Dieses Buch entwickelt ein von der Denkmalpflege angeregtes, differenziertes Bild verschiedener Aspekte der Architekturgeschichte).
Robert Suckale: Kunst in Deutschland. Von Karl dem Großen bis Heute. Monte von DuMont, Köln 1998.
David Watkin: The rise of architectural history. Architectural, London 1980.
Hans Ibelings: "Europäische Architektur seit 1890", JOVIS Verlag Berlin 2011, ISBN 978-3-86859-038-8
Pavlos Lefas: "Architecture – A Historical Perspective", JOVIS Verlag Berlin 2014, ISBN 978-3-86859-315-0Weblinks[Bearbeiten]
&#160;Wiktionary: Architekturgeschichte&#160;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, ÜbersetzungenSociety of Architectural Historians
Kolldewey-Gesellschaft, Vereinigung für Baugeschichtliche ForschungEinzelnachweise[Bearbeiten]↑ Norbert Huse: Unbequeme Baudenkmale. C.H. Beck, München 1997
↑ Roman Hillmann: Anti-Modernism and Architectural Rhetoric: The Case of Prince Charles, in: Edinburgh Architectural Research, Vol. 29, 2004, pp.67-71.
↑ Michael Petzet, Gert Mader: Praktische Denkmalpflege. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin und Köln 1993.
↑ Richard Strobel und Felicitas Buch: Ortsanalyse. Zur Erfassung und Bewertung historischer Bereiche. Arbeitshefte des Landesdenkmalamts Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 1986
↑ Rezension zum Dritten Internationalen Kongress zur Bautechnikgeschichte an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus vom 20. bis 24. Mai 2009, in: Kunsttexte.de 2009, Nr. 3 (PDF; 375&#160;kB)
↑ Rudolf Schwarz: Bilde Künstler, rede nicht. In: Baukunst und Werkform. 6. Jahrg. 1953, Heft 1, S. 9–17.
↑ vergleiche etwa Robert Suckale: Kunst in Deutschland. Von Karl dem Großen bis Heute. Monte von DuMont, Köln 1998, dort Seiten 416-421
↑ Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Berlin. Bezirk Mitte. Ortsteil Mitte, Michael Imhof, Berlin und Petersberg 2003, Seiten 447-451<!–NewPP limit report
Parsed by mw1047
Cached time: 20151210080340
Cache expiry: 2592000
Dynamic content: false
CPU time usage: 0.094 seconds
Real time usage: 0.105 seconds
Preprocessor visited node count: 316/1000000
Preprocessor generated node count: 0/1500000
Post‐expand include size: 1188/2097152 bytes
Template argument size: 203/2097152 bytes
Highest expansion depth: 4/40
Expensive parser function count: 0/500
Lua time usage: 0.009/10.000 seconds
Lua memory usage: 574 KB/50 MB
Number of Wikibase entities loaded: 0–><!–Transclusion expansion time report (%,ms,calls,template)
100.00% 58.0421 – -total62.52% 36.2871 – Vorlage:Wiktionary 8.32%4.8281 – Vorlage:Dieser_Artikel 4.03%2.3421 – Vorlage:Bausteindesign1
–><!– Saved in parser cache with key dewiki:stable-pcache:idhash:3014533-0!*!0!!de!4!* and timestamp 20151210080340 and revision id 146893912–>

Architektur in der Zeit des Nationalsozialismus beschreibt Bauvorhaben, Architektur und Stadtplanung als deutsche Ausgestaltung der in dieser Zeit verbreiteten Stile des Neoklassizismus, der Heimatschutzarchitektur und der außerhalb Deutschlands bezeichneten Stilrichtung des Traditionalismus. Jenseits der repräsentativen Machtarchitektur wirkten etliche bautechnische und architektonische Entwicklungen in gewandelter Form über das Kriegsende hinaus fort.
Das Detlev-Rohwedder-Haus an der Wilhelmstraße in Berlin-Mitte, heute Sitz des Bundesministeriums der Finanzen, wurde 1935 nach Plänen von Ernst Sagebiel als Reichsluftfahrtministerium gebautInhaltsverzeichnis
1 Allgemein
2 Beispiele
3 Städtebauliche Generalpläne3.1 Berlin
3.2 Nürnberg
3.3 München
3.4 Hamburg
3.5 Linz
3.6 Dresden
4 Bedeutende Architekten
5 Galerie
6 Literatur
7 Weblinks
8 EinzelnachweiseAllgemein[Bearbeiten]
Überreste der Zeppelinhaupttribüne in Nürnberg
Zeppelinwiese, 1937
Militärische Zweckarchitektur des Atlantikwalls, 1944
Heidelberger Thingstätte
Das Gauforum Weimar
Sporthalle der ehemaligen Lehrerbildungsanstalt Trier
Die Machthaber und deren Architekten und Planer beanspruchten, einen „nationalsozialistischen Stil“ auf Grundlage des ererbten Fundus europäischer Bau-Typologie und -Morphologie entwickelt zu haben. Zugleich wurden im weitesten Rahmen zeitgenössische Strömungen sowie persönliche Anregungen des deutschen Diktators Adolf Hitler verarbeitet. Kennzeichnend war die offiziöse Ablehnung der „Moderne“, wie der vom Bauhaus geprägte Stil genannt wurde. Diese Ablehnung manifestierte sich z.&#160;B. im Verbot des Bauhauses und der Vertreibung seiner Vertreter. In der Propaganda wurde die auf das Bauhaus in den 1920er Jahren zurückgehende nüchterne, schlichte, funktionalistische Formensprache als seelenlos, „kulturbolschewistisch“ und „undeutsch“ bezeichnet. Völkische Elemente, wie bei der Thingspielbewegung und den vor allem 1933–1935 gebauten Thingstätten kamen bevorzugt in der Frühzeit des Regimes zum Tragen und finden sich auch in der SS-Architektur der NS-Ordensburgen wieder. Darüber hinaus wurde die stärkere Einbeziehung von Landschafts- und Naturschutz in architektonische Planungen betont und teilweise, so personifiziert durch Alwin Seifert – auch umgesetzt.
Paul Schultze-Naumburg, der Hauptvertreter der Heimatschutzarchitektur fiel allerdings 1935 bei Hitler in Ungnade. Zum „Stararchitekten des Dritten Reichs“ wurde Albert Speer mit einer neoklassizistischen, Elemente der Moderne aufnehmenden wie traditionelle Baugedanken und -formen zitierenden Formensprache und einer durchrationalisierten Bautechnik. An technischen und Industrieanlagen verstand auch die Architektur des Nationalsozialismus das Gebot der Funktionalität als Kennzeichen des technologischen Fortschritts. Christoph Hackelsberger verglich die Formensprache des Atlantikwalls mit expressionistischer Architektur. Eine dogmatische „Gleichschaltung“ des Bauens im Dritten Reich fand nicht statt, sondern äußerte sich eher durch Nichtbeachtung abweichender Architekten bei der staatlichen Groß-Bauauftragsvergabe. Manche privaten und industriellen Bauten richteten sich so auch nach 1933 noch nach dem Stil der internationalen Moderne.
Nach Weihsmann lassen sich sechs formal-ästhetische Tendenzen innerhalb der Bausparten feststellen:Klassizismus für Propaganda-, Staats- und Parteibauten,
Heimatschutzstil für Siedlungsbauten und Ordensburgen,
moderate Moderne für Wohn- und Verwaltungsbauten,
pathetischer Funktionalismus für Kasernen, Heeresbauten und Industrieverwaltungsbauten,
versachlichter Funktionalismus für Sportbauten und Stadien,
Neue Sachlichkeit für Technik-, Industrie- und Fabrikbauten.In den formalen Erscheinungen ist Weihsmann zufolge keine einheitliche Kunstdoktrin zu finden, unverkennbar sei eine spezifische städtebauliche Doktrin gewesen. Realisierte Vorhaben waren beispielsweisePartei- und Regierungsgebäude
Kultstätten (Thingstätten, z.&#160;B. in Heidelberg)
Schulen und Quartiere für die politische und militärische Elite
Stadt-, Großraums- und Verkehrsplanung
Dorf(um)gestaltung im Zusammenhang mit „Heimatpflege“
Siedlungspläne für neu zu erschließende Siedlungsräume im „Großdeutschen Reich“
Heime der Hitler-Jugend und anderer NS-Gemeinschaften
Industriebauten und Infrastruktur (Reichsautobahnen, Brücken, Staudämme)Selbst Maler mit architektonischen Ambitionen, maß Adolf Hitler die Größe einer Epoche an den Zeugnissen ihrer Kultur, je größer diese waren, desto erhabener war aus seiner Sicht die Epoche. Kennzeichnend für die Bedeutung, die Hitler der Architektur einräumte, waren seine Worte anlässlich der ersten Architektur- und Kunstausstellung im „Haus der Deutschen Kunst“ in München am 22. Januar 1938:„Wenn Völker große Zeiten innerlich erleben, so gestalten sie diese Zeiten auch äußerlich. Ihr Wort ist dann überzeugender als das gesprochene. Es ist das Wort aus Stein!“
– Adolf Hitler: zitiert nach H. Weihsmann: Bauen unterm Hakenkreuz. Architektur des Untergangs. 1998, S.&#160;19Saarländisches Staatstheater, Saarbrücken, erbaut 1935–1938 als „Gautheater Saar-Pfalz“
Innerhalb von 15&#160;Jahren wollte er das gesamte Land umbauen und nahm persönlichen Einfluss auf zahlreiche Baumaßnahmen. Seine persönlichen Lieblingsarchitekten waren Paul Ludwig Troost, nach dessen Tod kurzzeitig Ludwig Ruff, später Albert Speer und Hermann Giesler, der beispielsweise Hitlers Lieblingsstadt Linz (in der er einige Jugendjahre verbrachte) im größten Maßstab umgestalten sollte. Das „Wort aus Stein“ wurde auch propagandistisch (z.&#160;B. mit entsprechenden Filmen) verbreitet. Je fortgeschrittener und hoffnungsloser der Kriegsverlauf und je unrealistischer die tatsächliche Realisierung, desto maßloser wurden die Pläne: Gigantomanische Gebäude, breite Freitreppen, wuchtige Pfeiler, lange und schnurgerade Prachtstraßen (sogenannte „Achsen“) und maßlose Pläne ohne praktischen Zweck, wie zum Beispiel die geplante „Halle des Volkes“ in Berlin. Die „Neugestaltungspläne“ verlangten exorbitante Mittel an Geld, Baustahl (der bald wichtiger für Rüstungsaufgaben benötigt wurde), Natursteinen (die aus ganz Europa herbeigeschafft wurden) und Arbeitskräften, die für das Deutsche Reich nur mit Mitteln der staatlichen Zwangswirtschaft sowie Ausbeutung der Nachbarstaaten (Zwangsarbeit) zu gewinnen waren. Hier ist eines der Motive Hitlers für den Angriffskrieg zu finden. Nebenbei hätten die Uniformität und die Megalomanie der Baupläne Hitlers, wie Weihsmann anmerkt, auch ohne den Bombenkrieg zur Selbstzerstörung der deutschen Innenstädte geführt. Zu Bombenangriffen auf Berlin sind Anmerkungen Hitlers überliefert, wonach er sie zur Platzschaffung für die geplanten Neubauten eigentlich begrüßte. Und selbst die Zerstörung der Bauten wurde mit einkalkuliert, ja sie wurden mit dem ausdrücklichen Ziel gebaut selbst noch „in Jahrtausenden“ als Ruinen eindrucksvoll zu erscheinen (sogenannte „Ruinenwerttheorie“) – was sich ja zumindest bis heute bestätigt.
Modell zur Umgestaltung der Reichshauptstadt [Berlin] in „Germania“, 1939
Berlin sollte vom Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt prunkvoll zur Reichshauptstadt Germania umgebaut und eine Stadt mit acht Millionen Einwohnern werden, München als „Hauptstadt der Bewegung“ und Nürnberg als „Stadt der Reichsparteitage“, ausgebaut, Linz zu einem herausragenden europäischen Kulturzentrum und Hamburg zum europäischen Welthandelszentrum. Hitler wollte ganze Stadtviertel verlegen lassen, damit seine breiten Prachtstraßen und prunkvollen Gebäude Platz fänden. Die „Gesundung der deutschen Städte“ sollte durch „Entschandelungsmaßnahmen“, „Entkernung“ und „Flächenbereinigung“ erreicht werden, wobei auf vorhandene, dem Ideal nicht entsprechende Bausubstanz keinerlei Rücksicht genommen wurde. Damit war eine bevölkerungsselektive Steuerung beabsichtigt (Beseitigung von Juden und „Asozialen“, Zerschlagung politisch unzuverlässiger Arbeiterquartiere in den Innenstädten). Die regimetreue Jugend hingegen sollte in einem weltanschaulich perfekten Rahmen aufwachsen. In der Frühzeit des Regimes entstanden an verschiedenen Orten Deutschlands NSDAP-Ordensburgen und Adolf-Hitler-Schulen, propagandistisch verklärt wurde die Einrichtung von Erholungszentren der Kraft durch Freude Organisation wie beim Seebad Prora.
Reichsparteitagsgelände Nürnberg – Die Kongresshalle
Aber nicht nur in den Städten im Deutschen Reich, sondern auch in den dazu zu erobernden Gebieten, etwa im so genannten „Generalgouvernement“, sollten erschlossen und umgestaltet werden. Europa sollte mit einem Netz von Breitspurbahnen durchzogen werden, auch Planungen für futuristische Einwegbahnen wie die Alwegbahn stammen noch aus der Kriegszeit. Himmler als „Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums“ wollte für die neuen deutschen Siedler im Osten Städte und Dörfer anlegen und diese durch beste Straßen verbinden. Ihm schwebte die Idee eines mit „germanischen Wehrbauern“ (zugleich Bauern und Soldaten) besiedelten Osteuropa vor, die Energieversorgung sollte durch dezentrale Windenergieanlagen nach technischen Konzepten Ulrich W. Hütters gewährleistet werden. Heinrich Himmler plante ab 1935 den Ausbau der Wewelsburg bei Paderborn als „Kultstelle“ für seine Schutzstaffel. Zuständiger Architekt war Hermann Bartels.
Eingangstor der Gedenkstätte KZ Buchenwald
Architekturmodell des KZ Dachau
Die komplette Umgestaltung der Städte und die Errichtung und Vollendung der „Kultstätten“ und der Prachtbauten durch die Nationalsozialisten wurden durch den Verlauf des Zweiten Weltkrieges verhindert. Parallel war bereits 1940/1941 eine Vielzahl von Fachpublikationen zu Detailaspekten des Wiederaufbaus vorgelegt worden, diese Anstrengungen wurden ab 1943 in einem zentralen „Arbeitsstab für den Wiederaufbau bombenzerstörter Städte“ unter Leitung Albert Speers koordiniert,[1] der faktisch auch eine militärische Niederlage mit einbezog. Die hier vertretenen Architekten und ihre planerischen und baulichen Überlegungen spielten – mit Ausnahme von Speer selbst – noch Jahrzehnte nach Kriegsende eine wichtige Rolle.[1] Ihre modernistischen Planungen kamen unter Verzicht auf die NS-Symbolik und repräsentativer „Machtarchitektur“ fast ausnahmslos zum Tragen,[1] Vertreter eines Wiederaufbaus im Heimatstil wurden mit Verweis auf dessen Verwendung zur NS-Zeit diskreditiert.
Hinterlassenschaften der repräsentativen Architektur im Nationalsozialismus sind in vielen deutschen Städten sehr häufig noch in bestehender Nutzung als Verwaltungsgebäude, Ruinen davon u.&#160;a. noch auf dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände, in Weimar und in München zu sehen. Als steingewordene Monumente eines Machtwillens sollten sie die Ideologie des Nationalsozialismus transportieren und entsprechend propagandistisch wirken. Hierzu dienten die Monumentalität, die asketische Fassadengestaltung und die kultisch-sakrale Inszenierung der Bauten. Die Dimension der Größe, untermauert durch Rekorddaten bezüglich der Bauzeit, der Ausmaße und des Materials, sollte Ausdruck einer höheren Kultur, der Überlegenheit der arischen Rasse sein. Damit wurde der Unterwerfungsanspruch des Dritten Reiches auf architektonische Weise artikuliert. Allein gegenüber der schieren baulichen Größe und Masse verschwand der Einzelne, das Individuum wurde architektonisch und städtebaulich dem regulierten Kollektiv der Masse, der Volksgemeinschaft und der Partei untergeordnet („Einschüchterungsarchitektur“). Ein machtvolles Auftreten sollte in diesen kontrollierten Gemeinschaften möglich sein. Die kultisch-sakrale Komponente ist durch die altarähnlichen Rednerpulte für Hitler fassbar, bestes Beispiel für diese Altäre ist der dem Pergamon-Altar nachempfundene Bau der Führertribüne auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg.
Hinzu kommt die Ausgestaltung der Fassaden, für die das Kunst-am-Bau-Gesetz erlassen wurde. Die Gestaltung orientierte sich am Zweck der Gebäude. So wurden für das Oberkommando der Wehrmacht (OKW), für die Reichsmarschälle und für die Soldatenhalle in karger Ornamentik militärische Werkzeuge und Waffen dargestellt.
In einem anderen Sinne als repräsentativ für das NS-Regime werden die zumeist von Häftlingen in Zwangsarbeit errichteten KZ-Bauten und heutigen Gedenkstätten empfunden.
Beispiele[Bearbeiten]
Akademie für Jugendführung
Prora
Olympiastadion Berlin
Verwaltungsgebäude der Reichspostdirektion bzw. Oberpostdirektion Karlsruhe
Ehemalige Direktorenvilla der Lehrerbildungsanstalt TrierAkademie für Jugendführung in Braunschweig
KdF-Seebad Prora auf der Insel Rügen, 1936–1939 von Clemens Klotz
Gauforum Weimar, 1937–1945 von Hermann Giesler
Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, 1933–1938 von Albert Speer
Haus der Kunst in München, 1937 von Paul Ludwig Troost
„Führerbau“ am Königsplatz in München (1933–1937 von Paul Ludwig Troost)
Reichsluftfahrtministerium in Berlin von Ernst Sagebiel
Reichsbank, heute Teil des Auswärtigen Amts Berlin von Heinrich Wolff
Heeres- und Luftwaffennachrichtenschule in Halle (Saale) von Ernst Sagebiel
Neue Reichskanzlei in Berlin (1938–1939 von Albert Speer) (Hitlers Amtssitz)
Olympiastadion (1934–1936 von Werner March) und „Reichssportfeld“, Berlin
Flughafen Tempelhof in Berlin, 1934 von Ernst Sagebiel
Italienische Botschaft in Berlin, 1939–1941 von Friedrich Hetzelt
Planungen für den Umbau Berlins durch den Generalbauinspektor
Gebäude des Wilhelmplatzes der Voßstraße und Wilhelmstraße
Verwaltungsgebäude Fehrbelliner Platz 1–4 in Berlin-Wilmersdorf
Firmenrepräsentanz der Firma Krupp in Berlin-Tiergarten, heute Sitz des Canisius Kolleg
KdF-Hotel in Waldbröl
Fortgeschrittener Ausbau des Posener Schlosses zur „Führerresidenz“ (1940–1944)
NS-Ordensburg Vogelsang von Clemens Klotz
Verwaltungsgebäude der Reichspostdirektion bzw. Oberpostdirektion Karlsruhe, 1934–1938 von Hermann Billing
Wehrkreisdienstgebäude in Kassel, heute Bundessozialgericht
Erweiterungsbau des Reichspropagandaministeriums, heute Bundesgesundheitsministerium, Berlin
NS-Ordensburg Sonthofen von Hermann Giesler
SS-Kaserne beim Nürnberger Reichsparteitagsgelände, heute Bundesamt für Migration und Flüchtlinge von Franz Ruff
Die unvollendete Kongresshalle im Nürnberger Reichsparteitagsgelände (heute Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände) von Ludwig und Franz Ruff
Umgestaltung des Dorfes Alt Rehse für den Hartmannbund zum Aufbau der Führerschule der Deutschen Ärzteschaft
SS-Junkerschule in Bad Tölz
Herz-Jesu-Kirche in Eschweiler (1938)
Wohngebiet Südvorstadt in Pirna (errichtet 1935–1938)
Gebäude des Zentralfriedhofs in Bochum
Lehrerbildungsanstalt Trier, heute Altbauten des Standorts Schneidershof der Hochschule TrierStädtebauliche Generalpläne[Bearbeiten]
Auch in Generalplänen für die Städte München, Linz, Nürnberg und Hamburg sollte der Machtanspruch der Nationalsozialisten manifestiert werden. 1940 waren insgesamt 27 Städte zu Neugestaltungsstädten durch persönliche Erlasse Hitlers bestimmt worden.
Berlin[Bearbeiten]
Ruhmeshalle auf dem Spreebogen, Gipsmodell von 1939
Große Teile, vor allem der südlichen Innenstadt Berlins sollten ab den späten 1930er Jahren in eine „Reichshauptstadt Germania“ mit einer Nord-Süd-Prachtstraße mit dem Triumphbogen und dem großen Südbahnhof am Süd- und der Ruhmeshalle und dem großen Nordbahnhof am Nordende, einer mittig kreuzenden Ost-West-Achse sowie weiteren besonders markanten Bauwerken „umgestaltet“ werden.
Nürnberg[Bearbeiten]
Goldener Saal in der Zeppelintribüne in Nürnberg
In Nürnberg sollte unter anderem das Deutsche Stadion entstehen, in dem Kampfspiele, eine Art Olympische Spiele der Nationalsozialisten, stattfinden sollten. Es hatte ein geplantes Fassungsvermögen von 400.000&#160;Menschen. Hitler sagte über dieses Stadion: „Im Jahre 1940 werden die Olympischen Spiele noch einmal in Tokio sein, aber dann für immer in diesem Stadion.“ Außerdem waren in Nürnberg aufgrund der Reichsparteitage gigantische Aufmarschfelder für Divisionen der deutschen Wehrmacht, der Leibstandarte SS Adolf Hitler und der Hitler-Jugend geplant. Hitler plante, hier gigantische Paraden von Verbänden der Wehrmacht abzunehmen.
München[Bearbeiten]
Modell des geplanten Münchner Bahnhofs
Für München war geplant, auf dem Gelände des Hauptbahnhofs ein 214,5&#160;Meter hohes Denkmal zu errichten, das an den Hitlerputsch von 1923 erinnern sollte. Außerdem sollte in München ein über einen Kilometer langer Bahnhof für die Breitspurbahn gebaut werden. Für dieses Bauvorhaben wären mehrere Straßen und die umliegenden Häuserzeilen eingeebnet und verwendet worden. Die Breitspurbahn sollte Berlin mit anderen Städten und den eroberten Ostgebieten verbinden.
München sollte außerdem eine Art Hauptstadt der deutschen Kunst werden; hierfür waren neben dem bereits fertiggestellten „Haus der deutschen Kunst“ weitere Museen geplant. Beauftragter Architekt war Paul Ludwig Troost.
Hamburg[Bearbeiten]
Für Hamburg war eine gigantische Hängebrücke über die Elbe geplant. Sie sollte westlich von Hamburg-Altona entstehen, da Hamburg wieder eine Art Welthandelszentrum werden sollte, in dem Waren bzw. Rohstoffe aus den deutschen Kolonien in Übersee eintrafen, die England an Deutschland zurückgeben sollte, nachdem diese aufgrund des Versailler Vertrages abgegeben werden mussten. Hier sollte man die neue deutsche Größe und Stärke sehen können. Diese Brücke sollte die Golden Gate Bridge in San Francisco übertreffen. Es wäre die größte Hängebrücke der Welt geworden. Fritz Todt entwarf 1937, im Eröffnungsjahr der Golden-Gate-Bridge, die neue Hängebrücke. Doch es stellte sich heraus, dass wegen des Untergrundes die freitragende Fläche zwischen den Pfeilern nicht länger als die Golden Gate Bridge werden konnte. Die Pylonen hätten sich in einen Sandaufschwemmgebiet nicht derart verankern lassen. Mit 700&#160;Meter Länge, und einer Pfeilerhöhe von 150&#160;Metern hätte diese ihr Vorbild nicht in den Schatten stellen können. Daher sollte sie zumindest, nach Hitlers Vorgaben, eine größere Fahrbahnoberfläche haben. Da die Brücke weit aus dem Zentrum Hamburgs verlegt worden war – nur hier weitete sich der Elbstrom um eine solche Länge überhaupt möglich zu machen – mussten auch die Verkehrsströme umgelegt werden. Zwischen 1938 und 1944 arbeitete Architekt Konstanty Gutschow die Neubauten nebst neuen Verkehrswegen aus. Dies hätte Hamburg ein völlig neues Aussehen verliehen. Auf dem rechten Elbufer wurde im Maßstab 1:10 das Modell eines Brückenpfeilers errichtet. Außerdem war ein 250&#160;Meter hohes Hochhaus der NSDAP vorgesehen. Da die Nationalsozialisten planten, alle Bauten aus dem Altertum in den Schatten zu stellen, war für Hamburg außerdem ein neuer größerer Hafen geplant, an dem die Kreuzfahrtschiffe der Kraft durch Freude anlegen sollten. Beauftragter Architekt in Hamburg war ebenfalls Konstanty Gutschow, der auch bereits für die neu geplante Autobahn Hamburg–Berlin die Trasse und die Brücken geplant hatte. (Zum Teil wurden diese gemauerten Brücken auch bereits bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges ausgeführt). Nach dem Krieg war Gutschow im Krankenhausbau tätig (z.&#160;B. Krankenhaus auf Helgoland und Medizinische Hochschule Hannover).
Linz[Bearbeiten]
In Linz wollte Hitler seinen Lebensabend verbringen. Deshalb plante er hier ein gigantisches Anwesen und die größte Kunst- und Gemäldegalerie der Welt, das „Führermuseum“. Linz sollte auf diesem Wege zum kulturellen Mittelpunkt Europas werden – ein „Deutsches Budapest“ an der Donau, denn es wäre ja „eine unverzeihliche Parodie, wenn die Nachfahren Attilas und seiner Hunnen die schönste Stadt am Nibelungenstrom besäßen“ (Zitat Hitler, nach dem Buch Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte von Ralph Giordano). Die Gemälde für die Galerie sollten aus anderen deutschen Museen beigesteuert oder im Ausland „erworben“ werden. Dazu diente nach Kriegsbeginn unter anderem der Kunstraub im besetzten Europa, an dem auch der Museumsdirektor Hans Posse auf Anordnung Hitlers beteiligt war. Weil der Ausbau jedoch wegen des Krieges stockte, wurden die Kunstwerke im Bergungsort Salzbergwerk Altaussee eingelagert.
Weitere Planungen für den Ausbau von Linz als „Führerstadt“ sahen eine Prachtstraße „Zu den Lauben“ mit Gemäldegalerien, Museen und einem Schauspielhaus in Monumentalarchitektur vor, am nordöstlichen Ende ein „Hitlerzentrum“, an dem mit gewaltiger Säulenfront die Galerie stehen sollte. Vorgesehen warenMonumentalverbauung der beiden Donauufer als politisches und Verwaltungszentrum (siehe auch Nibelungenbrücke)
Verlegung der Westbahnstrecke nach Süden, Neubau des Personenbahnhofs, um Platz für die Prachtstraße zu schaffen
Knotenpunkt der Reichsautobahn
Neubau des Hafens
Errichtung zweier weiterer Donaubrücken
Ausbau der Reichswerke Hermann Göring und der Stickstoffwerke
Realisierung eines großangelegten Wohnbauprogramms für die IndustriearbeiterschaftWie andere Konzentrationslager auch wurden neue Lager wie das KZ Mauthausen in der Nähe von Natursteinvorkommen angelegt, da dieses Material für die repräsentativen Bauten in großen Mengen benötigt wurde. Einige Außenlager des KZ Mauthausen wurden auf Linzer Stadtgebiet angelegt. Die Rahmenplanung blieb bis Kriegsende aufrecht, wurde aber mehrmals umgeplant. Grund dafür waren die divergierenden Konzeptionen der Bauinstanzen bzw. die Bestrebungen der Architekten, sich zu profilieren. Wenige Bauten wurden verwirklicht, wie zum Beispiel der Ausbau am Hauptplatzeingang am südlichen Donauufer. Eines der letzten Fotos von Hitler zeigt ihn im Führerbunker in Berlin vor einem Modell von Linz.
Alle Bauten sollten bis zu der großen Siegesfeier im Jahr 1955 fertiggestellt sein.
Dresden[Bearbeiten]
Vollendet wurden die Tribünen am Elbufer, die vor der Kulisse der barocken Altstadt für Massenkundgebungen gebaut wurden. Bis heute erhalten ist auch das Gebäude des Luftgaukommandos Dresden des Architekten Kreis. Ebenfalls sehr deutlich erkennbar hat sich der Nationalsozialismus im Stadtgrundriss über den Bau des Flughafens und der Reichsluftkriegsschule in Klotzsche sowie den Ausbau der Kasernenanlagen in der Albertstadt, Übigau und Nickern verewigt. Für den Bau der Autobahn&#160;4 wurde der Dorfkern von Kemnitz zerstört.
Für Dresden wurde unter anderem eine Variante der Waldschlößchenbrücke geplant.[2] Weitere Planungen waren die monumentale Ausgestaltung einer Achse vom Großen Garten, über das Hygiene-Museum von Wilhelm Kreis bis zum Neuen Rathaus, als Bestandteil des „Gauforums Dresden“, das auf den Güntzwiesen entstehen sollte.
Bedeutende Architekten[Bearbeiten]
Hermann Bartels
Paul Otto August Baumgarten
Peter Behrens
German Bestelmeyer
Paul Bonatz
Woldemar Brinkmann
Walter Brugmann
Karl Elkart
Richard Ermisch
Roderich Fick
Theodor Fischer
Leonhard Gall
Hermann Giesler
Wilhelm Grebe
Friedrich Hetzelt
Fritz Höger
Eugen Hönig
Clemens Klotz
Wilhelm Kreis
Werner March
Konrad Nonn
Franz Ruff
Ludwig Ruff
Ernst Sagebiel
Paul Schmitthenner
Julius Schulte-Frohlinde
Paul Schultze-Naumburg
Alexander von Senger
Albert Speer
Friedrich Tamms
Heinrich Tessenow
Paul Ludwig Troost
Rudolf Wolters
Galerie[Bearbeiten]
Relief-Zusammenstellung aus Augsburg-Hochfeld: Die Hakenkreuze wurden aus den Symbolen der NS-Frauenschaft, der Deutschen Arbeitsfront und der Hitlerjugend herausgemeißelt
Häufig wurden nationalsozialistische Ideale über Bemalungen oder Reliefs an den in der Zeit errichteten Gebäuden dargestellt. Die unten abgebildeten Sgraffiti gestaltete Alfred Wegwerth für eine Arbeitersiedlung in Ilmenau (Thüringen), in der Ende der 1930er Jahre vier Häuser für Fabrikarbeiter errichtet wurden. Ursprünglich waren in den Bildern auch nationalsozialistische Symbole wie z.&#160;B. das Hakenkreuz enthalten. Diese wurden nach 1945 getilgt. In den rechts abgebildeten Türsturz-Reliefs blieben die Symbole der NS-Organisationen erhalten, lediglich die Hakenkreuze wurden herausgemeißelt.
Zu DDR-Zeiten war auf dem ersten Bild der Mann ebenfalls getilgt, da dort ursprünglich ein Soldat der Wehrmacht dargestellt war. Als die Wandbilder 2003 restauriert wurden, ergänzte man wieder einen Mann, jedoch in einer etwas abgeänderten Form. Die Bilder stellen allesamt typische Motive für nationalsozialistische Kunst dar (Familie, Aufbau, Arbeit).Wandgestaltung in der Schlachthofstraße, Ilmenau
Familie mit KindernMaurer und ZimmermannSchmied und BauerGartenbau
Literatur[Bearbeiten]
(chronologisch)Luigi Monzo: Kirchen bauen im Dritten Reich. Die Inversion der kirchenbaulichen Erneuerungsdynamik am Beispiel der von Fritz Kempf entworfenen Kirche St. Canisius in Augsburg. In: Das Münster – Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft, 68. 2015/1 (April), S.&#160;74–82.
Hanns Christian Löhr: Hitlers Linz – Der „Heimatgau des Führers“, Links Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-86153-736-6.
Michael Ellenbogen: Gigantische Visionen: Architektur und Hochtechnologie im Nationalsozialismus. Ares-Verlag, 2. Aufl. 2006, ISBN 978-3902475251.
Dietmar Arnold: Reichskanzlei und „Führerbunker“. Legenden und Wirklichkeit. Links, Berlin 2005, ISBN 3-86153-353-7.
Werner Durth, Winfried Nerdinger (Hrsg.): Architektur und Städtebau der 30er/40er Jahre. Konkordia u.&#160;a., Bühl u.&#160;a. 1993, ISBN 3-922153-02-X. (Schriftenreihe des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz 46).
Lars Olof Larsson: Die Neugestaltung der Reichshauptstadt. Albert Speers Generalbebauungsplan für Berlin. Almqvist &amp; Wiksell, Stockholm 1978, ISBN 91-22-00131-X (Acta Universitatis Stockholmiensis / Stockholm Studies in History of Art 29), (auch: Hatje, Stuttgart 1978, ISBN 3-7757-0127-3).
Markus Mittmann: Bauen im Nationalsozialismus. Braunschweig, die „Deutsche Siedlungsstadt“ und die „Mustersiedlung der „Deutschen Arbeitsfront“ Braunschweig-Mascherode. Ursprung, Gestaltung, Analyse. Niemeyer, Hameln 2003, ISBN 3-8271-9050-9 (Zugleich: Hannover, Univ., Diss., 2003: Bauen im Nationalsozialismus: Siedlungen und Wohnungsbau in Braunschweig 1933–1945 und die „Mustersiedlung der Deutschen Arbeitsfront“ Braunschweig-Mascherode.).
Helmut Weihsmann: Bauen unterm Hakenkreuz. Architektur des Untergangs. Promedia-Verlag, Wien 1998, ISBN 3-85371-113-8.
Winfried Nerdinger: Bauen im Nationalsozialismus. Bayern 1933–1945. Klinkhardt &amp; Biermann, München 1993 (Ausstellungskataloge des Architekturmuseums der Technischen Universität München und des Münchner Stadtmuseums 9, ZDB-ID 2542522-5).
Peter Reichel: Der schöne Schein des Dritten Reiches. Faszination und Gewalt des Faschismus. Hanser, Wien 1991, ISBN 3-446-14846-9.
Klaus Behnken, Frank Wagner (Hrsg.): Inszenierung der Macht. Ästhetische Faszination im Faschismus 1987. (Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst im „Kunstquartier Ackerstraße“, Berlin-Wedding, vom 1. April – 17. Mai 1987). Nishen, Berlin 1987, ISBN 3-88940-010-8.
Jost Dülffer, Jochen Thies, Josef Henke: Hitlers Städte. Baupolitik im Dritten Reich. Eine Dokumentation. Böhlau, Köln u.&#160;a. 1978, ISBN 3-412-03477-0.
Dieter Bartetzko: Theatralik der NS-Architektur. Dissertation (bei Prof. Hans-Joachim Kunst), 1983.
Albert Speer (Hrsg.): Neue Deutsche Baukunst. Volk und Reich Verlag, Berlin 1940.
Gerdy Troost (Hrsg.): Bauen im Neuen Reich. 2 Bände. Gauverlag Bayreuth, Bayreuth 1938–1943.
Thomas Wunder: Das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Entstehung – Kennzeichen – Wirkung. Eine Einführung zur Begehung des ehemaligen NS-Parteitagsgeländes. Kunstpädagogisches Zentrum im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg 1984, ISBN 3-924991-12-6. (Schriften des Kunstpädagogischen Zentrums im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg).
Hans Kiener: Neue Deutsche Baukunst. Allgemeine Vereinigung „Die Kunst dem Volke“, München 1936 (Die Kunst dem Volke. Nr. 84, ZDB-ID 748403-3).Weblinks[Bearbeiten]
&#160;Commons: Architektur im Nationalsozialismus&#160;– Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienArchitekturgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Umfangreicher Überblick
Informationen über: „Der entsiedelte Jude. Albert Speers Wohnungsmarktpolitik für den Berliner Hauptstadtbau.“
„Das ‚Sonderprogramm Prof. Speer‘ in Auschwitz-Birkenau“ (Memento vom 29. Oktober 2009 im Internet Archive), WDR, Beitrag von Dr. Susanne Willems
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg
Informationsseite über Bauten in Nürnberg 1933–1945Einzelnachweise[Bearbeiten]↑ a b c Werner Durth, Niels Gutschow: Träume in Trümmern Vieweg Verlag, Braunschweig 1988, ISBN 3-528-08706-4
↑ Lehrstuhl und Institut für Städtebau und Landesplanung RWTH Aachen: Gutachten zu den visuellen Auswirkungen des „Verkehrszuges Waldschlößchenbrücke“ auf das UNESCO-Weltkulturerbe „Elbtal Dresden“ (Visual Impact Study-VIS). Dritte überarbeitete Fassung (Memento vom 3. Februar 2007 im Internet Archive), S.&#160;57&#160;ff. (PDF 3,6 MB)<!–NewPP limit report
Parsed by mw1151
Cached time: 20151218214856
Cache expiry: 2592000
Dynamic content: false
CPU time usage: 0.165 seconds
Real time usage: 0.240 seconds
Preprocessor visited node count: 927/1000000
Preprocessor generated node count: 0/1500000
Post‐expand include size: 6340/2097152 bytes
Template argument size: 2180/2097152 bytes
Highest expansion depth: 9/40
Expensive parser function count: 0/500
Number of Wikibase entities loaded: 0–><!–Transclusion expansion time report (%,ms,calls,template)
100.00% 75.5901 – -total12.08%9.1292 – Vorlage:Webarchiv 7.08%5.3531 – Vorlage:Commonscat 5.65%4.2741 – Vorlage:Zitat 5.36%4.0552 – Vorlage:Webarchiv/Wayback 2.87%2.1722 – Vorlage:ZDB 2.55%1.9241 – Vorlage:Falsche_ISBN
–><!– Saved in parser cache with key dewiki:stable-pcache:idhash:121145-0!*!0!!de!4!* and timestamp 20151218214856 and revision id 149192851–>