Unter Fachkompetenz, Sachkompetenz, Fachkenntnis, Fachkunde, Sachkunde, Fachwissen, Hardskill versteht man die Fähigkeit, berufs­typische Aufgaben und Sachverhalte den theoretischen Anforderungen gemäß selbständig und eigenverantwortlich zu bewältigen. Die hierzu erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse bestehen hauptsächlich aus Erfahrung, Verständnis fachspezifischer Fragen und Zusammenhängen sowie der Fähigkeit, diese Probleme technisch einwandfrei und zielgerecht zu lösen. Voraussetzung ist in der Regel eine entsprechende Ausbildung.
In den Curricula der Handwerk­ausbildungen wird unter dem Begriff Fachkunde die zugehörige Ausbildungsliteratur verstanden.[1]Inhaltsverzeichnis
1 Fachkunde und Sachkunde
2 Beispiele für Fachkompetenz
3 Feldkompetenz
4 Beispiele für Fachkompetenz in speziellen Sachbereichen
5 Literatur
6 EinzelnachweiseFachkunde und Sachkunde[Bearbeiten]
Die Fach- bzw. Sachkunde umfasst:das Fachwissen im eigentlichen SinneKenntnis der fachspezifischen Ausdrücke und Fachtermini (Fachsprache)
Kenntnis der fachspezifischen Methoden und Verfahren, Arbeitsmittel und Materialien und deren sachgemäße Verwendung.
Kenntnis der in einem Fach behandelten Themen und Sachverhalte (Sachkunde, Überblick über das ganze Fachgebiet)
Kenntnis der das Sachgebiet betreffenden Standards und des Rechts­rahmens
Kenntnis der vom Umgang mit der Sache ausgehenden Gefahren und Risiken, und die daraus resultierenden Vorsichts-, Schutzmaßnahmen und Vorkehrungen, und das Bewusstsein der Verantwortung und HaftungFachkompetenz heißt, die einschlägigen Fachkenntnisse und Fertigkeiten in sachbezogenen Fällen anzuwenden.
Im deutschen Recht wird unter Sachkunde der durch eine Kenntnisprüfung erbrachte Nachweis zu einem bestimmten Fachgebiet (nicht nur auf juristischem Gebiet) verstanden. Im Gegensatz dazu steht die Fachkunde, bei welcher nur das Wissen vorhanden sein muss. Dieses muss nicht in einer Prüfung nachgewiesen werden, siehe hierzu Experte#Rechtlicher Kontext: Fach- und Sachkundiger, Befähigte Person.
Beispiele für Fachkompetenz[Bearbeiten]Von technischen Zeichnern erwartet man die Fachkompetenz zum technischen Zeichnen.
Von Installateuren wird die Fachkenntnis zur Einrichtung sanitärer Anlagen erwartet.
Wirtschaftsingenieure müssen zur Ausübung ihres Berufes über interdisziplinäre Fachkompetenz verfügen.In der Personalwirtschaft versteht man unter der Fachkompetenz (auch Sachkompetenz) die Fähigkeit im Beruf Aufgaben und Sachverhalte – den theoretischen Anforderungen gemäß – selbständig und eigenverantwortlich zu bewältigen. Die hierzu erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse bestehen hauptsächlich aus Erfahrung (Routine), Verständnis fachspezifischer Fragestellungen und Zusammenhänge sowie die Fähigkeit, diese Probleme technisch einwandfrei und zielgerecht zu lösen.
Ein Nachweis dieser Fachkompetenz ist daher unerlässlich. Nachweise sind z. B. ein entsprechendes Diplomzeugnis oder erfolgreicher Abschluss zum Personalfachkaufmann/-frau.
Viele wissenschaftliche Fachgebiete setzen den Erwerb wissenschaftlicher Fachkenntnisse und den Nachweis einer entsprechenden Qualifikation voraus, aber nicht nur in der Wissenschaft ist Fachkompetenz eine zwingende Voraussetzung zur Ausübung des gewählten Berufs.
Der Fachkompetenz gegenüber steht die sogenannte Alltagskompetenz, die zur Bewältigung des normalen, täglichen Lebens – des Alltags – benötigt wird.
Wer im Alltag Brot backen kann (z. B. für sich selbst), besitzt nicht automatisch die Fachkompetenz eines gelernten Bäckers. Die von einem Fachmann einzuhaltenden Hygienebestimmungen beispielsweise oder Informationen zur Haltbarkeit von Backgut sind in der Regel nur demjenigen bekannt, der eine qualifizierte Ausbildung abgeschlossen hat.
Feldkompetenz[Bearbeiten]
Unter Feldkompetenz versteht man das fundierte Wissen auf einem bestimmten Gebiet oder Fach. Hierzu zählen neben dem erforderlichen fachlichen Grundlagenwissen auch weiterreichende Kenntnisse, die in diesem spezifischen Gebiet zum Einsatz kommen können.
Beispiele: Supervision bei der Ausbildung von bestimmten Berufen. Berater/Beraterin bei der Ausbildung.
Beispiele für Fachkompetenz in speziellen Sachbereichen[Bearbeiten]Handlungskompetenz
Soziale Kompetenz
Kernkompetenz
Methodenkompetenz
Personale Kompetenz oder Humankompetenz
MedienkompetenzInternet-Kompetenz
Informationskompetenz
Lese- und Schreibkompetenz
Inkompetenzkompensationskompetenz
Interkulturelle Kompetenz
Kompetenz und Performanz in der Sprachwissenschaft
Durchführungskompetenz, Leitungskompetenz
KompetenzkompetenzLiteratur[Bearbeiten]Edmund Kösel: Modellierung von Lernwelten, Band III: Die Entwicklung postmoderner Lernkulturen. Ein Plädoyer für einen Umbau der Schule, SD, Bahlingen 2007, ISBN 978-3-00-020794-5.
Christa Preissing, et al: Berliner Bildungsprogramm für die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen bis zu ihrem Schuleintritt, Netz, Berlin 2004, ISBN 3-937785-04-3.Einzelnachweise[Bearbeiten]↑ Stefanie Krapp: Culture matters! Turnshare, London 2004, ISBN 1-903343-41-0, S. 60.Normdaten (Sachbegriff): GND: 4195141-4 (AKS)
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Die Entziehung und Neuerteilung der Fahrerlaubnis bezeichnet den behördlichen Vorgang, die Fahrerlaubnis (Deutschland), Lenkberechtigung (Österreich), Fahrberechtigung (Schweiz), die zum Führen von Kraftfahrzeugen auf öffentlichem Verkehrsgrund berechtigt, zu entziehen und später neu zu erteilen. Mit der Entziehung der Fahrerlaubnis erlischt die Berechtigung zum Führen von Kraftfahrzeugen. Eine Neuerteilung muss beantragt werden und die zuständige Behörde prüft, ob die Erteilungsvoraussetzungen gegeben sind.
Während die Entziehung der Fahrerlaubnis ein behördliches Verfahren ist, erfolgt eine Führerscheinabnahme aufgrund sofortiger Maßnahmen bei schweren Vergehen oder fehlender Fahrtauglichkeit. Der Führerschein kann im zweiten Falle dann wieder abgeholt werden und ist bis zum Erhalt des Entziehungsbescheids gültig.
In Deutschland ist&#160;– neben dem befristeten Fahrverbot&#160;– die Entziehung der Fahrberechtigung endgültig und unterliegt sowohl dem Straf- als auch dem Verwaltungsrecht. In Österreich erfolgt eine Entziehung der Fahrerlaubnis auch aufgrund der Regeln im Vormerksystem („Punkteführerschein“).
Im Unterschied zum Fahren ohne Führerschein ist das Fahren ohne Fahrerlaubnis eine Verkehrsstraftat. Voraussetzung für die Wiedererteilung sind diverse Formen der Nachschulung und andere Maßnahmen zur Wiedererlangung der Fahreignung.Inhaltsverzeichnis
1 Europäisches Recht
2 Regelungen in Deutschland2.1 Entziehung der Fahrerlaubnis
2.2 Vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis
2.3 Rechtliche Maßnahmen2.3.1 Verwaltungsrecht
2.3.2 Strafrecht
2.3.3 Neuerteilung der Fahrerlaubnis2.3.3.1 Erneuerung der Fahrerlaubnis mit behinderungsgerecht umgerüstetem Kraftfahrzeug
2.3.3.2 Ausländische Fahrerlaubnis
2.3.3.3 Kurse nach §&#160;70 FeV
3 Regelungen in Österreich3.1 Abnahme des Führerscheines und Entzug der Lenkberechtigung
3.2 Vormerksystem3.2.1 Deliktkatalog
3.2.2 Sanktionskatalog, Löschung der Vormerkung
3.2.3 Besondere Maßnahmen bei Vormerkdelikten
3.3 Gründe für einen Entzug der Lenkberechtigung3.3.1 Delikte und Strafen
3.3.2 Gesundheitliche Gründe
4 Literatur
5 EinzelnachweiseEuropäisches Recht[Bearbeiten]
Die in Europa gültigen Regelungen zur Entziehung und Neuerteilung der Fahrerlaubnis finden sich in der 3. Führerscheinrichtlinie.[1]
Regelungen in Deutschland[Bearbeiten]
Entziehung der Fahrerlaubnis[Bearbeiten]
Die Entziehung einer Fahrerlaubnis ist in Deutschland nach dem Verwaltungs- bzw. Strafrecht geregelt. Sie ist mit weitreichenden Folgen für den betroffenen Bürger verbunden. Die behördlichen Einwirkungen (Bußgelder, Ermahnungen) sollen nach dem Maßnahmenkatalog des Fahrerlaubnisrechts frühzeitig auf die Betreffenden einwirken und Verhaltensänderungen auslösen. Dazu gehört auch das Fahreignungsseminar, das es im Rahmen des Punktesystems dem Betroffenen ermöglicht, den Entzug des Führerscheins abzuwenden.
Mit Ablauf der Sperrfrist entscheiden sich einige Betroffene in der Folge für den vermeintlich leichteren Weg des Führerscheinerwerbs im Ausland („Führerscheintourismus“). Am 26. April 2012 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass auch eine ab dem 19. Januar 2009 in einem anderen EU-Staat ausgestellte Fahrerlaubnis einer Person in Deutschland ohne weitere Formalitäten anerkannt werden muss, vorausgesetzt eine evtl. vorhandene Sperrfrist ist zum Zeitpunkt der Ausstellung abgelaufen und die Wohnsitzerfordernisse wurden eingehalten.[2]
Beratungen bei Führerscheinproblemen erfolgen ungeregelt und unterliegen keiner Qualitätskontrolle [3]. Qualifizierte Angebote von Fachpsychologen für Verkehrspsychologie und verkehrspsychologischen Beratern konkurrieren in Deutschland mit Dienstleistungen unterschiedlichster Berufsgruppen (Fahrlehrer, Sozialpädagogen, verkehrspädagogische Berater, Suchtberater, Juristen). Verbindliche Regelungen zu Qualifikationsvoraussetzungen, Verbraucherschutz und Zielen der Laufbahnberatung fehlen (etwa: Verkehrsbewährung als primäres Ziel der Beratung). Einige Anbieter konzentrieren sich darauf, dem Betroffenen das Bestehen der von der Fahrerlaubnisbehörde angeordneten Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) zu erleichtern, ohne dass ein Lernprozess eintritt. Die Qualitätssicherung der Beratung obliegt der Eigeninitiative der Berater.
Vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis[Bearbeiten]
Da von der Straftat bis zum Urteil viel Zeit vergehen kann, bietet §&#160;111a Abs.&#160;1 StPO die Möglichkeit die Fahrerlaubnis bereits im Ermittlungsverfahren vorläufig zu entziehen. Voraussetzung dafür ist, dass dringende Gründe für die Annahme vorhanden sind, dass die Fahrerlaubnis im späteren Urteil endgültig entzogen wird. Zuständig für die vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis ist der Ermittlungsrichter.
Rechtliche Maßnahmen[Bearbeiten]
Die Entziehung der Fahrerlaubnis isteine verwaltungsrechtliche Maßnahme der Fahrerlaubnisbehörde oder
eine strafrechtliche Maßregel der Besserung und Sicherung.Im Unterschied zu einem Fahrverbot, das lediglich ein ein- bis dreimonatiges Verbot Kraftfahrzeuge zu führen beinhaltet, führt die Entziehung zu einem zunächst endgültigen Zustand (§&#160;3 StVG). Auch nach Ablauf einer etwaigen Sperre (siehe unten) wird die Fahrerlaubnis nicht automatisch neu erteilt, sondern muss vom Betroffenen neu beantragt werden. Die Regelungen sollen die Sicherheit des Straßenverkehrs vor ungeeigneten und somit potentiell gefährlichen Teilnehmern schützen.
Wer trotz entzogener Fahrerlaubnis ein Kraftfahrzeug führt, begeht eine Straftat nach §&#160;21 Abs.&#160;1 StVG (Fahren ohne Fahrerlaubnis). Die Tat kann auch fahrlässig begangen werden (Abs.&#160;2 Nr.&#160;1). Ebenfalls macht sich der Fahrzeughalter strafbar, der zulässt, dass jemand ohne Fahrerlaubnis sein Fahrzeug führt (Abs.&#160;1 Nr.&#160;2).
Verwaltungsrecht[Bearbeiten]
Gemäß §&#160;3 Abs.&#160;1 Satz&#160;1 StVG muss die Fahrerlaubnisbehörde jedem die Fahrerlaubnis entziehen, der sich als ungeeignet oder nicht befähigt zum Führen von Kraftfahrzeugen erweist. Die Befähigung richtet sich nach §&#160;2 Abs.&#160;5 StVG. Die Ungeeignetheit ist gesetzlich nicht definiert (vgl. auch Fahreignung). Der Gesetzgeber formuliert in §&#160;2 Abs.&#160;4 StVG: „Geeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen ist, wer die notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen erfüllt und nicht erheblich oder nicht wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder gegen Strafgesetze verstoßen hat.“ Grundlage für die Annahme einer etwaigen Ungeeignetheit sind die körperlichen, geistigen und charakterlichen Eigenschaften des Betroffenen; der Begriff der „charakterlichen Eignung“ ist jedoch fachlich umstritten.Beispiele für Umstände, die zu einer Ungeeignetheit führen können.[4]körperliche Mängel
geistige Mängel
charakterliche Mängel
unausgleichbare Sehschwäche
organische Geisteskrankheiten
erhebliche/wiederholte Verstöße gegen Verkehrsvorschriften oder Strafgesetze
nicht kompensierbarer starker Altersabbau
schwere Nervenleiden
besonders starke emotionale Unausgeglichenheit
Ohnmachtsanfälle mit Wiederholungsgefahr
schwere Depressionen
dauernde affektive Gespanntheit
schwerer Diabetes mellitus
paranoide Schizophrenie
Trunkenheit im Verkehr (dazu unten)
Epilepsieanfälle mit sogenannten „großen Krampfanfällen“

Drogeneinfluss oder -abhängigkeit
Ein weiterer Grund für eine Entziehung der Fahrerlaubnis ist die Überschreitung der 8-Punkte-Marke im Fahreignungsregister (§&#160;4 Abs.&#160;5 Satz&#160;1 Nr.&#160;3 StVG).
Mit der Rechtskraft des Verwaltungsaktes der Fahrerlaubnisbehörde bzw. des Urteils eines Gerichts ist die Entziehung der Fahrerlaubnis wirksam, wenn nicht sogar die sofortige Vollziehung gemäß §&#160;80 Abs.&#160;2 Satz&#160;1 Nr.&#160;4 VwGO angeordnet ist. Der Führerschein ist sodann bei der Fahrerlaubnisbehörde abzuliefern bzw. bei einer betroffenen ausländischen Fahrerlaubnis zur Eintragung der Entscheidung vorzulegen (§&#160;3 Abs.&#160;2 Satz&#160;2 StVG). Dies kann gegebenenfalls durch zwangsweise Wegnahme oder Zwangsgeld bzw. -haft durchgesetzt werden. Solange gegen den Inhaber der Fahrerlaubnis ein Strafverfahren anhängig ist, in dem die Entziehung der Fahrerlaubnis nach §&#160;69 StGB (siehe unten) in Betracht kommt, darf die Fahrerlaubnisbehörde den Sachverhalt, der Gegenstand des Strafverfahrens ist, in einem Entziehungsverfahren nicht berücksichtigen (§&#160;3 Abs.&#160;3 StVG). Hinweise zur Einleitung eines Verfahrens erhält die Behörde von der Polizei, vom Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt, vom Prüfer bei der Fahrprüfung, von Justizbehörden oder anderen Ämtern, manchmal auch von privater Seite.
Wenn der Fahrerlaubnisbehörde Tatsachen bekannt werden, die Bedenken begründen, dass der Inhaber einer Fahrerlaubnis zum Führen eines Kraftfahrzeuges geeignet ist, so kann sie zur Vorbereitung einer Entscheidung über die Entziehung der Fahrerlaubnis gegenüber dem Betroffenen eine Begutachtungsanordnung verfügen. Die Anordnung muss jedoch verhältnismäßig sein, d. h. oftmals wird vor einer medizinisch-psychologischen Untersuchung zunächst nur die Anforderung eines ärztlichen Gutachtens gerechtfertigt sein. Weigert sich der Betroffene, sich untersuchen zu lassen, oder bringt er der Fahrerlaubnisbehörde das von ihr geforderte Gutachten nicht fristgerecht bei, darf sie bei ihrer Entscheidung auf die Nichteignung des Betroffenen schließen. Bei der Einnahme harter Drogen kann die Fahrerlaubnis sofort ohne Begutachtung entzogen werden. Bei der Einnahme von Cannabis ist zunächst nur die Anforderung eines fachärztlichen Gutachtens zur Aufklärung der Konsumgewohnheiten des Betroffenen gerechtfertigt. Wird dann regelmäßiger Konsum oder eine Abhängigkeit festgestellt, wird die Fahrerlaubnis sofort entzogen. Bei gelegentlichem Konsum wird in der Regel eine medizinisch-psychologische Begutachtung angeordnet.[5]
Die Beschlagnahmung des Führerscheins ist ein Verwaltungsakt, der mit dem Rechtsmittel des Widerspruchs und danach auf dem Verwaltungsrechtsweg angefochten werden kann.
Strafrecht[Bearbeiten]
Unter den Voraussetzungen des §&#160;69 StGB ist einem Straftäter vom Strafgericht die Fahrerlaubnis zu entziehen. Sie ist die am häufigsten verhängte Maßregel der Besserung und Sicherung. Voraussetzung ist die Verurteilung wegen einer rechtswidrigen Straftat bzw. die Nichtverurteilung aufgrund einer Schuldunfähigkeit, die im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges begangen wurde und die Nichteignung zum Führen von Kraftfahrzeugen, die sich aus der Tat ergeben muss. Die Ungeeignetheit muss feststehen; bei Zweifeln darf die Maßregel nicht verhängt werden. Ihre Definition entspricht im Wesentlichen der im Verwaltungsrecht, da auch die Entziehung der Fahrerlaubnis nach §&#160;69 StGB nach herrschender Ansicht allein präventiv die Verkehrssicherheit schützen soll.
Die Ungeeignetheit muss sich aus der Anlasstat ergeben, das heißt zwischen ihnen muss ein indizieller Zusammenhang bestehen. Hinsichtlich der&#160;– häufig betroffenen&#160;– charakterlichen Ungeeignetheit hat der Große Senat des Bundesgerichtshofs jüngst in seinem Beschluss[6] festgestellt:
§&#160;69 StGB bezweckt den Schutz der Sicherheit des Straßenverkehrs. Die strafgerichtliche Entziehung der Fahrerlaubnis wegen charakterlicher Ungeeignetheit bei Taten im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeugs (§&#160;69 Abs.&#160;1 Satz&#160;1 Variante&#160;2 StGB) setzt daher voraus, dass die Anlasstat tragfähige Rückschlüsse darauf zulässt, dass der Täter bereit ist, die Sicherheit des Straßenverkehrs seinen eigenen kriminellen Interessen unterzuordnen.
In Fachkreisen und der Öffentlichkeit wurde darüber hinaus diskutiert, ob ein Führerscheinentzug auch bei Straftaten verhängt werden können, die keinen Bezug zum Straßenverkehr haben, da dies häufig als wirksamer als andere Strafandrohungen gesehen wird. Derartige Ansätze konnten sich bisher jedoch nicht durchsetzen.[7]
Bei verkehrsspezifischen Taten liegt eine Nichteignung vielfach nahe. In §&#160;69 Abs.&#160;2 StGB bestimmt das Gesetz daher vier rechtswidrige Taten, bei denen in der Regel von der Ungeeignetheit des Betroffenen auszugehen ist. Die Entziehung der Fahrerlaubnis nach §&#160;69 StGB kann in bei diesen Taten nur in Ausnahmefällen unterbleiben, die positiv im Urteil festzustellen sind. Bei den betroffenen Taten handelt es sich umGefährdung des Straßenverkehrs (§&#160;315c StGB),
Trunkenheit im Verkehr (§&#160;316 StGB),
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (§&#160;142 StGB), falls „bei dem Unfall ein Mensch getötet oder nicht unerheblich verletzt worden oder an fremden Sachen bedeutender Schaden entstanden ist“
Vollrausch (§&#160;323a StGB), wenn die Rauschtat eine der vorigen Straftaten ist.Wenn das Gericht die Fahrerlaubnis nach §&#160;69 StGB entzogen hat, muss es zugleich eine Sperre von sechs Monaten bis fünf Jahre bestimmen, während der dem Betroffenen keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden darf (§&#160;69a Abs.&#160;1 Satz&#160;1 StGB). In Extremfällen kann eine lebenslange Sperre angeordnet werden (Satz&#160;2). Wenn der Betroffene keine Fahrerlaubnis hat, die man ihm entziehen könnte, wird eine isolierte Sperre angeordnet (Satz&#160;3).
Zur Vermeidung unbilliger Härten können gem. §&#160;69a Abs.&#160;2 StGB bestimmte Arten von Kraftfahrzeugen ausgenommen werden. Gemeint sind einzelne Fahrerlaubnisklassen, aber auch Fahrzeuge mit einem bestimmten objektiv-konstruktiven Verwendungszweck (zum Beispiel Feuerlöschfahrzeuge oder Straßenwachtfahrzeuge des ADAC). Diese Ausnahme kommt insbesondere in Betracht wenn der Betroffene sonst in existentielle Nöte geraten würde.
Die Sperre beginnt mit der Rechtskraft des Urteils (§&#160;69a Abs.&#160;5 StGB). Sie kann gemäß Abs.&#160;7 auf richterlichen Beschluss vorzeitig aufgehoben werden, wenn der Betroffene nachweisen kann, dass er wieder geeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen ist (zum Beispiel durch Teilnahme an einer Nachschulungsmaßnahme).
Neuerteilung der Fahrerlaubnis[Bearbeiten]
Wenn die Fahrerlaubnis durch das Strafgericht oder durch die Fahrerlaubnisbehörde nach dem Punktsystem entzogen worden ist, muss zunächst der Ablauf der gerichtlichen oder gesetzlichen Sperrfrist abgewartet werden. Die Ablegung einer Fahrerlaubnisprüfung ist seit dem 16. Januar 2009[8] nur noch in Fällen erforderlich, in denen Tatsachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, dass der Bewerber die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten nicht mehr besitzt, §&#160;20 Abs. 2 FeV. Daher kann in Fällen, in denen für die Neuerteilung eine MPU notwendig wäre, nach dem Ablauf der Tilgungsfrist (§&#160;29 StVG) und einem korrekt gestellten Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis, die Fahrerlaubnis ohne medizinisch-psychologisches Gutachten und unter Umständen ohne das erneute Ablegen einer Fahrerlaubnisprüfung neu erteilt werden. Die gerichtlich angeordnete Sperrfrist kann verkürzt werden. Wenn seit dem Entzug oder der Versagung der Fahrerlaubnis oder einer nicht bestandenen MPU, weniger als 15 Jahre vergangen sind, wird die Fahrerlaubnisbehörde vor der Neuerteilung der Fahrerlaubnis die Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens anordnen.[9]
Erneuerung der Fahrerlaubnis mit behinderungsgerecht umgerüstetem Kraftfahrzeug[Bearbeiten]
→ Hauptartikel: Fahrerlaubnis mit umgerüstetem Kraftfahrzeug
Für den Fall dass ein Führerscheinbesitzer nach Krankheit oder Unfall mit verbleibender körperlicher Beeinträchtigung besondere Umbauten am Fahrzeug benötigt, ist eine Meldung bei der Fahrerlaubnisstelle mit anschließender Prüfung und Eintrag der Fahrzeuganpassungen in den Führerschein empfehlenswert. Damit wird die Befähigung zum Fahrzeugführen und die nach §&#160;2 FeV geforderte ausreichenden Vorsorge amtlich belegt.
Ausländische Fahrerlaubnis[Bearbeiten]
Wenn der Betroffene lediglich eine ausländische Fahrerlaubnis besitzt, die ihm erlaubt Kraftfahrzeuge in Deutschland zu führen, ohne dass ihm von einer deutschen Behörde eine Fahrerlaubnis erteilt worden ist, kann diese nicht entzogen werden. In diesem Fall hat die Entziehung der Fahrerlaubnis gemäß §&#160;69b Abs.&#160;1 StGB zur Folge, dass der Betroffene das Recht von der Fahrerlaubnis im Inland Gebrauch zu machen verliert (sogenannte Nutzungsuntersagung). Führerscheine der in Abs.&#160;2 genannten Institutionen werden eingezogen und an die ausstellende Stelle zurückgesandt; in alle übrigen Führerscheine wird die Entziehung der Fahrerlaubnis und die Sperre eingetragen. (vgl. auch Führerscheintourismus).
Kurse nach §&#160;70 FeV[Bearbeiten]
Die Fahreignung kann durch die Teilnahme an einem Kurs nach §&#160;70 FeV wieder hergestellt werden. Um Zugang zu einem Kurs gem. §&#160;70 FeV zu erlangen ist es jedoch erforderlich, dass die Gutachter bei der medizinisch-psychologischen Untersuchung diesen Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung empfohlen haben und die Fahrerlaubnisbehörde dieser Empfehlung zustimmt. Die Fahrerlaubnis wird nach Vorlage der Kursbescheinigung bei der Fahrerlaubnisbehörde ohne erneute Prüfung wieder erteilt.
Regelungen in Österreich[Bearbeiten]
Abnahme des Führerscheines und Entzug der Lenkberechtigung[Bearbeiten]
In den unten angeführten Fällen kann von der Polizei der Führerschein als Sicherungsmaßnahme sofort abgenommen werden. Darüber hinaus kann von der Behörde nach Durchführung eines formalen Verfahrens bei besonders schweren, im Gesetz aufgezählten Übertretungen von Verkehrsvorschriften oder auch aus gesundheitlichen Gründen die Lenkberechtigung entzogen werden. Damit verliert automatisch auch ein eventuell noch vorhandener Führerschein seine Gültigkeit.
Vormerksystem[Bearbeiten]
Deliktkatalog[Bearbeiten]
Nach jahrelangen Diskussionen über den Entzug der Lenkberechtigung von Lenkern, die in kurzer Zeit mehrfach schwere Delikte im Straßenverkehr begehen, wurde mit 1.&#160;Juli 2005 ein „Vormerksystem“ eingeführt. Ziel dieses Systems ist es, die Verkehrssicherheit zu steigern, insbesondere die Zahl der Verkehrsopfer zu reduzieren.Alkoholisiertes Lenken oder Inbetriebnehmen von Kraftfahrzeugen ab 0,5&#160;‰ und unter 0,8&#160;‰ Blutalkoholgehalt.
Alkoholisiertes Lenken oder Inbetriebnehmen von Kraftfahrzeugen der Klasse C (mit mehr als 7,5&#160;t höchster zulässiger Gesamtmasse) über 0,1&#160;‰ und unter 0,5&#160;‰ Blutalkoholgehalt.
Alkoholisiertes Lenken oder Inbetriebnehmen von Kraftfahrzeugen der Klasse D über 0,1&#160;‰ und unter 0,5&#160;‰ Blutalkoholgehalt
das Gefährden von Fußgängern, die geregelte oder ungeregelte Schutzwege ordnungsgemäß benützen.
Nichteinhaltung des Sicherheitsabstandes beim Hintereinander fahren in folgender Form: zeitlicher Sicherheitsabstand von 0,2 Sekunden oder mehr, aber weniger als 0,4 Sekunden, wenn dieser Abstand mit einem technischen Messgerät festgestellt wurde.
Verursachen eines Verkehrsunfalls durch Begehen einer Vorrangverletzung, wenn dabei ein Stoppschild missachtet wurde und dadurch die Lenker anderer Fahrzeuge zum unvermittelten Bremsen oder Ablenken gezwungen wurden.
beim Überfahren einer roten Lichtzeichenanlage, wenn dadurch die Lenker anderer Fahrzeuge, denen grünes Licht gezeigt wird, zum unvermittelten Bremsen oder Ausweichen gezwungen wurden.
Befahren des Pannenstreifens mit mehrspurigen Kraftfahrzeugen auf Autobahnen, wenn Einsatzfahrzeuge, Fahrzeuge des Straßendienstes, der Straßenaufsicht oder des Pannendienstes behindert werden.
Missachtung eines durch Verkehrszeichen kundgemachten Fahrverbotes für Kraftfahrzeuge mit gefährlichen Gütern in Tunnels.
Missachtung der Beförderungsvorschriften für Gefahrgut in Autobahntunnels (so genannte „Tunnelverordnung“).
Wenn bei Eisenbahnkreuzungen ein Übersetzen der Eisenbahnkreuzung versucht wird, obwohl nach Lage des Straßenverkehrs (zum Beispiel einer Verkehrsstockung) ein Anhalten auf der Eisenbahnkreuzung erforderlich werden könnte; oder durch geschlossene Schranken abgegrenzte Räume befahren werden oder bei Eisenbahnkreuzungen, die durch Lichtzeichenanlagen gesichert sind, das gelbe oder rote Licht oder akustische Zeichen nicht beachtet werden.
das Fahren mit einem Fahrzeug, dessen technischer Zustand oder nicht entsprechend gesicherte Ladung eine Gefährdung der Verkehrssicherheit darstellt, wenn der Mangel dem Lenker vor Fahrtantritt hätte auffallen müssen.
Übertretungen der Bestimmungen über die gesicherte Beförderung von Kindern unter 14 Jahren bzw. einer Körpergröße unter 150&#160;cm bei Kraftwagen und Motordreirädern (genauer Wortlaut: siehe §§&#160;106&#160;1a und 1b KFG 1967).Sanktionskatalog, Löschung der Vormerkung[Bearbeiten]Wird eines der 13 Delikte gesetzt, dann erfolgt&#160;– unabhängig von den dafür vorgesehenen Geldstrafen&#160;– eine Vormerkung im zentralen Führerscheinregister. Werden zwei oder mehrere Delikte gleichzeitig gesetzt (Beispiel: Alkoholisiertes Fahren und gleichzeitig nicht gesicherte Beförderung eines Kindes), wird sofort eine Maßnahme angeordnet. Der Führerscheinentzug erfolgt allerdings erst nach einer weiteren Übertretung.
Wird innerhalb von zwei Jahren ein zweites Delikt aus dem Katalog gesetzt, erfolgt die Anordnung einer „besonderen Maßnahme“ durch die Behörde.
Wird innerhalb von zwei Jahren ein drittes Delikt aus dem Katalog gesetzt, dann wird die Lenkberechtigung für mindestens drei Monate entzogen. Dabei werden alle Vormerkungen aus dem Führerscheinregister entfernt. Jede Vormerkung wirkt zwei Jahre ab Übertretung und wird danach automatisch aus dem zentralen Führerscheinregister gelöscht.Besondere Maßnahmen bei Vormerkdelikten[Bearbeiten]
Je nach Delikt können folgende „besondere Maßnahmen“ von der Behörde angeordnet werden:Nachschulung durch Psychologen (insgesamt sechs Stunden dauerndes Gruppengespräch)
Perfektionsfahrt in einer Fahrschule (mindestens zwei Fahrstunden)
Fahrsicherheitstraining in einem Fahrtechnikzentrum (Dauer: ein Tag)
Teilnahme an einem Kurs über Ladungssicherung (Dauer: ein Tag)Gründe für einen Entzug der Lenkberechtigung[Bearbeiten]
Delikte und Strafen[Bearbeiten]Alkoholisiertes Lenken oder Inbetriebnehmen von Kraftfahrzeugen von 0,50&#160;‰ bis 0,79&#160;‰ Blutalkoholgehalt oder 0,25&#160;mg/l bis 0,39&#160;mg/l Atemalkoholgehalt (kein Entzug beim ersten Mal; Strafe: 218&#160;€ bis 3633&#160;€)
Alkoholisiertes Lenken oder Inbetriebnehmen von Kraftfahrzeugen von 0,80&#160;‰ bis 1,19&#160;‰ Blutalkoholgehalt oder 0,40&#160;mg/l bis 0,59&#160;mg/l Atemalkoholgehalt (Entzugsdauer: mindestens ein Monat; Strafe: 800&#160;€ bis 3700&#160;€)
Alkoholisiertes Lenken oder Inbetriebnehmen von Kraftfahrzeugen von 1,20&#160;‰ bis 1,59&#160;‰ Blutalkoholgehalt oder 0,60&#160;mg/l bis 0,79&#160;mg/l Atemalkoholgehalt (Entzugsdauer: mindestens vier Monate; Anordnung einer Nachschulung; Strafe: 1200&#160;€ bis 4400&#160;€)
Alkoholisiertes Lenken oder Inbetriebnehmen von Kraftfahrzeugen von mehr als 1,60&#160;‰ oder 0,80&#160;mg/l Atemalkoholgehalt (Entzugsdauer: mindestens sechs Monate; Anordnung einer Nachschulung; amtsärztliche Untersuchung und verkehrspsychologisches Gutachten für die Wiedererteilung; Strafe: 1600&#160;€ bis 5900&#160;€)
Verweigerung der Untersuchung der Atemluft auf Alkoholgehalt, Blutabnahme oder Vorführung zur klinischen Untersuchung (Entzugsdauer: mindestens sechs Monate; Anordnung einer Nachschulung; amtsärztliche Untersuchung und verkehrspsychologisches Gutachten für die Wiedererteilung; Strafe: 1600&#160;€ bis 5900&#160;€)
Überschreitung der höchsten zulässigen Fahrgeschwindigkeit um mehr als 40&#160;km/h im Ortsgebiet oder um mehr als 50&#160;km/h außerhalb des Ortsgebietes (Entzugsdauer: zwei Wochen; Strafe: bis 2180&#160;€)
Überschreitung einer Geschwindigkeit von 180&#160;km/h (Entzugsdauer: mindestens drei Monate; Strafe: bis 2180&#160;€)
Fahren gegen die Fahrtrichtung, Umkehren, Rückwärtsfahren oder Halten oder Parken auf dem Fahrstreifen einer Autobahn (Entzugsdauer beim Fahren gegen die Fahrtrichtung: mindestens drei Monate; Strafe: 36&#160;€ bis 2180&#160;€)
Lenken eines Kraftfahrzeuges in der Art, das besonders gefährliche Verhältnisse oder eine besondere Rücksichtslosigkeit gegeben sind (Entzugsdauer: mindestens drei Monate; Strafe: 36&#160;€ bis 2180&#160;€)
Fahrerflucht oder unterlassene Hilfeleistung nach einem selbst verursachten Unfall mit Personenschaden (Entzugsdauer: mindestens drei Monate; Strafe: 36&#160;€ bis 2180&#160;€)
Wiederholtes Begehen eines Alkoholdeliktes (konkret: Alkoholisiertes Lenken oder Inbetriebnehmen von Kraftfahrzeugen mit 0,5&#160;‰ bis 0,79&#160;‰ oder 0,25&#160;mg/l bis 0,39&#160;mg/l Atemalkoholgehalt) innerhalb eines Zeitraumes von zwölf Monaten (Entzugsdauer: mindestens drei Wochen (zweites Delikt) mindestens vier Wochen (drittes Delikt); Strafe: 218&#160;€ bis 3633&#160;€) und in der Regel eine Anordnung, ein medizin/psychologischen Gutachten vorzulegen!Darüber hinaus kann die Begehung von konkret genannten Straftaten den Entzug der Lenkberechtigung auslösen.[10]
Gesundheitliche Gründe[Bearbeiten]
Die Behörde hat die Lenkberechtigung zu entziehen, wenn jemand auf Grund schwerer Erkrankungen ein Kraftfahrzeug nicht mehr sicher lenken kann oder Bewusstseinsstörungen zu befürchten sind, oder an schweren psychischen Erkrankungen oder Alkoholabhängigkeit oder anderen, für das Lenken von Kraftfahrzeugen gefährlichen Abhängigkeiten oder an Augenkrankheiten leidet.
Literatur[Bearbeiten]Peter Hentschel und Carsten Krumm: Fahrerlaubnis und Alkohol im Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht. Nomos, 5. Aufl. (stark überarbeitet) November 2009, ISBN 978-3-8329-4477-3.
Carsten Krumm: Führerschein weg – was nun? Strafverfahren, Bußgeldverfahren, Entzug der Fahrerlaubnis, Fahrverbot, Wiedererteilung. Beck im dtv, 2. Auflage 2010, ISBN 978-3-423-50698-4.Einzelnachweise[Bearbeiten]↑ Dritte europäische Führerscheinrichtlinie in 20 Sprachen
↑ siehe hierzu Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 26. April 2012, Az C‑419/10
↑ [1]Mangelnde Qualitätssicherung der MPU-Beratung
↑ Führerschein. Abgerufen am 26.&#160;August 2015.&#160;
↑ und fahrerlaubnisentziehung/ Begutachtungsanordnung bei Eignungszweifeln
↑ BGH, Beschluss vom 27. April 2005 (PDF; 57&#160;kB), Az. GSSt 2/04, Volltext.
↑ vgl. Pießkalla, Leitgeb, Fahrerlaubnisentziehung nach §&#160;69 Abs.&#160;1 Satz&#160;1 2. Alt. StGB auch bei „nicht verkehrsspezifischen“ Straftaten?, in: NZV 2006, 185&#160;ff.
↑ Zweite Verordnung zur Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung vom 7. Januar 2009 (BGBl. I S. 27)
↑ der fahrerlaubnis/ Nach Fahrerlaubnisentzug ist MPU Voraussetzung für Neuerteilung
↑ Gesetzliche Grundlagen: §&#160;99Vorlage:§/Wartung/RIS-Suche StVO; §&#160;26Vorlage:§/Wartung/RIS-Suche und §&#160;37aVorlage:§/Wartung/RIS-Suche FSG; ÖAMTC
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Dieser Artikel behandelt den deutschen Staat, im engeren Sinn die Bundesrepublik Deutschland; zu weiteren Bedeutungen siehe Deutschland (Begriffsklärung).
Bundesrepublik DeutschlandFlagge
WappenAmtssprache
Deutsch;[1] zudem die anerkannten Minderheitensprachen, teilweise nur regional
Hauptstadt
Berlin
Regierungssitz
de jure: Berlin
de facto: Berlin und Bonn
Staatsform
parlamentarische Bundesrepublik
Regierungssystem
parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt
Bundespräsident
Joachim Gauck
Regierungschef
Bundeskanzlerin
Angela Merkel
Fläche
357.340,08 (61.)[2] km²
Einwohnerzahl
81.292.428 (31. März 2015)[3]
Bevölkerungsdichte
227 (37.)[4] Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung
▲ +0,5&#160;% (Dez. 2013–Dez. 2014)[5] pro Jahr
BruttoinlandsproduktTotal (nominal)
Total (KKP)
BIP/Einw. (nominal)
BIP/Einw. (KKP)
2013[6]3.636&#160;Mrd.&#160;USD (4.)
3.513&#160;Mrd.&#160;USD (5.)
44.999&#160;USD (18.)
43.475&#160;USD (15.)
Human Development Index
▲ 0,911 (6.) (2014)[7]
Währung
Euro (EUR)
Gründung
1.&#160;Januar 1871: Deutsches Reich (völkerrechtl. 1.&#160;Juli 1867: Norddeutscher Bund)
23.&#160;Mai 1949: Bundesrepublik Deutschland (Grundgesetz)[8]
Siehe Abschnitt „Staatsgründung“.Nationalhymne
Das Lied der Deutschen (dritte Strophe)
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Du kannst den Clip herunterladen oder eine Abspielsoftware herunterladen, um den Clip im Browser abspielen zu können.Nationalfeiertag
3.&#160;Oktober (Tag der Deutschen Einheit)
Zeitzone
UTC+1, MEZ
UTC+2, MESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen
D
ISO 3166
DE, DEU, 276
Internet-TLD
.de
Telefonvorwahl
+49Deutschland?/i (Vollform: Bundesrepublik Deutschland) ist ein föderal verfasster Staat in Mitteleuropa, der aus den 16 deutschen Ländern gebildet wird. Die Bundesrepublik ist ein freiheitlich-demokratischer und sozialer Rechtsstaat[9] und stellt die jüngste Ausprägung des deutschen Nationalstaates dar.[10] Bundeshauptstadt sowie bevölkerungsreichste deutsche Stadt ist Berlin.
An Deutschland grenzen neun Staaten und naturräumlich im Norden die Gewässer der Nord- und Ostsee, im Süden das Bergland der Alpen. Es liegt in der gemäßigten Klimazone. Mit mehr als 81&#160;Millionen Einwohnern zählt es zu den dicht besiedelten Flächenstaaten und gilt international als das Land mit der dritthöchsten Zahl von Einwanderern.[3][11]
Der Gründung der Bundesrepublik als westdeutschem Teilstaat folgte die Gründung der sozialistischen DDR am 7. Oktober 1949 als ostdeutscher Teilstaat.[12] Seit der Wiedervereinigung beider Landesteile am 3.&#160;Oktober 1990 wird der Tag der Deutschen Einheit begangen. Deutschland ist Gründungsmitglied der Europäischen Union sowie deren bevölkerungsreichstes Land und bildet mit 18 anderen EU-Mitgliedstaaten eine Währungsunion, die Eurozone. Es ist Mitglied der UN, der OECD, der NATO, der G7 und der G20. Die Bundesrepublik gilt als politisch einflussreicher Staat Europas und ist ein gesuchtes Partnerland auf globaler Ebene.[13]
Die Wirtschaft Deutschlands wurde durch das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft geprägt. Gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt ist Deutschland die größte Volkswirtschaft Europas und die viertgrößte der Welt.[6] Im Jahr 2014 war es die drittgrößte Export- und Import­nation.[14] Der Index für menschliche Entwicklung zählt Deutschland zu den sehr hoch entwickelten Ländern.[15] Seine Kultur hat über Jahrtausende vielschichtige und weltbekannte Ausdrucksformen hervorgebracht, etwa in der Kunst und Architektur, der Musik, der Philosophie, der Filmkultur, der Küche, im Sport, in der Wissenschaft und der Gründerkultur. Das UNESCO-Welterbe in Deutschland ist umfänglich, ebenso die Anzahl an geschützten National- und Naturparks.Inhaltsverzeichnis
1 Begriffsgeschichte1.1 Deutsch
1.2 Deutschland
2 Physische Geographie2.1 Geologie
2.2 Relief
2.3 Klima
2.4 Gewässer
2.5 Inseln
2.6 Flora
2.7 Fauna
3 Humangeographie3.1 Liste der Länder
3.2 Gemeinden
3.3 Ballungsgebiete
4 Bevölkerung4.1 Demografie
4.2 Einwanderung
4.3 Sprachen und Dialekte
4.4 Religionen
5 Geschichte5.1 Kurzüberblick
5.2 Urgeschichte, frühe Stämme und Römerzeit
5.3 Völkerwanderung und Frühmittelalter (375–962)
5.4 Vom Ostfrankenreich zum Heiligen Römischen Reich (962–1806)
5.5 Rheinbund, Deutscher Bund, Norddeutscher Bund (1806–1871)
5.6 Deutsches Kaiserreich (1871–1918)
5.7 Weimarer Republik (1919–1933)
5.8 Nationalsozialistische Diktatur (1933–1945)
5.9 Alliierte Besatzung (1945–1949)
5.10 Bundesrepublik Deutschland und DDR (1949–1990)
5.11 Berliner Republik (seit 1990)
6 Politik6.1 Staatsgründung
6.2 Politisches System
6.3 Staatshaushalt
6.4 Staatsgebiet
6.5 Parteienlandschaft
6.6 Außen- und Sicherheitspolitik
6.7 Militär
6.8 Polizei und Nachrichtendienste
7 Recht7.1 Geschichte
7.2 Rechtswesen
8 Wirtschaft8.1 Grundlagen
8.2 Wirtschaftsentwicklung
8.3 Unternehmen
8.4 Informationstechnik und Telekommunikation
8.5 Energie
8.6 Tourismus
9 Verkehr9.1 Straßenverkehr
9.2 Schienenverkehr
9.3 Nahverkehr
9.4 Luftverkehr
9.5 Seeverkehr
10 Kultur10.1 Literatur und Philosophie
10.2 Musik
10.3 Film
10.4 Bildende Kunst
10.5 Architektur
10.6 Kultur- und Baudenkmäler
10.7 Museen
10.8 Feiern und Feste
10.9 Küche
10.10 Mode
11 Gesellschaft11.1 Soziales
11.2 Gesundheit
11.3 Bildung
11.4 Wissenschaft
11.5 Medien
11.6 Sport
12 Siehe auch
13 Gesprochene Version
14 Literatur
15 Weblinks
16 AnmerkungenBegriffsgeschichte
Deutsch
→ Hauptartikel: deutsch (Etymologie)
Im Sachsenspiegel von 1369 steht (auf Mittelniederdeutsch): „Iewelk düdesch lant hevet sinen palenzgreven“ („jegliches deutsche Land hat seinen Pfalzgrafen“)
Die etymologischen Vorformen von „deutsch“ bedeuteten ursprünglich „zum Volk gehörig“, wobei das Adjektiv zunächst die Dialekte des kontinental-westgermanischen Dialektkontinuums bezeichnete.[16] Die Bezeichnung Deutschland wird seit dem 15.&#160;Jahrhundert verwendet, ist in einzelnen Schriftstücken aber schon früher bezeugt.[17] Davor sind nur Wortfügungen des Attributs deutsch mit Land belegt, beispielsweise in der unbestimmten Singularform ein deutsches Land oder der bestimmten Pluralform die deutschen Länder, nicht aber in der bestimmten Singularform das deutsche Land. Gemeint waren vielmehr Länder mit einer Führungsschicht, die sich auf den politischen Herrschaftsanspruch bezog, der durch das (Ost-)Fränkische, später Heilige Römische Reich, als begründet angesehen worden war. In einem Buch von 1487 ist u.&#160;a. von „in teutschen landen lassen machen“ zu lesen.[18]
Die Begriffe wurden als Synonym vor allem für (vor-)staatliche Gebilde verwendet, die in wesentlichen Bereichen des deutschen Sprach- und/oder Herrschaftsgebiets entstanden waren. Das Heilige Römische Reich (lateinisch&#160;Sacrum Imperium Romanum, in der historischen Forschung auch Altes Reich) hatte sich im 10.&#160;Jahrhundert aus dem Ostteil des Fränkischen Reiches entwickelt. Das Reich wurde ursprünglich nur als Imperium bezeichnet. Es kamen bis zum Ende des Mittelalters mehrere Namenszusätze hinzu: „Heilig“ (seit Mitte des 12. Jahrhunderts), „Römisch“ (seit Mitte des 13. Jahrhunderts) und (seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert) „Deutscher Nation“ (Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation). Nach der Niederlegung der Reichskrone 1806 dominierten das Kaisertum Österreich, das Königreich Preußen und der Rheinbund das staatliche Geschehen im Vorstellungsraum Deutschlands; nach 1815 folgte als die deutsche Nationalität sichernder Staatenbund der Deutsche Bund unter der Führung Österreichs. Die Konkurrenz mit Preußen um die Vorherrschaft in Deutschland spitzte sich zum deutschen Dualismus zu. Mit dem Deutschen Krieg und der Schlacht bei Königgrätz entschied Preußen ihn 1866 zu seinen Gunsten.
Mit den von Preußen initiierten Staatsformen, die unter dessen Vormachtstellung verfassungsgeschichtlich an die überkommene und den politischen Handlungsträgern vertraute Rechtslage des Deutschen Bundes anknüpften,[19] wurden in zwei Schritten seit 1867 große Teile des deutschen Sprachraums in einem Staat vereinigt. Umfasste der Norddeutsche Bund lediglich die Staaten nördlich der Mainlinie, wurde der Ausdruck Deutschland durch die Reichseinigung und Proklamation des Deutschen Reiches 1871 mit demselben identisch.
Deutschland
Die Reichskrone des Heiligen Römischen Reiches (Sacrum Romanum Imperium). Das Herrschaftsgebiet erhält im späten 15.&#160;Jahrhundert den Zusatz Deutscher Nation (Nationis Germanicæ).
Im Verlauf der Novemberrevolution 1918 am Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Abdankung der deutschen Bundesfürsten erzwungen. Nach dem Ende der Monarchie wurde diskutiert, mit der Staatsbezeichnung „Deutsche Republik“ oder „Republik Deutschland“ die ausgerufene Staatsform zu unterstreichen, doch auch die sogenannte Weimarer Republik behielt die offizielle Bezeichnung Deutsches Reich bei.
Die nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie entstandene Republik Deutschösterreich strebte 1919 einen Zusammenschluss mit dem Deutschen Reich an, der jedoch wegen des von den Siegermächten verhängten Anschlussverbotes nicht realisiert werden konnte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten die Hauptsiegermächte den Begriff Deutschland ausschließlich für das von ihnen besetzte Deutsche Reich (ohne Österreich). 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland durch die USA und Großbritannien sowie die Deutsche Demokratische Republik (DDR) durch Einwirken der UdSSR initiiert. Da eine Fortführung des Staatsnamens Deutsches Reich im Parlamentarischen Rat wegen seines „aggressiven Akzents“ abgelehnt wurde, fand stattdessen „Deutschland“ in der Bezeichnung der damals konstituierten Bundesrepublik erstmals namentliche Verwendung;[20] damit sollten die „emotionale Integrationskraft des Namens und sein staatsrechtlicher Gehalt“ aus Kontinuität und der Identität der Bundesrepublik bezeugt werden.[21] Die DDR nutzte das Wort „Deutschland“ zwar nicht direkt im Staatsnamen, jedoch wurde es ausdrücklich als synonymer Begriff für DDR im Artikel&#160;1 der Verfassung von 1949 gebraucht. Später verwendete die DDR fast nur noch das Attribut deutsch beziehungsweise den Namenszusatz „… der DDR“ für staatliche Hoheitsbezeichnungen. Mit der Deutschen Einheit 1990 wurde die deutsche Frage gelöst.[22]
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich einige Gebiete unabhängig vom deutschen Machtbereich weiter und lösten sich aus dem Heiligen Römischen Reich heraus. Unter anderem waren dies aufgrund des Westfälischen Friedens 1648 die Niederlande, deren Sprachvarietäten sich u.&#160;a. durch den Buchdruck vom Deutschen getrennt hatten (vgl. Niederländisch (Name)), die Eidgenossenschaft sowie das Elsass und (Nordost-)Lothringen (französisch Moselle). Nach dem Ende des Deutschen Bundes 1866 traten dann Luxemburg, das Herzogtum Limburg, Liechtenstein und Österreich (zuletzt 1945) heraus. Die Gründung des Deutschen Kaiserreichs erfolgte unter Aneignung Elsass-Lothringens, während die Niederlagen in beiden Weltkriegen Gebietsverluste zur Folge hatten. Nach 1919 musste Deutschland neben dem Elsass und Lothringen kleinere Gebiete an Dänemark, Belgien, die Tschechoslowakei und Litauen sowie vor allem die Provinzen Posen und Westpreußen an die neu gegründete Zweite Polnische Republik abtreten. Die restlichen Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie, namentlich Schlesien, Neumark, Hinterpommern und Ostpreußen, kamen ab 1945 unter sowjetische und größtenteils polnische Verwaltung. Sie wurden in deren Staatsgebiete integriert, nachdem damit begonnen worden war, die deutsche Bevölkerung zu vertreiben. 1990 wurde der Anspruch auf die vormaligen deutschen Ostgebiete im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands auch formell mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag aufgegeben.
Trotz der Kontinuität des Begriffes Deutschland vom 15.&#160;Jahrhundert bis in die Gegenwart sowie völkerrechtlicher[23] Identität und staatsrechtlicher Kontinuität seit dem 19.&#160;Jahrhundert bestand de facto bis 1990 keine durchgehende lineare politisch-historische Entwicklung.
Physische Geographie
→ Hauptartikel: Geographie Deutschlands
Topografische
Karte
Lage Deutschlands
in Europa
Die naturräumlichen Großregionen sind von Nord nach Süd Norddeutsches Tiefland, Mittelgebirgszone und Alpenvorland mit Alpen.
Deutschland hat insgesamt neun Nachbarstaaten: Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (auf einer Länge von 67&#160;Kilometern), im Nordosten an Polen (442&#160;Kilometer), im Osten an Tschechien (811&#160;Kilometer), im Südosten an Österreich (815&#160;Kilometer; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316&#160;Kilometer; mit Grenze der Exklave Büsingen am Hochrhein, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448&#160;Kilometer), im Westen an Luxemburg (135&#160;Kilometer) und Belgien (156&#160;Kilometer) und im Nordwesten an die Niederlande (567&#160;Kilometer). Die Grenzlänge beträgt insgesamt 3757&#160;Kilometer (ohne Grenze im Bodensee, siehe Kondominium). Damit ist Deutschland das Land mit den meisten europäischen Nachbarstaaten.
Der nördlichste terrestrische Punkt Deutschlands befindet sich auf der Insel Sylt nördlich von List am Ellenbogen. Als nördlichster Festlandspunkt wird einerseits die Spitze der Halbinsel Holnis in der Flensburger Förde, andererseits die Gemeinde Rodenäs im Kreis Nordfriesland gesehen. Den südlichsten Punkt Deutschlands bildet das Haldenwanger Eck südlich von Oberstdorf. Vom Ellenbogen bis zum Haldenwanger Eck sind es etwa 886 Kilometer Luftlinie. Der westlichste Ort Deutschlands liegt im Isenbruch des Selfkant an der Grenze zu den Niederlanden nahe der Maas, der östlichste zwischen Neißeaue-Deschka und Neißeaue-Zentendorf in einer Flussschleife der Lausitzer Neiße. Von Isenbruch bis zur Flussschleife der Neiße sind es rund 636 Kilometer Luftlinie.
Während der wechselvollen Geschichte veränderte sich auch der Mittelpunkt Deutschlands. Die Gemeinden Görlitz, Selfkant, List und Oberstdorf, welche die heutigen geografischen Extrempunkte Deutschlands markieren, sind darüber hinaus im sogenannten Zipfelbund zusammengeschlossen.
Geologie
→ Hauptartikel: Geologie Deutschlands
Vereinfachte Karte der Oberflächengeologie Deutschlands
Deutschland gehört geologisch zu Westeuropa, das heißt zu jenem Teil des Kontinents, der dem präkambrisch konsolidierten „Ur-Europa“ (Osteuropa einschließlich eines Großteils Skandinaviens, vgl. Baltica) erst im Verlauf des Phanerozoikums sukzessive durch Kontinent-Kontinent-Kollisionen (Gebirgsbildungen) angegliedert wurde. Die entsprechenden Krustenprovinzen (Grundgebirgsprovinzen) werden klassisch vereinfachend (Ost-)Avalonia (vgl. kaledonische Gebirgsbildung) und Armorica (vgl. variszische Gebirgsbildung) genannt. Die jüngste Krustenprovinz ist das Alpen-Karpaten-Orogen (vgl. alpidische Gebirgsbildung), an dem Deutschland nur mit dem äußersten Süden Bayerns Anteil hat und das im Gegensatz zu den beiden anderen tektonischen Provinzen ein aktives Orogen darstellt.
Die heutige Oberflächengeologie Deutschlands, das heißt das Muster aus verschieden alten und verschieden aufgebauten Gesteinskomplexen, wie es in Geologischen Karten vielfach abgebildet ist, entstand erst im Verlauf der letzten 30 bis 20 Millionen Jahre im jüngeren Känozoikum und wurde von zwei Ereignissen maßgeblich geprägt: der Alpidischen Gebirgsbildung und dem Quartären Eiszeitalter.
Das Quartäre Eizeitalter zeichnet für die vergleichsweise eintönige Oberflächengeologie Norddeutschlands und des Alpenvorlandes mit ihren Moräne­nablagerungen und sonstigen Begleiterscheinungen großflächiger Vergletscherungen verantwortlich (vgl. glaziale Serie).
Die Oberflächengeologie der Mitte und des überwiegenden Teils des Südens Deutschlands ist das Ergebnis bedeutender bruchtektonischer Hebungen und Senkungen, die auf die Fernwirkung der Alpidischen Gebirgsbildung zurückgehen. Hierbei wurden teils alte (überwiegend Paläozoikum), variszisch gefaltete Grundgebirgskomplexe (Schiefergebirge und Kristallin) aus dem Untergrund herausgehoben und großflächig freigelegt (u.&#160;a. Rheinisches Schiefergebirge, Harz, Erzgebirge), teils sank die Erdkruste ein und bildete Sedimentationsräume, die mehr oder weniger mächtige känozoische Sedimentabfolgen aufnahmen (Oberrheingraben, Niederrheingraben, Hessische Senke, Molassebecken). Eine tektonische Zwischenstellung nehmen die Tafelländer ein, mit ihren ungefalteten mesozoischen Schichtenfolgen, dominiert von Trias und Jura (Thüringer Becken, Süddeutsches Schichtstufenland).
Relief
Die Zugspitze in Bayern ist mit 2962 Metern über Normalhöhennull die höchste Erhebung Deutschlands.
Das geologisch junge Faltengebirge der Alpen ist das einzige Hochgebirge, an dem Deutschland Anteil hat. Die deutschen Alpen, die sich faktisch zur Gänze im Bundesland Bayern befinden, weisen die einzigen Gebirgsgipfel mit mehr als 2000&#160;m&#160;ü.&#160;NHN auf. Der Gipfel der Zugspitze (2962&#160;m&#160;ü.&#160;NHN), den sich Deutschland mit Österreich teilt, ist der höchstgelegene Punkt des Landes.
Die deutschen Mittelgebirge erstrecken sich vom Nordrand der Mittelgebirgsschwelle bis zum Alpenrand und zum Oberrhein mit dem Bodensee. Sie nehmen tendenziell von Nord nach Süd an Höhe und Ausdehnung zu. Höchster Mittelgebirgsgipfel ist der Feldberg im Schwarzwald (1493&#160;m&#160;ü.&#160;NHN), gefolgt vom Großen Arber im Bayerischen Wald (1456&#160;m&#160;ü.&#160;NHN). Gipfel über 1000&#160;m&#160;ü.&#160;NHN besitzen außerdem das Erzgebirge, das Fichtelgebirge, die Schwäbische Alb und als Sonderfall der Harz, der sich recht isoliert als nördlichstes unter den höchsten deutschen Mittelgebirgen mit dem Brocken auf 1141&#160;m&#160;ü.&#160;NHN erhebt. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle erreichen nur noch einige Berge innerhalb der eiszeitlichen Endmoränenzüge mehr als 100&#160;m&#160;ü.&#160;NHN, von denen die Heidehöhe in Schraden (Südlicher Landrücken im brandenburgisch-sächsischen Grenzgebiet) mit 201&#160;m&#160;ü.&#160;NN der höchste ist.
Die tiefste begehbare Landesstelle Deutschlands liegt bei 3,54&#160;m&#160;unter&#160;NN in einer Senke bei Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch (Schleswig-Holstein). Eine aktuelle Höhenangabe bezogen auf Normalhöhennull ist noch nicht frei zugänglich. Ebenfalls in diesem Bundesland befindet sich die tiefste Kryptodepression: Sie liegt mit 39,6&#160;m&#160;unter&#160;NN am Grund des Hemmelsdorfer Sees nordöstlich von Lübeck. Der tiefste künstlich geschaffene Geländepunkt liegt bei 267&#160;m&#160;unter&#160;NHN am Grund des Tagebaus Hambach östlich von Jülich in Nordrhein-Westfalen.
Siehe auch: Liste der höchsten Berge in Deutschland&#160;und Liste der Gebirge und Höhenzüge in Deutschland
Klima
Mischwald im Herbst. Deutschland befindet sich in einer gemäßigten Klimazone.
Deutschland gehört vollständig zur gemäßigten Klimazone Mitteleuropas im Bereich der Westwindzone und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. Das Klima in Deutschland wird unter anderem vom Golfstrom beeinflusst, der das durchschnittliche Temperaturniveau für die Breitenlage ungewöhnlich hoch gestaltet.
Die mittlere Jahresdurchschnittstemperatur, bezogen auf die Normalperiode 1961–1990,[24] beträgt im bundesweiten Gebietsmittel 8,2&#160;°C, die mittleren Monatsdurchschnittstemperaturen liegen zwischen −0,5&#160;°C im Januar und 16,9&#160;°C im Juli. Der mittlere jährliche Niederschlag beträgt 789&#160;Millimeter. Die mittlere monatliche Niederschlagshöhe liegt zwischen 49&#160;Millimeter im Februar und 85&#160;Millimeter im Juni.
Die tiefste jemals in Deutschland gemessene Temperatur betrug −45,9 Grad Celsius; sie wurde am 24.&#160;Dezember 2001 am Funtensee registriert. Die bisher höchste Temperatur betrug 40,3 Grad Celsius und wurde am 5. Juli und 7. August 2015 in Kitzingen erreicht.[25]
Siehe auch: Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland
Gewässer
Von den sechs Strömen mit den größten Einzugsgebieten entwässern Rhein, Elbe, Weser und Ems über die Nordsee und die Oder über die Ostsee in den Atlantik, während die Donau ins Schwarze Meer fließt und somit hydrographisch dem Mittelmeer zuzurechnen ist. Die Einzugsgebiete dieser beiden Systeme werden durch die europäische Hauptwasserscheide voneinander getrennt.
Der Rhein und Burg Rheinstein in Trechtingshausen
Der in der Schweiz entspringende Rhein dominiert den Südwesten und Westen. Auf 865 Kilometern fließt er durch bzw. an der Grenze zu Deutschland, bevor er über die Niederlande in die Nordsee mündet. Seine wichtigsten deutschen Zuflüsse sind Neckar, Main, Mosel und Ruhr. Der Rhein hat eine große wirtschaftliche Bedeutung und ist eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas. Die Donau entwässert im Süden auf 647 Kilometern fast das gesamte deutsche Alpenvorland und fließt weiter nach Österreich und Südosteuropa. Ihre wichtigsten deutschen Zuflüsse sind Iller, Lech, Isar und Inn. Den Osten Deutschlands durchfließt auf 725 Kilometern die in Tschechien entspringende Elbe. Ihre wichtigsten deutschen Nebenflüsse sind Saale und Havel. Auf 179 Kilometern ist die Oder, wie im weiteren Verlauf auch ihr wichtigster Zufluss, die Neiße, der Grenzfluss zu Polen. Einzig das Einzugsgebiet der 452 Kilometer langen Weser liegt vollständig in Deutschland. Sie speist sich aus den Flüssen Werra und Fulda und entwässert den mittleren Norden. Die Ems durchfließt auf 371 Kilometern den äußersten Nordwesten des Landes. Ihr Einzugsgebiet erstreckt sich auch auf Teile der Niederlande.
Die natürlichen Seen sind überwiegend glazialen Ursprungs. Daher finden sich die meisten der großen Seen im Alpenvorland, in der Holsteinischen Schweiz und in Mecklenburg. Der größte vollständig zum deutschen Staatsgebiet gehörende See ist die Müritz, die Teil der mecklenburgischen Seenplatte ist. Der größte See mit deutschem Anteil ist der Bodensee, an den auch Österreich und die Schweiz grenzen. Im Westen und Osten Deutschlands gibt es viele, durch die Rekultivierung von Braunkohletagebauen oder Industriebrachen entstandene künstliche Seen, so z.&#160;B. das Leipziger Neuseenland oder den Dortmunder Phoenix-See.
Inseln
Die beiden Ostseeinseln Hiddensee und Rügen mit ihrer Boddenlandschaft
Im Wattenmeer, der niederländischen, deutschen und dänischen Nordseeküste unmittelbar vorgelagert liegen die Friesischen Inseln. Während die Nordfriesischen Inseln Festlandsreste sind, die durch Landsenkung und nachfolgende Überflutung von der Küste getrennt wurden, handelt es sich bei den Ostfriesischen Inseln um Barriereinseln, die aus durch küstenparallele Strömungen sowie Wellen- und Gezeitendynamik angespülten Sedimenten entstanden. Das inmitten der Deutschen Bucht gelegene Helgoland ist die am weitesten vom Festland entfernt liegende bewohnte deutsche Insel. Sie geht auf den Aufstieg eines Salzstockes im Untergrund der Nordsee zurück.
Die „Blumeninsel“ Mainau im Bodensee.
Die größten deutschen Inseln in der Ostsee sind (von West nach Ost) Fehmarn, Poel, Hiddensee, Rügen und Usedom. Rügen ist zugleich auch die größte deutsche Insel. Größte Halbinsel ist Fischland-Darß-Zingst. Mit Ausnahme von Fehmarn sind diese Landflächen Teil einer Boddenküste, das heißt einer nacheiszeitlich gefluteten und nachfolgend durch Anlandungs­vorgänge modifizierten Grundmoränen­landschaft.
Die größten und bekanntesten Inseln in Binnengewässern sind Reichenau, Mainau und Lindau im Bodensee sowie die Herreninsel im Chiemsee.
Siehe auch: Liste deutscher Inseln&#160;und Liste deutscher BinneninselnFlora
Die Lüneburger Heide in Niedersachsen
Der Thüringer Wald im Winter. Rund 32 Prozent der deutschen Landfläche sind bewaldet.
Der Naturraum Deutschland liegt in der gemäßigten Klimazone. Seine Flora wäre daher natürlicherweise hauptsächlich von Laub- und Mischwäldern geprägt. Örtlich weist die Flora in Deutschland eine hohe Diversifikation durch Standortfaktoren des Geländeprofils, der Geländehöhe und -geologie sowie der mesoklimatischen Lage auf. Von West nach Ost kennzeichnet die natürliche Vegetation den Übergang vom Westseitenseeklima zum Kontinentalklima. Der Gesamtbestand der in Deutschland wild lebenden Pflanzenarten wird auf 9.500 Arten geschätzt. Dazu kommen rund 14.000 Pilzarten.[26]
Ohne menschlichen Einfluss würde die Vegetation in Deutschland, wie in den meisten Ländern der gemäßigten Breiten, hauptsächlich aus Wald bestehen. Davon ausgenommen wären Gewässer, besonders nährstoffarme oder trockene Standorte wie Felskuppen, Heideniederungen und Moorlandschaften sowie die alpinen (Bayerische Alpen) und subalpinen (Hochschwarzwald, Hochharz und Westerzgebirge) Hochlagen, die äußerst vegetationsarm sind und in ihrem Klima kaltgemäßigt ausgeprägt sind. Die natürlichen Wälder der Ebenen und Hügel wären stark von der Rotbuche geprägt, daneben gäbe es im Bereich der Flüsse und Seen die heute selten gewordenen Auwälder sowie auf trockeneren Standorten Eichen-Buchen-Mischwälder. Die Alpen und Mittelgebirge wären in den tieferen Lagen von Bergmischwäldern sowie Schluchtwäldern und in den höheren Lagen von Nadelwäldern bedeckt. Pionierwald, vor allem aus Birken und Kiefern bestehend, käme dauerhaft nur auf sehr trockenen und nährstoffarmen Standorten wie Sanddünen vor.
Derzeit bedeckt der Wald in Deutschland 32,0 Prozent der deutschen Staatsfläche. Damit ist Deutschland eines der waldreichsten Länder in der Europäischen Union. Die aktuelle Baumartenzusammensetzung entspricht nur zum geringen Teil den natürlichen Gegebenheiten und wird hauptsächlich von der Forstwirtschaft bestimmt. Die häufigsten Baumart ist mit 26,0 Prozent Flächenanteil die Gemeine Fichte, gefolgt von der Waldkiefer mit 22,9 Prozent, der Rotbuche mit 15,8 Prozent und den Eichen mit 10,6 Prozent.[27]
Rund die Hälfte der deutschen Staatsfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Zum Stichtag 31. Dezember 2014 weist das Statistische Bundesamt für Deutschland eine Landwirtschaftsfläche von 184.607 km² aus. Die deutsche Landwirtschaftsfläche nahm seit 31. Dezember 1992 um 10.505 km² ab.[28] Neben der Nutzung als Dauergrünland wird auf einem Großteil der landwirtschaftlichen Flächen Ackerbau betrieben. Auf den Äckern werden überwiegend Nutzpflanzen angebaut, die ursprünglich nicht natürlich in Deutschland vorkamen. So stammen zum Beispiel Gerste, Hafer, Roggen und Weizen aus dem Nahen Osten und die Kartoffel und der Mais wurden aus Amerika eingeführt. In den Flusstälern, unter anderem von Main, Mosel, Ahr und Rhein, wurde die Landschaft vielfach für den Weinanbau umgestaltet.
Neben den natürlich vorkommenden Pflanzen spielen heute eine Reihe von eingeführten Arten wie die Robinie und das Drüsige Springkraut eine zunehmende Rolle in der Vegetation, insbesondere auf Brach- und Störflächen.
Die Bewahrung der Natur ist in Deutschland öffentliche Aufgabe und dient dem im Art.&#160;20a Grundgesetz verankerten Staatsziel. Ziel des Naturschutzes in Deutschland ist es, Natur und Landschaft zu erhalten (§&#160;1 Bundesnaturschutzgesetz). Wichtige Gegenstände des Naturschutzes sind Landschaften, Pflanzen und Tiere. Zu den wichtigsten Institutionen geschützter Gebiete und Objekte gehören derzeit unter anderem 16 Nationalparks (siehe Nationalparks in Deutschland, Stand November 2015), 19 Biosphärenreservate, 95 Naturparks sowie tausende von Naturschutzgebieten, Landschaftsschutzgebieten und Naturdenkmälern.
Fauna
Der Seeadler, ein geschützter Greifvogel
Deutschland beherbergt etwa 48.000 nachgewiesene Tierarten, darunter 104 Säugetierarten, 328 Vogelarten und über 30.000 Insektenarten.[29]
Die meisten in Deutschland heimischen Säugetiere leben in den gemäßigten Laubwäldern. Im Wald leben unter vielen anderen verschiedene Marderarten, Dam- und Rothirsche, Rehe, Wildschweine sowie Luchse und Füchse. Biber und Otter sind seltene Bewohner der Flussauen, mit teilweise wieder steigenden Beständen. Andere ehemals in Mitteleuropa lebende Großsäuger wurden ausgerottet: Auerochse (um 1470), Braunbär (1835), Elch (im Mittelalter noch zahlreich), Wildpferd (19.&#160;Jahrhundert), Wisent (17./18.&#160;Jahrhundert), Wolf (1904). In neuerer Zeit wandern gelegentlich einige Elche und Wölfe aus Polen und Tschechien ein, deren Bestände sich dort wieder vermehren konnten. Im Falle der Wölfe bilden sich sogar schon immer wieder neue Rudel, zunächst im sorbischen Raum, mittlerweile auch weiter westlich, seit um 2000 der erste Nachwuchs geboren wurde. Im März 2010 wurde eine Herde Wisente im Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen angesiedelt.
Rotwild
In hochalpinen Regionen leben Alpensteinbock und Murmeltier. Darüber hinaus ist die Gämse in verschiedenen Mittelgebirgen beheimatet, etwa im Schwarzwald oder auf der Fränkischen Alb.
Zu den bekanntesten in Deutschland lebenden Reptilien zählen Ringelnatter, Kreuzotter und europäische Sumpfschildkröte. Daneben leben noch viele Amphibien wie Salamander, Frösche, Kröten, Unken und Molche in Deutschland, welche jedoch alle auf der Roten Liste bedrohter Tierarten aufgeführt werden.
Von dem Seeadler, mitunter vereinzelt als Vorlage für den stilisierten deutschen Wappenvogel gesehen, gibt es gegenwärtig wieder etwa 500 Paare, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Der Steinadler kommt nur noch in den Bayerischen Alpen vor, der ehemals dort heimische Bartgeier wurde ausgerottet, hält aber durch Wiedereinbürgerungen in Schweiz und Österreich auch wieder Einzug in die deutschen Alpen. Die häufigsten Greifvögel in Deutschland sind derzeit Mäusebussard und Turmfalke, dagegen ist der Bestand an Wanderfalken deutlich geringer. Über die Hälfte des Gesamtbestandes an Rotmilanen brütet in Deutschland, der Bestand ist aber aufgrund der intensiven Landwirtschaft rückläufig.
Seehund-Kolonie auf der Nordseeinsel Helgoländer Düne
Demgegenüber steht eine Vielzahl von Vögeln, die als Kulturfolger von der Anwesenheit des Menschen profitieren, insbesondere die in vielen Städten lebenden Stadttauben, Amseln (frühere Waldvögel), Spatzen und Meisen, für deren Überleben auch die Winterfutter-Industrie sorgt, sowie Krähen und Möwen auf Müllkippen. Eine Besonderheit ist die weltweit nördlichste Flamingo-Kolonie im Zwillbrocker Venn.
Der früher in den Flüssen häufig vorkommende Lachs wurde im Zuge der Industrialisierung im 19.&#160;Jahrhundert weitgehend ausgerottet, konnte aber in den 1980er-Jahren im Rhein wieder angesiedelt werden. Der letzte Stör wurde 1969 in Deutschland gefangen. In vielen Teichen werden die erst von den Römern eingeführten Karpfen gehalten.
Der an der Nord- und Ostseeküste lebende Seehund wurde zeitweise nahezu ausgerottet, mittlerweile gibt es im Wattenmeer wieder einige tausend Exemplare. Auch die sich wieder ausbreitenden Kegelrobbenbestände in Nordeuropa kehren wieder an die Küsten Deutschlands zurück, nachdem sie dort durch Bejagung vollständig verschwunden waren. Das Wattenmeer ist insbesondere als Rastplatz für zehn bis zwölf&#160;Millionen Zugvögel pro Jahr von Bedeutung. Die bekannteste Walart von Nord- und Ostsee ist der Schweinswal, jedoch leben dort noch weitere sieben Walarten, unter anderem Pottwal und Schwertwal, daneben mit dem Gemeinen Delfin auch eine Delfinart.
Zu den lange heimischen Tieren hat sich eine beachtliche Anzahl an Neozoen angesiedelt. Zu den bekanntesten Vertretern gehören Waschbär, Marderhund, Halsbandsittich und Nilgans. Weitere teils invasive Neozoen in Deutschland sind Kanadagans, Nandus, Amerikanischer Flusskrebs, Amerikanischer Ochsenfrosch, Europäisches Mufflon, Sonnenbarsche u.&#160;v.&#160;m.
Siehe auch: Liste der Neozoen in Deutschland
Humangeographie
Typische Siedlungsstruktur in Nordrhein-Westfalen
→ Hauptartikel: Humangeographie (Deutschland)
In Deutschland werden insgesamt 52&#160;Prozent der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt (2009), Wälder bedecken weitere 29,5&#160;Prozent. 14&#160;Prozent werden als Siedlungs- und Verkehrsfläche genutzt (Tendenz weiterhin steigend). Wasserflächen kommen auf 2&#160;Prozent, die restlichen 2,5&#160;Prozent verteilen sich auf sonstige Flächen, zumeist Ödland und auch Tagebaue.
Liste der Länder
→ Hauptartikel: Land (Deutschland)
Die föderal aufgebaute Bundesrepublik besteht aus 16 Gliedstaaten, die offiziell als Länder (Bundesländer) bezeichnet werden. Die Stadtstaaten Berlin und Hamburg bestehen ausschließlich aus den gleichnamigen Gemeinden und sind somit Einheitsgemeinden. Die Freie Hansestadt Bremen wird als Stadtstaat bezeichnet, jedoch besteht das Land aus den Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven und ist somit ein „Zwei-Städte-Staat“. Im Unterschied zu zahlreichen anderen föderal strukturierten Ländern kennt die Bundesrepublik keine bundesunmittelbaren Gebiete.Land
Hauptstadt
Fläche
in km²
Einwohner
Einwohner
pro km²
Baden-Württemberg&#160;Baden-Württemberg
Stuttgart
35.751
000000010716644.000000000010.716.644[30]
300
Bayern&#160;Bayern
München
70.550
000000012691568.000000000012.691.568[31]
180
Berlin&#160;Berlin

892
000000003469849.00000000003.469.849[32]
3.891
Brandenburg&#160;Brandenburg
Potsdam
29.655
000000002457872.00000000002.457.872[33]
83
Bremen&#160;Bremen
Bremen[34]
419
000000000654774.0000000000654.774[35]
1563
Hamburg&#160;Hamburg

755
000000001734272.00000000001.734.272[36]
2.297
Hessen&#160;Hessen
Wiesbaden[37]
21.115
000000006093888.00000000006.093.888[38]
289
Mecklenburg-Vorpommern&#160;Mecklenburg-Vorpommern
Schwerin
23.211
000000001599138.00000000001.599.138[39]
69
Niedersachsen&#160;Niedersachsen
Hannover
47.614
000000007826739.00000000007.826.739[40]
164
Nordrhein-Westfalen&#160;Nordrhein-Westfalen
Düsseldorf[41]
34.110
000000017638098.000000000017.638.098[42]
517
Rheinland-Pfalz&#160;Rheinland-Pfalz
Mainz[43]
19.854
000000004011582.00000000004.011.582[44]
202
Saarland&#160;Saarland
Saarbrücken
2.569
000000000989035.0000000000989.035[45]
385
Sachsen&#160;Sachsen
Dresden
18.420
000000004055274.00000000004.055.274[46]
220
Sachsen-Anhalt&#160;Sachsen-Anhalt
Magdeburg
20.452
000000002235548.00000000002.235.548[47]
109
Schleswig-Holstein&#160;Schleswig-Holstein
Kiel[48]
15.800
000000002830864.00000000002.830.864[49]
179
Thüringen&#160;Thüringen
Erfurt[50]
16.173
000000002156759.00000000002.156.759[51]
133
Deutschland Bundesrepublik Deutschland
Berlin
357.340
80.523.746[52]
225
Niedersachsen&#160;Niedersachsen
Bremen&#160;Bremen
Hamburg&#160;Hamburg
Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-
Vorpommern
Sachsen-Anhalt
Sachsen-
Anhalt
Sachsen&#160;Sachsen
Brandenburg&#160;Brandenburg
Berlin&#160;Berlin
Thüringen&#160;Thüringen
Hessen&#160;Hessen
Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-
Westfalen
Rheinland-Pfalz
Rheinland-
Pfalz
Bayern&#160;Bayern
Baden-Württemberg
Baden-
Württemberg
Saarland&#160;Saarland
Schleswig-Holstein
Schleswig-
HolsteinGemeinden
→ Hauptartikel: Gemeinde (Deutschland)
Ortsschild
Die Gemeinden sind die kleinsten selbständigen Gebietskörperschaften der politischen Gebietsgliederung. Sie regeln alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft eigenverantwortlich und haben das Recht der Selbstverwaltung (Art.&#160;28 Abs.&#160;2 GG). Sie sind, ausgenommen die meisten kreisfreien Städte, in Landkreisen und anderen Gemeindeverbänden zusammengefasst.
Kreise und Gemeinden unterliegen dem Kommunalverfassungsrecht des jeweiligen Bundeslandes und sind daher bundesweit ganz unterschiedlich organisiert. Einzig die Kreisstadt als Verwaltungssitz eines Landkreises findet sich deutschlandweit. Die Einheitsgemeinden Berlin und Hamburg sind als Stadtstaaten gleichzeitig auch Länder.
Ballungsgebiete
Karte der Bevölkerungsdichte in Deutschland im Jahr 2006.
Um Ballungs- respektive Verdichtungsgebiete zu veranschaulichen, können Karten zur Bevölkerungsdichte, zu Gemeindegrößen, Agglomerationen und den sogenannten Metropolregionen herangezogen werden.
In Deutschland gibt es beinahe 80 Großstädte, also Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Davon haben 13 mehr als 500.000 Einwohner. Eine Besonderheit Deutschlands ist die historisch bedingt überwiegend randlastige, dezentrale Verteilung der Großstädte. Die entlang des Rheins verlaufenden Ballungsräume im Westen und Südwesten Deutschlands bilden dabei den Mittelteil der zentralen europäischen Bevölkerungskonzentration, die mit dem Begriff Blaue Banane umschrieben wird.
Unter Agglomeration versteht man ein größeres zusammenhängendes Siedlungsgebiet oder auch eine weitgehend urbanisierte Fläche. Da Gemeinde- und Siedlungsgrenzen meist erheblich voneinander abweichen, gibt die Betrachtung der Agglomerationen einen authentischeren Aufschluss über Bevölkerungskonzentrationen. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern werden in Deutschland Agglomerationen jedoch nicht statistisch genau definiert und abgegrenzt. Die meisten Agglomerationen sind monozentrisch; das Ruhrgebiet hingegen ist ein klassisches Beispiel für einen polyzentrischen Verdichtungsraum.
Von der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) wurden elf sogenannte Europäische Metropolregionen (EMR) festgelegt. Diese gehen über die entsprechenden Agglomerationen weit hinaus. Köln/Düsseldorf/Dortmund/Essen gehören zur Metropolregion Rhein-Ruhr, Dresden/Leipzig zur Metropolregion Mitteldeutschland. Eine weitere ist die Metropolregion Rhein-Neckar um Ludwigshafen/Mannheim/Heidelberg.Bevölkerungsreichste Siedlungsgebiete in Deutschland
BerlinHamburgMünchen
Siedlungsgebiet
Stadt
Agglomeration
Metropolregion
KölnFrankfurt am MainStuttgart1
Berlin
3.400.000
4.400.000
6.000.000
2
Hamburg
1.750.000
2.600.000
4.270.000
3
München
1.450.000
2.000.000
5.200.000
4
Köln
1.045.000
1.900.000
11.690.000
5
Frankfurt am Main
700.000
1.930.000
5.520.000
6
Stuttgart
605.000
1.800.000
5.290.000
7
Düsseldorf
605.000
1.220.000
11.690.000
8
Dortmund
580.000
4.700.000
11.690.000
9
Essen
570.000
4.700.000
11.690.000
10
Bremen
550.000
850.000
2.730.000
11
Leipzig
545.000
1.100.000
2.400.000
12
Dresden
540.000
755.000
2.400.000
13
Hannover
520.000
1.132.000
3.880.000
14
Nürnberg
505.000
1.200.000
3.500.000
Siehe auch: Liste der Groß- und Mittelstädte in Deutschland&#160;und Metropolregion#In Deutschland
Bevölkerung
→ Hauptartikel: Deutsche
Demografie
Bevölkerungsaufbau nach Alter im Jahr 2010. Deutschland verzeichnet eine der niedrigsten Geburtenraten der Welt.
→ Hauptartikel: Demografie Deutschlands
Auf Grundlage von Berechnungen des Zensus 2011 lebten am 31.&#160;Dezember 2013 in der Bundesrepublik Deutschland offiziell 80.767.463 Einwohner auf einer Fläche von 357.340 Quadratkilometern.[53] Das Land gehört damit zu den dicht besiedelten Flächenstaaten. 18,1&#160;Prozent der Bevölkerung waren im selben Jahr unter 20 Jahre, 24,1&#160;Prozent zwischen 20 und 40 Jahre und 30,7&#160;Prozent waren zwischen 40 und 60 Jahre alt. Im Alter von 60 bis 80 Jahren waren im Jahr 2013 21,7&#160;Prozent der Bevölkerung, der Anteil über 80-Jährigen lag bei 5,4&#160;Prozent.[54] Im Jahr 2010 lag das durchschnittliche Alter der Deutschen bei 43,7 Jahren.[55]
Neben der Familie als der am häufigsten angestrebten und beliebtesten Form des Zusammenlebens sind eine Vielzahl an Lebensmodellen in der deutschen Gesellschaft vertreten.[56] Die Anzahl der lebend geborenen Kinder lag im Jahr 2013 bei 682.069. Dies entspricht einer Geburtenrate von 1,41 Kindern pro Frau bzw. 8,4 Geburten pro 1000 Einwohner und ist die niedrigste Geburtenrate weltweit.[57] Im selben Zeitraum wurden 893.825 Sterbefälle registriert, etwa 11,1 Fälle pro 1000 Einwohner. Etwa 211.000 Kinder wurden demnach weniger geboren als Menschen verstarben.[58] Trotz des jährlich zu verzeichnenden Geburtendefizits lebten im Jahr 2013 in Deutschland etwa 244.000 Menschen mehr als ein Jahr zuvor. Dies ist auf hohe Wanderungsgewinne (+428.607) gegenüber dem Ausland zurückzuführen, die das Geburtendefizit knapp ausgleichen.[59] Als eine der gegenwärtigen Herausforderungen wird demzufolge die Orientierung zu einer familienfreundlichen, kinder- und nachwuchsfördernden Gesellschaft mit Mehrkindfamilien gesehen (Pronatalismus). Bei einer Fortsetzung sehr niedriger Geburtenraten, wie in den vergangenen vier Jahrzehnten, werden für Deutschland weitgehende soziale, ökonomische und geopolitische Problemstellungen vorhergesagt.[60]
Etwa 74 Millionen Personen (92,3&#160;%) in Deutschland besaßen im Jahr 2011 die deutsche Staatsbürgerschaft. Im selben Jahr lebten insgesamt 15 Millionen Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Dies entspricht knapp 19&#160;% der Bevölkerung. Als Personen mit Migrationshintergrund zählen im Zensus 2011 alle Ausländer sowie alle Deutschen, die nach 1955 auf das Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland zugewandert sind oder mindestens einen nach 1955 zugewanderten Elternteil haben. Unter ihnen bilden die Aussiedler bzw. Spätaussiedler die größte Gruppe, gefolgt von Bürgern der Türkei, anderer Staaten der Europäischen Union und des ehemaligen Jugoslawiens.[61] Zwischen 1950 und 2002 wurden insgesamt 4,3&#160;Millionen Menschen, oder im Land geborene oder seit langer Zeit in Deutschland lebende ehemalige Ausländer auf eigenen Antrag eingebürgert.Einwanderung
Einwohnerentwicklung Deutschlands seit 1800. Von 80,3&#160;Millionen Einwohnern des Landes im Jahr 2011 besitzen 6,3&#160;Millionen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit.
In Deutschland leben Einwanderer aus praktisch allen Ländern der Welt. Nach Berechnungen aus dem Jahr 2013 machte der Bevölkerungsteil ohne deutsche Staatsangehörigkeit am 31.&#160;Dezember 2011 etwa 6,3&#160;Millionen Einwohner aus.[52] Nach Mehrländer/Schultze[62] sprechen einige Faktoren sowie Untersuchungen der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2006 dafür,[63] dass Deutschland „de facto bereits seit Längerem“ als Einwanderungsland anzusehen ist.[64][65] 2012 war Deutschland nach den Vereinigten Staaten das OECD-Land mit den zweitmeisten Einwanderern.[64] Wissenschaftler sehen aus demografischen und wirtschaftlichen Gründen die Notwendigkeit für mehr Zuwanderung von gut ausgebildeten Fachkräften und Akademikern, was durch die Schaffung eines ganzheitlichen Einwanderungsgesetzes nach den erfolgreichen Vorbildern in Ländern wie Australien und Kanada erreicht werden könne, mit einer transparenten und an den Fertigkeiten der Zuwanderer orientierten Steuerung.[66] Die Einwanderung mitsamt Familienzusammenführungen dürfe nicht zulasten der Sozialsysteme gehen.[67] Insbesondere Studenten der MINT-Fächer, die mehrheitlich das Land nach einiger Zeit wieder verlassen, sollen stärker an Deutschland gebunden und schneller integriert werden,[68] wofür auch mehr wissenschaftlicher Freiraum nötig sei.[69]
Die größte in Deutschland lebende Einwanderergruppe stellten im Jahr 2010 (vor den Zensuserhebungen 2011) mit 1.629.480 Personen türkische Staatsangehörige (→&#160;Türkeistämmige in Deutschland). Aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union leben rund 2,4&#160;Millionen Menschen auf dem Gebiet der Bundesrepublik. Den größten Anteil haben hier Italiener (517.546), Polen (419.435) und Griechen (276.685). Der Anteil der europäischen Staatsbürger aus Nicht-EU-Ländern hatte sich durch Migration insbesondere aus Ex-Jugoslawien (etwa eine Million) und aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion in den 1990er-Jahren erhöht. Ferner leben in Deutschland 824.352 Menschen mit einer asiatischen Staatsangehörigkeit, 271.431 Afrikaner und 215.213 Amerikaner (davon 107.755 aus den Vereinigten Staaten, ohne Expats).[70] 2010 erwarben rund 101.600 Personen die deutsche Staatsbürgerschaft (2006: 124.566) durch Einbürgerung.[71]
Im Jahr 2011 ergibt sich ein Gesamtanteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Sinne der amtlichen Statistik (d.&#160;h. seit 1949 von außerhalb in das heutige Bundesgebiet eingewanderte Personen und deren Nachkommen; hierbei ist zu beachten, dass Spätaussiedler und Vertriebene, die erst seit bzw. nach 1949 im Bundesgebiet siedeln, im Zensus als Migranten geführt werden, obgleich sie ethnisch der deutschen Diaspora zugehörig sind) von etwa 19&#160;Prozent (15&#160;Millionen Einwohner) und einen Gesamtanteil der Bevölkerung ohne deutsche Staatsangehörigkeit von 8,3&#160;Prozent (6,6&#160;Millionen Einwohner). Der Bevölkerungsanteil von Ausländern und Menschen mit Migrationshintergrund ist regional sehr unterschiedlich, wobei die höchsten Anteile in den Ballungsräumen des Südens erreicht werden, während in den ländlichen Gebieten Ost- und Norddeutschlands nur wenige Migranten leben. 2010 waren Offenbach am Main (25,8&#160;%), Mannheim (23,6&#160;%) und München (23,5&#160;%) die kreisfreien Städte mit den höchsten Ausländeranteilen, während dieser in 43 Landkreisen und zwei kreisfreien Städten in den neuen Ländern bei unter 2&#160;% lag.[72]
Die Zahl der gesamten polnischen Diaspora in Deutschland, die bereits seit dem 19.&#160;Jahrhundert existiert („Ruhrpolen“), beläuft sich auf weit über zwei&#160;Millionen, wobei die meisten seit Generationen von der einheimischen Bevölkerung assimiliert sind.
Siehe auch: Einwanderung in Deutschland, Blaue Karte EU und Zuwanderungsgesetz
Sprachen und Dialekte
→ Hauptartikel: Deutsche Sprache
Kenntnisse der deutschen Sprache in den Ländern der Europäischen Union. Das Deutsche ist die meistgesprochene Muttersprache in der EU und dort eine von drei Arbeitssprachen.
Die in Deutschland hauptsächlich verbreitete Sprache ist Deutsch (Hochdeutsch), gefolgt von Niederdeutsch mit abweichenden Zahlenangaben über die Gesamtanzahl der aktiven Sprecher von rund 5,5&#160;Millionen Sprechern[73] bis rund elf Millionen, davon ungefähr vier&#160;Millionen, die die Sprache gut bis sehr gut beherrschen.[74]
Deutsch wird als Standardsprache im Amtsgebrauch (Amtssprache), in den überregionalen Medien und als Schriftsprache verwendet; als Sprache des Alltags wird es in vielen Regionen fast ausschließlich gesprochen (oft regional leicht eingefärbt). Der Übergang zu den deutschen Dialekten ist fließend. Neben Französisch und Englisch ist Deutsch eine von den drei am häufigsten verwendeten Amts- und Arbeitssprachen der Europäischen Union.
Angestammte nationale Minderheiten sind Dänen (etwa 50.000[75][76][77]), Friesen (Zahlen siehe dort), Sorben (etwa 60.000) und deutsche (autochthone) Roma (offizielle Bezeichnung: „Sinti und Roma“, etwa 70.000). Als Minderheiten- oder Regionalsprachen nach der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen anerkannt sind im Einzelnen: Dänisch (sowohl Reichsdänisch, überwiegend in der Variante Sydslesvigdansk, als auch Sønderjysk), Friesisch (als Minderheitensprache: Nordfriesisch in Schleswig-Holstein, Saterfriesisch in Niedersachsen), Sorbisch (als Minderheitensprache und regional auch als Amtssprache: Obersorbisch in Sachsen, Niedersorbisch in Brandenburg), Romanes (Minderheitensprache der Roma), Niederdeutsch (Regionalsprache in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern sowie in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt).
Die erste vollständige Bibelübersetzung ins Deutsche, 1534
Partiell besitzen in Schleswig-Holstein die Regional- und Minderheitensprachen Niederdeutsch, Dänisch und Friesisch (siehe Friesisch-Gesetz) den Rang einer Amtssprache in Deutschland. Andere in Deutschland traditionelle (wie beispielsweise die jenische Sprache oder das Jiddisch) oder neue Minderheitensprachen wurden nicht in die Charta aufgenommen.[78] Weitere ehemals verbreitete Sprachen wie Moselromanisch (im 11.&#160;Jahrhundert ausgestorben) oder Polabisch (im 18.&#160;Jahrhundert ausgestorben) werden heute nicht oder kaum mehr gesprochen.
Die Verwendung von Dialekten wird von manchen Menschen als Makel und als Erschwernis der Verständigung, von anderen als kulturelle Bereicherung empfunden. Norddeutsche verwenden die niederdeutsche Sprache oder regionale Mundarten tendenziell weniger ausgeprägt, wogegen im süddeutschen Sprachraum der Gebrauch des pfälzischen, fränkischen, bairischen, schwäbischen und alemannischen Dialekts selbst in akademischen Kreisen weniger verpönt ist. Da das Standarddeutsche sich aus hochdeutschen (mittel- und oberdeutschen) Sprachformen entwickelt hat und die Dialekte der niederdeutschen Sprache verdrängt hat, sprechen Norddeutsche tendenziell eher ein dialektfreies Deutsch als die Bevölkerung in den südlichen zwei Dritteln des Landes.
Die hannoveranische Lautung ist dem heutigen Standarddeutsch sehr verwandt. (Das Neue Rathaus in Hannover)
Die von Gehörlosen verwendete Deutsche Gebärdensprache ist seit 2002 in Deutschland als eigenständige Sprache anerkannt.
Seit der Einwanderung der Germanen in das heutige Gebiet Deutschlands sind immer wieder neuere Zuwanderer hinzugekommen, die auch ihre jeweiligen Sprachen mitbrachten (zum Beispiel die Römer in den Kolonien Germaniens, die Hunnen während der Völkerwanderung, die Hugenotten seit dem 17.&#160;Jahrhundert, die Ruhrpolen im 19.&#160;Jahrhundert). Während die Nachkommen der älteren Zuwanderungswellen sich inzwischen sprachlich weitgehend angepasst haben, verwenden diejenigen Zuwanderer, die erst in den vergangenen Jahrzehnten gekommen sind (allen voran die sogenannten Gastarbeiter, aber auch Flüchtlinge), untereinander neben dem Deutschen noch häufig ihre Muttersprache, vor allem Türkisch (etwa zwei&#160;Millionen). Daneben ist auch die russische Sprache verbreitet, zum einen unter jüdischen Kontingentflüchtlingen, aber auch unter Russlanddeutschen, zu denen nicht nur deutsche oder ‚plautdietsche‘, sondern auch russische Muttersprachler gehören. Die Angaben zur Anzahl russischer Muttersprachler variieren je nach Quelle stark und liegen bei drei bis vier&#160;Millionen. Auch die Zahl der Personen, deren Alltagssprache Polnisch ist, wird relativ hoch vermutet. Hierbei schwankt die Zahl ebenfalls je nach Quelle.
Die an Schulen vorrangig gelehrte Fremdsprache ist Englisch, gefolgt von Französisch und Latein und danach von Russisch. In den letzten Jahren ist außerdem Spanisch sowie in den westlichen Landesteilen von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen Niederländisch immer beliebter geworden. Die Entscheidung über die unterrichteten Fremdsprachen haben die Schulministerien in den einzelnen Ländern. Weitere Fremdsprachen wie zum Beispiel Chinesisch oder Italienisch können Schüler an manchen Schulen als reguläres Unterrichtsfach oder als Arbeitsgemeinschaft (AG) wählen.[79]
Die wichtigste Verwaltungssprache in Behörden ist Deutsch, aufgrund der hohen Internationalität des Landes gibt es in mehreren Städten und Bundesländern auch Angebote in englischer Sprache, die als globale lingua franca gilt. In manchen Städten ist sie daher auch zur offiziellen Verwaltungssprache erhoben, im Jahr 2015 etwa in Düsseldorf.[80] Die Zugänglichkeit für z.&#160;B. Expats und internationale Wissenschaftler auf dem deutschen Arbeitsmarkt soll somit erhöht werden, diese Arbeitskräfte haben meist hohe Einkommen und würden sich eher entscheiden, in Deutschland zu bleiben, wenn sie die Behörden besser verstehen und nutzen können, um später die deutsche Sprache zu erlernen.[81]
Religionen
→ Hauptartikel: Religionen in Deutschland
Martin Luther (1483–1546), Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, 1528
In Deutschland wird Religionsfreiheit als Grundrecht garantiert. Das Verhältnis von Religion und Staat wird durch die Artikel 136 bis 139 der Weimarer Reichsverfassung (WRV) geregelt, die durch Art.&#160;140 GG Bestandteil des Grundgesetzes sind. Danach gilt neben der Religionsfreiheit die weltanschauliche Neutralität des Staates und das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften. Auf dieser Basis ist das Verhältnis von Religionsgemeinschaften und Staat partnerschaftlich; es gibt also keine strikte Trennung von Kirche und Staat wie im Laizismus, sondern in vielen sozialen und schulisch-kulturellen Bereichen bestehen Verflechtungen, beispielsweise über kirchliche, aber staatlich mitfinanzierte Trägerschaft von Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Ebenso berufen sich einige deutsche Parteien auf die christliche Tradition des Landes. Die christlichen Kirchen besitzen den Status von Amtskirchen und sind Körperschaften des öffentlichen Rechts, aufgrund des geltenden Staatskirchenrechts jedoch sui generis.[82] Durch den verliehenen Körperschaftsstatus sollen den Kirchen und den ihnen insoweit gleichgestellten Religionsgemeinschaften vielmehr bestimmte, dem öffentlichen Recht eigentümliche Gestaltungsmöglichkeiten eingeräumt werden, ohne dass sie dabei aber einer Staatsaufsicht unterliegen; stattdessen wird sowohl der kirchliche Öffentlichkeitsauftrag teilweise in Kirchenverträgen mit den Ländern oder den entsprechenden Regelungen in den Landesverfassungen anerkannt wie auch die besondere, originäre Kirchengewalt rechtlich bekräftigt.[83]
J. A. Ratzinger, Papst Benedikt XVI., 2005 bis 2013 Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche
Wie der größte Teil West- und Mitteleuropas ist das heutige Deutschland in einem bis zur Antike zurückreichenden historischen und kulturellen Kontext christlich-abendländisch, und seit etwa dem 18.&#160;Jahrhundert ebenso aufgeklärt-wissenschaftlich geprägt. Dieser Prägung liegen Einflüsse aus der antiken griechischen und römischen Kultur ebenso zugrunde wie jüdische und christliche Traditionen, die sich seit Beginn der Christianisierung Nordwesteuropas, ab etwa dem 4.&#160;Jahrhundert, mit germanischen Traditionen vermischt hatten. Das Gebiet des heutigen Deutschland wurde seit dem frühen Mittelalter christianisiert. In der fränkischen Zeit wurde im Reich Karls des Großen die entsprechende Missionierung, teilweise durch Zwangsmaßnahmen abgeschlossen. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation begann die christliche Reformation Anfang des 16.&#160;Jahrhunderts, angeführt von Martin Luther. Sie prägt die religiöse Landschaft im deutschen Sprachraum bis heute mit.
Das protestantische Ulmer Münster gilt als höchstes Kirchengebäude der Welt.
Etwa 60&#160;Prozent der Bevölkerung gehören einer christlichen Konfession an: römisch-katholische Kirche 29,5&#160;Prozent (tendenziell überwiegend in West- und Süddeutschland),[84][85] Evangelische Kirche in Deutschland (Lutheraner, Reformierte und Unierte) 27,9&#160;Prozent (tendenziell vor allem in Norddeutschland);[84] andere christlichen Kirchen wie orthodoxe und altorientalische Kirchen, die Zeugen Jehovas, die neuapostolische Kirche und Angehörige christlicher Freikirchen insgesamt ca. 3&#160;Prozent.[84] Die Anzahl der Gottesdienstbesucher ist wesentlich geringer als die Anzahl der Kirchenmitglieder. An sogenannten Zählsonntagen besuchten 2,6&#160;Millionen Menschen (oder 3,8&#160;Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung) die sonntäglichen katholischen Gottesdienste,[85] und 0,9&#160;Millionen (oder 1,1&#160;Prozent der Gesamtbevölkerung) jene der Evangelischen Kirche (2009).[86]
Circa ein Drittel der Gesamtbevölkerung ist konfessionslos und stellt mit 27 Millionen Personen die größte Bevölkerungsgruppe verglichen mit den einzelnen christlichen Konfessionen. In den neuen Ländern liegt dieser prozentuale Anteil zwischen 67,7&#160;Prozent (Thüringen) und 81,7&#160;Prozent (Sachsen-Anhalt) (Mittelwert 75,4&#160;%).[87] Die DDR hatte eine atheistische Weltanschauung propagiert und vermittelt (siehe Jugendweihe) und den Kirchenaustritt gefördert. Aufgrund langfristiger Prozesse der Säkularisierung und des Wertewandels stieg der Anteil von Konfessionslosen an der Gesamtbevölkerung jedoch auch schon in der alten Bundesrepublik an (1970: 3,9&#160;%; 1987: 11,4&#160;%). Diese Entwicklung setzte sich nach der Wende im vereinten Deutschland fort (1990: 22,4&#160;%; 2004: 34,6&#160;%).[88]Zentralmoschee
Köln
Alte Synagoge
Essen
Islamische Gemeinden haben etwa vier&#160;Millionen Mitglieder&#160;– der Anteil der Muslime an der Gesamtbevölkerung beträgt zwischen 4,6 und 5,2 Prozent – und sind vorwiegend ausländischer Herkunft, davon mittlerweile etwa 45&#160;% deutsche Staatsangehörige.[89] Um für die Vielzahl an islamischen Organisationen einen Dachverband zu erhalten, der für Außenstehende als Ansprechpartner fungieren kann, wurde der Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland gegründet.
Die Deutsche Buddhistische Union geht von einer Zahl von 250.000 aktiven Buddhisten in Deutschland aus, die Hälfte davon sind eingewanderte Asiaten. Dies entspricht 0,3&#160;Prozent der Bevölkerung.
Etwa 200.000 Personen sind Juden,[84] davon sind etwa die Hälfte in jüdischen Gemeinden organisiert. Seit den 1990er-Jahren verzeichnen diese einen starken Zuwachs durch Zuwanderer aus den ehemaligen Ostblockstaaten, vor allem aus der Ukraine und aus Russland. Nach Frankreich und dem Vereinigten Königreich hat Deutschland die drittgrößte jüdische Gemeinschaft Europas.
Bestimmte christliche Kirchen sowie die jüdischen Gemeinden erheben von ihren Mitgliedern eine Kirchensteuer, die der Staat gegen eine Aufwandsentschädigung einzieht und an die jeweiligen Kirchen (beziehungsweise an den Zentralrat der Juden in Deutschland) weiterleitet.
Des Weiteren ist der Religionsunterricht laut Grundgesetz fakultatives, aber dennoch ordentliches Unterrichtsfach in den öffentlichen Schulen (mit Ausnahme weniger Länder wie Bremen, Berlin und Brandenburg). Dieser Unterricht wird oft von einem Vertreter einer der beiden großen christlichen Amtskirchen abgehalten.
Geschichte
→ Hauptartikel: Geschichte Deutschlands
Kurzüberblick
Die geschichtliche Entwicklung Deutschlands reicht weit zurück und kann bis zu den Indogermanen in vorantiker Zeit zurückverfolgt werden. Das Land umfasste wechselnde Gebiete und Völker und bildete erst im späten 19. Jahrhundert einen Nationalstaat. Im Verlauf der Völkerwanderung brach das Weströmische Reich im 5. Jahrhundert n. Chr. zusammen. Es etablierten sich germanisch-romanische Nachfolgereiche, wovon das von den Merowingern gegründete Frankenreich das bedeutendste war. Im Frühmittelalter expandierte das Frankenreich unter den Karolingern und umfasste in der Zeit Karls des Großen weite Teile des heutigen Deutschlands, der Benelux-Länder, Frankreichs, Italiens, der Schweiz und Österreichs. Nach dem Zerfall des Karolingerreichs im 9.&#160;Jahrhundert wurde das Ostfrankenreich zur Keimzelle des späteren Deutschlands, ohne dass sich im Mittelalter ein „deutsches Nationalbewusstsein“ entwickelte. Das sich im 10. Jahrhundert formierende römisch-deutsche Reich, das seit dem Spätmittelalter auch als Heiliges Römisches Reich bezeichnet wurde, hatte vielmehr übernationalen Charakter und war letztlich ein überstaatliches Gebilde.[90] Die Herrschaftsgewalt der römisch-deutschen Könige und Kaiser war viel weniger ausgeprägt als in den westeuropäischen Reichen, während die zahlreichen Landesherren eine vergleichsweise starke Stellung innehatten. Dies begründete die Tradition des deutschen Föderalismus, wodurch sich bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches keine herrschaftliche Zentralgewalt durchsetzen konnte. Das Reich wurde in der Frühen Neuzeit durch Reformation, Gegenreformation und den Dreißigjährigen Krieg herausgefordert.
Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1806 und der 1813 gegen Napoleon gewonnenen Völkerschlacht bei Leipzig wurde 1815 der Deutsche Bund als lockerer Zusammenschluss gebildet. Während der Revolution 1848/1849 bildete sich mit der Frankfurter Nationalversammlung das erste deutsche Parlament, das jedoch wegen vieler Widerstände nur ein Jahr überdauerte. Der Deutsche Bund bestand bis 1866, als die zunehmenden Spannungen zwischen den deutschen Führungsmächten Österreich und Preußen sich im offenen Machtkampf entluden. Preußen siegte militärisch, so dass 1867 der Norddeutsche Bund unter preußischer Vorherrschaft gebildet wurde. Während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 wurde das Deutsche Reich als erster deutscher Nationalstaat gegründet, der aber auch in seinen Grenzgebieten eine Reihe von Minderheiten einschloss. In der „Deutsches Kaiserreich“ genannten Epoche zwischen 1871 und 1918 war Deutschland bundesstaatlich organisiert und verwirklichte eine konstitutionelle Monarchie. Während der Gründerzeit wurde Deutschland zur größten Wirtschaftsmacht Europas. Nach der militärischen Niederlage im Ersten Weltkrieg kam es 1918 zur Novemberrevolution und zur Bildung einer parlamentarisch-demokratischen Republik. Die sogenannte „Weimarer Republik“ hatte trotz „Goldener Zwanziger“ unter innenpolitischer Instabilität zu leiden. Der erste demokratische deutsche Staat ging infolge der Weltwirtschaftskrise und der „Machtergreifung“ durch die Nationalsozialisten unter Führung von Adolf Hitler unter. Es folgte von 1933 bis 1945 die Zeit des Nationalsozialismus, in der Gegner der totalitären und rassistischen Diktatur verfolgt und ermordet wurden, während das Regime die Erweiterung der Grenzen anstrebte. Dies mündete in den von Deutschland begonnenen Zweiten Weltkrieg, Massenmorde (einschließlich des Holocaust) und endete mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945.
Die vier alliierten Siegermächte führten die Aufteilung Deutschlands und Berlins durch: Eine östliche und drei westliche Besatzungszonen wurden gebildet. In den drei Westzonen entstand nach freiheitlich-demokratischem und marktwirtschaftlichem Leitbild mit der Verkündung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 die Bundesrepublik Deutschland,[91] aus der sowjetischen Zone wurde die sozialistische Deutsche Demokratische Republik (DDR). Während des Kalten Krieges blieb Deutschland geteilt, bis es am 9. November 1989 zum Fall der Berliner Mauer kam. Dies war das Resultat der friedlichen Revolution in der DDR und dem damit einhergehenden Zusammenbruch der SED-Diktatur. Am 3. Oktober 1990 kam es schließlich zur deutschen Vereinigung, der Tag der Deutschen Einheit ist seitdem der Nationalfeiertag. Deutschland ist überdies Gründungsmitglied der am 7. Februar 1992 begründeten Europäischen Union und ein Motor der europäischen Integration.
Urgeschichte, frühe Stämme und Römerzeit
Die Himmelsscheibe von Nebra (heutiges Sachsen-Anhalt), ca. 1600&#160;v.&#160;Chr.
Die ältesten Siedlungsbelege auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland sind etwa 700.000 Jahre alt, man geht von einer dauerhaften Besiedlung seit rund 500.000 Jahren aus. In Deutschland existieren bedeutende paläoanthropologische Fundstätten: Nach dem Fundort bei Heidelberg wurde die Hominini-Art Homo heidelbergensis und nach dem Neandertal in Mettmann der Homo neanderthalensis, der aus dem Homo heidelbergensis hervorgegangene Neandertaler, benannt. Dieser wurde vor etwa 40.000 Jahren von dem aus Afrika zugewanderten Homo sapiens, dem modernen Menschen, verdrängt.
Die jungpaläolithische Kleinkunst aus dem Aurignacien der Schwäbischen Alb, den Höhlen Geißenklösterle, Hohle Fels, Hohlenstein und der Vogelherdhöhle, sind die ältesten figurativen Kunstwerke der Menschheit.
In der Jungsteinzeit entwickelten sich Ackerbau, Viehzucht und feste Siedlungsplätze. Aus dieser Zeit sind einige bedeutende kulturelle Funde erhalten, wie etwa die Himmelsscheibe von Nebra, die darauf deutet, dass schon um 2000&#160;v.&#160;Chr. in dieser Region Astronomie betrieben wurde.
Karte der germanischen Stämme um 50&#160;n.&#160;Chr. (ohne Skandinavien)
Das heutige Deutschland war schon mit Beginn der Hallstattzeit (1200–1000&#160;v.&#160;Chr.) von Süd- bis Mitteldeutschland keltisch besiedelt. Um 600&#160;v.&#160;Chr. kam es in Norddeutschland zur Herausbildung der Jastorf-Kultur, die als germanische Kultur angesehen wird. Erste schriftliche Erwähnung finden die germanischen Stämme bei antiken griechischen und römischen Autoren seit dem 1. Jahrhundert v. Chr., beginnend wohl mit Poseidonios. Die Germanen selbst waren jedoch eine uneinheitliche Gruppe von verschiedenen Stämmen, die auch kein übergeordnetes Gemeinschaftsgefühl verband. Bereits der Begriff „Germanen“ (lateinisch Germani) ist ein ethnographischer, wenig präziser Sammelbegriff antiker Autoren, die damit auch ein „Barbarenbild“ verbanden.[92] „Germanen“ darf aus methodischen Gründen daher nicht als Begriff für ein einheitliches Volk missverstanden werden.[93] Die Germanen lebten mit den Kelten in Nachbarschaft und in der rheinischen Kontaktzone teilweise auf sich überschneidenden Gebieten. Jahrhundertelang gab es kulturellen und wirtschaftlichen Kontakt, wodurch keltische Lehnwörter in die germanischen Mundarten aufgenommen wurden.
Die römische Porta Nigra in Trier wurde um 180&#160;n.&#160;Chr. errichtet.
Von 58&#160;v.&#160;Chr. bis etwa 455&#160;n.&#160;Chr. gehörten die Gebiete links des Rheins und südlich der Donau zum Römischen Reich, von etwa 80 bis 260&#160;n.&#160;Chr. auch ein Teil Hessens (Wetterau) sowie der größte Teil des heutigen Baden-Württemberg südlich des Limes. Die römisch beherrschten Gebiete im heutigen Deutschland verteilten sich auf die Provinzen Germania superior, Germania inferior und Raetia. In diesem Gebiet gründeten die Römer viele Legionslager, die sich später zu Städten entwickeln konnten. Wichtigste Städte zu römischer Zeit waren Trier, Köln, Augsburg und Mainz (die ältesten Städte Deutschlands). Die Gebiete im heutigen Deutschland, die außerhalb der römischen Herrschaft lagen, bezeichnete das Römische Reich als Magna Germania oder Barbaricum.
Zur Sicherung der Grenzen siedelten die Römer befreundete germanische Stämme in den Provinzen an. Außerdem wanderten Siedler aus anderen Teilen des Römischen Reiches, insbesondere aus Italien, ein und wurden westlich des Rheins und südlich der Donau sesshaft. Weitreichende Neuerungen, die auch das deutsche Vokabular beeinflussten, führten die Römer insbesondere in Hausbau, Handwerk, Wein- und Ackerbau sowie Verwaltung und Militär ein. Tacitus’ im Jahr 98 entstandene Schrift Germania ist die älteste völkerkundliche Beschreibung der germanischen Stämme. Mit der Varusschlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 n. Chr. erlitten die Römer durch verbündete Germanen unter Führung des Arminius eine vernichtende Niederlage. Die Bemühungen der Römer zur Errichtung rechtsrheinischer Provinzen bis zur Elbe endeten schließlich.[94]Völkerwanderung und Frühmittelalter (375–962)
→ Hauptartikel: Völkerwanderung&#160;und Frühmittelalter
Die Krönung Karls des Großen, Fresko von Raffael, zwischen 1516 und 1517
Nach dem Einfall der Hunnen 375 und mit dem Niedergang Westroms ab 395 setzte die Völkerwanderung ein, in deren Verlauf die germanischen Stämme immer weiter nach Südwesten zogen (→&#160;Spätantike). Gleichzeitig bildeten sich auf dem Gebiet des heutigen Deutschland mehrere Großstämme heraus, die die kleineren germanischen Stämme der römischen Kaiserzeit verdrängten. Dies sind Franken und Alamannen im Westen, Sachsen im Norden, Bayern im Süden und Thüringer im Osten. In die fast menschenleeren Gebiete des heutigen Ostdeutschlands wanderten im 7.&#160;Jahrhundert bis zur Elbe-Saale-Linie slawische Stämme ein. Weite Teile der Bevölkerung der heutigen ostdeutschen Bundesländer waren daher bis ins hohe Mittelalter slawisch geprägt (Germania Slavica). Erst im Zuge der hochmittelalterlichen Ostsiedlung wurden sie assimiliert und akkulturiert. Der Hauptteil West- und Mitteleuropas und damit auch große Gebiete des heutigen Süd- und Westdeutschlands wurden vom Ende des 6. Jahrhunderts entstandenen Frankenreich eingenommen, das heutige Norddeutschland wurde von den Sachsen und Slawen beherrscht. Alle heute zu Deutschland gehörigen Gebiete des einstigen Frankenreichs lagen im östlichen Teilreich, das seit der Merowingerzeit als Austrien bezeichnet wurde. Eine gewisse Eigenstaatlichkeit Austriens wurde erstmals im Jahre 614 offenbar, als König Chlothar II. das Edictum Chlotharii unterschreiben musste, in dem festgehalten wurde, dass jedes der drei fränkischen Teilreiche (Neustrien, Austrien, Burgund) einem eigenen Hausmeier unterstand.
Die Gebietsaufteilung im Vertrag von Verdun, 843
Mitte des 8. Jahrhunderts trat im Frankenreich mit Pippin dem Jüngeren die Dynastie der Karolinger die Königsnachfolge der Merowinger an. Nach der blutigen Unterwerfung und Zwangsmissionierung der Sachsen, den Eroberungen in Italien, Nordspanien und im östlichen Grenzraum, erstreckte sich das Frankenreich unter Karl dem Großen von den Pyrenäen bis zur Nordsee, dem heutigen Österreich und bis nach Mittelitalien. Das Vielvölkerreich wurde neu organisiert, auf den Gebieten der Kirchenorganisation und der Kultur knüpfte man partiell an römische Traditionen an und trieb eine nachhaltige Kulturförderung voran (sogenannte Karolingische Renaissance bzw. Karolingische Bildungsreform). Auf dem Höhepunkt der fränkischen Macht wurde durch die Theorie der translatio imperii ein Anspruch auf die Nachfolge Roms und die Führungsmacht im westlichen Europa formuliert. Zu Weihnachten 800 ließ sich Karl von Papst Leo III. in Rom zum römischen Kaiser krönen, was zu Auseinandersetzungen mit den byzantinischen Kaisern führte (Zweikaiserproblem). Nach Karls Tod im Jahr 814 kam es zu innerdynastischen Kämpfen unter seinen Nachfolgern. Dies führte im Vertrag von Verdun (843) zur faktischen Dreiteilung des Reiches in das Ostfrankenreich, unter Ludwig (später „Ludwig der Deutschen“ genannt), das Westfrankenreich unter Karl dem Kahlen und dem zwischen ihnen liegenden Königreich Lothars&#160;I., das den Namen Lotharingien erhielt.
Im ostfränkischen Reich bildeten sich im um 900 fünf große Herzogtümer, die meist als (die jüngeren) Stammesherzogtümer bezeichnet werden, da sich ihre Namen in der Regel auf alte westgermanische Großstämme beziehen: das Stammesherzogtum Sachsen, das Stammesherzogtum Baiern, das Herzogtum Schwaben, das Herzogtum Franken und das Herzogtum Lothringen, zu dem auch die Friesen gehörten.
Im 10. Jahrhundert starb das karolingische Herrschergeschlecht sowohl in West- wie auch in Ostfranken aus, beide Reichsteile waren politisch fortan endgültig getrennt. Die siegreiche Schlacht auf dem Lechfeld im Jahre 955, die eine jahrzehntelange Serie der Einfälle von Magyaren beendete, führte zu einem erheblichen Prestigegewinn des ostfränkischen Königs Otto, der seit 951 auch die langobardisch-italienische Königswürde trug, und zur Zuordnung des Erzengels Michael als Schutzpatron der Deutschen.
Vom Ostfrankenreich zum Heiligen Römischen Reich (962–1806)
→ Hauptartikel: Heiliges Römisches Reich
Das Reichsgebiet im 10. Jahrhundert (rot umrandet), später als Heiliges Römisches Reich bekannt (1157 erstmals als Sacrum Imperium belegt)
Der Aachener Dom diente bis 1531 insgesamt 31 deutschen Herrschern als Krönungsstätte.
In der neueren historischen Forschung wird zwar die Bedeutung der Ottonenzeit für die Ausformung des Ostfrankenreichs betont, sie gilt aber nicht mehr als Beginn der eigentlichen „deutschen“ Reichsgeschichte (siehe auch Deutschland im Mittelalter).[95] Der damit verbundene komplexe Prozess zog sich vielmehr mindestens bis ins 11. Jahrhundert hin.[96] Der Terminus regnum Teutonicum („deutsches Königreich“) bzw. regnum Teutonicorum („Königreich der Deutschen“) taucht erst zu Beginn des 11.&#160;Jahrhunderts in den Quellen auf.[97] Es handelte sich aber nie um den offiziellen Reichstitel (Imperium, mit den späteren Zusätzen „Heilig“ und „Römisch“ sowie schließlich „deutscher Nation“), sondern wurde nicht zuletzt von päpstlicher Seite genutzt, um damit die Herrschaftsansprüche der römisch-deutschen Könige zu relativieren.[98]
Durch die 951 von Otto I. angenommene langobardische Königswürde war das Regnum Teutonicorum mit dem Regnum Italiae, auch Regnum Italicum oder Reichsitalien genannt, verbunden. 962 wurde Otto zum Kaiser gekrönt und verband damit den Anspruch der römisch-deutschen Königswürde auf das westliche „römische“ Kaisertum (Reichsidee). Das in der modernen Forschung als römisch-deutsches Reich bezeichnete Imperium nahm unter den Ottonen eine hegemoniale Machtstellung im westlichen Europa ein. 1024 traten die Salier die Königsnachfolge an, die bis zum Ende des Mittelalters stets an eine Wahl durch verschiedene Große des Reichs gekoppelt war. 1033 kam als dritter Reichsteil (neben dem nordalpinen deutschen Reichsteil und Reichsitalien) noch das Königreich Burgund (Arelat) hinzu. Die Verzahnung weltlicher und geistlicher Macht durch das Reichskirchensystem (die Details sind in der neueren Forschung umstritten) führte nun zum Konflikt mit dem reformierten Papsttum (Investiturstreit), der ab etwa 1076 einsetzte, und der mit dem Wormser Konkordat 1122 eine Zwischenlösung erfuhr. Als sein Höhepunkt gilt der sprichwörtlich gewordene Gang nach Canossa 1077. Einen weiteren Höhepunkt erreichte die Auseinandersetzung zwischen Kaiser und Papst in staufischer Zeit. Kaiser Friedrich I. betonte die Würde des Kaisertums und den Honor Imperii, doch musste er in Italien gegenüber den selbstbewussten Stadtstaaten und dem Papsttum schwere Rückschläge hinnehmen. Der schärfste Konflikt zwischen Kaiser und Papst entbrannte unter Friedrichs Enkel Friedrich II. und endete faktisch mit dem Tod des Kaisers 1250 und dem Zusammenbruch der staufischen Königsherrschaft.
In Form der Territorialstaaten verselbstständigten sich faktisch zahlreiche Feudalherrschaften zu Lasten der königlich-kaiserlichen Macht. Diese war aber nie besonders stark ausgeprägt und die mittelalterlichen Könige waren zur effektiven Herrschaftsausübung auf den Konsens mit den Großen des Reiches angewiesen (konsensuale Herrschaft).[99] Kaiser Heinrich VI., ein Sohn Friedrich Barbarossas, war schon Ende des 12. Jahrhunderts mit dem Versuch gescheitert, durch den Erbreichsplan die Erbmonarchie einzuführen. Während sich das Westfrankenreich in einem längeren Prozess zum französischen Zentralstaat entwickelte, blieb das Ostfrankenreich bzw. das Römisch-Deutsche Reich durch Landesherren und das Recht der Königswahl geprägt. Die Machtstellung der Fürsten nahm infolge des Interregnums noch einmal zu. Mitte des 13. Jahrhunderts setzte sich im Heiligen Römischen Reich, eine erst in dieser Zeit aufkommende Bezeichnung, die Auffassung durch, dass einem Kollegium der Kurfürsten, die seit Beginn des 13. Jahrhunderts als eine Gruppe mächtiger Fürsten hervortraten, die Wahl des Königs zustehe. Die Goldene Bulle von 1356 legte endgültig eine kurfürstliche Wahlmonarchie fest, deren politische Grundlage sich durch das Bündnis des Kurvereins von Rhense bereits im Jahr 1338 formiert hatte. Obwohl die Könige und Kaiser wiederholt versuchten, ihre Position zu stärken, blieb das Reich ein supranationaler Verband großer, mittelgroßer und vieler Klein- und Kleinstterritorien sowie Freier Reichsstädte (→&#160;Historisches Territorium).
Das Spätmittelalter (ca. 1250–1500) wird in der neueren Forschung im Gegensatz zur älteren Lehrmeinung nicht mehr als Niedergangszeit begriffen.[100] Die Zeit bis ins späte 14. Jahrhundert war stark vom Wahlkönigtum geprägt: Drei große Familien, die Habsburger, die Luxemburger und die Wittelsbacher, verfügten über den größten Einfluss im Reich und über die größte Hausmacht. Als bedeutendster spätmittelalterlicher römisch-deutscher König gilt Karl IV.[101] Neben Krisen wie der Pest (Schwarze Tod) Mitte des 14. Jahrhunderts, die Agrarkrise und das abendländische Schisma, florierten aber auch die Städte, der Handel und es begann der Übergang in die Renaissance. Im Reich traten die Habsburger das Erbe der Luxemburger an, die 1437 in männlicher Linie ausstarben, und stellten nun bis zum Ende des Reichs fast kontinuierlich die römisch-deutschen Herrscher.
Zu Beginn der Neuzeit verfolgte Kaiser Karl V. aus der Dynastie der Habsburger durch Kaisertum und spanisches Königtum das Konzept einer Universalmonarchie. Er erlangte einen globalen Wirkungsbereich, der neben der Vorherrschaft in Europa auch ein überseeisches spanisches Kolonialreich einschloss.[102] 1517 trat Martin Luther mit der Forderung nach einer grundlegenden Reform der Kirche auf und legte damit das Fundament für die Reformation. Die innerkirchlichen und theologischen Auseinandersetzungen in Verbindung mit einer anti-römischen (anti-päpstlichen) Haltung bestärkten die Reformation, aus der zahlreiche „protestantische“ Konfessionen hervorgingen. Die Gegenreformation war die Reaktion der katholischen Kirche, doch behauptete sich die evangelische Kirche in weiten Teilen des Reiches. Bald bestimmte der Landesherr die Konfession seiner Untertanen (Cuius regio, eius religio), der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden von 1555 schaffte einen vorläufigen Ausgleich. Nach dem mit hohen Todesopfern und zahlreichen verheerten Landschaften verbundenen Dreißigjährigen Krieg (1618–1648), der sowohl durch konfessionelle als auch durch habsburgisch-französische Gegensätze ausgelöst worden war, hatte der römisch-deutsche Kaiser infolge der Regelungen des Westfälischen Friedens und des ihm folgenden Jüngsten Reichsabschieds eine deutlich geschwächte, eher auf die Repräsentation des Reichs beschränkte Machtstellung. Die Reichsfürsten gingen gestärkt aus diesem Konflikt hervor, hatten sie mit dem Frieden sogar das Recht erhalten, mit auswärtigen Mächten Verträge abzuschließen. Das Reich wurde dadurch de facto zu einem Staatenbund,[103] de jure blieb es bis zum Ende 1806 ein monarchisch geführtes und ständisch geprägtes Herrschaftsgebilde, in denen die einzelnen Reichsglieder jedoch weitgehend unabhängig agierten. Frankreich hatte im Krieg die Protestanten unterstützt, um Habsburg zu schwächen; es betrieb eine gezielte Expansionspolitik im Grenzraum und besetzte mehrere Reichsterritorien (Reunionspolitik), was erneut zu Spannungen führte. Ab 1663 erörterten Kaiser und Reichsfürsten ihre politischen Angelegenheiten im Reichstag durch ihre Gesandten permanent (Immerwährender Reichstag).
Der politische Aufstieg Preußens im 18. Jahrhundert führte zum Konflikt mit dem Hause Habsburg. Im 17./18.&#160;Jahrhundert entwickelte sich nach französischem Vorbild der Absolutismus, der jedoch anders als dort nicht die königliche Zentralgewalt, sondern einzelne Fürstentümer zu bürokratisch organisierten, frühmodernen Staaten werden ließ. Manche Herrscher, insbesondere König Friedrich II. von Preußen, aber partiell auch seine kaiserlichen Rivalen Maria Theresia, Franz I. und Joseph II., öffneten sich dem philosophischen Zeitgeist (Aufgeklärter Absolutismus).
Dieser Zustand währte bis 1806, als Napoleon I. Mitteleuropa eroberte und das schwache Reichsgebilde zum Einsturz brachte. Der letzte Kaiser des nur noch formell bestehenden Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Franz II., der erst 1804 auch Kaiser des durch ihn gegründeten österreichischen Vielvölkerstaates geworden war, legte die Reichskrone nieder. Damit erlosch das Reich.Rheinbund, Deutscher Bund, Norddeutscher Bund (1806–1871)
→&#160;Hauptartikel: Rheinbund, Deutscher Bund, Deutsche Revolution 1848/1849 und Norddeutscher Bund und
Der Deutsche Bund 1815–1866
Unter Napoleons Einfluss war zwischen 1801 und 1806 durch den Frieden von Lunéville, den Reichsdeputationshauptschluss und die Rheinbundakte die Anzahl der Staaten im Gebiet des „Alten Reiches“ von etwa 300 auf etwa 60 verringert worden. Teile Deutschlands, vor allem im Westen und Nordwesten, annektierte Frankreich 1790 bis 1793, 1797 bis 1801, 1806, 1808 sowie 1811. Darüber hinaus schuf es sich deutsche Vasallenstaaten, etwa das Königreich Westphalen, das Großherzogtum Berg und das Großherzogtum Frankfurt, deren Throne Napoleon mit Angehörigen seiner Familie besetzte. Kleine und mittlere deutsche Staaten baute Napoleon zu Bündnispartnern auf, indem er ihnen Gebietserweiterungen auf Kosten der bisherigen geistlichen Gebiete, Reichsstädte und anderer reichsunmittelbarer Stände verschaffte. Nutznießer dieses Prozesses waren vor allem Bayern, Württemberg und Baden. Der Sieg über Österreich in der Schlacht von Austerlitz 1805 erlaubte es Napoleon, seinen Einfluss in Deutschland weiter auszubauen.[104] Die vergrößerten Mittelstaaten wurden im Rheinbund vereinigt und standen so als Verbündete zur Verfügung. Im Ergebnis hatte Frankreich damit den bisherigen Rivalen, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, ausschalten, große Teile seines Territoriums annektieren und das übrige Gebiet im Wesentlichen in drei Teile aufspalten können: Rheinbund, Preußen und Österreich.
Diese Zeit der französischen Vorherrschaft brachte in den Rheinbundstaaten erhebliche Modernisierungsanstöße, so etwa in Bayern unter dem Minister Maximilian von Montgelas.[105] Teils eigenständig blieben die stark beschnittenen Konkurrenten Österreich und Preußen. Auch in Preußen wurden nach der katastrophalen Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 tiefgreifende Reformen unternommen, um den Staat wieder handlungs- und wehrfähig zu machen.
Völkerschlacht bei Leipzig, 1813, Gemälde aus dem Jahr 1815
Ab 1809 regte sich Widerstand gegen die französische Besatzung. Bekannte Vorkämpfer gegen Napoleon und seine Verbündeten waren Andreas Hofer im österreichischen, nun jedoch bayerisch besetzten Tirol und Ferdinand von Schill in Preußen. Dieser Widerstand wurde jedoch zunächst niedergeschlagen.[106] Erst nach Napoleons Niederlage im Russlandfeldzug 1812 konnten Preußen und Österreich 1813 darangehen, im Bündnis mit Russland die französischen Truppen zu vertreiben. In den Befreiungskriegen (1813–1815) entstand ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl der Deutschen, zunächst angeführt von Dozenten und Studenten der protestantischen Universitäten, z.&#160;B. im Lützower Freikorps, das auch als Ursprung der Farben Schwarz-Rot-Gold gilt. Die meisten Rheinbundstaaten gingen im Verlauf des Jahres 1813 auf die Seite der Verbündeten über, ein erster großer Erfolg war deren Sieg in der Leipziger Völkerschlacht im Oktober 1813. Weitere Kämpfe folgten bis zur endgültigen Niederlage Napoleons 1815.
Nach der Niederlage Napoleons restaurierte der Wiener Kongress (1814–1815) weitgehend die alten monarchischen Herrschaftsverhältnisse. Im Deutschen Bund, einem von dem Kaisertum Österreich und dem Königreich Preußen dominierten Staatenbund (→&#160;Deutscher Dualismus), organisierten sich 38 Staaten (→&#160;Drittes Deutschland). Der Bundestag, mit Sitz in Frankfurt am Main, bildete das Entscheidungsgremium. 1833/1834 wurde der Deutsche Zollverein geschaffen, in dem Preußen die vorherrschende Macht war.
Borsig Lokomotivfabrik im Berliner „Feuerland“ um 1847. Die einsetzende Industrielle Revolution verursachte einschneidende gesellschaftliche Veränderungen.
In der Ära des Vormärz bewahrte der Hochadel mithilfe einer in den Karlsbader Beschlüssen gipfelnden Repression und Restauration seine Macht. Das wirtschaftlich erstarkende Bürgertum forderte jedoch weiter Teilhabe an der politischen Macht.
Im Oktober 1817 trafen sich Professoren und Studenten zum Wartburgfest. „Höhepunkt“ war die Verbrennung von Werken von Autoren, die gegen einen deutschen Staat waren, wie zum Beispiel August von Kotzebue. Zum später so genannten Hambacher Fest trafen sich 1832 über 30.000 Menschen aus vielen Bevölkerungskreisen und Staaten. Dort wurden die Farben Schwarz-Rot-Gold gehisst, die später zu den Nationalfarben wurden (→&#160;Flagge Deutschlands).
Frankfurter Nationalversammlung, 1848–1849. Das erste frei gewählte Parlament für ganz Deutschland tritt in der Frankfurter Paulskirche zusammen.
Am 1.&#160;März 1848 begann mit der Besetzung des Ständehauses des badischen Landtags in Karlsruhe die Märzrevolution. Durch Aufstände der Bürger mussten viele konservative Politiker ihren Platz räumen, unter ihnen der österreichische Staatskanzler Fürst Metternich, der noch im Wiener Kongress die Monarchie nach Napoleons Abtreten mitrestauriert und die Epoche seitdem geprägt hatte.
Unter dem Druck der revolutionären Ereignisse in Berlin seit dem 6.&#160;März 1848 gab der preußische König Friedrich Wilhelm IV. zunächst nach, machte Zugeständnisse und akzeptierte die Einrichtung der Frankfurter Nationalversammlung. Die von jener ausgearbeitete Paulskirchenverfassung, die Deutschland in eine geeinte konstitutionelle Monarchie umgewandelt hätte, lehnte er jedoch ebenso ab wie die ihm angetragene Kaiserkrone, die er als bürgerliche „Lumpenkrone“ bezeichnete.
Der Maiaufstand vom Mai 1849 wurde niedergeschlagen und endete am 23.&#160;Juli 1849 mit der Einnahme von Rastatt durch preußische Truppen. Die Niederlage der demokratischen Bewegung führte zu Flucht und Auswanderung der „Forty-Eighters“ und zu einer neuen Phase reaktionärer Politik in den deutschen Staaten (Reaktionsära).
Bald nach der gescheiterten Revolution von 1848/49 kam es zur Kollision Preußens mit der Großmacht Österreich um die Vormachtstellung im Deutschen Bund, die zum Preußisch-Österreichischen Krieg (später auch „Deutscher Krieg“) von 1866 führte. Nachdem Preußen diesen Krieg für sich entschieden hatte, kam es zur Auflösung des Deutschen Bundes. Preußen annektierte etliche Gebiete nord- und mitteldeutscher Kriegsgegner, so dass sich die Zahl der deutschen Staaten weiter verringerte.
1867: Der Norddeutsche Bund
1866 wurde der Norddeutsche Bund zunächst als Militärbündnis gegründet. Er bekam 1867 eine Verfassung, die ihn zum Bundesstaat machte. Die Gründung des Bundes als souveränen Gesamtstaat zum 1.&#160;Juli 1867 unter preußischer Führung leitete die sogenannte kleindeutsche Lösung ein. Diese zielte entsprechend der Absicht des späteren gesamtdeutschen Gründervaters Otto von Bismarck auf eine staatliche Einigung deutscher Einzelstaaten unter der Vorherrschaft Preußens ohne die damalige Großmacht Österreich.
Deutsches Kaiserreich (1871–1918)
→ Hauptartikel: Deutsches Kaiserreich
Das Deutsche Reich wurde nach der entscheidenden Niederlage Frankreichs in der Schlacht bei Sedan im Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 ausgerufen. Dies geschah einhergehend mit der Proklamation des preußischen Königs Wilhelm I. vom ehemaligen Amt des Vorsitzenden des Bundesrates zum ersten Deutschen Kaiser am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles. Damit war der erste deutsche Nationalstaat offiziell begründet.
Die Proklamation des Deutschen Kaiserreichs, Gemälde von Anton von Werner aus dem 19.&#160;Jahrhundert: Reichsgründung im Schloss Versailles, 1871. Bismarck wird erster Reichskanzler.
Mit der Reichsgründung wurden Gebiete eingegliedert, die zuvor nicht oder eine längere Zeit nicht zum einstigen Heiligen Römischen Reich gehört hatten. Dazu zählten Teile von West- und Ostpreußen, das überwiegend polnischsprachige Gebiet Posen und Schleswig. Frankreich trat deutsch- und französischsprachige Teilgebiete der Regionen Lothringen und Elsass ab, welche als „Reichsland Elsaß-Lothringen“ als reichsunmittelbare Gebietskörperschaft ohne Gliedstaatrechte angegliedert wurden (1879 trat für alle reichsländischen Angelegenheiten ein Statthalter an die Stelle des Reichskanzlers).
Otto von Bismarck hatte als preußischer Ministerpräsident auf die Reichsgründung hingewirkt, maßgeblich die Reichsverfassung entworfen und wurde nun erster Reichskanzler. Seine Politik stützte die Macht des monarchischen Staates, war aber in wichtigen Politikfeldern auf Modernisierung ausgelegt und in manchen Fragen ambivalent. Mit dem Reichstag entstand das erste voll funktionsfähige und bindende Parlament Deutschlands. Gegen die katholische Kirche führte er einen sogenannten Kulturkampf, in dessen Folge sogar Bischöfe inhaftiert wurden. Inhaltlich waren die Gesetze unter seiner Federführung (zur Schule, zur Ehe) oft eher liberal. Um die Liberalen im Parlament künftig überstimmen zu können, führte Bismarck bei Reichstagswahlen das demokratische Wahlrecht für alle Männer ein. Nationalliberale waren andererseits lange Zeit Partner Bismarcks. Er bekämpfte die Sozialdemokratie seit 1878 mithilfe der Sozialistengesetze, versuchte aber, die Arbeiter durch eine moderne Sozialgesetzgebung an den Staat zu binden.
Deutsches Kaiserreich, 1871–1918
Seine anfangs aggressive Außenpolitik änderte sich ab der Reichsgründung zu einer Bündnispolitik, die ein defensives Bündnissystem schuf, mit Deutschland als halbhegemonialer Macht in der Mitte Europas. Frankreich wurde isoliert und ermutigt, sich auf seine Kolonien (und nicht auf das verlorene Elsass-Lothringen) zu konzentrieren.
Dem Erwerb eigener Kolonien und später sogenannter Schutzgebiete stand Bismarck aber skeptisch gegenüber. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und Kolonialpolitik deutscher Kaufleute führten trotzdem dazu, dass auf der Berliner Kongokonferenz 1884 eine Gruppe Deutscher sich bei der Teilung Afrikas Gebiete zusprach, sodass das Deutsche Reich in den Kreis der Kolonialmächte eintrat, nachdem schon in den frühen 1880er-Jahren deutsche Vereine Territorien in Afrika und Asien erworben hatten.
Im „Dreikaiserjahr“ 1888 kam Wilhelm II. an die Macht. Er zwang Bismarck 1890 zum Rücktritt und forderte für das wirtschaftlich und militärisch aufgestiegene Deutsche Reich die Anerkennung der bisherigen Großmächte, vor allem Englands. Dies wurde oft harsch vorgetragen mit dem Wunsch nach einem ebenbürtigen „Platz an der Sonne“ und drückte sich auch im Erwerb von Kolonien und dem Aufbau einer Flotte aus. Daraus folgten Verstimmungen in England und ein neues Bündnissystem entstand, das statt Frankreich nun Deutschland ausschloss. Das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand löste im Jahre 1914 den Ersten Weltkrieg aus, nachdem Wilhelm II. seinem Bündnispartner Österreich-Ungarn eine bedingungslose Unterstützungszusage gegeben hatte, als die Donaumonarchie Serbien den Krieg erklärte. Ebenso hatte Frankreich in der Julikrise der russischen Regierung seine Hilfe zugesichert und dafür einen raschen Vormarsch der Russen auf das Deutsche Reich verlangt. Mehr als zwei&#160;Millionen deutsche Soldaten starben im Ersten Weltkrieg, rund 800.000 Zivilisten starben an Hunger.
Weimarer Republik (1919–1933)
→ Hauptartikel: Weimarer Republik
Deutsches Reich 1919–1937
Mit der deutschen Kapitulation 1918 und der Novemberrevolution endete nicht nur der Erste Weltkrieg, sondern auch die Monarchie im Deutschen Reich. Im Vertrag von Versailles wurden erhebliche Gebietsabtretungen, die Alliierte Rheinlandbesetzung und Reparationen auf Grundlage einer ebenfalls festgeschriebenen deutschen Alleinschuld am Krieg bestimmt.
Mit der Ausrufung der Republik wurde am 9.&#160;November 1918 das Kaisertum beendet. Am 30.&#160;November 1918 erhielten erstmals die Frauen mit der Verordnung über die Wahlen zur Verfassungsgebenden deutschen Nationalversammlung (Reichswahlgesetz) aktives und passives Wahlrecht für diese Nationalversammlung.[107] Die Revolutionsregierung aus rechten und linken Sozialdemokraten nannte sich „Rat der Volksbeauftragten“. Nach der Wahl der verfassunggebenden Nationalversammlung trat die Weimarer Verfassung am 14.&#160;August 1919 in Kraft.
Die Kriegsschuldfrage und die Hypothek der Reparationszahlungen belasteten von Beginn an das politische Klima der jungen Republik. Die von rechtsextremen Kräften verbreitete Dolchstoßlegende führte zu politischen Morden und Putschversuchen, von denen die wichtigsten der Kapp-Putsch 1920 und der Hitler-Ludendorff-Putsch 1923 waren. Wichtige Vertreter der demokratischen Kräfte wie Matthias Erzberger und Walther Rathenau wurden von nationalistischen Attentätern ermordet. Der erste Weimarer Reichskanzler, Philipp Scheidemann, überlebte einen Anschlag am Pfingstsonntag 1922 nur knapp. Andererseits gab es mehrere Aufstände von Kommunisten, wie den Ruhraufstand 1920, die Märzkämpfe in Mitteldeutschland 1921 und den Hamburger Aufstand 1923. Unzureichende Reparationsleistungen der Weimarer Republik nahmen Belgien und Frankreich zum Anlass, in den Jahren 1923 bis 1925 auch das Ruhrgebiet zu besetzen.
Philipp Scheidemann ruft vom Reichstagsgebäude am 9.&#160;November 1918 die Republik aus.
In den kurzen „goldenen Zwanzigern“ blühte die Kultur und ab 1924 auch die Konjunktur. Berlin war damals mit über vier&#160;Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt der Erde – nach New York und London – und wurde zu einer der dynamischsten Städte der Welt (siehe Berlin in der Weimarer Republik).
Ein jähes Ende erfuhr die Prosperität 1929 im Gefolge des Schwarzen Donnerstags, als durch den Zusammenbruch der New Yorker Börse die Weltwirtschaftskrise ausgelöst wurde. Zu deren Höhepunkt 1932 gab es in Deutschland mehr als sechs&#160;Millionen Arbeitslose, die größtenteils in Elend lebten. In der Folge fanden extremistische Parteien noch stärkeren Zulauf als zuvor, sodass es für die gemäßigten Parteien zunehmend schwieriger wurde, stabile Regierungen zu bilden. Nach dem Erdrutschsieg der Nationalsozialisten bei der Reichstagswahl 1930 verfügten die Reichskanzler, die in rascher Folge wechselten, über keine parlamentarische Mehrheit mehr. Die sogenannten Präsidialkabinette waren nur noch vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und dessen Notverordnungen abhängig.
Die Spar- und Deflationspolitik des Reichskanzlers Brüning verschärfte die wirtschaftliche Krise noch weiter. Dessen Nachfolger Franz von Papen (Juni–November 1932) unterstellte die demokratische Regierung Preußens einem Reichskommissar („Preußenschlag“) und ließ Neuwahlen abhalten, bei denen die Nationalsozialisten noch stärker wurden. Reichskanzler Kurt von Schleicher versuchte durch eine „Querfront“ von Gewerkschaften und Teilen der Nationalsozialisten eine Machtübernahme Adolf Hitlers zu verhindern, scheiterte aber an Franz von Papen, der Hindenburg dazu überredete, Hitler trotz starken Widerwillens zum Reichskanzler zu ernennen.
Hitlers Regierung vom 30.&#160;Januar 1933 war zunächst eine Koalition von Nationalsozialisten und Teilen der Konservativen, darunter Franz von Papen und Alfred Hugenberg. Am 27.&#160;Februar kam es zum Reichstagsbrand, dessen Ursache bis heute nicht geklärt ist. Hitler nutzte die Brandstiftung, um die sogenannte Reichstagsbrandverordnung zu verabschieden, die auf unbestimmte Zeit die Grundrechte außer Kraft setzte. Die nun folgenden Massenverhaftungen politischer Gegner, insbesondere von Kommunisten und Sozialdemokraten, prägten das Vorfeld der Reichstagswahl 1933. Trotz erheblicher Stimmengewinne verfehlte die NSDAP auch hier die absolute Mehrheit und ging daher ein Bündnis mit der reaktionär geprägten DNVP ein. Die endgültige Machtübernahme erfolgte fünf Tage später, als der neu zusammengetretene Reichstag mit den Stimmen der bürgerlichen Parteien, allein gegen die Stimmen der SPD, ein Ermächtigungsgesetz verabschiedete, welches Hitlers Regierung das Recht zubilligte, Gesetze auch ohne den Reichstag zu beschließen (siehe auch: Rechtsstaatsverständnis im Nationalsozialismus).Nationalsozialistische Diktatur (1933–1945)
→ Hauptartikel: Deutsches Reich 1933 bis 1945&#160;und Zeit des Nationalsozialismus
Großdeutsches Reich, 1943–1945
Die NSDAP errichtete im Deutschen Reich innerhalb kürzester Zeit einen totalitären Einparteienstaat unter Führung Adolf Hitlers. Missliebige Personen wurden aus allen staatlichen Organisationen entfernt. Es wurden erste Konzentrationslager errichtet, um politische Gegner zu beseitigen, insbesondere Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter. Eine Reihe von Direktiven sorgte für die völlige Gleichschaltung der öffentlichen Meinung im Sinne der NSDAP. Missliebige Publikationen wurden, beispielsweise in der öffentlichkeitswirksamen Bücherverbrennung, aus dem Verkehr gezogen und der gesamte Kunstbetrieb auf Parteilinie gebracht&#160;– unerwünschte Kunstwerke wurden für „entartet“ erklärt. Innerhalb kürzester Zeit durchdrang die Partei auch das Privatleben, indem die NS-Propaganda des von Joseph Goebbels geleiteten Reichspropagandaministeriums allgegenwärtig wurde und bereits auf Kinder Druck ausgeübt wurde, den Parteiorganisationen beizutreten.
Persönlich sicherte sich Hitler ab, indem er auch innerparteiliche Gegner und ehemalige Weggefährten ermorden ließ. Im angeblichen Röhm-Putsch ließ er am 30.&#160;Juni 1934 den SA-Führer Röhm und eine Reihe innenpolitischer Gegner töten, woraufhin auch die ihm lästig gewordene SA entmachtet wurde. Stattdessen setzte er auf die ihm bedingungslos ergebene SS und die Reichswehr, deren Generalität auf ihn persönlich ihren Treueeid ablegte. Die Gestapo wurde als politische Polizei zur Bekämpfung der politischen und ideologischen Gegner eingesetzt.
Von Beginn an verfolgte Hitler zwei Ziele: einen Angriffs- und Vernichtungskrieg zur Schaffung neuen „Lebensraumes im Osten“ und die Verfolgung der Juden, die mit Diskriminierung, Demütigung und Ausgrenzung begann und später im Holocaust endete. Nachdem sich Hitler der Gefolgschaft des Militärs versichert hatte, begann schon ab 1934 die Ausrichtung der Wirtschaft auf einen bevorstehenden Krieg: Die Rüstungsausgaben wurden innerhalb kürzester Zeit auf gewaltige Summen getrieben. Arbeitsprogramme, eine enthemmt expansive Geldpolitik und Schuldenwirtschaft waren die wirtschaftspolitischen Instrumente hierfür. Die damit verbundene Senkung der Arbeitslosigkeit wurde von der Bevölkerung begrüßt und als Einlösung wirtschaftlicher Versprechen aufgenommen.
Die Lage der deutschen Juden verschlimmerte sich kontinuierlich: 1935 wurden die Nürnberger Rassengesetze verabschiedet, die persönliche Beziehungen zwischen „Ariern“ und Juden als „Rassenschande“ brandmarkten und schwer bestraften. Juden verloren zuerst alle öffentlichen Ämter, wurden willkürlich verfolgt, bestohlen und erpresst und schließlich mit einem völligen Berufsverbot belegt. Unter dem Begriff „Arisierung“ wurden alle jüdischen Unternehmen enteignet. Immer häufiger wurden nun auch Juden in Konzentrationslager eingewiesen. Viele fassten den Entschluss zur Emigration, die meisten aber blieben in Deutschland, weil sie sich als Deutsche fühlten und ihre Heimat nicht verlassen wollten.
Einfahrtsgebäude des Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, Ansicht von innen, 1945
Die rassistische Weltsicht der Nationalsozialisten und ihre Bemühungen zur Schaffung einer „gesunden“ und verbrechensfreien „Volksgemeinschaft“ (vgl. Herrenrasse) betraf daneben zwei weitere als „fremdrassig“ (vgl. Fremdvölkische) geltende Bevölkerungsgruppen in Europa, Roma sowie Angehörige der slawischen Ethnien wie Polen und Russen oder Ukrainer. Nicht als „fremdrassig“, aber als die Gesundheit des „Volkskörpers“ angeblich bedrohende deutsche Bevölkerungsgruppen waren Homosexuelle, Behinderte und die zahlreichen Gruppen der „Asozialen“ von der rassenhygienischen Utopie und also von Repression, Gewalt und Mord betroffen.
Währenddessen feierte das Regime einige Propagandaerfolge. 1935 stimmte das Saarland für eine Rückkehr ins Reich und wurde eingegliedert, 1936 verbesserten die Olympischen Spiele das Ansehen im Ausland, im gleichen Jahr erfolgte die erneute Besetzung des entmilitarisierten Rheinlands. Die aggressive Expansion über die deutschen Grenzen hinaus begann mit dem Anschluss von Österreich im Jahr 1938, der unter dem Jubel großer Teile der Bevölkerung betrieben wurde, woraufhin Deutschland als „Großdeutsches Reich“ bezeichnet wurde (vgl. Großdeutsche Lösung)&#160;– ab dem 26.&#160;Juni 1943 trug das Deutsche Reich hinfort auch offiziell den Namen Großdeutsches Reich. Gemäß dem Münchner Abkommen erreichte Hitler im November 1938 die Annexion des mehrheitlich von Deutschen besiedelten Sudetenlandes.
Erst als Deutschland im März 1939 auch in das restliche Tschechien einmarschierte und es als „Protektorat Böhmen und Mähren“ dem Reichsgebiet zuschlug, ebenso wie das von Litauen rückabgetretene Memelland, erkannten die anderen Staaten den Fehler, den sie mit ihrer Beschwichtigungspolitik (Appeasement-Politik) begangen hatten.
Nachdem Deutschland schließlich am 1.&#160;September 1939 damit begonnen hatte, Polen anzugreifen, erklärten das Vereinigte Königreich und Frankreich Deutschland den Krieg. Der Zweite Weltkrieg forderte in sechs Jahren geschätzte 55 bis 60&#160;Millionen Tote. Mit einer Serie erfolgreicher Aktionen, die als Blitzkrieg in die Geschichte eingingen, gelangen Deutschland zunächst bedeutende militärische Erfolge. Polen wurde im Nichtangriffspakt zwischen Hitler und Stalin aufgeteilt, die Wehrmacht warf anschließend ihre Armeen nach Westen, überfiel die neutralen Staaten Luxemburg, Belgien und Niederlande und besetzte innerhalb von sechs Wochen Frankreich. Zu diesem Zeitpunkt erreichte Hitlers Popularität im Volk seinen Höhepunkt; der Machtbereich des Deutschen Reichs erstreckte sich nun vom Elsass bis nach Krakau.
Mit Kriegsbeginn verschlechterte sich auch das Schicksal der Juden und der anderen verfolgten Minderheiten. Die Ausreise wurde verboten, die Juden wurden in Ghettos gezwungen und mussten den „Judenstern“ tragen, ab Herbst 1939 im besetzten Polen und ab Herbst 1941 im Reich. Bei unzureichender Verpflegung und ständig ausbrechenden Seuchen mussten sie Zwangsarbeit in der Kriegswirtschaft verrichten. Viele von ihnen starben an Entkräftung, Hunger oder Misshandlungen.
Köln am Ende des Bombenkrieges, April 1945
Im Jahre 1941 begann die systematische Ermordung der Juden&#160;– der genaue Zeitpunkt oder ein einzelner Befehl Hitlers dazu ist nicht bekannt. Auf der Wannseekonferenz im Januar 1942 wurden dazu administrativ die Weichen gestellt (sog. Endlösung der Judenfrage). Die mit der Ausführung vor allem beauftragte SS errichtete auf ehemals polnischem oder sowjetischem Gebiet Vernichtungslager, in denen die meisten Opfer, in Viehwaggons herangebracht, sofort vergast wurden. Allein in Auschwitz-Birkenau wurden auf diese Art über eine&#160;Million Menschen ermordet. Insgesamt beläuft sich die wissenschaftlich gesicherte Zahl der ermordeten Juden auf 6,3&#160;Millionen.
Zwischenzeitlich hatte Hitler der Sowjetunion den Krieg erklärt (Russlandfeldzug 1941–1945). Seit Juni 1941 marschierte das Heer scheinbar unaufhaltsam auf Moskau vor und wurde erst im Dezember gestoppt. Nachdem der Kriegsverbündete Japan im selben Monat die amerikanische Marine in Pearl Harbor überfallen hatte, erklärte Deutschland auch den Vereinigten Staaten von Amerika den Krieg. Mangelnde Ressourcen und die Übermacht des Gegners ließen schon bald die Kriegswende eintreten. Als überdeutliches Zeichen dafür wird gemeinhin die erbittert geführte und verlorene Schlacht von Stalingrad angeführt, die in der völligen Aufreibung der deutschen 6.&#160;Armee endete.
Je unvermeidlicher die Niederlage wurde, desto härter wurde die Politik nach innen geführt. Goebbels rief im Berliner Sportpalast 1943 unter frenetischem Jubel des Publikums den „totalen Krieg“ aus, heute ein oft zitiertes Beispiel für die nationalsozialistische Propaganda dieser Zeit (siehe Sportpalastrede). Die gesamte Produktion wurde nun auf den Krieg ausgerichtet, während die deutschen Armeen an fast allen Fronten zurückwichen und zahlreiche deutsche Städte durch den Bombenkrieg zerstört wurden. Erst als die sowjetischen Armeen schon Berlin eingenommen hatten, nahm sich Hitler am 30.&#160;April 1945 in seinem Führerbunker das Leben. Die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht folgte am 8.&#160;Mai. Die Verhaftung der letzten Reichsregierung unter Karl Dönitz in Flensburg-Mürwik erfolgte erst am 23. Mai 1945. Die überlebenden politischen und militärischen Hauptverantwortlichen wurden später in den Nürnberger Prozessen verurteilt. 1988 wurde die letzte Schuldrate für den Zweiten Weltkrieg beglichen.
Alliierte Besatzung (1945–1949)
→ Hauptartikel: Deutschland 1945 bis 1949&#160;und Besatzungszone
Die Teilnehmer der Potsdamer Konferenz, 1945
Deutschland wurde in den Grenzen vom 31. Dezember 1937 aufgeteilt.[108] In einer Zusatzerklärung zur Berliner Erklärung vom 5. Juni 1945[109] legten die vier Siegermächte – USA, UdSSR, Großbritannien und Frankreich[110] – die einzelnen Besatzungszonen fest und übten sodann westlich der Oder-Neiße-Linie die Hoheitsgewalt in ihrer jeweiligen Zone und gemeinsam mittels einer Alliierten Kommandantur über Groß-Berlin aus.[111] Die deutschen Ostgebiete wurden durch die Potsdamer Beschlüsse ausgegliedert und waren mithin nicht mehr dem alliierten Besatzungsrecht unterworfen.[112] Die Vier Mächte bemühten sich anfangs noch um eine gemeinsame Besatzungspolitik. Einig war man sich über eine Demilitarisierung und die sogenannte Entnazifizierung. Aber schon bei der Frage, was man unter einer Demokratie zu verstehen habe, zeigten sich erste Meinungsverschiedenheiten zwischen der Sowjetunion einerseits und den Westmächten andererseits.
Die vier Besatzungszonen gemäß dem Potsdamer Abkommen, das Saarprotektorat und die von der Sowjetunion unter polnische und sowjetische Verwaltung gestellten Ostgebiete
Auf Betreiben Stalins, der die 1921 an Polen verlorenen Gebiete (Ostpolen, Kresy) 1939 bzw. 1944 zurückerobert sowie weitere Gebiete (u.&#160;a. Ostgalizien) der Sowjetunion zugeschlagen hatte, wurden die Ostgebiete des Deutschen Reiches sowie die bis zum Einmarsch der Wehrmacht 1939 Freie Stadt Danzig als Ausgleich unter polnische Verwaltungshoheit gestellt, wobei die spätere Volksrepublik Polen die Verwaltungsgebiete als polnisches Staatsgebiet betrachtete und behandelte. So fielen Hinterpommern, Schlesien, Ostbrandenburg (Neumark) und das südliche Ostpreußen faktisch an Polen, das nördliche Ostpreußen als Gebiet Kaliningrad an die Sowjetunion&#160;– ein Vorgehen, das von den Westmächten auf der Konferenz von Potsdam nur widerstrebend gebilligt wurde. Die meisten deutschen Bewohner im neuen Einflussbereich der Sowjetunion wurden aus ihrer Heimat, die nun in Polen, der Tschechoslowakei usw. lag, vertrieben. Dabei verlor Deutschland ein Viertel seines Gebietes von 1937, und ein Fünftel seiner Bevölkerung wurde zu Flüchtlingen.
In den drei Westzonen wurde im Mai 1949 die Bundesrepublik Deutschland gegründet, nachdem sich die Westalliierten in der Ruhrfrage darauf geeinigt hatten, die für den Wiederaufbau bedeutende Montanindustrie an Rhein und Ruhr unter ein Ruhrstatut zu stellen. In der Sowjetischen Zone (im Westen zunächst Mitteldeutschland genannt) entstand im Oktober 1949 die Deutsche Demokratische Republik. Beide Staaten (wenn auch die DDR nicht mehr in den Grenzen von 1937) unterstrichen die politisch-rechtliche Kontinuität zwischen sich und einem gesamtdeutschen Staat[113] (vgl. Deutsches Reich#Staatsrechtliche Fragen), wovon die DDR später aber abrückte, da damit auch Verpflichtungen verbunden waren, und weil keine Fortsetzung eines kapitalistischen Staates erwünscht war.
Die Republik Österreich wurde in den Grenzen von 1938 wiederhergestellt.[114] Die Grenzziehung der deutschen Bundesländer wurde teilweise durch die Grenzen der Besatzungszonen (vgl. auch Besatzungsfreie Zone) bestimmt, insbesondere zwischen Niedersachsen und Mecklenburg bzw. Sachsen-Anhalt sowie zwischen Thüringen und Hessen, woraus die spätere innerdeutsche Grenze wurde.
Bundesrepublik Deutschland und DDR (1949–1990)
→ Hauptartikel: Deutsche Teilung, Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (bis 1990)&#160;und Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik
Grenzen der Bundesrepublik Deutschland, West-Berlins und der DDR ab 1957
Die Bundesrepublik Deutschland ist der erste Staat auf deutschem Boden, welcher den Namen Deutschland in seinem offiziellen Staatsnamen trägt; weitere Vorschläge bei den Beratungen zum Grundgesetz waren Deutsche Republik, Republik Deutschland, Deutsche Staatengemeinschaft, Union deutscher Länder und schließlich Bund deutscher Länder.[115] Sie wurde am 23.&#160;Mai 1949 in den drei westlichen Besatzungszonen gegründet. An diesem Tag wurde das Grundgesetz als „Provisorium“ (Carlo Schmid) oder „Transitorium“ (Theodor Heuss)[116] für eine Verfassung in Kraft gesetzt. Das Grundgesetz enthielt in der Präambel „(…) Das gesamte Deutsche Volk bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden“ ein Wiedervereinigungsgebot, das im Zuge der deutschen Vereinigung verwirklicht werden konnte. Bonn wurde am 3.&#160;November 1949 zur vorläufigen Hauptstadt erklärt.
Die Gründung der DDR erfolgte am 7.&#160;Oktober desselben Jahres in der Sowjetischen Besatzungszone. Nach einer Verwaltungsreform 1952 entstanden daraus 14 Bezirke mitsamt Ost-Berlin, das ab 1961 selbst „die Funktion eines Bezirkes“ ausübte.[117]
Während in der DDR eine Planwirtschaft errichtet wurde, entschied sich die Bundesrepublik für die soziale Marktwirtschaft. Die sowjetische Besatzungsmacht sorgte mit hohen Reparationsforderungen (vor allem Demontagen) für schwierige Startbedingungen auf dem Gebiet der DDR.[118] Zwar hatte auch der unter westalliierter Besatzung stehende größere Teil Deutschlands Reparationslasten zu tragen, aber hier wurde mit dem Marshallplan für die westlichen Länder Europas spürbar geholfen, die Kriegsfolgen zu überwinden. Das mit dem Korea-Boom einsetzende „Wirtschaftswunder“ führte zu anhaltend hohen Wachstumsraten, Vollbeschäftigung und Wohlstand.
Durch den Kalten Krieg wurden die Deutschen in Ost und West physisch immer mehr getrennt. Der Eiserne Vorhang zog sich quer durch Mitteleuropa und teilte auch Deutschland. Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 wurde der letzte freie Zugang in den Westen gesperrt.
Konferenzort, an dem 1957 die Römischen Verträge unterzeichnet wurden. Die Bundesrepublik wird Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft.
Mit der Aufhebung des alliierten Besatzungsstatuts wurde die Bundesrepublik Deutschland am 5.&#160;Mai 1955 souverän. Diese Souveränität beschränkte sich auf den Geltungsbereich des Grundgesetzes, das heißt, die Alliierten behielten ein Vorbehaltsrecht über Deutschland als Ganzes und die Viersektorenstadt Berlin ein. Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, verkündete damals: „Heute, fast zehn Jahre nach dem militärischen und politischen Zusammenbruch des Nationalsozialismus, endet für die Bundesrepublik Deutschland die Besatzungszeit.“
Die wichtigsten außenpolitischen Meilensteine dieser Ära waren die Westintegration&#160;– 1955 trat Westdeutschland der NATO bei&#160;– und die Beteiligung am wirtschaftlichen Zusammenschluss in Europa, der mit der Montanunion 1952 begann und durch die Römischen Verträge 1957 einen entscheidenden Schub erhielt. Die DDR wurde im September 1950 Vollmitglied im Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) und, nach der gewaltsamen Niederschlagung des Volksaufstandes des 17.&#160;Juni 1953 und dem Aufbau eigener Streitkräfte, auch des Warschauer Pakts.
Die Berliner Mauer (1986) am Bethaniendamm in Kreuzberg (West-Berlin)
In den 1960er-Jahren führten einige politische Affären und das Aufkommen kritischer Ideen insbesondere der Studenten zum Ruf nach einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel. Eine 1967 einsetzende Wirtschaftskrise, die studentische 68er-Bewegung und die Wahlerfolge der NPD verstärkten den Eindruck einer politischen Krise. Die 1966 gebildete Große Koalition aus CDU und SPD unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) verabschiedete eine Reihe grundlegender Gesetzesänderungen (Notstandsgesetze) und versuchte, sich mithilfe der Globalsteuerung an die wirtschaftlich schwierigeren Zeiten anzupassen. Gleichzeitig wurde die deutsche Studentenbewegung der 1960er-Jahre zunehmend mit der außerparlamentarischen Opposition gleichgesetzt.
Mit dem Antritt der sozialliberalen Regierung unter Willy Brandt (SPD) 1969 wurden eine Reihe sozialer, gesellschaftlicher und außenpolitischer Reformen umgesetzt. Die „Neue Ostpolitik“, die auf Verständigung mit Osteuropa setzte und im Kniefall von Warschau einen symbolischen Ausdruck fand, führte zu außenpolitischer Entspannung und brachte Brandt 1971 den Friedensnobelpreis ein. Den Auftakt hatte das Erfurter Gipfeltreffen 1970 gebildet. Diese Politik wurde aber von Konservativen teilweise scharf kritisiert. Brandt überstand im April 1972 ein konstruktives Misstrauensvotum, und die SPD rettete sich in Neuwahlen.
Im Jahr 1973 wurde die Bundesrepublik Deutschland neben der DDR (134.) der 133. Mitgliedstaat der UNO. Dieser Beitritt wurde von der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag mehrheitlich abgelehnt, worauf deren Vorsitzender Rainer Barzel zurücktrat.
Bornholmer Straße im westlichen Teil Berlins. Einen Tag nach dem 9. November 1989 und dem Fall der Mauer bereitet ein Spalier Besuchern aus der DDR einen ersten Empfang.
Brandts zweite Amtszeit (1972–1974) war überschattet von wirtschaftlichen Problemen, zu denen die Ölkrise 1973 sowie inflationäre Tendenzen aufgrund hoher Tarifabschlüsse geführt hatten. Die versprochenen innenpolitischen Reformen waren nicht bezahlbar. Brandt trat nach der Aufdeckung einer Spionageaffäre um seinen Mitarbeiter Günter Guillaume zurück.
Sein Nachfolger Helmut Schmidt (SPD), seit Juni 1974 im Amt, hatte mit steigender Verschuldung und Arbeitslosigkeit, mehreren Wirtschaftskrisen und dem Terror der RAF zu kämpfen. Als Kanzler und Person bei den Deutschen geschätzt, verlor er jedoch den Rückhalt seiner Fraktion, die zunehmend gegen seine Unterstützung des NATO-Doppelbeschlusses opponierte.
Nach dem Auseinanderbrechen der Koalition wurde Helmut Kohl (CDU) nach einem konstruktivem Misstrauensvotum am 1.&#160;Oktober 1982 zum Kanzler gewählt. Er regierte länger als alle seine Vorgänger und gilt als Kanzler der deutschen Einheit. Diese wurde durch die Veränderungen in der Sowjetunion durch Glasnost und Perestroika ermöglicht und maßgeblich von den Massendemonstrationen in der DDR sowie der dortigen Ausreisebewegung vorangetrieben. Am 9.&#160;November 1989 musste die DDR-Führung die Mauer öffnen, nachdem ein Sprecher durch ein Versehen einen Massenansturm auf die Grenzübertrittsstellen ausgelöst hatte.
Bei den ersten freien Wahlen zur Volkskammer am 18.&#160;März 1990 gewann das von der Ost-CDU geführte Parteienbündnis „Allianz für Deutschland“. (Letzter) Ministerpräsident der DDR wurde Lothar de Maizière (CDU). Nun war der Weg frei für die deutsche Wiedervereinigung. Diese fand im Einvernehmen mit den Vertretern der Alliierten im Rahmen der „Zwei-plus-Vier-Gespräche“ statt.
Siehe auch: Deutschlandvertrag&#160;und Pariser Verträge
Berliner Republik (seit 1990)
→ Hauptartikel: Geschichte Deutschlands (seit 1990)
Am 3. Oktober 1990 wurde die deutsche Wiedervereinigung vollzogen. (Deutschlands Außengrenzen seit 1990; innerstaatliche Grenzen zeigen den Stand nach dem 29. Juni 1993)
Laut Art.&#160;1 Absatz 1 des Einigungsvertrags wurden mit dem Wirksamwerden des Beitritts der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland gemäß Art. 23 des Grundgesetzes[119] am 3.&#160;Oktober 1990 die Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen („neue Bundesländer“) Länder der Bundesrepublik Deutschland.[120][121] Dieser Tag wird seitdem mit dem Namen Tag der Deutschen Einheit als deutscher Nationalfeiertag begangen.
Der Zwei-plus-Vier-Vertrag vom 12.&#160;September 1990 regelte die deutsche Frage endgültig: Die Vier Mächte gaben ihre Hoheitsbefugnisse auf, und durch das Inkrafttreten am 15.&#160;März 1991 konnte das wiedervereinigte Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges abschließend die volle staatliche Souveränität wiedererlangen. Bis Ende 1994 verließ der Großteil der fremden Militäreinheiten durch den Truppenabzugsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion vom 12.&#160;Oktober 1990 das Land&#160;– die noch verbliebenen der Westalliierten haben keinerlei Hoheitsbefugnisse mehr und unterliegen dem NATO-Truppenstatut. Deutschland verpflichtete sich zur Abrüstung auf maximal 370.000 Soldaten. Mit dem am 14.&#160;November 1990 in Warschau unterzeichneten deutsch-polnischen Grenzvertrag erkannte Deutschland die Oder-Neiße-Grenze an; das Territorium östlich davon wurde damit endgültig völkerrechtlich Polen zugesprochen. Das wurde durch eine Politik der Aussöhnung mit den östlichen Nachbarn ergänzt, zuerst 1991 mit Polen, dann 1997 mit der Tschechischen Republik.
Mit einer knappen Mehrheit von 338 zu 320 Stimmen beschloss der Bundestag am 20.&#160;Juni 1991, Bonn als Regierungssitz aufzugeben und Regierung und Parlament nach Berlin zu verlegen. Bonn bleibt aber zweites politisches Machtzentrum Deutschlands: Dort befinden sich nach dem Berlin/Bonn-Gesetz von 1994 die ersten Dienstsitze von sechs Bundesministerien; alle anderen haben ihren Zweitsitz in der Bundesstadt Bonn. Der neue Sitz des Deutschen Bundestags ist das von Grund auf renovierte Reichstagsgebäude in Berlin, in dem am 19.&#160;April 1999 erstmals wieder eine Parlamentssitzung stattfand. Bereits zu West-Berliner Zeiten, bis in die 1970er-Jahre, tagten dort oftmals das Plenum und einige Ausschüsse; auch der Bundespräsident wurde dort von 1954 bis 1969 gewählt. Seit 1999 ist die Bundesregierung in Berlin angesiedelt.
Das Bundeskanzleramt in Berlin. Seit 1999 ist die Bundesregierung in der Hauptstadt angesiedelt.
Die 1990er-Jahre waren nach dem kurzen Boom der Wiedervereinigung von geringer wirtschaftlicher Dynamik, Massenarbeitslosigkeit und wahrgenommenem „Reformstau“ geprägt. Insbesondere in den neuen Bundesländern entwickelte sich die Wirtschaft nicht wie erhofft. Mehrere Reformvorhaben der Bundesregierung scheiterten an der rot-grünen Mehrheit im Bundesrat. Außenpolitisch setzte sich Kohl für eine stärkere Zusammenarbeit im Rahmen der Europäischen Union und zum Beispiel für die EU-Osterweiterung ein. Als 1991 die SFR Jugoslawien zu zerfallen begann, war Deutschland eines der Länder, welches die Anerkennung der Unabhängigkeit von Kroatien und Slowenien durch die westlichen Staaten unterstützte. Eine direkte Teilnahme am Zweiten Golfkrieg zur Befreiung Kuwaits lehnte die Bundesregierung ab. Stattdessen leistete Deutschland finanzielle Unterstützung und ersetzte Marineeinheiten der NATO-Partner im Mittelmeer. Nach Beendigung der Kämpfe half ein Verband der Bundesmarine bei der Räumung von Seeminen im Persischen Golf.
Zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte kam es in der Folge der Bundestagswahl 1998 zu einem vollständigen Regierungswechsel. Die bisherigen Regierungsparteien CDU/CSU und FDP verloren ihre Bundestagsmehrheit, die bisherigen Oppositionsparteien SPD und Bündnis 90/Die Grünen bildeten die erste rot-grüne Koalition unter Bundeskanzler Gerhard Schröder. Bei der Bundestagswahl 2002 wurde die Bundestagsmehrheit von SPD und Grünen knapp bestätigt.
Die Einführung des Euro als standardmäßige Währung im Jahr 1999. Die Ausgabe von Banknoten wurde im Jahr 2002 vollzogen.
Die rot-grüne Bundesregierung setzte tiefgreifende Veränderungen in der Sozial-, Renten- und Gesundheitspolitik (siehe Agenda 2010) durch. Mit den Einnahmen aus der umstrittenen Ökosteuer gelang es, die Lohnnebenkosten (Rentenversicherungsbeiträge) zu senken. Allgemein erhielt das Thema Ökologie stärkeres Gewicht, beispielsweise mit dem Beginn des Atomausstiegs oder Gesetzesinitiativen zur Reduzierung von Treibhausgasen. Andere Reformen der rot-grünen Regierung waren etwa das Lebenspartnerschaftsgesetz, das neue Staatsbürgerschaftsrecht und das Gewaltschutzgesetz.
Der erste Kampfeinsatz deutscher Soldaten seit dem Zweiten Weltkrieg&#160;– 1999 im Kosovokrieg&#160;– markierte einen Wendepunkt der deutschen Außenpolitik. Nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York 2001 sicherte Bundeskanzler Schröder den Vereinigten Staaten die „uneingeschränkte Solidarität“ zu.[122] Deutschland unterstützte die „Operation Enduring Freedom“ und den Krieg in Afghanistan, beteiligte sich aber nicht am Irakkrieg 2003. Dies führte zu Konflikten vor allem mit den USA, aber zu großen Sympathiebekundungen aus der deutschen Bevölkerung für den „Friedenskanzler“ Schröder. Die Bundeswehr sicherte die Seewege am Horn von Afrika, entsandte ABC-Spürpanzer nach Kuwait und zog gemäß ihren internationalen Verpflichtungen deutsche Soldaten nicht aus NATO-AWACS-Flugzeugen ab. Letzteres erklärte das Bundesverfassungsgericht im Mai 2008 wegen Verletzung der Rechte des Bundestages für verfassungswidrig.[123]
Die Hartz-IV-Gesetzgebung von 2004 hatte das Ziel, den Arbeitsmarkt zu beleben, wurde jedoch von den direkt Betroffenen als sozial ungerecht empfunden. Das führte zu deutschlandweiten Protesten und einer Niederlagenserie für Rot-Grün bei Landtagswahlen (zuletzt in Nordrhein-Westfalen). Deshalb stellte Bundeskanzler Schröder am 1.&#160;Juli 2005 im Bundestag die Vertrauensfrage nach Art.&#160;68 GG&#160;– mit dem Ziel, diese zu verlieren und so vorzeitige Neuwahlen zu erreichen. Daraufhin löste Bundespräsident Horst Köhler den 15. Deutschen Bundestag auf und setzte Bundestagswahlen für den 18.&#160;September 2005 an. Diese Wahl brachte keiner der angestrebten Koalitionen (SPD/Grüne und Union/FDP) eine Mehrheit, und alle Versuche, eine andere Dreiparteienregierung zu bilden, scheiterten. Daher einigten sich CDU/CSU und SPD auf die Bildung einer Großen Koalition unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel (CDU), die unter anderem Grundfragen des Staatsaufbaus in der Föderalismusreform neu justierte.
Unterzeichnung des Vertrags von Lissabon im Jahr 2007
Am 27.&#160;September 2009 fand die Wahl zum 17. Deutschen Bundestag statt. Die beiden Unionsparteien und die FDP erreichten zusammen die notwendige Mehrheit für die von beiden Seiten angestrebte Bildung einer schwarz-gelben Koalition. Dies war vor allem aufgrund der Stimmenzuwächse der FDP möglich, da die CDU wiederum an Stimmen verlor.[124] Merkel blieb Bundeskanzlerin. Nachdem die Regierung in der Energiepolitik zunächst eine Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke auf den Weg gebracht und damit den Atomkonsens aufgekündigt hatte, beschloss die Regierung nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima, endgültig aus der Atomenergie auszusteigen und die Energiewende voranzutreiben. Weitere seit der schwarz-gelben Koalition vorangetriebene große innenpolitische Projekte in den 2010er-Jahren sind die Schuldenbremse für ausgeglichene Haushalte, die Reform und Vereinfachung der Einwanderungspolitik für mehr qualifizierte Zuwanderung, die Einführung des generellen Mindestlohnes, der Bürokratieabbau sowie die Beförderung der Informatisierung und die Modernisierung der Wirtschaft als Zukunftsprojekt Industrie 4.0.[125]
Der von Deutschland ratifizierte Vertrag von Lissabon trat im Jahr 2009 in Kraft. Seit 2010 ist Deutschland wichtiger Partner von Stützungsmaßnahmen, um der Staatsschuldenkrise im Euroraum zu begegnen. An der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), die für eine Übergangszeit bis zum 30.&#160;Juni 2013 als finanzielles Instrument zur Stützung von Staaten der Eurozone eingerichtet war, trägt die Bundesrepublik einen Anteil von rund 28&#160;Prozent der Verbindlichkeiten. Als dauerhaftes, seit dem 1. Juli 2013 alleinzuständiges Instrument des Euro-Rettungsschirms trat am 27. September 2012 das Finanzinstitut Europäischer Stabilitätsmechanismus (ESM) in Kraft. Sein anfängliches Stammkapital beträgt 700&#160;Milliarden Euro, wovon die Bundesrepublik rund 190&#160;Milliarden Euro beizutragen hatte. Im März 2012 hat Deutschland den Europäischen Fiskalpakt mitunterzeichnet, der zur Bekräftigung und Absicherung des EU-Stabilitäts- und Wachstumspaktes ein Bündel von fiskalpolitischen Pflichten vorsieht.[126] Nach der Bundestagswahl 2013 konnte die schwarz-gelbe Koalition nicht fortgesetzt werden, da die FDP aus dem Parlament ausschied, sodass erneut eine Große Koalition zwischen CDU und SPD unter Angela Merkel gebildet wurde. Neben der europäischen Staatsschuldenkrise gehören die seit Juni 2013 schwelende globale Überwachungs- und Spionageaffäre, der Krieg gegen den Terror und die sich seit 2015 verschärfende Flüchtlingskrise in Europa zu den dominierenden außen- und innenpolitischen Themen. Das Krisenmanagement und die Richtungslosigkeit der schwarz-roten Bundesregierung werden Umfragen zufolge von der Bevölkerung kritisch gesehen, einer Befragung von November 2015 zufolge sind mit ihrer Arbeit 57 Prozent wenig oder gar nicht zufrieden.[127]
Politik
→ Hauptartikel: Föderalismus in Deutschland&#160;und Rechtslage Deutschlands nach 1945
Staatsgründung
Sitz des Deutschen Bundestages in Berlin. Davor die Fahne der Einheit, die seit dem 3. Oktober 1990 ununterbrochen weht.
Als Staat und Völkerrechtssubjekt gilt die Bundesrepublik Deutschland nach herrschender Lehre als identisch mit dem 1867 zu einem Bundesstaat umgewandelten Norddeutschen Bund, der ab 1871 den Namen „Deutsches Reich“ führte. Demzufolge besteht der deutsche Staat ohne Unterbrechungen seit dem Jahr 1867. Der Norddeutsche Bund, der 1866 als Militärbündnis gegründet worden war, erhielt zum 1.&#160;Juli 1867 eine Verfassung, die ihn zu einem monarchischen Bundesstaat unter preußischer Führung formte. Auf dieser Verfassung beruhen die nachfolgenden Verfassungen des Deutschen Reiches von 1871 und 1919 sowie das damals noch provisorische Grundgesetz der Bundesrepublik von 1949, ferner gilt sie als Begründungsakt des von der Bundesrepublik noch heute innegehaltenen Völkerrechtssubjekts. Nach der Kaiserproklamation am 18.&#160;Januar 1871&#160;– die historiographisch auch als deutsche Reichsgründung behandelt wurde&#160;– trat am 16.&#160;April 1871 die Verfassung des Deutschen Reiches in Kraft. Damit entstand nach heutigem Verständnis der deutsche Nationalstaat unter Außenvorlassung Österreichs (auch als kleindeutsche Lösung bekannt). In den Jahren 1918 und 1919 erfolgte der Übergang dieses Gebildes in eine neue Staatsform: Am 9.&#160;November 1918 wurde durch den Sozialdemokraten Philipp Scheidemann die „deutsche Republik“ proklamiert, während der Sprecher des Spartakusbundes und spätere Mitgründer der KPD, Karl Liebknecht, kurz darauf eine „freie sozialistische Republik Deutschland“ hochleben ließ. Mit dem Inkrafttreten der Verfassung vom 11.&#160;August 1919 konstituierte sich die erste auf nationalstaatlicher Ebene verwirklichte deutsche Republik.
Das Grundgesetz bildet die rechtliche und politische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. (Installation der ersten Artikel von 1949)
Die so genannte Weimarer Verfassung galt während der Herrschaft der NSDAP 1933 bis 1945 formell fort, war jedoch materiell überwiegend außer Kraft gesetzt. Im frühen Nachkriegsdeutschland von 1945 bis 1949 galt das Besatzungsrecht der Militärgouverneure und danach bis 1955 das der Hohen Kommissare des Alliierten Kontrollrats (Kontrollratsgesetze). 1949 wurden zwei Verfassungen in Kraft gesetzt. Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland wurde am 23.&#160;Mai 1949 verkündet und zum 24.&#160;Mai 1949 in Kraft gesetzt, wobei es aufgrund des Geltungsbereichs bis zur deutschen Wiedervereinigung nur provisorischen Charakter besaß. Die erste Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik trat am 7.&#160;Oktober 1949 in Kraft und wurde am 9.&#160;April 1968 durch eine neue Verfassung ersetzt sowie 1974 revidiert. Zum 3.&#160;Oktober 1990 trat die DDR dem Geltungsbereich des Grundgesetzes bei.
Bisher wurden sechs Verfassungen des seit 1871 existierenden Nationalstaats Deutschland in Kraft gesetzt; die Daten ihrer Konstituierung werden unter staatsrechtlichen und ideengeschichtlichen Aspekten als Gründungsakte der jeweiligen deutschen Staatswesen betrachtet. Der 23.&#160;Mai 1949 ist das für die Gegenwart bedeutendste Gründungsdatum, da an diesem Tag die noch heute gültige Verfassung Deutschlands verkündet wurde. Die Bundesrepublik ist mithin die historisch jüngste Ausprägung des deutschen Gesamt- oder Bundesstaates, dessen Geschichte sich bis zur Einführung der bundesrepublikanischen Prinzipien des Grundgesetzes und der freiheitlichen demokratischen Grundordnung in verschiedene Phasen einteilen lässt: Norddeutscher Bund (1867–1871), Deutsches Kaiserreich (1871–1918), Weimarer Republik (1919–1933), nationalsozialistische Herrschaft (1933–1945), „Deutschland als Ganzes“ unter fremder Besatzung, ausgeübt durch den Alliierten Kontrollrat (1945–1949).
Politisches System
→ Hauptartikel: Politisches System der Bundesrepublik Deutschland
Politisches System der Bundesrepublik Deutschland
Die Verfassung der Bundesrepublik ist das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland.[128] Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident mit vor allem repräsentativen Aufgaben. Protokollarisch gesehen folgen ihm der Präsident des Deutschen Bundestages, der Bundeskanzler und der jeweils amtierende Präsident des Bundesrates, der nach dem Grundgesetz den Bundespräsidenten vertritt. Hauptstadt und Regierungssitz ist die Stadt Berlin (Art.&#160;22 Absatz&#160;1 GG).
Artikel&#160;20 GG legt verbindlich fest, dass die Bundesrepublik Deutschland als demokratischer, sozialer Bundesstaat föderativ organisiert sein muss. Bei diesem föderalen Rechtsstaat handelt es sich um eine parlamentarische Demokratie. Das Grundgesetz stellt an die Ausgestaltung der Bundesstaatlichkeit auch ganz bestimmte Anforderungen (sogenannte Ewigkeitsgarantie). Das heißt, es existieren zwei Ebenen im politischen System: die Bundesebene, die den Gesamtstaat Deutschland nach außen vertritt, und die Länderebene, die in jedem der 16 Bundesländer einzeln existiert. Jede Ebene besitzt eigene Staatsorgane der Exekutive (ausführende Gewalt), Legislative (gesetzgebende Gewalt) und Judikative (rechtsprechende Gewalt). Die Länder wiederum bestimmen die Ordnung ihrer Städte und Gemeinden; beispielsweise sind fünf Länder wiederum in insgesamt 22 Regierungsbezirke untergliedert. Die Länder haben sich eigene Verfassungen gegeben.
Den deutschen Ländern kommt grundsätzlich Staatsqualität zu, sie sind jedoch beschränkte Völkerrechtssubjekte, die nur mit Einwilligung der Bundesregierung eigene Verträge mit anderen Staaten eingehen dürfen (Art.&#160;32 Abs.&#160;3, Art.&#160;24 Abs.&#160;1 GG).[129] Die Bundesrepublik kann als die staatsrechtliche Verbindung ihrer Bundesländer angesehen werden, ist also Bundesstaat im eigentlichen Sinne. Demnach erhält sie erst durch diese Verbindung selbst Staatscharakter.[130]
Gesetzgebungsorgane des Bundes sind der Deutsche Bundestag und der Bundesrat. Bundesgesetze werden vom Bundestag mit einfacher Mehrheit beschlossen. Sie werden wirksam, wenn der Bundesrat keinen Einspruch eingelegt hat oder, wenn das Gesetz der Zustimmung des Bundesrates bedarf, wenn der Bundesrat dem Gesetz zustimmt (Art.&#160;77 GG). Eine Änderung des Grundgesetzes ist nur mit der Mehrheit von zwei Dritteln der Mitglieder des Bundestages und des Bundesrates möglich (Art.&#160;79 GG). In den Bundesländern entscheiden die Länderparlamente über die Gesetze ihres Landes. Obwohl die Abgeordneten der Parlamente nach dem Grundgesetz nicht weisungsgebunden sind, dominieren in der Praxis Vorentscheidungen in den Parteien die Gesetzgebung.
Joachim Gauck, Bundespräsident seit 2012
Die Kompetenz zur Gesetzgebung liegt vom Grundsatz her bei den Bundesländern, wenn nicht eine Gesetzgebungsbefugnis des Bundes besteht (Art.&#160;70 GG). In Fällen der ausschließlichen Gesetzgebung hat nur der Bund die Gesetzgebungskompetenz (Art.&#160;71 GG), in den Fällen der konkurrierenden Gesetzgebung besteht für die Länder dann eine Gesetzgebungsbefugnis, wenn diese Bereiche nicht durch Bundesgesetz geregelt sind (Art.&#160;72&#160;Abs.&#160;1 GG). Dazu zählen vor allem die in den Artikeln 74, 74a und 105 Abs.&#160;2 GG aufgeführten Gebiete. Der Bund hat hierbei im Sinne des Absatzes&#160;2 soweit aber das Recht, Gesetze zu erlassen, wenn dies zur „Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet oder [zur] Wahrung der Rechts- oder Wirtschaftseinheit im gesamtstaatlichen Interesse […] erforderlich“ ist. Gesetzlich kann seitens des Bundes auch wieder bestimmt werden, dass auf jenen Rechtsgebieten „eine bundesgesetzliche Regelung […] durch Landesrecht ersetzt werden kann“ (Art.&#160;72&#160;Abs.&#160;4 GG).
Die Exekutive wird auf Bundesebene durch die Bundesregierung gebildet, die durch den Bundeskanzler als Regierungschef geleitet wird. Auf der Ebene der Länder leiten die Ministerpräsidenten, in Hamburg und Bremen die Präsidenten des Senats (Hamburg: Erster Bürgermeister; Bremen: Bremer Bürgermeister), in Berlin der Regierende Bürgermeister, die Exekutive. Auch die Länder sind parlamentarische Demokratien und deren Regierungschefs durch die Landtage, Bürgerschaften bzw. das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt. Die Verwaltungen des Bundes und der Länder werden jeweils durch die Fachminister geleitet.
Der Bundeskanzler wird auf Vorschlag des Bundespräsidenten vom Bundestag mit der Mehrheit seiner Mitglieder gewählt (Art.&#160;63 GG), seine Amtszeit endet mit der Wahlperiode des Bundestages (Art.&#160;69 Abs.&#160;2 GG). Vor Ablauf der Wahlperiode des Bundestages kann der Bundeskanzler gegen seinen Willen nur dadurch aus dem Amt scheiden, dass der Bundestag mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen Nachfolger wählt (Art.&#160;67 GG, sogenanntes Konstruktives Misstrauensvotum). Die Bundesminister werden auf Vorschlag des Bundeskanzlers ernannt (Art.&#160;64 Abs.&#160;1 GG), sie und der Bundeskanzler bilden die Bundesregierung (Art.&#160;62 GG). Der Bundeskanzler besitzt die Richtlinienkompetenz für die Politik der Bundesregierung (Art.&#160;65 Satz 1 GG). Die Führungsaufgabe in der deutschen „Kanzlerdemokratie“ kommt dem Bundeskanzler beziehungsweise der Bundeskanzlerin zu.[131] Der Kanzler nominiert darüber hinaus den deutschen Kandidaten für das Amt eines EU-Kommissars.
Die Ausübung der staatlichen Befugnisse und die Ausführung der Bundesgesetze obliegt grundsätzlich den Bundesländern, sofern das Grundgesetz keine abweichende Regelung trifft oder zulässt (Art.&#160;30, Art.&#160;83 GG).
Staatshaushalt
→ Hauptartikel: Bundeshaushaltsplan (Deutschland)&#160;und Steuerrecht (Deutschland)
Bundeshaushaltsplan 2011. Die Einzelpläne für Sozialausgaben und Bundesschulden vertilgen allein über die Hälfte der jährlichen Finanzen.
Der Staatshaushalt umfasste 2013 Ausgaben von 1.223,1&#160;Milliarden Euro, dem standen Einnahmen von 1.223,4&#160;Milliarden Euro gegenüber. Daraus ergab sich ein kleiner Haushaltsüberschuss in Höhe von 0,3&#160;Milliarden oder 0,01&#160;Prozent des BIP.[132] 2014 erreichte Deutschland einen höheren Überschuss des Gesamtstaatshaushaltes von 18,0&#160;Mrd.&#160;Euro oder 0,6&#160;Prozent des BIP.[133] Somit erreichte Deutschland 2014 den höchsten Staatsüberschuss seit 14 Jahren.[134] Im 1. Halbjahr 2015 erwirtschaftete Deutschland einen Überschuss des Staatshaushalts von 21,1&#160;Mrd.&#160;Euro oder 1,4&#160;Prozent des BIP.[135]
Die Staatsverschuldung Deutschlands betrug Ende 2013 2,044&#160;Billionen Euro oder 78,1&#160;Prozent des BIP – wobei die deutsche Staatsschuldenquote in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen soll.[136]
Deutschland, dessen Staatsanleihen Bundesanleihen genannt werden, erhält von den drei großen Ratingagenturen Standard &amp; Poor’s, Moody’s und Fitch die bestmögliche Bonität mit einem Ratingcode von AAA. Die große Nachfrage nach den als sichere Anlage geltenden Bundesanleihen hat in den letzten Jahren die Zinsen deutlich gesenkt und teilweise sogar negativ werden lassen, was einen Hauptgrund für Deutschlands Haushaltsüberschuss darstellt.[137] Für Neuemissionen von Staatsanleihen ein- und zweijähriger Laufzeit kann Deutschland bereits negative Zinsen verlangen.[138]
Neben verschiedenen Verkehrsteuern (zum Beispiel Umsatzsteuer) erzielt der Staat einen Großteil seiner Einnahmen aus Steuern vom Einkommen und Ertrag: Hierzu zählen die Einkommen-, die Körperschaft- sowie die Gewerbesteuer. Insofern Produkte oder Dienstleistungen der Umsatzsteuer unterliegen, beträgt der Steuersatz in Deutschland 19 (allgemeiner Satz) oder 7&#160;Prozent (ermäßigter Satz, zum Beispiel Lebensmittel etc.). Umgangssprachlich bzw. EU-rechtlich wird die Umsatzsteuer auch Mehrwertsteuer genannt.
Laut einer OECD-Studie aus dem Jahr 2014 haben Deutsche durch die hohen Steuern und weitere Abgaben wie Sozialversicherungsbeiträge die weltweit höchste Abgabenlast, noch vor den skandinavischen Sozialstaaten.[139]
Staatsgebiet
Das Schengener Abkommen garantiert offene Grenzen zu allen Nachbarstaaten und gesicherte Außengrenzen.
Das Staatsgebiet der Bundesrepublik (Bundesgebiet) ergibt sich aus der Gesamtheit der Staatsgebiete ihrer Länder. Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde ihr Staatsgebiet mehrfach erweitert, vor allem 1957 durch die Eingliederung des Saarlandes, 1990 den Beitritt der DDR einschließlich des Ostteils Berlins und der völkerrechtlich anerkannten Eingliederung West-Berlins, darüber hinaus zwischen 1949 (erste Teilflächen Kehls) und 2002 (Straße N&#160;274 bei Selfkant von den Niederlanden) durch die Rückgabe von Gebieten, die nach dem Zweiten Weltkrieg Großbritannien (Helgoland), die Niederlande (unter anderem Elten), Belgien (unter anderem Mützenich), Luxemburg (ein Gebiet zwischen Vianden und Obersgegen) und Frankreich (Kehl) zunächst als zu ihren Staatsgebieten zugehörig betrachteten, sowie durch mehrere Ausdehnungen der Seegrenzen in Nord- und Ostsee.
Die letzte dieser Ausdehnungen erfolgte mit Wirkung vom 1.&#160;Januar 1995 durch die Proklamation der Bundesregierung über die Ausweitung des deutschen Küstenmeeres vom 19.&#160;Oktober 1994 (BGBl. I S. 3428), womit die Bundesrepublik in der Nordsee die 12-Meilen-Zone vollkommen und in der Ostsee teilweise in Anspruch nimmt, ohne dabei ihren Rechtsanspruch aufzugeben.[140]
Der Verlauf der Bundesgrenze Deutschlands ist heute bis auf Teile des Bodensees festgelegt; noch immer umstritten ist zudem die Deutsch-Niederländische Grenzfrage das Ems-Dollart-Gebiet betreffend, weil beide Nachbarstaaten ihre jeweiligen konträren Rechtsstandpunkte über den Grenzverlauf aufrechterhalten.[141] Innerhalb Deutschlands ist der Verlauf der Ländergrenzen zwischen Schleswig-Holstein, Niedersachsen und eventuell der Freien und Hansestadt Hamburg im Bereich der Unterelbe nie abschließend geklärt worden.[142]
Nicht zum Staatsgebiet gehört die Ausschließliche Wirtschaftszone in Nord- und Ostsee.
Parteienlandschaft
Zweitstimmen der Bundestagswahlen seit 1949 und Bundesregierungen
→ Hauptartikel: Politische Parteien in Deutschland&#160;und Geschichte der Parteien in Deutschland
Das politische Spektrum in Deutschland wird maßgeblich durch die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien geprägt, es sind derzeit in vier Fraktionen fünf Parteien vertreten: CDU/CSU, gemeinsame Fraktion der Unionsparteien (Unionsfraktion); Fraktionen mit einer Partei sind die SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen. Knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte bei der Bundestagswahl 2013 die Partei Alternative für Deutschland (AfD), die dagegen in einigen Landtagen (Sachsen, Brandenburg, Thüringen und Hamburg) vertreten ist. Die liberale Freie Demokratische Partei (FDP) ist die Partei mit der längsten Regierungsbeteiligung auf Bundesebene, jedoch seit 2013 nicht mehr im Bundestag vertreten. Sie fasste nach mehreren nachfolgenden Wahlerfolgen wieder in sieben Landtagen Fuß (Stand Dezember 2015).
Nahezu allen einflussreichen Parteien stehen&#160;– mehr oder weniger selbständig&#160;– Jugendorganisationen zur Seite. Die wichtigsten sind die Junge Union (CDU/CSU), die Jusos (SPD), die Jungen Liberalen (FDP), Linksjugend ['solid] (Die Linke) sowie die Grüne Jugend (Bündnis 90/Die Grünen). Weitere politische Vorfeldorganisationen umfassen etwa Schülervertreter, Studentenverbände, Wirtschaftsvereine, Kommunalorganisationen und internationale Verbände.
Die politischen Parteien Deutschlands sind in den Fraktionen des Europäischen Parlaments vertreten. Des Weiteren gibt es parteinahe Stiftungen, welche den politischen Diskurs mitbestimmen, jedoch rechtlich von den Parteien unabhängig sind.
Außen- und Sicherheitspolitik
→ Hauptartikel: Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland
Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Brüssel. Deutschland ist einer von 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.
Die wichtigsten Leitlinien deutscher Außenpolitik sind die Westbindung und die europäische Integration. Deutschland hat in Zusammenarbeit mit Frankreich am Aufbau europäischer Organisationen einen entscheidenden Anteil. Die Bundesrepublik ist seit 1950 Mitglied des Europarates und unterschrieb 1957 die Römischen Verträge, den Grundstein für die heutige Europäische Union (EU). Zentraler Aspekt für die Sicherheitspolitik und Ausdruck der Westbindung ist die Mitgliedschaft in der NATO, der die Bundesrepublik 1955 beitrat.
Während des Kalten Krieges war der Spielraum deutscher Außenpolitik begrenzt. Als eines der wichtigsten Ziele galt die Wiedervereinigung. Militäreinsätze im Ausland kamen nicht infrage. Laut Grundgesetz darf sich die Bundeswehr an Angriffskriegen nicht beteiligen, ihre Aufgabe besteht lediglich in der Landes- und Bündnisverteidigung. Durch die von der sozialliberalen Koalition ab 1969 initiierte „Neue Ostpolitik“ unter dem Motto Wandel durch Annäherung, die zunächst von wichtigen Verbündeten sehr skeptisch betrachtet wurde, konnten dennoch eigenständige politische Akzente gesetzt werden. Später wurde diese Politik grundsätzlich auch von der liberalkonservativen Kohl-Regierung seit 1982 fortgesetzt.
Seit 1955 ist Deutschland Mitglied der NATO (Gipfeltreffen in Prag, 2002)
Seit der Wiedervereinigung hat Deutschland seine außenpolitischen Grundsätze erweitert und einen Weg zu größerer internationaler Verantwortung eingeschlagen. So nimmt die Bundeswehr seit 1991 mit Zustimmung des Bundestages und zusammen mit verbündeten Armeen an verschiedenen friedenserhaltenden und -erzwingenden Einsätzen auch außerhalb Deutschlands und des Territoriums der NATO-Verbündeten teil (Out-Of-Area-Einsätze).
Traditionell spielt Deutschland zusammen mit Frankreich eine führende Rolle in der Europäischen Union. Deutschland treibt die Bemühungen voran, über die Wirtschafts- und Währungsunion hinaus ein einheitliches und wirkungsvolles System der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik zu schaffen.
Die Bundesrepublik ist Gründungsmitglied der G8 und G20 (G8-Gipfeltreffen in Heiligendamm, 2007).
Weitere außenpolitische Ziele sind die Verwirklichung des Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz sowie die weltweite Anerkennung des Internationalen Strafgerichtshofs. Bedeutendes Interesse hat Deutschland auch an einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts. Aufgrund der schwierigen Materie und den Begrenzungen deutscher Politik besteht der Beitrag vor allem in der Bereitstellung informeller Kontaktmöglichkeiten zwischen den beteiligten Parteien.
Die Bundesregierung lehnte den Irakkrieg 2003 ab, da sie die Existenz von Massenvernichtungswaffen bezweifelte, eine diplomatische Lösung bevorzugte und um erhebliche Gefahren für die politische Stabilität des gesamten als fragil eingestuften Raumes fürchtete. Dafür wurde sie von wichtigen Verbündeten stark kritisiert. Zusammen mit den Verbündeten Großbritannien und Frankreich bemüht sich die Bundesrepublik, den Iran im Dialog dazu zu bewegen, auf die Weiterführung seines Kernenergieprogramms zu verzichten.
Die Bundesregierung strebt einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an. Die Durchsetzung dieses Zieles wird jedoch aufgrund des Widerstands anderer, teils verbündeter Staaten erschwert und hat nur geringe Aussicht auf Erfolg. So würden zwar Frankreich und Großbritannien die G4-Staaten (Deutschland, Indien, Japan und Brasilien) grundsätzlich unterstützen; jedoch beziehen die Vereinigten Staaten zu einem deutschen Sitz bisher keine Stellung.
Im Jahr 2006 veröffentlichte das Bundesministerium der Verteidigung ein neues Weißbuch, welches die Einbettung der Bundeswehr in friedenssichernde Maßnahmen auch in entlegenen Regionen der Erde vorsieht.
Militär
→ Hauptartikel: Bundeswehr
Zweisitziger Eurofighter der Luftwaffe
Nach ihrer Gründung 1949 durfte die Bundesrepublik Deutschland zunächst keine eigenen Streitkräfte aufstellen. Unter dem Eindruck des Koreakrieges und der sowjetischen Politik in Osteuropa wurde es der Bundesrepublik im Rahmen der Wiederbewaffnung gestattet, zunächst 1951 den paramilitärischen Bundesgrenzschutz als Grenzpolizei und 1955 Streitkräfte aufzustellen, um der NATO beizutreten. Nach der Wiedervereinigung wurden Teile der Nationalen Volksarmee der DDR in diese Streitkräfte eingegliedert.
Die als Bundeswehr bezeichnete militärische Gesamtorganisation besteht aus den Streitkräften und ihrer Verwaltung. Die Streitkräfte gliedern sich in die Teilstreitkräfte Heer (mit der Elitetruppe KSK), Luftwaffe und Marine sowie die unterstützenden Organisationsbereiche Streitkräftebasis und Zentraler Sanitätsdienst. Nach Ende des Kalten Krieges wurde die Gesamtstärke der Bundeswehr von rund 500.000 bis 2009 schrittweise auf 250.000 Soldaten reduziert. Im Zwei-plus-Vier-Vertrag wurde eine maximale Friedensstärke von 370.000 deutschen Soldaten als völkerrechtlich bindend festgelegt.
Die Bundeswehr distanziert sich in ihrem Selbstverständnis ausdrücklich sowohl von der Wehrmacht der NS-Zeit als auch von der NVA der DDR. Sie sieht ihre Traditionsgrundlagen in der preußischen Heeresreform der Zeit um 1810, den Befreiungskriegen gegen Napoleon Bonaparte, dem militärischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus sowie der eigenen Geschichte.[143] Als bedeutendstes militärisches Zeremoniell gilt der Große Zapfenstreich, dessen historische Wurzeln in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückreichen. Besonders öffentlichkeitswirksam sind ebenso die häufig außerhalb militärischer Anlagen durchgeführten Vereidigungen bzw. Gelöbnisse der Soldaten.
Die Bundeswehr definiert sich als Parlamentsarmee, über deren Einsätze ausschließlich der Bundestag auf Vorschlag der Bundesregierung entscheidet. Damit ist die Bundeswehr die erste Armee eines deutschen Nationalstaates, bei der nicht das Staatsoberhaupt den Oberbefehl führt, sondern die der Volksvertretung verantwortlich ist.[144] Für die Soldaten gilt das Leitbild des „Bürgers in Uniform“.
Soldaten der Bundeswehr während des ISAF-Auslandseinsatzes in Afghanistan
In der Bundeswehr dienten im Mai 2015 rund 180.600 Soldaten und 75.000 zivile Mitarbeiter. Seit 2001 haben auch Frauen uneingeschränkten Zugang zum Dienst in den Streitkräften. Ihr Anteil beträgt 10,6&#160;Prozent der Soldaten (Stand: 2015). Die Bundesrepublik Deutschland gibt im Jahr 2015 32,97&#160;Milliarden Euro für die Bundeswehr aus, was einen Anteil von etwa 1,2&#160;Prozent am Bruttoinlandsprodukt entspricht. Dies liegt unter dem Durchschnitt der NATO-Mitgliedstaaten von 2,3&#160;Prozent. Damit hat Deutschland im Vergleich den siebtgrößten nationalen Verteidigungsetat weltweit.
Im Zuge der verstärkten Teilnahme der Bundeswehr an multinationalen Auslandsmissionen seit 1990 läuft derzeit eine langfristig angesetzte Reform der Streitkräfte, die eine Reduzierung des schweren Geräts (Kampfpanzer, Artillerie) zugunsten leichteren, für globale Einsätze besser geeigneten Materials zum Ziel hat. Im Mai 2015 befanden sich rund 2.700 deutsche Soldaten im Ausland im Einsatz.
Im Herbst 2014 geriet die Ausrüstung der Bundeswehr in den Fokus öffentlicher Kritik: Zahlreiche Waffen- und Fahrzeugsysteme wurden als nicht ausreichend einsatzbereit eingestuft und die Beschaffungspolitik des Verteidigungsministeriums wurde massiv kritisiert. Um Abhilfe zu schaffen, soll der Militäretat in den Jahren bis 2019 schrittweise auf rund 35 Milliarden Euro erhöht werden.[145] Ebenfalls nicht weiter verfolgt wird seit 2015 das 2013 beschlossene sogenannte dynamische Verfügbarkeitsmanagement, wonach die jeweiligen Verbände bzw. Einheiten der Bundeswehr aus Kostengründen nur über max. 70&#160;% des Sollbestandes an Ausrüstung verfügen und nur im Einsatzfall voll ausgerüstet werden sollten. Eine Vollausstattung der Verbände – zumindest in der Kampftruppe – wird seitdem gefordert;[146] für die Panzertruppe wurde sie bereits beschlossen.[147]
Fregatte Mecklenburg-Vorpommern der Deutschen Marine
Es bestand seit 1956 eine allgemeine Wehrpflicht für Männer, wobei jedoch die zwangsweise Einberufung zum dazugehörigen Grundwehrdienst (GWD) nach 54&#160;Jahren endete. Nach den ersten Freiwilligen kamen am 1.&#160;April 1957 die zum Dienst an der Waffe verpflichteten Rekruten in die Kasernen.[148] Der Grundwehrdienst dauerte zuletzt sechs Monate, was bereits für Grundwehrdienstleistende galt, die zum 1.&#160;Juli 2010 einberufen worden sind. Bislang konnte alternativ als Ersatz ein Zivildienst (Dauer ebenfalls sechs Monate), ein Auslandsjahr (zwölf Monate) oder eine mindestens sechsjährige Mitarbeit im Katastrophen- oder Zivilschutz (z.&#160;B. bei einer Freiwilligen Feuerwehr oder bei anerkannten privaten Hilfsorganisationen) abgeleistet werden. Im Zuge einer grundlegenden Strukturreform mit einer drastischen Reduzierung der Mannstärke wurde u.&#160;a. zwecks umfassender Neuausrichtung der Bundeswehr bestimmt, dass die Wehrpflicht in Deutschland zum 1.&#160;Juli 2011 offiziell ausgesetzt und damit faktisch aufgehoben wurde. Sie bleibt jedoch grundsätzlich im Grundgesetz verankert. Neben den übrigen Bundestagsparteien sprachen sich seit Herbst 2010 auch die Unionsparteien für ihre Abschaffung aus; in der öffentlichen Wahrnehmung war die Wehrpflicht zuletzt nicht mehr unumstritten (→&#160;Wehrgerechtigkeit). Die Bundeswehr wurde somit zur Freiwilligenarmee und der Zivildienst vom neuen Bundesfreiwilligendienst ersetzt. Seitdem können sich junge Männer und Frauen zum Freiwilligen Wehrdienst melden und einen mindestens sieben und maximal 23&#160;Monate dauernden Dienst ableisten. Die seit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 laufende Reform der Streitkräfte sieht eine stetige personelle Stärke von 185.000 Soldaten und 55.000 zivilen Mitarbeitern vor.[149]
Bis 2005 waren auf dem US-Stützpunkt Ramstein und dem Luftwaffenstützpunkt Büchel (beide in Rheinland-Pfalz) noch 150 US-amerikanische Kernwaffen stationiert.[150] Heute lagern noch 20 Sprengköpfe in Büchel, an deren Einsatzplanung Deutschland im Rahmen der nuklearen Teilhabe beteiligt ist.[151]Polizei und Nachrichtendienste
Polizei
→ Hauptartikel: Polizei (Deutschland)&#160;und Bundespolizei (Deutschland)
Polizeihubschrauber im Einsatz für die Bundespolizei (Grenzschutz)
Zuständig für die Innere Sicherheit der Bundesrepublik sind die Polizeien der Länder, welche zum Teil in Vollzugspolizei und Ordnungsbehörden geteilt werden. Dabei übernehmen die Ordnungsbehörden verwaltungstechnische Aufgaben, während die Vollzugspolizei den Großteil der Aufgaben zur Gefahrenabwehr übernimmt. Zur Vollzugspolizei gehören etwa die Schutzpolizei, die Bereitschaftspolizei sowie die Kriminalpolizei. Der Kriminalpolizei steht zudem das Bundeskriminalamt beziehungsweise die einzelnen Landeskriminalämter vor. Das Bundeskriminalamt ist direkt dem Bundesministerium des Innern unterstellt und damit die höchste Ermittlungsbehörde in Deutschland. Zur Bundespolizei gehören unter anderem die Mobile Fahndungseinheit und die Spezialeinheit GSG&#160;9. Auf Landesebene gibt es jeweils mindestens ein Spezialeinsatzkommando (SEK) für besonders heikle Einsätze.
Nachrichtendienste
Für die nachrichtendienstliche Informationsbeschaffung, die Spionageabwehr und den Verfassungsschutz sind in Deutschland drei verschiedene Dienste zuständig. Der Bundesnachrichtendienst (BND) als klassischer Auslandsnachrichtendienst und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) nebst nachgeordneter Landesbehörden für Verfassungsschutz als Inlandsnachrichtendienst haben keine polizeilichen Befugnisse. Für den Militärischen Abschirmdienst (MAD), den militärischen Nachrichtendienst, wird von der Bundesregierung seit 2010 die Verschmelzung mit dem Verfassungsschutz diskutiert.
Siehe auch: Bundeszollverwaltung, Zollkriminalamt, Zollfahndungsdienst, Wirtschaftskontrolldienst
Recht
Geschichte
→ Hauptartikel: Deutsches Recht (historisch)
Das deutsche Recht hat eine lange, bis in germanische Zeit zurückreichende Tradition. Im Mittelalter wurden bedeutende Rechtssammlungen wie der Sachsenspiegel angelegt, die nicht Recht setzen, sondern vorhandenes Gewohnheitsrecht fixieren sollten. Ab dem 12.&#160;Jahrhundert wurde im Heiligen Römischen Reich zunehmend Römisches Recht angewendet, welches wegen seiner Exaktheit und Universalität als dem einheimischen germanischen Recht überlegen empfunden wurde. Aufgrund seiner staatlichen Zersplitterung kannte das Reich aber, von wenigen Kodifikationen wie der Constitutio Criminalis Carolina abgesehen, kein einheitliches deutsches Recht.
Das 1895 erbaute Reichsgerichtsgebäude in Leipzig wird seit 2002 als Bundesverwaltungsgericht genutzt.
Von nicht zu unterschätzender Bedeutung war die Einrichtung des Reichskammergerichts im Jahr 1495 als Rechtsmittelgericht des Reichs gegen Entscheidungen der Gerichte der einzelnen deutschen Staaten. Allerdings besaßen bestimmte deutsche Staaten das Privilegium de non appellando, also das Privileg, dass gegen Entscheidungen ihrer Gerichte kein Rechtsmittel zum Reichskammergericht gegeben war.
Im 18.&#160;Jahrhundert gaben sich einzelne deutsche Staaten vom Geist der Aufklärung geprägte Gesetzeswerke wie den Codex Maximilianeus Bavaricus Civilis von 1756 und das Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten von 1794. 1812 wurde in den Deutschen Erblanden der österreichischen Monarchie ein modernes Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB) in Kraft gesetzt. Die napoleonische Ära brachte die Einführung des wegweisenden Code civil in den von Frankreich annektierten deutschen Gebieten und einigen Rheinbundstaaten, bei der es auch nach der Niederlage Napoleons blieb. Ansonsten wurde in vielen Staaten des Deutschen Bundes weiterhin teilweise noch römisches und germanisches Recht angewendet.
Erst mit Schaffung der staatlichen Einheit im Jahr 1871 war die Voraussetzung für einheitliche Gesetze im Deutschen Reich gegeben. Bereits 1871 wurde das Reichsstrafgesetzbuch verabschiedet, zum 1.&#160;Oktober 1879 traten die Reichsjustizgesetze in Kraft: Gerichtsverfassungsgesetz, Zivilprozessordnung, Strafprozessordnung, Konkursordnung und weitere Einführungs- und Nebengesetze. Zum 1.&#160;Oktober 1879 nahm auch das Reichsgericht als oberstes Gericht des Reichs seine Arbeit auf. Am 1.&#160;Januar 1900 traten schließlich das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) und das Handelsgesetzbuch (HGB) in Kraft und schufen auch auf dem Gebiet des Zivilrechts und des Handelsrechts Rechtseinheit.
Der Nationalsozialismus pervertierte das Recht zum Mittel der Gewaltherrschaft, wofür hier stellvertretend die Terrorurteile des Volksgerichtshofs zu nennen sind. Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde in Deutschland dann wieder ein Rechtsstaat geschaffen. Auf dem Gebiet der DDR hingegen, wo die Doktrin der „einheitlichen sozialistischen Staatsmacht“ galt und Gewaltenteilung und Unabhängigkeit der Gerichte unbekannt waren, kehrten erst im Zuge der Wende und friedlichen Revolution in der DDR und letztlich mit der Wiederherstellung der staatlichen Einheit im Jahr 1990 wieder rechtsstaatliche Verhältnisse ein.Rechtswesen
→ Hauptartikel: Recht Deutschlands
Ehemalige Richter des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe (1989) in ihren typischen roten Roben
Die Bundesrepublik Deutschland versteht sich als Rechtsstaat (Art.&#160;20, Art.&#160;28 Abs.&#160;1 Satz&#160;1 GG), was bedeutet, dass staatliche Tätigkeit nur durch das Recht begründet werden kann und durch das Recht begrenzt wird. Wer durch die öffentliche Gewalt in seinen Rechten verletzt wird, hat das Recht, bei Gericht um Rechtsschutz hiergegen nachzusuchen (Art.&#160;19 Abs. 4 GG). Die Richter sind unabhängig und unterliegen bei der Rechtsprechung keinerlei Weisungen.
Die Rechtsprechung wird im Wesentlichen von Gerichten der Bundesländer ausgeübt: In Zivilsachen und Strafsachen durch die Amtsgerichte, die Landgerichte und die Oberlandesgerichte (in Berlin Kammergericht genannt), in Arbeitssachen durch die Arbeitsgerichte und die Landesarbeitsgerichte, in Verwaltungsrechtssachen durch die Verwaltungsgerichte und die Oberverwaltungsgerichte (in drei Bundesländern Verwaltungsgerichtshof genannt), in Sozialrechtssachen durch die Sozialgerichte und die Landessozialgerichte und in Finanzgerichtssachen durch die Finanzgerichte. Als Bundesgericht besteht für den gewerblichen Rechtsschutz das Bundespatentgericht. Daneben existieren als Rechtsmittelgerichte die obersten Gerichtshöfe des Bundes (Art.&#160;95 GG): Der Bundesgerichtshof als oberstes Zivil- und Strafgericht, das Bundesarbeitsgericht, das Bundesverwaltungsgericht, das Bundessozialgericht und der Bundesfinanzhof. Für verfassungsrechtliche Streitigkeiten besteht außerdem das Bundesverfassungsgericht (Art.&#160;93 GG), dessen Entscheidungen Gesetzeskraft entfalten können und so andere Gerichte binden.
Zunehmende Bedeutung haben das Europarecht und die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union gewonnen. Vor diesem Hintergrund übt die Europäische Union erheblichen Einfluss auf das deutsche Recht aus. Seit dem Vertrag von Lissabon bildet die Bundesrepublik mit den anderen EU-Staaten eine Mitgliedschaft im Staatenverbund der EU, die ihrerseits nun auf der Grundlage eines derivativen Völkerrechtssubjektes fußt.
Wirtschaft
Grundlagen
→ Hauptartikel: Wirtschaft Deutschlands
Containerschiff im Hamburger Hafen. Am Warenwert gemessen ist Deutschland im Jahr 2011 der drittgrößte Exporteur und Importeur der Welt.[152]
Mit einem nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von etwa 2,7&#160;Billionen Euro im Jahr 2013 ist Deutschland die größte Volkswirtschaft Europas und viertgrößte der Welt.[6] Gemessen am nominalen BIP pro Kopf steht Deutschland international an 18., in der Europäischen Union an 9.&#160;Stelle.[6] Am Warenwert gemessen war das Land im Jahr 2014 der drittgrößte Importeur und Exporteur der Welt.[14] Deutschland gilt als sehr hochentwickeltes Land, dessen Lebensstandard laut Human Development Index (HDI) gegenwärtig auf dem sechsten Platz von 186 untersuchten Ländern gelistet wird.[15]
Die Gesamtwirtschaftsleistung in Deutschland wird durch rund 2,1&#160;Prozent im primären Sektor (Landwirtschaft), 24,4&#160;Prozent im sekundären Sektor (Industrie) und 73,5&#160;Prozent im tertiären (Dienstleistung) Wirtschaftssektor erbracht. 2014 verzeichnete die Bundesrepublik Deutschland mit durchschnittlich etwa 42,6&#160;Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen historischen Höchststand.[153] Die Zahl der Erwerbslosen lag im Jahresdurchschnitt 2014 bei 2,898&#160;Millionen.[154] Deutschland weist gemäß Eurostat im Januar 2015 mit 4,7&#160;% die niedrigste Arbeitslosenquote aller 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auf.[155] Ein wichtiger Faktor zur Schaffung neuer Arbeitsplätze ist das Unternehmer- und Gründertum, worüber unter anderem der jährliche KfW-Gründungsmonitor Auskunft gibt.[156]
Deutschland ist Teil des Europäischen Binnenmarkts. Zusammen mit 18 weiteren EU-Mitgliedstaaten bildet es eine Währungsunion, die Eurozone (blau).
Deutschland weist eine lange Bergbautradition auf und verfügt über verschiedenste Rohstoffvorkommen. Industriegeschichtlich wie wirtschaftlich bedeutend beim Bergbau in Deutschland sind und waren unter anderem Kohle, Edelsalze, Industrieminerale und Baustoffe sowie Silber, Eisen und Zinn. Das Industrieland ist auf globale Rohstoffimporte aller Art spezialisiert.
Das Humanpotenzial mit guter Bildung und die Innovationskultur gelten als entscheidende Voraussetzungen für den weiteren Erfolg der deutschen Wirtschaft.[157] Als weltweit konkurrenzfähigste Branchen der deutschen Industrie gelten die Automobil-, Nutzfahrzeug-, elektrotechnische, Maschinenbau- und Chemieindustrie. Global bedeutend sind auch die Luft- und Raumfahrttechnik und die Versicherungswirtschaft, insbesondere die Rückversicherungen. Eine Vielzahl von weltweit bedeutenden Messeveranstaltungen, Kongresszentren, Ausstellungen sowie eine im internationalen Maßstab bedeutende Museums- und Veranstaltungslandschaft sind wichtige Grundlage von Tourismus und Reiseverkehr von und nach Deutschland.
Wirtschaftspolitisch bedeutend ist Deutschlands Teilnehmerschaft an der Europäischen Union. Das Land ist Gründungsmitglied aller EU-Vorgängerinstitutionen seit den 1950er-Jahren. Mit zusammen rund 500&#160;Millionen Einwohnern erwirtschaftete die EU im Jahr 2011 ein nominales BIP von 17,6&#160;Billionen US-Dollar und bildet somit den größten Binnenmarkt der Welt. Deutschland ist auch Teil der Eurozone, einer Währungsunion mit insgesamt 19 Mitgliedsländern, die etwa 337&#160;Millionen Einwohner umfasst. Offizielles Zahlungsmittel in Deutschland ist der Euro, dessen Währungspolitik von der Europäischen Zentralbank (EZB) gesteuert wird. Der Euro wird international mit anteilig rund 25&#160;% als zweitwichtigste Reservewährung der Welt genutzt und ist gemessen am Bargeldwert die weltgrößte Währung im Umlauf.
Einkommen und Vermögen in Deutschland sind deutlich ungleich verteilt. Die Einkommensungleichheit in Deutschland lag nach Angabe der OECD 2005 knapp unter dem OECD-Durchschnitt.[158] 2008 betrug ein mittleres verfügbares Einkommen 1.252 bei einem Gini-Index von 0,29.[159] Die Vermögensverteilung in Deutschland ist nach Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) mit einem Gini-Index von 0,799 deutlich stärker konzentriert als die Verteilung der Einkommen. Nach dem Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung von 2013 ist dies eine sehr ungleiche Verteilung, und zwar die stärkste Ungleichverteilung im Euroraum. 2007 besaßen die reichsten 2,5&#160;Prozent der Bevölkerung 45&#160;Prozent des Gesamtvermögens, das reichste Prozent 36&#160;Prozent des Gesamtvermögens. Rund zwei&#160;Drittel der Bevölkerung wiesen 2007 kein oder nur ein sehr geringes Nettovermögen auf.[160]
Siehe auch: Mittelstand
Wirtschaftsentwicklung
Frankfurt am Main ist ein internationales Finanz- und Dienstleistungszentrum sowie Sitz der Europäischen Zentralbank.
Die deutsche Volkswirtschaft verzeichnete über mehrere Jahrzehnte mehr Exporte als jedes andere Land und wurde daher oft mit dem Schlagwort „Exportweltmeister“ bezeichnet.[161] Die Exporte erreichten im Jahr 2011 einen Gesamtwert von 1061,2&#160;Milliarden Euro, während der Warenwert der Importe 902,5 Milliarden Euro betrug. Die Außenhandelsbilanz schloss im selben Jahr mit einem Überschuss von 158,7 Milliarden Euro ab.[162]
Die wichtigsten Handelspartner im Jahr 2010 waren die EU-Mitgliedstaaten (Exporte 60,3&#160;%, Importe 56,3&#160;%), die Volksrepublik China (Exporte 5,6&#160;%, Importe 9,5&#160;%), die Vereinigten Staaten (Exporte 6,8&#160;%, Importe 5,6&#160;%), die Schweiz (Exporte 4,3&#160;%, Importe 4,0&#160;%) und Russische Föderation (Exporte 2,7&#160;%, Importe 3,9&#160;%).[163]
Im Jahre 2006 wurde ein Wirtschaftswachstum von 3,7&#160;Prozent erreicht. Diese positive Entwicklung setzte sich bis Anfang 2008 fort. Deutschland wurde Ende 2008 und 2009 von der internationalen Finanzkrise erfasst, was zu einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts 2009 um −5,6&#160;Prozent führte. Anschließend wuchs die deutsche Volkswirtschaft wieder deutlich um 4,1&#160;Prozent (2010) bzw. 3,6&#160;Prozent (2011) und deutlich moderater in 2012 (0,4&#160;Prozent) bzw. 2013 (0,1&#160;Prozent). 2014 beschleunigte sich das Wirtschaftswachstum wieder auf 1,5&#160;Prozent.[164]
Zwischen 2000 und 2011 lag die jährliche durchschnittliche Inflationsrate bei minimal 0,4&#160;Prozent (2009) und bei maximal 2,6&#160;Prozent (2008).[165] Anfang 2015 rutschte Deutschland im Zuge des deutlich zurückgegangenen Ölpreises erstmals seit 2009 in eine leichte Deflation (−0,3&#160;Prozent).[166]
Siehe auch: Liste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt&#160;und Liste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf
Unternehmen
Siemens AG in München
Von den 500 weltweit umsatzstärksten Unternehmen haben 32 ihren Hauptsitz in Deutschland. Die Rangfolge der zehn umsatzstärksten Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland: Aufgeführt sind der Hauptsitz, der Umsatz, der Nettogewinn und die Anzahl der Mitarbeiter. Die Zahlen sind in Millionen Euro angegeben, gerundet und beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2011.[167] Ohne Rangnummer eingefügt ist die größte Bank gemessen an der Bilanzsumme und die größte Versicherung gemessen an den Beitragseinnahmen.
Volkswagenwerk in Wolfsburg. Die Volkswagen AG ist, gemessen am Umsatz, der größte von 30 im DAX gelisteten Konzernen.
Rang
Name
Hauptsitz
Umsatz
(Mio.&#160;€)
Gewinn
(Mio.&#160;€)
Mitarbeiter
01.
Volkswagen AG
Wolfsburg
159.000
15.800
502.000
02.
E.ON SE
Düsseldorf
113.000
−1.900
79.000
03.
Daimler AG
Stuttgart
107.000
6.000
271.000
04.
Siemens AG
Berlin, München
74.000
6.300
360.000
05.
BASF SE
Ludwigshafen am Rhein
73.000
6.600
111.000
06.
BMW AG
München
69.000
4.900
100.000
07.
Metro AG
Düsseldorf
67.000
740
288.000
08.
Schwarz-Gruppe
Neckarsulm
63.000
k.&#160;A.
315.000
09.
Deutsche Telekom AG
Bonn
59.000
670
235.000
010.
Deutsche Post AG
Bonn
53.000
1.300
471.000
0—
Allianz SE
München
104.000
2.800
141.000
0—
Deutsche Bank AG
Frankfurt am Main
2.160.000
4.300
101.000
Siehe auch: Liste der größten Unternehmen in Deutschland
Informationstechnik und Telekommunikation
Hasso Plattner, Gründer von SAP
Die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) gilt als wesentlicher Standortfaktor einer Volkswirtschaft. Zur Verbreitung von Informationen und Inhalten dienen u.&#160;a. die technische Bereitstellung von Radio, Fernsehen, Telefonen, Hardware und Software für Computer, Internet, Smartphones, Netzwerken, Satellitensysteme sowie den dazugehörigen Dienstleistungen. Die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft wird u.&#160;a. unter dem Projektnamen Industrie 4.0 vorangetrieben.
Das umsatzstärkste in Deutschland tätige Telekommunikationsunternehmen ist die Deutsche Telekom. SAP, die Software AG, Wincor Nixdorf und DATEV zählen zu den bedeutendsten Softwareherstellern der Welt mit Hauptsitz in Deutschland. Im TecDAX sind weitere Unternehmen der Branche wie der Provider United Internet und QSC gelistet. Im Hardwarebereich ist vor allem die Entwicklung von Bedeutung, etwa bei Infineon und FTS. Neben angestammten Unternehmen der IKT-Branche gewinnen neu gegründete innovative StartUps bzw. E-Ventures in Deutschland zunehmend an Bedeutung, vor allem in den Bereichen E-Commerce (Marktplätze wie Scout24, Online-Shops wie Zalando, Reiseportale wie trivago und GetYourGuide), E-Business, E-Learning, soziale Netzwerke (Xing, Partnerbörsen) und weitere Gemeinschaftsplattformen (StartNext im Bereich Crowdfunding etwa). Innovative Gründungen im Bereich der Spitzentechnologien wie der IKT können durch größere Unternehmen, Förderbanken wie die KfW, Inkubatoren wie Rocket Internet und lokale Gründerzentren unterstützt werden.
2012 verfügten 85&#160;Prozent der deutschen Bevölkerung (76&#160;% im EU-Durchschnitt) über einen Internetanschluss; etwa 82&#160;Prozent (72&#160;% EU-Durchschnitt) konnten auf einen Breitbandanschluss zurückgreifen.[168] Insbesondere im ländlichen Raum bzw. in mittleren und kleineren Städten ist die Breitbandversorgung unterdurchschnittlich.[169] In Deutschland insgesamt soll nach Angaben der Bundesregierung bis Ende 2018 eine flächendeckende Versorgung mit mindestens 50 MBit/s erreicht werden.[170]Energie
→ Hauptartikel: Deutsche EnergiewirtschaftPrimärenergieverbrauch in Deutschland[171][172]Energieträger
2010
(%)
2011
(%)
2012
(%)
2013
(%)
Mineralöl
33,4
33,8
33,0
33,0
Erdgas
21,8
20,6
21,5
22,5
Steinkohle
12,0
12,6
12,9
12,7
Erneuerbare Energien
9,9
10,8
11,6
11,8
Braunkohle
10,7
11,7
12,0
11,6
Kernkraft
10,9
8,8
7,9
7,6
Sonstige
1,3
1,7
1,3
0,8
Deutschland war im Jahr 2010 der viertgrößte Produzent an Primärenergie in Europa und wurde auf Rang 24 unter den Energieproduzenten der Welt gelistet.[173]
2012 betrug der Primärenergieverbrauch in Deutschland 13.757 PJ (2005: 14.238 PJ).[174] Daran gemessen ist das Land der zweitgrößte nationale Energieverbraucher in Europa und siebtgrößte in der Welt.
Die Stromversorgung wurde im Jahr 2012 von 1059 Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland gewährleistet.[175] Die fünf größten Energieversorgungsunternehmen gemessen am Umsatz sind E.ON, RWE, EnBW, Vattenfall und die EWE AG.
Erneuerbare Energien wie z.&#160;B. Solarenergie, Windkraft, Biomasse, Geothermie und Wasserkraft lieferten im Jahr 2014 27,8&#160;% der Bruttostromproduktion, 9,9&#160;% des Endenergiebedarfs im Wärmesektor und 5,4&#160;% der Kraftstoffe.[176] Im Rahmen der Energiewende ist geplant, bis 2050 den Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auf 80&#160;% zu steigern, den Primärenergieverbrauch im selben Zeitraum verglichen mit dem Jahr 2008 um 50&#160;% zu senken und den Treibhausgasausstoß in Einklang mit den EU-Zielen um 80&#160;% bis 95&#160;% verglichen mit dem Jahr 1990 zu reduzieren.[177] Insgesamt sollen 2050 mindestens 60&#160;% des Energieverbrauchs durch Erneuerbare Energien gedeckt werden.[178]
Zu Geschichte und Verlauf der Energiewende in Deutschland siehe: Energiewende nach Staaten
Tourismus
→ Hauptartikel: Tourismus in Deutschland
Die Welterbestätten in Deutschland sind bedeutende Besuchsziele für Kultur- und Naturtouristen.
Tourismus ist in Deutschland ein wichtiger Wirtschaftszweig. Vom Fremdenverkehr profitieren neben Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe auch der Einzelhandel und die Dienstleister und Anbieter von Freizeit- und Unterhaltungsangeboten in großem Umfang. Deutschland ist mit über 30 Millionen Übernachtungsgästen im Jahr eines der sieben meistbesuchten Länder der Erde.[179]
In Deutschland erzielte der Fremdenverkehr 2012 mit 2,8 Millionen direkt Beschäftigten einen Umsatz von 140 Milliarden Euro. 125,3 Millionen Gäste (101,5 Mio. aus dem Inland, 23,5 Mio. aus dem Ausland) tätigten 351,4 Mio. Übernachtungen (davon 298,5 Mio. durch Inländer und 52,9 Mio. durch Ausländer) in 54.166 Unterkünften mit etwa 2,6 Mio. Betten.[180]
Badetourismus und Wassersport sind an Küsten und Inseln der Nord- und Ostsee von großer Bedeutung, besonders in den Seebädern. Rund um die Kurorte im Binnenland herrscht Kur- und Gesundheitstourismus vor. In den deutschen Gebirgen sind saisonal jeweils Wintersport und Wanderurlaube populär. Fahrradtourismus ist im ganzen Land beliebt. Städtetourismus, Einkaufstourismus und Kulturtourismus nehmen vor allem in den Metropolen und in bedeutenden Altstädten kontinuierlich zu. Kinder- und Jugendreisen sind ebenfalls ein wachsendes Segment, z.&#160;B. in Form von Jugendaustausch. Von herausragender Bedeutung ist der Geschäfts- und Kongresstourismus, da Deutschland u.&#160;a. der international bedeutendste Messestandort ist. Deutschland richtet mehrere Weltleitmessen aus. Die ITB Berlin ist die weltweit führende Tourismusmesse. Zudem gibt es hierzulande überhaupt die größte Dichte an Festivals, was ebenfalls erhebliche Besuchermengen anlockt.
Etwa 4.000 der 11.116 Gemeinden Deutschlands sind in Tourismusverbänden organisiert, 310 davon sind als Heilbäder, Seebäder oder Kurorte anerkannt. Den Gästen stehen unter anderem 6.135 Museen, 366 Theater, 34 Freizeit- und Erlebnisparks, 45.000 Tennisplätze, 648 Golfplätze, 122 National-/Naturparks und Biosphärenreservate, ein Wanderwegnetz von 190.000&#160;km sowie 40.000 Kilometer Radfernwege zur Verfügung. Die deutschen Ferienstraßen runden das Angebot an Reisewegen ab.
Siehe auch: Liste deutscher Kurorte&#160;und Liste deutscher Seebäder
Verkehr
Verkehrswegebündelung im europäischen Korridorkonzept
Aufgrund der dichten Besiedlung und zentralen Lage in Europa besteht in Deutschland ein sehr hohes Verkehrsaufkommen. Insbesondere für den Güterverkehr stellt es ein wichtiges Transitland dar. Durch das Konzept der Transeuropäischen Netze soll Deutschland als Transferraum zwischen dem ersten europäischen Kernwirtschaftsraum, der sogenannten Blauen Banane, und dem Kernwirtschaftsraum in Ostmitteleuropa gefördert werden. Wichtige Projekte in diesen Netzen sind die Eisenbahnachsen Lyon/Genua–Rotterdam/Antwerpen, POS (Paris–Ostfrankreich–Südwestdeutschland), PBKAL (Paris–Brüssel–Köln–Amsterdam–London), Berlin–Palermo und die Magistrale für Europa. Ferner ist Deutschland der westliche Ausgangspunkt einiger Paneuropäischer Verkehrskorridore.
Der Güterverkehr hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stetig von der Schiene auf die Straße verlagert. Als Gegenmaßnahme wurde 2005 eine Autobahnmaut für Lastkraftwagen eingeführt. Im Bereich des Schienenverkehrs wurden in den letzten Jahren von der Deutschen Bahn vor allem unrentable Nebenstrecken sowie Güter- und Rangierbahnhöfe stillgelegt sowie Personenfernverkehrsverbindungen eingestellt. Der Bundesverkehrswegeplan 2015 gilt für den Zeitraum 2016–2030.
Straßenverkehr
Bereits die Römer legten gepflasterte Straßen in Deutschland an, die aber wieder verfielen. Die ersten Chausseen wurden im 18.&#160;Jahrhundert erbaut. Die Erfindung des Automobils gab dem Straßenbau neue Impulse. Die erste Autobahn der Welt wurde 1921 in Deutschland gebaut, die AVUS in Berlin. Der Straßenverkehr hat in der zweiten Hälfte des 20.&#160;Jahrhunderts die Eisenbahn als wichtigsten Verkehrsträger abgelöst. Deutschland besitzt eines der dichtesten Straßennetze der Welt. Das Bundesfernstraßennetz umfasst 12.845&#160;Kilometer Autobahnen (Stand: 2012) und 40.711&#160;Kilometer Bundesstraßen. Weiterhin umfasste das überörtliche Straßennetz 86.597 Kilometer Landesstraßen, 91.520 Kilometer Kreisstraßen und die Gemeindeverbindungsstraßen.
Um die Gefahren und Belastungen des Straßenverkehrs zu reduzieren, wurden in vielen deutschen Städten Fußgängerzonen, verkehrsberuhigte Zonen und Tempo-30-Zonen eingerichtet. Die Anzahl der getöteten Verkehrsteilnehmer nahm seither kontinuierlich ab. Verstarben im Jahr 2006 noch 5094 Menschen im Straßenverkehr, so waren es im Jahr 2011 nur noch 4009.[181] Der Radverkehr spielt in Deutschland eine zunehmend große Rolle, sein Ausbau wird politisch etwa durch den Radverkehrsplan unterstützt.
Siehe auch: Liste der Bundesautobahnen in Deutschland
Schienenverkehr
ICE&#160;3 im Kölner Hauptbahnhof
Deutschland verfügt über ein Eisenbahnnetz von etwa 35.000 Kilometern Länge. Es wird täglich von bis zu etwa 50.000 Personen- und Güterzügen befahren. Im Rahmen der Bahnreform wurden die Staatsbahnen Deutsche Bundesbahn (West) und Deutsche Reichsbahn (Ost) zum 1.&#160;Januar 1994 in das privatwirtschaftliche Unternehmen Deutsche Bahn AG überführt. Es organisiert den Großteil des Eisenbahnverkehrs in Deutschland.
Neben der DB AG befahren rund 350 weitere Eisenbahnverkehrsunternehmen das deutsche Eisenbahnnetz. Während sich der Staat aus dem operativen Betrieb zurückgezogen hat, finanziert er den Großteil des Netzunterhalts und -ausbaus sowie (über Regionalisierungsmittel) weitgehend den Regionalverkehr.
Regional- (Interregio-Express (IRE), Regionalbahn (RB), Regional-Express (RE) und S-Bahnen (S)) und Fernverkehr (Intercity (IC), Eurocity (EC) und Intercity-Express (ICE)) fahren weitgehend nach Taktfahrplan. Für Fernzüge stehen Schnellfahrstrecken in einer Gesamtlänge von etwa 2000 Kilometer zur Verfügung.
Siehe auch: Geschichte der Eisenbahn in Deutschland&#160;und Liste von Eisenbahnstrecken in Deutschland
Nahverkehr
Straßenbahn (Tram) in der Dresdner Altstadt
1881 eröffnete Werner von Siemens in Lichterfelde bei Berlin die erste elektrische Straßenbahn der Welt. Dieses Verkehrsmittel dominierte in der ersten Hälfte des 20.&#160;Jahrhunderts den öffentlichen Nahverkehr der größeren Städte in Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden vor allem in Westdeutschland viele Straßenbahnen stillgelegt, andere zu Stadtbahnen mit innerstädtischen Tunnelstrecken umgebaut. Ersetzt wurden sie durch Omnibus-Verkehre, die auch auf dem Land flächendeckend vorhanden sind und nahezu jeden Ort erschließen. Allerdings wurden die Busnetze durch den Bevölkerungsrückgang im ländlichen Raum zuletzt ausgedünnt und häufig durch Rufbus-Systeme ersetzt. Nur in den größten Städten wurden im 20.&#160;Jahrhundert U-Bahnen angelegt und mit S-Bahnen zu einem Schnellbahnnetz für Stadt und Umland kombiniert. Die Verkehrsverbünde ermöglichen es, sämtliche Verkehrsmittel in einer Region mit einem Fahrschein zu einem einheitlichen Preis zu benutzen.
Seit den 1980er-Jahren wurden Radwegnetze in den Städten und auf dem Land angelegt und ausgebaut, sodass heute das Fahrrad wieder eine zunehmende Rolle im Nahverkehr spielt. Im internationalen Vergleich ist auch der öffentliche Nahverkehr in den größeren Städten Deutschlands durch hohe Effektivität und Flächendeckung gekennzeichnet.Luftverkehr
Der Münchner Flughafen „Franz Josef Strauß“
Mit rund 550 Flughäfen und Flugplätzen verfügt Deutschland über eine der größten Dichten an Start- und Landeplätzen weltweit. 16 Flughäfen des Landes bieten internationalen Flugverkehr an.
Der Flughafen Frankfurt am Main ist gemessen an der Anzahl abgefertigter Passagiere (2013: 58,04&#160;Millionen) der größte Deutschlands, der drittgrößte Europas und gemessen am Frachtaufkommen (2013: 2,13&#160;Millionen Tonnen) der größte Flughafen Europas. Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa betreibt in Frankfurt, auf dem zweitgrößten deutschen Flughafen in München sowie auf dem drittgrößten deutschen Flughafen in Düsseldorf interkontinentale Drehkreuze. Air Berlin, die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft, betreibt auf ihrem Heimatflughafen in Berlin-Tegel sowie in München, Düsseldorf, Palma de Mallorca und Wien weitere internationale Drehkreuze. Seit dem Jahr 1999 beschäftigen sich Berlin, Brandenburg, der Bund und das Konsortium „Flughafen-Partner für Berlin und Brandenburg“ mit der Errichtung des Flughafens Berlin Brandenburg „Willy Brandt“.[182]
Einen eigenen Weltraumbahnhof (bzw. Raumhafen) für den Verkehr über die Kármán-Linie (100&#160;km) hinaus bis in den Weltraum besitzt Deutschland nicht. Für die Raumfahrt durch z.&#160;B. das DLR muss deshalb meist auf den CSG-Raumhafen in Französisch-Guayana oder das russisch betriebene Kosmodrom Baikonur ausgewichen werden.
Siehe auch: Liste der Verkehrsflughäfen in Deutschland&#160;und Liste deutscher Flugplätze
Seeverkehr
Die Landungsbrücken am Hamburger Hafen
Aufgrund des überproportional hohen Außenhandelsanteils ist Deutschland in erheblicher Weise auf den Seehandel angewiesen. Es verfügt über eine Anzahl moderner Seehäfen, wickelt aber auch große Anteile seines Handels nach Übersee über die Häfen von Nachbarländern, vor allem der Niederlande, ab. Die drei umschlagstärksten Seehäfen in Deutschland sind Hamburg, Wilhelmshaven und die Bremer Häfen. Der JadeWeserPort in Wilhelmshaven ist der einzige Tiefwasserhafen in Deutschland. Die wichtigsten Ostseehäfen sind Rostock und Lübeck. Warnemünde ist der meistfrequentierte Kreuzfahrthafen Deutschlands.[183]
Die wichtigsten Seeschifffahrtsstraßen sind Unterelbe und Unterweser. Der Nord-Ostsee-Kanal ist auch für den Transitverkehr bedeutsam (u.&#160;a. Rendsburg Port). Vor der deutschen Ostseeküste liegt mit der Kadetrinne die meistbefahrene Schiffsroute der Ostsee.
Es gibt in Deutschland ein gut ausgebautes Netz von Wasserstraßen für die Binnenschifffahrt. Die wichtigsten schiffbaren Flüsse sind Rhein, Main, Mosel, Weser und Elbe. Bedeutende Binnenkanäle sind der Mittellandkanal, der Dortmund-Ems-Kanal, der Rhein-Herne-Kanal und der Elbe-Seitenkanal. Der Main-Donau-Kanal überwindet die große europäische Wasserscheide und ermöglicht so einen direkten Schifffahrtsweg von der Nord- und Ostsee zum Schwarzen Meer. Der Komplex der Duisburg-Ruhrorter Häfen ist der umschlagstärkste Binnenhafen Deutschlands und gilt als größter Binnenhafen Europas.Kultur
→ Hauptartikel: Kultur Deutschlands
J. W. von Goethe, 1786
&#160;&#160;(Vorrede aus Faust)
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Die deutsche Kultur hat sich, da Deutschland lange nicht als Nationalstaat existierte, über Jahrhunderte vor allem über die gemeinsame Sprache definiert. Erst im Laufe des 19.&#160;Jahrhunderts wurde der Begriff auf Kulturbeiträge von Deutschen und auf deutsche Territorien bezogen, was aber der auch zuvor bestandenen deutschen Identität jener Kulturschaffenden nicht abträglich war. Über die neuen Reichsgrenzen hinaus haben dem Land um 1900 viele das Charakteristikum einer deutschen Kulturnation zugeschrieben.[185]
Die Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale)
Durch die Verbreitung von Massenmedien im 20.&#160;Jahrhundert hat die Populärkultur in der deutschen Gesellschaft einen hohen Stellenwert erhalten. Die Verbreitung des Internets im 21.&#160;Jahrhundert hat zu einer Differenzierung der Kulturlandschaft geführt und die mannigfaltigen Nischen- und Szenekulturen in ihren Ausprägungen verändert.[186]
Die Kulturpolitik in Deutschland fällt verfassungsgemäß in die Zuständigkeit der Bundesländer. Kulturelle Vielfalt und regionale Identität sollen damit gewährleistet sein. Im Bundeskanzleramt ist der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien zuständig für kulturelle Einrichtungen und Projekte von nationaler und gesamtstaatlicher Bedeutung.[187] Seit dem Vertrag von Maastricht 1993 verfügt die EU über für Kulturschaffende wichtige Kompetenzen im Bereich Urheberrecht.
Der Verbreitung der deutschen Sprache und Kultur in der Welt dienen die Goethe-Institute. Mit insgesamt 158 Standorten, inklusive Verbindungsbüros, ist das Institut im Jahr 2013 in 93 Ländern vertreten.[188]
Laut einer Umfrage in 22 Staaten für die BBC im Jahr 2013 genießt Deutschland international ein hohes Ansehen unter 16 untersuchten Ländern. Durchschnittlich bewerten 59&#160;Prozent der Befragten Deutschlands Einfluss und politisches Wirken als positiv, 15 Prozent haben ein negatives Bild. Damit bestätigt das Land den ersten Platz zum sechsten Mal in Folge seit dem Jahr 2008.[189][190]
Literatur und Philosophie
→ Hauptartikel: Deutschsprachige Literatur&#160;und Deutsche Philosophie
Immanuel Kant, Philosoph
Die bedeutendste Handschrift in der Entwicklung der deutschen Sprache und zugleich das älteste deutsche Buch ist der so genannte Abrogans mit dem Vaterunser des Codex Sangallensis 911 sowie die Übersetzungen Notkers des Deutschen. Sie werden in der Stiftsbibliothek St. Gallen aufbewahrt.
Die deutsche Literatur reicht zurück bis in das Frühmittelalter in dem schon früh die ersten mittelalterlichen Bibliotheken mit Handschriften und Buchmalereien entstanden. Hervorzuheben ist der Minnesang der unter anderem in dem einmaligen Codex Manesse überliefert ist. Als bekanntester Minnesänger gilt Walther von der Vogelweide. Ein Grundstein der deutschen Literatur ist das Versepos des Nibelungenlieds.
Als revolutionär erwies sich am Ausgang des Mittelalters der Buchdruck durch Johannes Gutenberg mit beweglichen Lettern. Sein bedeutendstes Werk war der Druck der Gutenberg-Bibeln. Schließlich konnte Pergament als Beschreibstoff durch das wesentlich günstigere Papier ersetzt werden.
Aus der Zeit vor 1871 stammt der teilweise noch verwendete Begriff vom Land der Dichter und Denker.
Als bedeutendste deutsche Autoren gelten u.&#160;a. Gotthold Ephraim Lessing, Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller sowie die Brüder Grimm. Mit Heinrich Heine, Kurt Tucholsky, Bertolt Brecht, Thomas und Heinrich Mann oder Hannah Arendt stachen zu ihrer Zeit wichtige Literaten hervor.
Die Frankfurter Buchmesse
Im 20.&#160;Jahrhundert waren deutsche Nobelpreisträger für Literatur Theodor Mommsen (1902), Rudolf Eucken (1908), Paul Heyse (1910), Gerhart Hauptmann (1912), Thomas Mann (1929), Hermann Hesse (1946), Heinrich Böll (1972) und Günter Grass (1999), im 21.&#160;Jahrhundert Herta Müller (2009).
Die Frankfurter Buchmesse gilt als bedeutendster Treffpunkt des internationalen Verlagswesens und der Literaturszene. Dort wird jährlich der „beste Roman deutscher Sprache“ mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Für Neuerscheinungen ist der Preis der Leipziger Buchmesse von großer Bedeutung.
Zu den einflussreichsten deutschen Philosophen zählen Gottfried Wilhelm Leibniz, Nikolaus von Kues, Immanuel Kant, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Arthur Schopenhauer, Martin Heidegger und Friedrich Nietzsche. Mehrere bedeutsame philosophische Strömungen gingen von deutschen Philosophen aus: Der Deutsche Idealismus ebenso wie der von Karl Marx und Friedrich Engels begründete Marxismus. Im 20.&#160;Jahrhundert war vor allem die Kritische Theorie der sogenannten Frankfurter Schule von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer bedeutsam. In ihrer Nachfolge wurde Jürgen Habermas zu einem der weltweit bekanntesten lebenden Philosophen.
Musik
→ Hauptartikel: Musik in DeutschlandDeutsche Musiker
Ludwig van Beethoven (1770–1827)
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Johann Sebastian Bach, Toccata und Fuge d-Moll BWV 565
Hans Zimmer, Komponist
Rammstein, 2012
Kraftwerk, 2009Deutschland kann auf eine lange und vielseitige Musikgeschichte zurückblicken. Aus ökonomischer Sicht ist das Land der drittgrößte Musikmarkt der Welt.[191]
Die Geschichte der europäischen klassischen Musik wird über weite Strecken von deutschen Komponisten geprägt. Aufgrund der zentralen Lage Deutschlands konnten hier unterschiedliche Musiktraditionen aus ganz Europa zusammenfließen. In der Barockzeit erlebten die Kirchenmusik und der Orgelbau eine große Blüte. Wichtige Barockkomponisten waren u.&#160;a. Heinrich Schütz, Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach. Stilbildend für die Wiener Klassik waren aus Deutschland die Komponisten der Mannheimer Schule, Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart, der auch als österreichischer Komponist gilt. Beginnend zur Zeit des Vormärz wurde der begleitete Liedgesang durch Komponisten wie Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy zu einer eigenen Kunstgattung entwickelt. Weitere wichtige deutsche romantische Komponisten waren Johannes Brahms, Richard Wagner und Richard Strauss. Im 20. Jahrhundert erlangten u.&#160;a. die Komponisten Carl Orff und Hanns Eisler Popularität. Nach 1950 war in Westdeutschland die Entwicklung der seriellen und elektronischen Musik durch Komponisten wie Karlheinz Stockhausen bedeutend. In der Neuen Musik hat Werner Henze internationale Bedeutung erlangt. Wichtige zeitgenössische deutsche Komponisten sind z.&#160;B. Wolfgang Rihm sowie der weltweit sehr erfolgreiche Filmmusikkomponist Hans Zimmer.
Siehe auch: Liste deutscher Komponisten klassischer Musik
Die Populäre Musik in Deutschland wurde über große Teile des 20. Jahrhunderts von Schlager und volkstümlicher Musik geprägt. Interpreten des Genres sind u.&#160;a. Helene Fischer, Heino und Max Raabe. Der Ende der 1960er-Jahre entstehende Krautrock hatte Einfluss auf die Entstehung verschiedener Formen der Rockmusik sowie der elektronischen Musik, zu deren Pionieren die deutschen Musiker Kraftwerk, Klaus Schulze und Tangerine Dream zählen. Die als „Neue Deutsche Welle“ bezeichnete Etablierung einer eigenständigen, auch international erfolgreichen deutschen Pop- und Rockmusik fand Anfang der 1980er-Jahre durch Interpreten wie Nena, Hubert Kah und Peter Schilling ihren kommerziellen Höhepunkt. Weitere erfolgreiche Interpreten dieser Zeit sind die Synthpopgruppe Alphaville, Trio, Extrabreit, Joachim Witt, DAF, Ideal, Münchener Freiheit und die Spider Murphy Gang.
Bekannte Vertreter des Ostrock sind City, Karat, Silly, Keimzeit, Karussell, electra und die Puhdys. Viele der DDR-Bands wurden wegen ihrer Freiheit und Veränderung herbeisehnenden Texte zensiert oder gar verboten, dennoch gelang ihnen dank geheimer Konzerte Ende der 1980er-Jahre erfolgreich der politische Protest gegen das Regime und es kam u.&#160;a. zur Resolution von Rockmusikern und Liedermachern.
Seit der Entstehung in den 1980er-Jahren ist deutschsprachiger Alternative- und Punkrock verbreitet. Zu den erfolgreichsten Vertretern gehören Die Ärzte, Beatsteaks, Nina Hagen und Die Toten Hosen. International populär sind die deutschen Rockbands The Rattles oder The Lords sowie die Hard-Rock-Band Scorpions und Rammstein, bekanntester Vertreter der sogenannten Neuen Deutschen Härte, zu der auch Oomph! und Unheilig gezählt werden. Populären Indie-Rock und -Pop produzieren die Sportfreunde Stiller, Tocotronic, Blumfeld, Selig und Jennifer Rostock. Im Bereich Reggae/Dancehall sind u.&#160;a. Seeed und ihr Sänger Peter Fox sowie die Gruppe Culcha Candela erfolgreich. Erfolgreiche deutschsprachige Hip-Hop-Künstler sind u.&#160;a. Die Fantastischen Vier, Fettes Brot, Marteria, Samy Deluxe, Jan Delay, Blumentopf, Bushido, K.I.Z., Casper, Cro, Sido und Deichkind.
Zu den bekanntesten deutschsprachigen Popmusikern der vergangenen Jahre gehören James Last, Udo Lindenberg, Peter Maffay, Herbert Grönemeyer, Westernhagen, Silbermond, Juli, Ich + Ich, Frida Gold, Tim Bendzko, Andreas Bourani sowie der Sänger Xavier Naidoo. Die englischsprachige Band Reamonn war europaweit populär. 2010 gewann Lena für Deutschland den Eurovision Song Contest. Weltweit erfolgreich waren auch die Produktionen von Frank Farian mit Boney M. und Milli Vanilli, Dieter Bohlen (mit Modern Talking), die Casting-Band No Angels, die Metal-Band Blind Guardian, die Sängerin Sarah Connor, der Violinist David Garrett und die vor allem bei weiblichen Teenagern beliebte Band Tokio Hotel. Auch in der Electro- bzw. Technomusik spielen deutsche Produzenten eine wichtige Rolle, wie z.&#160;B. Mousse T., Paul van Dyk, Scooter, 2raumwohnung, Tomcraft, Moguai, The Disco Boys, Lexy &amp; K-Paul, Kai Tracid, Tiefschwarz, Blank &amp; Jones und Paul Kalkbrenner.
Bis 2010 war die Loveparade eine der weltweit größten Musikveranstaltungen. Deutsche Musikfestivals von überragender Bedeutung sind heute Rock am Ring, das Wacken Open Air, das Fusion Festival, die Berlin Music Week, Hurricane Festival, Southside, SonneMondSterne, Deichbrand, Melt!, Schlossgrabenfest, Summerjam, Nature One, Mayday, Airbeat One, With Full Force und das WGT. Stadtmusikfeste wie die Fête de la Musique oder das Honky Tonk finden in ganz Deutschland statt. Hinzu kommen viele kleinere Festivals, die bestimmte Musikstile, Regionen oder Themen bedienen.
Die internationale Leitmesse zum Thema Musizieren ist die Musikmesse Frankfurt. Ein bedeutender deutscher Musikwettbewerb ist der jährliche Bundesvision Song Contest, der Echo ist der wichtigste Musikpreis im Land. Das in Berlin beheimatete StartUp SoundCloud ist eine der wichtigsten Plattformen für Musiker in aller Welt.[192]
Film
→ Hauptartikel: Deutscher Film&#160;und Fernsehen in Deutschland
Das Filmstudio Babelsberg in Potsdam wurde 1912 gegründet und gilt heute als renommiertes Filmatelier in Europa.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts werden in Deutschland Filme produziert. Das Berliner Varieté Wintergarten wurde zum ersten Kino der Geschichte, als die Gebrüder Skladanowsky dort 1895 einen Film vor Publikum vorführten. Das Filmstudio Babelsberg in Potsdam bei Berlin wurde 1912 gegründet und war damit das erste große Filmstudio der Welt&#160;– und ein Vorläufer zu Hollywood. Es produziert heute wieder Filme von internationalem Format und gilt als eines der größten Filmstudios in Europa.[193] Babelsberg wurde zum Synonym für den erfolgreichen populären Film. Unterschiedlichste Genres wurden in dieser Frühphase des Films neu entwickelt. Der 1927 produzierte Film Metropolis von Fritz Lang wurde zum ersten Science-Fiction-Spielfilm. 1930 wurde Der blaue Engel mit Marlene Dietrich zu einem internationalen Erfolg des deutschen Tonfilms.
In der Zeit zwischen 1933 und 1945 wurde der deutsche Film häufig als Propagandamedium eingesetzt. Die zu dieser Zeit entstandenen Filme von Leni Riefenstahl etablierten neue Standards im Bereich des Dokumentarfilms. Verschiedenste Techniken wurden später auch in Werbefilmen umgesetzt. Nach 1945 nahm in Westdeutschland die UFA die Produktion wieder auf; unter anderem wurden Heimatfilme populär. Ab den 1960ern wurden Wallace- und Winnetou-Filme beliebt. Durch die Verbreitung von Fernsehgeräten und der aufkommenden Konkurrenz von Fernsehserien und -Filmen geriet die Kinowirtschaft in eine Krise, der mit dem Neuen Deutschen Film begegnet wurde. Rainer Werner Fassbinder, Wim Wenders, Volker Schlöndorff und Werner Herzog wurden zu den wichtigsten Vertretern des Autorenfilms dieser Zeit. Regisseure wie Konrad Wolf prägten das Filmschaffen in der DDR. Mit Umstellung der Filmförderung konnten in den 1980er-Jahren Großproduktionen wie jene von Bernd Eichinger umgesetzt werden. Seit 1990 wurden Beziehungskomödien vermehrt populär. Nach der Jahrtausendwende fanden vereinzelt Genrefilme ihr Publikum. Das deutsch-türkische Kino bekam Beachtung und verschiedenste Jugendfilme konnten ein Nischenpublikum finden. Einige deutsche Filme waren auch international erfolgreich. Die mit über 100 Millionen Zuschauern erfolgreichste deutsche Kinoproduktion ist die Filmreihe Schulmädchen-Report, die von 1970 bis 1980 in knapp 40 Ländern gezeigt wurde.
Bedeutende deutsche Filmstudios sind Bavaria Film, Constantin Film, MMC und die UFA. Zu den erfolgreichsten deutschen Regisseuren und Filmproduzenten der Neuzeit zählen u.&#160;a. Roland Emmerich, Wolfgang Petersen, Florian Henckel von Donnersmarck, Caroline Link, Wolfgang Becker und Fatih Akın. Weitere profilierte Filmemacher sind auch Til Schweiger, Michael Herbig, Andreas Dresen, Uwe Boll, Dani Levy, Oskar Roehler, Uli Edel und Tom Tykwer.
Insgesamt entstanden bis 2013 mehr als 10.000 Filme unter deutscher Beteiligung.[194] Im Jahr 2011 gab es in Deutschland insgesamt 1671 Lichtspielhäuser mit 4640 Kinosälen. Die Anzahl der Besucher lag bei rund 129,6 Millionen. Von den 532 Erstaufführungen im selben Jahr waren 212 Filme mit vorwiegend deutscher Produktionsbeteiligung, darunter 132 Spiel- sowie 80 Dokumentarfilme. Der Marktanteil deutscher Produktionen betrug 21,8&#160;Prozent (16,8&#160;% im Vorjahr).[195]
Die bedeutendste nationale Auszeichnung ist der Deutsche Filmpreis mit der „Lola“, die jährlich von der Deutschen Filmakademie vergeben wird. Der Europäische Filmpreis „Felix“ wird jedes zweite Jahr in Berlin vergeben. Die als „Berlinale“ bekannten Internationalen Filmfestspiele Berlin werden jedes Jahr im Februar aufgeführt und haben sich als global bedeutendes Ereignis der Filmwelt etabliert, auf Augenhöhe mit den A-Festivals von Cannes und Venedig.
Siehe auch: Liste bedeutender deutscher Filme
Bildende Kunst
C. D. Friedrich
Der Wanderer über
dem Nebelmeer, 1818
Franz Marc
Blaues Pferd
1911
Bedeutende deutsche Renaissancekünstler sind unter anderem Albrecht Altdorfer, Lucas Cranach der Ältere, Matthias Grünewald, Hans Holbein der Jüngere und, der wohl bekannteste unter ihnen, Albrecht Dürer.
Die bedeutendsten aus Deutschland stammenden Barockmeister sind Johann Baptist Zimmermann, die Brüder Asam sowie der in Siegen geborene, aber nach Antwerpen ausgewanderte Peter Paul Rubens.
Bedeutende Romantiker sind neben Caspar David Friedrich die Künstler Philipp Otto Runge, Carl Spitzweg und der Nazarener Philipp Veit. Preußische Maler wie Anton von Werner und Emil Hünten stehen für die Historienmalerei, die Münchner und die Düsseldorfer Malerschule sind international von Bedeutung. Von diesen verlagerte sich der Schwerpunkt der Kunstszene nach Berlin, mit den Impressionisten im Umfeld der Berliner Secession, u.&#160;a. die Impressionisten Max Liebermann, Lovis Corinth, Ernst Oppler und Max Slevogt und anschließend den Expressionisten Max Beckmann, Paul Klee, Gabriele Münter und Otto Dix, sowie den Surrealisten Max Ernst, Hans Richter und Hans Arp. Weiterhin von Bedeutung waren die beiden expressionistischen Künstlergemeinschaften „Brücke“ und „Der Blaue Reiter“.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt sich die Documenta zur führenden Kunstausstellung. Jüngere Künstler dieser Zeit umfassen den vielseitigen Jörg Immendorff, den Aktionskünstler und Konzeptualisten Joseph Beuys und die zu den Neuen Wilden zählenden Markus Lüpertz und Martin Kippenberger.
In den 1960er-Jahren entwickeln sich im Rheinland u.&#160;a. mit Nam June Paik, Wolf Vostell und HA Schult neue Kunstformen wie das Happening, die Videokunst und die Fluxus-Bewegung. Bedeutende Fotokünstler im 20. Jahrhundert waren Helmut Newton, Sigmar Polke, Gunter Sachs sowie Bernd und Hilla Becher, die die Düsseldorfer Photoschule begründeten.
In der DDR war die Leipziger Schule um Werner Tübke, Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer prägend. Zu den wichtigen zeitgenössischen Künstlern zählen der Neoexpressionist Georg Baselitz, der in der Tradition der Geschichtsmalerei stehende Anselm Kiefer, die den Kapitalistischen Realismus prägenden Sigmar Polke und Gerhard Richter sowie die für Ironie bekannte Rosemarie Trockel. Der die „trügerische Idylle“ darstellende Norbert Bisky, die zur Neuen Leipziger Schule gezählten Neo Rauch und Aris Kalaizis, sowie der auf Historienbilder konzentrierte Daniel Richter sind Beispiele für sehr erfolgreiche Künstler der Nachwendegeneration. Der bislang weltgrößte Kunstfälscher-Prozess wurde Wolfgang Beltracchi gemacht.
Zu den bekanntesten zeitgenössischen deutschen Fotografen zählen Andreas Gursky, Peter Lindbergh, Wolfgang Tillmans, Horst P. Horst und Thomas Ruff.Architektur
→ Hauptartikel: Architektur in Deutschland
Der Kölner Dom und die Hohenzollernbrücke
Bauhaus-Kunstschule in Weimar von 1911, Begründungsort des globalen Modernismus
Deutschland hat eine reiche und vielfältige Architekturgeschichte, die eng verwoben mit der abendländischen Architekturgeschichte der Nachbarländer ist. Grundlage war vor allem die Architektur der römischen Antike, aus der einmalige Bauwerke erhalten sind, wie beispielsweise die Porta Nigra in Trier und das ab 1999 freigelegte Römische Theater Mainz. Einige vorromanische Bauten wie zum Beispiel die Torhalle Lorsch zeigen heute noch die Entwicklung zur Romanik, die im Heiligen Römischen Reich etwa 1030 einsetzt. Die Gotik begann in Frankreich, die ersten gotischen Bauwerke im Heiligen Römischen Reich wurden ab etwa 1230 errichtet, zum Beispiel die Liebfrauenkirche in Trier.
Um etwa 1520 kam die Renaissance aus dem Gebiet des heutigen Italien in das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, als herausragende Beispiele gelten das Augsburger und das Bremer Rathaus. Der Stil des Barock setzte ab 1650 ein. Prominent sind etwa die Werke von Balthasar Neumann, die Wieskirche und das Residenzschloss Ludwigsburg. Etwa 1770 setzt die Stilepoche des Klassizismus ein. Beispiele sind das Brandenburger Tor von Carl Gotthard Langhans, sowie das Alte Museum und das Schloss Charlottenhof in Berlin von Karl Friedrich Schinkel –&#160;einem preußischen Baumeister, der viele Folgegenerationen weltweit beeinflusste, auch durch sein Wirken an der Berliner Bauakademie.
Einige der bekanntesten Bauwerke Deutschlands wurden in der Stilepoche des Historismus (um 1840 bis etwa 1900) gebaut; Beispiele hierfür sind die Dresdner Semperoper, der Berliner Dom und das Schweriner Schloss. Einflussreiche Architekten dieser Epoche waren u.&#160;a. Gottfried Semper, Friedrich August Stüler, Friedrich von Gärtner und die ersten größeren Architekturbüros wie Cremer &amp; Wolffenstein und Schilling &amp; Graebner. Diese Zeit prägte in Folge von Industrialisierung, Gründerzeit und starkem Bevölkerungswachstum architektonisch den überwiegenden Teil Deutschlands. Es entstanden ganze Blockrand-Stadtgebiete für alle Bevölkerungsschichten, wie etwa in Berlin durch den metropolischen Hobrecht-Plan, daneben auch Villenkolonien und dicht bebaute Vorstädte. Es bildeten sich auch regionalspezifische Stile wie die Hannoversche Architekturschule, der Nürnberger Stil, die Semper-Nicolai-Schule im Raum Dresden und der Johann-Albrecht-Stil in Mecklenburg aus. Teilweise gab es schon stilistische Abweichungen von Stadt zu Stadt. Gepflegte Gründerzeitviertel gelten in vielen Städten heute als bevorzugte Wohnlage bzw. Szeneviertel und vereinen das städtische Leben auf sich.[196] Zeitgleich mit der Spätphase des Historismus setzte um 1890 der Jugendstil ein und währte bis etwa 1910, der Begriff entstand in Anlehnung and die ab 1896 erschienene Münchner Zeitschrift Die Jugend. Das bedeutendste Ensemble der Zeit ist die Darmstädter Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe.
Zu Beginn des 20.&#160;Jahrhunderts waren deutsche Architekten Vorreiter der Klassischen Moderne. Vorläufer dazu entwickelte der 1907 gegründete Deutsche Werkbund. Walter Gropius als Begründer der Bauhaus-Schule, Ludwig Mies van der Rohe und das Neue Frankfurt setzten Impulse des Neuen Bauens, die die Architektur bis heute weltweit prägen. Auch die ersten deutschen Hochhäuser entstanden, vor allem in Berlin. Ein weitgehend für Deutschland spezifischer moderner Stil ist der Expressionismus. Eine Begleitbewegung zur modernistischen Bewegung war ab 1904 bis in die frühen 1960er-Jahre die Heimatschutzarchitektur, welche die regionaltypische Architektur vieler Orte pflegte und dabei weiter entwickelte. Bei der Architektur im Nationalsozialismus herrschte oftmals ein monumentaler, autokratischer Stil vor, es entstanden Repräsentativbauten wie das Berliner Olympiastadion. In der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Krieg herrschte Pragmatismus vor, es entstanden viele großflächige Einzelbauten und zerstreute Siedlungen, die DDR-Architektur war zunächst durch sozialistischen Klassizismus, später durch industrielle Bauweise wie den Plattenbau geprägt. Die Architekturszene suchte darüber hinaus nach extravaganteren Ausdrucksformen für Solitärbauten. In der Bundesrepublik war das 1972 fertiggestellte postmoderne Olympiastadion in München von Frei Otto und Behnisch ein wichtiges Projekt, das das neue Selbstverständnis deutscher Architektur in die Welt trug. Mit dem 256&#160;m hohen Frankfurter Messeturm entstand 1991 der bis dahin höchste Wolkenkratzer Europas, der 1997 durch den Commerzbank Tower abgelöst wurde, dem bis heute höchsten Hochhaus Deutschlands. Die höchste Struktur auf deutschem Boden ist der 368&#160;m hohe Berliner Fernsehturm, der 1969 eingeweiht wurde.
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Entwicklung der Architektur globalisiert, zugleich werden häufig aber auch regionale Bezüge zu historischen Vorbildern oder lokalen Bauweisen hergestellt (auch als neuklassische Architektur bezeichnet).[197] Durch Bewegungen wie den Neuen Urbanismus sind kleinteilige Fassaden mit Mischnutzungen wieder populär, in den Städten vor allem in der typisch urbanen Blockrandbauweise. Auch der Wiederaufbau von durch Krieg oder Abriss zerstörten Kulturdenkmalen ist im 21.&#160;Jahrhundert von Bedeutung, prominente Beispiele sind die Dresdner Frauenkirche samt Neumarkt, das Berliner Stadtschloss, die Potsdamer Mitte mit dem Stadtschloss und das Frankfurter Dom-Römer-Projekt.[198]
Deutsche Architekten und Architekturbüros sind heute weltweit aktiv, zu den renommiertesten des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts gehören u.&#160;a. Hans Kollhoff, GRAFT, Sergei Tchoban, Helmut Jahn, Ole Scheeren, O. M. Ungers, GMP, Ingenhoven, Sauerbruch Hutton, Hadi Teherani und Behnisch Architekten.[199] Deutsche Träger des renommierten Pritzker-Preises sind Gottfried Böhm und Frei Otto. Um die Wahrnehmung der Architektur im In- und Ausland zu befördern, wurde 2007 die Bundesstiftung Baukultur gegründet. Alljährlich werden der Tag der Architektur und der Tag des offenen Denkmals veranstaltet.Kultur- und Baudenkmäler
→ Hauptartikel: Welterbe in Deutschland&#160;und Bau- und Kulturdenkmale in Deutschland
Das Brandenburger Tor in Berlin
Die UNESCO führt 40 deutsche Beiträge zum Welterbe auf, die auf 15 der 16 deutschen Länder verteilt sind.[200] Die Liste wurde mit dem Aachener Dom 1978 eröffnet; jüngster Neuzugang war 2014 das westfälische Kloster Corvey. Es gibt einige Altstädte mit Welterbestatus in Deutschland, dazu gehören Stralsund und Wismar, Bamberg, Goslar, Quedlinburg, Lübeck und Regensburg, die größte mittelalterliche Stadtanlage nördlich der Alpen.[201] Das Dresdner Elbtal hatte den Welterbe-Status von 2004 bis 2009 inne. Zudem führt die UNESCO mit der Grube Messel, den Buchenurwäldern und dem deutschen Wattenmeer drei Weltnaturerbestätten auf.
Neben dem Welterbe zeichnet das Förderprogramm für „National wertvolle Kulturdenkmäler“ unter Schirmherrschaft des Kulturstaatsministers bundesweit besonders bedeutende Denkmäler aus. Von 1950 bis 2007 wurden aus diesem Programm über 500 Kulturdenkmäler mit insgesamt rund 280 Millionen EUR gefördert.[202]
Schloss Neuschwanstein in Schwangau
Besonders hohe Besucherzahlen erreichen Kulturdenkmäler, die eine Vorstellung von deutscher Romantik erwecken. So gehören die Schlösser Neuschwanstein, Schwerin und Heidelberg, die Burg Hohenzollern, die Wartburg, die Walhalla, das Obere Mittelrheintal mit seinen Burgen sowie die mittelalterlichen Altstädte von Rothenburg ob der Tauber und Rüdesheim am Rhein zu den weltweit bekannten touristischen Zielen.
Zunehmender Beliebtheit und Anerkennung erfreuen sich auch Denkmäler und Stadtbilder aus der Zeit der industriellen Revolution, etwa prächtige Ensembles der Bäderarchitektur in den Seebädern an der Ostseeküste, Kurorte im Binnenland oder auch Industriedenkmäler.
Geschlossene historische Stadtbilder sind in den deutschen Großstädten heute selten anzutreffen, da der Zweite Weltkrieg und der Stadtumbau der Nachkriegszeit einen Großteil der Kulturdenkmäler zerstört hat. Ausnahmen sind neben den Welterbestädten die Großstädte Erfurt, Halle, Heidelberg, Schwerin und Wiesbaden. Klein- und Mittelstädte mit weitgehend geschlossenen historischen Stadtbildern sind in Deutschland noch recht häufig anzutreffen, wobei viele einst harmonische Ensembles u.&#160;a. durch Verfall, Abrisse und „Kaputtsanierungen“ mit Fassadenglättungen und Entstuckungen für energetisch ineffiziente Außendämmungen in ihrer Wirkung bedroht sind.[203]
Siehe auch: Liste von Städten mit historischem Stadtkern in Deutschland&#160;und Liste technischer Denkmäler in Deutschland
Museen
→ Hauptartikel: Museen in Deutschland
Die Museumsinsel gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.
In Deutschland existieren rund 6250 Museen, wozu auch private und öffentliche Sammlungen, Schlösser und Gärten gehören.[204] Berlin, das mit mehr als 170 Museen zu den renommiertesten Museumslandschaften gehört, beherbergt neben der zum Welterbe gehörenden Museumsinsel zahlreiche global bedeutsame Museen und Sammlungen.
Zu den bekanntesten musealen Einrichtungen gehören ebenfalls das Deutsche Museum in München, das weltweit größte naturwissenschaftlich-technische Museum, und das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg mit einer der bedeutendsten Sammlungen zu Kultur und Kunst von der Vor- und Frühgeschichte bis zur unmittelbaren Gegenwart. Die Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden beherbergen u.&#160;a. das Grüne Gewölbe, eine historische Sammlung der ehemaligen Schatzkammer der Wettiner Fürsten von der Renaissance bis zum Klassizismus. Das Deutsche Meeresmuseum mit dem Ozeaneum Stralsund ist das größte Meeresmuseum in Deutschland.
Bedingt durch die weltweit längste Tradition im Automobilbau befinden sich in Deutschland einige der größten Fahrzeugsammlungen Europas, wie z.&#160;B. in Stuttgart im Mercedes-Benz Museum und im Porsche-Museum, in München in der BMW Welt und in der Wolfsburger Autostadt. Bedingt durch eine darüber hinaus große Tradition im Bereich der Erfindungen und technischer Innovationen gibt es viele weitere technische Museen in Deutschland.
Siehe auch: Liste deutscher Museen nach Themen
Feiern und Feste
→ Hauptartikel: Feiertage in Deutschland
Weihnachten ist seit Jahrhunderten Bestandteil deutscher Festtagstradition.
Nationalfeiertag ist der Tag der Deutschen Einheit am 3.&#160;Oktober, wie es im Einigungsvertrag über den Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland vereinbart wurde.[205] Alle übrigen Feiertage beruhen auf Gesetzen der Länder. Acht von ihnen sind in allen 16 Ländern Feiertage: Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, die beiden Weihnachtsfeiertage, Neujahr und der Tag der Arbeit. Der Reformationstag ist in fünf Ländern Feiertag. Wie die Sonntage sind „die staatlich anerkannten Feiertage als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt“.[206]
Deutschland ist weltweit für sein Weihnachtsbrauchtum bekannt, dazu gehören die traditionellen Weihnachtsmärkte, Weihnachtsbäume, typische Dekorationen wie Adventskalender und Weihnachtspyramiden, sowie kulinarische Spezialitäten wie Stollen, Braten und Lebkuchen. Die Symbolfigur des Weihnachtsmannes fand von Deutschland aus Verbreitung. Eine der größten touristischen Attraktionen ist auch das Oktoberfest in München (mundartlich auch „d’ Wiesn“), das mit fast sieben Millionen Besuchern größte Volksfest der Welt. In Bad Cannstatt findet jedes Jahr das Cannstatter Volksfest (auf dem Cannstatter Wasen), das mit über 4,5 Millionen Besuchern zweitgrößte Volksfest der Welt, statt. Bedeutende Veranstaltungen von Karneval, Fastnacht und Fasching sind unter anderem der Kölner Karneval, die Mainzer Fastnacht, der Düsseldorfer Karneval und die Schwäbisch-alemannische Fastnacht. In Hannover findet alljährlich das größte Schützenfest der Welt statt.
Die Kieler Woche, eine seit Ende des 19. Jahrhunderts in Kiel ausgetragene Segelregatta, ist das größte Segelsportereignis der Welt und zugleich eines der größten Sommerfeste Europas. Die Hanse Sail in Rostock ist eines der größten maritimen Feste und bietet den weltweit größten Auflauf von Traditionsschiffen. Ebenfalls in Norddeutschland finden der jährliche Hamburger Hafengeburtstag und alle zwei Jahre die Cruise Days statt. Höhepunkt dieser Festivitäten ist die sogenannte Parade der Traumschiffe entlang des Hamburger Hafenbeckens.
Zu den überregionalen Veranstaltungen gehören der Internationale Museumstag, der Deutsche Mühlentag, die Fête de la Musique zum Sommeranfang am 21.&#160;Juni, der Tag der Architektur sowie der Tag des offenen Denkmals. In vielen Städten werden regelmäßig Veranstaltungen wie die Lange Nacht der Museen oder Lange Nacht der Kultur durchgeführt.
Küche
→ Hauptartikel: Deutsche Küche
Deutsche Wurst- und Käsespezialitäten
Die Vielfalt der Regionalküchen spiegelt häufig historische Landesgrenzen (wie Anhalt, Baden, Mecklenburg) und die Kulturräume von Dialektvarianten (Franken, Schwaben) wider. Daneben haben Zuwanderer aus verschiedenen Regionen (u.&#160;a. Hugenotten, Italiener, Türken, Ostasiaten) die deutsche Esskultur im Lauf der Zeit mit ihren jeweiligen kulturtypischen Speisen bereichert. Viele deutsche Restaurants erzielen bei Restaurantführern wie dem Guide Michelin und Gault-Millau hohe Bewertungen, sodass Deutschland neben Frankreich und Japan zu den führenden Gastronomienationen der Welt gehört.
Schwarzwälder Kirschtorte
Deutschland ist weltweit bekannt für seine jahrhundertealte Bierbrautradition. Viele Deutsche bevorzugen ein regional hergestelltes Bier, was sich auch im Trend zu Handwerksbrauereien widerspiegelt. Auch deutscher Wein ist im Land und zunehmend darüber hinaus beliebt, insgesamt werden 16 Anbaugebiete für Qualitätswein und 26 Landweine unterschieden. Der Weinbau in Deutschland wurde bereits von den Römern im 2. Jahrhundert an der Mosel begonnen. Aus klimatischen Gründen ist der Weinanbau im Westen und Süden verbreiteter als im Norden und Osten, allen voran in Rheinhessen, der Pfalz, Baden, Württemberg und an der Mosel. Als Erfrischungsgetränke werden überwiegend Wasser, kalorienhaltiger Fruchtsaft bzw. Limonade getrunken. Das beliebteste Heißgetränk ist Kaffee, sein Genuss wurde ab den 1670er-Jahren in deutschen Kaffeehäusern bzw. Cafés kultiviert. Daneben ist auch Tee in allen Altersgruppen und Variationen beliebt, am ältesten in Deutschland ist die ostfriesische Teekultur, die sich seit dem frühen 17. Jahrhundert entwickelte.
In Deutschland findet man eine einmalig große Auswahl an Brotsorten dank vielfältiger Bäckereitraditionen, zudem zahlreiche Wurstvarianten und Käsesorten. Die typischerweise erste Mahlzeit am Tag ist das Frühstück. Traditionell wird mittags die warme Mahlzeit und abends eine Brotmahlzeit eingenommen. Zwischenmahlzeiten wie ein zweites Frühstück bzw. Brunch und am Nachmittag Kaffee mit Backware (mitunter Vesper oder Kaffeezeit genannt) sind weit verbreitet.
Mode
→ Hauptartikel: Modedesign in Deutschland&#160;und Deutsche Trachten
Die Modeindustrie ist ein traditionsreicher Zweig des produzierenden Gewerbes in Deutschland. In rund 1.300 fast ausschließlich mittelständischen Betrieben erzeugen rund 130.000 Beschäftigte einen Umsatz von rund 28 Milliarden Euro. Die Exportquote liegt bei etwa 40&#160;Prozent in der Textilindustrie und 44&#160;Prozent in der Bekleidungsindustrie (2008). Dieser Industriezweig ist damit nach dem Ernährungsgewerbe die zweitgrößte Konsumgüterbranche in Deutschland.[207]
Claudia Schiffer, eines der erfolgreichsten Supermodels aller Zeiten
Deutsche Mode ist für ihre eleganten Linien bekannt, aber auch für ihre unkonventionellen jungen Designs und die große Variation verschiedener Stilrichtungen. Berlin gilt als junges und kreatives Zentrum in der internationalen Modeszene. Die zweimal im Jahr stattfindende Berlin Fashion Week (Berliner Modewoche) ist innerhalb kurzer Zeit zu einer der weltweit wichtigsten Modeveranstaltungen avanciert.[208] Bread &amp; Butter Berlin hat sich als bedeutende Messe für den Markt der Alltagsmode etabliert. In Düsseldorf, dem Modehandelsplatz mit dem größten Umsatz in Deutschland,[209] werden von der Igedo die Ordertage Collection Première Düsseldorf (CPD) für Bestellungen von Großkunden abgehalten. Weitere wichtige Modezentren sind München, Hamburg und Köln. Auch kleinere Städte sind als Standorte großer Marken Zentren für Gestaltung und Produktion.[210]
Weltweit berühmte deutsche Modedesigner sind und waren z.&#160;B. Karl Lagerfeld, Hugo Boss, Wolfgang Joop, Jil Sander, Michael Michalsky, Philipp Plein, Etienne Aigner, Torsten Amft, Dorothee Schumacher, Willy Bogner, Rudolf und Adi Dassler. Zu den etablierten Modemarken aus Deutschland gehören Boss, adidas, Puma, Escada, Joop!, MCM, Bruno Banani, Triumph, Schiesser, Talbot Runhof, Kaviar Gauche, Closed, Reusch, Valisere, Jack Wolfskin, Ulla Popken, Buffalo, Rohde, Zalando, Dr. Martens, P&amp;C, Marc O’Polo, Tom Tailor, s.Oliver, Gerry Weber, Esprit und Wunderkind.
Es gibt zudem eine Reihe von deutschen Models, die es zu internationalem Ruhm gebracht haben, besonders die „Supermodels“ Claudia Schiffer, Heidi Klum, Tatjana Patitz, Nadja Auermann und Manon von Gerkan. Auch Diane Kruger, Eva Padberg, Toni Garrn, Julia Stegner, Nico, Franziska Knuppe, Vanessa Hegelmaier, Evelyn Sharma, sowie die männlichen Models Nico Schwanz und Lars Burmeister sind bzw. waren weltweit gefragt.
Historisch fand in Deutschland die Volkstracht bis ins 20. Jahrhundert eine weite Verbreitung und grenzte sich von der bürgerlichen Kleidung ab. Die traditionelle Tracht wird heute noch in verschiedenen Regionen getragen, meist zu Volksfesten und besonderen Anlässen. Die moderne Trachtenmode geht u.&#160;a. auf die Jagd- und Wanderbekleidung zurück.
Gesellschaft
Kindergarten-Gruppe in Ladenburg, Baden-Württemberg
Deutschland ist ein durch die europäische Aufklärung pluralistisch geprägtes Land. Menschen aus 194 Staaten leben in der Bundesrepublik.[211] Die Bevölkerung zeichnet sich im globalen Rahmen durch einen hohen Bildungsstand, einen überdurchschnittlichen Lebensstandard und eine hohe persönliche Lebenszufriedenheit aus.[212] Laut World Values Survey werden in Deutschland säkular-rationale Werte und ein fortgeschrittenes Maß an persönlicher Selbstentfaltung geschätzt.
Soziales
Deutschland hat eine lange Tradition des gesetzlich beförderten sozialen Ausgleichs. Laut Gini-Index gilt das Land im internationalen Vergleich als Gesellschaft mit geringer Einkommensungleichheit. Der deutsche Staat bietet seinen Bewohnern umfangreiche rechtliche Ansprüche auf Familienförderung und soziale Absicherung. Die Geschichte der Sozialversicherung beginnt im Kaiserreich. Spätere Regierungen haben sie nach und nach erweitert und um zusätzliche soziale Transferleistungen ergänzt, wodurch heute ein großer Teil des Staatshaushalts für Soziales aufgewendet wird.
Die Bundesrepublik Deutschland ist ein kooperativ-föderalistischer Bundesstaat[213] mit einer sozialen Marktwirtschaft (Bundesratsgebäude in Berlin).
Für Arbeitnehmer besteht eine Pflichtmitgliedschaft in der Sozialversicherung, die aus fünf sogenannten Säulen besteht: Krankenversicherung, Unfallversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung. Die soziale Grundsicherung wird in erster Linie durch Beiträge der Versicherten finanziert, die Defizite werden durch Steuergelder ausgeglichen.
2010 gab es in Deutschland 830.000 Euro-Millionäre mit einem Gesamtvermögen von 2.191 Milliarden Euro. Im selben Jahr lebten rund 12,4 Millionen Menschen in relativer Armut oder galten als armutsgefährdet, das entspricht 15,3 Prozent der Bevölkerung.[214] Von der erwerbsfähigen Bevölkerung gelten etwa 2,3 Millionen Einwohner (4&#160;%) als Analphabeten, bis zu 14&#160;% der Bevölkerung sind von funktionalem Analphabetismus betroffen.[215]
Neben den vom Staat organisierten Transferleistungen der Bürger untereinander gibt es noch innerstaatliche Transferleistungen. Durch den Länderfinanzausgleich sind Bundesländer mit hohem Steueraufkommen dazu verpflichtet, einen Teil ihrer Einnahmen an schlechter gestellte Länder abzugeben, damit die Lebensverhältnisse in Deutschland nicht zu weit auseinander gehen. Durch den auf die Einkommenssteuer erhobenen Solidaritätszuschlag sollen die den neuen Bundesländern entstandenen teilungsbedingten Lasten gemildert werden.
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz soll Benachteiligungen aufgrund von Geschlecht, Rasse, der ethnischen Herkunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität (etwa Homosexualität) verhindern. Auf dem Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) nahm Deutschland 2012 Rang 13 ein, was einem sehr niedrigen Stand der Korruption entspricht.
Gesundheit
→ Hauptartikel: Gesundheitssystem Deutschlands
Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Das deutsche Gesundheitswesen gehört zu den hoch entwickelten.[216] Wesentliche Kennziffern hierzu sind eine sehr niedrige Rate der Kindersterblichkeit von 3,71 bei 1000 Geburten, eine hohe Lebenserwartung die im Jahr 2009/11 bei 77,9 Jahren für Männer und bei 82,9 für Frauen lag, sowie einen hohen Prozentsatz erfolgreicher Operationen.[217][218]
Das Gesundheitssystem umfasst die Leistungserbringer, also Ärzte, Apotheker, Pflegepersonal usw., den Staat (Bund, Länder, Landkreise und Gemeinden), die Krankenversicherungen, die Unfall-, Pflege- und Rentenversicherung, die Kassenärztlichen Vereinigungen, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer und ihre Verbände, weitere im Gesundheitswesen tätige Interessenverbände und nicht zuletzt die Patienten, z.&#160;T. vertreten durch Patientenverbände und Selbsthilfeorganisationen.
Abgesehen von staatlichen Krankenhäusern werden die Versorgungsleistungen weitgehend privat erbracht. Außerhalb der Krankenhäuser dominieren freie Berufe, wie niedergelassene Ärzte und Apotheker, und private Unternehmen, beispielsweise die pharmazeutische und die medizintechnische Industrie. Krankenhäuser werden häufig noch in gemeinnütziger Trägerschaft geführt, zunehmend jedoch privatisiert. Der Staat beteiligt sich als Leistungserbringer nur nachrangig in Form von Gesundheitsämtern, kommunalen Krankenhäusern oder Hochschulkliniken.
Der größte Teil der deutschen Bevölkerung ist in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert, deren Beiträge sich hauptsächlich an der Höhe des Einkommens des Versicherten orientieren. Familienmitglieder sind unter bestimmten Bedingungen beitragsfrei mitversichert. Der Leistungsanspruch ist unabhängig von der Höhe der gezahlten Beiträge. Etwa 10,5&#160;Prozent der Bevölkerung sind privat krankenversichert.[219]
Bildung
→ Hauptartikel: Bildungssystem in Deutschland, Schulsystem in Deutschland&#160;und Liste der Hochschulen in Deutschland
Universität Heidelberg, Deutschlands älteste Universität, gegründet im Jahr 1386.
Das Bildungswesen liegt in der Verantwortung der Länder, wird jedoch durch bundesweite Konferenzen der Kultusminister koordiniert. Je nach Bundesland besteht eine neun- bis dreizehnjährige Schulpflicht. Der Besuch der allgemeinbildenden Schulen dauert mindestens neun Jahre. Danach können weiterführende Schulen bzw. berufsbildende Schulen besucht werden. Die meisten deutschen Bundesländer haben ein gegliedertes Schulsystem mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Die Hochschulreife wird&#160;– je nach Bundesland&#160;– nach zwölf oder dreizehn Schuljahren erworben.
Praktisch alle jungen Erwachsenen besuchen nach der Schule eine weiterführende Bildungseinrichtung. Auszubildende in Betrieben besuchen in der Regel an ein oder zwei Tagen in der Woche die Berufsschule. Studierende können zwischen universitären und anwendungsorientierten Hochschulen (Fachhochschulen) wählen.
Bildungsgänge im deutschen Bildungssystem
Auch die berufliche Weiterbildung spielt eine große Rolle. Für Arbeitslose stellt die Bundesagentur für Arbeit Weiterbildungsgutscheine bereit. Vor ihrer beruflichen Ausbildung können Jugendliche außerdem sogenannte Freiwilligendienste, wie ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr, absolvieren.
Die OECD kritisiert die deutsche Bildungspolitik, da insbesondere die Schulerfolge von Kindern mit Migrationshintergrund unter dem Durchschnitt liegen (PISA-Studien). Entgegen den Reformbemühungen der letzten Jahrzehnte ist es weiterhin statistisch signifikant unwahrscheinlicher, dass Arbeiterkinder das Abitur (Allgemeine Hochschulreife) oder einen Hochschulabschluss erreichen, als Kinder aus den Mittel- oder Oberschichten. Die Ausgaben für Bildung (4,6&#160;% des BIP) liegen im OECD-Vergleich unter dem Durchschnitt. Die schulische Förderung im Grundschulalter gilt als verbesserungswürdig, insbesondere was Betreuungsmöglichkeiten und gezielte Förderung schwächerer Schüler angeht.Wissenschaft
Albert Einstein, 1921
Deutschland ist ein international bedeutender Technologie- und Wissenschaftsstandort. Seit der industriellen Revolution waren deutschsprachige Forscher bei der Gründung empirischer Wissenschaften maßgeblich beteiligt. Insbesondere die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verschiedenster Industrien wurde durch die kreative Arbeit von Ingenieuren vorangetrieben. Rund 10 Prozent aller weltweit angemeldeten Patente im Jahr 2011 kamen aus Deutschland. Damit steht das Land nach den USA und Japan auf Rang drei der Patententwickler.[220]
In Deutschland sind Universitäten, Technische Universitäten und Fachhochschulen Einrichtungen der Forschung und wissenschaftlichen Lehre. Die (Technischen) Universitäten sind zu Promotions- und Habilitationsverfahren berechtigt. Beide Verfahren sollen Bildung nachweisen und wissenschaftliche Erkenntnisse enthalten. Mit der Einführung internationaler Abschlussbezeichnungen im Zuge des Bologna-Prozess wird die bisherige Trennung in den Bezeichnungen im tertiären, akademischen Bildungsbereich zwischen Fachhochschulen und Universitäten aufgeweicht. Einzelne Hochschuleinrichtungen bilden überhaupt nicht im tertiären Bildungsbereich aus, sondern sind zur postgradualen Bildung oder ausschließlich zur Promotion und Habilitation eingerichtet. Die überwiegende Mehrheit der deutschen Hochschulen sind in öffentlicher Trägerschaft, werden aber in ihrer Forschung über Drittmittel finanziert (Deutsche Forschungsgemeinschaft, Stiftungen, Unternehmen und andere).
Alexander von Humboldt (1769–1859)
Neben den Universitäten gibt es eine größere Anzahl von Forschungsorganisationen, die deutschlandweit und darüber hinaus tätig sind. Dabei wurde in Deutschland ein System der Arbeitsteilung zwischen der außeruniversitären Forschung und den Universitäten aber auch zwischen den Organisationen geschaffen. Die Max-Planck-Gesellschaft verpflichtet sich der Grundlagenforschung. Sie führt 78 Institute in Deutschland und besitzt ein Jahresbudget von 1,3&#160;Milliarden Euro. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist die größte wissenschaftliche Gesellschaft in Deutschland und betreibt 15 sogenannte Großforschungszentren, die fächerübergreifend an wissenschaftlichen Komplexen arbeiten. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die größte Organisation der angewandten Forschung. Sie greift in ihren 56 Instituten Ergebnisse der Grundlagenforschung auf und versucht sie wirtschaftlich zu erschließen. Sie stellt der Wirtschaft die Dienstleistung der Auftragsforschung bereit. Weltweite Bekanntheit erlangte sie durch die Entwicklung des MP3-Audioformats. Sie gehört zu den wichtigsten Patentanmeldern und -besitzern in Deutschland. Die Leibniz-Gemeinschaft ist ein Verbund eigenständiger Forschungseinrichtungen, die sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der angewandten Forschung arbeiten.
Europäisches Raumflugkontrollzentrum (ESOC), Kontrollraum der ESA in Darmstadt
Aus Deutschland stammen zahlreiche Forscher aus allen Bereichen der modernen Wissenschaften. Mehr als 100 Nobelpreisträger werden dem Land zugeordnet. Albert Einstein und Max Planck begründeten mit ihren Theorien wichtige Säulen der theoretischen Physik, auf denen beispielsweise Werner Heisenberg und Max Born weiter aufbauen konnten. Wilhelm Conrad Röntgen, der erste Physik-Nobelpreisträger, entdeckte und untersuchte die nach ihm benannte Röntgenstrahlung, die noch heute eine wichtige Rolle unter anderem in der medizinischen Diagnostik und der Werkstoffprüfung spielt. Heinrich Hertz schrieb bedeutende Arbeiten zur elektromagnetischen Strahlung, die für die heutige Telekommunikationstechnik maßgeblich sind. Die Entwicklungen von Nikolaus Otto, Rudolf Diesel, Gottlieb Daimler und Carl Benz haben das Verkehrswesen revolutioniert, die nach ihren Erfindern benannten Bunsenbrenner und Zeppeline sind weltweit ein Begriff. Die deutsche Raumfahrt leistete entscheidende Pionierarbeit im Bereich der Raumfahrt und der Weltraumforschung und besitzt heute mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine leistungsfähige Raumfahrtagentur, zudem ist Deutschland das am meisten zur Europäischen Weltraumorganisation (ESA) beitragende Mitgliedsland.[221]
Die chemische Forschung wurde unter anderem von Carl Wilhelm Scheele, Otto Hahn und Justus von Liebig mitgeprägt. Mit ihren erfolgreichen Erfindungen sind Namen wie Johannes Gutenberg, Werner von Siemens, Wernher von Braun, Konrad Zuse und Philipp Reis Bestandteile der technologischen Allgemeinbildung. Auch viele bedeutende Mathematiker wurden in Deutschland geboren, so zum Beispiel Adam Ries, Friedrich Bessel, Richard Dedekind, Carl Friedrich Gauß, David Hilbert, Emmy Noether, Bernhard Riemann, Karl Weierstraß und Johannes Müller (Regiomontanus). Weitere wichtige deutsche Forscher und Wissenschaftler sind der Astronom Johannes Kepler, der Archäologe Heinrich Schliemann, die Biologin Christiane Nüsslein-Volhard, der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz, der Naturforscher Alexander von Humboldt, der Religionsforscher Max Müller, der Historiker Theodor Mommsen, der Soziologe Max Weber und der Medizinforscher Robert Koch.
Siehe auch: Liste deutscher Erfinder und Entdecker
Medien
→ Hauptartikel: Fernsehen in Deutschland, Liste deutscher Zeitungen&#160;und Liste deutscher Hörfunksender
Die neun Landesrundfunkanstalten der ARD
Deutsche Erfinder und Physiker leisteten einen zentralen Beitrag in der Vorgeschichte des Radios und des Fernsehens. Die Versorgung der Bevölkerung mit Sendungen zu allen Themen erfolgte lange über analog verbreitetes terrestrisches Fernsehen (UHF/VHF), regionale Kabelunternehmen (meist analog) und per Satellit. Seit 2003 erfolgt die Versorgung mit terrestrischem Fernsehen in Ballungsgebieten digital, das heißt über den DVB-T-Standard. Eine komplette Digitalisierung des Fernsehens und des Hörfunks wird umgesetzt. Einige Anbieter bieten ihr Programm auch komplett oder in Teilen über das Internet an, also im Rahmen von (mitunter kostenpflichtigem) IPTV, Streaming bzw. als Internetradio-Angebote.
Deutschland hat ein vom Gesetzgeber gewolltes duales Rundfunksystem, das heißt neben dem gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk existieren zahlreiche private Rundfunkanbieter, deren Programme meist werbefinanziert sind.
Beim Fernsehen in Deutschland gibt es neben dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen, dem unter anderem die Sender des ZDF und der ARD wie die global sendende Deutsche Welle angehören, auch privatrechtliche Fernsehanbieter. Zu ihnen gehören unter anderem die ProSiebenSat.1-Gruppe, die RTL Group, die Tele München Gruppe sowie regionale Anbieter. Neben frei empfangbaren Fernsehsendern existieren außerdem digitale Bezahlfernsehangebote von Kabelnetzbetreibern sowie der Bezahlfernsehsender Sky.
Unternehmenssitz von Bertelsmann in Gütersloh
Die Hörfunklandschaft Deutschlands ist stark von Regionalsendern geprägt, die meist nur in einem oder einigen aneinander grenzenden Bundesländern senden. Diese Radioprogramme sind oft öffentlich-rechtlich dominiert und werden von den jeweiligen Landesrundfunkanstalten, wie dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) oder dem Bayerischen Rundfunk (BR), aber auch von privaten Radioanbietern ausgestrahlt.
Die deutschsprachige Presselandschaft ist vielfältig und bietet ihr Informationsangebot in gedruckter Form, im Internet und auf mobilen Endgeräten an. Zu den meistgelesenen überregionalen Tageszeitungen gehören die Bild, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Welt, die Süddeutsche Zeitung, das Handelsblatt sowie die Wochenzeitung Die Zeit. Charakteristisch für das regionale und lokale Presseangebot ist jedoch der sogenannte Ein-Zeitungs-Kreis, d.&#160;h. in vielen Regionen gibt es nur eine tägliche Lokalzeitung und damit ein Monopol.[222] Nachrichtenmagazine, die wöchentlich erscheinen, sind unter anderem Der Spiegel, der Focus und die Zeitschrift Stern.
Der Nutzung von sozialen Medien, Blogs, Videoportalen, Mediatheken, Streaming-Diensten, Gaming-Plattformen oder der Internet-Enzyklopädie Wikipedia kommt ebenfalls eine bedeutende Rolle zu.[223] Online-Angebote sind insbesondere bei Jugendlichen beliebt.[224]
Zu den größten international tätigen Medienunternehmen mit Sitz in Deutschland gehören der Bertelsmann-Konzern, die Axel Springer SE und die ProSiebenSat.1 Media AG. Die dpa zählt zu den weltweit bedeutendsten Nachrichtenagenturen.Sport
Die deutsche Fußballnationalmannschaft nach ihrem Sieg im Endspiel bei der WM 2014 in Brasilien, der den vierten Weltmeistertitel nach 1954, ’74 und ’90 bedeutete. Fußball ist der populärste Zuschauer- und Vereinssport in Deutschland.
2009/10 waren etwa 27,8&#160;Millionen Deutsche in 91.000 Turn- und Sportvereinen organisiert.[225] Die überwiegende Anzahl der Sportvereine ist im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zusammengefasst.
Die am häufigsten betriebene Sportart in Deutschland ist Fußball. Rund 6,8&#160;Millionen Mitglieder und ungefähr 172.000 Mannschaften sind im Jahr 2012 im Deutschen Fußball-Bund organisiert,[226] der die Fußball-Weltmeisterschaften 1974 und 2006 ausrichtete und weltweit einer der größten und erfolgreichsten Sportfachverbände ist. Die deutsche Fußballnationalmannschaft wurde 1954, 1974, 1990 und 2014 Fußballweltmeister. Deutschland ist bisher das einzige Land, das im Fußball sowohl bei den Frauen als auch den Männern Europa- und Weltmeister werden konnte. Das größte Stadion, ausgelegt für internationale Begegnungen, ist das Olympiastadion (74.224 Plätze) in Berlin. Der Signal Iduna Park in Dortmund ist für Fußballspiele auf Bundesliga-Ebene mit über 80.500 Plätzen (davon 24.454 Stehplätze) das Stadion mit der größten Zahl genehmigter Zuschauerplätze.
Die Handball-Bundesliga wird oft als die beste Spielklasse der Welt angesehen, die Herren-Nationalmannschaft wurde 2007 zum dritten Mal Weltmeister. Etwa 830.000 aktive Mitglieder gehören rund 4500 Vereinen an (Stand: 2011).[227] Der Dachverband des deutschen Handballs ist der Deutsche Handballbund.
Volleyball und die Variante Beachvolleyball wurden in den 1990ern zum beliebten Breitensport, der Deutsche Volleyball-Verband zählt im Jahr 2012 rund 455.000 Mitglieder.[228]
Dirk Nowitzki
NBA-Meister
Sebastian Vettel
Formel-1-Weltmeister
Basketball und Eishockey werden stetig beliebter und nehmen in Bezug auf Zuschauerzahlen und Medienpräsenz einen höheren Stellenwert ein. Im Basketball ist der Deutsche Dirk Nowitzki, der 2007 zum MVP (wertvollster Spieler) in der nordamerikanischen Profiliga NBA gewählt wurde und 2011 als erster Deutscher mit den Dallas Mavericks den NBA-Titel gewann, einer der besten Spieler der Welt.[229]
Beim Motorsport richtet sich das öffentliche Interesse besonders auf die Formel&#160;1 und die DTM, in denen deutsche Fahrer und Konstrukteure Spitzenerfolge erzielen konnten. Michael Schumacher ist mit sieben Weltmeistertiteln der bisher erfolgreichste Formel-1-Fahrer und Sebastian Vettel der bisher jüngste Weltmeister in der Formel-1-Geschichte. Im Rallyesport gelangte Weltmeister Walter Röhrl zu Weltruhm. Das renommierte 24-Stunden-Rennen von Le Mans wurde bereits vielfach von den Konstrukteuren Porsche und Audi gewonnen, das Audi Sport Team Joest ist seit 2011 Titelträger. Der Motorradsport, in dem sich das Hauptaugenmerk auf die Straßen-WM bzw. MotoGP richtet, hat deutsche Weltmeister wie Anton Mang, Dirk Raudies, Stefan Bradl und Sandro Cortese hervorgebracht.
Auch im Boxen kann Deutschland auf Erfolge zurückblicken. Zu den herausragenden Boxern gehören Max Schmeling, Henry Maske, Felix Sturm, Robert Stieglitz, Sebastian Sylvester, Jürgen Brähmer, Regina Halmich und die Kickboxerin Christine Theiss. Die ukrainischen Klitschko-Brüder sowie die armenischstämmigen Arthur Abraham und Susianna Kentikian wurden mehrfache Weltmeister in ihren Gewichtsklassen und durchlebten ihre Profikarrieren vollständig in deutschen Boxställen.
Biathletin Magdalena Neuner
Wintersport hat eine lange Tradition in Deutschland. Im Bobsport, Rennrodeln, Biathlon, Langlauf und Eisschnelllauf konnten deutsche Sportler regelmäßig Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften sowie bei den Olympischen Spielen gewinnen. Weitere populäre Wintersportarten sind das Skispringen, mit Sven Hannawald und Jens Weißflog als besonders erfolgreichen Sportlern, sowie verschiedene alpine Skisportarten. Katarina Witt zählt mit zwei Olympiasiegen im Eiskunstlauf zu den größten Sportlern ihrer Disziplin.
Das Deutsche Reich war Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin und der Olympischen Winterspiele im Jahr 1936 in Garmisch-Partenkirchen, die Bundesrepublik Deutschland ebenso für die Sommerspiele 1972. Des Weiteren bewarb sich Berlin erfolglos für Olympische Sommerspiele 2000. Im ewigen Medaillenspiegel der Olympischen Spiele nimmt Deutschland mit 400 Goldmedaillen den dritten Platz ein.[230]
Die Beliebtheit des Radsports hing in der Vergangenheit in starkem Maße von den aktuellen Erfolgen deutscher Fahrer ab. Rudi Altig (in den 1960er-Jahren) und Jan Ullrich gehörten zu den erfolgreichsten Radsportlern ihrer Zeit. Im Hallenradsport ist Deutschland die führende Nation gemessen an der Anzahl gewonnener Weltmeistertitel. Mit über 70&#160;Prozent der gewonnenen WM-Titel ist Deutschland – die DDR eingeschlossen – führend in den Disziplinen Radball und Kunstradfahren.
Im Hockey wurde Deutschlands Herrenmannschaft 2002 und 2006 Weltmeister sowie 1972, 1992, 2008 und 2012 Olympiasieger. Die Damen wurden 2004 Olympiasieger und 1976 und 1981 Weltmeister. Beide Mannschaften sind führend im Hallenhockey. Tennis erlebte in den 1980er- und 1990er-Jahren durch die Erfolge der deutschen Sportler Boris Becker, Steffi Graf und Michael Stich eine seitdem nicht wieder erreichte Popularität.
Zu den ältesten Sportarten zählt das Sportschießen. Der Deutsche Schützenbund hat etwa 1,4&#160;Millionen Mitglieder. Insgesamt gibt es deutschlandweit rund sechs&#160;Millionen Sportschützen.[231] Große Erfolge konnten deutsche Sportler auch in weiteren Sportarten wie Fechten, Reiten, Ringen, Rudern, Kanusport, der Leichtathletik und im Schwimmsport erreichen. Im Tischtennis zählt Timo Boll, im Golf Martin Kaymer und Bernhard Langer zu den besten Spielern der Welt. Der Deutsche Golf-Verband zählt mit 635.000 Golfspielern im Jahr 2014 zu den zehn größten Verbänden des deutschen Sports.[232]
Siehe auch
&#160;Portal: Deutschland – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema DeutschlandWir sind das Volk, Wir sind ein Volk
BRD
Nationale Symbole für DeutschlandGesprochene Version
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LiteraturMargarete Graf: Schnellkurs Deutschland. DuMont, Köln 2007, ISBN 978-3-8321-7760-7.
Neil MacGregor: Deutschland. Erinnerungen einer Nation. C.H. Beck, München 2015, ISBN 978-3-406-67920-9.
Axel Schildt, Detlef Siegfried: Deutsche Kulturgeschichte: Die Bundesrepublik von 1945 bis zur Gegenwart. Carl Hanser Verlag, München 2009, ISBN 978-3-446-23414-7.
Enzyklopädie deutscher Geschichte. Hrsg. von Lothar Gall. In Verbindung mit Peter Blickle, Elisabeth Fehrenbach, Johannes Fried, Klaus Hildebrand, Karl Heinrich Kaufhold, Horst Möller, Otto Gerhard Oexle, Klaus Tenfelde. R. Oldenbourg Verlag, München 1988&#160;ff.Weblinks
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bundesrepublik.org&#160;– Deutschland von Bürger zu Bürger
destatis.de&#160;– Zahlen, Daten, Fakten über Deutschland vom Statistischen Bundesamt
Deutschland in Karten&#160;und&#160;Nationalatlas aktuell&#160;– Überblick über die gesellschaftliche Situation, Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL)
Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in/im Deutschland
CIA World Factbook: Deutschland (englisch) – Dossier des CIA über Deutschland
Handbuch Tatsachen über Deutschland – aktuelle Informationen über DeutschlandLinkkatalog zum Thema Deutschland bei DMOZ
Geschichte der Bundesrepublik Deutschland auf dem Informationsportal zur politischen Bildung
Goethe-Institut – Artikelsammlung zur Gesellschaft in DeutschlandAnmerkungen↑ §&#160;23 Absatz&#160;1 Verwaltungsverfahrensgesetz (Bund).
Die Frage, ob unter deutsch rechtlich ausschließlich die hochdeutsche oder auch die niederdeutsche Sprache subsumiert wird, wird juristisch uneinheitlich beantwortet: Während der BGH in einer Entscheidung zu Gebrauchsmustereinreichung beim Deutschen Patent- und Markenamt in plattdeutscher Sprache das Niederdeutsche einer Fremdsprache gleichstellt („Niederdeutsche (plattdeutsche) Anmeldeunterlagen sind im Sinn des §&#160;4a Abs.&#160;1 Satz&#160;1 GebrMG nicht in deutscher Sprache abgefaßt.“ – BGH-Beschluss vom 19.&#160;November 2002, Az. X ZB 23/01), ist nach dem Kommentar von Foerster/Friedersen/Rohde zu §&#160;82a des Landesverwaltungsgesetzes Schleswig-Holstein unter Verweis auf Entscheidungen höherer Gerichte zu §&#160;184 des Gerichtsverfassungsgesetzes seit 1927 (OLG Oldenburg, 10.&#160;Oktober 1927 – K 48, HRR 1928, 392) unter dem Begriff deutsche Sprache sowohl Hochdeutsch wie auch Niederdeutsch zu verstehen.
↑ Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Gebiet und Bevölkerung – Fläche und Bevölkerung, Stand: 31.&#160;Dezember 2013. Abgerufen am 12.&#160;November 2014.
↑ a b Bevölkerung: Deutschland, Stichtag zum Quartalsende, Geschlecht. Statistisches Bundesamt, 7.&#160;Dezember 2015, abgerufen am 7.&#160;Dezember 2015.&#160; Dazu: Bevölkerung auf Grundlage des Zensus 2011, ebda.
↑ GENESIS-Online Datenbank; Bevölkerungsdichte ungerundet: 81.292.428 Einwohner/357.340,08&#160;km² = 227,493 Einwohner pro km². Berechnet am 7.&#160;Dezember 2015.
↑ Bevölkerungsstand – Veränderung zum Vorjahr. Statistisches Bundesamt, 24.&#160;September 2015, abgerufen am 24.&#160;September 2015.&#160;
↑ a b c d Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook Database, Stand: Oktober 2014. Abgerufen am 16. Dezember 2014.
↑ Human Development Report Office: Germany – Country Profile: Human Development Indicators. Abgerufen am 26.&#160;Januar 2015.
↑ Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Grundlagenvertrag (Urteil vom 31.&#160;Juli 1973, Absatz-Nr. 54 – 2 BvF 1/73 – BVerfGE 36, S.&#160;1&#160;ff.: „[…] Mit der Errichtung der Bundesrepublik Deutschland wurde nicht ein neuer westdeutscher Staat gegründet, sondern ein Teil Deutschlands neu organisiert. […]“)
↑ Bundeszentrale für politische Bildung: Grundlagen. Abgerufen am 7.&#160;Mai 2013.
↑ Zum ordnungspolitischen Nationalstaatsbegriff siehe statt aller mit weiteren Nachweisen Hans F. Zacher, Sozialer Einschluß und Ausschluß im Zeichen von Nationalisierung und Internationalisierung, in: Hans Günter Hockerts (Hrsg.): Koordinaten deutscher Geschichte in der Epoche des Ost-West-Konflikts, Oldenbourg, München 2004 (Schriften des Historischen Kollegs: Kolloquien; 55), ISBN 3-486-56768-3, S. 103–152, hier S. 105&#160;f., 141: Die Konstituierung der Bundesrepublik Deutschland als Nationalstaat, aber „nur unter Inkaufnahme von Widersprüchen“, sowie der Charakter des vereinigten Deutschland als Nationalstaat.
↑ UN Department of Economic and Social Affairs: International Migration Report 2013 (PDF; 428&#160;kB), Stand: 2013. Abgerufen am 10.&#160;Dezember 2015.
↑ Steffen Alisch, Die DDR von Stalin bis Gorbatschow: der sowjetisierte deutsche Teilstaat 1949 bis 1990, in: Hans-Peter Schwarz (Hg.), Die Bundesrepublik Deutschland. Eine Bilanz nach 60 Jahren. Böhlau, Köln 2008, S. 135&#160;ff.
↑ Hans Kundnani: Germany as a Geo-economic Power (PDF; 267&#160;kB), Center for Strategic and International Studies, 2011. Abgerufen am 20.&#160;Juni 2013.
↑ a b Statistisches Bundesamt: Top 20 Exportländer 2014; vgl. dazu Außenhandel, Stand 2015. Abgerufen am 27. August 2015.
↑ a b Vgl. Bericht über die menschliche Entwicklung 2013. Hrsg. Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), S. 238&#160;ff., abgerufen am 2.&#160;April 2013 (PDF; 6,2&#160;MB).&#160;
↑ Wilhelm Schmidt, Geschichte der deutschen Sprache. Ein Lehrbuch für das germanistische Studium. 7., verbesserte Aufl., Stuttgart/Leipzig 1996, S.&#160;80&#160;f.
↑ In der Frankfurter Übersetzung der Goldenen Bulle (um 1365) heißt es Dutschelant.
↑ Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Johann von Cube, Basel 1487, S.&#160;6 (zweite Sp., unterer Bereich). Abgerufen am 7.&#160;Januar 2013.
↑ Bardo Fassbender: Auswärtige Zuständigkeiten bundesstaatlicher Gliedstaaten: Die Entstehung des Prinzips der dynamischen Verweisung im Zeitalter der Gründung des Deutschen Reiches (1866–1871), JöR, N.F. Bd. 53 (2005), S. 207, hier S. 270&#160;f.
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↑ Christoph Möllers bezeichnet die völkerrechtliche Identität seit 1866/1867 als „mittlerweile allgemeine Ansicht“ (Staat als Argument, München 2000, S.&#160;163).
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↑ Stand vom 31.&#160;Dezember&#160;2014, Fortgeschriebene Bevölkerungszahlen vom 31.&#160;Dezember&#160;2014 des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 26.&#160;September&#160;2015 (PDF-Datei)&#160;(Hilfe dazu).
↑ Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2014 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen)&#160;(Hilfe dazu).
↑ konkludent durch die Ernennung der bisherigen Stadtregierung der Stadt Bremen zur neuen Landesregierung bei Wiedergründung des Landes aus der Stadt Bremen, dem Landgebiet Bremen (heute auch Teil der Stadt Bremen), dem Stadtkreis Wesermünde samt der Stadt Bremerhaven (heute komplett Bremerhaven) am 21.&#160;Januar 1947 (rückwirkend zum 1.&#160;Januar) durch Proklamation Nr.&#160;3 der US-amerikanischen Militärregierung; de facto als Regierungssitz (Senat) (siehe Rathaus Bremen: Senatskanzlei) und Sitz des Parlaments (siehe Bremische Bürgerschaft) sowie anderer oberster Landesorgane
↑ Bevölkerungsstand und Bevölkerungsbewegung am 31.12.2013. Statistisches Landesamt Bremen, abgerufen am 16.&#160;September 2014.&#160;&#160;(Hilfe dazu)
↑ Amtliche Bevölkerungszahl von Hamburg am 31. Dezember 2012 (PDF; 293&#160;kB)
↑ durch Organisationsverfügung Nr.&#160;1 der US-amerikanischen Militärregierung vom 12.&#160;Oktober 1945
↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)&#160;(Hilfe dazu).
↑ Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011)&#160;(Hilfe dazu).
↑ Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014&#160;(Hilfe dazu).
↑ durch ein Memorandum der britischen Militärregierung vom 1.&#160;August 1946, wenige Tage vor der Verordnung Nr.&#160;46 zur Verschmelzung der Provinzen Nordrhein und Westfalen vom 23.&#160;August 1946 zum neuen Land Nordrhein-Westfalen (siehe Landeshauptstadt Düsseldorf: Geburt und Heranwachsen einer Landeshauptstadt; Kurt Düwell: „Operation Marriage“ – Die britische Geburtshilfe bei der Gründung Nordrhein-Westfalens, Redemanuskript, Düsseldorf 2006, S.&#160;1 (PDF; 91&#160;kB))
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↑ durch Entscheidung des Landtages vom 16.&#160;Mai 1950
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↑ Es beherrschen Niederdeutsch gut bis sehr gut: 27&#160;Prozent der Bevölkerung Schleswig-Holsteins, 23&#160;Prozent der Mecklenburg-Vorpommerns, 14&#160;Prozent der Niedersachsens, 10&#160;Prozent der Nordrhein-Westfalens und je 5&#160;Prozent der Brandenburgs und Sachsen-Anhalts, zusammen ca. 4&#160;Millionen – nicht inbegriffen sind Hamburg und Bremen sowie die rund 200.000 Sprecher des Plautdietschen, die überwiegend außerhalb der Erhebungsgebiete wohnen. Vorlesung „Niederdeutsch in Geschichte und Gegenwart“ – Niederdeutsch heute: Eine Bestandsaufnahme (Frerk Möller: Plattdeutsch im 21.&#160;Jahrhundert. Bestandsaufnahme und Perspektiven. Leer 2008 (PDF; 1,9&#160;MB), S. 22&#160;f.). Abgerufen am 6. Januar 2013.
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↑ Vgl. dazu Karl-Hermann Kästner, Die Entwicklung des Staatskirchenrechts seit 1961, in: Jahrbuch des öffentlichen Rechts der Gegenwart, hrsg. von Gerhard Leibholz. Neue Folge Bd. 27, Mohr Siebeck, Tübingen 1978, S.&#160;280&#160;f.; Götz Klostermann, Der Öffentlichkeitsauftrag der Kirchen – Rechtsgrundlagen im kirchlichen und staatlichen Recht (=&#160;Jus Ecclesiasticum; Bd. 64), Mohr Siebeck, Tübingen 2000, S.&#160;11&#160;ff., 79; Michael Meyer-Blanck, Birgit Weyel, Studien- und Arbeitsbuch Praktische Theologie, Vandenhoeck &amp; Ruprecht, Göttingen 2008, S.&#160;204.
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↑ Zur Einordnung der ottonischen Geschichte allgemein Hagen Keller, Gerd Althoff: Die Zeit der späten Karolinger und der Ottonen. Stuttgart 2008, S. 18&#160;ff.
↑ Zu den unterschiedlichen Forschungsansätzen siehe Joachim Ehlers, Die Entstehung des Deutschen Reiches. 4. Aufl., München 2012; vgl. allgemein auch Johannes Fried, Der Weg in die Geschichte. Berlin 1994, speziell S. 9&#160;ff. und 853&#160;ff. Grundlegend ist Carlrichard Brühl, Deutschland – Frankreich. Die Geburt zweier Völker. 2. Aufl., Köln/Wien 1995.
↑ Vgl. Carlrichard Brühl: Die Geburt zweier Völker. Köln [u.&#160;a.] 2001, S. 69&#160;ff.; Carlrichard Brühl, Deutschland – Frankreich. Die Geburt zweier Völker. 2. Aufl., Köln/Wien 1995, S. 205&#160;ff.
↑ Vgl. Joachim Ehlers: Die Entstehung des Deutschen Reiches. 4. Aufl., München 2012, S. 46–48.
↑ Bernd Schneidmüller: Konsensuale Herrschaft. Ein Essay über Formen und Konzepte politischer Ordnung im Mittelalter. In: Paul-Joachim Heinig (Hrsg.): Reich, Regionen und Europa in Mittelalter und Neuzeit. Festschrift für Peter Moraw. Berlin 2000, S. 53–87.
↑ Bernd Schneidmüller: Konsens – Territorialisierung – Eigennutz. Vom Umgang mit spätmittelalterlicher Geschichte. In: Frühmittelalterliche Studien 39, 2005, S. 225–246.
↑ Zur politischen Geschichte siehe ausführlich Heinz Thomas: Deutsche Geschichte des Spätmittelalters. Stuttgart 1983.
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↑ Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen. Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reiches bis zum Untergang der Weimarer Republik. C.H. Beck, München 2000, ISBN 978-3-406-46001-2, S.&#160;49.
↑ Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen. Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reiches bis zum Untergang der Weimarer Republik. München 2000, S.&#160;51&#160;ff.
↑ Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte 1800–1866. Bürgerwelt und starker Staat. München 1983, S.&#160;24&#160;f.
↑ Gleiches aktives und passives Wahlrecht, unabhängig vom Einkommen, galt hinfort nicht nur bei den Wahlen zum Deutschen Reichstag, sondern auch zum Parlament im Land Preußen, wo zuvor ein Dreiklassenwahlrecht, und dies nur für Männer, gegolten hatte.
↑ Zu diesem Stichtag sowie den damit verbundenen völkerrechtlichen Konsequenzen siehe Daniel-Erasmus Khan, Die deutschen Staatsgrenzen. Rechtshistorische Grundlagen und offene Rechtsfragen. Mohr Siebeck, Tübingen 2004, Teil II Kap. III (Fn 26&#160;f.), S.&#160;98–101.
↑ Feststellung seitens der Regierungen des Vereinigten Königreichs, der Vereinigten Staaten von Amerika und der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken sowie der Provisorischen Regierung der Französischen Republik über die Besatzungszonen in Deutschland vom 5. Juni 1945, in: documentArchiv.de
↑ Frankreich stellte 1945 noch keine anerkannte Siegermacht dar, sondern stand vor der Herausforderung, seinen Anspruch auf einen Großmachtstatus fortzuführen (so Jörn Leonhard, in: ders., Rolf G. Renner [Hrsg.]: Koloniale Vergangenheiten – (post-)imperiale Gegenwart, Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2010, S. 102 f.).
↑ Feststellung seitens der Regierungen des Vereinigten Königreichs, der Vereinigten Staaten von Amerika und der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken sowie der Provisorischen Regierung der Französischen Republik über das Kontrollverfahren in Deutschland vom 5. Juni 1945, in: documentArchiv.de
↑ Vgl. dazu Kay Hailbronner, in: Graf Vitzthum (Hrsg.), Völkerrecht, 4.&#160;Aufl. 2007, 3.&#160;Abschn., Rn 196.
↑ Zum Anspruch der DDR vgl. Uwe Andersen, Wichard Woyke (Hrsg.): Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. 5. Auflage, Leske + Budrich, Opladen 2003, ISBN 3-8100-3865-2, S. 127.
↑ Vgl. Andreas Zimmermann, Staatennachfolge in völkerrechtliche Verträge, S.&#160;49.
↑ Vgl. hierzu Ute Röding-Lange: Bezeichnungen für ‘Deutschland’ in der Zeit der „Wende“, Königshausen &amp; Neumann, 1997, S. 76, 79&#160;f.; Wolf D. Gruner, Die deutsche Frage als Thema der europäischen Politik im 19. und 20. Jahrhundert, in: Jürgen Elvert, Friederike Krüger (Hg.): Deutschland 1949–1989. Von der Zweistaatlichkeit zur Einheit (HMRG, Beiheft 49), Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2003, S. 17–55, hier S. 19; Ulrich Ammon: Die deutsche Sprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Problem der nationalen Varietäten, de Gruyter, Berlin/New York 1995, S. 319.
↑ Im damaligen Sinne eines „Durchgangsstadium[s] für einen künftigen, wieder gesamtdeutschen Staat“, vgl. Klaus Hornung, Von der Bonner zur Berliner Republik (PDF; 33&#160;kB) und Uwe Andersen/Wichard Woyke (Hg.), Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland, 5., aktual. Aufl., Leske + Budrich, Opladen 2003 (Bundeszentrale für politische Bildung, 2003).
↑ Erlass des Staatsrates der DDR vom 7.&#160;September 1961 (GBl. SDr. 341, S.&#160;3)
↑ Werner Abelshauser: Deutsche Wirtschaftsgeschichte seit 1945. C.H. Beck, München 2004, Kapitel „Die Reparationsfrage“, S. 75–84.
↑ Artikel 23 Satz 2 GG a.F.
↑ Bundesministerium der Justiz: Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik über die Herstellung der Einheit Deutschlands – Einigungsvertrag – vom 31. August 1990 (BGBl. 1990 II S.&#160;889). Abgerufen am 7. Januar 2013.
↑ Vgl. das Schreiben des deutschen Vertreters bei den UN vom 17.&#160;Dezember 1990 an den UN-Generalsekretär: „As a consequence of the accession of the German Democratic Republic to the Federal Republic of Germany, the former German Democratic Republic has ceased to exist as of October 3rd 1990, whereas the Federal Republic of Germany continues to exist as an identical subject of international law …“; ZaöRV 53 (1993), S.&#160;1095.
↑ Günther Heydemann: Zwischen Konsens, Krise und Konflikt. Der 11. September 2001 und seine Auswirkungen auf die deutsch-amerikanischen Beziehungen. In: Klaus Hildebrand, Udo Wengst, Andreas Wirsching (Hrsg.): Geschichtswissenschaft und Zeiterkenntnis. Von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Festschrift für Horst Möller. Oldenbourg, München 2008, S. 437–452, hier S. 439. Abgerufen am 7. Januar 2013.
↑ Bundesverfassungsgericht: Urteil des BVerfG, Az. 2 BvE 1/03. Abgerufen am 7. Januar 2013.
↑ Bundestagswahl: FDP macht Merkel zur Kanzlerin von Schwarz-Gelb, t-online.de vom 27.&#160;September 2009. Abgerufen am 7.&#160;Januar 2013.
↑ Regierungserklärung von Kanzlerin Merkel zu den politischen Hauptprojekten, tagesschau.de, 29. Januar 2014.
↑ Weg für ESM-Rettungsschirm endgültig frei, Meldung vom 27. September 2012 auf Welt Online. Abgerufen am 7. Januar 2013.
↑ Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der Bundesregierung?, Statista-Befragung, abgerufen am 30. November 2015.
↑ Dieter Hesselberger, Das Grundgesetz. Kommentar für die politische Bildung, 9.&#160;Auflage, Hermann Luchterhand Verlag, Neuwied 1995, S.&#160;50.
↑ Herdegen, §&#160;8, Rn&#160;30 (Abschnitt „Bundesstaat“): „Die Gliedstaaten verfügen&#160;– nur&#160;– insoweit über eine (partielle und abgeleitete) Völkerrechtssubjektivität, als ihnen durch die Bundesverfassung Kompetenzen in auswärtigen Angelegenheiten eingeräumt werden.“
Ipsen, §&#160;5, Rn 21 (Abschnitt „Gliedstaaten von Bundesstaaten und Staatenbund“): „Ihre Völkerrechtssubjektivität [also die der Gliedstaaten in einem Bundesstaat] unterscheidet sich vielmehr von der des Bundes dadurch, dass sie von der Völkerrechtssubjektivität des jeweiligen Bundesstaates abgeleitet [=&#160;derivativ] und nicht originär ist.“
↑ Vgl. Dieter Hesselberger, Das Grundgesetz, 13.&#160;Aufl., Art.&#160;20, Rn&#160;1, 7; Avenarius, Die Rechtsordnung, 3.&#160;Aufl., S.&#160;23&#160;f.
↑ Christian Schramek, Politische Führung in supranationalen Mehrebenensystemen: die Europäische Union, in: Martin Sebaldt, Henrik Gast (Hrsg.): Politische Führung in westlichen Regierungssystemen. Theorie und Praxis im internationalen Vergleich, VS Verlag, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-17068-8, S.&#160;307; vgl. dazu Henrik Gast, Politische Führung in der Kanzlerdemokratie: die Bundesrepublik Deutschland, ebd., S.&#160;95&#160;f.
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↑ Statistisches Bundesamt: Staat erzielte im Jahr 2014 Überschuss von 18 Milliarden Euro Pressemitteilung Nr. 062 vom 24. Februar 2015, abgerufen am 24. Februar 2015.
↑ tz.de: Deutsche Wirtschaft 2014 um 1,6 Prozent gewachsen, abgerufen am 24. Februar 2015.
↑ Staat macht im ersten Halbjahr 21,1 Milliarden Euro Plus, Welt Online, 25.&#160;August 2015. Abgerufen am 25.&#160;August 2015.
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↑ Dazu Daniel-Erasmus Khan, Die deutschen Staatsgrenzen, Tübingen 2004, S. 583&#160;f.
↑ Daniel-Erasmus Khan, Die deutschen Staatsgrenzen, Tübingen 2004, S. 437.
↑ Für diesen Bereich haben die Länder durch Verwaltungsabkommen und Staatsverträge Verwaltungs- und Gerichtszuständigkeiten geregelt, die Gebietshoheit ist damit aber nicht geklärt.
Beispiele für solche Verträge sind das (Verwaltungs-)Abkommen über die wasserschutzpolizeilichen Zuständigkeiten auf der Elbe zwischen den Ländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein und der Freien und Hansestadt Hamburg von 1974, der Staatsvertrag zwischen der Freien Hansestadt Bremen, der Freien und Hansestadt Hamburg sowie den Ländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein über die gerichtliche Zuständigkeit in Binnenschiffahrtssachen von 1983 oder der Staatsvertrag zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und den Ländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein über die Regelung der Gerichtszugehörigkeit des Küstengewässers der Nordsee und der Elbmündung von 2001. Zu den rechtlichen und geschichtlichen Aspekten siehe Rainer Lagoni: Ländergrenzen in der Elbemündung und der Deutschen Bucht, Berlin 1982, ISBN 3-428-05240-4.
↑ Traditionsverständnis der Bundeswehr, Presse- und Informationsstab BMVg, abgerufen am 30. Juli 2014.
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↑ FAZ-Bericht über Erhöhung des Etats, 17. März 2015.
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↑ Bundeswehr rüstet sich mit mehr Kampfpanzern aus, Artikel auf Spiegel Online vom 10. April 2015.
↑ Hans Ehlert: Anfänge westdeutscher Sicherheitspolitik: 1945–1956, Bd.&#160;3. Die NATO-Option, hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Oldenbourg, München 1993, ISBN 3-486-51691-4, S.&#160;826&#160;ff.
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↑ DSB: Deutscher Schützenbund. Abgerufen am 2.&#160;Januar 2013.
↑ Deutscher Golf VerbandDeutsche StaatssystemeStaatsbezeichnung:
Vor der Reichsgründung: Norddeutscher Bund Flagge des Norddeutschen Bundes
Deutsches Reich: Deutsches Kaiserreich Flagge des Deutschen Kaiserreichs&#160;| Weimarer Republik Flagge der Weimarer Republik&#160;| Nationalsozialistisches Deutschland Flagge des Deutschen Reiches von 1935 bis 1945&#160;| Alliierte Verwaltung Erkennungsflagge für deutsche Handelsschiffe in den Jahren 1946 bis 1950
Während der deutschen Teilung (1949–1990): Bundesrepublik Deutschland Bundesdienstflagge&#160;| Deutsche Demokratische Republik Flagge der DDR
Seit 1990: Bundesrepublik Deutschland Flagge Deutschlands
Direkte Demokratie in DeutschlandPolitische Instrumente:&#160; Volksabstimmung&#160;| Volksinitiative&#160;| Antrag auf ein Volksbegehren&#160;| Volksbegehren&#160;| Volksentscheid&#160;| Einwohnerantrag&#160;| Bürgerbegehren&#160;| Bürgerentscheid
Landesregelungen:&#160; Baden-Württemberg&#160;| Bayern&#160;| Berlin&#160;| Brandenburg&#160;| Bremen&#160;| Hamburg&#160;| Hessen&#160;| Mecklenburg-Vorpommern&#160;| Niedersachsen&#160;| Nordrhein-Westfalen&#160;| Rheinland-Pfalz&#160;| Saarland&#160;| Sachsen&#160;| Sachsen-Anhalt&#160;| Schleswig-Holstein&#160;| Thüringen
Abstimmungen:&#160; Liste der Plebiszite in Deutschland
Politische Gliederung EuropasSouveräne Staaten:
Albanien&#160;| Andorra&#160;| Belgien&#160;| Bosnien und Herzegowina&#160;| Bulgarien&#160;| Dänemark2&#160;| Deutschland&#160;| Estland&#160;| Finnland&#160;| Frankreich2&#160;| Griechenland&#160;| Irland&#160;| Island&#160;| Italien2&#160;| Kasachstan1&#160;| Kroatien&#160;| Lettland&#160;| Liechtenstein&#160;| Litauen&#160;| Luxemburg&#160;| Malta&#160;| Mazedonien&#160;| Moldawien&#160;| Monaco&#160;| Montenegro&#160;| Niederlande2&#160;| Norwegen2&#160;| Österreich&#160;| Polen&#160;| Portugal2&#160;| Rumänien&#160;| Russland1&#160;| San Marino&#160;| Schweden&#160;| Schweiz&#160;| Serbien&#160;| Slowakei&#160;| Slowenien&#160;| Spanien2&#160;| Tschechien&#160;| Türkei1&#160;| Ukraine&#160;| Ungarn&#160;| Vatikanstadt&#160;| Vereinigtes Königreich2&#160;| Weißrussland
Sonstige Gebiete:
Färöer&#160;| Gibraltar&#160;| Guernsey&#160;| Isle of Man&#160;| Jersey
Umstrittene Gebiete:
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1&#160;Liegt größtenteils in Asien.&#160; 2&#160;Hat zusätzliche Gebiete außerhalb Europas.
Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU)Belgien&#160;| Bulgarien&#160;| Dänemark&#160;| Deutschland&#160;| Estland&#160;| Finnland&#160;| Frankreich&#160;| Griechenland&#160;| Irland&#160;| Italien&#160;| Kroatien&#160;| Lettland&#160;| Litauen&#160;| Luxemburg&#160;| Malta&#160;| Niederlande&#160;| Österreich&#160;| Polen&#160;| Portugal&#160;| Rumänien&#160;| Schweden&#160;| Slowakei&#160;| Slowenien&#160;| Spanien&#160;| Tschechien&#160;| Ungarn&#160;| Vereinigtes&#160;Königreich&#160;| Zypern
G7-StaatenG6: Deutschland&#160;| Frankreich&#160;| Vereinigtes Königreich&#160;| Italien&#160;| Japan&#160;| Vereinigte Staaten
G7: Kanada&#160;| (G8: Russland – Mitgliedschaft suspendiert)
Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)Australien&#160;| Belgien&#160;| Chile&#160;| Dänemark&#160;| Deutschland&#160;| Estland&#160;| Finnland&#160;| Frankreich&#160;| Griechenland&#160;| Irland&#160;| Island&#160;| Israel&#160;| Italien&#160;| Japan&#160;| Kanada&#160;| Luxemburg&#160;| Mexiko&#160;| Neuseeland&#160;| Niederlande&#160;| Norwegen&#160;| Österreich&#160;| Polen&#160;| Portugal&#160;| Schweden&#160;| Schweiz&#160;| Südkorea&#160;| Slowakei&#160;| Slowenien&#160;| Spanien&#160;| Tschechien&#160;| Türkei&#160;| Ungarn&#160;| Vereinigte&#160;Staaten&#160;| Vereinigtes&#160;Königreich
Teilnehmerstaaten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)Albanien&#160;| Andorra&#160;| Armenien&#160;| Aserbaidschan&#160;| Belgien&#160;| Bosnien und Herzegowina&#160;| Bulgarien&#160;| Dänemark&#160;| Deutschland&#160;| Estland&#160;| Finnland&#160;| Frankreich&#160;| Georgien&#160;| Griechenland&#160;| Irland&#160;| Island&#160;| Italien&#160;| Kanada&#160;| Kasachstan&#160;| Kirgisistan&#160;| Kroatien&#160;| Lettland&#160;| Liechtenstein&#160;| Litauen&#160;| Luxemburg&#160;| Malta&#160;| Mazedonien&#160;| Moldawien&#160;| Monaco&#160;| Mongolei&#160;| Montenegro&#160;| Niederlande&#160;| Norwegen&#160;| Österreich&#160;| Polen&#160;| Portugal&#160;| Rumänien&#160;| Russland&#160;| San&#160;Marino&#160;| Schweden&#160;| Schweiz&#160;| Serbien&#160;| Slowakei&#160;| Slowenien&#160;| Spanien&#160;| Tadschikistan&#160;| Tschechien&#160;| Türkei&#160;| Turkmenistan&#160;| Ukraine&#160;| Ungarn&#160;| Usbekistan&#160;| Vatikanstadt&#160;| Vereinigtes&#160;Königreich&#160;| Vereinigte&#160;Staaten&#160;| Weißrussland&#160;| Republik&#160;Zypern
Partnerstaaten: Afghanistan&#160;| Australien&#160;| Ägypten&#160;| Algerien&#160;| Israel&#160;| Japan&#160;| Jordanien&#160;| Marokko&#160;| Tunesien&#160;| Südkorea&#160;| Thailand51.16510.455277777778Koordinaten: 51°&#160;N, 10°&#160;O
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Nationalbibliotheken Suche Deutsche Nationalbibliothek Suche in der Deutschen NationalbibliothekSuche Österreichische Nationalbibliothek Suche in der Österreichischen NationalbibliothekSuche Schweizerische Nationalbibliothek Suche im HelveticatSuche Nationalbibliothek Luxemburg Suche in der Nationalbibliothek LuxemburgSuche British Library Nationalbibliothek des Vereinigten KönigreichsSuche Bibliothèque nationale de France Nationalbibliothek FrankreichsSuche Königliche Bibliothek der Niederlande Nationalbibliothek der NiederlandeSuche Library of Congress Nationalbibliothek der USASuche National Library of Australia Nationalbibliothek AustraliensSuche Russische Nationalbibliothek Nationalbibliothek RusslandsVerbünde
Die Bibliotheksverbünde umfassen oft nur wissenschaftliche Bibliotheken. Suche WorldCat Weltweite VerbunddatenbankEingabe Karlsruher Virtueller Katalog (KVK) Suche in mehreren Bibliotheksverbünden gleichzeitig möglichEingabe hbz OpenURL Gateway Leitet weiter zu den Besitznachweisen und Diensten (inkl. Fernleihe) von über 420 öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken aus ganz DeutschlandEingabe openURL.de Linkliste zu verschiedenen Katalogen Suche Bibliotheksverbund GBV Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen und Stiftung Preußischer Kulturbesitz Suche HBZ-Verbundkatalog Verbundkatalog der Hochschulbibliotheken Nordrhein-Westfalens und eines großen Teils von Rheinland-Pfalz Suche SWB Online-Katalog Südwestdeutscher Bibliotheksverbund mit über 1000 Bibliotheken der Bundesländer Baden-Württemberg, Sachsen, Saarland und Rheinland-Pfalz Suche BVB BibliotheksVerbund Bayern BibliotheksVerbund BayernSuche KOBV-Verbund Berliner Hochschulen, TU Cottbus, Universität Frankfurt (Oder) (Eingabeformular)Suche HeBIS-Verbundkatalog Hessen und RheinhessenSuche Österreichischer Bibliothekenverbund Wissenschaftliche und administrative Bibliotheken in ÖsterreichSuche Büchereiverband Österreichs Von der Stadt- bis zur Schulbücherei, Einträge dort teilweise ohne ISBN: EingabeformularSuche swissbib Durchsucht die Sammlungen von rund 900 Bibliotheken, Mediotheken und Archiven aus allen Landesteilen der SchweizSuche Netzwerk von Bibliotheken und Informationsstellen in der Schweiz (NEBIS) 80 Bibliotheken von Hochschulen, Fachhochschulen und Forschungsanstalten aus allen SprachregionenEingabe CHVK – Schweizer Virtueller Katalog Meta-Katalog zum Nachweis von Büchern und Zeitschriften und elektronischen Medien in Schweizer BibliothekenSpezialbibliothekenEingabe BBM – Bibliotheksverbund Bistum Mainz Bibliotheksverbund Bistum MainzEingabe Online-Katalog des GIGA-Informationszentrums Suche im Katalog der Bibliotheken des GIGA German Institute of Global and Area Studies und des Fachinformationsverbundes Internationale Beziehungen und LänderkundeEingabe Virtueller Katalog Kunstgeschichte Meta-Suchmaschine über 23 Kunstgeschichts-KatalogeSuche Katalog der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln Eine der größten öffentlichen Kunst- und Museumsbibliotheken der WeltBuchhandel
Durch die Buchpreisbindung gibt es außer den Versandkosten in Deutschland und Österreich im Regelfall keine Preisunterschiede unter den Anbietern von neuen, deutschsprachigen Büchern. In der Schweiz gilt die Buchpreisbindung seit Frühjahr 2007 nicht mehr. Buchhändler aus dem Ausland unterliegen der nationalen Buchpreisbindung nicht, so dass unter Umständen der Online-Kauf im (EU-)Ausland trotz Versandkosten günstiger ist.Suche Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) Online-Katalog des deutschen Buchhandels mit allen lieferbaren Titeln des deutschen Buchhandels (etwa 500.000). Alle ermittelten Titel kann man in jeder Buchhandlung Deutschlands und acht weiteren Ländern bestellen – in also mehreren tausend Buchhandlungen.Suche Buchkatalog.de Mit Bestellmöglichkeit in vielen BuchhandlungenGebrauchtbücherSuche abebooks.deSuche Amazon.de Online-Handelsplattform und RezensionenSuche antbo.de Suche über mehrere AntiquariateSuche antikbuch24.de Suche über mehrere AntiquariateSuche antiquariat.deSuche arvelle.de Schwerpunkt im Bereich Belletristik und SachbücherSuche biblio.comSuche biblioman.deSuche Berliner BüchertischSuche bookcrossing.com Netzwerk für kostenlosen Büchertausch („Bookcrossing“)Suche booklooker.de Online-Marktplatz für neue und gebrauchte Bücher, Tonträger und FilmeSuche bookmooch.com Netzwerk für kostenlosen BüchertauschSuche buchfreund.de Suche über mehrere AntiquariateSuche Tauschticket Netzwerk für gebührenpflichtigen BüchertauschSuche hitflip.de Tauschplattform für Bücher und Mediengüter (CDs, DVDs, Hörbücher usw.)Suche jokers.de Allgemeines Sortiment zu reduzierten PreisenSuche terrashop.de Reduzierte Mängelware und ältere AuflagenSuche zvab.com Zentrales Verzeichnis Antiquarischer BücherPreisvergleichsdienste
Neue Bücher deutscher und österreichischer Verlage unterliegen der Buchpreisbindung und dürfen von Händlern in Deutschland und Österreich nur zu dem vom Verlag festgelegten Preis abgegeben werden (nur Händler aus dem Ausland bieten die Bücher evtl. günstiger an). Daher beziehen sich die Preisvergleichsdienste größtenteils nur auf gebrauchte Bücher. Sie geben teilweise die unterschiedlichen Versandkosten an.Suche addall.comSuche BookButler.de Auch in Österreich und der SchweizSuche billigbuch.ch sucht in den online-Buchhandlungen der Schweiz (nur neue Bücher) und listet deren Angebote jeweils nach dem Preis geordnetSuche buch.daistesja.deSuche buchhai.deSuche Buchpreis24.deSuche Buchpreisvergleich.chSuche BuchSuch.chSuche buch.archinform.net Mediendatenbank archINFORMSuche DieBuchSuche.comSuche eurobuch.com Metasuche für antiquarische und neue BücherSuche findmybook.deSuche JustBooks.de Metasuche für neue, gebrauchte und antiquarische Bücher, bezieht auch ausländische, nicht preisgebundene Händler einSuche lalisio.comSuche marelibri.comSuche getprice.deSuche PreisTester.deBuchcommunities und Digitalisierungsprojekte Suche LibraryThing Webseite nach dem Muster sozialer Netzwerke für LesendeSuche Lovelybooks.de Webseite nach dem Muster sozialer Netzwerke für LesendeSuche Google Bücher Volltextsuche in Büchern und Anzeige von Scans in Ausschnitten (ältere, gemeinfreie Bücher sind teilweise auch vollständig einsehbar)Validierung
Die Korrektheit der aktuellen ISBN kann mit diesem Tool geprüft werden. Außerdem werden gegebenenfalls Korrekturvorschläge gemacht, eine Umrechnung zwischen 10stelliger und 13stelliger ISBN vorgenommen und die korrekte Formatierung der ISBN angezeigt.Andere Wikipedia-Versionen
Insbesondere bei fremdsprachigen Büchern kann es sinnvoll sein mit der ISBN-Suche einer anderen Wikipedia zu suchen, da sich die angebotenen Links zwischen den einzelnen Wikipedias unterscheiden. Anhand der ISBN-Gruppennummer kann man schnell die passende Sprache finden.
Die folgenden Wikipedias haben besonders viele Bücherlinks oder sind für den deutschen Kulturraum besonders interessant. Für die Suche auf anderen Wikipedias benutze bitte die Sprachlinks „Andere Sprachen“ auf dieser Seite.Gruppennummer Wikipedia0, 1 Englisch2 Französisch4 Japanisch5 Russisch7, 957, 986 (Taiwan), 962, 988 (Hong Kong) Chinesisch80 Tschechisch und Slowakisch82 Norwegisch: Bokmål und Nynorsk83 Polnisch84, 950, 987 (Argentinien), 956 (Chile), 958 (Kolumbien), 959 (Kuba), 968, 970 (Mexiko), 980 (Venezuela), 9942, 9978 (Ecuador), 9945, 99934 (Dominikanische Republik), 9962 (Panama), 9968, 9977 (Costa Rica), 9972 (Peru), 9974 (Uruguay), 99905, 99954 (Bolivien), 99922, 99939 (Guatemala), 99923 (El Salvador), 99924 (Nicaragua), 99925, 99953 (Paraguay), 99926 (Honduras) SpanischGruppennummer Wikipedia85, 972, 989 (Portugal) Portugiesisch87 Dänisch88 Italienisch89, 9946 Koreanisch90 Niederländisch91 Schwedisch951, 952 Finnisch954 Bulgarisch960, 9963 Griechisch961 Slowenisch963 Ungarisch965 Hebräisch966 Ukrainisch974 Thailändisch975, 9944 Türkisch9949, 9985 Estnisch7, 8, &#8230; Meta
Literatur in der deutschsprachigen WikipediaFür Literaturangaben in Wikipedia-Artikeln beachte bitte Wikipedia:Literatur.Eine Literaturangabe zur ISBN 9783816787587 liefert dieses Tool. (Hinweis: Die Ausgabe des Tools entspricht nicht der vorgeschlagenen Formatierung von Wikipedia:Literatur.)Hilfe zur Erstellung von ISBN-Links innerhalb der Wikipedia findet sich unter Hilfe:Datenbanklinks.Wikipedianer mit Büchern sind in der Wikipedia:Bibliothek gelistet.Bücher, die für die Arbeit an Artikeln abzugeben sind, finden sich in der Wikipedia:Bücherbörse.Tipps und Hilfe in Sachen Literatur bietet die Wikipedia:Bibliotheksrecherche.
Siehe auchISBN-Suchformular in der WikipediaVorlage:Falsche ISBN

Die Diskussion zu dieser Seite befindet sich hier.Auf dieser Spezialseite kannst du eine ISBN eingeben und erhältst dann eine Liste mit Informations- und Bezugsmöglichkeiten zur gesuchten ISBN. Bindestriche oder Leerzeichen zwischen den Ziffern spielen für die Suche keine Rolle. Siehe auch Wikipedia:Literatur.Suche nach Bezugsquellen für Bücher
ISBN:&#160;&#160;
</form> Wo suchen?Inhaltsverzeichnis1 Inhaltsverzeichnisse und Rezensionen
2 Bibliotheken2.1 Nationalbibliotheken
2.2 Verbünde
2.3 Spezialbibliotheken
3 Buchhandel3.1 Gebrauchtbücher
3.2 Preisvergleichsdienste
4 Buchcommunities und Digitalisierungsprojekte
5 Validierung
6 Andere Wikipedia-Versionen
7 Literatur in der deutschsprachigen Wikipedia
8 Siehe auch
Die folgende Liste enthält Links zu Bibliothekskatalogen, Buchhändlern und anderen Quellen, um dort nach der Publikation mit der ISBN 9783816789376 zu suchen. Wikipedia ist weder mit einem der Anbieter geschäftlich verbunden, noch stellt die Nennung und Reihenfolge eine Wertung dar.
Bei den Anbietern bedeutet die Angabe „Suche“, dass ein Link direkt zu einer Seite mit Suchergebnissen führt. Ist dies nicht möglich, erreicht man mit dem Link „Eingabe“ ein Suchformular, wo man die entsprechenden Angaben selbst eintragen muss. Die Direktsuche funktioniert möglicherweise nicht immer mit allen Browsern. Angaben über ein bestimmtes Buch findet man am schnellsten über die Nationalbibliotheken, die umfangreiche Datenbanken mit den Pflichtangaben der Verlage unterhalten, auch über Bücher, die zurzeit weder in den gewöhnlichen Bibliotheken noch bei den Buchhändlern verfügbar sind.Inhaltsverzeichnisse und Rezensionen Suche isbn2toc online vorhandene Inhaltsverzeichnisse (basiert auf den Daten zahlreicher Bibliotheksverbünde)Suche isbn-rez online vorhandene Rezensionen (basiert auf den Daten des Bibliotheksverbunds SWB)Bibliotheken
Nationalbibliotheken Suche Deutsche Nationalbibliothek Suche in der Deutschen NationalbibliothekSuche Österreichische Nationalbibliothek Suche in der Österreichischen NationalbibliothekSuche Schweizerische Nationalbibliothek Suche im HelveticatSuche Nationalbibliothek Luxemburg Suche in der Nationalbibliothek LuxemburgSuche British Library Nationalbibliothek des Vereinigten KönigreichsSuche Bibliothèque nationale de France Nationalbibliothek FrankreichsSuche Königliche Bibliothek der Niederlande Nationalbibliothek der NiederlandeSuche Library of Congress Nationalbibliothek der USASuche National Library of Australia Nationalbibliothek AustraliensSuche Russische Nationalbibliothek Nationalbibliothek RusslandsVerbünde
Die Bibliotheksverbünde umfassen oft nur wissenschaftliche Bibliotheken. Suche WorldCat Weltweite VerbunddatenbankEingabe Karlsruher Virtueller Katalog (KVK) Suche in mehreren Bibliotheksverbünden gleichzeitig möglichEingabe hbz OpenURL Gateway Leitet weiter zu den Besitznachweisen und Diensten (inkl. Fernleihe) von über 420 öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken aus ganz DeutschlandEingabe openURL.de Linkliste zu verschiedenen Katalogen Suche Bibliotheksverbund GBV Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen und Stiftung Preußischer Kulturbesitz Suche HBZ-Verbundkatalog Verbundkatalog der Hochschulbibliotheken Nordrhein-Westfalens und eines großen Teils von Rheinland-Pfalz Suche SWB Online-Katalog Südwestdeutscher Bibliotheksverbund mit über 1000 Bibliotheken der Bundesländer Baden-Württemberg, Sachsen, Saarland und Rheinland-Pfalz Suche BVB BibliotheksVerbund Bayern BibliotheksVerbund BayernSuche KOBV-Verbund Berliner Hochschulen, TU Cottbus, Universität Frankfurt (Oder) (Eingabeformular)Suche HeBIS-Verbundkatalog Hessen und RheinhessenSuche Österreichischer Bibliothekenverbund Wissenschaftliche und administrative Bibliotheken in ÖsterreichSuche Büchereiverband Österreichs Von der Stadt- bis zur Schulbücherei, Einträge dort teilweise ohne ISBN: EingabeformularSuche swissbib Durchsucht die Sammlungen von rund 900 Bibliotheken, Mediotheken und Archiven aus allen Landesteilen der SchweizSuche Netzwerk von Bibliotheken und Informationsstellen in der Schweiz (NEBIS) 80 Bibliotheken von Hochschulen, Fachhochschulen und Forschungsanstalten aus allen SprachregionenEingabe CHVK – Schweizer Virtueller Katalog Meta-Katalog zum Nachweis von Büchern und Zeitschriften und elektronischen Medien in Schweizer BibliothekenSpezialbibliothekenEingabe BBM – Bibliotheksverbund Bistum Mainz Bibliotheksverbund Bistum MainzEingabe Online-Katalog des GIGA-Informationszentrums Suche im Katalog der Bibliotheken des GIGA German Institute of Global and Area Studies und des Fachinformationsverbundes Internationale Beziehungen und LänderkundeEingabe Virtueller Katalog Kunstgeschichte Meta-Suchmaschine über 23 Kunstgeschichts-KatalogeSuche Katalog der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln Eine der größten öffentlichen Kunst- und Museumsbibliotheken der WeltBuchhandel
Durch die Buchpreisbindung gibt es außer den Versandkosten in Deutschland und Österreich im Regelfall keine Preisunterschiede unter den Anbietern von neuen, deutschsprachigen Büchern. In der Schweiz gilt die Buchpreisbindung seit Frühjahr 2007 nicht mehr. Buchhändler aus dem Ausland unterliegen der nationalen Buchpreisbindung nicht, so dass unter Umständen der Online-Kauf im (EU-)Ausland trotz Versandkosten günstiger ist.Suche Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) Online-Katalog des deutschen Buchhandels mit allen lieferbaren Titeln des deutschen Buchhandels (etwa 500.000). Alle ermittelten Titel kann man in jeder Buchhandlung Deutschlands und acht weiteren Ländern bestellen – in also mehreren tausend Buchhandlungen.Suche Buchkatalog.de Mit Bestellmöglichkeit in vielen BuchhandlungenGebrauchtbücherSuche abebooks.deSuche Amazon.de Online-Handelsplattform und RezensionenSuche antbo.de Suche über mehrere AntiquariateSuche antikbuch24.de Suche über mehrere AntiquariateSuche antiquariat.deSuche arvelle.de Schwerpunkt im Bereich Belletristik und SachbücherSuche biblio.comSuche biblioman.deSuche Berliner BüchertischSuche bookcrossing.com Netzwerk für kostenlosen Büchertausch („Bookcrossing“)Suche booklooker.de Online-Marktplatz für neue und gebrauchte Bücher, Tonträger und FilmeSuche bookmooch.com Netzwerk für kostenlosen BüchertauschSuche buchfreund.de Suche über mehrere AntiquariateSuche Tauschticket Netzwerk für gebührenpflichtigen BüchertauschSuche hitflip.de Tauschplattform für Bücher und Mediengüter (CDs, DVDs, Hörbücher usw.)Suche jokers.de Allgemeines Sortiment zu reduzierten PreisenSuche terrashop.de Reduzierte Mängelware und ältere AuflagenSuche zvab.com Zentrales Verzeichnis Antiquarischer BücherPreisvergleichsdienste
Neue Bücher deutscher und österreichischer Verlage unterliegen der Buchpreisbindung und dürfen von Händlern in Deutschland und Österreich nur zu dem vom Verlag festgelegten Preis abgegeben werden (nur Händler aus dem Ausland bieten die Bücher evtl. günstiger an). Daher beziehen sich die Preisvergleichsdienste größtenteils nur auf gebrauchte Bücher. Sie geben teilweise die unterschiedlichen Versandkosten an.Suche addall.comSuche BookButler.de Auch in Österreich und der SchweizSuche billigbuch.ch sucht in den online-Buchhandlungen der Schweiz (nur neue Bücher) und listet deren Angebote jeweils nach dem Preis geordnetSuche buch.daistesja.deSuche buchhai.deSuche Buchpreis24.deSuche Buchpreisvergleich.chSuche BuchSuch.chSuche buch.archinform.net Mediendatenbank archINFORMSuche DieBuchSuche.comSuche eurobuch.com Metasuche für antiquarische und neue BücherSuche findmybook.deSuche JustBooks.de Metasuche für neue, gebrauchte und antiquarische Bücher, bezieht auch ausländische, nicht preisgebundene Händler einSuche lalisio.comSuche marelibri.comSuche getprice.deSuche PreisTester.deBuchcommunities und Digitalisierungsprojekte Suche LibraryThing Webseite nach dem Muster sozialer Netzwerke für LesendeSuche Lovelybooks.de Webseite nach dem Muster sozialer Netzwerke für LesendeSuche Google Bücher Volltextsuche in Büchern und Anzeige von Scans in Ausschnitten (ältere, gemeinfreie Bücher sind teilweise auch vollständig einsehbar)Validierung
Die Korrektheit der aktuellen ISBN kann mit diesem Tool geprüft werden. Außerdem werden gegebenenfalls Korrekturvorschläge gemacht, eine Umrechnung zwischen 10stelliger und 13stelliger ISBN vorgenommen und die korrekte Formatierung der ISBN angezeigt.Andere Wikipedia-Versionen
Insbesondere bei fremdsprachigen Büchern kann es sinnvoll sein mit der ISBN-Suche einer anderen Wikipedia zu suchen, da sich die angebotenen Links zwischen den einzelnen Wikipedias unterscheiden. Anhand der ISBN-Gruppennummer kann man schnell die passende Sprache finden.
Die folgenden Wikipedias haben besonders viele Bücherlinks oder sind für den deutschen Kulturraum besonders interessant. Für die Suche auf anderen Wikipedias benutze bitte die Sprachlinks „Andere Sprachen“ auf dieser Seite.Gruppennummer Wikipedia0, 1 Englisch2 Französisch4 Japanisch5 Russisch7, 957, 986 (Taiwan), 962, 988 (Hong Kong) Chinesisch80 Tschechisch und Slowakisch82 Norwegisch: Bokmål und Nynorsk83 Polnisch84, 950, 987 (Argentinien), 956 (Chile), 958 (Kolumbien), 959 (Kuba), 968, 970 (Mexiko), 980 (Venezuela), 9942, 9978 (Ecuador), 9945, 99934 (Dominikanische Republik), 9962 (Panama), 9968, 9977 (Costa Rica), 9972 (Peru), 9974 (Uruguay), 99905, 99954 (Bolivien), 99922, 99939 (Guatemala), 99923 (El Salvador), 99924 (Nicaragua), 99925, 99953 (Paraguay), 99926 (Honduras) SpanischGruppennummer Wikipedia85, 972, 989 (Portugal) Portugiesisch87 Dänisch88 Italienisch89, 9946 Koreanisch90 Niederländisch91 Schwedisch951, 952 Finnisch954 Bulgarisch960, 9963 Griechisch961 Slowenisch963 Ungarisch965 Hebräisch966 Ukrainisch974 Thailändisch975, 9944 Türkisch9949, 9985 Estnisch7, 8, &#8230; Meta
Literatur in der deutschsprachigen WikipediaFür Literaturangaben in Wikipedia-Artikeln beachte bitte Wikipedia:Literatur.Eine Literaturangabe zur ISBN 9783816789376 liefert dieses Tool. (Hinweis: Die Ausgabe des Tools entspricht nicht der vorgeschlagenen Formatierung von Wikipedia:Literatur.)Hilfe zur Erstellung von ISBN-Links innerhalb der Wikipedia findet sich unter Hilfe:Datenbanklinks.Wikipedianer mit Büchern sind in der Wikipedia:Bibliothek gelistet.Bücher, die für die Arbeit an Artikeln abzugeben sind, finden sich in der Wikipedia:Bücherbörse.Tipps und Hilfe in Sachen Literatur bietet die Wikipedia:Bibliotheksrecherche.
Siehe auchISBN-Suchformular in der WikipediaVorlage:Falsche ISBN

Abkürzung: WP:!Diese interne Seite beschreibt die Möglichkeiten, sich bei Wikipedia zu beteiligen. Für die gleichnamige Vorlage siehe Vorlage:Beteiligen.
Autorenportal &gt; Starthilfe &gt; Beteiligen
Mitmachen bei WikipediaDie Wikipedia ist ein offenes Projekt, in dem jeder mitarbeiten darf – also sei mutig und hilf mit, sie zu erweitern und zu verbessern! Diese Seite gibt einen ersten Überblick, wie neue Benutzer Wikipedia weiter verbessern und erweitern können. Je nach Kenntnissen, Fähigkeiten, Möglichkeiten und Zeit kann man sich auf vielfältige Weise beteiligen:Artikel erweitern
(siehe auch Liste besonders kurzer Artikel)Qualitätsmängel beseitigen
(einen zufälligen Wartungs-Artikel öffnen)
&#160;&#160;
Rechtschreibfehler korrigieren
(siehe auch Liste von häufigen Tippfehlern)ganz neue Artikel anlegen
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Je mehr man schreiben möchte, desto ratsamer ist es, sich mit den Richtlinien von Wikipedia vertraut zu machen. Im Zweifelsfall kann man einfach nachfragen (siehe auch Wikipedia:Anfragen), Experimente auf der Spielwiese durchführen oder sich über das Mentorenprogramm helfen lassen. Solltest du neu hier sein, hilft dir die Seite Wikipedia:Starthilfe weiter. Tutorial&#160;für&#160;neue&#160;Autoren •Hilfe&#160;zum&#160;Bearbeiten •Häufige&#160;Fragen •Alle&#160;Hilfeseiten •Fragen&#160;stellen •Feste&#160;Ansprechpartner •Grundprinzipien •Richtlinien
Autor werden und andere Möglichkeiten Einstieg in sechs SchrittenMediendatei abspielen
Einleitendes Video zu Wikipedia
Die Wikipedia hat keine feste, bezahlte Redaktion, sondern ist das Werk freiwilliger Autoren. Sofern du schreiben kannst, kannst auch du hier mitarbeiten. Du brauchst keine Hilfsmittel, die technischen Anforderungen sind minimal. Wer sofort loslegen will, wirft am besten einen Blick auf die Hilfeseite Seite bearbeiten. Dort erfährst du, wie du hier Artikel bearbeiten kannst.
Ein etwas ausführlicherer und schön aufgearbeiteter Kurs, um die Möglichkeiten von Wikipedia kennen und nutzen zu lernen, ist das Tutorial, das dem Leser in sechs Schritten das Wichtigste zum schnellen Einstieg erläutert. Wenn du immer noch unsicher bist, bietet das Mentorenprogramm Hilfe und einen festen Ansprechpartner. Solltest du neu hier sein, gibt dir die Seite Starthilfe einen ersten Überblick über Möglichkeiten, Regeln und Anlaufstellen in der Wikipedia.Anmelden oder nicht anmelden?
Du kannst jederzeit auch ohne Anmeldung Artikel bearbeiten. Du kannst dich jedoch auch hier anmelden und einen Benutzernamen festlegen, der dann bei deinen Arbeiten an den Artikeln gespeichert wird. Dies bringt dir zusätzliche Möglichkeiten und Bequemlichkeiten:Du kannst mit Hilfe einer Beobachtungsliste Änderungen an Wikipedia-Seiten verfolgen.
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Es fehlt noch ein Artikel zu einem dir relevant erscheinenden Thema und du hast Lust, diesen selbst zu erstellen? Dann folge der Anleitung zum Erstellen eines neuen Artikels.Je nach deinen Möglichkeiten kannst du also viel oder wenig für Wikipedia tun.
Siehe auch: Hilfe:Seite bearbeiten, Wikipedia:Wie schreibe ich gute Artikel und Wikipedia:Artikelwünsche
Allein oder im Team arbeiten
Wenn du ein Einzelkämpfer bist, kannst du allein und unabhängig von anderen arbeiten. Wenn du dich eher in einer Gemeinschaft wohlfühlst, kannst du dich mit anderen Autoren absprechen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:Portale
Portale sind von Wikipedianern redaktionell gepflegte Einstiegsseiten in die Enzyklopädie. Sie präsentieren eine Übersicht der wichtigsten Artikel zu einem Themengebiet und verraten, welche Artikel neu geschrieben worden sind und welche gerade Hilfe benötigen.
Projekte
Projekte sind themenbezogene Initiativen zum Ausbau und der Verbesserung von Artikeln eines Themenkomplexes innerhalb von Wikipedia. Neben den Redaktionen dienen sie als zentraler Platz für die inhaltliche Arbeit und bieten dem Artikelschreiber wichtige Arbeitsgrundlagen.
Redaktionen
Redaktionen haben eine ähnliche Intention wie die Projekte, decken aber meist einen etwas größeren Themenbereich ab.
Die Jungwikipedianer
Spezielles Angebot von und für jugendliche Autoren zum Austausch über gemeinschaftliche Interessengebiete mit gleichaltrigen Ansprechpartnern.Lerne beim Schreiben, schreibe beim Lernen
Wikipedia bietet viele Chancen, Neues kennenzulernen. Das heißt auch, lernen zu können&#160;– etwas zu üben oder einzuüben. Das Übersetzen kann dazu dienen, eine andere Sprache besser zu verstehen und seine eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten zu überprüfen und zu verbessern. Das Aufbereiten eines Wissensgebietes kann dazu dienen, sich mit dessen Inhalten und Strukturen vertraut zu machen. Wenn du dir sowieso gerade ein Thema aneignest, zum Beispiel fürs Studium, dann schreib über das Gelernte doch einen kurzen (oder auch längeren) Wikipedia-Artikel. Das festigt das Wissen und offenbart mögliche Lücken. Und nebenbei wächst Wikipedia wieder ein wenig. Und wächst, und wächst, und wächst&#160;…
Einen Überblick über verschiedene Themenbereiche bieten die Portale.
Spende bereits fertige Texte!
Viele haben bereits ähnliche Texte verfasst, wie sie auch bei Wikipedia zu finden sind: für sich selbst, für die Schule, das Studium, die Berufsausbildung. Wenn Du die Rechte daran besitzt, d.&#160;h., wenn der Text komplett von dir geschrieben wurde und bisher nicht exklusiv an jemanden verkauft wurde, kannst Du ihn hier unter der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen (CC-BY-SA, siehe Lizenztext) veröffentlichen. Damit steht er dir selbst und allen Nutzern nach den Regeln der Lizenz zur Verfügung. Dies ist nach Ansicht zunehmend vieler Leute einer der besten Wege, anderen Nutzern best- und weitestmöglich Wissen zur Verfügung zu stellen, ohne dass dieses gleichzeitig von jemand anderem rechtlich und kommerziell vereinnahmt werden kann. Es sollte dabei jedoch darauf geachtet werden, dass der Text einen neutralen Standpunkt vertritt.
Kennst Du Quellen, aus denen wir schöpfen können, weil sie Public Domain oder kompatibel zur CC-BY-SA-Lizenz sind? Dann gib sie am besten auf der Seite Public-Domain-Quellen an.
Falls dein Text schon anderswo im Netz, zum Beispiel auf deiner privaten Homepage, veröffentlicht ist, schreibe aber unbedingt als Kommentar (in der Kommentarzeile, oder eventuell auf der Diskussionsseite) dazu, dass Du der Autor bist, und sende eine entsprechende Nachricht an das Support-Team. Dies ist nötig, weil manche Leute Artikel von urheberrechtlich geschützten Webseiten in die Wikipedia kopieren, die wir im Zweifelsfall dann leider löschen müssen.
Keine Lust zum Schreiben?
Auch dann gibt es reichlich Möglichkeiten, dich an Wikipedia zu beteiligen:Fotos
Du kannst beispielsweise zur Bebilderung beitragen; gesuchte Bilder findest du unter Wikipedia:Bilderwünsche. Vorher solltest du allerdings unbedingt die Bilder-FAQ lesen oder das Bildertutorial durcharbeiten, da es gewisse rechtliche Rahmenbedingungen im Bilderbereich gibt. Du kannst auch deine Dienste als Fotograf anbieten&#160;– das geht unter Wikipedia:Bilderangebote.
Grafiken
Für viele Artikel werden Grafiken, Diagramme oder Landkarten benötigt. Wenn du dich mit der Herstellung von solchen Dingen auskennst, schau mal nach, welche Grafik- und Kartenwünsche es gibt.
Recherche
Vielleicht magst Du ja auch anderen Wikipedianern bei der Recherche helfen. Du kannst in der Wikipedia:Bibliothek beispielsweise deine Bücher auflisten. Die Wikipedia:Bibliotheksrecherche hilft Benutzern dabei, in Büchern aus Bibliotheken zu recherchieren, zu denen sie keinen Zugang haben. Vielleicht hast du ja Zugriff auf Werke, die dort gewünscht werden, und kannst helfen.
Anderen Leuten helfen
In der Wikipedia:Auskunft kannst du bei der Beantwortung von Wissensfragen aus vollkommen unterschiedlichen Bereichen helfen.Siehe auchHilfe:&#160;
FAQ · Hilfe (Übersicht) · Handbuch · Eine Frage stellen · Index · Glossar · Werkstätten
Dateien und Artikel:&#160;
Neue Dateien · Artikel: neu · lang · verwaist · verbesserungsbedürftig · potenziell vandaliert · ungesichtet
Löschen:&#160;
Regeln · Löschkandidaten · Urheberrechtsverletzung · Schnelllöschung
Nützlich:&#160;
Letzte Änderungen · Neuautoren-/IP-Kontrolle · Neuanmeldungslogbuch · Sperrlogbuch · Löschlogbuch · Sichten · Weitere Helferlein
Schwesterprojekte:&#160;
Commons · Wikibooks · Wikidata · Wikinews · Wikiquote · Wikisource · Wikiversity · Wikivoyage · Wiktionary · Meta-Wiki
Aktuelles:&#160;Adminkandidaten:
Keimzelle (bis 21. Dezember)
Meinungsbilder:
Entzug der Adminrechte durch Bürokraten (bis 20. Dezember) • Schiedsgericht als „Begnadigungsinstanz“ (bis 24. Dezember)
Umfragen:
Kein Wille zur enzyklopädischen Mitarbeit als Sperrgrund (bis 12. Januar)
Sonstiges:
AdminCon 2016: Angebote für Vorträge (bis Ende Januar 2016)
<!–NewPP limit report
Parsed by mw1217
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Real time usage: 0.180 seconds
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Preprocessor generated node count: 0/1500000
Post‐expand include size: 2972/2097152 bytes
Template argument size: 494/2097152 bytes
Highest expansion depth: 9/40
Expensive parser function count: 4/500
Lua time usage: 0.014/10.000 seconds
Lua memory usage: 833 KB/50 MB
Number of Wikibase entities loaded: 0–><!–Transclusion expansion time report (%,ms,calls,template)
100.00% 58.4191 – -total56.74% 33.1471 – Vorlage:Shortcut13.97%8.1601 – Vorlage:Siehe_auch 6.18%3.6111 – Vorlage:Beteiligen 5.26%3.0701 – Vorlage:Hilfe/style 5.02%2.9321 – Vorlage:Zufälliger_Artikel 4.81%2.8111 – Vorlage:Subpage 4.09%2.3911 – Vorlage:Bausteindesign1
–><!– Saved in parser cache with key dewiki:pcache:idhash:5490-0!*!0!!*!4!* and timestamp 20151218050235 and revision id 146699788–>

Die Diskussion zu dieser Seite befindet sich hier.Auf dieser Spezialseite kannst du eine ISBN eingeben und erhältst dann eine Liste mit Informations- und Bezugsmöglichkeiten zur gesuchten ISBN. Bindestriche oder Leerzeichen zwischen den Ziffern spielen für die Suche keine Rolle. Siehe auch Wikipedia:Literatur.Suche nach Bezugsquellen für Bücher
ISBN:&#160;&#160;
</form> Wo suchen?Inhaltsverzeichnis1 Inhaltsverzeichnisse und Rezensionen
2 Bibliotheken2.1 Nationalbibliotheken
2.2 Verbünde
2.3 Spezialbibliotheken
3 Buchhandel3.1 Gebrauchtbücher
3.2 Preisvergleichsdienste
4 Buchcommunities und Digitalisierungsprojekte
5 Validierung
6 Andere Wikipedia-Versionen
7 Literatur in der deutschsprachigen Wikipedia
8 Siehe auch
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Eine Dienstleistung (Synonym: Service) im Sinne der Volkswirtschaftslehre ist ein ökonomisches Gut, bei dem im Unterschied zur Ware nicht die materielle Produktion oder der materielle Wert eines Endproduktes im Vordergrund steht, sondern eine von einer natürlichen Person oder einer juristischen Person zu einem Zeitpunkt oder in einem Zeitrahmen erbrachte Leistung zur Deckung eines Bedarfs. Der Erbringer einer solchen Leistung wird als Dienstleister bezeichnet.
Im weitesten Sinne zählen zu den Dienstleistungen auch z.&#160;B. unentgeltlich im Haushalt geleistete, oder solche, die man für sich selbst erbringt. Volkswirtschaftlich erfasst und als Teil des Bruttoinlandsprodukts ausgewiesen werden jedoch nur Dienstleistungen, die sich über Marktpreise bewerten lassen.
In der Drei-Sektoren-Hypothese wird die Volkswirtschaft eingeteilt in den Primärsektor der Rohstoffproduktion, den Sekundärsektor des verarbeitenden Gewerbes und den Tertiärsektor der Dienstleistungen.Inhaltsverzeichnis
1 Dienstleistung und Sachleistung
2 Vertragsrechtliches
3 Arten von Dienstleistungen3.1 Personenbezogene Dienstleistungen
3.2 Sachbezogene Dienstleistungen
3.3 Originäre Dienstleistungen
3.4 Produktbegleitende / industrienahe Dienstleistungen3.4.1 Pre-Sales-Services
3.4.2 After-Sales-Services
4 Prozessmodell
5 Siehe auch
6 Literatur
7 Weblinks
8 EinzelnachweiseDienstleistung und Sachleistung[Bearbeiten]
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht unterscheidet man sie von der Sachleistung. Die Dienstleistung ist nicht lagerbar, selten übertragbar (Immaterialität) und benötigt einen externen Faktor (Integration des externen Faktors – Kunde). Ihre Erzeugung und der Verbrauch fallen meist zeitlich zusammen (Uno-actu-Prinzip).
Dienstleistungen sind in ihrem Ergebnis zwar vorwiegend immateriell, können jedoch materielle Bestandteile enthalten, beispielsweise ein Trägermedium, auf dem das Ergebnis der Dienstleistung übergeben wird. Die Güte der Dienstleistung bezeichnet man als Service-Qualität oder Dienstleistungsqualität. Durch den Immaterialitätsgrad kann es dabei zu Problemen bei der Messung der Dienstleistungsqualität kommen. Zusätzlich zum Leistungsergebnis einer Dienstleistung erlangt insbesondere der Leistungserstellungsprozess (Integration des externen Faktors) sowie das Leistungspotenzial (z.&#160;B. Erscheinungsbild und Kompetenz eines Unternehmensberaters) an Bedeutung. Alle drei sogenannten „Leistungsdimensionen“ werden in die Bewertung der Dienstleistungsqualität mit einbezogen.[1]
Dienstleistungen unterscheiden sich in standardisierte und individuelle. Letztere wird hingegen für ein konkretes Individuum erstellt. Merkmal von standardisierten Dienstleistungen ist, dass sie für einen fiktiven Durchschnittskunden erbracht werden. Der Grad der Beteiligung (Integrationsgrad) des Kunden ist bei individuellen Dienstleistungen höher.
Die Abgrenzung zwischen Dienst- und Sachleistung ist letztlich fließend. So erlangen Dienstleistungskomponenten im Business-to-Business-Marketing, beispielsweise im Maschinen- und Anlagenbau, verstärkt an Bedeutung (z.&#160;B. Beratung, Teleservice). Auch in der Konsumgüterindustrie tragen Dienstleistungskomponenten zur verstärkten Differenzierung und so zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen bei (z.&#160;B. Absatzfinanzierung von Hi-Fi-Elektronik oder Pkws). Nicht zuletzt können derartige Dienstleistungskomponenten kaufentscheidend sein und somit zum Hauptbestandteil des Produkts avancieren.
Daher wird zunehmend der Versuch aufgegeben, Dienstleistungen von Sachleistungen abzugrenzen.[2] Sämtliche Absatzobjekte werden hier als Leistungsbündel aufgefasst, deren Leistungsergebnis einerseits eher materiell oder immateriell, der Leistungserstellungsprozess eher autonom oder integrativ ausgeprägt ist. Ein derartiges Verständnis erlaubt eine differenzierte Konzeption des absatzpolitischen Instrumentariums.[3]
Vertragsrechtliches[Bearbeiten]
Der individualrechtliche Austauschvertrag zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer über die unabhängige oder abhängige Leistung eines Dienstes gegen ein Entgelt wird allgemein Dienstvertrag genannt.[4]
Rechtlich kann der Vertrag mit einem Dienstleister in Form eines Werkvertrag oder eines Dienstvertrages im engeren Sinne abgefasst sein. Bei einem Werkvertrag verpflichtet sich der Dienstleister zur Erfüllung mit einem konkreten Erfolg (z.&#160;B. Autowerkstatt schuldet Reparatur, Fehlerbeseitigung).[5] Durch einen Dienstvertrag wird der Dienstleister lediglich zu einem oder mehreren Diensten verpflichtet (z.&#160;B. Arzt schuldet eine Heilbehandlung in bestem Bemühen, aber keinen Heilerfolg).[5] Es gibt auch Mischformen (Gerätehersteller verpflichtet sich zu regelmäßiger vorbeugender Wartung und allfälliger Reparatur: leistungs- und erfolgsorientiert). Bei diesen Formen liegt ein Zielschuldverhältnis vor. Daneben gibt es auch Formen mit einem Dauerschuldverhältnis, die bei Einzelpersonen auch schon in den Bereich der Dienstverhältnisse (als Form der Arbeitnehmerschaft) führen können.[6]Siehe hierzu Dienstvertrag und Vertragsrecht zu einzelnen Rechtsordnungen.Arten von Dienstleistungen[Bearbeiten]
Personenbezogene Dienstleistungen[Bearbeiten]
Personenbezogene Dienstleistungen sind Dienstleistungen, die an oder mit der Person vollzogen werden, z.&#160;B. die Leistungen eines Arztes, eines Heilerziehungspflegers oder eines Lehrers. Diese Dienstleistungen kommen nur unter Beteiligung des Kunden zu Stande. Die Beteiligung des Kunden kann eher passiv sein, wie beim Rettungsdienst, oder eher aktiv sein, wie bei der Aneignung von Wissen in einer Lernsituation. Personenbezogene Dienstleistungen weisen folgende Merkmale auf:Die Ziele werden zwischen dem Dienstleister und dem Kunden mehr oder weniger ausgehandelt – beide sind am Ergebnis, d.&#160;h. dem immateriellen Produkt beteiligt. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen geht z.&#160;B. davon aus, dass nur bei gemeinsamen Zielen auch ein zufriedenstellendes Ergebnis möglich ist.
Die Prozesse oder Maßnahmen werden ebenfalls zwischen dem Kunden und dem Dienstleister ausgehandelt – der Kunde muss am Prozess mitwirken, wenn das Ziel erreicht werden soll. Mediziner und Sozialarbeiter/-pädagogen sprechen von der Compliance des Patienten oder Klienten. Die Maßnahmen können zwar detailliert geplant werden, jedoch ist die Maßnahmendurchführung häufig von der Disposition des Kunden abhängig.
Grundlage für Durchführung von Maßnahmendurchführung und Zielerreichung sind die sozialen Beziehungen zwischen dem Dienstleister und seinem Kunden. Die sozialen Rollen und der soziale Status von Kunde und Dienstleister müssen geklärt sein.David A. Garvin fasst diese Phänomene personenbezogener Dienstleistungen (PBD) folgendermaßen zusammen:PBD sind immateriell
PBD folgen dem Uno-actu-PrinzipZusammenfallen von Konsum und Produktion
Dienstleistungsproduzent ist Teil der Dienstleistung, genauso wie Dienstleistungskonsument
PBDs sind heterogen
PBDs sind nicht lager- und nicht transportfähig
Standardisierung von PBDs ist schwierig bis unmöglichFür die Organisationen und Berufe, die personenbezogene Dienstleistungen erbringen, hat dies Konsequenzen für ihre Managementsysteme:Der Bedarf und die Probleme des Kunden müssen personenbezogen erhoben werden. Da der Kunde an der Dienstleistung mitwirken soll, müssen auch seine Ressourcen, d.&#160;h. seine Fähigkeiten, Handlungsmöglichkeiten und der Grad seiner Bereitschaft der Mitwirkung erhoben werden.
Das zukünftige Ergebnis, d.&#160;h. das Ziel der Dienstleistung muss so weit wie möglich mit dem Kunden ausgehandelt und transparent gemacht werden. Dieses Ziel ist der Qualitätsmaßstab für den Kunden und den Dienstleister. Ein Ziel ist z.&#160;B. ein bestimmter Rehabilitations- oder Behandlungserfolg, das Erreichen eines Schulabschlusses oder ein bestimmtes Verhalten. Motivierende Gesprächsführung kann dafür ein Konzept sein.
Auch die dazugehörigen Maßnahmen müssen mit dem Kunden geplant werden und ihm so weit wie möglich transparent oder plausibel sein, damit er motiviert und in der Lage ist mitzuwirken.
Die geplanten Maßnahmen müssen durchgeführt werden. Dabei kommt dem Dienstleister als Controller und Motivator eine besondere Rolle zu, da gerade im Bereich des Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesen die Dispositionen der Kunden mitunter fragil sind. Vom Kunden wird häufig verlangt, dass er für die Dienstleistung bezahlt und auch noch für den Erfolg der Dienstleistung arbeitet oder gar leidet.
Ziele und Maßnahmen müssen ausgewertet werden. Das bedeutet:Der Grad der Zielerreichung, d.&#160;h. der Grad des Erfolgs muss mit dem Kunden festgestellt werden.
Die Sinnhaftigkeit der Zielerreichung und der Maßnahmen muss mit dem Kunden analysiert werden. Die zentrale Frage kann dabei lauten: „Den Plan haben wir erfüllt. War er auch gut?“
Nach der Auswertung oder Zwischenauswertung können neue Ziele und Maßnahmen mit dem Kunden festgelegt werden.Die Schwierigkeit für personenbezogene Dienstleister, wie z.&#160;B. Ärzte, Berater, Therapeuten oder Sozialarbeiter, besteht mitunter darin, dass sie keinen oder wenig Einblick oder Einfluss darauf haben, was der Kunde tatsächlich tut oder die Ziele und Maßnahmen nicht ausgewertet werden können, weil der Kunde nicht mehr mit dem Dienstleister zusammenkommt. Personenbezogene Dienstleister haben oft mit unvollständigen Dienstleistungsprozessen zu tun.
Sachbezogene Dienstleistungen[Bearbeiten]
Dienstleistungen, wie z.&#160;B. Speditionen, Banken oder Versicherungen, des Weiteren könnte man sie in folgende unterteilen:
Originäre Dienstleistungen[Bearbeiten]
Hierbei handelt es sich um Dienstleistungen von Unternehmungen, die ausschließlich solche erbringen und keine materiellen Güter herstellen. Zu solchen Dienstleistungsunternehmen gehören z.&#160;B. Wäschereien und Abschleppdienste.
Ein Sonderfall sind die wissensintensiven Dienstleistungen, die von Freiberuflern erbracht werden. Für diese Dienstleistungsunternehmen geltenden Besonderheiten; siehe dazu Professional Service Firm.
Produktbegleitende / industrienahe Dienstleistungen[Bearbeiten]
→ Hauptartikel: Produktbegleitende Dienstleistung
Unternehmen, die neben den Dienstleistungen auch materielle Güter herstellen, wie Fahrzeughersteller, oder Produzenten von Investitionsgütern bieten sie an. Man spricht auch von hybriden Produkten. Industrielle Dienstleistungen werden zusätzlich zum physischen Produkt angeboten, das heißt, sie werden im Zusammenhang mit dem selbsterstellten physischen Produkt vermarktet. Daher werden industrielle Dienstleistungen als sekundäre Dienstleistungen bezeichnet, da sie einen Zusatznutzen für den Kunden darstellen. Es handelt sich um Dienstleistungen, die in direkter oder indirekter Verbindung mit den Sachgütern für andere Unternehmen erstellt werden. Deshalb entsteht eine wirtschaftliche Abhängigkeit einer Dienstleistung von einem Sachgut.
Pre-Sales-Services[Bearbeiten]
Dienstleistungen vor dem Kauf, zum Beispiel eine ausführliche Beratung, das Ausarbeiten individueller Vorschläge, Planungsleistungen wie die Anpassung einer Einbauküche an die räumlichen Gegebenheiten. Gerade im Bereich Dienstleistungen ist es sehr wichtig, die individuellen Bedürfnisse des Kunden herauszufinden und in das Produkt mit einzuarbeiten. Zudem kommt es darauf an, den Nutzen der Dienstleistung für den Kunden herauszustellen. Denn nur, wenn ihm das klar ist, wird der Kunde sie in Anspruch nehmen.
After-Sales-Services[Bearbeiten]
Dienstleistungen nach dem Kauf, etwa Ersatzteilversorgung, Wartung und Instandhaltung, Modernisierung (Retrofit), Teleservice.
Der Verkäufer ist bestrebt, seinen Kunden nach dem Verkauf einer Ware weiter zu betreuen, um eventuell zusätzliche Geschäfte tätigen zu können. Ein Hilfsmittel hierzu ist das Customer-Relationship-Management. Die professionelle Abwicklung des Kundendiensts, der Gewährleistungsarbeiten (Beschwerdemanagement), aber auch die weitere Betreuung des Kunden durch den Verkäufer (Vertriebsmitarbeiter) sind typische Aufgaben des After-Sales-Managements.
Im Bereich der Investitionsgüter (B2B-Marketing) wird ein geregelter After-Sales-Service vom Kunden erwartet. Häufig entwickelt sich erst durch intensive Nachbetreuung eine längerfristige Geschäftsbeziehung. Intensive Nachbetreuung soll die Kundenzufriedenheit, auch die Kundenbindung verbessern.
Prozessmodell[Bearbeiten]
Jede Dienstleistung ist Bestandteil eines Geschäftsprozesses, der i.&#160;d.&#160;R. aus mehreren Phasen besteht. In diesen Phasen treten charakteristische Akteure auf, die sich durch spezifische Aufgaben (Rollen) voneinander unterscheiden:
In der Anbahnungsphaseder Dienstleistungsanbieter, der die (Erbringung der) Dienstleistung anbietet, und
der Dienstleistungsnachfrager, der die (Erbringung der) Dienstleistung nachfragt.In der Vereinbarungsphase (auch: Vertragsphase)der Dienstleistungslieferant (Auftragnehmer), der den Auftrag zur Erbringung der Dienstleistung erhält, und
der Dienstleistungskunde (Auftraggeber), der die Erbringung der Dienstleistung beauftragt.In der Leistungsphase (auch: Durchführungs- oder operative Phase)der Dienstleistungserbringer, der die Dienstleistung persönlich erbringt, und
der Dienstleistungskonsument, der die Dienstleistung (bzw. deren Ergebnis) persönlich in Anspruch nimmt bzw. von der erbrachten Dienstleistung persönlich profitiert. Je nachdem, ob der Konsument im Dienstleistungsvertrag als Begünstigter vorgesehen ist oder nicht, erfolgt der Konsum (d.&#160;h. die Inanspruchnahme) der Dienstleistung berechtigterweise oder unberechtigterweise.
Ebenfalls auf der operativen Ebene ist der Begriff des externen Faktors angesiedelt. Er bezeichnet eine Person oder Sache, die kein Eigentum des Dienstleisters ist (daher „extern“) und an der die Dienstleistung vollzogen wird. – Oft sind für ein Gelingen der Dienstleistung auch Unterstützungsleistungen (Beistellungen) des Auftraggebers erforderlich (z.&#160;B. Räumlichkeiten, Arbeitsmittel, Informationen, persönliche Mitwirkung).
Hinzu kommen Personen bzw. Organisationseinheiten, die an der Erbringung der Dienstleistung nur mittelbar beteiligt sind, und zwar durch dispositive Aufgaben (z.&#160;B. Planung, Steuerung und Koordination der Leistungserbringung).In der Gegenleistungsphaseder Empfänger der zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer vereinbarten Gegenleistung (i.&#160;d.&#160;R. Entgelt) und
der Erbringer der Gegenleistung.In der Realität werden die Rollen des Dienstleistungsanbieters, -lieferanten und -erbringers sowie des Gegenleistungsempfängers oft von verschiedenen Personen bzw. Organisationseinheiten wahrgenommen, in einfachen Fällen aber auch von ein und derselben Person (z.&#160;B. Taxifahrer). Gleiches gilt für die Rollen des Dienstleistungsnachfragers, -kunden und -konsumenten sowie des Gegenleistungserbringers. Ebenso können die Rollen des externen Faktors und des Dienstleistungskonsumenten in einer Person zusammenfallen.
Siehe auch[Bearbeiten]Commodity-Dienstleistung
Dienstleistungsberuf
Dienstleistungsbilanz
Dienstleistungserbringungsart
Dienstleistungsfreiheit
Dienstleistungsgenossenschaft
Dienstleistungsgesellschaft
Dienstleistungskonzession
Dienstleistungskosten
Dienstleistungsmarke
Dienstleistungsmarketing
Dienstleistungsscheck
Haushaltsnahe DienstleistungLiteratur[Bearbeiten]&#160;Manfred Bruhn, Bernd Stauss: Dienstleistungsmarken. Gabler, Wiesbaden 2008, ISBN 3-8349-0609-3.
&#160;Rudolph Bauer: Personenbezogene Soziale Dienstleistungen. Begriff, Qualität und Zukunft. Westdeutscher, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13599-6.
&#160;Rudolf Maleri, Ursula Frietzsche: Grundlagen der Dienstleistungsproduktion. Springer, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-74058-2.
&#160;Magnus Richter, Rainer Souren: Zur Problematik einer betriebswirtschaftlichen Definition des Dienstleistungsbegriffs. Technische Universität Ilmenau, Ilmenau 2008, ISBN 978-3-940882-09-7.
&#160;Hans R. G Rück: Dienstleistungen in der ökonomischen Theorie. Deutscher Universitäts-Verlag, Wiesbaden 2000, ISBN 3-8244-7104-3.Weblinks[Bearbeiten]
&#160;Wiktionary: Dienstleistung&#160;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, ÜbersetzungenDaten und Aufsätze zum Thema Dienstleistungen beim Statistischen Bundesamt
Falsche Kategorien oder verkehrte Welt? – Eine Kritik des Dienstleistungsbegriffs und der Außenhandelskategorien am Beispiel der GlobalisierungsdiskussionEinzelnachweise[Bearbeiten]↑ Avedis Donabedian: The Definition of Quality and Approaches to Its Assessment. Explorations in Quality Assessment and Monitoring. Volume I, Ann Arbor, 1980.
↑ Christian Homburg; Harley Krohmer: Marketingmanagement. Strategie – Instrumente – Umsetzung – Unternehmensführung. Wiesbaden 2003, S. 809 ff.
↑ Werner-Hans Engelhardt; Michael Kleinaltenkamp; Martin Reckenfelderbäumer: Leistungsbündel als Absatzobjekte. Ein Ansatz zur Überwindung der Dichotomie von Sach- und Dienstleistungen. Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung (zfbf), 45. Jg., Nr. 5, 1993, S. 395–426.
↑ Gerold Neusser: Dienstvertrag. In: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte (HRG), 2. Auflage, Band I, Sp. 1056–1058.
↑ a b Juristisches Basiswissen: Werkvertrag. jura-basic.de, abgerufen am 14.&#160;November 2012.
↑ Vergl etwa Unterschied Dienstvertrag – freier Dienstvertrag/Werkvertrag. Bundesministerium für Finanzen.Normdaten&#160;(Sachbegriff): GND: 4012178-1 (AKS)
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Dieser Artikel beschreibt die Vermittlung von Architekturverständnis, zu pädagogischer Architektur siehe Schulgebäude.
Mit dem Begriff Architekturpädagogik werden pädagogische Konzepte bezeichnet, bei denen die Vermittlung von Architektur im Mittelpunkt steht.
Methoden und Ziele[Bearbeiten]
Das Ziel ist es, Architekturverständnis und Wahrnehmungskompetenzen zu schulen. Zielgruppen der Architekturpädagogik sind sowohl Kinder und Schüler (bei denen es vor Allem auf eine altersgerechte Vermittlung ankommt) als auch Architekturstudenten. Außerdem beschäftigt sich die Architekturpädagogik mit Konzepten der Öffentlichkeitsarbeit in Bezug auf Vermittlung, Verständnis und Akzeptanz von Architektur als gemeinschaftlichem baukulturellen Wert, und umfasst auch Methoden der Architekturpolitik oder Gestaltung von Architekturmuseen.
Auch die Lehre von Architekten und deren Architekturtheorie wird als Architekturpädagogik bezeichnet, und auf dieser Basis funktioniert die Architekturpädagogik an Universitäten und Fachhochschulen. In der voruniversitären Bildung wird Architekturverständnis nur im Rahmen von Kunsterziehung und Geschichts- oder Geographieunterricht behandelt, und &#160;– vorrangig anwendungsorientiert&#160;– an HTLs für Bauberufe vermittelt.
In der Praxis in Deutschland ist Architekturpädagogik als Lehrtätigkeit wenig eigenständig, und nur ein Teilbereich der Kunstpädagogik, und wird in diesem Rahmen an den Hochschulen für Kunst gelehrt.
Siehe auch[Bearbeiten]Architekturzentrum
Kirchenraumpädagogik, zur Architekturdidaktik christlicher SakralarchitekturLiteratur[Bearbeiten]Architekturvermittlung. In: Plattform Architekturpolitik und Baukultur: Österreichischer Baukulturreport 2006 Heft 3, S.&#160;38–71. Im Auftrag des Staatssekretariats für Kunst und Medien und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, Wien 2006 (Webdokument, pdf 1,1&#160;MB)Barbara Feller: Architektur/Baukultur und Umweltgestaltung für junge Menschen – Sehen lernen. Sprechen können. Mitentscheiden. 3.4&#160;– zu Konzepten der Früh- und Jugenderziehung
Franziska Leeb: Architekturvermittlung zur Stärkung eines breiten Bewusstseins für baukulturelle Qualitäten. 3.5&#160;– zur Öffentlichkeitsarbeit<!–NewPP limit report
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