Gefälligkeitsgutachten ist eine rechtlich nicht klar definierte Bezeichnung für ein Gutachten, welches sich nicht an der sachlichen und fachlichen Richtigkeit orientiert, sondern am mutmaßlichen Interesse eines Auftraggebers oder einer sonst begünstigten Partei.
Im außergerichtlichen Bereich begegnen insbesondere die von nur einer der Streitparteien beauftragten Parteigutachten seitens der Gegenpartei häufig dem Einwand, es handle sich um Gefälligkeitsgutachten, die daher sachlich nicht zum Beweis geeignet seien. Dabei sind die Grenzen zwischen einer nur möglichst günstigen Darstellung oder Bewertung von Fakten und einer absichtlich falschen oder sonst wahrheitswidrigen Begutachtung durchaus fließend und nicht immer leicht konkret zu bestimmen. Eine falsche, insbesondere wissentlich falsche Begutachtung kann aber eine Strafbarkeit begründen oder Schadensersatzpflichten auslösen, und zwar durchaus auch gegenüber dem Auftraggeber, der sich etwa im Vertrauen auf die Richtigkeit des Gutachtens auf einen Prozess mit geringen Erfolgsaussichten einlässt.
Bei einem vom Gericht beauftragten Sachverständigengutachten bestehen klare gesetzliche Vorgaben hinsichtlich der Pflichten des Sachverständigen zur sorgfältigen und unparteiischen Erstattung seines Gutachtens. Weicht der Gutachter vorsätzlich oder fahrlässig von diesen Vorgaben ab, kann er sich, etwa wegen Bestechlichkeit oder wegen eines Aussagedelikts, strafbar und schadensersatzpflichtig machen.
Der Nachweis, dass ein – falsches – Gefälligkeitsgutachten erbracht wurde, ist schwer zu führen. Häufig kann ein Antrag auf Einholung eines sogenannten Obergutachtens Erfolg versprechen, nur in Ausnahmefällen wird ein Zeugen- oder Urkundenbeweis in Betracht kommen.
Der deutschen Versicherungswirtschaft entstehen laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) jährlich Schäden in Höhe von 35,4 Millionen Euro aus Gefälligkeitsgutachten. Es gibt Fälle, in denen Gutachter gegenüber Kfz-Kaskoversicherungen derartige Gutachten erstellen, um den Versicherer zu täuschen, indem sie etwa den Zeitwert eines Unfallfahrzeuges zu niedrig ansetzen[1] oder den Ausgangswert des Kfz vor dem Schadensereignis zu hoch.
Medizinische Gutachten, welche falsche Unbedenklichkeitsbescheinigungen trotz nachgewiesener Nebenwirkungen oder bedenklicher Arzneimittelwechselwirkungen mit anderen Präparaten ausstellen, um Vorteile für den Gutachter oder dessen Auftraggeber zu erschleichen, schädigen Patienten und Volkswirtschaft nachhaltig.
Einzelnachweise[Bearbeiten]↑ Restwert im Internet
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Prozess heißt das streitige Verfahren vor einem Gericht, das durch eine Klage (im Falle des Strafprozesses durch eine Anklage) eingeleitet wird und darauf zielt, die Rechtslage durch eine verbindliche Entscheidung (ein Gerichtsurteil oder einen Gerichtsbeschluss) zu klären.
Im Strafprozess wird unter Prozess ein rechtlich geordneter, von Lage zu Lage sich entwickelnder Vorgang zur Gewinnung einer richterlichen Entscheidung über ein materielles Rechtsverhältnis verstanden.[1]
Der Begriff „streitiges“ Verfahren bezieht sich auf die Abgrenzung zu „nichtstreitigen“ Verfahren, die ebenfalls von Gerichten durchgeführt werden; zu den letzteren zählen z.&#160;B. Verfahren, die die Eintragung von grundstücksbezogenen Rechten in das Grundbuch betreffen. Sie zählen zum Bereich der freiwilligen Gerichtsbarkeit, für den ein eigenes Verfahrensrecht gilt. Das deutsche Recht kennt kein einheitliches Prozessrecht. „Gerichtsverfahren“ ist also ein weiter gefasster, allgemeinerer Begriff als „Prozess“.
Die verschiedenen Gerichtszweige haben jeweils ihre eigenen Prozessordnungen.Inhaltsverzeichnis
1Differenzierung
2 Siehe auch
3 Literatur
4 Einzelnachweise Differenzierung[Bearbeiten]
Als Aktivprozess bezeichnet man ein Gerichtsverfahren aus der Perspektive des Klägers. Dieser hat den Prozess initiiert. Dagegen führt der Beklagte einen Passivprozess – er hat den Prozess nicht angestrebt, sondern „erleidet” ihn.
Siehe auch[Bearbeiten]Hauptverhandlung – nach deutschem Strafprozessrecht der Kernbestandteil jedes Strafverfahrens
Rubrum
Aktivlegitimation
PassivlegitimationLiteratur[Bearbeiten]&#160;Erich Theodor Garlichs: Passivprozesse des Testamentsvollstreckers. Hartung-Gorre, Konstanz 1996.
&#160;Stephan Meder, Christoph Sorge: Prozeß. In: Gert Ueding (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Bd.&#160;10 (2011), WBG, Darmstadt 1992ff., Sp.&#160;975–993.
Uwe Schultz (Hrsg.): Grosse Prozesse. Recht und Gerechtigkeit in der Geschichte. Verlag C. H. Beck, München 1996, ISBN 3-406-40522-3.Einzelnachweise[Bearbeiten]↑ Meyer-Goßner StPO Einl Rn. 2
Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!
Normdaten&#160;(Sachbegriff): GND: 4047577-3 (AKS) &#160;|&#160;| Anmerkung: GND: „Ohne HZ nur für das Gerichtsverfahren“.
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Willkommen bei WikipediaWikipedia ist ein Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie aus freien Inhalten, zu dem du mit deinem Wissen beitragen kannst. Seit Mai 2001 sind 1.887.086&#160;Artikel in deutscher Sprache entstanden.&#160;Geographie &#160;&#160; &#160;Geschichte &#160;&#160; &#160;Gesellschaft &#160;&#160; &#160;Kunst und Kultur &#160;&#160; &#160;Religion &#160;&#160; &#160;Sport &#160;&#160; &#160;Technik &#160;&#160;Wissenschaft
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Die AK Bibliothek Wien für Sozialwissenschaften ist eine österreichische Bibliothek. Es handelt sich um eine öffentlich zugängliche und kostenlos benutzbare wissenschaftliche Bibliothek, sie befindet sich im Erdgeschoss des Hauptgebäudes der Kammer für Arbeiter und Angestellte (AK) in Wien. Die AK Bibliothek Wien ist Österreichs bedeutendste Spezialbibliothek im Bereich der Sozialwissenschaften. Sie ist die zentrale Bibliothek der österreichischen Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung, neben ihr gibt es in Österreich sechs weitere Bibliotheken der AK-Länderkammern. Der knapp 500.000 Bände und 900 Zeitschriften umfassende Bestand konzentriert sich auf die Gebiete Politik, Zeitgeschichte, Sozialpolitik, Arbeitsmarktpolitik, Umweltpolitik, Recht, Wirtschaftswissenschaft, Bildung, Arbeiterbewegung, Frauenforschung und Frauenbewegungen, Psychologie, Sexualität, Soziologie und Philosophie. Österreichweite Verwendung bis in die 1990er fand die in den frühen 1980ern an der AK Bibliothek Wien entwickelte Bibliothekssoftware BIBOS. &#160;– Zum Artikel …
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1910&#160;–&#160;Aus Experimenten in seinem Labor schließt Ernest Rutherford, dass sich Atome entgegen dem thomson­schen Atom­modell aus einem Atomkern und der Atomhülle zusammen­setzen (ruther­fordsches Atom­modell).
1955&#160;–&#160;Cardiff wird zur Hauptstadt von Wales.
1990&#160;–&#160;Nach der deutschen Wiedervereinigung und der Wahl am 2. Dezem­ber tritt der Bundes­tag als erstes frei gewähltes gesamt­deutsches Parlament seit 1932 zusammen.Weitere Ereignisse&#160;· &#160;RSS-FeedIn den NachrichtenHandball-WM der Frauen&#160;• Mutter Teresa&#160;• Parlamentswahl in SpanienMit der Zeche Auguste Victoria&#160;(Bild) wurde die vorletzte Zeche im Ruhrgebiet geschlossen.
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Dem saudi-arabischen Blogger Raif Badawi ist in Abwesenheit der Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments verliehen worden.Weitere aktuelle Ereignisse&#160;·&#160;WikinewsKürzlich Verstorbene
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Der Ehemann von Niloufar Ardalan verhinderte deren Einsatz bei einem Spiel der iranischen Futsalnationalmannschaft.
Édith Piafs Interpretation machte aus einer von Mon légionnaire verlassenen eine begehrende Frau.
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Abkürzung: WP:KAT
Autorenportal &gt; Richtlinien &gt; Systematik &gt; KategorienRichtlinien
Grundprinzipien
Artikel
SystematikNamens­konventionen
Begriffsklärung
Kategorien
Listen
Verlinken
Formatierung
ThemenbereicheKategorien sind in der Wikipedia ein Mittel, mit dem Seiten nach bestimmten Merkmalen eingeordnet werden können. Eine Seite kann einer oder mehreren Kategorien zugewiesen werden; die Kategorien können ihrerseits wieder anderen Kategorien zugeordnet sein (Hierarchisierung in Unter- und Oberkategorien). Sie werden stets am Ende einer Seite angezeigt.
Technische Fragen zur Kategorisierung (vor allem Wikisyntax) werden unter Hilfe:Kategorien behandelt.
Kategorien werden in der Wikipedia für verschiedene Zwecke eingesetzt, beispielsweise:Die Einordnung von Artikeln in eine inhaltliche Systematik, siehe auch WP:WikiProjekt Kategorien/Einordnung von Kategorien. Beachte hier insbesondere die Unterscheidung von Kategorietypen: Objektkategorie („ist-ein“-Einordnung), Themenkategorie („gehört-zu“-Einordnung) und Struktur- und Metakategorien.
Die Zuweisung von Artikeltypen zu Artikeln
Grundlage für statistische Auswertungen über die Zusammensetzung der Artikel
Zur Markierung von Seiten zu internen Zwecken (versteckte und Wartungskategorien)Unter WP:Namenskonventionen/Kategorien sind Übereinkünfte aufgeführt, wie Kategorien benannt werden sollen. Für Fragen der Wartung von Einzelkategorien hilft das WikiProjekt Kategorien.Inhaltsverzeichnis
1 Grundlegendes1.1 Hinweise für Autoren
1.2 Größe von Kategorien
1.3 Aufteilen von Kategorien
1.4 Namenskonventionen
1.5 Kategoriebeschreibungen
1.6 Reihenfolge von Kategorien in Artikeln
1.7 Sortierung der Artikel und Unterkategorien einer Kategorie
1.8 Schnittmengenkategorien und Software
2 Kategorisierung2.1 Personen2.1.1 Personen nach Staat
2.1.2 Personen nach Ort
2.2 Zeitliche Sachsystematik
3 Strukturübersichten und Diskussionsorte3.1 Hauptstamm der Kategorien
3.2 Nebenzweige oder Teilbäume
4 Alternativen zu Kategorien
5 Listen aller Kategorie-Artikel
6 Tools zu den Kategorien
7 Theoretischer Hintergrund
8 Meinungsbilder
9 Diskussionen
10 Siehe auchGrundlegendes
Seiten werden in der Wikipedia durch ein sehr flexibles Verfahren kategorisiert. Dieses Verfahren ist multihierarchisch und lässt mehrfache Zuordnungen zu. Dabei gibt es zwei Prinzipien der Kategorisierung:Facettenklassifikation: ein Themengebiet ist in verschiedene Bereiche eingeteilt, jeder Bereich enthält gleichberechtigte Eigenschaften (Facetten), jedem Artikel wird aus einem Bereich eine Eigenschaft zugeordnet, ein Artikel erhält so mehrere Kategorien aus unterschiedlichen Bereichen
Hierarchische Klassifikation: ein Bereich eines Themengebiets wird unterteilt in Unterbereiche, die wiederum in Unterbereiche eingeteilt werden können; die verschiedenen Eigenschaften werden untergeordnet, ein Artikel erhält so eine Kategorie, die eine Schnittmenge aus verschiedenen Bereichskategorien darstelltIn der Wikipedia werden beide Klassifizierungsarten kombiniert angewendet.
Prinzipiell kann jeder Autor jede Kategorie definieren, in der Hierarchiestruktur umhängen etc. Damit diese wünschenswerte Freiheit jedoch nicht dazu führt, dass das Kategoriensystem durch Verwucherung unbrauchbar wird, gilt für die deutschsprachige Wikipedia folgendes Verfahren:Die Grobstruktur der Kategorisierung in einzelne Hauptkategorien, Hauptabteilungen und Artikeltypen wird durch interessierte Nutzer im Konsens festgelegt. Sichergestellt werden soll, dass statistische Grobanalysen der Wikipedia jederzeit möglich sind. Dazu muss die Anzahl der obersten Kategorien relativ begrenzt sein. Weiterhin soll das Anlegen nicht funktionierender Hierarchiestrukturen so schwer wie möglich gemacht werden.
Änderungen an dieser Grobstruktur können nur mit neuer Konsensfindung und unter sorgfältiger Abwägung bezüglich der ‚Folgekosten‘ geschehen. Neue Hauptkategorien dürfen nicht ‚einfach so‘ angelegt werden oder müssen gegebenenfalls gelöscht werden, falls sich Widerspruch erhebt.
Unterhalb der Hauptkategorien liegen die Bäume der Fachkategorien, deren Strukturen meist von Fachbereichen in den Portalen und WikiProjekten festgelegt werden.Hinweise für Autoren
Im Allgemeinen sollte eine Seite nicht gleichzeitig in einer Kategorie und einer ihrer Unterkategorien eingeordnet werden.
Autoren, die Seiten klassifizieren möchten, sollten bitte Folgendes beachten:Artikel, die keine Wikipedia:Begriffsklärung sind, werden einer oder mehreren Unterkategorien von Kategorie:!Hauptkategorie als inhaltliche Kategorien zugeordnet.
Portalseiten können ebenfalls inhaltlich kategorisiert werden, sofern es einen direkten Zusammenhang zwischen der Seite und dem Thema der Kategorie gibt. Besser ist jedoch, Portalseiten mittels Vorlage in der Beschreibungsseite einzubinden.
Bilder und andere Dateien werden nur in Unterkategorien von Kategorie:Datei: kategorisiert (Wikipedia:WikiProjekt Dateikategorisierung).
Vorlagen werden nur unterhalb des Kategoriebaums Kategorie:Vorlage: kategorisiert (Hilfe:Vorlagen#Kategorisierung).
Grundsätzlich soll eine Seite nicht gleichzeitig in einer Kategorie und einer ihrer Ober- oder Unterkategorien eingeordnet werden. Ausnahmen hierzu werden in den Beschreibungsseiten der betroffenen Kategorien beschrieben.
Ist man mit der Unterkategorisierung eines Fachbereichs nicht vertraut, empfiehlt es sich, die Seite nur der passenden Oberkategorie zuzuordnen und dem Fachbereich die Detailarbeit zu überlassen.
Neue Kategorien sollten mit den jeweiligen Fachbereichen, sofern vorhanden, abgestimmt werden. Eine Übersicht über die bestehenden Fachbereiche und erarbeiteten Systematiken findet sich hier unter Nebenzweige oder Teilbäume. Gibt es keinen passenden Ansprechpartner für eine neue Kategorie, gibt es auch die Möglichkeit, den Vorschlag auf der aktuellen Tagesseite des WikiProjekts Kategorien zur Diskussion zu stellen.Technische Hinweise zur Zuordnung von Seiten zu Kategorien finden sich unter Hilfe:Kategorien.
Größe von Kategorien
Die Kategorien sollen den Artikelbestand gliedern und dadurch die Wikipedia übersichtlicher machen. Da in Kategorien pro Seite je maximal 200 Unterkategorien und Artikel angezeigt werden, sind Kategorien mit wesentlich mehr Einträgen unübersichtlich und sollten eventuell weiter aufgeteilt werden. Andererseits können zu feine Kategorien mit nur wenigen Einträgen auch das Ziel der Übersichtlichkeit verfehlen. Die Mindestanzahl der Artikel in einer Kategorie hängt vom Zweck der Kategorie ab; eine allgemeingültige Mindestanzahl von Artikeln kann wegen der vielfältigen Kategorisierungsweisen in den verschiedenen Fachbereichen nicht angegeben werden. In jedem Fall als groß genug gilt eine Kategorie mit mindestens 10 Artikeln.
Wenn eine sinnvolle Navigation zwischen Artikeln nur innerhalb einer einzelnen Kategorie möglich ist, ist eine größere Artikelanzahl zu empfehlen. Hat sich dagegen eine geschlossene Systematik etabliert, die eine übergreifende Navigation in mehreren gleichartigen Kategorien ermöglicht, können selbst kleinste Kategorien für mehr Übersicht sorgen. Hier ist vor allem darauf zu achten, dass die Systematik als Ganzes genügend Artikel aufweist. Wichtig: Änderungen an diesen Systematiken sollen zunächst in Fachbereichen/Projekten diskutiert werden. Wünschenswert ist eine Dokumentation des vom Fachbereich/Projekt betreuten Teil des Kategoriensystems an einer für die Allgemeinheit zugänglichen Stelle.
Aufteilen von Kategorien
Sobald es sinnvoll erscheint, eine Kategorie feiner aufzuteilen, sollte sich der entsprechende Fachbereich überlegen, wie dies geschehen soll. Die wichtigste Frage ist, nach welchem Merkmal? Häufig bietet es sich an, eine Systematik über viele ähnlich gelagerte Kategorien hinweg anzulegen, die jedoch nicht in allen diesen Kategorien dann auch tatsächlich realisiert werden muss – wenn etwa die Unterkategorien zu klein würden. Am einfachsten ist es, Schnittmengenkategorien wie unten beschrieben zu bilden, die aber nicht immer einen Nutzen bieten. Oder man kann inhaltliche Merkmale für die Aufteilung innerhalb nur einer Kategorie finden. Die Kategorie:Mathematiker ist beispielsweise über Schnittmengenkategorien zunächst nach dem Merkmal der Wirkungszeit aufgeteilt – Schnittmengenbildung mit den Kategorien Kategorie:Person (20. Jahrhundert) nach Tätigkeit, Kategorie:Person (19. Jahrhundert) nach Tätigkeit usw., die auch bei anderen Personengruppen so Anwendung finden –, die dabei sich ergebende Kategorie:Mathematiker (20. Jahrhundert) dann spezifisch weiter nach Arbeitsgebieten.
Namenskonventionen
Für das Anlegen der Kategorien gelten die allgemeinen Namenskonventionen analog. Auf weitere Einzelheiten wird in den speziellen Namenskonventionen für Kategorien eingegangen.
Kategoriebeschreibungen
Für jede Kategorie wird eine Seite angelegt, die wie jede andere Seite der Wikipedia bearbeitet werden kann. Sie sollte den Zweck der Kategorie beschreiben und sie inhaltlich von benachbarten und ähnlichen Kategorien abgrenzen. Aus Kategoriename und -beschreibung sollte möglichst klar hervorgehen, was in die Kategorie einzuordnen ist und was nicht. Falls die Kategorie Teil einer Hierarchie ist, für die bestimmte Regeln oder Konventionen gelten, sollten diese nochmals kurz wiedergegeben werden (Beispiel: Kategorie:Isländischer Musiker).
Besonders wichtig ist die Kategoriebeschreibung, wenn eine Kategorie nach aller Erfahrung häufig falsch verwendet wird. Zu lange Beschreibungen (Beispiel: alte Fassung der Kategorie:Taiwan) sind zu meiden, und ganz besonders, dass der untere Abschnitt mit der Liste der Teilkategorien und Seiten beim Laden zunächst unsichtbar bleibt.
Erfahrungsgemäß ignorieren viele Benutzer Beschreibungsseiten. Seiten werden von Benutzern auch nach Kriterien wieihrem allgemeinen und vagen Verständnis des Kategoriennamens
dem Vorbild bereits kategorisierter ähnlicher Seiten
allgemeinen Konventionen bei der Einordnung von Seitenin Kategorien eingeordnet. Umso wichtiger ist es, einen treffenden Kategorienamen zu prägen. Gelingt dies, dann wird die aussagekräftig benannte Themenkategorie meist auch korrekt verwendet. In ihrer Beschreibung genügt dann meist schon ein Verweis auf einen Hauptartikel zum Thema, dessen Lemma im Idealfall auch noch den Kategoriennamen trägt; allenfalls muss man noch Hinweise auf verwandte Kategorien geben.
Wenn eine Kategoriebeschreibung unzureichend ist und du sie nicht selbst verbessern kannst, kannst du den Wartungsbaustein {{Kategoriebeschreibung überarbeiten}} einfügen.
Reihenfolge von Kategorien in Artikeln
Es wird empfohlen, die Kategorien vom Besonderen hin zum Allgemeinen anzuordnen, vgl. etwa Wikipedia:Formatvorlage Biografie.
Sortierung der Artikel und Unterkategorien einer Kategorie
Wo eine Seite in einer Kategorie aufgelistet wird, lässt sich bei der Zuweisung der Kategorie festlegen. Siehe dazu Hilfe:Kategorien#Sortierung der Seiten in einer Kategorie.
Schnittmengenkategorien und Software
Schnittmengenkategorien fassen die gemeinsamen Artikel von zwei Kategorien zusammen. Beispielsweise enthält Kategorie:Ska-Musiker die Artikel, die zur Schnittmenge von Kategorie:Musiker und Kategorie:Ska gehören. Dies erlaubt das schnellere Auffinden von Ska-Musikern, die sonst sowohl zur Kategorie Musiker und zur Kategorie Ska gehören würden, dort aber jeweils untergingen und schwer auffindbar wären. Schnittmengenkategorien sind also dann sinnvoll, wenn die Überkategorien zu unübersichtlich werden. Außerdem erleichtern sie die Wartung, da die Einordnung eines gemeinsamen Artikels nicht in einem der beiden Themengebiete vergessen werden kann.
Zum Erstellen solcher Kategorien bietet sich die Verwendung von CatScan an, mit dem automatisch die Schnittmenge zweier Kategorien angezeigt werden kann. Damit wird das vollständige Auffinden aller in die Schnittmengenkategorie einzufügenden Artikel erleichtert. Die Möglichkeit zeigt auch, dass das Anlegen von Schnittmengenkategorien Nachteile birgt: Während eine Datenbankabfrage per Software automatisch die Schnittmenge liefert, müssen angelegte Kategorien gepflegt werden. Leider ist die Leistungsfähigkeit der Wikimedia Labs, auf dem CatScan läuft, nicht ausreichend, um die Schnittmengenanzeige auch den lesenden Benutzern zur Verfügung zu stellen.
Kategorisierung
Personen
Personen nach Staat
In die jeweiligen Unterkategorien nach Staat sollen Personen nur einsortiert werden, die für diesen Staat eine relevante Bedeutung (z.&#160;B. durch Wirkung oder Ehrung) erlangt haben. Die Aufteilung erfolgt gemäß der Liste der Staaten der Erde. Vergleiche auch Kategorie:Person nach Staatsangehörigkeit.
Personen nach Ort
In die jeweiligen Unterkategorien nach Ort sollen Personenartikel möglichst nur einsortiert werden, wenn ein Ort von herausragender Bedeutung für die Biographie der Person ist. Diese Verbindung ist im Artikel zu belegen, zum Beispiel anhandihrer Haupt-Wirkungsorte
von Ehrenbürgerschaftenoder mindestens zwei der folgenden Kriterien:Geburtsort
Längster Lebensort
Letzter LebensortZeitliche Sachsystematik
Die Kategorie Zeitliche Sachsystematik ordnet Wikipedia-Sachthemen nach Zeitrechnung.
Strukturübersichten und Diskussionsorte
Hauptstamm der Kategorien
Wer eine Übersicht über alle Kategorien von Anfang an erhalten möchte, sollte dies über den Hauptstamm tun.
Nebenzweige oder Teilbäume
Die einzelnen Fachbereiche, wie Redaktionen, Projekte und Portale, verfügen häufig über eine eigene Anlaufstelle für Diskussionen und Fragen. Eine Übersicht befindet sich unter: Wikipedia:WikiProjekt Kategorien/Fachbereiche. Siehe auch Wikipedia:Themenbereiche.
Alternativen zu Kategorien
Neben Kategorien existieren in Wikipedia verschiedene andere Mechanismen, die die Navigation und Strukturierung der Artikel erleichtern. Dies sind unter anderemListen
Tabellen
Navigationsleisten
Normale Links zwischen Artikeln
Die Funktion Links auf diese Seite (Hilfe:Spezialseiten)
Verschiedene Namensräume für normale Artikel, Wikipedia, Bilder, Vorlagen, …
Bewertungsbausteine und andere Vorlagen
Typ-Angaben bei der Georeferenzierung von ArtikelnVor der Verwendung einer Kategorie sollte deshalb im Einzelfall überlegt werden, ob andere Mechanismen wie zum Beispiel normale Links nicht aus verschiedenen Gründen vorzuziehen sind.
Die Kategorien können eine Übersicht bieten über die Lemmata, die bereits als Artikel fertig gestellt sind. Sie bieten auch keine zusätzlichen Informationen, wie es zum Beispiel in biographischen Listen mit Angaben zu Lebensdaten und Herkunft möglich ist. Mit Hilfe von Listen kann –&#160;bei gewissenhafter Sammlung und sinnvoller Anordnung&#160;– festgestellt werden, welche Lemmata noch fehlen (rote Links).
Listen aller Kategorie-ArtikelSpezial:Kategorien – einfache Auflistung aller erstellten Kategorien
Spezial:Kategorienbaum – aktuelle dynamische Abbildung der Kategorienstruktur
Neue Kategorien
Spezial:Nicht kategorisierte Seiten – Artikel ohne KategorienTools zu den KategorienLabs/Tools zu Kategoriencatanalyzer: Kategoriebäume und vieles Andere
categorycount: Artikel in einer Kategorie
relatedchanges: Änderungen an Seiten einer Kategorie
Bildung von Schnittmengen (CatScan)
Kategorien-Einträge nach Alter, d.&#160;h. Liste der neuesten Mitglieder einer Kategorie
Benutzer:MerlBot/InAction zeigt den kompletten Kategoriebaum (?) einer Kategorie. Kann auch zur Auswertung neuer Kategorien in einer Kategorie verwendet werden.
Hilfe:Kategoriebaum – mehrere Werkzeuge zur Anzeige von KategoriebäumenTheoretischer Hintergrund
Das Kategoriensystem der Wikipedia ist ein Thesaurus, der teilweise nach Art einer Klassifikation aufgebaut ist und teilweise Qualifikatoren benutzt. Die Hierarchische Recherche ist auf den Kategorie-Seiten möglich (erfordert JavaScript; eine Visualisierung ist mit vcat/render „Catgraph“ möglich). Ein informationswissenschaftlicher Vergleich von Klassifikation, Social Tagging und dem Kategoriensystem der Wikipedia findet sich in dem Paper Collaborative thesaurus tagging the Wikipedia way.
Meinungsbilder
Nr.
Meinungsbild
Ende am
Ergebnis
Status
1
Wikipedia:Meinungsbilder/Personen-Städte-Kategorien
Juni 2005
Das Ergebnis wird ab 27. Juni 2005 wie folgt umgesetzt:Die den Stadt-Kategorien (Kategorie:Mainzer etc.) zugeordneten Personen werden in die Stadtartikel eingearbeitet. Als Formatvorlage wird die im Eintrag Erlangen verwendete Form benutzt.
Die Kategorien werden geleert und per SLA mit Bezug auf dieses Meinungsbild gelöscht.
Ausgenommen sind „volle“ Kategorien, bei denen der Stadteintrag gesprengt würde. Sie werden zunächst gesammelt, um dann zu entscheiden ob es eine Persönlichkeiten-der-Stadt-Kategorie oder eine Liste geben soll (siehe oben, kein eindeutiges Votum).
Die Regionen-Kategorien werden geleert und per SLA mit Bezug auf dieses Meinungsbild gelöscht.- 09:37, 21. Jun 2005 He3nry (nachgetragen)überholt durch Nr. 3
2
Wikipedia:Meinungsbilder/Kategorien, die Personen nach politischer Ausrichtung zusammenfassen
September 2005
Eine sehr deutliche Mehrheit hat sich grundsätzlich gegen solche Kategorien ausgesprochen. Schade; aber dann sei es eben so. Ich werde in den nächsten Tagen entsprechende Löschanträge stellen (für Kategorie:Anarchist, Kategorie:Kommunist, Kategorie:Marxist, Kategorie:Rechtsextremist – fehlt noch etwas?), um diese Willensäusserung der Wikipedia-Gemeinschaft umzusetzen. Gestumblindi 01:13, 23. Sep 2005 (CEST)3
Wikipedia:Meinungsbilder/Kategorien für Personen (Ort)
September 2005
Von 50 Teilnehmern an der Abstimmung haben 27 (54&#160;%) für und 22 (44&#160;%) gegen den Vorschlag gestimmt (1 Enthaltung). Der Antrag wird von der Mehrheit der teilnehmenden Wikipedianer unterstützt. Sobald die von Arcy angesprochene Softwarelösung in der WP verfügbar ist kann jedoch auf eine Kategorisierung gemäß diesem MB verzichtet werden. –SteveK 10:07, 26. Sep 2005 (CEST). Die Wertung des Meinungsbildes als angenommen wird von einigen jedoch anzweifelt, siehe
Ergebnis Diskussion.
De facto sind inzwischen Personenkategorien auf Basis von Gemeinden weitgehend etabliert. –Benutzer:Matthiasb 14:19, 12. Aug. 2014 (CEST)Siehe Kategorie:Person nach Ort
4
Wikipedia:Meinungsbilder/Kategorisierung der Benutzer-aus-Vorlagen
September 2005
Wegen geringer Beteiligung in Diskussionsphase abgebrochen. — Timo Müller Diskussion 14:19, 8. Sep 2005 (CEST)5
Kategorien:Mann/Frau
Ende Januar 2006
Keine förmliche Abstimmung, Kategorien bleiben erhalten. –Gestumblindi 22:43, 23. Okt. 2006 (CEST)
siehe Kategorie:Mann, Kategorie:Frau
6
Kategorisierung von Bands
Feb 2006
22 Pro für Löschung der Kategorie:Bands nach Jahrzehnt, Befürworter verschiedener Zeitkategorien max. 8 Stimmen. Fazit: Bands sollen nur nach Herkunftsland und Musikstil kategorisiert werden.
Kategorie:Musikgruppe weiter ohne Zeitsystematik
7
Unterbringung und Kategorisierung von Albenartikeln
25. März 2006
Kategorisierung über das Genre, Albenartikel als Unterseiten der Interpreten. Genaue Auswertung –Gestumblindi 23:15, 23. Okt. 2006 (CEST)8
Kategorienname mit Geografiebezug
22. April 2006
Antrag zur Vereinheitlichung von Kategorien-Lemmata wurde abgelehnt (22 Pro, 23 Contra + 4 Ablehnungen des MB, 2 Enthaltungen) –Gestumblindi 23:34, 23. Okt. 2006 (CEST)9
Kategorie Linksextremismus
12. Mai 2006
Soll es die Kategorie Linksextremismus geben? (25 Pro, 11 Kontra, 48 Ablehnungen des MB) Fazit: Mehrheitliche Ablehnung des Meinungsbildes –Jodec 23:21, 20. Mai 2006 (CEST)
Kategorie:Linksextremismus, Lemma gesperrt durch Benutzer:Head am 7. Februar 2007
10
Kategorienwartung
27. August 2006
eine klare Mehrheit konnte weder für den Status quo noch für das WikiProjekt gefunden werden. Ein Kompromiss, der auch die Abstimmkommentare berücksichtigt, wurde erarbeitet. — sebmol&#160;?&#160;! 12:17, 27. Aug 2006 (CEST) –Gestumblindi 02:42, 24. Okt. 2006 (CEST)
siehe Wikipedia:WikiProjekt Kategorien
11
Entfernen der Geburtsjahr- bzw. Sterbejahr-Kategorien
25. September 2006
eine deutliche Mehrheit sprach sich für den Status quo aus. — sebmol ? ! 22:21, 25. Sep 2006 (CEST) –Gestumblindi 02:47, 24. Okt. 2006 (CEST)
gibt es noch
12
Einordnung der Wissenschaftskategorien
16. Oktober 2006
Bei relativ geringer Beteiligung hat sich die Mehrheit für eine Einordnung unter der Kategorie:Wissenschaft ausgesprochen. Eine ausführlichere Zusammenfassung gibt es hier. –Gratisaktie 11:39, 17. Okt. 2006 (CEST) –Gestumblindi 02:57, 24. Okt. 2006 (CEST)
LA gegen das Meinungsbild scheiterte
13
Gefahr von übler Nachrede oder Beleidigung bei Kategorien
20. Dezember 2006
Ohne Ergebnis beendet. (35 Ablehnungen des MBs bei weniger als 10 abstimmenden Pro-/Contra-Stimmern) –nodutschke 12:20, 21. Dez. 2006 (CET)14
Bilder in Kategorien
21. Januar 2007
Gegen Bilder in Kategorien sprach sich eine Mehrheit von 64&#160;% Prozent aus–NearEMPTiness 16:35, 19. Dez. 2010 (CET)15
Kategorisierung per Vorlage
28. April 2007
Meinungsbild mit 12:60 Stimmen abgelehnt. – SDB 21:56, 28. Jul. 2010 (CEST)16
Inselkategorien
10. Juni 2007
Die Mehrheit stimmte für die Pro-Variante 1 (Kategorisierung von Inseln grundsätzlich nach Staat und nach Kontinent, bei strikter Trennung der Kategoriebäume). Einzelheiten zur Stimmverteilung finden sich hier. –Zollwurf 17:04, 11. Jun. 2007 (CEST)
Kategorie:Insel
17
Bildkategorisierung
12. Oktober 2008
Das MB wurde mit 154 Prostimmen und einer Gegenstimme angenommen. 2 Stimmen enthielten sich und eine lehnte das Meinungsbild ab. – SDB 21:56, 28. Jul. 2010 (CEST)
Kategorie:Datei:Wikipedia:Meinungsbilder/Kategorien Rechtsextremismus und Linksextremismus (letzte Änderung: 13. Mai 2006, nicht gelaufen!)
Wikipedia:Meinungsbilder/Archiv/Richtlinien für Kategorien, bei denen Falscheinordnungen zu Ehrverletzungen führen können (letzte Änderung: 15. Dezember 2009, nicht gelaufen!)DiskussionenWikipedia Diskussion:Kategorien
Wikipedia:WikiProjekt Kategorien
Wikipedia:Kategorien/Zukunftswerkstatt
Wikipedia Diskussion:Namenskonventionen/Kategorien
Wikipedia:Weiterleitung#KategorisierungSiehe auchAlle Seiten im Kategorie-Namensraum<!–NewPP limit report
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Staatlich geprüfter Techniker ist ein berufsqualifizierender Abschluss in Deutschland.
Um die geschützte staatliche Abschlussbezeichnung führen zu dürfen, muss eine entsprechende Aufstiegsweiterbildung auf Tertiärstufe an einer Fachschule für Technik absolviert und das abschließende Staatsexamen bestanden worden sein. Die meisten Technikerschulen sind staatliche Fachschulen, jedoch gibt es auch private Bildungsträger, welche diese Weiterbildung anbieten.
Zu differenzieren ist hierbei, dass bei den Abschlüssen zum Staatlich geprüften Techniker nach einer vom Staat konzipierten Ausbildungs- und Prüfungsordnung ausgebildet und geprüft wird, während hingegen bei den Staatlich anerkannten Technikern die Fachschule selbst die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen erstellt, welche von der zuständigen Schulaufsichtsbehörde (Oberschulamt) genehmigt werden müssen.
Bei der Abschlussbezeichnung Staatlich anerkannter Techniker handelt sich also um Fachschulabschlüsse, die an privaten, staatlich anerkannten Fachschulen (die Ergänzungsschulen sind) erworben werden. Sie sind mit den Abschlüssen an staatlichen und privaten Fachschulen (die Ersatzschulen sind) gleichzusetzen.Inhaltsverzeichnis
1 Zugangsvoraussetzungen1.1 Beispiel: Regelung in Niedersachsen
2 Dauer, Kosten und Förderung
3 Ausbildungsinhalte
4 Staatliche Prüfung4.1 Projektarbeit
5 Allgemeine Hochschulzugangsberechtigung
6 Internationale Einstufung6.1 State-Certified Engineer (SCE)
6.2 Europäischer und Deutscher Qualifikationsrahmen EQR/DQR
7 Fachrichtungen und Spezialisierungen
8 Berufsleben und Anforderungen8.1 Berufsleben
8.2 Berufliche Anforderungen
9 Einzelnachweise
10 WeblinksZugangsvoraussetzungen[Bearbeiten]
Erforderlich zum Besuch einer Fachschule für Technik in Deutschland:[1]Eine abgeschlossene Berufsausbildung in der jeweiligen Fachrichtung von mindestens zweijähriger Dauer und eine spätere einschlägige berufliche Tätigkeit von mindestens einem Jahr (inklusive Ausbildung mindestens 4 Jahre)
Berufsschulabschluss
alternativ zur abgeschlossenen Ausbildung kann der Nachweis einer siebenjährigen qualifizierten Tätigkeit in einem der Fachrichtung entsprechenden Beruf als Zugangsberechtigung genügen (außerdem mindestens Mittlere Reife)
Eine berufsnahe Verwendung bei der Bundeswehr kann mit einer Bescheinigung des BFD (Berufsförderungsdienst) angerechnet werden.Beispiel: Regelung in Niedersachsen[Bearbeiten]
Die niedersächsische Verordnung über Berufsbildende Schulen (BbS-VO) sieht folgende Zulassungsvoraussetzung für die staatliche Technikerprüfung vor:[2]Sekundarabschluss 1/Realschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsabschluss, der Berufsschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsstand und eine einschlägige Berufsausbildung sowie eine einschlägige Berufstätigkeit von einem Jahroder
Sekundarabschluss 1/Realschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsabschluss, der Berufsschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsstand und eine einschlägige Berufstätigkeit von sieben Jahren.Dauer, Kosten und Förderung[Bearbeiten]
Die Aufstiegsweiterbildung umfasst mindestens 2.400 Unterrichtsstunden[1] und kann in Vollzeit (2 Jahre bzw. 4 Semester) oder Teilzeit (mindestens 3 Jahre[3] bzw. 6 Semester, je nach Fachrichtung und Fachschule aber auch 4 Jahre bzw. 8 Semester[4]) als auch in Form eines Fernstudium mit flexibler Zeiteinteilung absolviert werden.
An staatlichen Fachschulen ist die Aufstiegsweiterbildung unter Umständen kostenfrei, wobei auch an diesen Fachschulen für Technik teilweise Ausbildungs- und Prüfungsgebühren in Höhe von mehreren hundert Euro anfallen können.
Gerade in der Vollzeitform fallen Lebenshaltungskosten an, welche aufgrund der Vollzeitausbildung nicht mehr durch die zuvor üblicherweise ausgeübte berufliche Tätigkeit gedeckt werden können. Es besteht darum die Möglichkeit der Förderung durch das Meister-BAföG in Form eines zinsgünstigen Darlehens. Eine weitere Möglichkeit der Förderung besteht in Form des Schüler-BAföG, welches (unter Umständen) nicht zurückgezahlt werden muss.[5]
Ausbildungsinhalte[Bearbeiten]
Neben den fachbezogenen Ausbildungsinhalten der jeweiligen Fachrichtung werden auch fachübergreifende Unterrichtsinhalte vermittelt, die für den beruflichen Alltag wichtig sind. Die Fach- u. Schwerpunktbezogenen Inhalte variieren je nach Fachrichtung des Technikers.
Exemplarisch: Die Ausbildungsinhalte des Staatlich geprüften Techniker Fachrichtung Mechatronik mit Schwerpunkt Maschinen- und Anlagentechnik.
Aufgabengebiet Sprache und Kommunikation
Deutsch [Kommunikation]
Englisch
Aufgabengebiet Gesellschaft und Umwelt
Politik, Wirtschaft, Recht und Umwelt
Aufgabengebiet Personalentwicklung
Berufs- und Arbeitspädagogik I
Fachrichtung und Schwerpunkt bezogener Bereich
Mathematik
Aufträge mit Methoden des Projektmanagements bearbeiten
Elektrische, elektromechanische und elektronische Baugruppen analysieren und in Betrieb nehmen
Mechanische Baugruppen analysieren
Steuerungen analysieren, konzipieren und optimieren
Kommunizieren und Präsentieren mit Hilfe unterschiedlicher Medien und Datenverarbeitungssysteme
Betriebliche Daten verwalten und präsentieren
Komplexe mechatronische Systeme automatisieren
Mechatronische Systeme analysieren, konzipieren, optimieren und in Betrieb nehmen
Produktions- und Arbeitsabläufe planen, steuern und optimieren sowie Qualität organisieren
Projektarbeit
Wahlpflichtbereich
Unternehmensführung und Existenzgründung
Wahlbereich
Berufs- und Arbeitspädagogik II
Ergänzungen und Vertiefungen des Pflichtbereiches
Folgende zusätzliche Ausbildungen werden häufig mit angeboten:Ausbildung der Ausbilder
Microsoft Certified Professional (MCP) GrundausbildungStaatliche Prüfung[Bearbeiten]
Die Aufstiegsweiterbildung endet mit einem Staatsexamen, welches sich an Fachschulen aus vier allgemeinbildenden, vier fachbezogenen Fächern und der Projektarbeit (Technikerarbeit) inklusiv Kolloquium zusammensetzt. Die vier fachbezogenen Fächer müssen die verschiedenen Schwerpunkte aus der Fachausbildung abdecken. In manchen Bundesländern (beispielsweise Bayern) können seit 2011 die vier Fächer aus einer von der Fachschule bestimmten Auswahl selbst gewählt werden. Von der Schulform (anerkannt oder geprüft) und Region abhängig, können mehrere Fachbereiche in einer staatlichen Examensarbeit kombiniert werden. Zum Bestehen der Prüfung muss in jedem Prüfungsfach mindestens ausreichend oder besser erreicht werden; bei einer mit 5.0 mangelhaft benoteten Leistung folgt in diesem Fach eine mündliche Nachprüfung. In manchen Bundesländern (beispielsweise Bayern) werden beim Staatlich geprüften Techniker die Vornoten aus den vorhergegangenen Ausbildungsjahren nicht in das Prüfungsergebnis eingerechnet bzw. einbezogen. Sie sind dann nur ausschlaggebend für die Prüfungszulassung. In diesem Fall muss in allen Fächern eine Prüfung abgelegt werden. Die Prüfungsformen sind, wie die angebotenen fachbezogenen Fächer, landesweit nicht einheitlich und werden von der Fachschulleitung jeder Fachschule mitbestimmt.
Die Technikerweiterbildungen und -prüfungen regeln die einzelnen Bundesländer in ihren Schul- bzw. Fachschulordnungen auf Grundlage der bundeseinheitlichen Rahmenvereinbarung über Fachschulen.[1]
Projektarbeit[Bearbeiten]
Gemäß der Rahmenvereinbarung über Fachschulen kann ein Teil der staatlichen Prüfung eine Projektarbeit (auch Technikerarbeit genannt) sein.[1] Da ein Techniker auch in der Berufspraxis technische Berichte und Projektberichte verfassen bzw. präsentieren muss, bestehen die Fachschulen für Technik in der Regel auf eine solche Arbeit. Der benötigte Zeitumfang variiert von ca. 160 – 240 Stunden.
Die Projektarbeit kann entweder eine theoretische (Vorstudie, Konzept etc.) oder eine praktische Ausarbeitung beinhalten (beispielsweise Entwicklung eines neuen Produktes, Einführung eines QMS, Entwicklung eines neuen Verfahrens).
In der Projektarbeit müssen sämtliche, notwendigen Berechnungen und Entscheidungen umfangreich und ersichtlich dokumentiert werden (In der Regel müssen drei schriftliche Exemplare der Projektarbeitsdokumentation vorgelegt werden). Die Projektarbeit muss vor dem staatlichen Prüfungsgremium präsentiert werden (In der Regel wird das in einer öffentlichen Veranstaltung gemacht, wo auch Interessierte aus Industrie und Handwerk Zutritt haben). Im Anschluss daran findet das (nicht öffentliche) Kolloquium statt. Hier muss die Projektarbeit vor dem staatlichen Prüfungsausschuss verteidigt werden. Die Projektnote wird im Abschlusszeugnis aufgeführt, je nach Bundesland auch das Projektthema.
Allgemeine Hochschulzugangsberechtigung[Bearbeiten]
Nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 6. März 2009 erhalten Inhaber von Abschlüssen von Fachschulen entsprechend der Rahmenvereinbarung über Fachschulen der Kultusministerkonferenz die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung.[6]
Internationale Einstufung[Bearbeiten]
State-Certified Engineer (SCE)[Bearbeiten]Dieser Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
WER übersetzt hier WO? Und ohne vernünftigen Beleg ist und bleibt dieser Abschnitt Theoriefindung.
Der von staatlichen Fachschulen vergebene Berufstitel „Staatlich geprüfter Techniker“ wird für eine bessere Zuordnung außerhalb Deutschlands mit „State-Certified Engineer“ übersetzt. Durch die Festlegung der Amtssprache deutsch ist alleine der deutsche Berufstitel in Deutschland rechtsbindend. Die englische Übersetzung „State-Certified Engineer“ wird und darf bei der Zeugnisübersetzung des deutschen Berufstitels von staatlichen Fachschulen herangezogen und vergeben werden. Eine Verwendung der englischen Übersetzung, ohne dass ein amtliches Fachschulzeugnis mit der Vergabe des Titels „Staatlich geprüfter Techniker“ vorliegt, ist nicht rechtsgültig.
Europäischer und Deutscher Qualifikationsrahmen EQR/DQR[Bearbeiten]
Das Ausbildungsniveau des Staatlich geprüften Technikers mit seinen mindestens 2.400 Stunden liegt über dem eines Handwerksmeister oder Industriemeisters. Die erworbenen Kompetenzen befähigen den Staatlich geprüften Techniker für Brückenfunktionen zwischen Entwicklung, Konstruktion und Produktion. Staatlich geprüfte Techniker sind für spezielle und übergreifende Aufgaben koordinierender, gestaltender und anleitender (Auch auf pädagogischer Art sind sie dafür entsprechend qualifiziert) Art qualifiziert. Sie besitzen die Kompetenz für Entscheidungen, Planung und ihre Umsetzung. Außerdem sind sie in der Lage, ihre durchgeführten Entscheidungen in hohem Maß zu reflektieren. In Aufgaben- und Projektbezogenen-Teams sind sie tätig und übernehmen Führungsaufgaben in definierten Funktionsbereichen. Dabei können sie ihre erweiterte berufliche Handlungskompetenz in den Dimensionen Fachkompetenz, Human- und Sozialkompetenz sowie Methoden- und Lernkompetenz einbringen.
Um das erworbenen Kompetenzniveau in der Europäischen Union und auch in Deutschland einstufen zu können, wurde am 31. Januar 2012 im Rahmen der Erstellung des Europäischen und Deutschen Qualifikationsrahmen EQR / DQR, der Staatlich geprüfte Techniker auf die Stufe 6 von 8 eingeordnet. Damit stehen die Abschlüsse Staatlich geprüfter Techniker und Bachelor auf der gleichen Stufe.[7]
Zu diesem Sachverhalt veröffentlichte der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) ein Positionspapier,[8] das herausstellt, dass die Abschlüsse Techniker, Bachelor und Meister dem gleichen Kompetenzniveau entsprächen, jedoch nicht gleichartig seien. Die Kompetenzen von Bachelor-Absolventen, staatlich geprüften Technikern und Meister unterscheiden sich laut Meinung des VDI erheblich. Nach Angaben des VDI dürfe die Einstufung von Bachelor, Techniker und Meister keinesfalls so missverstanden werden, dass sie die gleichen Tätigkeiten ausführen könnten.
Fachrichtungen und Spezialisierungen[Bearbeiten]
Einige Zweige (mit den im Laufe der Ausbildung zu wählenden Schwerpunkten) sind:
Staatlich geprüfter Techniker Fachrichtung Elektrotechnik bzw. Elektrotechniker
Staatlich geprüfter Maschinenbautechniker[9]Betriebstechnik
Entwicklung und Konstruktion
Fertigungstechnik
Verfahrenstechnik
Techniker für allgemeinen Maschinenbauin einigen Bundesländern ohne Schwerpunktwahl[9]
Staatlich geprüfter Techniker für Mühlenbau, Getreide- und Futtermitteltechnik[10]müllereibezogene Verfahrenstechnik Müllereitechniker[11]
müllereibezogener Anlagenbau Mühlenbautechniker[12]
Staatlich geprüfter Gießereitechniker[13]
Staatlich geprüfte Techniker für Milchwirtschaft und Molkereiwesen[14]
BergbautechnikTagebautechnik
Maschinentechnik[15]Bergbaumaschinen
Konstruktion
Werkzeugbau
Fertigungstechnik
Staatlich geprüfter Techniker Fachrichtung MechatronikMaschinen- und Anlagentechnik
Systemtechnik
Kältesystemtechnik
Kraftfahrzeugtechnik[16]
Karosserie- und Fahrzeugtechnik
Elektrotechnik[17]Datenverarbeitungstechnik
Netzwerktechnik
Erneuerbare Energien
Energietechnik und Prozessautomatisierung
Informations- und Kommunikationstechnik
Automatisierungstechnik
Systemtechnik/Gebäudetechnik
InformationstechnikIT-Sicherheitsmanagement[18]
Information Technology and Business[19]
Computersystem- und Netzwerktechnik
Medien- und Informationssystemtechnik
Technische Informatik[20]
Staatlich geprüfter Druck- und Medientechniker[21]Drucktechnik
Medientechnik
Staatlich geprüfter Techniker (FS) für Informatik[22]Fachrichtung Netzwerktechnik
Fachrichtung Softwaretechnologie
Fachrichtung Datenbanktechnologie
Luft- und RaumfahrttechnikStaatlich geprüfter Techniker für Luftfahrzeugsystemtechnik &amp; Triebwerkstechnik[23]Mikrosystemtechnik[24]
Bautechnik/Bautechniker[25]Glasbautechnik
Hochbau
Metallbautechnik
Tiefbau
Baustofftechnik
Hochbaukonstruktion
Baubetriebslehre
Vermessungstechnik
Geotechnik, Bohrtechnik[26]
Heizungs- Lüftungs- und Klimatechnik Techniker HKLFacilitymanagement
Sanitärtechnik
Holztechnik[27]
Staatlich geprüfter Chemietechniker [28]Labortechnik
Betriebstechnik
Biochemie
Umweltschutz
Medizintechnik
UmwelttechnikAbwassertechnik
Abfalltechnik
Wasserversorgungstechnik
Verfahrenstechnik
Labortechnik
Biotechnik
Werkstofftechnik
LebensmitteltechnikProzessplanung und -management
Qualitäts- und Umweltmanagement
Kunststoff- und Kautschuktechnik
Physiktechnik
Vermessungstechnik
VerkehrstechnikerVerkehrsmanagement
Eisenbahnbetrieb
Gartenbau
Staatlich geprüfter Techniker für Garten- und Landschaftsbau[29]
Staatlich geprüfte Techniker Galvanotechnik[30]
Staatlich geprüfte Techniker Leiterplattentechnik[31]
Staatlich geprüfter Farb- u. Lacktechniker [32]
Staatlich geprüfter Korrosionsschutztechniker [33]
Staatlich geprüfter Keramiktechniker
Zerspanungstechniker (neu seit 2005 in BW)
Staatlich geprüfter Techniker für Baudenkmalpflege und Altbauerneuerung[34]
Staatlich geprüfte Textiltechniker[35]in den Schwerpunkten Spinnerei, Weberei, Maschentechnik, Vliesstofferzeugung oder Veredlung
Ledertechnik[36]
Staatlich geprüfter Techniker im Landbau[37]
Staatlich geprüfter Glasbautechniker[38]
Staatlich geprüfter Techniker für Weinbau und Oenologie[39]
Staatlich geprüfter Schuhtechniker[40]in den Schwerpunkten Modellgestaltung oder Betriebstechnik
Staatlich geprüfter Forsttechniker[41]
Berufsleben und Anforderungen[Bearbeiten]
Berufsleben[Bearbeiten]
Der Abschluss zum Staatlich geprüfter Techniker erlaubt in allen Handwerken gleicher oder gleichgestellter Fachrichtung die Eintragung in die Handwerksrolle, die bei der Handwerkskammer geführt wird. (Novellierung der Handwerksordnung §&#160;7.2)
Im Handwerk übernimmt er die Betriebs-, Personal-, Unternehmensführung bzw. Ausbildung von Nachwuchsfachkräften als Ausbilder oder Ausbildungsleiter.
In der Industrie ist er in der Forschung, Entwicklung oder im Projektmanagement zu finden. Hier ist er als Projektleiter, Konstrukteur, Prozessplaner oder Qualitätsplaner tätig. Des Weiteren umfasst sein Einsatzgebiet die Arbeitsvorbereitung in der Produktion sowie die Abteilungs-, Produktions- und Betriebsleitung. Zudem besitzt er Kenntnisse und Fähigkeiten, welche in der betrieblichen Qualitätssicherung und im Qualitätsmanagement eingesetzt werden können. Einsatzgebiete findet er auch im Einkauf, Vertrieb, und Controlling. Auch in der Industrie ist er für die Ausbildung von Nachwuchsfachkräften als Ausbilder oder Ausbildungsleiter tätig.
Im deutschen Bildungssystem ist er als technischer Fachlehrer[42] an beruflichen Schulen tätig.
Berufliche Anforderungen[Bearbeiten]
Exemplarisch: Auszug aus dem Lehrplan „Hessen“ für den Staatlich geprüften Techniker Fachrichtung Mechatronik[43]
Im Rahmen der betrieblichen Tätigkeitsbereiche führt der Staatlich geprüfte Techniker folgende typische Tätigkeiten unter Beachtung vorgegebener Regeln, Normen und Vorschriften aus:Methoden der Ideenfindung und Bewertung anwenden,
Lösungsstrategien entwickeln, Lösungsverfahren auswählen,
Planungs- und Arbeitsschritte dokumentieren,
Arbeitsanweisungen und Betriebsanleitungen erstellen,
Ingenieurwissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden anwenden,
Lösungen technisch und wirtschaftlich beurteilen,
Technik human-, sozial- und umweltverträglich gestalten,
Baugruppen, Anlagen und Systeme entwickeln und produzieren,
Anlagen und Systeme planen und realisieren,
Baugruppen, Anlagen und Systeme inbetriebnehmen und instand halten,
Kostenrechnungen durchführen,
Qualitäts- und Umweltmanagement anwenden
Beraten und verkaufen,
Ausbilden, Fortbilden.Die Breite der Verantwortung reicht von der Erledigung definiert vorgegebener Aufträge, der Mitwirkung bei der Abwicklung bis zur selbstständigen Planung und Durchführung von Projekten. Um diesen Verantwortungsrahmen auszufüllen, muss der Staatlich geprüfte Techniker:Probleme analysieren, strukturieren und lösen,
Informationen selbstständig beschaffen, auswerten und strukturieren,
fähig sein, im Team zu arbeiten, aber auch Führungsaufgaben zu übernehmen,
sich in einer Fremdsprache berufsbezogen informieren und kommunizieren,
sich berufsbegleitend fortbilden.Einzelnachweise[Bearbeiten]↑ a b c d Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 7. November 2002 i.d.F vom 9. Oktober 2009. Website der Kultusministerkonferenz. (pdf, abgerufen am 25. Januar 2010; 173&#160;kB).
↑ Verordnung über Berufsbildende Schulen (BbS-VO)Vorlage:§§/Wartung/alt-URL. Kapitel Ergänzende und abweichende Vorschriften für die Fachschule §&#160;3 Aufnahmevoraussetzungen
↑ [1], bdvi.de
↑ Chemietechniker, vdc-cta.de
↑ t-online.de: Schüler-BAföG: Welches BAföG muss ich wie zurückzahlen? 24.&#160;März 2015, abgerufen am 19.&#160;August 2015.&#160;
↑ Hochschulzugang für beruflich qualifizierte Bewerber ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung (PDF; 22&#160;kB)
↑ Annual Report 2008, eureta.org (pdf; 539&#160;kB)
↑ VDI zum Deutschen Qualifikationsrahmen April 2012, vdi.de (pdf; 50&#160;kB)
↑ a b Maschinenbautechniker Berufenet
↑ Techniker/in für Mühlenbau, Getreide- und Futtermitteltechnik, berufenet
↑ Müllereitechniker, berufenet
↑ Mühlenbautechniker, berufenet
↑ Gießereitechniker, berufenet
↑ Techniker/in für Milchwirtschaft und Molkereiwesen, berufenet
↑ Maschinentechnik, berufenet
↑ Kraftfahrzeugtechnik, berufenet
↑ Elektrotechnik, berufenet
↑ IT-Sicherheitsmanagement, TA-Weilburg
↑ Information Technology and Business, Werner-von-Siemens-Schule
↑ Technische Informatik, berufenet
↑ Druck- und Medientechniker, berufenet
↑ Techniker (FS) für Informatik, berufenet
↑ [2]
↑ Mikrosystemtechnik, berufenet
↑ Bautechnik, berufenet
↑ Geotechnik, Bohrtechnik, berufenet
↑ Holztechnik, berufenet
↑ http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/?dest=profession&amp;prof-id=5795
↑ Techniker/in für Garten- und Landschaftsbau, berufenet
↑ Techniker/in Galvanotechnik, berufenet
↑ Techniker/in Leiterplattentechnik, berufenet
↑ http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&amp;prof-id=5813
↑ http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/?dest=profession&amp;prof-id=5842
↑ Techniker für Baudenkmalpflege und Altbauerneuerung, berufenet
↑ Textiltechniker/in, berufenet
↑ Ledertechnik, berufenet
↑ Techniker im Landbau, berufenet
↑ Glasbautechniker, berufenet
↑ Techniker für Weinbau und Oenologie, landwirtschaft-bw.info (pdf)
↑ [3]
↑ [4]
↑ http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/docroot/r1/blobs/pdf/bkb/9392.pdf
↑ Bildung in Hessen Lehrplan: Staatlich geprüfter Techniker Fachrichtung MechatronikWeblinks[Bearbeiten]Verein der Techniker<!–NewPP limit report
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Die Planungszelle oder Bürgergutachten ist ein von Peter C. Dienel entwickeltes Beratungs- und Partizipationsverfahren, welches demokratische Teilhabe des einzelnen Bürgers an verschiedenen Planungs- und Entscheidungsprozessen ermöglicht, etwa innerhalb der Bürgerbeteiligung.Inhaltsverzeichnis
1 Entwicklung
2 Verfahren
3 Ergebnisse
4 Weiterentwicklung
5 Auswahl durchgeführter Planungszellen
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Weblinks
9 EinzelnachweiseEntwicklung[Bearbeiten]
Peter C. Dienel
Die Planungszelle ist ursprünglich als Beratungsverfahren zur Verbesserung von Planungsentscheidungen vom Soziologieprofessor Peter C. Dienel (Bergische Universität Wuppertal) in den 1970er Jahren entwickelt worden. Später erwies sie sich aber vor allem als ein gangbarer Weg zur Freigabe der Bürgerrolle für alle. Die aufgabenorientierte, aber befristete Mitarbeit macht die mitsteuernde Teilhabe am Staat für die Bevölkerung erlebbar.
Im Vordergrund steht heute allerdings noch der Einsatz der Planungszelle zur Verbesserung, Beschleunigung und auch Verbilligung eines aktuellen Planungsvorhabens. Hier werden jeweils mindestens vier dieser Zellen zur Erarbeitung eines Bürgergutachtens auf ein – mitunter als kaum lösbar geltendes – Problem angesetzt. Die Lösungsvorschläge des Bürgergutachtens werden meist von den nicht teilnahmeberechtigten Bewohnern des Einzugsbereiches eines Planungszelle-Projektes („Mantelbevölkerung“) als unvoreingenommen neutral akzeptiert. Sie werden dann auch von der Politik und der Verwaltung für ihre Planungen übernommen.
Verfahren[Bearbeiten]
Ausgehend von den Einsichten, dass Entscheidungsbeteiligung Informiertheit voraussetzt, dass Informieren Zeit erfordert und dass Zeit Geld ist, lassen sich für das Verfahren Planungszelle (im Unterschied zu manchen anderen bürgerschaftlichen Beteiligungsformen) relativ exakt definierte Verfahrensmerkmale benennen:
Eine Planungszelle ist eine Gruppe von ca. 25 im Zufallsverfahren ausgewählten Personen (ab 16 Jahren), die für ca. eine Woche von ihren arbeitsalltäglichen Verpflichtungen freigestellt werden, um in Gruppen Lösungsvorschläge für ein vorgegebenes Planungsproblem zu erarbeiten. Die Teilnehmer verpflichten sich zur Neutralität.
Nach einem Input für die Gesamtgruppe einer Planungszelle beraten Kleingruppen von vier bis sechs Teilnehmern eine konkrete Fragestellung und einigen sich – ohne Vorgaben oder Steuerung durch die Moderation – auf ihnen wichtige Punkte / Aussagen / Positionen. Nach einer Beratungszeit von etwa einer Stunde werden die Ergebnisse der Kleingruppen vorgetragen. Am Ende einer Arbeitsphase bewerten die Teilnehmer alle vorgetragenen Positionen nach ihrer Zustimmung / Wichtigkeit.
Bei jeweils wechselnder Zusammensetzung arbeitet die Gruppe mehrfach im Laufe eines Tages mit vier anderen Laienplanern in einer solchen quasi intimen Situation zusammen. Durchgehende Meinungsführerschaften werden durch den Wechsel ausgeschlossen. Bei den Bewertungen der Bürgerinnen und Bürger sind die Fachleute und Interessenvertreter(inne)n nicht zugegen.
Die Ergebnisse ihrer Beratungen werden in einem so genannten Bürgergutachten zusammengefasst und den politischen Entscheidungsinstanzen als Beratungsunterlage zur Verfügung gestellt.
Um die Repräsentativität zu erhöhen, arbeiten in der Regel immer mehrere Planungszellen parallel zum selben Thema; bei zwei Planungszellen, die um eine Stunde versetzt arbeiten, können die Referenten beiden Gruppen hintereinander zur Verfügung stehen.
Ergebnisse[Bearbeiten]
Das Verfahren ist in den letzten Jahren sowohl auf kommunaler als auch auf überregionaler Ebene zu höchst unterschiedlichen thematischen Fragestellungen erfolgreich angewandt worden, so z. B. zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs in Hannover, zur Klärung seit vielen Jahren ungelöster und umstrittener Planungsfälle sowie in der Technikfolgenabschätzung, und hat den politischen Entscheidungsinstanzen und Auftraggebern jeweils wertvolle Empfehlungen und Hinweise gegeben.
Durch die Zufallsauswahl wird eine breit gestreute Teilnehmerschaft erreicht. Frauen und Männer sind entsprechend ihrem Bevölkerungsanteil vertreten, ebenso die unterschiedlichen Altersgruppen. Angehörigen schwer abkömmlicher Berufsgruppen wird die Teilnahme durch berufliche Freistellung erleichtert, für Personen mit Pflegeverantwortung wird nach einer Vertretung gesucht. In Fällen, in denen die Teilnahme z.B. wegen Behinderung für die ausgewählte Person nicht möglich war, wurde sie von einem Helfer oder einer Helferin unterstützt. Bei sprachlichen Problemen ausländischer Teilnehmender halfen bereits besser deutsch sprechende Familienangehörige als Übersetzer.
In den bisherigen Anwendungsfällen wurden auch Menschen erreicht, die vorher noch nie an einer politischen Veranstaltung oder einem Seminar teilgenommen hatten. Außerdem brachte es Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen (Meinungs-)Gruppen ins Gespräch, die sich sonst kaum begegnen würden und führte zu vielfältigen Prozessen sozialen Lernens.
Das Verfahren ist prinzipiell auf allen Entscheidungsebenen einsetzbar. Wegen der mit seiner Durchführung verbundenen relativ hohen organisatorischen und finanziellen Kosten wird der Einsatz von Planungszellen gleichwohl auch in Zukunft eher auf größere Projekte bzw. Entscheidungsfragen beschränkt bleiben.
Die Landesjugendvertretung entwickelte 2007 eine Form von Jugend-Planungszellen als „Jugendsynode“, um mit der Zufallsauswahl die Delegations-Ketten von Entscheidern zu durchbrechen.[1]
Weiterentwicklung[Bearbeiten]
Timo Rieg überträgt das Arbeitsprinzip der Planungszellen / Bürgergutachter auf die Parlamentsarbeit und tritt für einen Ersatz gewählter Parteien-Parlamente durch Bürger-Parlamente ein, die in vielen parallelen Planungszellen arbeiten.[2]
Auswahl durchgeführter Planungszellen[Bearbeiten]
Titel der Bürgergutachten/ Auftraggeber:„Eine neue Verteilungsregelung für die Abfallwirtschaftssatzung der Stadt Aachen“ Stadtbetrieb Aachen (PDF-Datei; 6,32 MB)
„Miteinander der Generationen in einer älter werdenden Gesellschaft“/ Landesregierung Rheinland-Pfalz
„Perspektiven für Regensburg“/ Stadt Regensburg
„Zukünftige Energiepolitik“ (mit bundesweit 24 PZ´n das bisher umfangreichste Vorhaben; mehrere begleitende Veröffentlichungen)/ KFA –Jülich / BMFT, Bonn
„BG – Bayerisches Verbraucherschutzprogramm 2010“ (mit 18 PZ’n an 5 verschiedenen Orten)/ Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz
„Eckpunkte für ein zukünftiges Europa“ (jeweils zwei Planungszellen in Berlin und Budapest)/ King Baudouin Foundation, BrusselsSiehe auch[Bearbeiten]Bürgerforum (Bürgerbeteiligung)
Demarchie
Zentrales Oncken-Archiv des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden – Hier befindet sich seit November 2008 der schriftlichen Nachlass von Peter Dienel. Dazu gehören u.a. Unterlagen zum Themenkomplex der von Dienel entwickelten Planungszelle.[3]Literatur[Bearbeiten]Peter C. Dienel: Die Planungszelle. Der Bürger als Chance. Mit Statusreport 2002. 5. Auflage. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2002, ISBN 3-531-33028-4.
Horst Bongardt: Die Planungszelle in Theorie und Anwendung. Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg, Stuttgart 1999, ISBN 3-932013-70-0.
Hans-Liudger Dienel, Antoine Vergne, Kerstin Franzl, Raban D. Fuhrmann, Hans J. Lietzmann (Hrsg.): Die Qualität von Bürgerbeteiligungsverfahren. Evaluation und Sicherung von Standards am Beispiel von Planungszellen und Bürgergutachten. Oekom verlag, München 2014, ISBN 978-3-86581-247-6.Weblinks[Bearbeiten]Forschungsstelle Bürgerbeteiligung an der Uni Wuppertal
Gesellschaft für Bürgergutachten
Planungszellen und Bürgergutachten nach Dienel
Planungszellen als Parlamente
Forum Bürgerbeteiligung (forum b)
Akademie für partizipative MethodenEinzelnachweise[Bearbeiten]↑ Beteiligung Jugendlicher an der Landessynode der EKvW. Diskussionsvorschlag vom 23. Mai 2007. (PDF; 168&#160;kB).
↑ Timo Rieg: Verbannung nach Helgoland. Reich und glücklich ohne Politiker. Ein Masterplan für alle Stammtische und Kegelclubs draußen im Land. Biblioviel, Bochum 2004, ISBN 3-928781-11-1.
↑ Klaus Rösler: Dienel-Nachlass nun im Oncken-Archiv. In: Die Gemeinde. Glauben. Gemeinsam. Gestalten, vom 17. Dezember 2008, ZDB-ID 1157992-4.<!–NewPP limit report
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Ein Gutachten ist ein begründetes Urteil eines Sachverständigen über eine Zweifelsfrage. Es enthält Darstellungen von Erfahrungssätzen und die Ableitung von Schlussfolgerungen für die tatsächliche Beurteilung eines Geschehens oder Zustands durch einen oder mehrere Sachverständige. Der Sachverständige erstellt in der Regel Befunde (Medizin), schriftliche Gutachten oder Stellungnahmen (Gerichtsverfahren, legislative Abläufe).Inhaltsverzeichnis
1 Gutachten eines Sachverständigen
2 Abgrenzung
3 Gutachten von Behörden3.1 Deutschland
3.2 Liechtenstein
3.3 Österreich
4 Normungs-Projekt Europäische Gutachten
5 Siehe auch
6 Weblinks
7 Literatur
8 EinzelnachweiseGutachten eines Sachverständigen[Bearbeiten]
Ein qualifizierter Gutachter wird bei Sachfragen zunächst Tatsachen feststellen und danach ggf. Schlussfolgerungen ziehen. Ein Gutachten muss vollständig und nachvollziehbar sein und sollte möglichst auch für einen Nichtfachmann verständlich formuliert werden.
Ein Gutachten enthält eine allgemein vertrauenswürdige Beurteilung eines Sachverhalts im Hinblick auf eine Fragestellung oder ein vorgegebenes Ziel. Es tritt als verbindliche (z.&#160;B. bezeugte oder unterschriebene) mündliche oder schriftliche Aussage eines Sachverständigen auf. Die allgemeine Vertrauenswürdigkeit wird in Deutschland durch die öffentliche Bestellung und Vereidigung, sowie die Zertifizierung oder Bestellung durch ein Gericht [1] erreicht.
Gutachten können zu Rechts- und Sachfragen erstellt werden. Ein Rechtsgutachten ist die Feststellung des geltenden und anwendbaren Rechts in einer bestimmten Region oder für eine bestimmte Personengruppe hinsichtlich eines vorgegebenen Sachverhaltes oder aber die gutachterliche Beurteilung der Rechtsfragen oder Rechtsfolgen eines Sachverhaltes.
Der Begriff „Gutachten“ ist weder eine geschützte Bezeichnung, noch hat er eine besonders herausgehobene prozessrechtliche Bedeutung. Wenn ein Gerichtssachverständiger (gelegentlich auch „Gerichtsgutachter“ genannt) seine Expertise abgibt, spricht man von einem Gerichtsgutachten. Legt eine der Prozessparteien eine sachverständige Ausarbeitung vor, wird von einem Privatgutachten oder Parteigutachten gesprochen. Unabhängig von der Bezeichnung handelt es sich dabei prozessrechtlich immer um Parteivortrag. Daher sind hierfür auch andere synonymartige Benennungen wie z.&#160;B. „Begutachtung“, „Stellungnahme“, „Bericht“, „Auswertung“ o.&#160;Ä. grundsätzlich gleichwertig.
Abgrenzung[Bearbeiten]
Abzugrenzen ist ein Gutachten jedoch von der sogenannten gutachtlichen (gutachterlichen) Stellungnahme, die oft sprachlich im Geschäftsverkehr mit Gutachten vermengt wird. Im Gegensatz zu einem Gutachten kann sich eine gutachtliche Stellungnahme auf die Kernpunkte der Beurteilung konzentrieren und muss nicht Befund und Zustandekommen der Ergebnisse genau dokumentieren. Man kann sich bei einer gutachtlichen Stellungnahme – in mündlicher oder schriftlicher Aussage – auf bereits vorliegende Untersuchungen beziehen, ohne diese im Detail prüfen zu müssen.
Ein Gutachten über die Fahreignung (sogenannte MPU-Gutachten) erfolgt auf behördliche Veranlassung im privaten Auftrag (und auf Kosten des Auftraggebers; siehe auch Abschnitt Kosten der MPU).
Im Prozess der Entwicklung der Demokratie – partizipative Demokratie – wurde der Begriff „Bürgergutachten“ geschaffen.
Gutachten von Behörden[Bearbeiten]
Deutschland[Bearbeiten]
Behördengutachten sind ein Zeugnis oder ein Gutachten enthaltende Erklärungen öffentlicher Behörden. Ist das Gutachten einer kollegialen Fachbehörde eingeholt worden, so kann das Gericht die Behörde ersuchen, eines ihrer Mitglieder mit der Vertretung des Gutachtens in der Hauptverhandlung zu beauftragen und dem Gericht zu bezeichnen. (§ 256 StPO)
Liechtenstein[Bearbeiten]
Gutachten von Behörden werden in Liechtenstein meist von Mitarbeitern der Landesbehörden erstellt und abgegeben. Eine genaue Verfahrensregelung dazu fehlt (es finden sich zwar in den Art. 59 ff. Landesverwaltungspflegegesetz und weiteren Bestimmungen[2] allgemeine Regelungen für die Behörde zur Einvernahme von Sachverständigen und zu den Gebühren etc., jedoch keine Regelungen für den Sachverständigen selbst).
Einige weitere (recht allgemeine) organisatorische Regelungen finden sich unter anderem in den §§ 71 ff. der liechtensteinischen Strafprozessordnung (StPO)[3] hinsichtlich der Verwendung von Sachverständigen im Strafverfahren sowie in weiteren Bestimmungen der StPO Einzelregelungen (z.&#160;B. zum Fragerecht des Beschuldigten).
Österreich[Bearbeiten]
Gutachten von Behörden werden in Österreich von Amtssachverständigen im Auftrag der Behörde erstellt und abgegeben. Die Vorgangsweise und Verfahrensregeln ist dazu grundsätzlich in den §§ 52 ff. Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz (AVG) geregelt.
In den §§ 126 ff. der österreichischen Strafprozessordnung (StPO)[4] finden sich unter anderem detaillierte Regelungen zur Bestellung von Sachverständigen und deren Aufgaben im Strafverfahren sowie in weiteren Bestimmungen der StPO Einzelregelungen (z.&#160;B. zum Fragerecht des Beschuldigten).
Normungs-Projekt Europäische Gutachten[Bearbeiten]
Zur Gewährleistung eines hohen Niveaus von Gutachten hat das französische Normungsinstitut AFNOR im Frühjahr 2010 die Entwicklung einer Europäischen Norm für Gutachter-Tätigkeit angeregt (Projekttitel: “General requirements of competence for an expertise activity”; deutsch: „Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz bei der Erstellung von Expertisen/Gutachten“).
Dazu soll ein eigenes Programm-Komitee (CEN/PC) mit dem Titel Expertise Services eingerichtet werden.
Siehe auch[Bearbeiten]Medizinische Gutachten
Sachverständiger
Bewertung, WertungWeblinks[Bearbeiten]
&#160;Wiktionary: Gutachten&#160;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, ÜbersetzungenDie entgeltliche und unregistrierte Erstattung wissenschaftlicher Gutachten in allen Bereichen des Rechts (PDF-Datei; 117 kB)
Planungszellen &amp; Bürgergutachten
Bauschaden-Datenbank Schadis (Größte deutschsprachige Sammlung von Fachwissen anerkannter Bausachverständiger und Bauforscher zu Entstehung und Vermeidung von Schäden an Gebäuden)Literatur[Bearbeiten]Walter Bayerlein: Praxishandbuch Sachverständigenrecht . Beck Juristischer Verlag 2015, ISBN 978-3-406-66417-5
Lothar Neimke, Andree Sachmerda: Der Sachverständige und seine Auftraggeber . Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-8167-8953-6
Lothar Neimke: Das Sachverständigengutachten . Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8167-8758-7
Mark Seibel, Michael Staudt: Handbuch für den Bausachverständigen . Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-8167-8937-6Einzelnachweise[Bearbeiten]↑ Zivilprozeßordnung (ZPO), § 404, Sachverständigenauswahl
↑ Gesetz vom 21. April 1922 über die allgemeine Landesverwaltungspflege (die Verwaltungsbehörden und ihre Hilfsorgane, das Verfahren in Verwaltungssachen, das Verwaltungszwangs- und Verwaltungsstrafverfahren), LGBl 24/1922
↑ Strafprozessordnung vom 18. Oktober 1988, LGBl 62/1988 (StPO)
↑ Strafprozeßordnung 1975, öBGBl. 631/1975 (StPO)
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Ein Sachverständiger ist eine natürliche Person mit einer besonderen Sachkunde und einer überdurchschnittlichen fachlichen Expertise auf einem gewissen Gebiet. Hat ein Gericht oder eine Behörde kein ausreichendes Fach- oder Sachwissen, kann das Gericht oder die Behörde die Sachfrage an einen Sachverständigen zur Beantwortung delegieren. Im Speziellen wird der Ausdruck Sachverständiger für Gutachter oder Berater von Gerichten (Gerichtsgutachter oder Gerichtssachverständiger) oder Entscheidungsgremien gebraucht. Sachverständige unterstützen dabei lediglich den Entscheidungsprozess. Das Gutachten unterliegt der freien Beweiswürdigung durch das Gericht.
EuroExpert, die European Organisation for Expert Associations, definiert den Begriff des Sachverständigen wie folgt:„Der Sachverständige ist eine unabhängige integre Person, die auf einem oder mehreren bestimmten Gebieten über besondere Sachkunde sowie Erfahrung verfügt. Der Sachverständige trifft aufgrund eines Auftrages allgemeingültige Aussagen über einen ihm vorgelegten oder von ihm festgehaltenen Sachverhalt. Er besitzt ebenfalls die Fähigkeit, die Beurteilung dieses Sachverhaltes in Wort und Schrift nachvollziehbar darzustellen.“
Inhaltsverzeichnis
1 Überblick
2 Definition
3 Stellung der gerichtlich eingesetzten Sachverständigen in der Schweiz (Sachverständige i.e.S.)
4 Bestellung Sachverständige (Österreich)
5 Ausbildung
6 Sachverständigengruppen6.1 Nach DIN EN ISO/IEC 17024 zertifizierte Sachverständige
6.2 Staatlich anerkannte Sachverständige (Deutschland)
6.3 Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige (Deutschland)
6.4 Medizinische Sachverständige (Deutschland)
6.5 Freie und allgemein anerkannte, sonstig qualifizierte Sachverständige
7 Altersgrenze
8 Sachverständigenverbände
9 Siehe auch
10 Literatur
11 Weblinks
12 EinzelnachweiseÜberblick[Bearbeiten]
Voraussetzungen für die Tätigkeit als Sachverständiger ist fachliche Kompetenz, man spricht von der „besonderen Sachkunde“. In der Regel ist diese Sachkunde erworben durch ein für das Fachgebiet geeignetes Hochschulstudium mit Abschluss sowie mehrjährige Berufserfahrung bzw. Weiterqualifizierung auf dem entsprechenden Gebiet. Für handwerksbezogene Sachverständigentätigkeiten kann auch der Abschluss als Handwerksmeister sowie entsprechende Berufspraxis in Verbindung mit umfangreicher fachlicher sowie rechtlicher Fortbildung ausreichend sein.
Die Bezeichnung „Sachverständiger“ ist in Deutschland, Liechtenstein und Österreich nicht geschützt. Jeder darf sich „Sachverständiger“ nennen. Die irreführende Verwendung des Begriffs kann als unlauterer Wettbewerb qualifiziert werden. Dies ist dann anzunehmen, wenn eine entsprechende Fachausbildung, sowie mehrjährige fachbezogene Berufspraxis nicht nachgewiesen werden können, damit aber geworben wird.
In Familiengerichten (Deutschland) werden Gutachter in Sorgerechtsfragen, zur Aufenthaltsbestimmung oder zu Umgangsfragen herangezogen. Immer häufiger werden sie auch bei Gewaltfragen oder sexuellem Missbrauch vom Gericht berufen.
Bei Vorliegen entsprechender Qualifikationen (einschlägiges Studium oder einschlägige Handwerksausbildung, i. d. R. mit Meisterberechtigung) ist eine Weiterbildung zum Sachverständigen im Rahmen von qualifizierenden Seminaren (Deutschland, Österreich) oder Fernstudien (Deutschland) möglich.
Man unterscheidet in Deutschland:Behörden als Sachverständige
freie Sachverständige
Medizinische Sachverständige
öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige
Personen-zertifizierte Sachverständige gemäß DIN EN ISO/IEC 17024
staatlich anerkannte Sachverständige
verbandsanerkannte Sachverständige.Österreich:allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige
Amtssachverständige
(freie) Sachverständige
Ziviltechniker.Liechtenstein:keine DifferenzierungDefinition[Bearbeiten]
Sachverständige wirken in einem Verwaltungsverfahren an der Sachverhaltsermittlung mit, indem sie aus bereits aktenkundigen oder von ihnen erst zu erhebenden Tatsachen auf Grund ihres besonderen Fachwissens Schlüsse auf das Vorliegen oder Nichtvorliegen von Umständen ziehen, die ihrerseits der Behörde eine Schlussfolgerung auf die entscheidungsrelevanten Tatsachen ermöglichen oder erleichtern. Der Sachverständige erstellt zuerst einen Befund, das ist die Zusammenfassung der bekannten und / oder von ihm erst zu ermittelnden … Tatsachen und stützt darauf sein Gutachten, das ist das fachliche Urteil darüber, welche Tatsachen aus dem Befund erschlossen werden können.[1]
Stellung der gerichtlich eingesetzten Sachverständigen in der Schweiz (Sachverständige i.e.S.)[Bearbeiten]
Die Stellung der Sachverständigen differiert je nach anwendbarem Verfahrensrecht.
Einige Grundsätze besitzen allerdings regelmäßig Geltung:Den Sachverständigen ist Einsicht in die Akten zu gewähren und das Recht einzuräumen, Beweisaufnahmen beizuwohnen und zur Abklärung des Sachverhaltes Fragen an Zeugen und Beschuldigte zu stellen (zum Beispiel Art. 82 Abs. 2 des schweizerischen MStP).
Die Sachverständigen unterstehen der Pflicht zur Geheimhaltung (zum Beispiel im Sinne von Art. 320 des schweizerischen StGB).
Das Gericht bestimmt den Abgabetermin (zum Beispiel Art. 91 MStP).
Die Sachverständigen haben Anspruch auf Entschädigung (zum Beispiel Art. 93 MStP).Bestellung Sachverständige (Österreich)[Bearbeiten]
Der Sachverständige wird nach Anhörung der Parteien von Amts wegen durch das Gericht bestellt (§&#160;351Vorlage:§/Wartung/RIS-Suche öZPO). Der Bestellung zum Sachverständigen hat derjenige Folge zu leisten, welcher zur Erstattung von Gutachten der erforderten Art öffentlich bestellt ist oder welcher die Wissenschaft, die Kunst oder das Gewerbe, deren Kenntnis Voraussetzung der geforderten Begutachtung ist, öffentlich als Erwerb ausübt oder zu deren Ausübung öffentlich angestellt oder ermächtigt ist (§&#160;353Vorlage:§/Wartung/RIS-Suche Abs. 1 öZPO).
Sachverständigenausweis (Österreich) im Scheckkartenformat mit elektronischem Zertifikat
In Österreich werden die Sachverständigen vom Gericht in der Regel aus der Liste der allgemein beeideten Sachverständigen[2] ausgewählt. Der Sachverständige hat sich gegenüber dem Gericht mit seinem Sachverständigenausweis, der jedem in Österreich bei Gericht zertifizierten und beeideten Sachverständigen zur Verfügung gestellt wird, auszuweisen.
Können sich die Parteien außergerichtlich nicht auf einen sachverständigen Gutachter einigen, so kann das Gericht in den jeweiligen Verfahren eine sog. Ad-hoc-Beeidigung vornehmen. In Österreich wird diese Praxis bereits seit einigen Jahren erfolgreich praktiziert.
Deutsche Sachverständige können nach EU-Recht auch in Österreich als Sachverständige tätig werden (Privatgutachten).
Insbesondere bei der Formulierung des Auftrags an den Sachverständigen kann von den Parteien dabei bereits wesentlicher Einfluss auf das weitere Verfahren und die Kosten der Begutachtung genommen werden. Die Kosten für die Tätigkeit des Sachverständigen trägt in der Regel die Partei, welche den Sachverständigenbeweis beantragt hat. Diese hat nach §&#160;365Vorlage:§/Wartung/RIS-Suche Abs. 2 öZPO auch einen Kostenvorschuss zu erlegen.[3]
Ausbildung[Bearbeiten]
Nach der allgemeinen Definition darf sich jeder Sachverständiger nennen, der in der Lage ist, den „Nachweis der besonderen Sachkunde“ zu führen. Dies ist eine recht unspezifische Umschreibung. Vereinfacht kann man annehmen, dass es dazu zwei mögliche, aber nicht rechtlich zwingend notwendige Kriterien gibt, die der logischen und praktischen Ableitung dienen können.Sachverständige können für Ihr Sachverständigenfachgebiet über eine fundierte Ausbildung sowie genügende berufliche Erfahrungen verfügen. Beispiel: Zur Beurteilung von Fliesenarbeiten können beispielsweise Fliesenlegermeister, langjährige Gesellen, speziell mit diesem Handwerk vertraute Architekten oder Ingenieure als SV tätig werden. Analog gilt dies selbstverständlich in gleicher Weise für andere Gewerke oder Fachgebiete.
Sachverständige müssen in der Lage sein, Gutachten zu erstellen und später mündlich verteidigen. Dies bedeutet, dass sie nicht nur sachlich und fachlich korrekt Dinge beurteilen müssen, sondern vor allem auch, dass sie in der Lage sind, fachliche Sachverhalte so in eine Alltagssprache zu übersetzen, dass die Zusammenhänge von jedem Laien (zum Beispiel Juristen, Politikern, Verwaltungsmitarbeitern, Journalisten) verstanden und nachvollzogen werden können. Ein Gutachten, das diesen Anspruch nicht erfüllt, ist wertlos und muss, weil es dem Gesamtauftrag nicht gerecht wird, deshalb auch nicht bezahlt werden. Es kommt vor, dass Gutachten rein fachliche Abhandlungen auf hohem Niveau sind, die dann jedoch aufgrund ihrer mangelnden Verständlichkeit nicht als Entscheidungshilfen herangezogen werden können und dürfen. Dem sollen fachliche und methodische Grundlagenausbildungen für Sachverständige entgegenwirken, wie sie von speziellen Ausbildungseinrichtungen angeboten werden. Zu den notwendigen Voraussetzungen zählt auch die sprachliche Gewandtheit in der mündlichen Auseinandersetzung.Zu den klassischen Bereichen des Sachverständigenwesens gehören unter anderem die Gebiete „Bewertung von Bauschäden“, „Grundstückswertermittlung“, „KFZ-Schäden“ (Kfz-Prüfer), „KFZ-Bewertung“, „Unternehmensbewertung“.
Sachverständigengruppen[Bearbeiten]
Nach DIN EN ISO/IEC 17024 zertifizierte Sachverständige[Bearbeiten]
Nach der EN ISO/IEC 17024 können Personen von einem von der DAkkS beliehenen akkreditierten Institution zertifiziert werden.
Die Norm regelt die Anforderungen an die Stellen, die Sachverständige zertifizieren. In Deutschland war bis 31. Dezember 2009 der Deutsche Akkreditierungsrat (DAR) die oberste Hierarchiestufe der Zertifizierungsstellen. Der DAR hatte seine Geschäftsstelle bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin und ging in die neu geschaffene Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) über. Diese deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) wurde durch die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi), gegründet. In diese GmbH wurden die bisherigen Mitglieder von European Coorperation for Accreditation (EA), DGA und DKD integriert. Die Akkreditierungen von DACH, DAP, TGA/DATECH und DKD waren bis 28. Februar 2013 im Bestand gültig und werden durch die DAkkS gem. Verordnung Nr. 765/2008 harmonisiert, ggfs. angepasst und überwacht. Eingereichte Neuanträge sind seit 2010 bis Ende 2013 in diesen neuen Sektoren nicht bearbeitet oder als über das öffentlich-rechtliche System abgedeckt protokolliert.
Wie bei den ö.b.u.v. Sachverständigen ist durch das Akkreditierungsverfahren der Zertifizierungsgesellschaft eine hohe Transparenz gefordert. Damit ist die gleichbleibende Qualität des mehrstufigen Prüfungsverfahrens zur Personenzertifizierung in den Festlegungen der Verordnungen Nr. 765/2008, 764/2008 und 768/2008 zu beachten. Die akkreditierte Zertifizierungsgesellschaft wird selber regelmäßig auf die Einhaltung der Inhalte des Akkreditierungsvertrages (Prüfungsverfahren) von der DAkkS überwacht. Solch eine zusätzliche Kontrollfunktion des Prüfungsgremiums gibt es bei den Bestellungskörperschaften nicht. Die DAkkS wird 2014 erstmals vollständig und dann alle fünf Jahre durch die „European Akkreditation“ überwacht.
Zertifizierte Sachverständige weisen regelmäßig ihre persönliche Eignung und ihre hohe fachliche Qualifikation sowie langjährige Berufserfahrung gegenüber einer Zertifizierungsstelle nach. Ihre Tätigkeit wird ständig durch die Zertifizierungsstelle überwacht, beispielsweise durch mehrere jährliche Kontrollen von Arbeitsproben, Fachgespräche.
Um die hohe Qualität dauerhaft zu garantieren, ist der Gültigkeitszeitraum des Zertifikats auf drei Jahre begrenzt. Danach muss der zertifizierte Sachverständige seinen Wissensstand erneut durch eine Prüfung nachweisen. Die Qualifikation als zertifizierter Sachverständiger beruht auf der DIN EN ISO/IEC 17024 und ist somit weltweit anerkannt.
Die Pflichten des zertifizierten Sachverständigen ergeben sich aus dem Überwachungsvertrag zwischen Sachverständigen und der akkreditierten Personenzertifizierungsstelle. Der Inhalt des Überwachungsvertrages deckt sich im Wesentlichen mit den Inhalten der Sachverständigenordnung der Bestellungskörperschaften. Eine wesentliche Ausnahme besteht in der Pflicht zur Gutachtenerstattung. Im Gegensatz zu den ö.b.u.v. Sachverständigen kann der nach DIN EN ISO/IEC 17024 zertifizierte Sachverständige (theoretisch) auch gerichtliche Aufträge ablehnen.
Die öffentliche Bestellung und Vereidigung besitzt in Deutschland eine weitere gesetzliche Grundlage (§&#160;36, §&#160;36a GewO). Die Bezeichnung öffentlich bestellter und vereidigter (ö.b.u.v.) Sachverständiger ist geschützt im § 132a StGB.
Vor Gericht sollen nach den verschiedenen Prozessordnungen (insb. §&#160;404 Abs. 2 ZPO) andere als öffentlich bestellte Sachverständige nur dann zugezogen werden, wenn besondere Umstände dieses erfordern. Hierbei handelt es sich um eine Regelung der ZPO, die entstanden ist als es die DIN EN ISO/IEC 17024 noch gar nicht gab. Eine Anpassung der Zivilprozessordnung hat es im Rahmen der Globalisierung des Sachverständigenwesens bisher nicht gegeben. Eine Anpassung des § 404 Abs. 2 ZPO wird vom Gesetzgeber auch deswegen für nicht erforderlich erachtet, weil ein Abweichen von dieser Vorgabe (Ordnungsvorschrift) ohne Folgen bleibt und die Gerichte in ihrer freien Sachverständigenwahl somit nicht unzulässig eingeschränkt werden.
Ob die Zertifizierung von Sachverständigen die öffentliche Bestellung und Vereidigung von Sachverständigen in Deutschland aus Gründen des EU-Rechts (nicht zulässige Einschränkung der Berufsausübung für EU-tätige und EU-zugelassene Sachverständige) ersetzen soll, wurde in deutschen Fachkreisen (den bestehenden Sachverständigenverbänden mit ihren mehrheitlich ö.b.u.v. Mitgliedern und dem Gesetzgebungsorgan) intensiv diskutiert. Mit der Novellierung des §&#160;36 GewO und der Einführung des §&#160;36a GewO Ende 2009 hat sich der deutsche Gesetzgeber für eine Beibehaltung der öffentlichen Bestellung ausgesprochen und die Regelungen zur öffentlichen Bestellung an die europarechtlichen Anforderungen der Dienstleistungsrichtlinie (2006/123/EG) und der Berufsanerkennungsrichtlinie(2005/36/EG) angepasst.
Die Zertifizierung von Immobiliensachverständigen nach DIN EN ISO/IEC 17024 HypZert (F) ist im kreditwirtschaftlichen Bereich heute die massgebliche Gutachterqualifikation in Deutschland. Gleiches gilt auch für den Kfz-Bereich. Darüber hinaus finden umfangreiche Personenzertifizierungen im industriellen Bereich für zerstörungsfreien Prüfungen (DGZfP e.V., SectorCert) statt. Es handelt sich dabei um meist mehrstufige Qualifizierungs- und Sachkundenachweise in den Bereichen Schallemissionsprüfung, digitale Radiometrie, Wirbelstromprüfung, Durchstrahlungsprüfung, Radiometrie, Infrarotthermografie, Ultraschallprüfung, Eindringprüfung, etc.
Staatlich anerkannte Sachverständige (Deutschland)[Bearbeiten]
Staatlich anerkannte Sachverständige (dieser Begriff ist gesetzlich geschützt) haben hoheitliche Aufgaben zu erfüllen und werden u.a. für die technische Überwachung ausgebildet. Sie unterstehen der Aufsicht des Staates. Dass ausschließlich die staatlich anerkannten Sachverständigen sowie die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen (s.u.) berechtigt sind, einen Rundstempel zu führen ist obsolet. So haben das OLG Hamm (11. März 1986) und das LG Nürnberg-Fürth (22. Juni 2001, AZ 4 HKO 1230/01) entschieden, dass öbuv Sachverständige kein Rundstempel-Monopol besitzen. Der Wortlaut des jeweils zu verwendenden Stempels ist von der Anerkennungsinstitution genau vorgegeben.
Staatlich anerkannte Sachverständige (saSV) sind Experten in bestimmten Fachbereichen, die meist durch eine umfangreiche Prüfung nachgewiesen haben, dass sie neben langjähriger Berufserfahrung über eine besondere Sachkunde in ihren Fachbereichen verfügen. Sie sind berechtigt, je nach Fachbereich gesetzlich vorgeschriebene Nachweise aufzustellen, Prüfungen vorzunehmen und Bescheinigungen auszustellen.
Staatlich anerkannte Sachverständige arbeiten privatrechtlich und übernehmen Aufgaben, die früher ausschließlich von Behörden abgedeckt wurden. Damit tragen sie zur Entlastung der Behörden bei.
Aber auch für den Bauherrn hat die Einschaltung des saSV entscheidende Vorteile. Er kann den saSV bereits in einem frühen Entwurfsstadium einschalten und muss nicht mehr, wie teilweise in der Vergangenheit erforderlich, die Beauftragung durch die Bauaufsichtsbehörde abwarten.
Die frühzeitige Einschaltung des saSV bewirkt nicht nur einen Beschleunigungseffekt, sondern führt auch zu einer gewünschten Abstimmung bzw. Optimierung der Planungen unter allen in Betracht kommenden technischen und finanziellen Aspekten.
Der saSV führt seine Tätigkeit eigenverantwortlich aus. Er führt sein Büro selbständig und auf eigene Rechnung. Der saSV führt seine Tätigkeit unabhängig aus. Er hat also zum Beispiel keine Handels- oder Lieferinteressen, die in Zusammenhang mit seiner Tätigkeit stehen.
Es werden Sachverständige in folgenden Bereichen in Deutschland anerkannt:staatlich anerkannte Sachverständige für Erd- und Grundbau
staatlich anerkannte Sachverständige für potentiell gefährliche Tiere
staatlich anerkannte Sachverständige für die Prüfung des Brandschutzes
staatlich anerkannte Sachverständige für die Prüfung der Standsicherheit in den Fachrichtungen Massivbau, Metallbau und Holzbau
staatlich anerkannte Sachverständige für Schall- und Wärmeschutz
in Bayern: vom Bayerischen Landesamt für Umwelt anerkannte Private Sachverständige in der Wasserwirtschaft (PSW)[4]Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige (Deutschland)[Bearbeiten]
Im Gegensatz zur allgemeinen Bezeichnung „Sachverständiger“ ist die Bezeichnung „öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger“ (Abkürzung: ö. b. u. v.) nach §&#160;132a StGB gesetzlich geschützt. Die missbräuchliche Verwendung dieses Titels ist strafbar.
Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige gibt es ausschließlich in Deutschland. Durch die Novellierung des §&#160;36 GewO und die Einführung des §&#160;36a GewO wurden die gesetzlichen Regelungen zur öffentlichen Bestellung an die europarechtlichen Anforderungen der Dienstleistungsrichtlinie (2006/123/EG) und der Berufsanerkennungsrichtlinie (2005/36/EG) angepasst.
Die Grundpflichten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen sind Objektivität, Unparteilichkeit und Weisungsfreiheit. Hierauf muss er einen Eid leisten. Ein Verstoß gegen diese Pflichten stellt einen Straftatbestand dar.
Die Grundpflichten zur Gutachtenerstattung eines ö. b. u. v. -Sachverständigen ergeben sich aus der Sachverständigenordnung und gelten nicht nur gegenüber Gerichten, sondern auch gegenüber dem privaten Auftraggeber. Wobei es bei Privataufträgen keinen Annahmezwang gibt. Gerichtsaufträge hingegen können vom SV nicht abgelehnt werden.
Die gesetzliche Grundlage für die öffentliche Bestellung und Vereidigung von Sachverständigen findet sich in §&#160;91 HwO oder in §&#160;36 GewO.
Die Bestellung kann durch eine Industrie- und Handelskammer, eine Handwerkskammer, eine Landwirtschaftskammer, eine Architekten- oder Ingenieurkammer oder durch das Regierungspräsidium eines Landes erfolgen.
Ein Antragsteller auf die öffentliche Bestellung und Vereidigung muss bei den bestellenden Institutionen ein Prüfungsverfahren durchlaufen, in dem die persönliche und fachliche Eignung zur Erstellung von Gutachten sowie der überdurchschnittliche Sachverstand und Fähigkeiten im jeweiligen Fachgebiet geprüft wird.
Nur Antragsteller, die ihre fachliche Qualifikation und persönliche Eignung im Prüfungsverfahren gegenüber der Prüfungskommission darlegen konnten, werden öffentlich bestellt. Der Antragsteller muss für das Prüfungsverfahren u.a. nachfolgende Formulierung akzeptieren.
In der Geschäfts- und Verfahrungsordnung für das Fachgremium der sächsischen Industrie- und Handelskammern zur Begutachtung der besonderen Sachkunde von Sachverständigen auf dem Fachgebiet „Schäden an Gebäuden“ heißt es in §6 Abs. 3 „Gegenstand der Überprüfung“:„Die vom Deutschen Industrie- und Handelstag beschlossenen fachlichen Bestellungsvoraussetzungen für das Sachgebiet … beschreiben den Inhalt des Sachgebietes, binden aber den Fachausschuss nicht. Er ist vielmehr bei seiner Beurteilung, ob der Nachweis der besonderen Sachkunde geführt worden ist, frei.“Die öffentliche Bestellung kann in unterschiedlichsten Fachbereichen, wie z.B. Bewertung von Bauschäden, Verkehrstechnik, Sportplatzbau, Unternehmensbewertung, Grundstücksbewertung, EDV u.&#160;a. erfolgen. Als „Gutachter für Grundstücksbewertung“ wird u.&#160;a. ein Mitglied des Gutachterausschusses i.&#160;S.&#160;d. §&#160;192 Baugesetzbuch (BauGB) bezeichnet.
Der sogenannte Bestellungstenor gibt Auskunft über die bestellende Behörde und den Fach- bzw. Tätigkeitsbereich.
Ein Bestellungstenor lautet zum Beispiel „von der Handwerkskammer öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Straßenbauer-Handwerk“. Zusätzlich wird die überwachende Behörde angegeben, beispielsweise „Handwerkskammer Dortmund“.
Durch die Nennung sowohl der bestellenden Behörde als auch des Tätigkeitsbereiches ist es für einen Ratsuchenden erleichtert, einen ortsansässigen Sachverständigen aus dem jeweiligen Fachgebiet zu finden, dessen Qualifikation durch das Prüfungsverfahren der bestellenden Behörde nachgewiesen ist.
Als Tätigkeitsbereich könnte zum Beispiel „Maschinen und Anlagen der Brauerei und Getränkeindustrie“ oder „Planungs- und Ausführungsfehler im Hochbau“ angegeben sein.
Eine ö.b.u.v. kann auf Antrag nur in solchen Fachbereichen geprüft und erteilt werden, für die die Bestellungskörperschaften auch tatsächlich Prüfungskommission(en) vorhalten. Für Fachbereiche in denen es keine Prüfungskommission(en) gibt, kann es auch keine Bestellung(en) geben. Somit es viele Bereiche z.B. in der Medizin, der Technik und in der Wirtschaft gibt, für die die Bestellungskörperschaften keine ö.b.u.v. Sachverständige zur Verfügung stellen können. Vorschriften an die personelle Zusammensetzung und den Qualifikationen der Prüfungskommissionen der Bestellungskörperschaften gibt es nicht. Auch gibt es keine verbindlichen Vorgaben für die Durchführung und den Inhalt der Prüfungen an die einzelnen Bestellungskörperschaften (vgl. oben). Eine Kontrollgremium zur Überwachung der Prüfungskommission gibt es ebenfalls nicht. Im Falle von Streitigkeiten gibt es für den Antragsteller lediglich den formalen Weg der Beschwerde bei der Bestellungs-körperschaft. Die Bestellungskörperschaften untereinander haben keine einheitliche Vorgehensweise bei der Überprüfung der besonderen Sachkunde. Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat am 31. Juli 2009 hierzu beschlossen:„… Was es den Nachweis der besonderen Sachkunde betreffe, dürfe es keine starr schematische Handhabung geben, insbesondere dürfen die Bestellungskörperschaften nicht verlangen, dass sich jeder Bewerber einem schriftlichen und mündlichem Examen unterziehen müsse. Vielmehr könne ein Bewerber seine besondere Sachkunde auch durch andere Nachweise erbringen wie beispielsweise die Vorlage eigener Gutachten …“
– AZ: 7 LA 79/09Hier besteht ein wesentlicher Unterschied von den Bestellungsverfahren gegenüber zum starren und standardisiertem Verfahren der Personenzertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17024.
Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständigen werden in der Regel für fünf Jahre bestellt. Vor der Wiederbestellung wird von den bestellenden Behörden geprüft, ob noch alle Bestellungsvoraussetzungen vorliegen. Ein besonderer Augenmerk wird darauf gelegt, ob die Sachverständigen ihrer Pflicht zur stetigen Fortbildung im jeweiligen Bestellungsgebiet nachgekommen sind.
Alle von den in Deutschland ansässigen 80 IHKs öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen werden in einem offiziellen bundesweitem Sachverständigenverzeichnis[5] geführt. Dies enthält Angaben zu 8557 (Stand: 7. Oktober 2015) von Industrie- und Handelskammern, von Architekten-, Ingenieur- und Landwirtschaftskammern öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen. Seit dem 1. Januar 2008 befindet sich auch ein Teil der Regierungssachverständigen des Landes Bayern im bundesweiten Sachverständigenverzeichnis. Seit diesem Zeitpunkt sind die bayerischen IHKs für diese Sachverständigen zuständig.
Auch die Handwerkskammern betreiben eine bundeseinheitliche Sachverständigen-Datenbank.[6] In dieser Datenbank können öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für einen speziellen Handwerkszweig, zum Beispiel Straßenbauer, Fliesenleger, Optiker, Bäcker, Friseure etc., ganz gezielt gesucht werden.
Medizinische Sachverständige (Deutschland)[Bearbeiten]
→ Hauptartikel: Medizinischer Sachverständiger
Für medizinische Sachverständige (einschließlich zahnmedizinischen und psychologischen) ist die Approbation in der Regel Voraussetzung.[7][8] Die Approbation ist eine behördliche (staatliche) Genehmigung zur Ausübung bestimmter Heilberufe und entspricht einer öffentlichen Bestellung (siehe z.&#160;B. §&#160;109). Das OLG Hamm entschied in Bezug auf §&#160;404, dass medizinische Sachverständige grundsätzlich im entsprechenden Fachgebiet sachkundig sein müssen.[9] Sie werden u. a. als Gerichtsgutachter bei medizinischen Fragestellungen zu Fragen des Gesundheitszustands, zu Erkrankungen, zu Behandlungsfehlern und der Körperschädigung von Patienten beauftragt.[10] Sie unterstützen durch die medizinische Begutachtung die Entscheidungen von sozial- und privatrechtlichen Versicherungsträgern über deren Leistungspflicht.
Psychologische Sachverständige müssen Diplom-Psychologen sein und sollen über eine langjährige klinische und/oder therapeutische Erfahrung verfügen.
Freie und allgemein anerkannte, sonstig qualifizierte Sachverständige[Bearbeiten]
Personen mit entsprechenden persönlichen und fachlichen Voraussetzungen sowie mit Fachkenntnis und Sachkunde sowie Berufserfahrung können als Sachverständige tätig werden, die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt.
Der freie und allgemein anerkannte, qualifizierte Sachverständige sollte eine entsprechende Reputation in Form einer abgeschlossenen Qualifizierung als Meister (für handwerksbezogene Sachverständigentätigkeiten) oder eine Hochschulausbildung als Ingenieur, eine höhere Fachschulausbildung als staatlich geprüfter Techniker (für technische gutachterliche Fragestellungen) oder eine Hochschulausbildung als Betriebswirt (für ökonomische Fragestellungen wie Unternehmens- und Immobilienbewertung) haben. Langjährige berufspraktische Erfahrung, ein fortgesetzter Bezug zur Praxis, die ständige Auseinandersetzung mit der technischen und ökonomischen Weiterentwicklung im jeweiligen Berufsfeld und die Kenntnis des jeweils neuesten Standes der Wissenschaft und der dazugehörigen Regeln (Normen) sind die Grundvoraussetzung für die freie Sachverständigentätigkeit. Dazu gehören erweiterte technische, wirtschaftliche und rechtliche Kenntnisse sowie die persönliche Befähigung zur sachlichen und unvoreingenommenen objektiven Analyse und Dokumentation von Sachverhalten, verbunden mit der Fähigkeit, sich in Wort und Schrift allgemeinverständlich und überzeugend auszudrücken, um einen entsprechenden gutachterlichen Auftrag zu erfüllen. Seit In-Kraft-treten der BetrSichV wurde der geläufige Begriff des „Sachkundigen“ durch den der „befähigten Person“ ersetzt. Personen, die bisher als Sachkundige geprüft haben, können auch weiterhin die entsprechenden Prüfungen durchführen.
Freie Sachverständige können in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen einem der Sachverständigenberufsverbände beitreten.
Bei Gerichtsverfahren werden freie Sachverständige selten beauftragt (Deutschland); in gerichtlichen Verfahren werden nach §&#160;404 Abs. 2 ZPO im Regelfall öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige bevorzugt beauftragt. Jedoch werden in speziellen Sachgebieten oder wenn kein öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige gefunden werden kann auch auf unbeeidete Sachverständige zurückgegriffen. Es kommen zunehmend auch nach DIN EN ISO/IEC 17024 Zertifizierte Sachverständige zum Einsatz. Das Gericht ist in seiner Entscheidung dabei frei.
Personen mit entsprechender fachlicher Vorbildung haben die Möglichkeit sich in Kompaktseminaren zu Sachverständigen weiter qualifizieren zu lassen.
Siehe auch: Bienensachverständiger
Altersgrenze[Bearbeiten]
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden, dass eine generelle Altersgrenze eine nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) unzulässige Benachteiligung wegen des Alters darstellt und deshalb unwirksam ist. Eine Industrie- und Handelskammer (IHK) darf daher in ihrer Satzung nicht generell eine Höchstaltersgrenze für alle öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen festsetzen (im konkreten Fall ging es um die Höchstaltergrenze von 68 Jahren, welche in der Sachverständigenordnung (SVO) vorgesehenen war).[11]
Sachverständigenverbände[Bearbeiten]
Eine in Deutschland relevante Sachverständigenvereinigung ist unter anderem der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger (BVS).
In Österreich gibt es nur einen anerkannten Verband der Sachverständigen, den Hauptverband der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Gerichtssachverständigen.
In Liechtenstein gibt es keinen anerkannten Verband der Sachverständigen. Sachverständige werden bei Bedarf vom Gericht benannt.
Siehe auch[Bearbeiten]Dokumenteneinbringungsservice (Österreich)Literatur[Bearbeiten]Lothar Neimke, Andree Sachmerda: Der Sachverständige und seine Auftraggeber . Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-8167-8953-6
Mark Seibel, Michael Staudt: Handbuch für den Bausachverständigen . Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-8167-8937-6
Jürgen Ulrich: Der gerichtliche Sachverständige: Ein Handbuch für die Praxis. 12. Auflage. 2007, ISBN 978-3-452-25717-8.
Rolf Stober: Der öffentlich bestellte Sachverständige zwischen beruflicher Bindung und Deregulierung. Heymanns Verlag, 1991, ISBN 3-452-22039-7.
Raoul Kirmes: Private IT-Forensik und private Ermittlungen, zwei Seiten einer Medaille? Eine Analyse der Begriffe, Rollen und legalen Betätigungsfelder für private IT-Forensik, zugleich Grundlegung für ein Berufsrecht der privaten IT-Forensik. Josef Eul Verlag, Lohmar 2012, ISBN 978-3-8441-0204-8.Weblinks[Bearbeiten]
&#160;Wiktionary: Sachverständiger&#160;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, ÜbersetzungenIHK-Sachverständigenverzeichnis – Bundesweites Verzeichnis der von Industrie- und Handelskammern, von Architekten-, Ingenieur- und Landwirtschaftskammern sowie von Landesregierungen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen.
Amtliche Liste der gerichtlich beeideten und zertifizierten Sachverständigen und Dolmetscher in ÖsterreichEinzelnachweise[Bearbeiten]↑ Nach Ringhofer: Verwaltungsverfahren. Bd 1, S. 444.
↑ Liste der allgemein beeideten Sachverständigen
↑ Absatz entnommen aus: Antonius Opilio: Passepartout für Rechtwisser. Edition Europa Verlag, 2007, ISBN 978-3-901924-24-8, S. 225 f. (online)
↑ Private Sachverständige in der Wasserwirtschaft auf der Homepage des Bayerischen LfUs
↑ bundesweites Sachverständigenverzeichnis
↑ Handwerkskammer-Sachverständigendatenbank (offizielles Verzeichnis der Handwerkskammern zur bundesweiten Suche von öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen)
↑ Klaus Oehler: Der zahnärztliche Sachverständige. Deutscher Zahnaerzte Verlag, 2004, ISBN 3-934280-60-9, S. 55.
↑ Frank Schneider, Helmut Frister, Dirk Olzen: Begutachtung psychischer Störungen. Springer, 2006, ISBN 3-540-20621-3, S. 9.
↑ OLG Hamm 3 U 100/99, OLG Hamm 3 U 239/05
↑ Der medizinische Sachverständige im Arzthaftungsprozeß
↑ BVerwG, Urteil vom 1. Februar 2012, Az. 8 C 24.11 zur Höchstaltersgrenze von Sachverständigen, Volltext
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In der Rechtswissenschaft kann eine Vermutung den Beweis gestützt auf Erfahrungen ermöglichen (tatsächliche Vermutung), die Beweislast von Gesetzes wegen verschieben (widerlegliche gesetzliche Vermutung) oder ein Beweiserfordernis ganz beseitigen (unwiderlegliche gesetzliche Vermutung).Inhaltsverzeichnis
1 Tatsächliche Vermutung1.1 Tatsächliche Vermutung als Fall des mittelbaren Beweises
1.2 Beweiswürdigung und Beweismaß
1.3 Widerlegung einer tatsächlichen Vermutung
2 Gesetzliche Vermutung2.1 Widerlegliche Vermutung
2.2 Unwiderlegliche Vermutung
3 Abgrenzung
4 Literatur zur tatsächlichen Vermutung
5 Siehe auch
6 WeblinksTatsächliche Vermutung[Bearbeiten]
Eine tatsächliche Vermutung (eigentlich besser Vermutung über Tatsachen) liegt vor, wenn ein Gericht gestützt auf eigene oder Expertenerfahrungen von bewiesenen Tatsachen (Indizien) auf nicht bewiesene Tatsachen schließen kann. So kann beispielsweise aus dem Indiz, dass die Temperatur zu einem bestimmten Zeitpunkt deutlich über dem Nullpunkt lag, aufgrund der allgemeinen Erfahrung über die Eigenschaften von Wasser geschlossen werden, dass eine bestimmte Person zu diesem Zeitpunkt nicht auf Glatteis ausgerutscht sein kann. Man sagt diesfalls, es bestehe eine tatsächliche Vermutung dafür, dass es am fraglichen Ort kein Glatteis gegeben habe.
Hinweis: Die folgende Darstellung folgt der so genannten Beweismaßtheorie, die anhand des geforderten Beweismaßes zwischen Anscheinsbeweis und tatsächlicher Vermutung unterscheidet. Die Beweismaßtheorie hat in der Literatur in letzter Zeit mehr und mehr Niederschlag gefunden. Es gibt indessen auch abweichende Lehrmeinungen, insbesondere wird auch in der Rechtsprechung diese Unterscheidung teilweise nicht klar durchgezogen. Für die unterschiedlichen Theorien zu dieser Unterscheidung vergleiche den Artikel zum Anscheinsbeweis.
Tatsächliche Vermutung als Fall des mittelbaren Beweises[Bearbeiten]
Eine tatsächliche Vermutung ist Bestandteil jedes mittelbaren Beweises, der zur vollen Überzeugung des Gerichts führt. Ein mittelbarer Beweis liegt dann vor, wenn ein Gericht sich wie beschrieben nicht unmittelbar, sondern nur gestützt auf Indizien und Erfahrungen (in der juristischen Terminologie Erfahrungssätze) von einer Tatsache überzeugen kann. Weil mittelbare Beweise eher die Regel als die Ausnahme sind, sind tatsächliche Vermutungen – auch wenn sie oft nicht explizit als solche bezeichnet werden – in der Rechtswirklichkeit häufig.
Die Beweiswürdigung erfolgt beim mittelbaren Beweis mit Hilfe eines Induktionsschlusses, der schon aus der Perspektive der Logik niemals absolute Sicherheit vermitteln kann, sondern nur zu einer Hypothese über den zu beweisenden Sachverhalt führt (vgl. den Abschnitt Induktionsproblem im Artikel zum Induktionsschluss).
Beweiswürdigung und Beweismaß[Bearbeiten]
Ob von einer tatsächlichen Vermutung ausgegangen werden kann oder nicht, ist eine Frage der richterlichen Beweiswürdigung. Eine tatsächliche Vermutung liegt wie gesagt dann vor, wenn Indiz und Erfahrungssatz zusammen die volle Überzeugung des Gerichts vom zu beweisenden Sachverhalt zu begründen vermögen. Ob diese volle Überzeugung vorliegt, entscheidet das Gericht selbst (dies nach dem Grundsatz der freien richterlichen Beweiswürdigung, der den europäischen Rechtsordnungen gemein ist).
Teilweise wird auch die Auffassung vertreten, dass allein in der Berücksichtigung einer tatsächlichen Vermutung eine Reduktion des Beweismaßes liege (bloßes Glaubhaftmachen anstelle der vollen Überzeugung). Dies schlösse die Anwendung einer tatsächlichen Vermutung in all jenen Fällen aus, in denen das Beweismaß der vollen Überzeugung des Gerichts gefordert ist, also in sehr vielen Fällen im Zivilprozess. Vermögen Indiz und Erfahrungssatz das Gericht im Rahmen der freien richterlichen Beweiswürdigung indessen von einer Tatsache voll zu überzeugen (dies ist vor allem bei sehr sicheren Erfahrungssätzen wie dem eingangs geschilderten Beispiel des Gefrierpunkts von Wasser der Fall), so ist gegen deren Berücksichtigung auch dann nichts einzuwenden, wenn das volle Beweismaß gefordert wird. In der Tatsache allein jedenfalls, dass ein Gericht eine bloße Hypothese über den Sachverhalt akzeptiert, liegt noch keine Reduktion des Beweismaßes.
Akzeptiert das Gericht Indiz und Erfahrungssatz als für den Beweis ausreichend, obwohl es nicht voll vom zu beweisenden Sachverhalt überzeugt ist und das Gesetz eigentlich volle Überzeugung fordert, liegt eine Reduktion des Beweismaßes und damit ein Anscheinsbeweis vor.
Widerlegung einer tatsächlichen Vermutung[Bearbeiten]
Wird das Vorliegen einer tatsächlichen Vermutung bejaht, so führt dies zu einer Umkehr der Beweisführungslast: Es liegt am Beweisgegner, die Überzeugung des Gerichts wieder zu zerstören, indem er weitere Beweismittel vorlegt. Dabei kann es aber nur um ein Erschüttern der Überzeugung gehen (also um das Säen von Zweifeln beim Gericht), nicht aber um den Beweis des Gegenteils (um das Begründen voller Überzeugung vom Gegenteil).
Gesetzliche Vermutung[Bearbeiten]
Die gesetzliche Vermutung (praesumptio iuris) ordnet kraft Gesetzes an, dass bei Vorliegen bestimmter Gegebenheiten (Vermutungsbasis) vom Vorliegen weiterer Gegebenheiten auszugehen ist und diese der rechtlichen Beurteilung zu Grunde zu legen sind. Wird aus der Vermutungsbasis auf Tatsachen geschlossen, spricht man von Tatsachenvermutungen, wird auf das Bestehen oder Nichtbestehen eines Rechts geschlossen, von Rechtsvermutungen.
Widerlegliche Vermutung[Bearbeiten]
Vermutungen sind im Normalfall widerleglich (praesumtio iuris tantum), wie §&#160;292 S. 1 ZPO klarstellt: „Stellt das Gesetz für das Vorhandensein einer Tatsache eine Vermutung auf, so ist der Beweis des Gegenteils zulässig, sofern nicht das Gesetz ein anderes vorschreibt.“ Eine widerlegliche gesetzliche Vermutung verschiebt also (anders als die tatsächliche Vermutung, s.o.) die Beweislast. Keine Rolle spielt es dabei, ob die Vermutung als solche bezeichnet wird oder ob stattdessen ein Merkmal als Einwendung formuliert ist und auf diese Weise der Anspruchsgegner die Beweislast trägt (z.B. „Haftung aus vermutetem Verschulden“ wie in §&#160;831 Abs.&#160;1 S.&#160;2 BGB).
Eine wichtige Rechtsvermutung enthält etwa §&#160;1006 Abs. 1 S. 1 BGB: „Zugunsten des Besitzers einer beweglichen Sache wird vermutet, dass er Eigentümer der Sache sei.“ Für Immobilien ist die Eigentumsvermutung in §&#160;891 Abs.&#160;1 BGB enthalten: „Ist im Grundbuch für jemand ein Recht eingetragen, so wird vermutet, dass ihm das Recht zustehe.“ Das sorgt für Rechtssicherheit; in beiden Fällen knüpfen an den so geweckten Rechtsschein sogar Regeln über den gutgläubigen Erwerb vom Nicht-Eigentümer an. Im Prozess müsste die Vermutung, es handle sich um den Eigentümer, gegebenenfalls widerlegt werden. Etwa mag der Besitzer nur ein Dieb sein oder das Grundbuch falsch. Wer das behauptet, trägt aber dafür die Beweislast.
Weil eine widerlegliche gesetzliche Vermutung von vornherein zu einer Umkehr der Beweislast führt und nicht wie die tatsächliche Vermutung bloß zu einer Umkehr der Beweisführungslast, ist zu ihrer Widerlegung der Beweis des Gegenteils nötig. Es sind also Beweismittel vorzubringen, die das Gericht voll vom Vorliegen des Gegenteils überzeugen.
Unwiderlegliche Vermutung[Bearbeiten]
Ist eine Vermutung dagegen vom Gesetz ausdrücklich als unwiderleglich oder unwiderlegbar bezeichnet (praesumtio iuris et de iure), so spielt es keine Rolle, ob die vermutete Situation auch tatsächlich vorliegt: Eben solche Ermittlungen und die damit verbundenen Beweisschwierigkeiten sollen ja gerade vermieden werden. Im Ergebnis ähnelt die unwiderlegliche Vermutung damit der Fiktion. Der Unterschied liegt darin, dass eine unwiderleglich vermutete Gegebenheit auch in Wirklichkeit vorliegen kann, während die Fiktion anordnet, dass in Wirklichkeit nicht existierende Gegebenheiten als vorliegend zu betrachten sind.
Ein Beispiel für eine unwiderlegliche Vermutung bildet im Ehescheidungsrecht §&#160;1566 Abs. 2 BGB: „Es wird unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Ehegatten seit drei Jahren getrennt leben.“ Es spielt also gar keine Rolle, ob im konkreten Fall die Ehe vielleicht trotz des langen Getrenntlebens nicht gescheitert ist. Es ist vielmehr gerade Zweck des Gesetzes, dass das Gericht solche Mutmaßungen nicht anstellen muss.
Abgrenzung[Bearbeiten]
Von der Vermutung (Rechtsvermutung) abzugrenzen ist die Fiktion (rechtliche Fiktion). Die rechtliche Fiktion unterstellt einen Tatbestand, der nicht zutrifft oder unmöglich zutreffen kann, und dennoch dazu führt, dass Rechtsfolgen abgeleitet werden können. Beispiel: das gezeugte, aber noch ungeborene Kind (Nasciturus), wird im Erbfall bereits vor der Geburt so behandelt, als ob es geboren wäre, sofern es lebend geboren wird (§&#160;1923 BGB; § 22 i.V.m. § 536 öABGB bzw. flABGB).
Literatur zur tatsächlichen Vermutung[Bearbeiten]Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.Klett Kathrin, Richterliche Prüfungspflicht und Beweiserleichterung, AJP 11/2001, 1293 ff.
Kummer Max, in: Liver Peter/Meier-Hayoz Artur/Merz Hans/Jäggi Peter/Huber Hans/Friedrich Hans-Peter/Kummer Max, Berner Kommentar zum Zivilgesetzbuch, Einleitung, Art. 1 – 10 ZGB, Bern 1962, N 317 f., 362, 368 zu Art. 8 ZGB
Meier Isaak, Das Beweismass – ein aktuelles Problem des schweizerischen Zivilprozessrechts, BJM 2/1989, 57 ff., 65
Prütting Hanns, Gegenwartsprobleme der Beweislast, Eine Untersuchung moderner Beweislasttheorien und ihrer Anwendung insbesondere im Arbeitsrecht, München 1983, 23 ff.
Rosenberg Leo/Schwab Karl Heinz/Gottwald Peter, Zivilprozessrecht, 15. A. München 1993, 660 ff.
Vogel Oscar/Spühler Karl, Grundriss des Zivilprozessrechts, und des internationalen Zivilprozessrechts der Schweiz, 7. A. Bern 2001, 10 N 50Siehe auch[Bearbeiten]PräsumtionWeblinks[Bearbeiten]
&#160;Wiktionary: Vermutung&#160;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
&#160;&#160;Wikiquote: Vermutung&#160;– ZitateBitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!
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Sachverhalt ist ein interdisziplinärer Begriff, unter dem die Gesamtheit aller Aussagen zu einem abgegrenzten Themenbereich verstanden wird.Inhaltsverzeichnis
1 Allgemeines
2 Aussagenlogik
3 Rechtswissenschaft
4 Sonstiges
5 Literatur
6 Weblinks
7 EinzelnachweiseAllgemeines[Bearbeiten]
Entgegen der Bedeutung in der Umgangssprache sind Sachverhalte nicht mit Tatsachen gleichzusetzen. Ein Sachverhalt ist in der Wissenschaftstheorie lediglich der Gegenstand einer Aussage.[1] Ein Sachverhalt ist solange fiktiv, bis er einer Überprüfung unterzogen und verifiziert wurde. Dann wandelt er sich zur wahren Aussage, zur Tatsache.[1] Wurde er hingegen für falsch eingestuft („falsifiziert“), handelt es sich um eine „negative Tatsache“, die keinen Sachverhalt darstellt.
Hier enden die Gemeinsamkeiten. Denn Sachverhalte sind Forschungsgegenstand insbesondere in der Aussagenlogik, Wissenschaftstheorie und Rechtswissenschaft. Da diese Disziplinen jeweils unterschiedliche Erkenntnisobjekte aufweisen, müssen die Definitionen des Sachverhalts-Begriffs notwendig unterschiedlich ausfallen. Der Begriff „Arbeit“ hat schließlich in der Physik einen anderen Inhalt als in der Volkswirtschaftslehre. Physikalische Arbeit ist vereinfacht definiert Kraft x Weg (Treppensteigen ist in diesem Sinne Arbeit, beim Treppenabsteigen erhält man aus der Natur die Arbeit). Arbeit ist in der Volkswirtschaftslehre hingegen ein Produktionsfaktor, der alle planmäßigen menschlichen Tätigkeiten zur Einkommenserzielung umfasst.
Für den Duden ist Sachverhalt „die Gesamtheit aller in einem bestimmten Zusammenhang bedeutsamen Umstände oder Tatsachen“, mithin sind für den Duden die Tatsachen ein Teil des Sachverhalts. Philosophie, Wissenschaftstheorie und Recht haben jedoch gemeinsam, dass sie Sachverhalt und Tatsache als zwei voneinander zu trennende Begriffe auffassen. Tatsachen sind nur wahre Sachverhalte. Wenn ein Sachverhalt besteht, nennt ihn Ludwig Wittgenstein eine (einfache) Tatsache. Für den Philosophen Edmund Husserl ist Sachverhalt „der Zusammenhang der Sachen.“[2] Für Bertrand Russell kann der Sachverhalt eine Tatsache sein, eine Tatsache aber niemals ein Sachverhalt; ein Sachverhalt kann bestehen oder nicht bestehen, eine Tatsache ist ein bestehender Sachverhalt. Sachverhalt ist die deutsche Übersetzung des lateinischen „status rerum“.[3] Er bezeichnet jedoch nicht die Sachen selbst, sondern die Stellung derselben zueinander, etwa was sie verbindet oder trennt.[4]
Aussagenlogik[Bearbeiten]
Die Aussagenlogik hat eher mit Sachverhalten zu tun als mit Tatsachen. Sie ist eine Theorie über die Existenz von Sachverhalten. Werden Aussagen miteinander verknüpft, ergibt sich die Aussage über einen Sachverhalt. Eine Aussage ist ein atomares sprachliches Gebilde, das einen Sachverhalt intendiert und dadurch die Eigenschaft erhält, wahr oder falsch zu sein. Demnach ist eine Aussage nur dann wahr, wenn sie mit dem intendierten Sachverhalt übereinstimmt. Das Bestehen oder Nichtbestehen einer Tatsache ist abhängig vom Bestehen oder Nichtbestehen eines Sachverhalts.[5] In der Philosophie ist ein Sachverhalt der Gegenstand einer Aussage, die beschreibt, wie etwas beschaffen ist.[6] Eine Bedingung formuliert einen Sachverhalt, der in bestimmter Weise Voraussetzung für einen anderen Sachverhalt ist.[7] Ohne den Begriff des Sachverhalts lässt sich keine Aussagenlogik betreiben.[8]
Die Grenzen sinnvoll formulierter Sachverhalte zeigte Ludwig Wittgenstein 1922 im Tractatus Logico-Philosophicus auf. Sie liegen dort, wo Unklarheit darüber besteht, unter welchen Bedingungen man einen Sachverhalt als Tatsache einstufen wird. Der Bereich der Sachverhalte ist damit nicht durch die Naturgesetze bestimmt. Dass der Kölner Dom 37 km hoch ist, formuliert einen Sachverhalt (auch wenn es nach den Naturgesetzen unmöglich sein sollte, ein Bauwerk dieser Höhe zu errichten). Die Formulierung kann als sinnvoll eingestuft werden, da wir eine Vorstellung davon haben, was der Fall sein müsste, wenn sie wahr wäre (dann müssten die Türme in die Stratosphäre reichen …); wir können nach den bestehenden Vereinbarungen darüber, was mit Sätzen wie „… ist 37 km hoch“ notiert ist, entscheiden, ob dies der Fall ist oder nicht, indem wir die Turmhöhen durch eine Messung feststellen. Nach Wittgenstein ist diese Angleichung an die Realität (Korrespondenztheorie) notwendig, um eine Tatsache festzustellen. Nach der Messung steht der Sachverhalt nun als eine Tatsache fest, und zwar dass der Dom 157,38 m hoch war (zum Zeitpunkt der Messung).
Wittgensteins Analyse des Sprachgebrauchs erlaubte einige logische Feststellungen: Die Menge der Sachverhalte ist größer als die der Tatsachen, sie bindet sich nicht an Naturgesetze und auch nicht an vorherige Beobachtungen. Wohl aber impliziert ein Sachverhalt eine theoretische Überprüfbarkeit der mit ihm getroffenen Aussage. Im selben Moment ließen sich die Grenzen sinnvoller Aussagen von Sachverhalten definieren: Aussagen, bei denen unklar ist, was der Fall sein soll, wenn sie wahr sind, sind unverständlich formuliert und insofern sinnlos. Aussagen zu Kausalität und ethische Leitsätze haben ebenso wenig abbildenden Charakter. Als Realität abbildende Aussagen sind sie streng genommen sinnlos.
Rechtswissenschaft[Bearbeiten]
Sachverhalt im Recht ist der zweckhafte Sinnzusammenhang von rechtserheblichem menschlichen Verhalten, von Rechtsverhältnissen, Rechtstatsachen oder von Daten und Fakten der kulturell-sozialen Wirklichkeit im Hinblick auf rechtlich geregeltes menschliches Verhalten. Während der Tatbestand meist generell-abstrakt ist, ist der Sachverhalt individuell-konkret.[9]
Zu den wichtigsten Maximen der Rechtsprechung gehört die Sachverhaltsaufklärung. Gerichten obliegt die Pflicht, den ihnen zur Entscheidung unterbreiteten Sachverhalt auszuschöpfen und sämtlichen Unklarheiten, Zweifeln oder Widersprüchen von Amts wegen nachzugehen.[10] Nach der Aufklärung des Sachverhalts hat das Gericht in freier Beweiswürdigung gemäß §&#160;286 Abs. 1 ZPO zu entscheiden, ob eine tatsächliche Behauptung für wahr oder nicht wahr zu erachten ist. Der Sachverhalt wird im Wege der Beweiswürdigung vom Gericht festgestellt und sodann im Rahmen der Subsumtion einer Rechtsnorm unterworfen.[11] Hilfsmittel zur Erfassung des Sachverhalts sind Zeittafeln (Daten im zeitlichen Ablauf) und Skizzen des Ablaufgeschehens oder des Beziehungsgeflechts von Personen/Unternehmen.[11]
Die Streitparteien neigen dazu, den Sachverhalt (Geschehnisablauf) – möglicherweise begünstigt durch Wahrnehmungsmängel − für sich günstig zu präsentieren, so dass dasselbe Geschehnis dem Gericht unterschiedlich nuanciert wiedergegeben wird. Rechtsanwälten, Steuerberatern oder Notaren obliegt nach ständiger Rechtsprechung des BGH eine Pflicht zur umfassenden Aufklärung des Sachverhalts. Der Notar hat nach §&#160;17 BeurkG den Willen der Beteiligten zu erforschen und den Sachverhalt zu klären. Art.&#160;103 Abs. 1 GG verpflichtet das Gericht, den Vortrag der Parteien zur Kenntnis zu nehmen und bei seiner Entscheidung in Erwägung zu ziehen.[12] Vom Gericht festgestellte Sachverhalte sind stets bewiesen; was im Gerichtsverfahren nicht bewiesen werden kann, wird nicht in den Sachverhalt aufgenommen und gilt als nicht geschehen. Der in der Niederschrift beurkundete Sachverhalt bildet nach dem Gesetz − ohne Rücksicht auf die wirklichen Vorkommnisse − in der Hauptverhandlung die Grundlage des Verfahrens, insbesondere für das Revisionsverfahren.[13] Die richterliche Überzeugungsbildung strebt nach der absoluten Wahrheit, die jedoch wegen der erkennbaren Unvollkommenheit der menschlichen Erkenntnis nie erreicht werden könne.[14] Der einem Urteil zugrundeliegende Sachverhalt ist ein verfahrensinternes Konstrukt, denn ein Verfahren produziert seine eigene Wahrheit selbst.[15]
Sonstiges[Bearbeiten]
Bei der Erarbeitung eines Sachverhalts, etwa anhand von aktenkundigen Zeugenaussagen oder Polizeiberichten dürfen keine wesentlichen Umstände weggelassen oder hinzugefügt werden. Der Fehler von Jurastudenten, in einer Sachverhaltsdarstellung Aussagen zu machen, die sich nicht aus mitgeteilten Tatsachen ergeben, sondern aus eigener Interpretation, heißt unter Prüfern „Sachverhaltsquetsche“. Der zu bearbeitende Sachverhalt versteht sich als konkreter Lebenssachverhalt, also die sprachlich umgesetzte Wiedergabe eines – wenn auch kleinen – Ausschnitts aus der gesellschaftlichen Lebenswirklichkeit.[16]
Die grundlegende Frage­stellung zu einem Sachverhalt bezeichnet man als Kardinalfrage.
Literatur[Bearbeiten]David Malet Armstrong: A World of States of Affairs, Cambridge University Press, Cambridge 1997 (deutsch: Sachverhalte, Sachverhalte, Berlin 2004, ISBN 3-936532-33-8)
Barry Smith: Sachverhalt (PDF; 10,2&#160;MB), Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 8, J. Ritter, K. Gründer (Hrsg.), Stuttgart und Basel, ISBN 3-796506-92-5Weblinks[Bearbeiten]Mark Textor:&#160;States of Affairs. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy
Kevin Mulligan und Fabrice Correia:&#160;Facts. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of PhilosophyEinzelnachweise[Bearbeiten]↑ a b Gerold Wünsch: Einführung in die Philosophie der Chemie. Königshausen &amp; Neumann, 2000, ISBN 978-3-826-01843-5, S.&#160;28 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑ Edmund Husserl, Logische Untersuchungen, Erster Teil, 1900, S. 228
↑ Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch, 1893, Sp. 1609
↑ Rolf-Albert Dietrich: Sprache und Wirklichkeit in Wittgensteins Tractatus. Walter de Gruyter, 1973, ISBN 978-3-111-35528-3, S.&#160;22 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑ Ralf Goeres: Die Entwicklung der Philosophie Ludwig Wittgensteins. Königshausen &amp; Neumann, 2000, ISBN 978-3-826-01819-0, S.&#160;358 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑ Helmut Seiffert: Einführung in die Wissenschaftstheorie: Bd. Wörterbuch der wissenschaftstheoretischen Terminologie. C.H.Beck, 1997, ISBN 978-3-406-42200-3, S.&#160;155 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑ Helmut Seiffert: Einführung in die Wissenschaftstheorie: Bd. Wörterbuch der wissenschaftstheoretischen Terminologie. C.H.Beck, 1997, ISBN 978-3-406-42200-3, S.&#160;37 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑ Reinhardt Grossmann: Die Existenz der Welt. Walter de Gruyter, 2004, ISBN 978-3-110-32410-5, S.&#160;96 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑ Günther Winkler: Raum und Recht. Springer Vienna, 1999, ISBN 978-3-709-16807-3, S.&#160;140ff (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑ BGH, Urteil vom 30. November 2010, Az: VI ZR 25/09
↑ a b Thomas Zerres: Bürgerliches Recht. Springer, 2005, ISBN 978-3-540-22687-1, S.&#160;4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑ BVerfGE 83, 24, 35
↑ BGH, Urteil vom 19. Dezember 1951, Az: 3 StR 575/51
↑ Bernd Kalsbach, Anwaltsblatt 1951, S. 110
↑ Klaus Ferdinand Gärditz: Strafprozeß und Prävention. Mohr Siebeck, 2003, ISBN 978-3-161-47965-6, S.&#160;67 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑ Peter Bringewat: Methodik der juristischen Fallbearbeitung. W. Kohlhammer Verlag, 2007, ISBN 978-3-170-19671-1, S.&#160;21 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
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